Es ist Montag. Hätte ich eine Frisur, hätte sie euch alle 1,3 Millionen Euro gekostet. Betrachtet mein Aussehen insofern bitte als Dienst am Volke.
Meinung: Es ist ja erst mal richtig, daſz eine große Mehrheit derer, die hierzulande Texte jeglicher Art zu verfassen pflegen, nicht an die Inhalte von Rechtschreibbüchlein gebunden ist, aber ich fände es trotzdem zumindest beruhigend, würde nur 29 Jahre nach dem Sendebeginn der bescheuerten Clatschsendung “Exclusiv” der Buchstabe K nicht das gleiche Schiccsal erleiden wie das lange S und aus dem Alltag verschwinden. Ich habe Platz auf dem Schreibtisch, das K — wie schon das lange S — auf der Tastatur wegzulassen, bloß weil’s ceiner mehr nutzen mag, wäre ohne weiteren Mehrwert. Nicht alles gewinnt an Wert, indem man’s altertümlich schreibt, man frage nur die Commerzbank.
Umweltsau des Monats: ChatGPT. Mal gucken, wer sich demnächst an dessen Server kettet. Bis Juni sollte das durch sein, denn dann wird absehbar das nächste große Schattenboxen die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nämlich der 38. Evangelische Kirchentag, den zumindest Bayern bezahlen müssen (warum eigentlich?). Niedersachsen ist erst im Jahr 2025 dran und niemand wird es verhindern können. — Andere Religionen machen sich ja anders unbeliebt: Der Dalai Lama habe, erfuhr ich ohne Absicht, einen fürchterlichen Witz gemacht, der pädophil ausgelegt werden könnte. Schöne Satire dazu: Der Papst sei hierüber erbost, immerhin seien Zungenspiele mit Jungs katholisches Privileg.
Fast war ich versucht, die Woche mit zu den Nachrichten Passendem einzuläuten, aber davon wird man ja bescheuert. Also gibt’s stattdessen Postrock.
Guten Morgen.

