KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Cary Grace – Per­pe­tu­al Moti­on

Cary Grace - Perpetual MotionLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Cary Grace – mei­ne Fin­ger wei­gern sich noch, nicht gedan­ken­los „Cary Grant“ zu schrei­ben, so viel dann auch zu mei­nem Alter – ist eine US-ame­ri­ka­ni­sche, seit 2005 jedoch in Eng­land wohn­haf­te Musi­ke­rin mit eige­ner Band, die seit 2004 Ton­trä­ger raus­bringt, was ich aber erst 2022 bemerkt habe. Ihr Stil ist hör­bar geprägt vom Psy­che­de­lic Rock der 70er einer- und Folk­mu­sik ande­rer­seits, ins­ge­samt sehr berau­schend (also das, was Musik­freun­de sich dar­un­ter vor­stel­len, nicht das mit den Dro­gen; obwohl…), wozu sicher­lich auch bei­trägt, dass die dar­ge­bo­te­nen Lie­der gern mal über 20 Minu­ten lang sind. Auf „Per­pe­tu­al Moti­on“ (2009; Amazon.de, Band­camp, TIDAL) hat­te sie die­sen Stil bereits „gefun­den“, wie man heut­zu­ta­ge wohl sagt. Als wür­de Stil irgend­wo run­ter­fal­len!

Das Album hat eine Lauf­zeit von etwas über 83 Minu­ten, vier der zehn Stücke sind über 10 (zwei gar über 20) Minu­ten lang. Das vor­letz­te Lied „Hel­le­bo­rus“ hat es mir beson­ders ange­tan. Es ist tat­säch­lich ein Lied, denn es wird gesun­gen. Vie­len zeit­ge­nös­si­schen Text­ar­bei­tern ist die­se Nuan­ce ja längst abhan­den gekom­men, auch Instru­men­tal­stücke hei­ßen bei ihnen manch­mal „Lied“ oder gar song, aber gera­de „Song“ trägt die Not­wen­dig­keit von Gesang ja bereits im Namen. Ich wür­de mich wirk­lich manch­mal gern weni­ger auf­re­gen. „Hel­le­bo­rus“ jeden­falls paart den bemer­kens­wert guten Gesang Cary Graces mit inter­es­san­ten Wider­klän­gen an uner­war­te­ter Stel­le.

Hel­le­bo­rus

Natür­lich ist nicht das gesam­te Album in die­sem Stil gehal­ten: Das abschlie­ßen­de Titel­stück „Per­pe­tu­al Moti­on“ etwa bie­tet blech­in­stru­men­tier­ten Coun­try und blub­bern­den Spa­ce­rock, ein­ge­bet­tet aller­dings in aus­ge­dehn­te far­bi­ge Land­schaf­ten. Das Inter­net zieht Ver­glei­che mit Pink Floyd, aber Pink Floyd fin­de ich inzwi­schen ziem­lich unin­ter­es­sant und Cary Grace nicht. Wenig­stens Letz­te­res kann auch gern noch eine Wei­le so blei­ben.

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