In den NachrichtenMontagsmusik
Zze­bra – Panic // Ein Frau­en­haus für Babel

Zum Preis von einem: Zwei Pandas.Es ist M‑Wort. So nen­ne ich den Mon­tag ab sofort häu­fi­ger. Dann kom­me ich auch mal wie­der in die Zei­tung.

Ich wer­de vor­aus­sicht­lich noch die­se Woche ein paar Stun­den in einer mir bis­her unbe­kann­ten Stadt in Thü­rin­gen ver­brin­gen. Eine kur­ze Eva­lua­ti­on mei­nes Rei­se­ziels aus der Fer­ne lässt mich über­le­gen, ob es bereits das Text­gen­re „depri­mie­ren­der Rei­se­be­richt“ gibt. Wahr­schein­lich soll­te ich mir ein Buch mit­neh­men. Und/oder Pfef­fer­spray. In Braun­schweig wie­der­um – einer Stadt, in der selbst die Rekla­me auf Stra­ßen­bah­nen teils auf Eng­lisch gehal­ten ist, damit auch Neu­bür­ger aus anglo­pho­nen Regio­nen wenig­stens wis­sen, was sie kau­fen sol­len – sah ich am Wochen­en­de eine Wer­bung für’s Frau­en­haus, die aus­schließ­lich auf Deutsch und Tür­kisch gedruckt wur­de. Es liegt mir fern, dar­aus eine Mei­nung zu ande­ren Kul­tu­ren abzu­lei­ten. Ich mag ande­re Kul­tu­ren. Aber war­um gibt es die Stra­ßen­bahn­wer­bung nicht eben­falls auf Tür­kisch?

Gute Nach­rich­ten sei­tens der „tages­schau“: Das fried­lich­ste Euro­pa aller Zei­ten baut jetzt sein teu­er­stes Kampf­flug­zeug, um noch bes­ser Demo­kra­tie und Gerech­tig­keit von oben abwer­fen zu kön­nen. Immer­hin kann man sich die Inter­net­spio­na­ge bald spa­ren, das machen die Aus­spio­nier­ten künf­tig selbst: Ama­zon zahlt inzwi­schen Geld dafür, dass man sei­nen eige­nen Daten­ver­kehr mit ihm teilt. Ein groß­ar­ti­ges Ange­bot. Wer könn­te da wider­ste­hen?

Ich jeden­falls kann kei­nes­falls wider­ste­hen: Musik.

Panic – Zze­bra

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeNerdkrams
Neu­es aus der Echo­kam­mer

Beim schein­to­ten Mast­o­don jubi­liert ein „Joe“ ange­sichts der gestern statt­ge­fun­de­nen „Big Brot­her Awards“-Gala in „Bie­le­feld“ Fol­gen­des in die Welt hin­aus:

Auf der ande­ren ist es ein Fun­ke Hoff­nung, dass sich tol­le Men­schen mit die­sen Din­gen beschäf­ti­gen – sie öffent­lich zu machen und zu bekämp­fen.

Bewei­se, dass das was bewegt, gibts hier:
https://bigbrotherawards.de/updates

Ich habe ja eher die Ver­mu­tung, dass die „tol­len Men­schen“, die auf die­sen Galas unter ihres­glei­chen blei­ben, ihre eige­ne Wir­kung auf die Mensch­heit grob über­schät­zen, wie das in Echo­kam­mern eben so ist. Ich war ja mal bei der Pira­ten­par­tei, wir hat­ten uns selbst auch immer viel Applaus für unse­re Ideen auf unse­ren eige­nen Ver­an­stal­tun­gen zuteil wer­den las­sen. Das geht exakt so lan­ge gut, bis man die Wahl­er­geb­nis­se liest.

Zu den Preis­trä­gern in die­sem Jahr gehö­ren das Unter­neh­men Micro­soft sowie die Video­kon­fe­renz­klit­sche Zoom Video Com­mu­ni­ca­ti­ons, Inc., was zwei ziem­lich gute Bei­spie­le dafür sind, dass die­se Prei­se eher wenig bewe­gen; die der­zeit vor­letz­te Nach­richt auf der ver­link­ten Sei­te besagt, dass Micro­soft vor län­ge­rer Zeit ein umstrit­te­nes Unter­neh­men gekauft hat, und auch Zoom scheint mir noch weit davon ent­fernt zu sein, auf­grund der „Awards“ sei­nen Markt­an­teil ein­zu­bü­ßen. Über­haupt fin­de ich in den „Updates“ kei­nen ein­zi­gen Erfolg infol­ge der „Preis­ver­lei­hung“, viel­mehr wird dort mal wort­reich, mal kür­zer erzählt, dass die­je­ni­gen, die von Digi­tal­cou­ra­ge, den Schirm­her­ren die­ser Ver­an­stal­tung, als „Preis­trä­ger“ aus­er­ko­ren wur­den, hier­durch kei­ner­lei Ein­bu­ßen in ihrem unter­neh­me­ri­schen und/oder per­sön­li­chen All­tag hin­neh­men müs­sen.

Die „Big Brot­her Awards“ sind inso­fern viel­leicht eine kurz­wei­li­ge Art und Wei­se, aktiv Inter­es­sier­ten (und damit fast nie­man­dem als den­je­ni­gen, die sowie­so schon in der eige­nen Echo­kam­mer sit­zen) den auch wei­ter­hin von zu vie­len Unter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen miss­ach­te­ten Daten­schutz des Ein­zel­nen zu prä­sen­tie­ren, aber die wis­sen das ja schon. Dar­über hin­aus sind die „Awards“ letzt­end­lich nichts als eine exal­tier­te Wer­be­ver­an­stal­tung für den dahin­ter ste­hen­den Ver­ein. Als sol­che emp­feh­le ich sie zu behan­deln.

Sonstiges
Wir ver­damm­te Spaß­ge­sell­schaft!

Du wirst weni­ger vom Mor­gen abhän­gig sein, wenn du das Heu­te ergreifst.
Sene­ca der Jün­ge­re

Im „Sog der ‚Infan­ti­li­sie­rung‘ “ wähn­ten Mar­kus Metz und Georg Seeß­len die Gesell­schaft am 23. April die­ses Jah­res im Namen des „Deutsch­land­funks“ und sorg­ten sich über eine Zurück­drän­gung des Erwach­sen­seins, mein­ten den umschlie­ßen­den Text in Sum­me aber wohl posi­tiv, indem sie in ihm kon­sta­tier­ten, „man“ müs­se „das Kind in sich (…) auch immer wie­der ein­mal frei lau­fen las­sen“. Eine gewis­se Ver­bis­sen­heit der Gesell­schaft abzu­spre­chen ver­mag auch mir nicht zu gelin­gen.

Nun sind die Kla­ge über eine ver­meint­li­che Spaß­ge­sell­schaft sowie das Her­auf­be­schwö­ren der damit ver­bun­de­nen Gefah­ren ande­rer­seits ver­mut­lich unge­fähr so alt wie das heu­ti­ge Ver­ständ­nis einer Gesell­schaft selbst, nur der Min­dest­kon­sens zur Defi­ni­ti­on von „Spaß“ vari­iert: In der römi­schen Anti­ke war es ein gro­ßes Ver­gnü­gen, Chri­sten von Löwen umbrin­gen zu las­sen, die es spä­ter wie­der­um zum Spaß unter­nah­men, ver­meint­li­che Zau­be­rin­nen öffent­lich anzu­zün­den. Also die Chri­sten, nicht die Löwen. Löwen kön­nen nicht so gut Feu­er machen (kei­ne Fin­ger). Mit dem Auf­kom­men des Rund­funks und als die Nach­kriegs­ge­nera­ti­on erwach­sen wur­de, waren dann bewusst­seins­ver­än­dern­de Dro­gen, Musik mit Gitar­ren und die Über­win­dung des Spie­ßer­tums das, was man als nicht Erwach­se­ner für gute Unter­hal­tung hielt. Was seit­dem pas­siert ist, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis noch immer wenig­stens in Tei­len, jeden­falls gibt es mitt­ler­wei­le anschei­nend Men­schen, die alko­hol­frei­em Bier allein auf­grund die­ser Eigen­schaft den Pro­dukt­na­men „Fun“ geben; das sich über­dies auch trotz schlim­mer Muta­tio­nen mit Blut­oran­ge oder son­sti­gen schlim­men Zuta­ten nicht schlecht ver­kauft.

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In den NachrichtenWirtschaft
Deutsch­land­por­sche

Ja, aber…

„Ich wür­de mir wün­schen, dass wir, auch wenn ein Auto in Deutsch­land ver­kauft wird, qua­si ganz selbst­ver­ständ­lich auch das Deutsch­land­ticket zumin­dest mit dabei haben“, sag­te Wis­sing am Diens­tag in Ber­lin.

… war­um nicht anders­her­um?

In den NachrichtenMontagsmusik
Ougen­wei­de – Phol ende Uuo­dan

Pandas (klein).Es ist Mon­tag. Bit­te lei­se tip­pen, der Autor die­ser Zei­len schläft noch tief und fest. Zzz!

Phil­ip Krei­ßel vom schrä­gen Per­so­na­li­ty­b­log „Volks­ver­pet­zer“ hat „her­aus­ge­fun­den“ (Archiv­ver­si­on mit noch beknack­te­rer Über­schrift), dass, wer für Twit­ter Geld bezahlt, um zum Bei­spiel, um sei­ne Tweets bear­bei­ten zu kön­nen, min­de­stens Faschi­sten­sym­pa­thi­sant sein muss. Ich ver­mu­te ja, dass die­ses reflex­haf­te Ver­tei­len von Nazi­schild­chen dem Ziel, mehr Men­schen für die gute Sache zu gewin­nen, eher abträg­lich ist. – Kei­ne gute Sache: In den USA wur­den kürz­lich zwei der ärger­lich­sten Erfin­dun­gen der Mensch­heit – Gesichts­er­ken­nung und Pisto­len – mit­ein­an­der kom­bi­niert, aller­dings der­zeit nur zum Ent­sper­ren der Waf­fe. Ob das wohl auch auf der ande­ren Sei­te funk­tio­nie­ren wür­de?

Die selt­sam­ste Spra­che, in der ich in den nuschelzig Jah­ren mei­nes Lebens einen Ohr­wurm zu haben das Ver­gnü­gen haben durf­te, ist seit dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de Alt­hoch­deutsch; was eben so pas­siert, wenn man auf You­Tube plötz­lich über ein Album einer ziem­lich guten, aber ver­meint­lich seit Jahr­zehn­ten nicht mehr exi­sten­ten Grup­pe stol­pert (und dabei hin­fällt und sich böse weh tut), des­sen Exi­stenz völ­lig über­se­hen wur­de und dar­um über­rascht.

Ougen­wei­de – Phol Ende uuo­dan

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Haken dran

Bei Twit­ter geht es seit anschei­nend weni­gen Minu­ten bis Stun­den zu wie im Tau­ben­schlag: Ohne Dien­ste wie Key­oxi­de ist es anschei­nend ab sofort (aus­ge­rech­net heu­te, wit­zel­te ein Depp) nicht mehr mög­lich zu sehen, ob jemand, der dort ist, der ist, der er zu sein behaup­tet, weil – wie ange­kün­digt – die visu­el­le Kenn­zeich­nung „veri­fi­zier­ter“ Kon­ten für Pri­vat­per­so­nen (vor­erst?) ent­fal­len ist. Außer, man ist bei der Par­tei Die Lin­ke, denn als anstän­di­ge links-anti­ka­pi­ta­li­sti­sche Par­tei hat Die Lin­ke natür­lich Geld und ihre Tele­fon­num­mer an Twit­ter über­wie­sen. Irgend­wel­che Frosch­kö­ni­ge und ‑köni­gin­nen – im Text: Dion­ne War­wick – weh­kla­gen nun, dass sich ja nun jeder als sie aus­ge­ben könn­te, erläu­tern aber nicht, war­um das über­haupt jemand wol­len soll­te. Die­ses Selbst­ver­ständ­nis, dass man so wich­tig sei, dass man wenig unver­sucht lässt, um zu ver­hin­dern, dass ein Frem­der so tut, als wäre er man selbst, scheint mir eine Zivi­li­sa­ti­ons­krank­heit zu sein; die indes­sen zumin­dest mit kal­tem Ent­zug bekämpft wer­den könn­te.

Geld regelt, was in einer Gesell­schaft der Unglei­chen sonst mit Gewalt gere­gelt wer­den müss­te.
Her­mann L. Grem­li­za

Ein Tele­fon hat auch kein Veri­fi­ka­ti­ons­häk­chen, trotz­dem nut­zen die­sel­ben Figu­ren es wie selbst­ver­ständ­lich als Werk­zeug, um sich ver­meint­lich zu iden­ti­fi­zie­ren. Die Argu­men­ta­ti­on ist dünn, aber mir soll es recht sein: Ich ver­kün­de hier­mit hoch­of­fi­zi­ell, nicht Dion­ne War­wick zu sein. Machen wir das doch ein­fach alle. Pro­blem gelöst.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Drei Titel­sei­ten für den „Mai“ 2023

Unter den Kauf­emp­feh­lun­gen in der aktu­el­len Aus­ga­be des Maga­zins „Couch“ befin­det sich kei­ne ein­zi­ge Couch. Das ist der­ma­ßen ent­täu­schend, dass ich kei­nes­falls das neue „eisen­bahn­ma­ga­zin“ gekauft (obwohl: gibt es im „eisen­bahn­ma­ga­zin“ über­haupt Kauf­emp­feh­lun­gen?), son­dern statt­des­sen drei Frau­en­ma­ga­zi­nen – jeweils in der „Mai“ hei­ßen­den Aus­ga­be, obwohl der April noch statt­fin­det – Kopf schüt­telnd (also mei­nen) auf die Titel­sei­te geguckt habe, um mich abzu­re­agie­ren.


Das Maga­zin „Maxi“ („steht für… …Lebens­freu­de und Neu­gier“, ori­gi­nal­or­tho­gra­phiert sein Ver­lag) beginnt mit einer schö­nen Dicho­to­mie:

Ewig ver­liebt? Ja, das geht! Wir ken­nen die Geheim­nis­se von glück­li­chen Paa­ren

Näm­lich ver­mut­lich:

Solo? Logo! War­um es so gut tut, auch mal Din­ge allein zu machen

Die Frau auf der Titel­sei­te streckt den links von ihr ste­hen­den Lesern (Quatsch: Lese­rin­nen, wir wissen’s doch alle) die Zun­ge raus. Das ist aber kein gutes Beneh­men, Frol­l­ein.


Gute Nach­rich­ten, Män­ner! Die „Cos­mo­po­li­tan“ bestä­tigt: Lie­ber wider­lich als wie­der nicht.

Kaum Lust? Bit­te kein Frust! Denn wenig Sex ist bes­ser als gar kei­ner – sagen Deutsch­lands beste The­ra­peu­ten

Bei wel­cher Kas­se man das abrech­nen kann, steht aber nicht drin. Ich habe eigens nach­ge­se­hen. – Immer­hin muss­te ich nicht auch noch die Ant­wort auf die größt­ge­schrie­be­ne Titel­fra­ge nach­le­sen:

Ich fühl mich[.] Wel­che Art Self­ca­re wirk­lich zu Ihnen passt – der Cos­mo-Test verrät’s

Es ist ver­mut­lich Ona­nie­ren. Denn wenig Sex ist bes­ser als gar kei­ner – sagen Deutsch­lands beste The­ra­peu­ten.


Was kann nach so viel Emo­ti­on noch kom­men? Natür­lich die „emo­ti­on“, das Heft­lein „für Frau­en, die ihren Weg gehen“ (oder halt „Ihren“, das ist so der Nach­teil an dem all­ge­gen­wär­ti­gen Schrift­ge­brüll), die einer­seits offen­bar Stress mit der „Cos­mo­po­li­tan“ will, indem sie die Titel­sei­ten­re­dak­ti­on „Wird Sex über­schätzt?“ fra­gen und „Düf­te, die beflü­geln“ ankün­di­gen lässt, ande­rer­seits jedoch Han­nah Herz­sprung, offen­bar die abge­bil­de­te Frau, mit den Wor­ten zitiert, sie „gebe nicht viel auf die Mei­nung ande­rer“. Han­nah Herz­sprung wäre ein weni­ger dank­ba­rer Kun­de der „emotion“-Redaktion als ich. Ich mache ja hier sogar indi­rekt Wer­bung für den Kram.

Zum Glück geben mei­ne Leser oft auch nicht viel auf die Mei­nung ande­rer.

In den NachrichtenMontagsmusik
Rus­si­an Cir­cles – Gno­sis // K‑Awareness jetzt!

Hallo :-)Es ist Mon­tag. Hät­te ich eine Fri­sur, hät­te sie euch alle 1,3 Mil­lio­nen Euro geko­stet. Betrach­tet mein Aus­se­hen inso­fern bit­te als Dienst am Vol­ke.

Mei­nung: Es ist ja erst mal rich­tig, daſz eine gro­ße Mehr­heit derer, die hier­zu­lan­de Tex­te jeg­li­cher Art zu ver­fas­sen pfle­gen, nicht an die Inhal­te von Recht­schreib­büch­lein gebun­den ist, aber ich fän­de es trotz­dem zumin­dest beru­hi­gend, wür­de nur 29 Jah­re nach dem Sen­de­be­ginn der bescheu­er­ten Clatsch­sen­dung „Exclu­siv“ der Buch­sta­be K nicht das glei­che Schicc­sal erlei­den wie das lan­ge S und aus dem All­tag ver­schwin­den. Ich habe Platz auf dem Schreib­tisch, das K – wie schon das lan­ge S – auf der Tasta­tur weg­zu­las­sen, bloß weil’s cei­ner mehr nut­zen mag, wäre ohne wei­te­ren Mehr­wert. Nicht alles gewinnt an Wert, indem man’s alter­tüm­lich schreibt, man fra­ge nur die Com­merz­bank.

Umwelt­sau des Monats: ChatGPT. Mal gucken, wer sich dem­nächst an des­sen Ser­ver ket­tet. Bis Juni soll­te das durch sein, denn dann wird abseh­bar das näch­ste gro­ße Schat­ten­bo­xen die media­le Auf­merk­sam­keit auf sich zie­hen, näm­lich der 38. Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag, den zumin­dest Bay­ern bezah­len müs­sen (war­um eigent­lich?). Nie­der­sach­sen ist erst im Jahr 2025 dran und nie­mand wird es ver­hin­dern kön­nen. – Ande­re Reli­gio­nen machen sich ja anders unbe­liebt: Der Dalai Lama habe, erfuhr ich ohne Absicht, einen fürch­ter­li­chen Witz gemacht, der pädo­phil aus­ge­legt wer­den könn­te. Schö­ne Sati­re dazu: Der Papst sei hier­über erbost, immer­hin sei­en Zun­gen­spie­le mit Jungs katho­li­sches Pri­vi­leg.

Fast war ich ver­sucht, die Woche mit zu den Nach­rich­ten Pas­sen­dem ein­zu­läu­ten, aber davon wird man ja bescheu­ert. Also gibt’s statt­des­sen Post­rock.

Rus­si­an Cir­cles – „Gno­sis“ (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Computer
Quan­ten­fahr­kar­ten­au­to­ma­ten für alle!

(Schon wie­der Com­pu­ter? Aber ja!)

Hehe, wit­zel­te die Freun­din, die mir die­ses Foto von der Anzei­ge eines offen­bar aus­ge­fal­le­nen Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten – Anzei­ge ist raus! – zuschick­te, sinn­ge­mäß, da müs­se man sich ja nicht wun­dern.

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Nach­fra­gen erga­ben, dass damit gemeint war, dass, hihi, Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten (deren Anschaf­fung und War­tung in Sum­me doch nicht eben als Schnäpp­chen gel­ten dürf­ten) im Jahr 2023 nicht mehr mit Win­dows XP lau­fen soll­ten. Eine Ant­wort, womit denn sonst, gab die Ein­sen­de­rin nicht. Sicher: Ein sol­cher Feh­ler ist amü­sant, aber auch ein regel­mä­ßi­ges Durch­wech­seln des Betriebs­sy­stems erschie­ne mir nicht als sinn­vol­le Lösung, weil neue Soft- in der Regel, min­de­stens aber lang­fri­stig auch neue Hard­ware braucht, was mit Kosten ver­bun­den ist, die ja „irgend­wer“ (d.h. die Fahr­kar­ten­käu­fer und/oder alle Steu­er­zah­ler) beglei­chen müss­te, was ohne gege­be­ne tech­ni­sche Not­wen­dig­keit nicht ver­nünf­tig begründ­bar wäre. Die tech­ni­schen Anfor­de­run­gen eines Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten sind mir nicht aus erster Hand bekannt, aber ich neh­me doch an, dass Inter­net­taug­lich­keit nicht unbe­dingt ein rele­van­tes Kri­te­ri­um ist. Wenn in eins kein Inter­net rein muss, dann in Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten.

Dass auf einem wahr­schein­lich nicht in einem öffent­li­chen Netz­werk befind­li­chen Gerät ohne Mög­lich­keit frei­er Nut­zer­ein­ga­ben ein Betriebs­sy­stem mit mög­li­chen Sicher­heits­lücken instal­liert ist, wirkt auf mich inso­fern erst mal wenig erschreckend. Hät­ten die Ver­kehrs­be­trie­be genug finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten, andau­ernd die alten Auto­ma­ten durch das jeweils neue­ste Modell aus­zu­tau­schen, hät­ten sie also ver­mut­lich Block­chains in der Quan­ten­cloud statt papier­ner Bele­ge, so wäre damit wenig gewon­nen außer der zumin­dest denk­ba­ren Finan­zier­bar­keit eines kom­plett fahr­schein­frei­en Nah­ver­kehrs; die dann ande­rer­seits Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten auch wie­der unnütz mach­ten.

Ist neu­er immer bes­ser?

MusikNerdkrams
Slee­ker! More powerful!

Und dann war da noch, wie bereits unan­ge­nehm vor­her­ge­se­hen, das neue Win­amp (weder Win noch Amp), das …

glatt­po­lier­ter und kraft­vol­ler sei, aber zum Ersten nur im Web­brow­ser läuft, zum Zwei­ten eine Anmel­dung vor­aus­setzt (es gibt zwei Schalt­flä­chen mit iden­ti­scher Anmel­de­funk­ti­on, dabei wäre doch noch so viel Platz für drei wei­te­re!) und dabei nicht mal so recht das Laden der loka­len Musik­da­tei­samm­lung unter­stüt­zen mag.

Mun­dus tran­sit et con­cu­p­is­cen­tia eius.
1 Joh 2,17

In den NachrichtenWirtschaft
Die­se ver­damm­te Über­le­bens­sucht

Die Hans-Böck­ler-Stif­tung („Hans Böck­ler Stif­tung“ bzw., wie es der WDR schreibt, „Hans Böck­ler-Stif­tung“; irgend­wo kommt da bestimmt ein Bin­de­strich rein und es ist ja egal, wo, ist ja bloß öffent­li­cher Qua­li­täts­rund­funk) zeigt sich besorgt (Archiv­ver­si­on): In Deutsch­land arbei­te in einer Zeit, in der alles teu­rer wird, nur die Arbeits­kraft der Arbei­ter­klas­se nicht, jeder Zehn­te län­ger, als es Gesetz und Arbeits­ver­trag zwin­gend vor­schrei­ben, um sei­ne immer höhe­ren Rech­nun­gen zu bezah­len. Das sei schlecht für die Gesund­heit, ins­be­son­de­re auch des­halb, weil die Sor­ge um das künf­ti­ge Wohl­erge­hen die Arbeit­neh­mer nicht nur zur Arbeits­zeit, son­dern auch nach Fei­er­abend noch quä­le. Der Vor­schlag der Hans-Böck­ler-Stif­tung ist schlüs­sig: Ein­fach mal auf­pas­sen, dass man nicht zur Sucht­be­ra­tung geschickt wird. Näch­sten Monat noch sei­ne Rech­nun­gen bezah­len zu kön­nen kann schnel­ler abhän­gig machen als man glaubt.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?


Fra­ge an die Com­pu­ter­ar­chäo­lo­gen unter mei­nen Lesern: Ab mor­gen kön­ne man „das neue Win­amp“ (vor­aus­sicht­lich 6.0) auch „im Web­brow­ser“ nut­zen, ent­neh­me ich den Nach­rich­ten (d.h. Caschys Blog), und „bald“ unter­stüt­ze es auch loka­le Datei­en. Ist es zu spät, den Erfin­der des Web­brow­sers mit einem Spa­ten zu erschla­gen?

In den NachrichtenMontagsmusik
When Pla­gues Col­l­i­de – Tears of a King // Heu­schrecken und ihre Füh­rer

Lebensgefühl (ca.)Es ist Mon­tag. RAAAAAAAH! So, geht wie­der.

Die Gali­ons­fi­gur der thü­rin­gi­schen Lin­ken tei­le mit, ent­neh­me ich einer ande­ren Publi­ka­ti­on, dass Putin schlim­mer, weil form­voll­ende­ter sei als Hit­ler. Da kann ja nichts mehr schief­ge­hen bei der näch­sten Wahl. Ein furcht­ba­rer Füh­rer scheint auch bei MariaDB.com, dem Heu­schrecken­kon­zern hin­ter der MariaDB-Daten­bank, am Werk zu sein, was lustig ist, weil MariaDB selbst ja als Ersatz für MySQL ent­wickelt wur­de, weil die­ses von einem Heu­schrecken­kon­zern (näm­lich Ora­cle) gekauft wor­den war und die Ent­wick­ler das nicht woll­ten. Fast scheint es mir, als mache Geld alles Gute zunich­te. Um Qua­li­tät geht es jeden­falls längst nicht mehr, sonst wäre Com­pu­ter­si­cher­heit qua­si selbst­ver­ständ­lich.

Apro­pos Heu­schrecken­kon­zer­ne: Die Musik­in­du­strie, die irgend­ein Ham­mel immer noch frei im Inter­net her­um­ma­ro­die­ren lässt, ver­sucht immer noch den frei­en Kul­tur- und Wis­sens­aus­tausch zu einem teu­ren Luxus zu per­ver­tie­ren. So lan­ge man ihre Ver­tre­ter nicht geteert, gefe­dert und ins näch­ste Abschie­be­flug­zeug gesetzt hat, scheint es mir gebo­ten zu sein, sich beim Musik­ge­nuss ein wenig zu beei­len. Ich lege mal vor.

WHEN PLAGUES COLLIDE – TEARS OF A KING [OFFICIAL MUSIC VIDEO] (2020) SW EXCLUSIVE

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: schei­sse­die­bul­len – Simu­la­ti­on eines guten Lebens

scheissediebullen - Simulation eines guten LebensIn zeit­ge­nös­si­scher Punk­mu­sik bin ich nicht bewan­dert, ich find‘ die alten Sachen ja bes­ser. „Simu­la­ti­on eines guten Lebens“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) von schei­sse­die­bul­len – schö­ner Name auch – kata­pul­tiert mich aller­dings men­tal zumin­dest in die frü­hen 2000er, wenn nicht gar in die 90er, zurück. Ich trank damals absur­de Geträn­ke (ein biss­chen wie heu­te), hat­te bescheu­er­te Freun­de (ein biss­chen wie heu­te) und hör­te, was bei ihnen halt so lief. Slime, Ter­ror­grup­pe, WIZO, so was halt, sel­ten mal Sel­te­ne­res.

„Dass mir die Arbeits­welt nicht taugt, / hat der Amt­mann längst durch­schaut.“

För­dern & For­dern

Wor­an mich „Simu­la­ti­on eines guten Lebens“ (die simp­len Rhyth­men! die plat­ten Tex­te! aber die ein ange­neh­mes Eigen­le­ben füh­ren­den Gitar­ren gefal­len mir, schön etwa in den Stro­phen von „La Deut­sche Vita“) erin­nert, das mag jetzt unro­man­tisch klin­gen, ist inso­fern die­se wil­de Jugend. Anar­chie, Cha­os und Sorg­lo­sig­keit bei bil­li­gem Schnaps, aber immer mit der ein­zig rich­ti­gen Moral. Das Leben war schön. Es ist ja die Melan­cho­lie, immer die Melan­cho­lie.

In den Nachrichten
Fra­tel­li del dop­pio stan­dard

Eigent­lich eine ganz hüb­sche Idee, die ich in Tei­len Deutsch­lands auch gern mal in der Pra­xis sehen wür­de, ein­fach aus Unter­hal­tungs­grün­den:

Die ita­lie­ni­sche Par­tei Fra­tel­li d’I­ta­lia, deren Vor­sit­zen­de Gior­gia Melo­ni auch Mini­ster­prä­si­den­tin ist, hat dem Par­la­ment ein Gesetz unter­brei­tet, das die fal­sche Aus­spra­che ita­lie­ni­scher Wör­ter und die Ver­wen­dung von Angli­zis­men und Wör­tern aus wei­te­ren Spra­chen unter Stra­fe stellt.

Aber müss­te der news­let­ter der Fra­tel­li d’I­ta­lia nicht eigent­lich „bol­let­ti­no“ hei­ßen?


Apro­pos „selt­sa­me Grund­an­nah­men“: Das noto­risch defek­te Ber­lin – arm, aber hin­über – habe, berich­tet das eng­li­sche Maga­zin „Time Out“, den welt­be­sten öffent­li­chen Nah­ver­kehr. In der Tat: so wun­der­bar voll­ge­kotzt ist’s sonst nir­gend­wo.