In den Nachrichten
Ægir eska­liert, JHWH räumt auf.

Die „FAZ“ – will nicht ver­linkt wer­den (LSR) – ließ „Korrespondent/in“ (ebd.) Jonas Jan­sen mit einem Bag­ger­fah­rer spre­chen, der anläss­lich der Was­ser­sa­che neu­lich dazu bei­getra­gen habe, dass nicht noch mehr Scha­den ent­stan­den sei als ohne­hin. Die­ser aber wies jede Ver­ant­wor­tung von sich:

Wis­sen Sie, ich bin ein gläu­bi­ger Mensch. Ich habe mich zwei Mal geseg­net als ich run­ter gefah­ren bin. ‚Du Herr, musst wis­sen, was pas­siert‚, habe ich gesagt. Und ich hat­te kei­ne Sekun­de Angst.

(Krea­ti­ve Zei­chen­set­zung aus dem Ori­gi­nal.)

Wenn er, der Herr, jetzt aber (und immer­hin erwie­se­ner­ma­ßen) beschlos­sen hat­te, dass eine grö­ße­re Über­schwem­mung mit Todes­fol­ge genau das sei, was die­ser Pla­net gera­de brau­chen kön­ne: wes­sen Werk tut dann eigent­lich der, der sie mil­dert?

In den NachrichtenMontagsmusik
West­on Super Maim – 180-Degree Mur­der // Bür­ger­los in den Wahl­kampf schwim­men

Nachrichten lesen vor dem ersten Kaffee. Großer Fehler.

Es ist Mon­tag. Irgend­wo ist irgend­wer ertrun­ken und nie­mand trägt dar­an die Schuld. An den Stra­ßen hän­gen die ersten dum­men Gesich­ter von dum­men Kan­di­da­ten für dum­me Ämter, sel­ten flan­kiert von irgend­ei­nem Anhalts­punkt, was die pro­gram­ma­ti­sche Aus­rich­tung angeht, als wähl­te der Wäh­ler Men­schen wegen ihrer tol­len Pho­to­shop­kün­ste und nicht wegen ihrer über­zeu­gen­den Argu­men­te. Von mir hängt die­ses Jahr auch eins. Da ist weder Gesicht noch Name drauf. Nimm dies, Erwar­tungs­hal­tung! Den­noch gilt auch dies­mal: Einen Poli­ti­ker, der mir einen Pan­da­bä­ren ver­spricht, wür­de ich viel­leicht bei­na­he wäh­len wol­len.

Armin Laschet (CDU) und Frank-Wal­ter Stein­ei­mer Stein­mei­er (SPD), der den unschul­di­gen Murat Kur­naz in einen US-ame­ri­ka­ni­schen Fol­ter­knast hat ent­füh­ren las­sen – bei­de, Laschet und Stein­ei­mer Stein­mei­er, wür­den gern dem­nächst mal wie­der wohin gewählt wer­den -, hiel­ten in Nord­rhein-West­fa­len einen Bür­ger­dia­log ohne Bür­ger ab. Nie­mand soll hin­ter­her sagen, er habe von nichts gewusst. Olaf Scholz (eben­falls SPD), der am wenig­sten uner­träg­li­che der drei schreck­li­chen Kan­di­da­ten für das lächer­li­che Kanz­ler­amt, hat „mehr als 300 Mil­lio­nen Euro“ an Hilfs­geld ver­spro­chen, aber nicht dran­ge­schrie­ben, an wel­che Fax­num­mer man sich mit drei­fa­chem Antrag wen­den muss, um die abge­lehn­te Zah­lung auch ord­nungs­ge­mäß bestä­tigt zu krie­gen. Die SPD freut sich, dass er so spen­da­bel ist (ist ja nicht sein Geld und auch kaum das ihre), und auch Fern­seh­ka­me­ras zeig­ten sich begei­stert. Tom Buhr­ow vom WDR bekommt über 400.000 Euro „Gehalt“. Die „Ber­li­ner Zei­tung“ fin­det, es gebe kei­nen Grund für Neid­de­bat­ten dar­über. Da stim­me ich zu. Ich bin nicht nei­disch, ich bin so wütend, dafür fin­de ich nicht mal einen geeig­ne­ten Buch­sta­ben­er­satz.

Zum Glück gibt es auch dafür Musik.

180-Degree Mur­der

Guten Mor­gen.

Persönliches
Wer soll spä­ter die Pfle­ger pfle­gen?

Zu vor­ge­rück­ter und bier­se­li­ger Stun­de über­rasch­te mich ein Chat­fen­ster mit der Fra­ge, wer mich denn spä­ter mal pfle­gen sol­le, denn immer­hin habe ich sowohl kei­ne Kin­der als auch nicht vor, dar­an etwas zu ändern. Die­se Fra­ge hat mich über­rascht, denn der Fra­ge­stel­ler, selbst Eltern­teil, offen­bar­te damit in aller Deut­lich­keit sein eige­nes Ver­ständ­nis von den gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Impli­ka­tio­nen der Fort­pflan­zung. ‘Wer soll spä­ter die Pfle­ger pfle­gen?’ wei­ter­le­sen »

Netzfundstücke
Männ­li­cher fah­ren mit Ford

Der Auto­her­stel­ler Ford hat mit „Mach-Eau“ ein Par­füm ent­wickelt bzw. ent­wickeln las­sen, das in E‑Fahrzeugen einen dezen­ten Ben­zin­ge­ruch ver­strö­men soll. (…) [L]aut Ford habe eine Umfra­ge des Unter­neh­mens erge­ben, dass 70 % der Fah­rer ange­ben, sie wür­den den Ben­zin­ge­ruch ver­mis­sen, soll­ten sie zu einem E‑Auto wech­seln.

(Quel­le)

Brumm-brumm aller­seits!

Netzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. Juli 2021

Auf der Mac­qua­rie­in­sel wur­den zeit­wei­se bis zu 3.500 Pin­gui­ne pro Tag vom Men­schen auf­grund ihres Öls gemeu­chelt. War­um genau soll aus­ge­rech­net die­se Art über­le­ben und nicht zum Bei­spiel jede ande­re?


In Nord­rhein-West­fa­len ereig­net sich gera­de ein Was­ser­reich­tum. In sozia­len Medi­en wird spe­ku­liert, wor­an das wohl lie­gen möge (zum Bei­spiel am Kli­ma, wobei vie­le miss­ver­ste­hen, dass „Kli­ma“ gar kein eige­nes Phä­no­men ist, son­dern ledig­lich das Wet­ter über einen län­ge­ren Zeit­punkt zusam­men­fasst); nur weni­ge haben dabei aller­dings berück­sich­tigt, dass dabei nicht nur der Mensch eine Rol­le spielt, son­dern auch ein über­ir­di­sches Phä­no­men: Der Mond.


Der aktu­el­le Stand der gesell­schaft­li­chen Betrach­tung von Autis­mus (ob nun des recht bekann­ten Asper­ger-Syn­droms oder ande­rer Autis­men) ist kei­ner, der einen Betrof­fe­nen beson­ders fröh­lich stim­men soll­te. Aleksan­der Knau­er­ha­se, hin­rei­chend bekann­ter Autor und eben­falls Betrof­fe­ner, hat in immer noch genutz­tem Lehr­ma­te­ri­al hier­zu die For­mu­lie­rung „sozi­al gerich­te­ter Gesichts­aus­druck“ aus­ge­gra­ben und fragt zu Recht, was das über­haupt sein sol­le und ob die­je­ni­gen, die einen „sozi­al gerich­te­ten Gesichts­aus­druck“ (lies u.a.: „den Gegen­über beim Gespräch anstar­ren“) für wesent­lich hal­ten, nicht gut dar­an täten, die­se Erwar­tun­gen nicht bloß ver­nünf­tig zu for­mu­lie­ren, son­dern auch sinn­voll zu begrün­den oder andern­falls zu akzep­tie­ren, dass Din­ge, die „man“ nun mal „so macht“, einen untaug­li­chen Kon­sens dar­stel­len.

Als nicht unbe­dingt völ­lig neu­tra­ler, weil sowie­so mensch­lich­keits­kri­ti­scher Beob­ach­ter tei­le ich die geäu­ßer­te Ansicht und ins­be­son­de­re den Kern­satz: „Regeln sind künst­li­che Gren­zen oder Erwar­tun­gen“; wes­sen Pro­blem ist deren Durch­set­zung und gehört es wirk­lich zu den Pflich­ten eines Ande­ren, die eige­nen künst­li­chen Erwar­tun­gen zu erfül­len?


Gute Fra­ge: War­um kann man mit nicht mehr brand­ak­tu­el­len Brow­sern eigent­lich nicht mehr Word­Press ohne grö­ße­re Ver­ren­kun­gen als Blog­sy­stem benut­zen?

NetzfundstückeNerdkrams
Zoom (1995).

Jetzt weiß ich, was ich mit einer Zeit­ma­schi­ne machen wür­de:

Even­tual­ly, there’s a good chan­ce that tele­pho­ne and TV will be digi­tal. Ima­gi­ne tele-con­fe­ren­cing from your dorm room.

Mit dem­je­ni­gen ein ern­stes Gespräch über die nega­ti­ven Kon­se­quen­zen sol­chen Tuns ein Vier­tel­jahr­hun­dert spä­ter füh­ren – bevor es zu spät ist.

(Bzw.: „Die­ses Mee­ting hät­te auch eine E‑Mail sein kön­nen.“ – „Aber das wäre doch ohne Bild!“)

In den Nachrichten
„… von MEINEN Gebüh­ren!“ (7)

Woher mag die­ser Satz stam­men?

Die Erobe­rer wol­len, dass die Kolo­ni­sier­ten sie imi­tie­ren, ihre Gebräu­che, Glau­bens­sät­ze und Geset­ze anneh­men.

Womög­lich aus einer bemer­kens­wer­ten Doku­men­ta­ti­on über die jahr­hun­der­te­lan­gen Schwert­fech­te­rei­en, mit denen die inhalt­lich unter­le­ge­ne Kir­che dem Westen schließ­lich den Glau­ben an einen unsicht­ba­ren Meta­phy­si­schen ein­ge­prü­gelt hat, bis der Westen schließ­lich bereit war, ihn als sei­ne „eige­ne Tra­di­ti­on“ zu begrei­fen? (Wie fried­lich die­se Welt wohl wäre, fän­de der Westen zu sei­nem natür­li­chen Glau­ben an ein Pan­the­on zurück?)

Mit­nich­ten, es bril­liert statt­des­sen die Grund­ver­sor­gung:

Mit „Aste­rix“ wur­de der Kampf um Deko­lo­ni­sa­ti­on, der 1961 süd­lich des Mit­tel­meers tob­te, zu einer rein inner­eu­ro­päi­schen Ange­le­gen­heit: Hier kämp­fen „Wei­ße“ gegen „Wei­ße“. In die­se eth­no­zen­tri­sche Logik passt, dass die Dar­stel­lung afri­ka­ni­scher Men­schen sich groß­zü­gig aus dem Fun­dus ras­si­sti­scher Ste­reo­ty­pe bedient.

Lan­ge nichts mehr gecan­celt in der Comic­welt, jetzt geht es Aste­rix an den Helm. Dass dabei unver­blümt her­um­spe­ku­liert wird, passt zum The­ma:

Vor allem aber erlaubt es die „Asterix“-Reihe euro­päi­schen Lesern, sich selbst mit den Opfern einer Kolo­ni­al­ge­schich­te zu iden­ti­fi­zie­ren, bei der sie eigent­lich auf der Täter­sei­te waren. Über den Appeal die­ses Rol­len­wech­sels lässt sich nur spe­ku­lie­ren.

Was man eben so in einer gesell­schafts­um­la­ge­fi­nan­zier­ten Publi­ka­ti­on an jour­na­li­sti­schen Stan­dards erwar­tet: Mit­mensch Recher­cheur sieht ein ver­meint­li­ches Pro­blem, wüss­te aber nicht, war­um es über­haupt exi­stie­ren soll­te, und ver­liert sich in Flos­keln, die in eine bestimm­te Rich­tung schub­sen sol­len. Dass die Leser – jeden­falls die euro­päi­schen (sind ja alle die­sel­ben, ist alles ein Hau­fen, Sack zu, Knüp­pel drauf; divers sind immer nur die ande­ren) – alle­samt, auch mich hier­bei offen­sicht­lich mit­ge­meint, auf „der Täter­sei­te waren“, obwohl die mei­sten von ihnen Afri­ka bis­her noch nicht mal aus der Nähe gese­hen haben, ist dabei eine eben­so bemer­kens­wer­te Fest­stel­lung wie die Impli­ka­ti­on, dass nie­mand jemals die Euro­pä­er (alles eins, bloß nicht unter­schei­den) zu kolo­nia­li­sie­ren ver­sucht hät­te, denn meh­re­re Welt­rei­che waren eigent­lich durch­aus wil­lens dazu; nach dem weit­ge­hen­den Zer­fall des Römi­schen Rei­ches war auch die Zeit der Völ­ker­wan­de­rung bis hin zur oben schon erwähn­ten Zwangs­über­tra­gung des histo­risch doch sehr uneu­ro­päi­schen Chri­sten­tums nicht unbe­dingt davon geprägt, dass man die Kul­tur der­je­ni­gen, die schon da waren, als beson­ders erhal­tens­wert begrif­fen hat.

Aber gut, ist bloß Kul­tur. Da braucht man das nicht so genau zu neh­men.

Die spin­nen, die Öffent­lich-Recht­li­chen.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz ange­merkt zum „real exi­stie­ren­den“ Sozia­lis­mus auf Kuba

Dass der staat­li­che Kom­mu­nis­mus, den die kuba­ni­sche Regie­rung erst vor weni­gen Jah­ren aus der Lan­des­ver­fas­sung ent­fernt hat und der inzwi­schen medi­al Real­so­zia­lis­mus genannt wird, als wäre das das­sel­be, ver­meint­lich zu funk­tio­nie­ren auf­hört (haha, kei­ne Lebens­mit­tel, haha­ha), sobald sich ein real­ka­pi­ta­li­sti­scher und anson­sten nicht per­sön­lich betrof­fe­ner Staa­ten­bund – hier: die USA – wirt­schaft­lich auf die Sei­te der Regie­rungs­geg­ner schlägt und damit (da kein Staat schon aus Res­sour­cen­grün­den, pro­duk­ti­ons­mä­ßig wie mensch­lich, alles selbst pro­du­zie­ren [las­sen] kann) nicht nur die Güter­ver­sor­gung, son­dern auch die Staats­fi­nan­zen nahe­zu zum Erlie­gen kom­men, gibt ganz unab­hän­gig von der Fra­ge, was der geneig­te Leser – den Autor die­ser Zei­len ein­ge­schlos­sen – vom Kom­mu­nis­mus hält, in der Tat einen Anlass dazu, über Wirt­schafts­sy­ste­me und ihre Prak­ti­ka­bi­li­tät in einer sich zwangs­glo­ba­li­sie­ren­den (lies: staa­ten­lo­sen) Gesell­schaft noch ein­mal ergeb­nis­of­fen nach­zu­den­ken; wenn auch ver­mut­lich mit einer ande­ren Prä­mis­se als es die Bericht­erstat­ter gele­gent­lich anzu­neh­men schei­nen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Hoo­ver­i­ii – Gone // Reli­gi­on ist heil­bar

Eule halt.Es ist Mon­tag. Ist ein Tem­po­li­mit jetzt gut oder schlecht für die Todes­fall­ra­te auf deut­schen Auto­bah­nen? Wie man das auch sehen mag: Haupt­sa­che, die Zahl der Pan­da­bä­ren bleibt unbe­schränkt.

Gute Neu­ig­kei­ten aus der Welt der Wahl­ana­ly­se: Die Ziel­grup­pe der Grü­nen soll­te die FDP wäh­len. Das erschie­ne mir tat­säch­lich nicht als die dümmst­mög­li­che Ent­schei­dung. In Island hin­ge­gen wur­de bereits gewählt: Die rot­haa­rig­ste Per­son Islands wur­de gekürt. Mei­nen irri­tier­ten Glück­wunsch an die­ser Stel­le. – Eine gute Neu­ig­keit auch aus der Hirn­for­schung: Reli­gi­on ist heil­bar. Nur zu!

Gru­se­lig: Ein ver­las­se­nes Haus von 1968. Nie­mals gru­se­lig hin­ge­gen: Musik.

Gone

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Erschießt den Boten!: Car­sten Schnei­der (SPD) hat Angst.

Es bedrückt sich der par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der SPD:

Für Auf­se­hen sorg­te die Zulas­sung der rechts­extre­men Par­tei „Der Drit­te Weg“. Der „Drit­te Weg“ sei eine Par­tei, die „para­mi­li­tä­risch orga­ni­siert ist und noch wei­ter rechts steht als die NPD“, sag­te SPD-Par­la­ments­ge­schäfts­füh­rer Car­sten Schnei­der in der RTL/ntv-Sen­dung „Früh­start“. (…) Ihr gehe es wahr­schein­lich dar­um, sich durch das Par­tei­fi­nan­zie­rungs­sy­stem fest­zu­set­zen und so im poli­ti­schen Spek­trum erkenn­bar zu machen.

So geht’s – jen­seits der kon­kre­ten poli­ti­schen Aus­rich­tung – den mei­sten Par­tei­en, wür­de ich anneh­men: Ihre Auf­ga­be ist es, ihre Wäh­ler par­la­men­ta­risch zu ver­tre­ten, sofern sie die Hür­de über­springt (hui!). Die Exi­stenz der jewei­li­gen Hür­de für eine Frech­heit zu hal­ten ist dabei übri­gens durch­aus gebo­ten, denn von der Men­ge derer, die ihre Stim­me abge­ge­ben haben, über zehn Pro­zent nicht zu berück­sich­ti­gen, weil das, was die­se gut fan­den, nicht auch vie­le gut fan­den, erfüllt mei­ne per­sön­li­chen Anfor­de­run­gen an ein funk­tio­nie­ren­des demo­kra­ti­sches System nur bedingt.

Das Pro­blem, das Car­sten Schnei­der mit der schie­ren Mög­lich­keit, dass ein gerin­ger Pro­zent­satz der Wäh­ler einer Par­tei guten Gewis­sens sei­ne Stim­me geben kann, statt gegen das Prin­zip des Par­la­ments an sich zu revol­tie­ren, weil er sich nicht vom Par­tei­en­an­ge­bot ver­tre­ten fühlt, hat, ist indes das fal­sche; das rich­ti­ge wäre es doch, dass die Grün­de, war­um jemand eine Par­tei, die para­mi­li­tä­risch orga­ni­siert sei und noch wei­ter rechts ste­he als die NPD, über­haupt wäh­len soll­te, weder erforscht noch besei­tigt wer­den. Man lässt die­je­ni­gen, die sich für die poli­ti­schen Rän­der begei­stern (las­sen) kön­nen, im Wesent­li­chen mit ihres­glei­chen allein. Bloß nicht in deren Bla­se spa­zie­ren und mal höf­lich nach­fra­gen. Man könn­te ja was ändern müs­sen.

Wer sich dar­an stört, dass Men­schen, die sich poli­tisch ver­lo­ren füh­len, sich zusam­men­schlie­ßen und ihre Vor­stel­lun­gen von einer bes­se­ren Gesell­schaft – die wie­der­um wohl alle Par­tei­en für sich bean­spru­chen – zur Wahl stel­len, der ist Teil der Ursa­che die­ser Zusam­men­schlüs­se. Natür­lich kann man es nie­mals allen recht machen, sonst gäbe es ja nur eine Par­tei; aber ein Wahlrecht ohne Wahlopti­on erfüllt eben­falls nicht den vor­ge­se­he­nen Zweck. Aus gutem Grund gibt es unge­zähl­te Klein­par­tei­en, da ist für fast jeden was dabei. Nur eine kon­se­quent kom­mu­ni­sti­sche Par­tei ist im Sep­tem­ber nicht im Ange­bot: Die DKP darf nicht mit­ma­chen.

Ver­söhn­lich stimmt mich aller­dings die­se Ein­sicht:

Dass die Par­tei am 26. Sep­tem­ber auf den Wahl­zet­teln zu fin­den sein wird, besorgt den SPD-Poli­ti­ker sehr. (…) „Jede Stim­me für die­se Par­tei bedeu­tet eine Stim­me gegen unse­re Bun­des­re­pu­blik.“

Ach so – er meint gar nicht die SPD? Dann neh­me ich das zurück.

Politik
Wahl­recht ab „hab da Lust drauf“!

Gre­gor Kreu­zer, Grü­ne Göt­tin­gen:

Es gibt kei­nen Grund, war­um 16 Jäh­ri­ge (sic!) in die­ser Bun­des­tags­wahl nicht wäh­len dür­fen. Außer, dass die Uni­on nicht will, dass 16-Jäh­ri­ge wäh­len dür­fen.

Ich, par­tei­agno­stisch:

Es gibt kei­nen Grund, war­um Neun­jäh­ri­ge in die­ser Bun­des­tags­wahl nicht wäh­len dür­fen. Außer, dass die Grü­nen nicht wol­len, dass Neun­jäh­ri­ge wäh­len dür­fen.

Mein­ja­nur.

In den Nachrichten
Helft Roger Waters!

Trau­rig:

„Mir sind irgend­wie die Schimpf­wör­ter für die­se Arsch­lö­cher aus­ge­gan­gen, die Juli­an Assan­ge inhaf­tiert haben“, sag­te Waters am Diens­tag gegen­über RT.

Eini­ge Vor­schlä­ge:

  • Pim­mel
  • Flachtrö­ten
  • Tele­tub­bies-Zurück­win­ker
  • Spar­do­sen­wich­ser
  • Voll­pfei­fen
  • Qua­dra­te­sel
  • Idio­ten
  • Hohl­bir­nen
  • Back­pfei­fen­ge­sich­ter
  • Piss­nel­ken
  • Affen­köp­fe

Hirn­fick 2.0, das Qua­li­täts­me­di­um für zeit­ge­nös­si­sche Bil­dung, ruft hier­mit offi­zi­ell den Wett­be­werb „Schimpf­wör­ter, die die Arsch­lö­cher, die Juli­an Assan­ge inhaf­tiert haben, tref­fend beschrei­ben“ aus. Ergän­zun­gen bit­te direkt Herrn Waters zukom­men las­sen. Man betrach­te das als mei­nen Bei­trag zur Völ­ker­ver­stän­di­gung (z.B. zwi­schen kul­ti­vier­ten Zivi­li­sa­tio­nen und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten). Sicher­heits­hal­ber viel­leicht bes­ser als Bil­der­buch.

(sie­he auch 1, 2)

In den NachrichtenPolitik
Hoff­nung Dexit (7): Die SPD will mei­ne Brie­fe lesen.

Mit den Stim­men der nutz­lo­sen SPD hat das Par­la­ment der Euro­päi­schen Uni­on, der Deutsch­land – immer­hin mit jahr­hun­der­te­lan­ger Erfah­rung in Pro­sti­tu­ti­ons­din­gen – auch wei­ter­hin sich nicht mehr ange­hö­ren zu wol­len wei­gert, beschlos­sen, sowohl dem Sen­der als auch dem Emp­fän­ger völ­lig Frem­de zu ermäch­ti­gen, ver­dachts­los die Nach­rich­ten von Opfern von sexu­el­ler Gewalt, Anwäl­ten, Jour­na­li­sten und Poli­ti­kern nach „ver­däch­ti­gen Inhal­ten“ zu durch­su­chen. Scha­de, dass Wahl­wer­bung für die nutz­lo­se SPD damit wahr­schein­lich eher nicht gemeint ist.

In Ver­bin­dung mit dem Bestre­ben, siche­re Ver­schlüs­se­lung zur fak­tisch zu unter­bin­den­den poten­zi­ell kri­mi­nel­len Hand­lung zu machen (die­se Web­site hier wird übri­gens via HTTPS aus­ge­lie­fert, da steh‘ ich schon mit einem Bein im Sei­fen­bück­raum), wird die Umset­zung in staat­li­ches Recht durch, wenn Deutsch­land beson­ders gro­ßes Pech hat, die nutz­lo­se SPD ganz beson­ders inter­es­san­te Aus­wir­kun­gen auf das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­ten der Bür­ger haben.

Ich wünsch­te, Poli­tik wäre auch mir egal bis zuwi­der. Es ist aber nicht die Poli­tik. Es sind die Men­schen. Poli­ti­ker haben einen die­ser Beru­fe, die voll­stän­dig von Maschi­nen ergrif­fen wer­den könn­ten, ohne dabei qua­li­ta­tiv schlech­te­re Ergeb­nis­se her­bei­zu­füh­ren. (Ein ande­rer ist der des Lok­füh­rers. Wie zuver­läs­sig wäre die Bahn im Jah­res­durch­schnitt, ersetz­te sie in jeder Streik­run­de einen Teil der Teil­neh­mer durch ein paar Algo­rith­men? Nie­mand muss Lok­füh­rer sein.)

Wie dem auch sei: Die offen­sicht­li­che Lösung für nahe­zu alle netz­po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Ärger­nis­se der letz­ten Jah­re – der Aus­tritt Deutsch­lands aus der ekli­gen Euro­päi­schen Uni­on – bleibt noch immer ohne erkenn­ba­re Mehr­hei­ten. Uns geht es doch gut geht es uns doch. Der Wohl­stand. Der Auf­schwung. Der Frie­de. Da ist doch ein biss­chen Sicher­heit wohl ein guter Kom­pro­miss.

Fühlt ihr euch auch so reich?

Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.