NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Pili Coït – End­less make love ever­y­whe­re // Rus­si­sche Tele­fo­na­te (lost in trans­la­ti­on)

Auf diesem Bild hat sich eine Eule versteckt.Es ist – herr­je! – Mon­tag. In Han­no­ve­ra­ner Kir­chen kann man sich gegen Coro­na imp­fen las­sen. Was sagt das eigent­lich über das Ver­trau­en zu einem Gott, nach des­sen Wil­len alles (Pan­de­mien ein­ge­schlos­sen) von­stat­ten geht, aus? Und war­um habe ich bei kei­ner mei­ner bis­he­ri­gen Imp­fun­gen ein Pan­da­bä­ren­pfla­ster bekom­men?

Das Virus geht eben­so wenig weg wie die Demon­stra­tio­nen gegen die mit unver­min­der­ter Kopf­lo­sig­keit getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen der Poli­tik, sel­bi­ges Virus betref­fend. Die „taz“ hat hier­zu her­aus­ge­fun­den, dass unter den „Quer­den­kern“ über­ra­schend vie­le Anhän­ger von Grü­nen und Lin­ken sei­en. Es ist nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis die „taz“ in der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia als Medi­um der „Neu­en Rech­ten“ geführt wird. Die „FAZ“ ist da vor­sich­ti­ger unter­wegs, sie ließ am ver­gan­ge­nen Sonn­abend Claus Leg­ge­wie in Bezug auf die­se „Quer­den­ker“ mit­tei­len, ihr „gemein­sa­mer Kern“ sei „der poli­ti­sche Nihi­lis­mus“, indem sie vor allem grund­sätz­lich „ein kon­ver­gen­tes Nein!“ zur Maxi­me erhe­ben. (Mein­ten Sie: Anar­chis­mus?) Je Fach­be­griff, desto doof. Hier­zu sta­ti­stisch inter­es­san­te Fra­ge ohne bestimm­ten Emp­fän­ger: Lesen eigent­lich weni­ger Phi­lo­so­phen oder weni­ger Lin­ke den Online­auf­tritt der „FAZ“?

„Hal­lo Nie­der­sach­sen“ – freund­li­cher­wei­se noch bis Mit­te Dezem­ber 2022 online abruf­bar, danach ist der Platz alle, scha­de, scha­de – stell­te indes eben­falls am Sonn­abend die inter­es­san­te­ste Fra­ge des Wochen­en­des: „Han­no­ver: Wie ist es um die Shop­ping-Lust bestellt?“. Allein die Exi­stenz des Wor­tes „Shop­ping-Lust“ soll­te Anlass genug geben, jede Mel­dung über eine bal­di­ge „Kata­stro­phe“, die das Fort­be­stehen der Mensch­heit ernst­lich gefähr­den könn­te, jubelnd zu beglei­ten. Ande­rer­seits: Auch in Han­no­ver fah­ren neu­er­dings Autos mit ein­ge­bau­ter Fah­rer­flucht her­um. Viel­leicht geht es ja damit.

Ande­re Todes­ar­ten sind aber auch noch im Ren­nen: „Kil­ler­ro­bo­ter“, das qua­li­täts­jour­na­li­sti­sche Wort für auto­no­me Waf­fen­sy­ste­me, wer­den auf­grund der Ableh­nung „unse­rer“ trans­at­lan­ti­schen Part­ner vor­erst nicht inter­na­tio­nal geäch­tet. Die Wirt­schaft, wis­sen­schon. Die hat doch sowie­so schon gelit­ten. Da kann man ihr doch jetzt nicht auch noch das auto­ma­ti­sier­te Meu­cheln ande­rer Leu­te ver­bie­ten. Ter­ro­ri­sten. Wirt­schaft. Coro­na. Schlimm. Rus­si­sche und deut­sche Medi­en tei­len mit, Anna­le­na Baer­bock habe mit dem Iwan tele­fo­niert. Die Inhal­te des Tele­fo­nats schei­nen maß­geb­lich davon abzu­hän­gen, in wel­chem Land man über es berich­tet. Bestimmt könn­te man dar­aus etwas ler­nen.

Etwas ler­nen könn­te man auch dar­aus, dass in den näch­sten Wochen im öffent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen noch neun­mal das schnar­chi­ge Mär­chen von Aschen­brö­del gezeigt wird. Zum Glück bekom­men die Sen­de­an­stal­ten jetzt 86 Cent mehr von mir. Sonst müss­ten die noch spa­ren oder so.

Ich spa­re mir das Fern­se­hen ohne­hin – das Leben ist zu kurz für stän­di­ge Berie­se­lung. Mein Augen- und Ohren­merk gilt statt­des­sen der Musik.

Pili Coït – End­less make love ever­y­whe­re (Live ses­si­on)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Linksund­rechts­rutsch: Ber­li­ner Rei­se nach Jeru­sa­lem

Der 20. Deut­sche Bun­des­tag, der schon dadurch beein­druckt, dass meh­re­re Par­tei­en in den Fami­li­en­aus­schuss nur Frau­en ent­sen­det haben (wie vie­le Frau­en sind eine Fami­lie?), setzt den von SPD, Grü­nen und F.D.P. ver­spro­che­nen „Auf­bruch und Fort­schritt für Deutsch­land“ fort: Ein nahe­zu vol­ler Bun­des­tag beschloss mehr­heit­lich den Links­rutsch der F.D.P. und den Rechts­rutsch der CDU/CSU, die mit­ein­an­der fort­an die räum­li­che Plat­zie­rung im Par­la­ment tau­schen wer­den, senk­te fak­tisch den Net­to­wert der Hartz-IV-Regel­sät­ze und ging dann jeden­falls im lin­ken Saal­teil groß­teils nach Hau­se, denn das Wich­tig­ste war ja beschlos­sen wor­den.

Mit etwas Glück bleibt das in den näch­sten vier Jah­ren so. Dann machen die wenig­stens nichts kaputt.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Gute Dro­gen, schlech­te Dro­gen.

Die „FAZ“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) „infor­miert“:

Die Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung für eine teil­wei­se Lega­li­sie­rung des Erwerbs und Gebrauchs von Can­na­bis sto­ßen auf den ein­hel­li­gen Wider­stand der Medi­zi­ner, Psych­ia­ter und Psy­cho­the­ra­peu­ten, denen das gesund­heit­li­che Wohl von Kin­dern und Jugend­li­chen anver­traut ist. (…) Sucht­prä­ven­ti­on, so die Wis­sen­schaft­ler, habe in der Ver­gan­gen­heit erwünsch­te Effek­te gezeigt, wenn sie mit einer strik­ten Redu­zie­rung des Ange­bots ein­her­ge­gan­gen sei.

„Geträn­ke News“, nur echt mit Idio­ten­leer­zei­chen, hält dage­gen:

War­stei­ner ver­sucht mit einer Dop­pel­ka­sten-Akti­on mit­zu­hal­ten und erreicht dank sei­nes Six-Pack-Geschenks Weih­nachts­bier umge­rech­net den dies­jäh­ri­gen War­stei­ner-Sen­sa­ti­ons­preis von 7,46 Euro. (…) Nur Kauf­land bleibt sei­nem Dis­count­prin­zip treu und stellt den Halb­li­ter­ka­sten mit dem Auer­hahn für glat­te 7,- Euro ins Schau­fen­ster. Wer im Fami­la Nord­ost bei Beck’s gleich zwei­mal zulangt, erhält den Kasten für 9,50 Euro[.]

Prost, Kin­der!

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Sean Noo­nan Pave­es Dance – Tan Man’s Hat

Sean Noonan Pavees Dance - Tan Man's HatLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Sean Noo­nan ist ein „umtrie­bi­ger“ (Quel­le: Inter­net) irisch­stäm­mi­ger, jedoch selbst in oder um New York her­um ansäs­si­ger Schlag­zeu­ger, der Mit­glied eini­ger Musik­grup­pen aus dem Jazz­um­feld war oder ist, von denen wie­der­um eini­ge sei­nen Namen im Namen tra­gen und ande­re nicht. Sean Noo­nan Pave­es Dance ist eine die­ser Musik­grup­pen. Pave­es sind ein iri­sches fah­ren­des Volk, aber die Grup­pe spielt trotz­dem sehr viel­sei­ti­gen Jazz­rock. Als Kol­le­gen hat er sich momen­tan unter ande­rem den Bas­si­sten Jam­a­ala­de­en Tacu­ma (Ornet­te Coleman’s Prime Time) und einen ande­ren US-Ame­ri­ka­ner aus­ge­sucht, mit dem er sich den mit­un­ter impro­vi­sier­ten Gesang teilt und des­sen Name allein wie Don­ner­hall klingt: Mal­colm Moo­ney. Hört ihr’s schon don­ner­hal­len?

2019 wur­de das zwei­te und bis­her letz­te Album der Grup­pe, „Tan Man’s Hat“ (Amazon.de, TIDAL) ver­öf­fent­licht. Eine wich­ti­ge Rol­le soll­te, so sprach oder schrieb Sean Noo­nan, die E‑Gitarre spie­len, da ihre musi­ka­li­sche Domi­nanz zu Mal­colm Moo­neys Stim­me pas­se. Stimmt.

Eini­ge Stücke auf „Tan Man’s Hat“ sind sci­ence-fic­tion-inspi­riert; die offen­sicht­li­che Ablei­tung des ersten Stücks „Bold­ly Going“ von einem Star-Trek-Zitat fällt sogar mir, dem Star Trek, Star Wars und Star­Craft völ­lig egal sind, auf. Wirk­lich abge­dreht ist „Tan Man’s Hat“ nur sel­ten, etwa in „Turn Me Over“, das über zehn Minu­ten lang ist und mich erst schrei­ben ließ, es klin­ge nach den Mitt-60er-Beat­les, was ich dann aber schnell wie­der redi­giert habe, denn nach dem ein­lei­ten­den Rag­time brei­tet die Band aber­mals einen oft groo­ven­den Jazz­rock aus, der spä­te­stens dann das Tem­po wech­selt, wenn man sich gera­de dar­an gewöhnt hat. Vor­her­seh­bar­keit wäre unin­ter­es­sant. Der Text zum Titel­stück „Tan Man’s Hat“, aus­nahms­wei­se mal ein Blues, stammt noch aus Mal­colm Moo­neys Zeit bei Can, wur­de von die­sen aber bis­lang nicht ver­öf­fent­licht und mög­li­cher­wei­se pas­siert das auch nicht mehr.

Sean Noo­nan Pave­es Dance – „Mar­ti­an Refu­gee“ (from „Tan Man’s Hat“)

Nehm‘ ich.

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Höh­len­ma­le­rei ist ein sozia­les Netz­werk (2): Aufsteh’n, Auf­stand, Anstand

Nicht nur im Wil­ly-Brandt-Haus, son­dern auch bei der F.D.P. zeigt man sich ent­setzt dar­über, dass freie, staat­lich nicht kon­trol­lier­te Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht immer nur Koch­re­zep­te und Kat­zen­bil­der umfasst:

Was auf Tele­gram in Umlauf gebracht wird, ist teils unan­stän­dig und oft auch kri­mi­nell.

So spricht der neu­er­dings amtie­ren­de Justiz­mi­ni­ster und mag damit inhalt­lich nicht irren, es gilt aller­dings auch für Whats­App, Three­ma, Signal, Matrix, ICQ, Tele­fon, Tele­fax, E‑Mail und SMS – und von Direkt­nach­rich­ten auf Twit­ter möch­te ich da noch gar nicht anfan­gen. Das sagt aller­dings über Whats­App, Three­ma, Signal, Matrix, ICQ, Tele­fon, Tele­fax, E‑Mail, SMS und Twit­ter noch gar nichts aus, son­dern bedeu­tet viel­mehr, dass Men­schen teils unan­stän­di­ge und oft auch kri­mi­nel­le Gedan­ken haben und äußern. Kom­mu­ni­ka­ti­on lie­ber ganz ver­bie­ten?

Beson­ders inter­es­sant ist, gera­de sei­tens eines „Libe­ra­len“, das Wort „unan­stän­dig“, das auch sein Twit­ter­team („TB“) ohne Anfüh­rungs­zei­chen nutzt, denn eine all­ge­mein­gül­ti­ge Defi­ni­ti­on von Anstand ist mir nicht geläu­fig. Ist die Ver­wen­dung eines Homo­se­xu­el­lene­mo­jis „unan­stän­dig“? Sex vor der Ehe? Oder geht es doch bloß um eine def­ti­ge Wort­wahl, wenn sich etwa über unfei­ne Zeit­ge­nos­sen, ärger­li­che Musik (z.B. Phil Coll­ins) oder blö­de Com­pu­ter­feh­ler auf­ge­regt wird; ist ein der­ber Fluch im pri­va­ten Gespräch, wie es zu über­tra­gen die übli­che Auf­ga­be von Whats­App, Three­ma, Signal, Matrix, ICQ, Tele­fon, Tele­fax, E‑Mail, SMS und Twit­ter-Direkt­nach­rich­ten ist, schon unan­stän­dig?

Was kann eigent­lich die Auto­bahn dafür, dass Dro­gen­ku­rie­re sie benut­zen?


Hihi: „Sechs Male, die ich von Dis­ney in Grund und Boden geklagt wor­den bin, weil ich mich wei­ger­te, mein Geschäft zu schlie­ßen, in dem ich mich als Micky Maus ver­klei­de und auf Geburts­tags­fei­ern vor Kin­dern Heu­schrecken esse“.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
A shape – Ran­dom Error // Tooooooot, äh, Toooooo­or!

Huhüchen!Es ist Mon­tag. Ent­ge­gen den Zusa­gen der „Ampel“-Parteien wird jemand, der die Frech­heit beses­sen hat, Kriegs­ver­bre­chen zu bege­hen auf­zu­decken, der­zeit schlei­chend umge­bracht. Pres­se­frei­heit haben wir nicht, frei­es Inter­net haben wir nicht, Pan­da­bä­ren haben wir auch nicht. Und das soll jetzt bes­ser sein als Chi­na?

Immer­hin wird das nicht freie Inter­net neu­er­dings gesetz­lich beschleu­nigt. 56 Kbit/s sind der Stan­dard. Haben wir schon immer so gemacht. Muss ja alles sei­ne Rich­tig­keit haben. Schnell genug für Mes­sen­ger soll’s aber schon noch sein; die­se will die Bun­des­netz­agen­tur viel­leicht dazu zwin­gen, mit allen ande­ren Mes­sen­gern kom­mu­ni­zie­ren zu dür­fen. Die wesent­li­che Ursa­che, war­um Behör­den in Deutsch­land sel­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung anbie­ten, sieht man hier ein­drucks­voll bei der Arbeit. Das erschwert nur die staat­li­che Überw‑, äh, den Aus­tausch mit ande­ren Leu­ten. Das geht so nicht.

Was lei­der so geht: Seit 2010 sind im nächst­jäh­ri­gen WM-Aus­tra­gungs­land Katar rund 15.000 „Gast­ar­bei­ter“ früh­zei­tig aus dem Leben geschie­den. Muss man teil­neh­men, an so was. Ist ja Fuß­ball. Ist wich­tig. – Olaf „Kanz­ler“ Scholz, bekannt für das Tot­fol­tern von Ver­haf­te­ten, bleibt sei­ner Linie treu und ver­ab­reicht auch wei­ter­hin Brech­mit­tel in Form von „BILD“-Interviews. Da weiß man, was man hat. (Näm­lich: Selbst schuld.) Weni­ger gekotzt wird die­ses Jahr beim Glüh­weins­aufen in Käfig­hal­tung, das sich erfreu­lich dezent hal­ten lässt. Womög­lich erle­digt die Omi­kron-Vari­an­te den Rest, aber bis es so weit ist, blei­ben Hoff­nung und Magie: „Wegen Coro­na haben Exor­zi­sten in Ita­li­en Hoch­kon­junk­tur“. Ich las neu­lich, Sil­vio Ber­lus­co­ni erwä­ge schon wie­der eine Kan­di­da­tur als ita­lie­ni­scher Staats­prä­si­dent. Könn­te man da nicht auch mal einen Exor­zi­sten drü­ber­gucken las­sen?

Auch gei­ster­haft: Selt­sa­me Funk­über­tra­gun­gen. Ande­re reflek­tie­ren dar­über, dass sie selbst in Gesell­schaft von Gei­stern sei­en; Tony Levin etwa erzähl­te neu­lich davon, dass sei­ne Haupt­band, King Crims­on, nach 52 Jah­ren geprägt sei von den Gei­stern ihrer Weg­ge­fähr­ten, ob leben­dig oder tot, und dass King Crims­on womög­lich jetzt auch am Ende sei­en. Das sind auch Nach­rich­ten, die ich in die­sem Jahr nicht mehr unbe­dingt gebraucht hät­te.

Ich begin­ne die Woche trotz­dem mit einer ande­ren Musik­grup­pe. Ich mag kei­ne Sche­ma­ta.

Ran­dom Error

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Frei sein, genau so zu sein.

Die aktu­el­le Aus­ga­be der „Cos­mo­po­li­tan“ („Janu­ar 2022“, was mal wie­der eine unglaub­lich dum­me Num­me­rie­rung ist) über­zeugt schon titel­bild­lich mit gera­de­zu bezau­bern­der Kon­se­quenz: Man möge sich kei­nem Erwar­tungs­druck beu­gen, aber Müdig­keit aus dem Gesicht weg­re­tu­schie­ren, die eige­ne Bezie­hung auf­grund will­kür­li­cher Kri­te­ri­en ande­rer Leu­te („Redak­ti­on“) in Fra­ge stel­len und sich über „die Fest­ta­ge“ – unchrist­li­cher Narr, der in die Höl­le kommt, wer „die Fest­ta­ge“ begeht, aber Weih­nach­ten über Ostern stellt; mei­ne Mei­nung – gefäl­ligst das rich­ti­ge Essen rein­zim­mern soll. Ein titel­seits bewor­be­ner Arti­kel im Innen­teil emp­fiehlt:

Neben der Psy­che kann auch unser Body (sic! A.d.V.) genau jetzt von einer Food-Gön­nung (sic! A.d.V.) pro­fi­tie­ren. Und zwar mit „gepimp­tem“ Essen! Die­se Add-ons machen unse­re Fest­tags-Favo­ri­ten nicht nur viii­iel (sic! A.d.V.) lecke­rer, son­dern uns neben­bei auch noch healt­hy (sic! A.d.V.) und attrak­ti­ver.

Yo, Dig­ga. Pimp my Fraß. Und das alles, ver­steht sich, nur für das eige­ne Wohl­be­fin­den. Man soll zwar schon sich selbst gefal­len, aber doch nicht so. Nicht so müde und mit so unge­pim­per­ter Gans. Das geht so nicht. Das gönnt doch nicht.

Die Titel­sei­te besänf­tigt:

So hel­fen Ihnen 2022 auch die Ster­ne dabei!

Ich hab‘ Jupi­ter im Adstrin­gen­ten oder so. Als jung­fräu­li­che Stein­bock­waa­ge fische ich mit Schüt­zen. Dabei hel­fen auch die Ster­ne.
Es ist grau­en­voll. Es ist sehr 2021.

PersönlichesMusik
Zu weiß

Erleb­nis des Tages:
Sehr afro­ame­ri­ka­ni­scher Besu­cher einer Knei­pe in einer nicht näher erwäh­nens­wer­ten Stadt, der sich über Angel Haze auf­regt, weil sie men­tal zu weiß sei.

In den NachrichtenNerdkrams
Höh­len­ma­le­rei ist ein sozia­les Netz­werk

Die neue Bun­des­re­gie­rung über­zeugt mich bereits jetzt:

Das Bun­des­amt für Justiz ver­tritt die Auf­fas­sung, Brief­post sei kein rei­ner Mes­sen­ger­dienst, son­dern ein sozia­les Netz­werk.

Quatsch::

Das Bun­des­amt für Justiz ver­tritt die Auf­fas­sung, Tele­gram sei kein rei­ner Mes­sen­ger­dienst, son­dern ein sozia­les Netz­werk.

Ich glau­be ja, das Bun­des­amt für Justiz ist kein rei­ner Mes­sen­ger­dienst, son­dern ein sozia­les Netz­werk.

PolitikNetzfundstücke
Was hat Ange­la Mer­kel eigent­lich gegen Küchen­be­dien­ste­te?

Abgrund der Woche: Anläss­lich der zum Miss­fal­len christ­li­cher Fun­da­men­ta­li­sten gänz­lich gott­lo­sen Amts­über­nah­me sei­tens Olaf Scholz‘ mach­te ihm sei­ne Amts­vor­gän­ge­rin mit den Wor­ten Mut, im Kanz­ler­amt wer­de er „eine Mann­schaft vor­fin­den, die vol­ler Enga­ge­ment ist“, was auch für die­je­ni­gen gel­te, „die in der Küche arbei­ten müs­sen“.

Mir war, bis ich die­sen Arti­kel gele­sen hat­te, nicht bekannt, wie die Arbeits­be­din­gun­gen im Kanz­ler­amt unge­fähr aus­se­hen mögen; aber es ist denen, „die in der Küche arbei­ten müs­sen“, zu wün­schen, dass Olaf Scholz in den näch­sten vier Jah­ren die Ket­ten wenig­stens etwas lockert und ab und zu mal eine neue Scha­le Was­ser rein­stellt. Gute Skla­ven sind heut­zu­ta­ge wirk­lich schwer zu fin­den.

Netzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 8. Dezem­ber 2021

Der Ber­li­ner Senat (bekannt­lich wie­der­holt von SPD, Grü­nen und Lin­ken regiert) ver­bie­tet unge­impf­ten Obdach­lo­sen die Über­nach­tung auf dem Bahn­steig. Das muss die­ses Sozi­al­sy­stem sein, von dem sie immer reden.


Schö­ne Gegen­über­stel­lung bei der „Tages­schau“: „Weni­ge Stun­den noch resi­diert Ange­la Mer­kel im Kanz­ler­amt. Dann zieht sie in Räum­lich­kei­ten mit viel Ver­gan­gen­heit.“


Tran­sau­tis­mus: Wenn man kein Autist ist, sich aber fühlt, als wäre man zu Unrecht in einem nicht auti­sti­schen Kör­per gebo­ren. Ohne Quo­te kann ich das aber noch nicht ernst neh­men.


Aber­mals schlech­te Nach­rich­ten aus der EU: Sie möch­te was mit Inter­net beschlie­ßen. Das ist nicht gut.


Hihi: Der Weih­nachts­pul­li von Micro­soft hat die­ses Jahr einen Bug. Der Patch Day könn­te dies­mal kom­pli­zier­ter wer­den als üblich.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Archi­tects – Dis­cour­se Is Dead // W�rdPress

Grrrrrrrrr!Es ist Mon­tag. Mit etwas Glück stirbt zum Jah­res­wech­sel eine Scheiß­bran­che. Jump, you fuckers, und nehmt die Bit­co­in­pfei­fen mit. Oder schult um. Pan­da­bä­ren­züch­ter wer­den zum Bei­spiel drin­gend gesucht, zum Bei­spiel von mir.

Ster­be­hil­fe gibt es künf­tig nur noch für Geimpf­te und Gene­se­ne. Nicht, dass man stirbt und dann fällt plötz­lich das Atmen schwer. Sarah Boset­ti – finan­ziert von mei­nen Gebühren!!11! – befand, das ZDF-Logo stolz tra­gend, Unge­impf­te sei­en rechts unten und letzt­end­lich einem Blind­darm gleich. Zu der neu­er­dings vor­herr­schen­den Spra­che in der „Come­dy“, wie dum­me Men­schen das Kaba­rett nen­nen, könn­te ich sicher­lich man­cher­lei sagen und schrei­ben, aber Brand­re­de lässt sich mit einem Gegen­feu­er sel­ten löschen. Statt­des­sen scheint mir der Hin­weis gebo­ten, dass Pri­va­ti­sie­rung und damit ver­bun­de­ne Über­füh­rung in den frei­en Markt, der sich qua­li­ta­tiv bewei­sen muss, nicht immer schlecht sein muss. In Ber­lin darf man noch in Tanz­clubs gehen, aber nur sit­zend. Das kommt mei­ner Art zu tan­zen durch­aus ent­ge­gen.

Ein Blick in den Maschi­nen­raum: Die­ses Word­Press, das wei­ter­hin ein­zu­set­zen ich Grün­de habe, kann seit gestern Abend auch Emo­jis in den Kom­men­ta­ren anzei­gen. Das ist wahr­schein­lich scha­de, weil es den Aus­drucks­wil­len mei­ner geschätz­ten Kom­men­ta­to­ren mög­li­cher­wei­se min­dert, aber tat­säch­lich auch in mei­nem Sin­ne. Trotz­dem habe ich gegen ein wenig Pro­sa nichts ein­zu­wen­den. Dass Word­Press zwar häu­fi­ger mal in der Daten­bank her­um­fuhr­werkt, kei­nes­falls jedoch utf8mb4 als kor­rek­ten Zei­chen­satz ver­steht und dann nicht mal eine War­nung anzeigt, wenn man einen ande­ren Zei­chen­satz ein­setzt, gleich­zei­tig aber dar­auf beharrt, dass man gefäl­ligst den beklopp­ten Scheiß-„Gutenberg“-„Editor“ ein­set­zen möge, der zum Gestal­ten gut geeig­net sein mag, zum ein­fa­chen Ins­in­ter­net­rein­schrei­ben jedoch nicht, spricht im Übri­gen für sich.

Apro­pos: Hacker hacken Bon­drucker. Ein schö­nes Gegen­ge­wicht zum fürch­ter­li­chen rC3, also der jähr­li­chen Sozi­al­ar­bei­ter­kon­fe­renz, die eine CCC-nahe Fir­ma die­ses Jahr schon wie­der online aus­rich­tet. Die haben ja Zeit, die müs­sen ja nichts arbei­ten. Anders­wo wird sich über ande­re Hacker empört: Die Hard­ware von Staats­be­dien­ste­te der USA wird zurück­ge­hackt. Hihi. Ich hat­te schon fast an der Exi­stenz des Kar­mas gezwei­felt. Irgend­wel­che Rekla­me­kas­per pro­pa­gie­ren der­weil ein „Web3“, also den Nach­fol­ger von Webzweinull. War­um die­ser Ter­mi­nus als fal­sche Dicho­to­mie so Quatsch ist wie sein ver­meint­li­cher Inhalt, möge ein Klü­ge­rer (zum Bei­spiel Ste­phen Diehl) erläu­tern. Man muss ihn sich nicht mer­ken und schon gar nicht repro­du­zie­ren.

Medi­al scheint anson­sten Ebbe zu herr­schen: Es wird schon wie­der eine Mel­dung her­um­ge­reicht, die über ein Jahr alt ist. Zum Glück ist’s mit den Medi­en ohne­hin bald vor­bei: Deutsch­land – viel bes­ser als Chi­na – setzt die Schaf­fung eines eige­nen Inter­nets, in dem nicht mehr alles jeder­zeit ver­füg­bar ist, kon­se­quent fort. Da muss man sich ja beei­len, wenn man noch lizenz­be­haf­te­te Musik strea­men möch­te.

Zum Bei­spiel die­se.

Archi­tects – „Dis­cour­se Is Dead“ (Full Album Stream)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zum Weih­nachts­mann

Weih­nach­ten ist, wenn ich die sozia­len Medi­en, in denen unter ande­rem dar­über dis­ku­tiert wird, ob es mora­lisch rich­tig sei, das lang­wei­li­ge Fest mit mög­li­cher­wei­se unge­impf­ten Kin­dern und älte­ren Ver­wand­ten zusam­men zu ver­brin­gen, wobei über­wie­gend Trotz­re­ak­tio­nen die Mei­nung bestim­men, der­zeit rich­tig ver­ste­he, die eine Zeit im Jahr, in der Eltern ihre Kin­der hin­sicht­lich der Bestim­mung des für die Geschen­ke Zustän­di­gen inten­si­ver belü­gen als die SPD ihre Wäh­ler hin­sicht­lich nahe­zu jeder poli­ti­schen For­de­rung, als wäre ein Kind, das von vorn­her­ein mit dem Wis­sen auf­wächst, dass sei­ne Ver­wand­ten ihm jähr­lich teu­ren Kram kau­fen und nicht etwa ein toter Bischof („Niko­laus“), ein Klein­kind („Christ­kind“) oder eine Coca-Cola-Wer­be­fi­gur („Weih­nachts­mann“) in merk­wür­di­gen Kla­mot­ten, der, die oder das anschei­nend zu viel Geld und unge­zähl­te Zwil­lings­brü­der hat, in sei­ner See­le unheil­bar ver­letzt, wenn man es nicht anlügt, und als lern­te das­sel­be Kind nicht erst durch sol­cher­lei, dass Lügen mit wirk­li­chem Vor­teil für weder Lüg­ner noch Belo­ge­nen das ist, was Erwach­se­ne eben so machen, und als wür­de es dar­aus nicht mit für mich als zu hoch erschei­nen­der Wahr­schein­lich­keit die­ses Gelern­te spä­ter selbst anwen­den.