NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Lamb­da – Helio­po­lis // Denk­ste.

Na ja, Frühstück.Es ist Mon­tag. Die Ein­schlä­ge kom­men näher: Die Macher von Word­Press haben unlängst ein Plug­in ver­bro­chen, das fast auto­ma­tisch Blog­ar­ti­kel schreibt. Jetzt muss nur noch jemand ein Plug­in pro­gram­mie­ren, das das digi­tal Erbro­che­ne liest und/oder kom­men­tiert. Lie­be Güte, wenn man der Welt so wenig mit­zu­tei­len hat, dann sei an fol­gen­des Gesetz erin­nert: Es gibt kei­ne Pflicht zum Betrei­ben einer eige­nen Web­site. Man las­se es doch dann ein­fach ganz sein. Ich schrei­be ja hier auch nur was, wenn ich weiß, was.

An etwas zu den­ken ist jedoch nicht mehr zeit­ge­mäß, Din­ge wer­den jetzt nur mehr gedacht. Das ist bedenk­lich. – Vor­den­ker der Woche ist im Übri­gen Mar­kus Söder, des­sen Sor­ge dar­um, dass das anti­ke Fol­ter­werk­zeug „Kreuz“ even­tu­ell irgend­wann nicht mehr öffent­lich gezeigt wer­den dür­fe („ich fin­de es gut, wenn es auch in der Öffent­lich­keit gezeigt wer­den darf“, als täte das jemand ver­bie­ten!), der­ma­ßen para­no­ide Züge ange­nom­men zu haben scheint, dass er dar­um noch viel mehr Kir­che im öffent­li­chen Raum sehen will. Falls noch jemand nicht elend genervt davon war, wenn wie­der „so ein Fei­er­tag“ ist. Darf der Papst eigent­lich fahr­schein­los den ICE benut­zen? Den Bun­des­tag jeden­falls ja.

Was übri­gens sonst noch so pas­siert, wenn man künst­li­cher Intel­li­genz den Kon­text nicht gibt: In einer Vor­ab­ver­si­on von Win­dows 11 kann man Post­leit­zahl­da­tei­en erstel­len. Da ver­zich­te ich doch lie­ber und wid­me mich statt­des­sen men­schen­ge­mach­ter Kunst.

Lamb­da – Helio­po­lis (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Macht mit beim gro­ßen Dienste­ster­ben

Anfang 2023:
Twit­ter stellt die Nut­zung sei­nes APIs unter Stra­fe. Alter­na­ti­ven zu den eige­nen Twit­ter­pro­gram­men wer­den so ver­un­mög­licht. Alt­ein­ge­ses­se­ne Nut­zer ver­las­sen rei­hen­wei­se die Platt­form.

Neu­lich:
Red­dit erhöht die Kosten für die Nut­zung sei­nes APIs auf bizar­re Sum­men, sein Chef belügt die davon betrof­fe­nen Nut­zer. Alter­na­ti­ven zu den eige­nen Red­dit­pro­gram­men wer­den so ver­un­mög­licht. Alt­ein­ge­ses­se­ne Nut­zer ver­las­sen rei­hen­wei­se die Platt­form.

Jetzt (läuft noch):
You­Tube ver­sucht dezen­tra­le Alter­na­ti­ven zu den offi­zi­el­len You­Tube-Pro­gram­men zu ver­bie­ten.

Manch­mal glau­be ich, ich hät­te das Zeug dazu, Geschäfts­füh­rer eines nam­haf­ten Tech­nik­kon­zerns zu wer­den. Man muss nur die Nach­rich­ten lesen, die dümm­sten Ideen der Kon­kur­renz sam­meln und dann sagen: das brau­chen wir auch!

WirtschaftIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Kai Gniff­ke, SPD.

Die­ser Arti­kel ist Teil 17 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Den Ist­zu­stand der Wirt­schaft und sei­ne Hin­ter­grün­de hier aber­mals zu erläu­tern wäre lang­wei­lig, das haben ande­re schon mal bes­ser, mal schlech­ter getan. Im Abreiß­ka­len­der der Aus­re­den, war­um es den Men­schen im rei­chen Deutsch­land finan­zi­ell zuse­hends schlech­ter geht, stand letz­tes Mal ein Krieg zwi­schen zwei mit Deutsch­land nicht ver­bün­de­ten Staa­ten. Die­se Aus­re­de gilt bis auf Wider­ruf.

Stei­gen­de Steu­ern und „Abga­ben“ (also Geld, das man zwar – wie bei jedem ande­ren gelun­ge­nen Raub (nach Tho­mas von Aquin) eben auch – unter Andro­hung schwe­rer Stra­fe zu zah­len ver­pflich­tet ist, das aber nicht „Steu­er“ heißt) erschwe­ren uns allen das Hal­ten unse­res Lebens­stan­dards, vom ein­fa­chen Arbei­ter bis hin zu den über­be­zahl­ten Ver­zicht­ba­ren im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk. Die müs­sen ja auch von irgend­was leben.

Kai Gniff­ke, seit fünf­tau­send Jah­ren in der SPD und nicht ganz so lan­ge ARD-Vor­sit­zen­der, möch­te als guter Vor­ge­setz­ter natür­lich die Lebens­qua­li­tät sei­ner Mit­ar­bei­ter erhö­hen und quatscht daher:

Der ARD-Vor­sit­zen­de Kai Gniff­ke hat sich für eine Erhö­hung des Rund­funk­bei­trags aus­ge­spro­chen. (…) Mit Blick auf die Bezah­lung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter führ­te Gniff­ke unter ande­rem die Preis­ent­wick­lung an.

Mir möch­te schei­nen, Kai Gniff­ke ist da einer ganz hei­ßen Sache auf der Spur: Men­schen, die immer mehr Geld aus­ge­ben müs­sen, brau­chen auch immer höhe­re Ein­nah­men oder weni­ger Aus­ga­ben. Den Bür­gern, denen die Preis­ent­wick­lung schwer zu schaf­fen macht, aller­dings mit der Begrün­dung, dass die Prei­se stei­gen, die Prei­se stei­gen zu las­sen wirkt auf mich zumin­dest undurch­dacht. Wäre es, wenn man schon nicht will, dass die eige­nen Mit­ar­bei­ter zu viel Geld aus­ge­ben müs­sen, nicht viel­mehr ziel­füh­rend, die­je­ni­gen ihrer Aus­ga­ben, auf die man selbst Ein­fluss hat, zu sen­ken?

Das Geschäfts­mo­dell der ARD wür­de sich im kon­se­quen­ten Markt­li­be­ra­lis­mus kaum zu behaup­ten wis­sen.

In den NachrichtenWirtschaft
3.499 US-Dol­lar

Es ist ein beru­hi­gen­des Gefühl für die Psy­che, wenn ein Pro­dukt einen Preis hat, der auf 9 statt auf 0 endet. Völ­lig fol­ge­rich­tig kostet App­les neue Tau­cher­bril­ledas Inter­net frag­te bereits wit­zelnd nach einem Apple-Schnor­chel – bei Ver­füg­bar­keit 3.499 US-Dol­lar, in Deutsch­land abseh­bar also ein paar Euro mehr.

Es ist kei­ne Rezes­si­on, wenn Bono nicht singt.

In den NachrichtenMontagsmusik
METZ – A Boat to Drown In // Got­tes­dienst­ta­sten

Nicht wecken.Es ist Mon­tag. Bit­te stö­ren: Die Zufrie­den­heit mit der Bun­des­re­gie­rung ist auf einem Rekord­tief. Weil aber sowie­so erst 2025 wie­der gewählt wird, ändert das nichts.

In Keve­laer gibt es jetzt einen Park­schein­au­to­ma­ten mit Got­tes­dienst­ta­ste. Schö­ne Idee: Auf St. Pau­li könn­te es dem­nächst Park­schein­au­to­ma­ten mit einer Quickie­ta­ste geben, in Ber­lin einen Park­schein­au­to­ma­ten mit einer Kotz­ta­ste. Span­nen­de (mei­ner­seits unge­klär­te) Fra­ge: Gilt die Got­tes­dienst­ta­ste auch für sata­ni­sche Mes­sen oder ist nachts das Par­ken sowie­so frei? – In Japan betrach­ten sie Reli­gi­on unter­des­sen als Gefähr­dung des Kin­des­wohls. Vor­bild­lich, zwei­fel­los.

Apro­pos Gefähr­dung des Kin­des­wohls: Till Lin­de­mann macht Musi­ker­din­ge und die Pres­se ist ent­setzt, weil sie sich nicht vor­zu­stel­len wag­te, dass man auch als Pro­mi­nenz noch bum­sen mag. Wäre ich noch gering­fü­gig zyni­scher und mach­te das zu mei­nem Lebens­in­halt, käme ich mit den Din­gen, die ich tun müss­te, um mög­lichst vie­len Men­schen gleich­zei­tig absicht­lich unan­ge­nehm zu sein, nicht mehr hin­ter­her: Ande­re Par­tei­en wäh­len, ande­ren Saft trin­ken, ande­re Bücher lesen, ande­re hash­tags ver­fol­gen, ande­re Kla­mot­ten tra­gen, ande­re Musik hören. Viel­leicht soll­ten sie Brat­wurst zum Album ver­kau­fen.

Apro­pos ande­re Musik.

METZ – A Boat to Drown In [OFFICIAL VIDEO]

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Ideen für neue Wett­be­werbs­na­men

Haben wir:

Die deut­sche Frau­en-Bun­des­li­ga hat einen Spon­so­ren­ver­trag mit Goog­le Pixel abge­schlos­sen und soll jetzt den Namen „Goog­le Pixel Frau­en-Bun­des­li­ga“ tra­gen.

Brau­chen wir noch:

  • Apple iPho­ne Hand­ball-Bun­des­li­ga.
  • Net­flix For­mel 1.
  • Insta­gram-Vier­schan­zen­tour­nee.
  • Das-blin­ken­de-Ding-in-der-Ecke-das-manch­mal-piept-ESC-Vor­ent­scheid.
  • Außer Kon­kur­renz, weil beschlos­sen: Lie­feran­do Chri­sto­pher Street Day.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 1. Juni 2023

Ah, 1. Juni. Dort, wo es nie­man­den stört, beginnt heu­te der jähr­li­che pri­de month, also Stolz­mo­nat, in dem Men­schen, deren sexu­el­le Vor­lie­ben auch oder aus­schließ­lich ihres­glei­chen umfas­sen, sich sehr dar­über freu­en; dort jedoch, wo es um die Rech­te sel­bi­ger nicht so gut bestellt ist, möch­te man lie­ber nicht auf­fal­len. Wann fin­den eigent­lich die Chri­sto­pher-Street-Day-Para­den in Ugan­da statt?


„Trink­geld aus Not­wehr“ fin­de ich gut.


Ganz tol­le Idee von Goog­le: Tun wir doch mal so, als wäre fieservirus.zip ein ganz nor­ma­ler URL.


Man ver­sprach uns flie­gen­de Autos, wir erhiel­ten gehack­te Zahn­bür­sten.

In den NachrichtenNerdkrams
Seid Ter­ro­ri­sten! (5)

Bezau­bern­de Neu­ig­kei­ten von der besten Euro­päi­schen Uni­on, die man für Geld kau­fen kann:

In sei­nen nicht bin­den­den Schluss­an­trä­gen schlägt Gene­ral­an­walt (AG) Szpu­nar vom Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on eine “Neu­aus­rich­tung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs zur Aus­le­gung von Arti­kel 15 Absatz 1 der Richt­li­nie 2002/58 in Bezug auf Maß­nah­men für das der Quel­le einer Ver­bin­dung zuge­ord­ne­te Luxem­burg” vor, und zwar in Form einer Recht­spre­chung, “die eine gene­rel­le und unter­schieds­lo­se Vor­rats­spei­che­rung von IP-Adres­sen (…) zum Zwecke der [Bekämp­fung] von Online-Straf­ta­ten vor­sieht, bei denen die IP-Adres­se das ein­zi­ge Ermitt­lungs­mit­tel ist.”

Von die­sen Gestal­ten War­nun­gen vor irgend­wel­chen ost­wär­ti­gen „Über­wa­chungs­staa­ten“ zu erhal­ten ist – wie im ver­link­ten Text aus­ge­führt – besten­falls eine Belei­di­gung der Intel­li­genz der Emp­fän­ger. Kei­ne Ahnung, war­um immer noch so vie­le Men­schen die Euro­päi­sche Uni­on immer noch für einen Hort von Frei­heit und Demo­kra­tie hal­ten. Der Jour­na­list Juli­an Assan­ge wird seit 1.511 Tagen von ihren Freun­den und Ver­bün­de­ten unter Fol­ter an wei­te­rem Jour­na­lis­mus gehin­dert. Das macht alles echt kei­nen Spaß mehr.

(Musik? Musik. Ein­fach, um ein­an­der zu beru­hi­gen.)

Unver­än­dert gilt: Seid Ter­ro­ri­sten! Ein siche­res VPN ist Selbst­ver­tei­di­gung. Nur, wer ein wirk­lich lang­wei­li­ges Leben hat, hat ver­meint­lich nichts zu ver­ber­gen.

In den Nachrichten
Olaf, der Nicht­knud­del­kanz­ler

Kreisch:

Ein Mann kommt Olaf Scholz gefähr­lich nahe. Trotz Per­so­nen­schüt­zern und Poli­zei gelingt es ihm, den Kanz­ler auf dem Roll­feld am Flug­ha­fen Frank­furt zu umar­men.

Das muss die­se Volks­nä­he sein, von der die SPD immer spricht.

Wie man’s auch nimmt: Ich möch­te auch mal ein Amt haben, in dem frem­de Men­schen, die Kör­per­kon­takt mit mir suchen, allein dafür ein­ge­sperrt wer­den. Ich bin gern bereit, mich von der erst­be­sten Par­tei als Kanz­ler­kan­di­dat auf­stel­len zu las­sen. Ich wer­de auch ganz ohne Elan dar­auf ver­zich­ten, einen daher­ge­lau­fe­nen Wicht nach Ber­lin ein­zu­la­den. Ver­spro­chen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Moni­ka Roscher Big­band – Queen Of Spa­des // Rent­ner­re­ser­vi­sten

Erst mal FrühstückEs ist – allem Pro­test zum Trotz wie zum Hohn – Mon­tag. Beim Blick über das Zeit­schrif­ten­re­gal ein­ge­fal­le­ne Fra­ge: War­um emp­fiehlt die „Women’s Health“ eigent­lich Fahr­rä­der mit Motor („E‑Bikes“), wirbt aber gleich­zei­tig für „mehr Fit­ness“? Und: Wäre ein Auto nicht noch schnel­ler?

Hier­zu­lan­de wird man oft zu mehr Bewe­gung getrie­ben, in den USA ist ein Spa­zier­gang ille­gal. Es könn­te alles schlim­mer kom­men. – Wir blei­ben bei Quatsch­heft­chen: Eine „künst­li­che Intel­li­genz“ schreibt jetzt unin­ter­es­san­te Rezep­te auf Tot­holz, nur die­je­ni­gen Beru­fe, auf die wir kei­ne Lust haben, müs­sen wir immer noch selbst aus­üben. Irgend­wann besor­ge ich mir mal eine fal­sche Tele­fon­num­mer, regi­strie­re mich mit die­ser Tele­fon­num­mer bei ChatGPT und dann fra­ge ich es mal nach einer guten Idee für die Revo­lu­ti­on. Wird Zeit.

Die Revo­lu­ti­ons­ar­mee ist jeden­falls schon gefun­den: 77 Pro­zent der Über-70-Jäh­ri­gen befür­wor­ten eine all­ge­mei­ne Dienst­pflicht (Archiv­ver­si­on) und als Rent­ner haben sie ja Zeit für wahl­wei­se den Genuss auf­merk­sam­keits­be­dürf­ti­ger Musik­stücke oder halt so was.

Schö­ne Idee vom Nürn­ber­ger Zoo­di­rek­tor: „Die bei­den sol­len sich nicht fort­pflan­zen, weil ihre gene­ti­sche Linie schon über­re­prä­sen­tiert ist.“ Das ist eine gute Grund­ein­stel­lung, fin­de ich. Im Text steht über­dies, dass es gesell­schaft­lich der­zeit kein Kon­sens sei, dass Goril­las lecke­res Mit­tag­essen sei­en (Zebras hin­ge­gen wohl schon), aber gera­de ändert sich ja viel. Guten Appe­tit, aber nicht über­trei­ben: Dicke sind Mör­der (Tuchol­sky, fast).

Apro­pos Musik, die Auf­merk­sam­keit bedarf. Für mich ist’s ja auch noch vor dem vier­ten Kaf­fee, da ist die mil­de Krö­nung Dröh­nung die bes­se­re Wahl als der Espres­so.

Moni­ka Roscher Big­band – Queen Of Spa­des (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Edgar’s Hair – Jonathan’s Dive

Edgar's Hair - Jonathan's DiveLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Im Novem­ber 2017 ver­öf­fent­lich­te das nie­der­län­di­sche Trio Edgar’s Hair, also „dem Edgar sei­ne Haa­re“, benannt wahr­schein­lich nach einem Fri­seur­sa­lon oder so (das ist jetzt eine von mir frei erfun­de­ne Anek­do­te), das erste von bis­her zwei Stu­dio­al­ben. Es ist ein Dop­pel­al­bum, des­sen Inspi­ra­ti­on das ermü­den­de Büch­lein „Die Möwe Jona­than“ gewe­sen sein soll (das wie­der­um nicht), und trägt den Titel „Jonathan’s Dive“ (TIDAL, Bandcamp.com, Amazon.de).

Zu hören gibt es nach dem über 12 Minu­ten lan­gen Ein­lei­tungs­stück „Glit­te­rings Height“, das bereits eine dich­te Atmo­sphä­re auf­baut, um stil­echt auf das Album ein­zu­stim­men, genau das, wor­auf der Ver­fas­ser die­ser Zei­len heu­te Lust hat: Tat­säch­lich an Anna von Hauss­wolff erin­nern­des Erha­ben-Kathe­dra­les („Banis­hed To A Soli­ta­ry Life On The Far Cliffs“) steht gleich­be­rech­tigt neben sanf­tem, aber immer auch beklem­mend dich­tem Jazz­rock („Floa­ting Time“, „The Mes­sen­ger“), gewürzt mit hör­ba­ren und von den Musi­kern selbst, so behauptet’s das Inter­net, zitier­ten Ein­flüs­sen von Grup­pen wie Motor­psy­cho, Mog­wai und Sigur Rós („The Gull Sees Far­thest Who Flies Hig­hest“), ohne dabei das über­ge­ord­ne­te Klang­bild zu ver­lie­ren.

The gull sees far­thest­w­ho flies hig­hest

Der crims­o­nes­que, nicht mal zwei­mi­nü­ti­ge Gitar­ren­aus­bruch „God’s Plan“ reißt als vor­letz­tes Stück nur kurz aus der Trance, bevor der veri­ta­ble, frei­for­ma­ti­ge Zwan­zig­mi­nü­ter „Stra­to­sphe­re“, der in der Tat auch eine Welt­raum­rei­se pas­send unter­ma­len könn­te, das Album beschließt. „Jonathan’s Dive“ sei ein Album mit sound­scapes, also Klang­flä­chen, behaup­tet die Band­camp­sei­te zum Album. Tat­säch­lich wird viel mit Geräu­schen expe­ri­men­tiert – im Titel­stück „reg­net“ es gar. Text gibt es nur spär­lich und wird auch nicht ver­misst.

Ein wirk­lich erfreu­li­ches Album also, und zum Glück auch kei­ne ein­ma­li­ge Ange­le­gen­heit: Bereits 2021 kam der deut­lich kür­ze­re, sti­li­stisch aber sehr ähn­li­che Nach­fol­ger raus. Von mir aus kön­nen sie das so wei­ter­ma­chen.

In den Nachrichten
Kurz gefragt (5): Harald Lesch!

Die „Letz­te Gene­ra­ti­on“ sei eigent­lich so was wie Pegi­da, näm­lich besorg­te Bür­ger, lie­ßen Sie medi­en­wirk­sam (Archiv­ver­si­on) die unvor­be­rei­te­te und damit schutz­lo­se Öffent­lich­keit wis­sen. Min­de­stens unan­ge­mes­sen erscheint es Ihnen zudem, Men­schen, deren Taten Ihnen selbst zufol­ge einen Straf­tat­be­stand erfül­len, als Straf­tä­ter zu bezeich­nen:

Die Letz­te Gene­ra­ti­on wür­de ihre Mei­nung ver­tre­ten und für eini­ge der „Maß­nah­men“ gebe es den Straftat­bestand der Nöti­gung, sag­te der Astro­phy­si­ker. (…) „Ihr seid kei­ne Mafia, ihr seid kei­ne Kri­mi­nel­len, ihr seid besorgt wie wir alle“, sag­te der Wis­sen­schaft­ler.

Und damit gel­te:

„Es kann nicht sein, dass man euch behan­delt wie Kri­mi­nel­le“, sag­te Lesch am Don­ners­tag in Mün­chen.

Unbe­ant­wor­tet und dar­um hier gestellt bleibt inso­fern die Fra­ge: Wie sind Men­schen, deren Taten Ihnen selbst zufol­ge einen Straf­tat­be­stand erfül­len, denn statt­des­sen zu behan­deln?