In den NachrichtenMontagsmusik
West­on Super Maim – 180-Degree Mur­der // Bür­ger­los in den Wahl­kampf schwim­men

Nachrichten lesen vor dem ersten Kaffee. Großer Fehler.

Es ist Mon­tag. Irgend­wo ist irgend­wer ertrun­ken und nie­mand trägt dar­an die Schuld. An den Stra­ßen hän­gen die ersten dum­men Gesich­ter von dum­men Kan­di­da­ten für dum­me Ämter, sel­ten flan­kiert von irgend­ei­nem Anhalts­punkt, was die pro­gram­ma­ti­sche Aus­rich­tung angeht, als wähl­te der Wäh­ler Men­schen wegen ihrer tol­len Pho­to­shop­kün­ste und nicht wegen ihrer über­zeu­gen­den Argu­men­te. Von mir hängt die­ses Jahr auch eins. Da ist weder Gesicht noch Name drauf. Nimm dies, Erwar­tungs­hal­tung! Den­noch gilt auch dies­mal: Einen Poli­ti­ker, der mir einen Pan­da­bä­ren ver­spricht, wür­de ich viel­leicht bei­na­he wäh­len wol­len.

Armin Laschet (CDU) und Frank-Wal­ter Stein­ei­mer Stein­mei­er (SPD), der den unschul­di­gen Murat Kur­naz in einen US-ame­ri­ka­ni­schen Fol­ter­knast hat ent­füh­ren las­sen – bei­de, Laschet und Stein­ei­mer Stein­mei­er, wür­den gern dem­nächst mal wie­der wohin gewählt wer­den -, hiel­ten in Nord­rhein-West­fa­len einen Bür­ger­dia­log ohne Bür­ger ab. Nie­mand soll hin­ter­her sagen, er habe von nichts gewusst. Olaf Scholz (eben­falls SPD), der am wenig­sten uner­träg­li­che der drei schreck­li­chen Kan­di­da­ten für das lächer­li­che Kanz­ler­amt, hat „mehr als 300 Mil­lio­nen Euro“ an Hilfs­geld ver­spro­chen, aber nicht dran­ge­schrie­ben, an wel­che Fax­num­mer man sich mit drei­fa­chem Antrag wen­den muss, um die abge­lehn­te Zah­lung auch ord­nungs­ge­mäß bestä­tigt zu krie­gen. Die SPD freut sich, dass er so spen­da­bel ist (ist ja nicht sein Geld und auch kaum das ihre), und auch Fern­seh­ka­me­ras zeig­ten sich begei­stert. Tom Buhr­ow vom WDR bekommt über 400.000 Euro „Gehalt“. Die „Ber­li­ner Zei­tung“ fin­det, es gebe kei­nen Grund für Neid­de­bat­ten dar­über. Da stim­me ich zu. Ich bin nicht nei­disch, ich bin so wütend, dafür fin­de ich nicht mal einen geeig­ne­ten Buch­sta­ben­er­satz.

Zum Glück gibt es auch dafür Musik.

180-Degree Mur­der

Guten Mor­gen.