Die “FAZ” — will nicht verlinkt werden (LSR) — ließ “Korrespondent/in” (ebd.) Jonas Jansen mit einem Baggerfahrer sprechen, der anlässlich der Wassersache neulich dazu beigetragen habe, dass nicht noch mehr Schaden entstanden sei als ohnehin. Dieser aber wies jede Verantwortung von sich:
Wissen Sie, ich bin ein gläubiger Mensch. Ich habe mich zwei Mal gesegnet als ich runter gefahren bin. ‚Du Herr, musst wissen, was passiert‘, habe ich gesagt. Und ich hatte keine Sekunde Angst.
(Kreative Zeichensetzung aus dem Original.)
Wenn er, der Herr, jetzt aber (und immerhin erwiesenermaßen) beschlossen hatte, dass eine größere Überschwemmung mit Todesfolge genau das sei, was dieser Planet gerade brauchen könne: wessen Werk tut dann eigentlich der, der sie mildert?

Du bist mit religiösen Gedankengängen nicht vertraut.
Das ist keine Katastrophe sondern eine Prüfung. Der Rest ergibt sich.
Ich bin beinahe etwas empört, andererseits ist es vermutlich gar nicht so gut, allzu vertraut mit dem Christentum und seinen geistigen Auswüchsen zu sein.
Die Religionen (zumindest die Religiösen) sind oft nicht mit den Quellen Ihrer “Gedankengänge” vertraut. Das Konzept der “Prüfung” geht auf die — (je nach Perspektive) gleiche (oder in einer kasuistischen Auslegung sehr ähnliche) — Idee der Stoa, und gedanklich / konzeptionell auf Teleologie zurück, die wiederum schon in Texten von Anaxagoras von Klazomenai zu finden ist. Aber eine saubere Quellenangabe war wohl auch für die Propheten bzw. Verfasser der “heiligen Bücher” der Religionen nicht so wichtig.