NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Poly-Math – Can­ti­cum II // Die Feh­ler der Alten in neu­em Gewand

Ich möchte das geneigte Publikum auf diese plüschigen Ohren hinweisen.Es ist Mon­tag. im Jahr 2014 schrieb eine Knall­tü­te in der „Washing­ton Post“, lang­fri­stig mach­ten Krie­ge „uns“ siche­rer und rei­cher. Mit Blick auf mein Kon­to gestat­te ich mir an die­ser Stel­le selbst die Fra­ge: Wann ist das denn end­lich so weit?

Das „sozia­le Netz­werk“ Mast­o­don scheint aus den Feh­lern von Use­net und Mail­bo­xen nichts gelernt zu haben, schreibt der gewohnt lesens­wer­te Iso­topp. Ein Vor­teil des Alt­s­eins: ver­meint­lich neue Ent­wick­lun­gen beob­ach­tet man gütig lächelnd und weiß, wann es klü­ger ist, die Jun­gen die­sel­ben Feh­ler in Ruhe selbst machen zu las­sen.

Hüb­scher Bug: Wer in zeit­re­le­van­ten Steam­spie­len schum­meln will, der hat plötz­lich die fal­sche Schrift­art auf dem Bild­schirm. Das Jahr 2038 wird groß­ar­tig. – Fast eben­so groß­ar­tig: Deutsch­land­weit strei­ten sich Mini­ste­ri­en über die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. Ich emp­feh­le inzwi­schen ent­spann­te Erwar­tung der Implo­si­on.

Das lässt an die­sem Mon­tag auch noch Zeit für etwas Rhyth­mus.

Can­ti­cum II

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (22)

Im Fuß­ball hat es nicht gereicht, im Tod bleibt Deutsch­land Mei­ster:

NATO-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg hat Deutsch­land auf­ge­for­dert, den Weg einer Stär­kung sei­ner Streit­kräf­te kon­se­quent wei­ter­zu­ge­hen. (…) „Wir brau­chen eine star­ke und berei­te Bun­des­wehr“, sag­te der Nor­we­ger, der dabei auch die Bedeu­tung der Ver­tei­di­gungs­in­du­strie in Deutsch­land beton­te. „Das ist wich­tig für Deutsch­lands Sicher­heit. Es ist wich­tig für Euro­pas Sicher­heit, und es ist wich­tig für die welt­wei­te Sicher­heit.“

Deut­sche Pan­zer für den Frie­den in der Welt. Sonst über­fällt uns mor­gen ein feind­li­ches (d.h. nicht in der NATO orga­ni­sier­tes) Land, zum Bei­spiel Öster­reich.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Pro­te­stie­rer pro­te­stie­ren, Hydra wächst nach

Wis­sen­schaft­ler, so erfah­re ich aus den Nach­rich­ten, haben eine Tabak­pflan­ze gene­tisch dazu gebracht, Koka­in zu erzeu­gen. Sich eine Tabak­pflan­ze zu hal­ten ist ver­mut­lich legal und gene­ti­sche Expe­ri­men­te mit Pflan­zen weit­ge­hend auch, was viel­leicht – viel­leicht aber auch nicht – die­sen schö­nen Anrei­ßer­text von „t‑online“ erklärt:

Weil sie einen Vor­trag über bio­lo­gi­sches Geschlecht nach Pro­te­sten abge­sagt hat, steht die Hum­boldt-Uni in der Kri­tik. Sogar die Pro­te­stie­rer pro­te­stie­ren jetzt.

So weit ist es schon: Sogar Pro­te­stie­rer pro­te­stie­ren jetzt! :motz:


Die „tages­schau“ (Archiv­ver­si­on) „infor­miert“: Der „Isla­mi­sche Staat“ hat­te kurz­zei­tig kei­nen Anfüh­rer mehr, jedoch wur­de der Nach­fol­ger des zuvor Ver­stor­be­nen bereits ernannt, bevor die­se Mel­dung publik gemacht wur­de. Man könn­te fast mei­nen, einer in meh­re­ren Län­dern akti­ven Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on kön­ne man nicht bei­kom­men, indem man alle paar Mona­te mal einen Men­schen umbringt. Dar­aus könn­te man viel­leicht etwas ler­nen, muss man aber nicht.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Cary Grace – Per­pe­tu­al Moti­on

Cary Grace - Perpetual MotionLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Cary Grace – mei­ne Fin­ger wei­gern sich noch, nicht gedan­ken­los „Cary Grant“ zu schrei­ben, so viel dann auch zu mei­nem Alter – ist eine US-ame­ri­ka­ni­sche, seit 2005 jedoch in Eng­land wohn­haf­te Musi­ke­rin mit eige­ner Band, die seit 2004 Ton­trä­ger raus­bringt, was ich aber erst 2022 bemerkt habe. Ihr Stil ist hör­bar geprägt vom Psy­che­de­lic Rock der 70er einer- und Folk­mu­sik ande­rer­seits, ins­ge­samt sehr berau­schend (also das, was Musik­freun­de sich dar­un­ter vor­stel­len, nicht das mit den Dro­gen; obwohl…), wozu sicher­lich auch bei­trägt, dass die dar­ge­bo­te­nen Lie­der gern mal über 20 Minu­ten lang sind. Auf „Per­pe­tu­al Moti­on“ (2009; Amazon.de, Band­camp, TIDAL) hat­te sie die­sen Stil bereits „gefun­den“, wie man heut­zu­ta­ge wohl sagt. Als wür­de Stil irgend­wo run­ter­fal­len!

Das Album hat eine Lauf­zeit von etwas über 83 Minu­ten, vier der zehn Stücke sind über 10 (zwei gar über 20) Minu­ten lang. Das vor­letz­te Lied „Hel­le­bo­rus“ hat es mir beson­ders ange­tan. Es ist tat­säch­lich ein Lied, denn es wird gesun­gen. Vie­len zeit­ge­nös­si­schen Text­ar­bei­tern ist die­se Nuan­ce ja längst abhan­den gekom­men, auch Instru­men­tal­stücke hei­ßen bei ihnen manch­mal „Lied“ oder gar song, aber gera­de „Song“ trägt die Not­wen­dig­keit von Gesang ja bereits im Namen. Ich wür­de mich wirk­lich manch­mal gern weni­ger auf­re­gen. „Hel­le­bo­rus“ jeden­falls paart den bemer­kens­wert guten Gesang Cary Graces mit inter­es­san­ten Wider­klän­gen an uner­war­te­ter Stel­le.

Hel­le­bo­rus

Natür­lich ist nicht das gesam­te Album in die­sem Stil gehal­ten: Das abschlie­ßen­de Titel­stück „Per­pe­tu­al Moti­on“ etwa bie­tet blech­in­stru­men­tier­ten Coun­try und blub­bern­den Spa­ce­rock, ein­ge­bet­tet aller­dings in aus­ge­dehn­te far­bi­ge Land­schaf­ten. Das Inter­net zieht Ver­glei­che mit Pink Floyd, aber Pink Floyd fin­de ich inzwi­schen ziem­lich unin­ter­es­sant und Cary Grace nicht. Wenig­stens Letz­te­res kann auch gern noch eine Wei­le so blei­ben.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Dauf­ødt – Idealtid // Schnörps.

Stapf.Es ist Mon­tag. Über­spitz­te War­nung: Jemand im Inter­net könn­te Din­ge sagen, zum Bei­spiel „schnörps“, aber auch Ver­bo­te­nes. Das könn­te man der Straf­ver­fol­gung zur Lösung über­las­sen, man könn­te aber auch ein Stopp­schild davor­hän­gen (oder zumin­dest die App weni­ger ein­fach zu bezie­hen machen). Juri­sti­sche Pro­ble­me lösen, indem man sich bei Tech­nik­kon­zer­nen beschwert – das war schon immer eine ganz her­vor­ra­gen­de Idee.

Dem­nächst geht das Schnörps­sa­gen zumin­dest etwas siche­rer: Das „tote“ Twit­ter kriegt dem­nächst ver­schlüs­sel­te Direkt­nach­rich­ten mit­hil­fe des Signal-eige­nen Pro­to­kolls. Einer­seits wird Twit­ter sich damit von, räus­per, der Kon­kur­renz posi­tiv abhe­ben, ande­rer­seits wer­den die­se Anwen­dun­gen in der Regel über die offi­zi­el­le Web­an­wen­dung genutzt und Web­an­wen­dun­gen, die zumal wenig mehr sind als Ober­flä­chen für eines Drit­ten Daten­bank­ser­ver, eig­nen sich nicht zum son­der­lich ver­trau­ens­wür­di­gen Medi­um.

Schö­ne Idee für Team­buil­ding­maß­nah­me: Einer kriegt ein Löwen­ko­stüm, der Rest kriegt ein Nar­ko­se­ge­wehr. Nicht an Spaß teil­zu­neh­men ist zumin­dest in Frank­reich end­lich legal.

In Bra­si­li­en sind iPho­nes der­zeit sozu­sa­gen ille­gal. Man hät­te damit gar nicht erst anfan­gen sol­len. Es war so schön ent­schleu­nigt, bevor alle jeder­zeit über­all erreich­bar sein müs­sen woll­ten. Die Neun­zi­ger waren in man­cher Wei­se anstren­gend, aber zumin­dest waren sie jen­seits der Tech­no­par­tys lei­se. Will man wirk­lich sonn­tags im Park beruf­li­che E‑Mails lesen kön­nen?

Hier bleibt’s indes bei Gitar­ren. Ist ja 2022. Da macht man das so.

Idealtid

Guten Mor­gen.

PersönlichesNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 25. Novem­ber 2022

Mari­na Weis­band (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) erläu­tert auf You­Tube die Gewalt­spi­ra­le Gewalt­py­ra­mi­de: Ein­stel­lun­gen und Über­zeu­gun­gen → Humor, Wor­te → Ver­ba­le Gewalt → Phy­si­sche Gewalt → Geno­zid. Bes­ser gar nicht erst anfan­gen mit die­sem Humor. Heu­te früh habe ich nur kurz geschmun­zelt. Alles Wei­te­re mor­gen in der Tages­schau.


Die Regie­rung des Ver­ein­ten König­reichs möch­te bis zu 60 Pro­zent ihrer öffent­lich auf­ge­häng­ten Über­wa­chungs­ka­me­ras erset­zen las­sen, weil sie von den Chi­ne­sen gebaut wor­den sind. Mit die­sem Über­wa­chungs­staat will das Land, des­sen Geheim­dienst GCHQ das gan­ze Inter­net über­wa­chen möch­te, ja nichts zu tun haben.


Irgend­wann dre­he ich eine Doku­men­ta­ti­on über Deutsch­land und nen­ne sie „Kaf­fee aus unzu­rei­chen­den Täss­chen: Ein Deutsch­land­por­trait.“. Soll­ten sich unter mei­nen Lesern Men­schen befin­den, die hin und wie­der Kaf­fee an ande­re Leu­te aus­schen­ken: Nie­mand, der nicht nur aus rei­ner Höf­lich­keit am Kaf­fee­kon­sum teil­nimmt, ist mit Tas­sen unter 300 Mil­li­li­tern Fas­sungs­ver­mö­gen ein­ver­stan­den. Wer so etwas her­stellt, der stellt bestimmt auch die­se däm­li­chen Milchöff­nungs­pla­stik­rin­ge her, die beim Auf­ma­chen immer kaputt­ge­hen, wor­auf­hin man ein Mes­ser zu Hil­fe neh­men muss und danach selbst vol­ler Milch ist. Klei­ne Kaf­fee­tas­sen sind so nütz­lich wie ein Farb­fo­to von Zebras.

Wenn ich mal Regie­rung wer­de, ver­bie­te ich Kaf­fee­tas­sen, in die nicht mal eine hal­be nor­ma­le Men­ge an Kaf­fee rein­passt. Ehren­wort.


Der­weil auf Tik­Tok: Dies ist mein „Mein Mann wur­de ermordet“-Tanz. :)


Die schot­ti­sche Regie­rung gedenkt Whis­ky­wer­bung zu ver­bie­ten. Soll­te die­ses Gesetz tat­säch­lich in Kraft tre­ten, sehe ich eigent­lich nur Vor­tei­le für mich – Whis­ky­ge­nie­ßer – und mei­nes­glei­chen; Whis­ky könn­te zum Bei­spiel end­lich wie­der den Sta­tus als Trend­ge­tränk ver­lie­ren, der (auch in Ver­bin­dung mit den noch gewal­ti­gen Aus­ga­ben für Wer­bung) seit fast zehn Jah­ren die frü­her ein­mal ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Prei­se in Höhen treibt, die mir nicht so recht gefal­len wol­len. Dass sich die Gin Guild über das Gesetz beschwert, macht es mir unfai­rer­wei­se noch sym­pa­thi­scher: Gin ist ein wirk­lich schlim­mes Getränk und die Ginsnobs, die in eini­gen von mir geteil­ten Krei­sen ein mir völ­lig über­trie­ben schei­nen­des Bohei jenes Getränk umge­ben las­sen, las­sen die­se Beob­ach­tung kei­nes­wegs schwin­den.

Ande­rer­seits: Das sagen die über uns wahr­schein­lich auch.

PersönlichesWirtschaft
Basti, ich wür­de mal sagen, du warst auch nahe der Fas­sungs­lo­sig­keit.

Aus Ver­se­hen befand ich mich vor­hin in einem Eta­blis­se­ment, das auf so vie­len stra­te­gisch plat­zier­ten Fern­se­hern, dass Weg­gucken nicht ging, das anschei­nend ver­lo­re­ne Fuß­ball­spiel der bei­den Her­ren­mann­schaf­ten von Deutsch­land und Japan sowie die anschlie­ßen­de „Ana­ly­se“ im Ersten zeig­te. Die Bericht­erstat­te­rin frag­te einen Herrn Basti: „Basti, ich wür­de mal sagen, du warst auch nahe der Fas­sungs­lo­sig­keit. Wie erklärst du dir die Nie­der­la­ge?“, wor­auf­hin Herr Basti ant­wor­te­te: „Ich erklär’s mir damit, dass wir eigent­lich – wie auch in den ver­gan­ge­nen Spie­len – wir hat­ten Chan­cen, ein Tor zu machen, haben des nicht gemacht, haben das 2:0 heu­te nicht gemacht und auch die tak­ti­sche Umstel­lung von Japan, äh, in der Halb­zeit auf ’nen 3–5‑2-System (oder man kann auch 5–2‑3-System sagen) haben wir kei­nen Zugriff gehabt.“ – Ich errei­che ja hier durch­aus ein ver­meint­li­ches „Publi­kum“, daher fra­ge ich mal so in den Raum rein: Wäre es, wovon ich aus­ge­he, bei min­de­stens gleich­blei­ben­dem Gewinn nicht wesent­lich preis­wer­ter, statt­des­sen eine hal­be Stun­de lang ein Test­bild aus­zu­strah­len und in der Zeit kann der Wirt schon mal kas­sie­ren und auch mal aufs Klo gehen oder so?

Zwar ist allein die­ses Ereig­nis dar­an schuld, dass mir das heu­ti­ge Fuß­ball­spiel über­haupt bekannt wur­de (vgl. Fefe), aber ich ver­su­che ja auch in lästi­gen Situa­tio­nen oft noch etwas für mei­nen Geist zu tun. Mein „Japan!“-Ruf nach dem „Werder!“-Ruf am Neben­tisch – offen­sicht­lich begin­nen Fuß­ball­fans ein Gespräch gern mit dem In-den-Raum-Rufen zufäl­lig aus­ge­wähl­ter Fuß­ball­ver­ei­ne und ich woll­te kei­nes­falls als Laie erschei­nen – wur­de lei­der nicht mit einer ergie­bi­gen Dis­kus­si­on quit­tiert. Ich bin ein biss­chen ent­täuscht.


In Bezug auf die zu heu­ti­ger Ver­mitt­lung geführt haben­de Bür­ger­geld­dis­kus­si­on vor über einer Woche fand sei­tens Huber­tus Heil (SPD) fol­gen­de (Archiv­ver­si­on) inter­es­san­te Fest­stel­lung den Weg ins Freie: dass es „zen­tral“ sei, „dass Arbeits­lo­se wie­der in Arbeit kämen“. Ach so; und ich dach­te schon, es gehe dar­um, dass Arbeits­lo­se im Win­ter was essen kön­nen. Mein Feh­ler.

In den Nachrichten
Auto­sch­a­ria in Stutt­gart

Wiki­pe­dia:

Die isla­mi­sche Reli­gi­ons­po­li­zei (…) ist die offi­zi­el­le Poli­zei eini­ger isla­mi­scher Staa­ten, die im Auf­trag des Staa­tes die Scha­ria-Vor­schrif­ten bezüg­lich des reli­giö­sen Ver­hal­tens durch­setzt.

Auch Wiki­pe­dia:

Die Sün­de besteht nach christ­li­chem Ver­ständ­nis in einer Abkehr von Got­tes Wil­len, im Miss­trau­en Gott gegen­über, im Zulas­sen des Bösen oder im Sich-ver­füh­ren-Las­sen.

„Stutt­gar­ter Nach­rich­ten“ (wol­len nicht ver­linkt wer­den, LSR):

Die Sün­der hat­ten auf den Bun­des­stra­ßen 10 und 27 bei Zuf­fen­hau­sen in der Stau­ko­lon­ne kei­ne Ret­tungs­gas­se gebil­det. (…) Um Sün­der zu erwi­schen, hat das Innen­mi­ni­ste­ri­um im Som­mer die­ses Jah­res auf­rü­sten las­sen.

Es ist noch viel zu tun.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
behind clo­sed doors – the anti will // Gian­ni Infan­ti­no fühlt sich.

Auf diesem Bild ist ein Pandabär versteckt.Es ist Mon­tag. Jemand hat Goog­le Maps für Gopher imple­men­tiert. Das Web ist jetzt eigent­lich über­flüs­sig, oder?

Aus dem Sport: Die Knall­tü­te Gian­ni Infan­ti­no, FIFA-Prä­si­dent und auch sonst bis­her nicht beson­ders gut dar­in, mir wenig­stens theo­re­tisch sym­pa­thisch sein zu kön­nen, fühlt sich aus Soli­da­ri­tät mit den von den Geset­zen des WM-Gast­ge­ber­lan­des Katar nega­tiv betrof­fe­nen Min­der­hei­ten unter ande­rem wie ein behin­der­ter Schwu­ler. Ich fin­de das gran­di­os komisch und freue mich, dass neue Impul­se der All­tags­gro­tes­ke auch an uner­war­te­ten Orten ent­ste­hen. Fuß­ball gucke ich trotz­dem (wie jedes Mal) nicht, mir gefällt es aber, dass mein Des­in­ter­es­se dar­an, ande­ren Leu­ten beim Sport zuzu­gucken, in die­sem Jahr als poli­ti­scher Pro­test („Boy­kott“) ver­stan­den wird. Wenn die wüss­ten, was ich mir sonst noch alles nicht angucke!

Dazu zählt zum Bei­spiel der Strea­ming­ka­nal Dis­ney+. Dort ist man neu­er­dings der Auf­fas­sung, man soll­te das­je­ni­ge Geschlecht, dem man sich bevor­zugt zuge­hö­rig fühlt, ange­ben, um irgend­wel­chen lang­wei­li­gen Dis­ney­quatsch angucken zu dür­fen. Ande­rer­seits: Wenn ich mich dort als Mann iden­ti­fi­zie­re und irgend­ei­nen Prin­zes­sin­nen­un­fug strea­me, mache ich damit bestimmt irgend­ei­ne Sta­ti­stik kaputt. Hihi!

Ein zumin­dest für an zeit­ge­nös­si­scher Nerd­kul­tur Inter­es­sier­te lesens­wer­ter Text: Jour­na­li­sten wol­len sich auf Mast­o­don ver­net­zen, aber Mast­o­don will sie nicht (eng­lisch­spra­chig, deut­sche Übel­set­zung bei Schwerdt­fe­gr). Es gibt kein Grund­recht auf die Teil­nah­me an ande­rer Leu­te Fei­er.

Was hin­ge­gen gern an mei­nen Fei­ern teil­neh­men darf: Metal mit Strei­chern.

behind clo­sed doors – „the anti will“

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Iwan des Tages: Gute Rake­ten, schlech­te Rake­ten

Es gab einen Rake­ten­ein­schlag aus einem Nicht-NATO-Land in das NATO-Land Polen, zwei Men­schen wur­den getö­tet.

Nach eini­gem Zeter und Mor­dio (Archiv­ver­si­on) ein­schließ­lich ver­ba­ler Eska­la­ti­on (immer­hin ist ein mili­tä­ri­scher Angriff auf ein NATO-Land genau das, woge­gen die NATO schüt­zen soll) beru­hig­te man sich schnell wie­der (Archiv­ver­si­on): Die bei­den Polen wur­den wahr­schein­lich vom ukrai­ni­schen Mili­tär umge­bracht, nicht vom rus­si­schen Mili­tär.

Alles wie­der gut.

Nerdkrams
Key­oxi­de: Die digi­ta­le Iden­ti­tät

Aus den fal­schen Grün­den gera­de wie­der in der Dis­kus­si­on ist die Fra­ge, wie man eigent­lich sicher­stel­len kön­ne, dass jemand der ist, der er irgend­wo im Inter­net zu sein behaup­tet. Dafür könn­te man sicher­lich irgend­was mit dem „elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis“ nut­zen, den aller­dings nie­mand, der noch bei Trost ist, akti­viert haben soll­te; statt­des­sen scheint mir Key­oxi­de eine brauch­ba­re Lösung zu sein.

‘Key­oxi­de: Die digi­ta­le Iden­ti­tät’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Lybica – Pala­ti­al // Mast­o­don brennt.

Das wird so ein Zwei-Panda-Tag.Es ist Mon­tag. Ich wür­de nie­mals behaup­ten wol­len, dass Deutsch­land rechts­ge­rich­te­te Auto­kra­tien mit Waf­fen belie­fert. Mal eine ganz ande­re Fra­ge, die damit über­haupt nichts zu tun hat: Wie nennt man eigent­lich ein Regime, das die Oppo­si­ti­on ver­bie­tet sowie Kom­mu­ni­sten in die Ille­ga­li­tät zwingt und ent­eig­net?

Zwei­fel­los zumin­dest tref­fen­der Über­gang: Beim ZDF set­zen sie Elon Musk „sati­risch“ mit Hit­ler gleich. Alles Hit­ler, was nicht schnell genug die Fin­ger kreuzt. Zu mei­ner Schul­zeit bedeu­te­ten gekreuz­te Fin­ger jeden­falls „geimpft“ und aus ihnen folg­te im Wesent­li­chen, dass man immun gegen belie­bi­ge Anschul­di­gun­gen war. Sicher­heits­hal­ber schrei­be ich einen Teil die­ses Tex­tes mit gekreuz­ten Fin­gern. Damit bin ich schon mal nicht wie Hit­ler. – Im von dem so Geschol­te­nen gekauf­ten Twit­ter sieht die Gesamt­si­tua­ti­on indes noch immer bes­ser aus als im dies­jäh­ri­gen Stu­diVZ (i.e. Mast­o­don): Der Ansturm an die Twit­ter­selbst­ver­ständ­lich­kei­ten gewohn­ten Neu­nut­zern wird das Mit­ein­an­der auf Mast­o­don abseh­bar nicht zum Bes­se­ren wen­den. Schon jetzt erhitzt sich die dor­ti­ge Atmo­sphä­re, der sanf­te (wenn auch etwas nerdi­ge) Umgangs­ton in Dis­kus­sio­nen über Bana­les wan­delt sich unüber­seh­bar in einen wei­te­ren Markt­platz für gegen­sei­ti­ges Ange­brüll, die eige­nen Wahl­vor­lie­ben betref­fend. Nun, die Archi­tek­tur des „Fedi­ver­sums“ könn­te das Gebrüll schnel­ler ver­stum­men las­sen als jeder Mil­li­ar­där es könn­te, denn es ska­liert nicht gut auf belie­bi­ge Anstür­me von Benut­zern, Inter­ak­tio­nen und Bei­trä­gen. Was auf Twit­ter kein Pro­blem dar­stellt, weil die sich mitt­ler­wei­le eine anstän­di­ge Infra­struk­tur lei­sten kön­nen, könn­te auf klei­nen „Instan­zen“, wie Ser­ver­ad­mi­ni­stra­to­ren ihr lang­wei­li­ges Hob­by hoch­tra­bend nen­nen, zu inter­es­san­ten Last­pro­ble­men füh­ren. Unge­klärt ist noch die Fra­ge: Wohin gehen die eigent­lich alle, wenn Mast­o­don end­lich auch kaputt ist?

„Nordbayern.de“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) berich­tet zu wohl kaum jeman­des Erstau­nen, dass in einer schwe­di­schen Stu­die ermit­telt wur­de, dass attrak­ti­ve Stu­den­tin­nen weni­ger gute Bewer­tun­gen von ihren Dozen­ten bekom­men, wenn die Vor­le­sun­gen nur online statt­fin­den. Fast könn­te man mei­nen, da gebe es einen direk­ten Zusam­men­hang.

Kein direk­ter Zusam­men­hang scheint aller­dings zwi­schen Erfolg und Ori­gi­na­li­tät eines Musi­kers zu bestehen, weil schon das Urhe­ber­recht auf Musik­stücke frag­wür­dig ist und der Begriff des „gei­sti­gen Eigen­tums“ auf sol­che erst recht: „Sofern man sich nicht in völ­li­ge ato­na­li­tät begibt, bewegt man sich in einem ‚begrenz­ten‘ Raum an Begrif­fen und For­meln (vor allem im Pop)“, es ist eben alles schon mal gespielt wor­den, nur noch nicht von jedem. Was steht eigent­lich aus rein poli­ti­scher Sicht noch einer Lega­li­sie­rung frei­en Musik­tauschs im Weg?

Apro­pos: Bald lau­fen wie­der über­all Weih­nachts­lie­der, hier jedoch beginnt die Woche mit gänz­lich ung­räss­li­chen Melo­dien.

Lybica – Pala­ti­al (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

Persönliches
Die­se Autis­mus-Sache

„Sag mal“, frag­te eine anson­sten lie­be Freun­din mich vor ein paar Mona­ten, da ihr eine mei­ner Ein­las­sun­gen im wäh­rend­des­sen geführ­ten Gespräch anschei­nend miss­fal­len hat­te, „bist du eigent­lich Autist?“. Die Fra­ge traf mich unvor­be­rei­tet, denn für so typisch auti­stisch hat­te ich mei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihr gar nicht gehal­ten.

Ja, ant­wor­te­te ich dar­um, das sei ich.

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