Netzfundstücke
Meta­me­di­en­kri­tik extern: Das macht was mit mir.

Macht ja nichts:

Poli­ti­ker (…) wer­den für das Preis­ge­ben inne­rer Zustän­de weder gewählt noch bezahlt. Son­dern dafür, dass sie ihren Job machen. Wer­den sie als Men­schen mit Gefühls­le­ben befragt, nimmt man sie aus ihrer Ver­ant­wor­tung. Nicht, was etwas mit ihnen macht, son­dern was sie selbst machen, ist das, was wir von ihnen wis­sen wol­len soll­ten.

Die­ser Arti­kel ist übri­gens einer der­je­ni­gen „taz“-Artikel, in denen – jen­seits des Anrei­ßer­tex­tes, der ver­mut­lich von einem ande­ren Redak­teur ver­fasst wor­den ist – das gene­ri­sche Mas­ku­li­num zum Ein­satz kommt. Was macht das mit euch?

(via Schwerdt­fe­gr)

In den NachrichtenMontagsmusik
The Fel­low­ship – Dan Barliman’s Jig // 2022 ist das neue 2021.

Niemand hat über Silvester zugenommen.Es ist Mon­tag. So habe ich mir 2022 nicht vor­ge­stellt. Sil­ve­ster lief anson­sten so weit gut: „300 bis 500 Men­schen ver­sperr­ten neben einem bren­nen­den Ein­kaufs­wa­gen die Stra­ße“ und zahl­rei­che Men­schen haben sich mit Feu­er­werk irgend­was weg­ge­sprengt; das hat der Staat jetzt davon. – Apro­pos: Ich habe die ersten poten­zi­ell sehens­wer­ten Kon­zer­te des Jah­res 2022 im kom­men­den Febru­ar aus­ge­macht. Hof­fent­lich ver­bie­tet der Staat mir die. Ich will nicht unter Men­schen gehen.

Auf „SPIEGEL ONLINE“ (will nicht ver­linkt wer­den) quatsch­te man an Hei­lig­abend, „eini­ge Zehn­tau­send Men­schen in Deutsch­land“ demon­strier­ten „auf soge­nann­ten Spa­zier­gän­gen“ gegen eine „ver­meint­li­che »Impf­dik­ta­tur«“, jedoch habe Bay­erns Innen­mi­ni­ster (CSU) bereits „an die Städ­te und Gemein­den“ appel­liert, die­sen Demon­stran­ten gege­be­nen­falls „das Ver­samm­lungs­recht zu ent­zie­hen“. Ich fin­de das auf zu vie­le Arten lustig, fürch­te ich. Wahr­schein­lich bin ich noch müde.

Dage­gen hilft mög­li­cher­wei­se ent­we­der ein Pan­da­bär oder eben: Musik.

In Elven Lands – Dan Barliman’s Jig

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Alan Pose­ner demo­kra­ti­sie­ren!

Alan Pose­ner auf „ZEIT ONLINE“, wenn die rus­si­sche Regie­rung jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Zwar hät­ten die Beschul­dig­ten kei­nen fai­ren Pro­zess erwar­ten kön­nen; aber es liegt in der Mafia-Logik der rus­si­schen Füh­rung, wo sie es nur kann, die Gerich­te zu umge­hen und statt­des­sen kur­zen Pro­zess zu machen. Putin geht es nicht um Gerech­tig­keit, son­dern um die Demon­stra­ti­on sei­ner Macht.

Alan Pose­ner auf „ZEIT ONLINE“, wenn die deut­sche Regie­rung jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Je prä­zi­ser eine Waf­fe wirkt, desto bes­ser. Die Bun­des­wehr soll­te Erfah­run­gen mit dem Ein­satz bewaff­ne­ter Droh­nen machen dür­fen.

Alan Pose­ner auf „ZEIT ONLINE“, wenn ein Virus jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Kein Leben ist bes­ser als das ande­re

Seufz.

PolitikIn den Nachrichten
Regie­rung im Sin­gle-Tas­king-Modus

„RND“:

Sowohl SPD als auch FDP sehen den Zeit­punkt für die Umset­zung der Lega­li­sie­rung von Can­na­bis wegen der Coro­na-Pan­de­mie der­zeit nicht gege­ben. (…) „Prio­ri­tät hat der Kampf gegen die Pan­de­mie“, sag­te FDP-Gesund­heits­po­li­ti­ker Andrew Ull­mann den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­woch).

Ach so. Da ist gera­de schon ein ande­res Gesetz. Das lastet den Bun­des­tag gera­de kom­plett aus.

Gut. Machen sie wenig­stens nichts mit Inter­net­sper­ren in der Zeit.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2021 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 24 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Ah, es ist wie­der ein Jahr vor­bei. Das kriegt man ja der­zeit gar nicht so wirk­lich mit, des­we­gen schrei­be ich es lie­ber dran. Wäh­rend die mei­sten Jah­res­rück­blicke aber schon im Spät­herbst weit­ge­hend fer­tig­ge­schrie­ben wor­den waren, gab ich auch dies­mal wie­der der Musi­ker­welt die Chan­ce, mich noch bis zum letz­ten Tag des Jah­res von ihrem Kön­nen zu über­zeu­gen. Wenig wäre trau­ri­ger als einen Rück­blick auf ein Jahr zu schrei­ben und einen Tag spä­ter geschä­he etwas, das alles ändert. Nein, nein.

Hier also – zur Erbau­ung hof­fent­lich vie­ler – fol­gen eini­ge der bemer­kens­wer­te­sten Musikal­ben des Jah­res 2021. Es schei­nen eini­ge Über­ra­schun­gen – etwa das neue­ste Album von Limp Biz­kit – zu feh­len. Dem ist aber nicht so. Die haben mir nur nicht gefal­len.

‘Musik 12/2021 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ wei­ter­le­sen »

Persönliches
2–22 [ent­zweit].

Die­ser Arti­kel ist Teil 11 von 15 der Serie Neu­jahr

Ein „neu­es Jahr“, sagen sie, habe soeben begon­nen, kön­nen das Neue aber nicht benen­nen. Es war ein Jahr des Ver­lusts, viel Altes ist gegan­gen, man hat sich mit vie­len ent­zweit, um Platz zu machen für Neu­es, das dann aber nicht kam. Die Plus­eins ist eine Minus­eins gewor­den. Eine Zwei­sil­ve­ster­be­zie­hung hebt mei­ne Sta­ti­stik, senkt aber auch mei­ne Stim­mung. In Sum­me kommt immer eine Null (ich?) her­aus. Immer­hin: Ein Jahr der Freun­de war 2021 auch, mehr als man­ches Jahr zuvor. Freun­de sind wie Frei­heits­rech­te: Sind sie im Krieg so fern wie mei­ne Fähig­keit zur Schaf­fung klu­ger Apho­ris­men, sind sie im Frie­den nichts wert. Ler­nen durch Schmerz. Ohne Ler­nen.

Uns’­re Erin­ne­rung soll­te uns so wert­voll sein.
Die Ärz­te: Danach

Das Jahr ist noch sehr jung und ich habe bereits das Wort „Melan­cho­lie“ benutzt. Es ist herr­lich.

Das erste anschei­nend gute Musik­al­bum des neu­en Jah­res ist schon da. Die Welt ist zu schnell für mich gewor­den. Oder bin ich zu lang­sam gewor­den? Irgend­was mit Geschwin­dig­keit jeden­falls. Den sich hier anbie­ten­den Dro­gen­witz über­las­se ich ande­ren. Die mei­sten Dro­gen sind noch lang­wei­li­ger, wenn man sie nicht nimmt, son­dern nur dar­über Wit­ze macht.

shat­ten – Loe­cher im Him­mel (offi­ci­al video)

Ich sit­ze, als die­ser Text erscheint, abseh­bar ent­schleu­nigt in einem Dorf in einer durch­ge­boo­ster­ten Run­de von Irren und ver­ste­he mich selbst nicht mehr. Irgend­et­was ist sehr rich­tig und ich weiß nicht war­um. Vor ein paar Tagen habe ich vor­ge­schla­gen, zum Kalen­der des Herr­schers zurück­zu­keh­ren; Jah­res­wech­sel wäre dann in Nie­der­sach­sen kom­men­den Herbst. Ande­rer­seits möch­te ich auch nicht im „Jahr Weil“ leben. Da sträubt sich in mir zu viel.

Mei­ne guten Vor­sät­ze für die­ses Jahr haben nichts mit gesün­de­rer Ernäh­rung, mehr Bewe­gung oder sol­chem Fir­le­fanz zu tun. Glück­lich wird man so auch nicht. Ich blei­be Hedo­nist.

Prost Neu­jahr.

In den Nachrichten
Die Umwelt scho­nen mit Frucht­trans­port

Tol­le Idee:

«Die neue Bun­des­re­gie­rung soll­te die Mehr­wert­steu­er für Fleisch und Milch­pro­duk­te an den regu­lä­ren Satz von 19 Pro­zent anpas­sen», sag­te Agrar­ex­per­te Mat­thi­as Lam­brecht den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. «Im Gegen­zug kann sie die Mehr­wert­steu­er auf Obst und Gemü­se absen­ken oder ganz strei­chen.» (…) Lam­brecht erläu­ter­te, mit sol­chen Ände­run­gen bei der Mehr­wert­steu­er wür­den Ver­brau­cher ent­la­stet und Anrei­ze für umwelt­freund­li­che­ren und kli­ma­scho­nen­de­ren Kon­sum pflanz­li­cher Lebens­mit­tel geschaf­fen.

Dar­auf erst mal eine Ana­nas. Frisch aus dem Schlauch­boot.

MusikNetzfundstücke
Kurz ange­merkt zur Neu­auf­la­ge des Albums „Die Ärz­te“

Inzwi­schen habe ich als unge­fähr letz­ter Mensch in mei­nem Bekann­ten­kreis das neue Die-Ärz­te-Album „Dun­kel“ gehört und weil ich es weni­ger inter­es­sant fin­de als das Vor­gän­ger­al­bum „Hell“ (ich berich­te­te), habe ich danach zum Aus­gleich mal wie­der ein paar älte­re Stücke der Die Ärz­te gehört und dabei nicht nur zu spät (zu spääät) fest­ge­stellt, dass es seit eini­ger Zeit eine Neu­auf­la­ge alter Plat­ten gibt, son­dern auch, dass auf­grund der immer noch bestehen­den Indi­zie­rung des Lie­des „Geschwi­ster­lie­be“ die Neu­auf­la­ge des drit­ten Voll­zeit­al­bums „Die Ärz­te“ (Amazon.de) – ursprüng­lich auf­ge­nom­men in einer Hal­le, daher nicht berech­tigt als „Stu­dio­al­bum“ zu bezeich­nen – an des­sen Stel­le ein Lied namens „Früh­jahrs­putz“ zu fin­den ist, das im Wesent­li­chen aus dem Lied „Geschwi­ster­lie­be“ (irgend­wel­che Nerds haben in einem Forum, das ich nur zufäl­lig mal besu­che, fest­ge­stellt, dass es sich um die Abmi­schung von 1994 han­delt; mir soll’s egal sein, Hi-Fi erwar­te ich bei Musikal­ben aus den 1980er Jah­ren ohne­hin nicht) und einem eigens neu ein­ge­sun­ge­nen, aber wohl schon vor vie­len Jah­ren irgend­wo ver­öf­fent­lich­ten Text besteht, der reim­sche­ma­tisch unge­fähr geeig­net wäre, den alten Text zu über­tö­nen, wenn die drei Schel­me das über­haupt ver­sucht hät­ten, und weil ich die­ses Lied ins­be­son­de­re auf­grund des in ihm zele­brier­ten Dilet­tan­tis­mus wirk­lich groß­ar­tig bescheu­ert fin­de, sehe ich mich außer­stan­de, mei­ne Leser­schaft nicht dar­an teil­ha­ben zu las­sen – hier:

Früh­jahrs­putz

In den NachrichtenWirtschaft
Ber­li­ner Bus­se ent­pö­beln

Im Freun­des­kreis erlau­be ich mir manch­mal die Bemer­kung, ich wei­ger­te mich, für Rei­sen Züge unter­halb der Inter­Ci­ty-Klas­se zu benut­zen, denn ich möch­te nicht mit dem lau­ten, sau­fen­den Pöbel zusam­men fah­ren. Das gilt unge­ach­tet der Fra­ge, ob ich anläss­lich der jewei­li­gen Fahrt nicht selbst dem lau­ten, sau­fen­den Pöbel ange­hö­re.

Offen­bar argu­men­tie­ren auch ande­re Men­schen so wie ich. Ber­lin lie­fert:

Eine Stu­die ver­spricht dem Ber­li­ner Nah­ver­kehr bei Ein­füh­rung einer Art schicke­ren Luxus-Klas­se mehr Kun­den – mit Preis­vor­tei­len für alle Pas­sa­gie­re.

Wenn die schall­dicht wird, fah­re ich viel­leicht doch mal wie­der nach Ber­lin. Ein­fach, um zu gucken.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Dera­doo­ri­an – Saturn­i­ne Night // Sei­tens völ­lig durch.

Ich, wie ich nach der Serverreparatur auf die Uhr gucke.Es ist nicht nur Urlaub, son­dern auch Mon­tag. Die Woche begann mit unap­pe­tit­li­chen tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten auf zwei Ser­vern. Für einen davon kann ich nichts. Im näch­sten Leben mache ich was ohne Com­pu­ter. Pan­da­bär oder so.

Der Feind hört nicht mehr mit: Der Sen­der, der mal Rus­sia Today hieß, ist gera­de schlecht zu emp­fan­gen. Die hie­si­gen Sen­der neh­men sich der­weil genug Zeit und Raum und Satel­li­ten, um mir pünkt­lich zum Wochen­be­ginn gro­ße Kopf­schmer­zen zu berei­ten: Der neue Agrar­mi­ni­ster wür­de gern Lebens­mit­tel teu­rer machen (Archiv­ver­si­on), denn sein Ziel sei es, „dass die Men­schen in Deutsch­land ihre Lebens­mit­tel genau­so wert­schätz­ten wie ihre Autos“. Sol­len die Armen doch ihren Por­sche essen.

In eine ähn­li­che Kate­go­rie fällt die all­ge­mei­ne Weih­nachts­be­pissung über die Schlag­zei­le, der desi­gnier­te CDU-Vor­sit­zen­de Fried­rich Merz (der frei­lich noch „gewählt“ wer­den muss, aber ander­wei­ti­ger Ent­scheid wäre nicht Usus bei den neu­de­mo­kra­ti­sier­ten Par­tei­en) sei „offen“ für „Adop­tio­nen durch homo­se­xu­el­le Paa­re“, womit nicht gemeint ist, dass er adop­tiert wer­den möch­te, aber so funk­tio­nie­ren Wit­ze auf „sozia­len Medi­en“ nun ein­mal. Mir soll es recht sein, in schlech­ten Wit­zen hal­te ich mich für ganz gut. Die Schlag­zei­le fin­de aller­dings auch ich höchst albern, denn sie zeugt von man­geln­dem Sprach­ver­ständ­nis: Die Prä­po­si­ti­on „durch“ zeigt das Hilfs­mit­tel an, nicht etwa den Prot­ago­ni­sten. Dass ich statt „sei­tens“ oder ähn­li­cher schö­ner Wör­ter aber bei den Vor­be­rei­tun­gen für die­sen Text – ich recher­chie­re tat­säch­lich manch­mal ein biss­chen, ich rol­le nicht immer nur mei­nen Kopf über die Wort­vor­schlä­ge – nahe­zu aus­schließ­lich das bescheu­er­te „durch“ lesen durf­te, lässt mich wün­schen, der Rund­funk­bei­trag wür­de jeden­falls zu einem grö­ße­ren Teil in die Sprach­schu­lung der Bezahl­ten flie­ßen.

Die­se aber haben ande­res zu tun, sie müs­sen, äh, recher­chie­ren: „[Dem Por­tal xHam­ster] droht eine Netz­sper­re wegen Miss­ach­tung des Kin­der- und Jugend­schut­zes“, auf dass auf­ge­weck­te Zwölf­jäh­ri­ge ihren Eltern wie­der erklä­ren müs­sen, wie die­se den von ihnen voll bezahl­ten Inter­net­an­schluss wie­der voll nutz­bar machen kön­nen. (Falls gera­de kein Zwölf­jäh­ri­ger zur Hand ist: Mike Kuketz hat alles Nöti­ge ver­linkt.) Immer­hin eine durch gute Nach­richt kam über die Fei­er­ta­ge aber doch noch rein: Mög­li­cher­wei­se sind Chri­sten in Deutsch­land schon 2022 nur noch eine Min­der­heit und – anders als mit der von der „NZZ“ gewähl­ten Über­schrift mög­li­cher­wei­se impli­ziert – Anhän­ger ande­rer Welt­re­li­gio­nen blei­ben es auch. Dann wür­de ich gern über den Kalen­der debat­tie­ren und dar­über, ab wie vie­len Teil­neh­mern eine Glau­bens­ge­mein­schaft allen das Ein­kau­fen ver­bie­ten darf.

Bis dahin höre ich Musik.

Dera­doo­ri­an – „Saturn­i­ne Night“

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Kommt mir spa­nisch vor: Der #rC3 „hackt“ wie­der.

Die­ser Arti­kel ist Teil 15 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Auch in die­sem Jahr sind die „Hacker“, wie „SPIEGEL ONLINE“ die Sozi­al­ar­bei­ter beim „Con­gress“ trotz allem immer noch nennt, wie­der gehal­ten, ihre jähr­li­che Selbst­be­weih­räu­che­rung online zu ver­an­stal­ten. Und was für tol­le Hacker­bei­trä­ge es wie­der sind!

wald­gär­ten – mit resi­li­en­ten syste­men gegen die kli­ma­ka­ta­stro­phe

Und:

erklär­haj züch­tet kri­stal­le

Und:

hil­fe, mein ast­ralleib wird geimpft! die wun­der­sa­me welt eso­te­ri­scher ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen

Und:

⚒️ bag­ger­be­set­zun­gen und hash­tags gegen den kapi­ta­lis­mus

Und:

plätz­chen­backen mit hex­chen
(Unter­ti­tel:) hex­chen backt Plätz­chen. Ver­mut­lich sogar vegan.

Und:

käl­te­fal­le bos­ni­en – bericht von blind­spots über die lebens­si­tua­ti­on peo­p­le on the move im bos­ni­schen grenz­ge­biet

Und aber immer­hin:

für ein neu­es anar­chi­sti­sches bewusst­sein

Zuge­ge­ben, das ist unfair – es sind tat­säch­lich eini­ge talks, wie Idio­ten Vor­trä­ge nen­nen, dabei, die gar nicht unin­ter­es­sant klin­gen. Auch auf fällt mir aller­dings über den gesam­ten „Fahr­plan“ ver­teilt, dass mein vor eini­gen Jah­ren erst­mals geäu­ßer­ter Hin­weis dar­auf, dass Men­schen, deren Mut­ter­spra­che nicht Eng­lisch ist, oft den wenig­sten Zuhö­rern einen Gefal­len tun, wenn sie ihre Vor­trä­ge trotz­dem auf Eng­lisch rade­bre­chen, wie­der ein­mal nicht auf frucht­ba­ren Boden gefal­len ist. Der „Con­gress“ wird regel­mä­ßig mehr­spra­chig über­setzt, was den Grund hat, dass nicht jeder jede Spra­che spricht. Auch Eng­lisch kann, wie ich auf frü­he­ren „Con­gres­sen“ selbst erlebt habe, auch in ver­meint­li­chen Nerd­krei­sen längst nicht jeder auf kom­mu­ni­ka­ti­ons­taug­li­chem Niveau.

Mit­un­ter soll es kei­ne Schan­de sein, statt auf anstren­gen­dem, weil äußerst schlech­tem Eng­lisch von nie­man­dem so recht ver­stan­den zu wer­den, ein mehr­heit­lich deutsch­spra­chi­ges Publi­kum auf Deutsch zu infor­mie­ren und die Über­set­zer ihre Arbeit tun zu las­sen; es sei denn, man möch­te gar nicht ver­stan­den wer­den.

Dabei haben die Zuhö­rer auf die­sem zwei­ten „Online-Con­gress“ doch schon wie­der mehr als genug Zeit – Dro­gen­han­del geht ja die­ses Jahr nicht so gut.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Dry Clea­ning – New Long Leg

Dry Cleaning - New Long LegLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Dry Clea­ning – man hört’s: aus Lon­don – haben 2021 ihr erstes Voll­zeit­al­bum „New Long Leg“ (Amazon.de) raus­ge­hau­en. Wäh­rend die drei Musi­ker (Gitar­re, Bass, Schlagzeug/Perkussion) einen ange­nehm trei­ben­den und moder­nen Post­punk mit Sonic Youth und den Smit­hs im Blut spie­len, hält Flo­rence Shaw dazu einem stream of con­scious­ness nicht unähn­li­che Vor­trä­ge. Nein, es gibt kei­nen Gesang. Pff, Gesang. Gesang ist so gewöhn­lich. „Dry Clea­ning“ heißt „Trocken­rei­ni­gung“. Ich krieg‘ mich nicht mehr ein.

I think of mys­elf as a har­dy bana­na with that waxy sur­face and the small deli­ca­te flowers,
a woman in avia­tors firing a bazoo­ka.

Es ist außer­ge­wöhn­lich. Es ist selt­sam. Ich mag es.

Dry Clea­ning – Scratch­card Lan­y­ard (Offi­ci­al Video)

Lon­don, ne. Steckt man nicht drin.

PersönlichesIn den Nachrichten
Fro­he Waf­fen­nacht

In sei­ner Weih­nachts­an­spra­che hat der Wahl­mon­arch („Bun­des­prä­si­dent“) erstaun­lich rich­tig fest­ge­stellt, dass Deutsch­land nicht etwa ein Ball oder eine Kuh, son­dern ein Land sei und wenig­stens das muss man aner­ken­nen: es stimmt.

Wäh­rend aber unser­eins alles Nöti­ge schon vor­ge­stern (fern­ab von gro­ßen Men­schen­grup­pen und kit­schi­gem Geblin­ke) erle­digt hat, tritt das Land über­wie­gend erst heu­te in drei besinn­li­che Tage ein: „Drei belieb­te Aus­geh­vier­tel in Nord­rhein-West­fa­len wer­den heu­te erst­mals zu Waf­fen­ver­bots­zo­nen“, also zwar wird Pfef­fer­spray ver­bo­ten, so dass man sich nicht mehr weh­ren kann, aber Klapp­mes­ser auch, so dass man sich auch gegen weni­ger Angriffs­ar­ten weh­ren muss. War­um nicht alles immer eine Waf­fen­ver­bots­zo­ne ist, fra­ge ich nicht mal mich selbst.

In sozia­len Medi­en wer­den Tipps her­um­ge­reicht, wie man die Fei­er mit anstren­gen­den Ver­wand­ten irgend­wie erdul­den kann. Hof­fent­lich lega­li­siert die Bun­des­re­gie­rung bald das Fern­blei­ben von Fei­ern mit anstren­gen­den Ver­wand­ten.

I’m In This Pho­to and I Don’t Like It.

Netzfundstücke
Lebens­sor­tie­rung

Das Leben sei „zu kurz, um mit Mis­sio­na­ren abzu­hän­gen“, schreibt der welt­weit ein­zi­ge durch­weg lesens­wer­te Ber­li­ner Blog­ger und hat Recht. Der Wirt­schafts- und System­knall (Bit­co­ins kom­men mir nicht ins Haus, ich blei­be bei Akti­en, da habe ich wenig­stens ver­läss­li­che Wer­te und kei­ne Pfer­de­wet­ten als Grund­la­ge) lässt sich erstaun­lich viel Zeit, der Knall der Men­schen ist schon da. Sie tun jetzt über­all Senf rein. Neu­lich pro­bier­te ich einen die­ser moder­nen „Shots“ (Obst­matsch mit Senf drin, schmeck­te bemer­kens­wert), vor­ge­stern sah ich in einem Super­markt Gin mit Senf. Da kriegt man beim Lesen schon Sod­bren­nen. Das Honig-Senf-Bier habe ich vor ein paar Jah­ren beim Bier­fest lei­der ver­passt. Kei­ne Ahnung, was die schon wie­der vor­ha­ben. Viel­leicht alle ver­gif­ten.

Spart ja auch Zeit:

Mit blan­kem Ent­set­zen haben wir das Schrei­ben des Tutt­lin­ger Kreis-Kli­ni­kums und des Land­rats­amts in Tutt­lin­gen an Ein­rich­tun­gen der Alten- und Behin­der­ten­hil­fe zur Kennt­nis genom­men. In die­sem wer­den die Betrei­ber unver­blümt dazu auf­ge­for­dert dafür zu sor­gen, dass alte, behin­der­te oder erkrank­te Per­so­nen im Fal­le einer Coro­na-Infek­ti­on nicht mehr behan­delt wer­den.

Sozi­al­staat ist wie Frei­heits­rech­te: In Frie­dens­zei­ten ist nichts wert, was in Kriegs­zei­ten nicht exi­stiert. Aller­dings: Krieg ist ja immer irgend­wo. Gera­de sehen und hören wir ihn nur nicht direkt vor dem Fen­ster. Die­se Welt ruht in sich, denn die­se Welt schweigt. Beim Akti­vistent­wit­ter wol­len sie jetzt, dass Chri­sti­an Lind­ners „Klö­ten“ (ebd.) häu­fi­ger mal Teil der Bericht­erstat­tung über irgend­wel­che sozia­len events sind, weil Anna­le­na Baer­bocks Bei­ne auch häu­fi­ger mal Teil der Bericht­erstat­tung über irgend­wel­che sozia­len events sind. Das fän­de ich wahr­schein­lich aus genau den fal­schen Grün­den lustig.

Der Film „… Jahr 2022 … die über­le­ben wol­len“ („Soy­lent Green“) spielt im Jahr 2022. Zu vie­le Men­schen fan­den es wit­zig, dass sie die Jah­re 1984 (hihi, wie das Buch, ne?) bis 2015 („Zurück in die Zukunft“) über­lebt haben. Über­lebt doch mal 2022.

PolitikIn den Nachrichten
Kei­ne Des­sous mehr für Putin

„Aktu­ell müs­sen wir Putin und sein Umfeld ins Visier neh­men“, sag­te Lam­brecht der Bild am Sonn­tag vor ihrer Rei­se nach Litau­en. Die „für die Aggres­si­on Ver­ant­wort­li­chen“ müss­ten „per­sön­li­che Kon­se­quen­zen“ spü­ren, „zum Bei­spiel, dass sie nicht mehr zum Shop­pen auf die Pari­ser Champs-Ély­sées rei­sen kön­nen“.
„ZEIT ONLINE“

(Wim­mernd ab.)