Elektro ist ein humanoider Roboter (…). Er kann sich bewegen, seine Finger abzählen, eine Zigarre rauchen und verfügt über einen begrenzten Sprachschatz von 700 Wörtern. Mit letzterem ist er in der Lage, eine Konversation zu simulieren.
Wikipedia
50 Jahre ruhelos.
Seit September 1983, freut sich „heise online“, konnten „zumindest Gutverdiener“ endlich aufhören damit, auch mal nicht rund um die Uhr für jeden geleckten Businesskasper (und später: jeden, dem man seine Telefonnummer zu geben naiv genug war) erreichbar zu sein:
Im September 1983, über zehn Jahre nach dem ersten Mobilgespräch, wird Mobilfunk zur Realität – zumindest für Gutverdiener. Als das DynaTAC 8000X auf den Markt kommt, wiegt es nur noch 800 Gramm und kostet 4000 US-Dollar, inflationsbereinigt entspricht das heute über 12.000 Dollar.
Hätte die Menschheit damals schon geahnt, wie rast- und ruhelos es sie machen würde, ständig das Kommunikationsbedürfnis anderer Leute ausbaden zu müssen, wäre das, wie ich befürchte, alles noch viel schneller gegangen.
Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs – Ultimate Hammer // Fragen über Fragen.
Es ist Montag. Die blöden Witzchen sind vorüber, um so härter trifft, was man liest: Ray Shulman verstarb. Ich finde das nicht gut. Das Alter, in dem diejenigen Musiker, deren Werke ich am meisten schätze, zwar zusehends öfter in den Nachrichten erscheinen, jedoch meist in der Rubrik der Nachrufe, wollte ich eigentlich nicht so schnell erreichen.
Ab heute ist das „Deutschlandticket“ – diese Vorliebe der Deutschen, allem einen englischen Namen zu geben, nur Deutschland nicht, sollte auch mal jemand untersuchen – erhältlich (Archivversion). Ich hoffe, das wird den Fernverkehr etwas entlasten. Wir Bonzen in den InterCitys haben gern unsere Ruhe. Relevante Anschlussfrage: Wird die BahnCard 100 mit dieser Teilentwertung jetzt eigentlich günstiger oder noch teurer? In Paris hat die Mehrheit der Demokratie (also etwa 89 Prozent derjenigen 7,46 Prozent der Einwohner der Stadt, die überhaupt Lust hatten, an dieser Abstimmung teilzunehmen; nächste Frage: die dortige Bürgermeisterin nennt das einen „Sieg der Demokratie“, wie ironisch lässt sich das betonen?) ein noch lästigeres Verkehrsmittel für noch lästiger erklärt und elektrische Leihroller verboten (Archivversion). Die schöne Freizeitbeschäftigung des Rollerschubsens nimmt damit wohl ein jähes Ende. Andererseits: Dass ich mal einen Franzosen um irgendetwas beneide (schlimme Sprache, schlimme Küche, schlimme Politik), passiert ja auch nicht so oft. Das muss sollte man anerkennen.
Letzte Frage, dann soll’s das für heute gewesen sein: Warum gilt die „Süddeutsche Zeitung“ als journalistisches Medium und Wikileaks nicht? Seltsame Nachrichten unterdessen aus der Klimaforschung: „Das Konsumklima setzt (…) seine Erholung fort und legt zum sechsten Mal in Folge zu.“ Nur die Verbraucher mit ihrer lästigen Verunsicherung trüben noch das Bild, weil sie einerseits nur noch normal oft arbeitslos werden, aber sich trotzdem nicht mehr so viel leisten können wie noch vor wenigen Jahren. Wie unhöflich!
Auch nicht höflich, muss sie aber auch nicht sein: Musik.
Guten Morgen.
Über ListenBrainz und Last.fm
Wie manche meiner Leser bereits festgestellt haben (es soll gar bereits vorgekommen sein, dass ich dort meine „Kontaktliste“ entsprechend ergänzte), nehme ich seit Juli 2005 an dem damals noch Audioscrobbler heißenden, im selben Jahr von Last.fm gekauften Dienst teil, der es mir ermöglicht, mein (jedenfalls per Computer) Gehörtes im Web abzubilden. Hierbei lässt sich Last.fm in allerlei andere Software integrieren, selbst YouTube wird unterstützt. Ein Vorteil davon ist, dass ich jederzeit Statistiken herumzeigen kann, was ich gerade „so höre“. (Es ist nicht massentauglicher Kram. Ich höre gern nicht massentauglichen Kram.) Ich mag Statistiken.
Nun steht Last.fm als mittlerweile zu CBS gehörendes Angebot vor der Herausforderung, seinen Chefs zumindest ein bisschen Geld einbringen zu müssen. Dafür – das war mir aufgefallen – wird es zusehends lästiger, als nicht zahlender „Kunde“ (meinten Sie: Ware?) auf der Website herumzudrücken, da fortwährend der Hinweis erscheint, man könne ja gegen eine monatliche Zahlung zum Beispiel Monats- und nicht bloß Wochen- und Jahresstatistiken angucken. Ich halte dieses Abonnementunwesen für fürchterlich, aber mich fragt natürlich keiner. Gibt es da eigentlich eine andere Möglichkeit?
Liegengebliebenes vom 1. April 2023
Folgende Frage von „Mädelsabende“ (ein „Angebot“ des ZDF; eure Rundfunkgebühren bei der Arbeit) möge den 1. April (April, April! Hahahaha! Haha! Ha!) einleiten: Wann habt ihr das letzte Mal mit eurer Yoni gesprochen?
Kaum ernähre ich mich mal etwas fleischärmer als zuvor, werde ich angebrüllt: Gestresste Tomaten werden laut (Archivversion). Steak macht so was ja nicht.
„Sie VW-Aufsichtsrat!“ muss endlich als wüste Beschimpfung akzeptiert werden.
1714:
Das Haus Hannover – bis heute im Amt – übernimmt den britischen Königsthron.
2023:
In Hamburg wird infolgedessen ein ICE-Wagen gesperrt.
„Welche Pronomen hast du?“
„… äh, er/ihn/sein …?“
„Alles klar, du hast Hausverbot.“
Jugendschutz (Symbolbild)

(Bild: „heise online“)
Steigende Lebensmittelpreise nutzen die Autobahnen weniger ab.
Lang sagte, die Koalition wolle die LKW-Maut erhöhen, um mehr Spielraum für Investitionen in die Bahn zu haben.
Fefe (korrekt):
Ein Leser hat noch den weiterhelfenden Hinweis, „LKW-Maut“ beim Lesen im Kopf durch „steigende Lebensmittelpreise“ zu ersetzen, weil das in der Praxis die Auswirkung sei.
Ich habe auf Grundlage meiner UnClouder-Erweiterung mal ein Tampermonkey-Script zusammengeschludert, das das automatisiert:
// ==UserScript== // @name LKW-Maut-Unbullshitter // @author tux0r // @namespace tuxproject.de // @description Ersetzt auf allen Websites "LKW-Maut" durch deren Ergebnis. => https://blog.fefe.de/?ts=9add3825 // @match *://*/* // @version 1 // @license CDDL-1.1; https://spdx.org/licenses/CDDL-1.1.html#licenseText // @run-at document-idle // ==/UserScript== let replaceMap = new Map(); // Vereinheitlichung der Schreibweise: replaceMap.set("L(KW|kw)[ -]Maut", "LKW-Maut"); // Kluger Kontext... die deutsche Sprache ist für so was wirklich ein Vergnügen. :-) // Bestimmt habe ich ein paar Fälle vergessen, aber als Anfang reicht das: replaceMap.set("die LKW-Maut ist", "steigende Lebensmittelpreise sind"); replaceMap.set("die LKW-Maut wird", "steigende Lebensmittelpreise werden"); replaceMap.set("die LKW-Maut soll", "steigende Lebensmittelpreise sollen"); replaceMap.set("Die LKW-Maut ist", "Steigende Lebensmittelpreise sind"); replaceMap.set("Die LKW-Maut wird", "Steigende Lebensmittelpreise werden"); replaceMap.set("Die LKW-Maut soll", "Steigende Lebensmittelpreise sollen"); replaceMap.set("^LKW-Maut ist", "Steigende Lebensmittelpreise sind"); replaceMap.set("^LKW-Maut wird", "Steigende Lebensmittelpreise werden"); replaceMap.set("^LKW-Maut soll", "Steigende Lebensmittelpreise sollen"); replaceMap.set("^LKW-Maut", "Steigende Lebensmittelpreise"); replaceMap.set("([Ww])egen der LKW-Maut", "$1egen der steigenden Lebensmittelpreise"); replaceMap.set("der LKW-Maut", "den steigenden Lebensmittelpreisen"); replaceMap.set("(die )?LKW-Maut", "steigende Lebensmittelpreise"); let allElems = document.body.querySelectorAll('*'); allElems.forEach(function(elem) { // Ersetzen: let allChildren = elem.childNodes; allChildren.forEach(function(thisNode) { if (thisNode && thisNode.nodeValue) { let t = thisNode.nodeValue; for (var [key, value] of replaceMap) { let re = new RegExp(key, "g"); t = t.replace(re, value); } thisNode.nodeValue = t; } }); });
Es möge zur Erheiterung beitragen.
Yep: Junge Leute gone WRONG! #fail #boomer
Vor ein paar Tagen, es könnten bereits Wochen sein, wurde ich im Verlaufe eines echauffierten geteilten Monologs zweier junger, mir ansonsten unbekannten Personen, die weder für mein bevorzugtes Beziehungsmodell (offenbar wird man durch gelebte Kritik an institutionalisierter Paarbeziehung zu einem, man erlaube mir das wörtliche Zitat, „kranke[n] H[uren]s[ohn]“, was meine Mutter so wohl nicht unbedingt bestätigen würde) noch für meine kurzzeitige Anwesenheit in einem Chatraum, in dem – was ich vorher nicht wusste – überwiegend noch jüngere Menschen als ich ihr Unwesen treiben, als „Boomer“ beschimpft. Mein Einwand, dass ich dessen Definition schon aufgrund meines Geburtsjahres deutlich verfehle, traf nicht auf begierige Aufnahme; ist man über dreißig, ist man „Boomer“, so will es der Volksmund.
Das ist eine weitgehend uninteressante Passage – Fremde beschimpfen Fremde im Internet, der Überraschungseffekt ist mit „gering“ noch unzureichend zurückhaltend beschrieben -, aber ich musste vorhin wieder an sie denken und die Europäische Union ist schuld.
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Reflector – V // Webarchiv verbieten verboten
Es ist Montag. Ziemlich großartiges Schild: Verbieten verboten.
Das würde ich gern als Titelzeile jedes Webbrowsers voreingestellt sehen. Früher war vieles besser anders: Die Urheberrechtsindustrie würde gern das Webarchiv zumachen, was ich eine Unverschämtheit nennen würde, wäre „Unverschämtheit“ nicht so ein erschreckend harmloses Wort für diesen Irrsinn. Ich empfehle dringend, Konzernen, die im Internet irgendwas tun wollen, so wenig dabei zu helfen wie möglich. Es war ein Fehler, diesen Menschen einen Computer zu geben.
Apropos Webarchiv: In einem Milliliter Flüssigkeit können viele Milliarden Datenspeicher liegen, entnehme ich einem Konkurrenzkatalog. Nur noch eine Frage der Zeit, bis man Bewerbungsunterlagen einfach an die Bürotür pinkeln kann, schätze ich. – Andere qualifizieren sich schlicht mit ihrer Arbeit: Dienstags veröffentlicht Microsoft Sicherheitskorrekturen für Windows, mittwochs werden sie ausgenutzt. Das amüsiert mich ein bisschen, ist (für am Hacken Interessierte) aber auch durchaus interessant zu lesen.
Letzten Oktober berichtete das seltsame Webportal „Watson“, die Deutsche Bahn sei pünktlicher, wenn Prominente mitfahren. Ich empfehle meinen Lesern selbstverständlich nicht, zwecks kommender Zugfahrten jeweils einen Prominenten als Geisel zu nehmen, um den Anschlusszug zu bekommen. Prominente sind nämlich teuer und nicht immer ganz stubenrein.
Da wir hier alle so fröhlich beisammen sind, möchte ich meinem selbst erteilten Bildungsauftrag gerecht zu werden versuchen und warne daher aufgrund jüngster Erfahrungen Folgendes: Eine Freundschaft setzt immer voraus, dass man zugunsten des Glückes des Anderen auch mal und keineswegs als Regel derjenige ist, der zurücksteckt, denn sie sollte zum Ziel haben, einander gut zu tun; eine Freundschaft aber, die monate‑, gar jahrelang das nötige Geben und Nehmen sehr einseitig verteilt, ist keine Freundschaft, sondern eine Ehe Frechheit. Es ist schade, dass – womöglich sozial bedingt – das Beenden einer Freundschaft meist mehr Überwindung kostet als ihr Schließen, aber es ist oft die klügere Idee. Der beste Zeitpunkt ist ohnehin immer wann anders. Ich wünschte, das hätte mir jemand vorher gesagt. (Abt.: der alte Mann wird schon wieder komisch.)
Zeit für etwas sphärische Musik (Album: „Echo Colonnade“, 2022 – wieder eins, das mir entgangen war!). Bevor das alles noch schlimmer wird.
Guten Morgen.
Unter Fußballfans (2): Brutal.
Zu den Nebeneffekten meiner Beschäftigung mit Fußball und seiner Kultur – ich berichtete – gehörte im Übrigen, dass ich eine Zeitlang die Website des „Kicker“, anscheinend eins der Qualitätsblätter aus der Fußballwelt, leidlich aktiv zur Kenntnis nahm. Überrascht erfuhr ich dort, dass das Wort „brutal“ („roh, gefühllos und gewalttätig“, Duden) offenbar in negativem Kontext kaum mehr stattfindet:
„So etwas erträumt man sich immer so – das Derby zu entscheiden. Brutal, dafür spielt man Fußball“[.]
Bzw. auch:
„Ich habe das Gefühl: Nach fünfeinhalb Monaten, in denen wir brutal viel investiert und eine wirklich ordentliche Vorrunde gespielt haben, ist mit dieser Niederlage heute sehr viel kaputtgegangen. Das ist brutal schade.“
(Zitate jeweils: kicker.de)
Man wundert sich ja auch nur noch nuanciert über das alles.
Korrekter Umgang mit JavaScript
Kurz angemerkt zur Wahlrechtsreform
Dass augenscheinlich sämtliche Medien landauf, landab etwas von einer „umstrittenen“ Reform daherquatschen, als sei nicht grundsätzlich alles, was einer Abstimmung bedarf, schon qua Definition umstritten, ist ein zu wenig umstrittener Umstand angesichts der Lappalie, dass die Grundmandatsklausel wegfallen könnte, denn das ist ein im Prinzip erst mal richtiger Schritt, der Parteien, die auch aufgrund untauglicher Führungsfiguren nicht mal fünf Prozent der Wähler hinter sich vereinen können, dazu drängen könnte und sollte, entweder weniger beknackte Wortmeldungen zum Besten zu geben oder – was ich begrüßen würde – engagiert gegen die umstrittene Fünf-Prozent-Grenze zu streiten.
Medienkritik in Kürze: Fußgängerin rammt SUV
Eine 71jährige Fußgängerin war aus dem dortigen Kiosk gegenüber des Busbahnhofes plötzlich mangels Aufmerksamkeit auf die Fahrbahn getreten und dort seitlich gegen einen soeben anfahrenden weißen SUV gestoßen.
Wesentliche, nicht beantwortete Frage: Trug sie einen Helm?
Sleaford Mods – On The Ground // Mein Haus, mein Auto, jemandes Server.
Es ist Montag. Ooooh!: Offenbar wird die Serie Monk in Form eines Filmes fortgesetzt werden. Die Hauptfigur des Adrian Monk – die Jüngeren kennen das ja gar nicht mehr – ist ein Herr mit zahlreichen Neurosen, ein Protagonist also, mit dem ich mich identifizieren kann; sympathisch eben. Mögen sie’s nicht mit irgendwelchen Zeitgeistsperenzchen verderben.
Am jüngst vollendeten Wochenende unterhielt ich mich in diesem neumodischen Internet mit einem Menschen von etwa zwanzig Jahren, der einerseits von sich behauptete, keinesfalls oberflächlich zu sein, jedoch an mehreren Stellen im Web ausdrücklich darauf hinweist, der „Administrator“ (also der bestellte Verwalter) eines „eigenen“ Discordservers zu sein, was sowohl technisch zumindest unvollständig ausgedrückt als auch kein allzu großer Grund zum Prahlen ist. Er sei eben stolz auf „seinen“ Server, wischte der junge Zeitgenosse meinen Einwand weg, und mit Oberflächlichkeit habe das ja nichts zu tun, wenn man mit virtuellen Werten prahle. Niemals würde er nämlich jemanden hässlich nennen, was die einzig gültige Definition von Oberflächlichkeit sei, so fasse ich das Fazit des Gesprächs zusammen, das ich dann auch bald verließ. Bislang bin ich noch nicht zu einer Erkenntnis gelangt, welche Moral sich hieraus ziehen lässt, aber bestimmt ist sie ziemlich gut.
Das Publikum verwechselt leicht den, welcher im Trüben fischt, mit dem, welcher aus der Tiefe schöpft.
Friedrich Nietzsche
Save the date (das ist Englisch und heißt „Retten Sie das Rendezvous“): Am 22. April 2023 findet der diesjährige Record Store Day statt. Man bevölkere zahlreich die örtlichen teilnehmenden Plattenläden (meinen bitte nicht, sonst werde ich womöglich ausnahmsweise nicht ganz vorn in der Schlange stehen und das wäre mir sehr unangenehm) und treibe die Nachfrage nach Schallplatten zwecks Beflügelung des Angebotes weiter in die Höhe.
I bet you regret being so lairy now, online; jaja.
Guten Morgen.
Hasbro Credit Suisse
Die Bank geht niemals bankrott. Der Bankhalter kann zusätzliches Geld herstellen, indem er die Werte auf kleine Zettel schreibt.
(Aus: Monopoly-Spielanleitung.)










