Sonstiges
Wir leben kei­ne Lie­bens­mit­tel

(Man lebe dort Kran­ken­haus, erzählt die Sana Kli­ni­ken AG über die Sana Kli­ni­ken AG und reiht sich so ein in eine schon jetzt zu lan­ge Liste der­je­ni­gen Unter­neh­men, die alles Mög­li­che leben wol­len, von mir über Schlaf, Büro, Küche, Hand­werk, Ideen, Nähe und Mar­ken bis hin zur Logi­stik. Aus­ge­rech­net sie, die Deut­schen, leben nur kei­ne Autos mehr. Was für ein trau­ri­ges Leben, denkt der schrei­ben­de Beob­ach­ter, muss es sein, wenn man es über Pro­duk­te defi­niert und letzt­end­lich nur sei­nen Arbeits­platz damit zu fül­len gewillt ist?)

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 14. März 2023

Gute Fra­ge: Flu­chen gute Pro­gram­mie­rer mehr oder regt C gute Pro­gram­mie­rer mehr auf?


Aus dem Selbst­ver­ständ­nis des 1. FC Nürn­berg und sei­ner Fans: „Wir set­zen vor­aus, dass … kei­ner­lei Form von Gewalt … strikt abge­lehnt wird.“ Klingt nach einem ver­nünf­tig-rea­li­sti­schen Welt­bild.

Nach­trag vom 18. März 2023: Der Satz wur­de inzwi­schen gram­ma­ti­ka­lisch kor­ri­giert. Soll ja kei­ner sagen, die­se Web­site hier wäre ohne Mehr­wert für die Welt.


Wie vie­le Welt­re­li­gio­nen wohl ent­stan­den sind, indem ein Scherz unter Freun­den ein wenig aus­geu­fert ist?


All mei­ne Freun­de sind grö­ßer als ein Haus. Doch, doch, das steht so in der Zei­tung.


Außer­or­dent­lich erfreu­li­che Mel­dung: Der Digi­tal­cou­ra­ge e.V., den ich unter sei­nem alten Namen Foe­BuD wesent­lich sym­pa­thi­scher fand, hat trotz­dem vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof so gut wie gewon­nen, was den Kampf gegen die Pflicht zur Fin­ger­ab­druck­ab­ga­be beim Aus­weis­ver­län­gern angeht (der Ver­ein ist dage­gen). Die deut­sche Bun­des­re­gie­rung hat sicher­heits­hal­ber nicht an der Anhö­rung teil­ge­nom­men. Sie hat­te sicher gera­de ein­fach nur viel zu tun.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: PoiL Ueda

PoiL UedaLan­ge nichts mehr über Musik WTF geschrie­ben.

Anfang März 2023 war­fen die ver­rück­ten Fran­zo­sen PoiL in Zusam­men­ar­beit mit der japa­ni­schen Sän­ge­rin und Biwa­spie­le­rin Jun­ko Ueda ein Album (TIDAL, Bandcamp.com, Amazon.de) auf den Markt (als gäb’s dafür einen Markt!), das schon 2021 auf sei­ne Live­taug­lich­keit gete­stet wor­den war. Dar­auf zu hören sind zwei Stücke, derer erstes („Kujô Shaku­jô“) ein drei­tei­li­ger bud­dhi­sti­scher Shō­my­ō­ge­sang ist, der, sich lang­sam stei­gernd, in einen (wenn auch ver­hal­te­nen) Avant­gar­de­aus­bruch stei­gert, und derer zwei­tes („Dan no ura“) in zwei Tei­len die, nun, See­schlacht von Dan-no-ura the­ma­ti­siert, sofern ich die Infor­ma­tio­nen im Inter­net rich­tig ver­ste­he. Mein Japa­nisch ist noch etwas unaus­ge­reift.

Live klingt die­se See­schlacht unge­fähr so:

PoiL Ueda – Dan no Ura – 壇ノ浦の戦い – Live

Für euro­päi­sche Ohren, sofern nicht im Japa­ni­schen geübt, klingt das womög­lich komisch (geht mir ja nicht anders), aber das ist wahr­schein­lich gar nicht mal unge­wollt. Zum unan­ge­foch­te­nen Licht­blick des Jah­res reicht es nicht, denn weni­ger als tol­len Lärm hät­te ich von PoiL auch nicht erwar­tet; aber mei­ne krach­freu­di­gen Syn­ap­sen geben’s der Dopa­min­pro­duk­ti­on wei­ter. Ich bin ange­tan und ärge­re mich, für die ein­schlä­gi­gen Festi­vals meist zu faul zu sein. Even­tu­ell soll­te ich das bei­zei­ten ändern.

MontagsmusikMir wird geschlechtNetzfundstücke
Epi­ca – Bey­ond The Matrix // Ber­li­ner Mops­jagd

Guten MorgenEs ist Mon­tag. Schö­nes Fund­stück: Vor etwa zehn Jah­ren haben Men­schen in die­sem Inter­net uniro­nisch dar­über debat­tiert, wel­che Ver­si­on von memc­py die am besten klin­gen­de Audio­aus­ga­be ermög­li­che oder so. Es ist ja immer auch alles etwas Eso­te­rik, wit­zeln die­je­ni­gen, die von außen auf die Audio­phi­liesze­ne gucken und sich über ver­meint­li­che Geheim­tipps wie „ver­gol­de­te Kabel“ beöm­meln; und das nicht mal zu Unrecht.

Gene­ral Motors möch­te, dass Autos künf­tig den Fah­rer auch mit Gequat­sche vom Ver­kehr ablen­ken. Ich begrü­ße die­sen Bei­trag zum Abbau der Über­be­völ­ke­rung und ‑befahr­zeu­gung aus­drück­lich. Einen zusätz­li­chen Bei­trag zur nach­drück­li­chen Ver­hü­tung lei­stet der Femi­nis­mus: „Das inter­sek­tio­nal-femi­ni­sti­sche Craft Bier aus Wien. Ein köst­li­ches Bier für vie­le Geschmäcker und alle Geschlechts­iden­ti­tä­ten!“ Dar­auf erst mal ein schö­nes männ­li­ches Jever. Sicher­heits­hal­ber male ich vor­her noch zwei Penis­se auf die Fla­sche. Man weiß ja nie.

Ande­rer­seits lockt das wie­der­um ande­re Ziel­grup­pen an, die für jeden in über­ra­schen­dem Kon­text klar erkenn­bar schei­nen. So postu­liert etwa das ZDF, die World Bank Group zitie­rend, neu­er­dings die Theo­rie, homo­se­xu­el­le Män­ner benut­zen (etwa im Auto) den „öffent­li­chen Raum“ auf ande­re Wei­se als hete­ro­se­xu­el­le Män­ner, wes­halb die­ser sie benach­tei­li­ge. Eine flink ange­füg­te Frech­dachs­mei­nung dazu war die Ver­mu­tung, die­se leg­ten es ver­mut­lich dar­auf an, dass ihnen einer, hehe, hin­ten rein­fährt, aber das ist natür­lich nicht sehr nett und der Frech­dachs soll­te sich sehr schä­men. – Auch schä­men soll­te man sich in Ber­lin: Wird dort eine Frau dabei erwischt, es zu wagen, ihre Brü­ste beim Schwim­men nicht vor den Augen anstän­di­ger moder­ner Chri­sten zu schüt­zen, rufen die­se umge­hend die Poli­zei. Falls noch jemand frag­te, war­um in Ber­lin die Kri­mi­na­li­tät blüht: Die Ord­nungs­hü­ter sind mit Möp­se­jagd beschäf­tigt.

Gestern Abend sah ich die mir bis dahin sträf­lich unbe­kann­te Musik­grup­pe Epi­ca live. Ich bin ziem­lich ange­tan und das liegt nicht mal an den beknack­ten Tex­ten.

EPICA – Bey­ond The Matrix (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

Persönliches
Unter Fuß­ball­fans: Wie ich aus Ver­se­hen eine Fuß­ball­mann­schaft gut fand.

Das hat­te ich nun davon, dass mir nach nur weni­gen Jah­ren des Hier­woh­nens zufäl­lig auf­ge­fal­len war, dass sich direkt um die Ecke mei­nes Wohn­ge­bäu­des außer einem freund­li­chen Fuß­ball­ki­osk, wo man Bier kau­fen kann, außer­dem eine Trink­hal­le, wo man es trin­ken kann, befin­det, wovon ich über­rascht ande­ren Men­schen erzähl­te: „Ich möch­te“, para­phra­sie­re ich einen anson­sten meist ange­neh­men Men­schen, „Fuß­ball gucken und du kommst mit“. Also kam ich mit.

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Netzfundstücke
Hä? (März-2023-Edi­ti­on)

Hä?

Im Rah­men des all­ge­mei­nen Bil­dungs- und Erzie­hungs­auf­trags (…) lei­stet [der Mathe­ma­tik-Unter­richt] wei­te­re Bei­trä­ge zu fach­über­grei­fen­den Quer­schnitts­auf­ga­ben (…), hier­zu zäh­len u. a. Men­schen­rechts­bil­dung, Wer­te­er­zie­hung, (…) geschlech­ter­sen­si­ble Bil­dung[.]

(„Wie viel sind ein­tau­send Mäd­chen plus ein­tau­send Mäd­chen?“)


Hä?

Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass es sich bei der Akti­on um einen aktu­el­len nega­ti­ven Tik­Tok-Trend han­delt. Hier­bei zei­gen eini­ge Per­so­nen ein der­art aso­zia­les Ver­hal­ten, wel­ches dazu füh­ren soll, einen Kino­film abbre­chen zu las­sen.


(Archiv­ver­si­on)?

Kli­ma­ak­ti­vi­sten der Letz­ten Gene­ra­ti­on wur­den zu mehr­mo­na­ti­gen Haft­stra­fen ver­ur­teilt. (…) Die Ver­ur­teil­ten gin­gen unmit­tel­bar nach dem Urteil erneut auf eine Stra­ße in Heil­bronn, um den Ver­kehr zu blockie­ren.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
MSPAINT – Dele­te It // Com­pu­ter­dig­ga weiß, wer der Bahn­b­abo ist

Gluck, gluck, gluck. CC BY-NC-SA https://pixelfed.social/p/jiangshanghan/533293206896866170Es ist Mon­tag. In meh­re­ren deut­schen Städ­ten fan­den oder fin­den dem­nächst Bür­ger­mei­ster­wah­len statt, in Frank­furt kan­di­dier­te ein Herr namens Bahn­b­abo gar nicht mal all­zu erfolg­los für das Amt. Ich habe die­se Künst­ler­na­mens­sa­che völ­lig falsch gemacht, stel­le ich dabei fest. Als tux0r wird man kein Bür­ger­mei­ster in Frank­furt, nur als – kei­ne Ahnung – Whis­ky­du­de viel­leicht. Com­pu­ter­bru­di. Musik­lauch. Gut, viel­leicht näch­stes Mal.

In den USA ist Linux­nut­zung jetzt eine aner­kann­te Reli­gi­on. Wo sind die Exor­zi­sten, wenn man sie mal braucht? – Die­sel­ben USA aller­dings, deren Regie­rung davor warnt, dass die Chi­ne­sen das Glei­che machen könn­ten wie sie selbst: „Tik­tok ist ein moder­nes tro­ja­ni­sches Pferd der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas, das dazu ver­wen­det wird, per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen von Ame­ri­ka­nern zu über­wa­chen und aus­zu­nut­zen“, das aner­ken­nen­de Nicken höre ich bis nach Nie­der­sach­sen. Der­je­ni­ge Jour­na­list, der 1971 die Pen­ta­gon-Papie­re ver­öf­fent­li­chen las­sen hat­te, blickt unter­des­sen sei­nem krebs­be­ding­ten Able­ben ent­ge­gen, sei­ne ver­mut­lich letz­te Kolum­ne ist um so lesens­wer­ter. Es man­gelt ja an Lebens­freu­de neu­er­dings. Die Stra­ße, an der die rus­si­sche Bot­schaft in West­min­ster sich befin­det, heißt jetzt Kyiv Road. Damit Putin erzit­tert, neh­me ich an. Inzwi­schen soll­ten Sati­ri­ker Abga­ben für die Frie­dens­ak­tio­nen des „Westens“ ver­lan­gen, fin­de ich. Ver­dient hät­ten sie es und Kul­tur ist ja immer noch rest­ge­schä­digt.

Apro­pos Krieg; nicht unin­ter­es­sant: Im 19. Jahr­hun­dert ver­füg­te der Papst anschei­nend über Kriegs­schif­fe. Ich fand die Vor­stel­lung kurz lustig, dann fiel mir die Inqui­si­ti­on wie­der ein.

Auch lustig, aber anders: Es gibt eine Musik­grup­pe namens Micro­soft Paint oder so. Die Musik ist aber auch ganz gut.

Dele­te It (feat. Mili­ta­rie Gun)

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Lord of the Todes­lost

Ich könn­te jeman­den tott­wit­tern vor aus­blei­ben­der Begei­ste­rung (Archiv­ver­si­on):

Das Publi­kum hat gespro­chen: Deutsch­land wird beim ESC 2023 von den Düster-Rockern Lord Of The Lost ver­tre­ten.

Nun sind die „Düster-Rocker“ Lord Of The Lost, die­se Tokio Hotel für beson­ders böse Emos, mir per­sön­lich zwar eine will­kom­me­ne­re Wahl (an der ich indes gar nicht teil­ge­nom­men habe) als man­che „Ver­tre­ter Deutsch­lands“ in den ver­gan­ge­nen Jah­ren es waren, doch hal­te ich es für eine wenig­stens beden­kens­wer­te Idee, einen Titel namens „Blood & Glit­ter“ („Blut und Glit­zer“) als „stell­ver­tre­tend für Deutsch­land ste­hend“ in einen Wett­streit der Kul­tu­ren zu schicken, aber das Föje­tong froh­lockt, denn die Kür ver­an­lass­te eine ehe­ma­li­ge Poli­ti­ke­rin zum Was­ser­sport, indem sie näm­lich „zurück­ru­der­te“:

Deut­scher ESC-Sän­ger legt sich mit Frau­ke Petry an (…) Sei­ne Fans dan­ken es ihm, schrei­ben in die Kom­men­ta­re: „Nor­mal ist lang­wei­lig, ich freue mich auf euch“, oder „groß­ar­tig reagiert, Jungs“.

Selbst Men­schen, die ich sonst eigent­lich ganz in Ord­nung fin­de, beschlos­sen dar­auf­hin, Lord Of The Lost öffent­lich als ihre „Lieb­lings­band“ zu bezeich­nen, weil „Rech­te“ sich davon rei­zen lie­ßen. Mei­ne Ent­geg­nung, nicht alles im Leben sei eine Bun­des­tags­wahl und das Leben selbst über­dies zu kurz, um all das eige­ne Stre­ben dar­an zu mes­sen, dass man die Rich­ti­gen damit auf eine mög­lichst hohe Pal­me brin­gen möge, traf nicht auf war­men Emp­fang.

Hät­te man dann nicht wenig­stens WIZO schicken kön­nen?

Sonstiges
daſz

Zu den beklopp­te­sten schrift­li­chen Dis­kus­si­ons­bei­trä­gen, auf die ich in den letz­ten Jah­ren in ver­schie­den­sten Zusam­men­hän­gen (immer­hin: künst­li­che Intel­li­genz schei­tert am Kon­text) traf, gehört der Rück­zug auf Recht­schreib­hin­wei­se, seit eini­gen Jah­ren gern in der Geschmacks­rich­tung „aber die Reform von 1996“.

Ich befin­de mich zu mei­nem Bedau­ern in einem Alter, in dem ich nur wenig zu jung war, um mir nicht das eiser­ne „es heißt jetzt ‚dass‘, ‚daß‘ ist falsch!“ anzu­ge­wöh­nen, obwohl ich „daß“ und „muß“ schrift­bild­lich wesent­lich attrak­ti­ver fin­de als „dass“ und „muss“. Oft begeg­ne ich im ech­ten und auch im vir­tu­el­len Leben Men­schen, denen das Ver­gnü­gen ver­gönnt war, die schö­ne­ren Schreib­wei­sen ver­wen­den zu kön­nen, ohne dass jemand mit Rot­stift an den Rand des Geschrie­be­nen gemalt hat, wes­halb sie auch heu­te noch auf eine Anpas­sung ihrer Recht­schrei­bung an irgend­wel­che Ände­run­gen sei­tens des Rates für deut­sche Recht­schrei­bung ver­zich­ten. Was soll­te ihnen auch zusto­ßen, wenn sie auch wei­ter­hin so schrei­ben, wie es vor 1996 üblich war? Die Gefahr, dass ihre Deutsch­leh­rer sie eines Abends zu Hau­se besu­chen und ihnen dort eine Sechs geben, hal­te ich für – obwohl nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen – doch zu ver­nach­läs­si­gen.

Schrift­spra­che dient der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Was leicht ver­stan­den wer­den kann, ist nur „falsch“, wenn man ohne unbe­ding­te Not­wen­dig­keit auf die Ein­hal­tung eines von irgend­ei­ner als sol­che aner­kann­ten Auto­ri­tät ver­fass­tes Regel­wer­kes beharrt. Mei­ne Aus­fer­ti­gun­gen eines Deutsch­dik­ta­tes zur Schul­zeit waren meist tadel­los, stets tadel­arm, und den­noch ver­tre­te ich nicht die Ansicht, es sei der Ent­wick­lung eines Schü­lers zu einem voll­wer­ti­gen Men­schen drin­gend zuträg­lich, jedes Wort der All­tags­spra­che exakt so schrei­ben zu kön­nen, wie es anläss­lich der jeweils jüng­sten Revi­si­on die­ses Regel­wer­kes als kor­rekt defi­niert wor­den ist.

Ob nun jemand in einem Brief, einem Blog, einem sozia­len Netz­werk oder auch in einem belie­bi­gen Web­fo­rum „das“, „daß“ oder gar „daſz“ schreibt, wenn er das meint, was der Rat für deut­sche Recht­schrei­bung momen­tan als „dass“ defi­niert, ist nur in dem (selbst dann vor allem der Komik nütz­li­chen) Fall von Belang, dass der sol­ches Schrei­ben­de zuvor zum Bei­spiel die ver­meint­lich schlech­te Schul­bil­dung eines the­ma­ti­schen Kon­tra­hen­ten belä­chelt hat. Ich wünsch­te, es wür­den noch mehr Men­schen „total ver­al­tet“ schrei­ben. Dann könn­te ich mir das „dass“ viel­leicht end­lich auch abge­wöh­nen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Yo La Ten­go – This Stu­pid World // Aku­ter Bock­ver­lust

Ahh - sitzen.Es ist Mon­tag. Mei­ne Pro­no­men sind gera­de zu Tisch. Der Sohn von Paris Hil­ton, erfah­re ich gegen mei­nen Wil­len aus dem Inter­net, tra­ge eben­falls den Namen einer Stadt. Ich habe jetzt nicht nach­ge­se­hen: Ist es Düs­sel­dorf? Ich hof­fe, es ist Düs­sel­dorf!

Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter Stef­fen Kam­pe­ter (CDU) schießt einen Bock und befin­det, es gebe kei­nen Fach­kräf­te- (stimmt), son­dern einen Bock­man­gel. Was poten­zi­el­len Arbeit­neh­mern feh­le, sei inso­fern nicht ein gutes Gehalt oder erträg­li­che Arbeits­pen­sen (das ist nicht der Plu­ral von Arbeits­pe­nis), son­dern Bock. Viel­leicht soll­te er es mit einer Bock­trans­plan­ta­ti­on ver­su­chen.

Die Grün­der von Goog­le hat­ten 1998 eine gemein­sa­me Ver­öf­fent­li­chung raus­ge­bracht, in der sie fest­stell­ten, dass rekla­me­fi­nan­zier­te Such­ma­schi­nen die Inter­es­sen von Wer­be­trei­ben­den über die der Nut­zer stel­len. Anschei­nend war das als Kom­pli­ment gemeint. – Goo­gles Soft­ware wird immer schlech­ter. Goog­le fin­det das gut. Mein Ziel beim Code­schrei­ben ist es ja, dass mög­lichst weni­ge Feh­ler beho­ben wer­den müs­sen, aber ich bin ja auch kein rei­cher Kon­zern, son­dern bloß ein Blöd­mann mit einem Text­edi­tor. (Na gut: ein Blöd­mann mit ziem­lich vie­len Text­edi­to­ren.) Da fragt man mich natür­lich auch nicht.

Die Bay­ern­par­tei nölt auf Twit­ter, es habe einen „Eth­no­zid an Bay­ern“ mit einem „Ver­bot kul­tu­rel­ler Gegen­stän­de und Bräu­che“ und der Auf­er­le­gung einer neu­en kul­tu­rel­len Iden­ti­tät gege­ben. Tap­fe­re Wor­te aus einem Land, des­sen poli­ti­scher Gefechts­füh­rer über­all Kreu­ze hin­hän­gen will. Im wei­te­ren Ver­lauf mei­ner Recher­chen erfuhr ich, dass es anschei­nend auch eine Süd­ti­ro­ler Par­tei ähn­li­cher Ziel­rich­tung gibt. Der Schelm in mir hofft auf gute Wahl­er­geb­nis­se. Ein­fach, weil Cha­os lustig ist.

Lusti­ge Cha­os­idee auch von „Funk“, einem öffent­lich-recht­li­chen „Ange­bot“: Auf der Liste der wit­zig­sten Fil­me ste­hen nur Fil­me von Män­nern? Kein Pro­blem: Dann gibt es ein­fach eine zwei­te Liste mit den wit­zig­sten Fil­men von Frau­en. Ihr wisst schon: weil Frau­en nicht im eigent­li­chen Sin­ne wit­zig sind. Bestimmt dis­kri­mi­niert das wie­der irgend­wen.

This stu­pid world, / it’s kil­ling me.

Yo La Ten­go- „This Stu­pid World“ (Offi­ci­al Audio)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Art­ver­ein DKLI (oder so)

Yo, „Kunst­ver­ein DALI e.V.“, wobei „DALI“ nicht nur so ähn­lich klingt wie der Name eines ver­stor­be­nen Sur­rea­li­sten, son­dern auch für „Dar­stel­lung, Art [sic! A.d.V.], Lite­ra­tur, Inspi­ra­ti­on“ ste­hen soll,

wenn ihr schon unbe­dingt einen Namen haben wollt, der „irgend­was mit Kunst“ ist, auch wenn ihr dafür mehr­spra­chig zu sein bereit seid: Wäre eine Umbe­nen­nung in KLIMT – Kunst, Lite­ra­tur, Inspi­ra­ti­on, Model­lie­rung, TLS auf unse­rer Web­site lei­der kaputt – nicht ein irgend­wie weni­ger selt­sa­mer Name?

Schenk‘ ich euch!

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Amyl and the Snif­fers – Sna­kes // Klo­bi­ge Omas.

Na ja, erst mal ein Nickerchen.Es ist Mon­tag. Laut einer Stu­die wer­den Penis­se immer län­ger, aber auch immer weni­ger frucht­bar. Ich bin von einem die­ser bei­den Pro­ble­me nicht betrof­fen, hal­te die Ent­wick­lung aber ins­ge­samt für löb­lich. Bit­te nichts dage­gen unter­neh­men.

Letz­te Woche woll­te mir schon wie­der jemand weis­ma­chen, Demo­kra­tie, Wohl­stand und Frie­de sei­en wesent­li­che Errun­gen­schaf­ten des Westens, und wahr­lich, Demo­kra­tie und Wohl­stand errei­chen wie­der unge­ahn­te Höhen: Wenn man in Ber­lin SPD und Grü­ne abwählt, dann bekommt man halt statt­des­sen SPD oder Grü­ne. In Nürn­berg wie­der­um star­ben allein in die­sem Win­ter meh­re­re Obdach­lo­se; ganz schön undank­bar von ihnen, immer­hin ist Wohl­stand. Nur der Frie­de hielt mich, zuge­ge­be­ner­ma­ßen, davon ab, dem gest­ri­gen „viert­größ­ten Kar­ne­vals­zug Deutsch­lands“ (Pres­se), der blö­der­wei­se aus­ge­rech­net hier statt­fin­den muss, einen deut­li­chen Aus­druck des Miss­fal­lens auf den Weg zu geben. Erschreckend vie­le Har­ry Pot­ters säum­ten jeden­falls am Abend die Stra­ßen. Her­aus­zu­fin­den, ob „ava­da kedav­ra!“ bei ihnen wirk­lich funk­tio­niert, war mir aller­dings zu doof. – Zufalls­fund: Die Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der MLPD hat was gegen Kif­fen. Kei­ne Ahnung, was statt­des­sen ihre Aus­re­de dafür ist, so zu sein.

Jah­re­lang wies ich an ver­schie­de­nen Stel­len zu ver­schie­de­nen Gele­gen­hei­ten dar­auf hin, dass die Kosten­los­kul­tur in der EDV gar kei­ne so über­zeu­gen­de Idee ist, weil Qua­li­täts­si­che­rung was kostet und Ent­wick­ler ihre Mie­te auch gern bezah­len wür­den. Es beru­higt mich, dass auch das offen­bar zur Besin­nung gekom­me­ne Linux­be­ju­be­lungs­ma­ga­zin „hei­se online“ mir mitt­ler­wei­le zustimmt, indem es Mar­tin Hol­land for­dern lässt, die Nut­zung von Mast­o­don sol­le end­lich auch die ein­fa­chen Nut­zer ordent­lich Asche kosten. Spreu und Wei­zen, man kennt es.

Für das bizar­re öffent­lich-recht­li­che „Ange­bot“ „Funk“ hat „Cold­mir­ror“, deren frü­he­res Schaf­fen mich bis heu­te eher irri­tiert, die Titel irgend­wel­cher Por­no­s­pams ins Deut­sche über­set­zen las­sen und vor­ge­le­sen. Das Ergeb­nis ist, wie ich trotz der ver­gleichs­wei­se gerin­gen Eigen­lei­stung zuge­ben muss, ziem­lich lustig. – Anders­wo im Web hat jemand „abge­lehn­te Emo­jivor­schlä­ge“ gesam­melt, also die­je­ni­gen Emo­jis, die nicht in den jewei­li­gen Stan­dard auf­ge­nom­men wor­den sind. Am mei­sten freut mich die Nicht­zu­las­sung vom „Frow­ning Face with Lowe­red Eye­brows“. Ich wür­de sonst wahr­schein­lich viel häu­fi­ger Emo­jis benut­zen (oder zumin­dest die­ses); etwa, wenn ich sol­che Mel­dun­gen lese: Zwei Geschich­ten von Don Rosa – dem ein­zi­gen ehe­ma­li­gen Dis­ney­zeich­ner, des­sen Werk im Schrank zu haben eine Berei­che­rung ist – wur­den vom skru­pel­lo­sen Dis­ney­kon­zern in den Gift­schrank gescho­ben, weil in ihnen ein von einem ziem­lich über­zeich­ne­ten afri­ka­ni­schen Medi­zin­mann beschwo­re­ner Zom­bie auf­taucht. Kann man nicht mehr machen. Dago­bert Duck ist jetzt eine Nazi­co­mic­fi­gur. Die Ein­schlä­ge kom­men näher.

Und was machen wir, wenn die Ein­schlä­ge näher kom­men? Rich­tig: Wir hören Punk.

Sna­kes

Guten Mor­gen.