Es ist Montag. Ein wütender Erstürmer des US-Kapitols wolle sich nur bio ernähren, heißt es. Ich weiß noch nicht, warum mich das amüsiert, aber die Grünen kümmern sich sicherheitshalber schon mal um das Problem: Es sei genug der Freiwilligkeit in der Ernährung. Pandabär müsste man sein. Da gibt es den ganzen Tag Biobambus. Freiwillig.
Zitat der Woche: „Ich fühle mich so toll, ich könnte mich glatt bei Twitter registrieren. Nur um jemanden zu melden.“ Dort, bei Twitter, geht der Vorwahlkampf schon mal in die Hauptrunde; so teilt etwa Carola „Caro“ Rackete, bekannt aus der Schifffahrt, energisch mit, dass man, sofern man die „Menschenrechte“ erhalten wolle, sich im September in „irgendeiner Kombi[nation]“ – so viele gibt es ja nun nicht – für eine Regierung aus SPD, Grünen und Linken einsetzen sollte. Schade, dass Murat Kurnaz meines Wissens nicht auf Twitter aktiv ist. Seine Einschätzung zur Einhaltung der Menschenrechte unter einer Regierung mit SPD und Grünen trüge sicherlich zu meinem Amusement bei; dasselbe Twitter allerdings, von dem SPD-Außenminister Heiko Maas gegenüber einem Blatt, das nicht verlinkt werden möchte (LSR), für die gestrige Ausgabe in die Aufnahme sprach, dass es gar keine so gute Idee sei, dass Technikkonzerne („Tech-Riesen“, ebd.) autark entscheiden dürfen, wessen Stimme auf ihren Plattformen gehört werden soll und wessen Stimme nicht, obwohl das doch genau das ist, wofür sich Justizminister Heiko Maas (SPD) vor drei Jahren eingesetzt hat. Ich finde Opposition gegen die Politik von Heiko Maas ja oft gut, aber muss der Opponent sich ausgerechnet als Heiko Maas herausstellen?
Gute Nachricht für diejenigen, die den Einheitslook von Deutschen in ihren frühen Zwanzigern längst nicht mehr sehen mögen: Das ZDF lässt einen Vollbartlosen von meinen Gebühren! dahinsagen, Vollbartträger sollten dort, wo FFP2-Masken verpflichtend zu tragen sind, gefälligst ihren Bart abrasieren. Alter Neidhammel. Aber noch mal zurück zu dem Blatt, das nicht verlinkt werden möchte: Ein anderes Blatt (LSR) vom selben Verlag berichtet, das Wirtschaftsministerium (CDU) erwäge künftige Zwangspausen beim Laden von Elektroautos. Die Biester fressen einfach zu viel. Ja, ist wirklich viel besser als Diesel. Man lasse sich da nichts einreden.
Apropos CDU: Neben dem Parteigroßwesir, für den im Internet schon putzige Kosenamen gesucht werden, wurde neulich auch ein neues Parteipräsidium gewählt, und dort sprudelt man nur so vor Ideen. „Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff kündigte an, seinen bei der Wahl erworbenen Präsidiumsposten zu nutzen, um die Vollendung der deutschen Einheit voranzutreiben“ („Deutschlandfunk“) – kam das mit dem Mauerfall noch nicht im Ostfernsehen?
Aber 1989 war ansonsten gar kein so übles Jahr.
Guten Morgen.



Ich glaube wenn Männer zur aussterbenden Spezies gehören, kann man sich das
Essen auch selber wählen. Vorher ist das ganze wohl eher Wunschdenken. Ob-
wohl in Brandenburg gibt es sogar ein Gefängnis mit Biokost. Das Essen darf
nicht Teil der Strafe oder eine Strafe sein sollte sich mal die Krankenhäuser beherzigen. Für
mich war der letzte Aufenthalt schon eher Folter, aber es soll auch Leute geben
die auf so etwas stehen. Aber wenn ich sehe mit was die für Verpflegungssätze
rechnen, kann auch nichts vernünftiges gekocht werden.
Carola Racketes Aussage halte ich jetzt für den Wunsch, damit Parteien wie CDU, FDP und AfD als Regierungsparteien zu verhindern und bezieht sich m.E. aus ihrer Sicht auf das Thema Flüchtlingspolitik. Das ist wieder dieses „geringere Übel“, welches aber politisch im Grunde nichts verhindert, sondern nur verändert.
In dieser parlamentarischen Demokratie der BRD ist Partei (fast) egal, welche Partei regiert. Der einzige Unterschied ist, dass z.B. eine AfD die „demokratischen Mittel“ ausnutzt, um Alleinregent zu werden. Da werden die Interessen dann eben etwas anders bedient, aber ebenfalls nicht die des so gerne beschworenen „kleinen Mannes“.
Welche Partei würde nicht Alleinregent werden wollen?
„Welche Partei würde nicht Alleinregent werden wollen?“
Auch wahr – aber anders.
Nämlich nicht durch Wahlen?
Erst durch Wahlen – dann durch Gesetze.