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Kurz­kri­tik: Faust – Rav­vi­van­do

Faust - RavvivandoLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Von Faust (der Grup­pe, nicht dem Gelehr­ten) hat­te ich hier in der Ver­gan­gen­heit schon gele­gent­lich ein paar Wer­ke bewor­ben, jedoch habe selbst ich fest­ge­stellt, dass nicht jedes ihrer Alben wirk­lich gelun­gen war. Inzwi­schen weiß ich, wor­an es liegt: Die noch akti­ven Grün­der von Faust teil­ten und – wer weiß? – tei­len sich in zwei mitt­ler­wei­le offen­bar zer­strit­te­ne Frak­tio­nen auf, wovon eine von Hans-Joa­chim Irm­ler (Tasten­in­stru­men­te) und die ande­re von Jean-Her­vé Péron (Bass und Gesang) fak­tisch gelei­tet wur­de. Die oft alber­nen Gesangs­stücke des Letz­te­ren waren und sind es, die mein Unver­ständ­nis auf sich zogen.

Dass, wäh­rend Jean-Her­vé Péron sich mit dem drit­ten Ur-Faust Wer­ner „Zap­pi“ Dier­mai­er (Schlag­zeug) zumin­dest vor der Pan­de­mie noch ab und zu mal tou­rend blicken ließ, Hans-Joa­chim Irm­ler den Pro­jekt­na­men Faust auf­ge­ge­ben zu haben scheint, ist daher etwas bedau­er­lich, denn wäh­rend erste­re Faust dem Freund der ersten paar Faust-Plat­ten auch wei­ter­hin Gewohn­tes bie­ten, besa­ßen die Alben unter Feder­füh­rung des Letz­te­ren den Pio­nier­geist und den Mut, den man bei blo­ßen Nach­lass­ver­wal­tern oft ver­misst.

Das ver­mut­lich radi­kal­ste „Irmler-Faust“-Album – noch mit Wer­ner Dier­mai­er am Schlag­zeug, der spä­ter das Lager wech­sel­te – ist und bleibt bis heu­te „Rav­vi­van­do“ (Amazon.de, TIDAL) von 1999. Faust haben in ihrer Kar­rie­re unter ande­rem – gera­de bei Live­auf­trit­ten – Bohr­ma­schi­nen, Beton­mi­scher und Ton­nen als Instru­men­te ver­wen­det, nicht unähn­lich den Ein­stür­zen­den Neu­bau­ten. Wie klingt es, wenn der lie­d­ori­en­tier­te Band­flü­gel dem fern­bleibt?

Nun, unge­fähr so:

Wir brau­chen dich #6

Oder so:

Four Plus Seven Means Ele­ven

Wenn der­einst jemand über mein Leben refe­rie­ren wird, möge er zuvor beden­ken, dass ich die­ses Album mag. Ich weiß nicht, was das über mich aus­sagt, aber ich weiß, was es über die­ses Album aus­sagt. Avant­gar­de kann auch abge­hen.

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