PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
25. März

25. März 1989:

Eine Dik­tatur liebt die andere: „DDR und Nicaragua verbinden enge brüder­liche Beziehun­gen“, verkün­det das „Neue Deutsch­land“ In Let­t­land haben die Men­schen die Dik­tatur endgültig satt: in der Haupt­stadt der Noch-Sow­je­tre­pub­lik Riga gedenken rund 30 000 Teil­nehmer in einem Schweige­marsch der Ver­brechen der Sow­jet­dik­tatur. Auf den Trans­par­enten war die sow­jetis­che Sta­tis­tik in nüchter­nen Zahlen zu sehen[…].

25. März 2009:

Trotz allem kann heute bei ein­er Demon­stra­tion in Berlin die Rote Fahne mit Ham­mer und Sichel getra­gen wer­den, ohne dass es einen Auf­s­tand der Anständi­gen gibt. Im Gegen­teil: auf der jüng­sten Demon­stra­tion gegen den Thor- Steinar- Laden in Berlin Friedrichshain, wurde von den Teil­nehmern erwartet, dass sie sich hin­ter eben dieser Fahne zum Kampf „gegen rechts“ ver­sam­meln. Manch­er im Zug trug Che Gue­vara auf der Brust, der mehr als 200 Men­schen hin­gerichtet hat und nach wie vor als Kult­fig­ur auf linken T‑Shirts prangt.

Tre­f­fend beobachtet, voll­ständi­ger nachzule­sen hier.

(Ähn­liche Gegenüber­stel­lun­gen gibt es täglich; höchst lesenswert!)

Persönliches
Leerer Blick

(… und dann liegt man da auf dem Bett, den leeren Blick an die Zim­merdecke gerichtet, und man denkt darüber nach, wie man die let­zten Monate — waren es 10 oder schon mehr? — ver­bracht hat; nein, so viel zu denken gibt es da dann eigentlich nicht. Ein neuer Lebens­ab­schnitt, natür­lich, das ist es immer, und eigentlich ver­läuft ja auch alles ganz nach Plan, bis auf diese unbes­timmte Kleinigkeit eben. Der Sänger mit der angenehmen Stimme singt von Som­mern, die wie Züge vor­beiziehen, aber irgend­wie zieht er selb­st an einem vor­bei, nur nicht ganz so laut und störend wie ein Zug. Bei dem Gedanken an diesen Ver­gle­ich muss man ein biss­chen schmun­zeln, aber man hat noch im gle­ichen Atemzug wieder vergessen, worüber man ger­ade schmun­zeln wollte, und so lässt man es dann bleiben und denkt, den leeren Blick an die Zim­merdecke gerichtet, darüber nach, ob und was man stattdessen noch hätte bleiben lassen sollen und ob dieser Satz nun eigentlich akzept­abel for­muliert ist, aber min­destens zweit­eres ist einem dann doch irgend­wie egal. Wenn man jemals eine Zeit­mas­chine hätte bauen wollen, dann jet­zt; aber man ken­nt sich selb­st ja nun schon ein paar Jahre und weiß, dass man wieder nur Unfug damit anstellen würde. Der leere Blick bleibt an der Zim­merdecke, vor­bei an den Bildern, die das geistige Auge pro­jiziert. Draußen sin­gen die Vögel. Und übri­gens …)

In den Nachrichten
Ab wie viel Blut ist ein Computerspiel eigentlich ein Killerspiel?

War ja fast klar:

Ein paar Win­nen­der Fam­i­lien, deren Töchter kür­zlich zu ein­er obskuren Ran­gliste beitra­gen durften mussten, haben sich öffentlichkeitswirk­sam (stille Trauer reicht eben offen­bar nicht) an die Regierung gewandt und, wie es sich für mit den mod­er­nen Medi­en nicht ver­traute Men­schen eben so gehört (cf. Causa von der Leyen), direkt blödsin­nige Forderun­gen gestellt.

Neben dem üblichen, größ­ten­teils recht undurch­dacht wirk­enden Kram, das die Autoren und Autorin­nen offen­bar ohne Berück­sich­ti­gung tat­säch­lich­er Durch­führbarkeit (“gewalt­freies Fernse­hen für Kinder und Jugendliche”, “mehr Jugend­schutz im Inter­net”, “schär­fere Waf­fenge­set­ze” usw.; min­destens die ersten bei­den Forderun­gen sind irra­tional, Kinder und Jugendliche sind ja großteils nicht blöd) aufs Papi­er geschmiert haben, kommt natür­lich auch wieder das gute, alte Counter-Strike zur Sprache:

Spiele, ob über Inter­net oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Men­schen umzubrin­gen, gehören ver­boten. Gle­ich­es gilt für alle Gewalt ver­her­rlichen­den Spiele, deren Auf­bau und Darstel­lung sehr real­is­tisch sind und bei denen viel Blut fließt.

Dass die so genan­nten “Killer­spiele” nicht unbe­d­ingt Gewalt ver­her­rlichend sind, son­dern vielmehr auch zur Schär­fung von Teamgeist und tak­tis­chem Geschick dienen kön­nen, möchte ich hier nicht ein­mal beson­ders beto­nen, und auch nicht, dass als logis­che Kon­se­quenz Polizei und Bun­deswehr (ein­deutig schlechte Vor­bilder!) abgeschafft wer­den müssten; allerd­ings: Macht nicht erst ein Ver­bot viele Dinge reizvoll?

Ich behaupte: Viel weniger Kinder wür­den rauchen, wenn sie es dürften.
Ich behaupte: Viel weniger Kinder wür­den sich betrinken, wenn sie es dürften.
Ich behaupte: Viel weniger Kinder wür­den USK-18-Spiele spie­len, wenn sie es dürften.

Wo doch Ver­bote ohne­hin in diesem Fall reich­lich wun­der­lich sind; schließlich ist es auch nicht unbe­d­ingt im Sinne des Geset­zes, wahl­los Leute zu erschießen, was poten­zielle Amok­läufer den­noch nur über­aus sel­ten von ihrer Tat abhält.

In einem Diskus­sions­fo­rum, in dem dieses The­ma eben­falls zur Sprache kam, schrieb ich vorhin dies:

Ernst August Wag­n­er (neben­bei: eben­falls in Win­nen­den gestor­ben) ist 1913 Amok gelaufen. Ich frage mich, was er vorher gespielt hat. Murmeln?

Aber es ist immer so schön leicht, jede Ver­ant­wor­tung von sich zu weisen.
Eigentlich inter­es­sant, dass noch nie­mand gefordert hat, Schützen­vere­ine zu ver­bi­eten; wo sie doch freien Zutritt für schießwütige Jugendliche bieten!

Oder sollte man Jugendliche lieber ver­bi­eten? Aber wie passt das dann zum 27-jähri­gen Amok­läufer in Alaba­ma?

Vielle­icht hat­te Lukas Recht:

Wenn wir etwas ver­bi­eten müssten, dann die Pubertät.

PersönlichesMusik
Absurdes im Alltag

Her­zlich willkom­men zum Auf­takt, qua­si zum Pilot­beitrag, ein­er weit­eren über­aus losen Serie in dieser Net­zpub­lika­tion, betitelt “Absur­des im All­t­ag”.

Absur­des ist täglich um uns herum, nicht nur vertreten durch dada- und nihilis­tis­che Kün­stler.

Allein heute begeg­neten mir fol­gende zwei Absur­ditäten:

1) psd… weit­er­sagen!

Die Wer­be­plakate der psd-Bank — Unter­ti­tel: Wis­sen, was Sinn macht — haben sich weit­ge­hend unbe­merkt in eini­gen Städten ver­bre­it­en lassen. Gewor­ben wird mit dem absur­den Mot­to “psd… weit­er­sagen!”.

Bin ich tat­säch­lich der einzige Men­sch, der wo es für wider­sin­nig erachtet, zu ver­bre­i­t­ende (weit­erzusagende) Infor­ma­tio­nen flüsternd (pst!) zu über­mit­teln?

Bei der Bank werde ich ver­mut­lich nie ein Kon­to eröff­nen.
Weit­er­sagen, aber bitte recht laut!

2) die Sache mit den roten Ampeln

Dass rote Ampeln nur wenige Men­schen am Über­queren von Verkehr­swe­gen hin­dern, ist für mehrere Beteiligte — und Unbeteiligte — oft lebens­ge­fährlich und ein alt­bekan­ntes The­ma; reden wir nich’ mehr drüber.

Absurd allerd­ings ist’s, dass die meis­ten auf den ÖPNV angewiese­nen Per­so­n­en, die es der­art über­mäßig eilig haben, die gewonnene Zeit damit ver­brin­gen, um so länger an der Hal­testelle zu ste­hen.

Warum über­queren regelmäßig ganze Men­schen­trauben flinken Schrittes rot beam­pelte Über­wege und echauffieren sich anschließend darüber, dass es noch mehrere Minuten dauert, bis das erwartete Verkehrsmit­tel ein­trifft?

Wer eine Antwort parat hat, möge sie als Kom­men­tar hin­ter­lassen.


Unbe­d­ingt empfehlenswert­er Radiostream übri­gens:
Radio Tonkuh­le, knuf­figer Hildesheimer Lokalsender, weltweit zu emp­fan­gen via Stream und Heimat der Schall­gren­zen.
Viel Vergnü­gen!

ProjekteIn den Nachrichten
Die Sicherheit von Direktdownloads

Nach­dem mir als — bekan­nter­maßen — Ver­fechter der etablierten eMule-Tech­nolo­gie in den let­zten Wochen und Monat­en immer wieder Zeitgenossen frag­würdi­ger Ansicht mit­teil­ten, dass File­shar­ing so was von unsich­er sei und gegen “anonyme Tech­niken” wie die so genan­nten Direk­t­down­loads, zum Beispiel via Rapid­share, keine Chance mehr habe, nahm ich heute höchst zufrieden dies zur Ken­nt­nis:

Derzeit wird im Recht­shil­fe­fo­rum 123recht.net ein Fall besprochen, in dem ein User wegens des Uploads eines Metal­li­ca-Albums auf Rapidshare.com verdächtigt wurde und eine Haus­durch­suchung erhielt.

Ich bin ein­mal ges­pan­nt, was dies­bezüglich noch geschehen wird. Bei eMule jeden­falls füh­le ich mich derzeit über­aus sich­er.

In den Nachrichten
Pornos sind an allem schuld!

“Das mit dem Amok­lauf” wird täglich absur­der:

Auf dem Com­put­er des Amok­läufers hat­ten die Ermit­tler Com­put­er­spiele wie “Coun­ter­strike” gefun­den, aber auch Pornofilme.

(SPON, die BILD hätte das Mate­r­i­al ver­mut­lich “Fick-Filme” genan­nt.)

Bleibt die Frage, was uns das sagt. Killer­spiele sind böse, Nack­theit aber auch?
Wer Pornos herun­ter­lädt, ist eine Gefahr für die Gesellschaft?
Oder ist das wieder nur so ein schlüpfriges Detail, das zeigen soll, dass der Pro­tag­o­nist “nicht nor­mal” war? Was für ein Bild hat der SPIEGEL dann eigentlich von der heuti­gen Jugend?

Vielle­icht sollte mal jemand eine Sta­tis­tik (apro­pos Sta­tis­tik) erstellen, wie viele Amok­läufer eigentlich im Besitz pornografis­chen Mate­ri­als waren. Auf die näch­ste Ver­schär­fung des Jugend­schutzge­set­zes bin ich ges­pan­nt.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Tag des Amoklaufs

Wir müssen den USA immer alles nach­machen!
Das habe ich ja nun schon mehrfach beklagt, und heute wird schon wieder fleißig Amok gelaufen.

Aus den Nachricht­en möchte ich hierzu zitieren:

Spezial-Ein­heit­en der Polizei stürmten das Eltern­haus des Amok­läufers, bracht­en die Mut­ter zu einem Ver­hör. Eine Waffe fehlte aus dem legalen Pri­vat-Arse­nal des Vaters, ver­mut­lich die Tat­waffe.

Über das wie üblich über­aus däm­liche “ver­mut­lich” möchte ich hier gar nicht mehr viele Worte ver­lieren, indes gefällt mir die Arbeitsweise der Polizei. Die ist so schön irra­tional.

“Stür­men” müssen hät­ten sie das Schul­ge­bäude. Im Eltern­haus gibt es nun mal nicht mehr viel zu stür­men. Oder wird das bei diesen “Spezial-Ein­heit­en” anders gehand­habt?

“Hier, Jungs, fol­gen­des Prob­lem: Der Kerl ist schon tot. Was stür­men wir dann jet­zt?”
“Hmmm… wie wäre es mit dem Eltern­haus?”
“Au ja!”

Ich stelle mir das lustig vor.
Lustig ist auch, was die Hast im Online-Jour­nal­is­mus ger­ade in solchen Sit­u­a­tio­nen her­vor­bringt:
http://wirres.net/article/articleview/5152/1/6/

(Nach­trag: Weit­er­lachen kann man beim Nigge­meier, zum Beispiel über Zahn­bürsten-Bud­gets.)

MusikNetzfundstücke
Vögelchen!

Dass aus­gerech­net der nun nicht ger­ade durch Sen­sa­tion­s­gi­er bekan­nt gewor­dene SPIEGEL mit Fotos tot­er Men­schen Besuch­er zu erheis­chen sucht, ist schon bedrück­end. Da braucht man ein wenig Aufheiterung.

Wie wäre es mit ein wenig Postrock?
Benedikt hat wieder mal was Gutes aus Deutsch­land aus­ge­graben:

I am the Archi­tect kon­stru­ieren und bauen seit 2007 an einem klas­sisch inspiri­erten, beein­druck­end guten Postrock (…). Für den Fan der üblichen Kon­sorten der mal laut­en und mal leisen instru­men­tal­en Postrock­er ist das wirk­lich klasse Innenohrfut­ter. Die Architek­ten haben einen deut­lichen Hang zu ätherischen, gele­gentlich fast gazen­den Tönen, kön­nen aber auch schön brav Gitar­ren­wände hochziehen und wieder ein­fall­en lassen. Sind halt Architek­ten.

Anhören kann man sich den Spaß hier; natür­lich für lau.

Diejeni­gen von euch, für die der Spaß beim Musikhören im Vorder­grund ste­ht, soll­ten indes einen Blick auf ein Musikvideo wer­fen, das die (übri­gens über­aus gute) Musik­sendung Tracks kür­zlich bewarb:
Der YouTube-Nutzer stian­haf­s­tad hat Auss­chnitte einiger Ernie-und-Bert-Episo­den zu einem dur­chaus amüsan­ten Video zusam­menge­fügt, in dem die bei­den Pro­tag­o­nis­ten zu den Klän­gen von “Ante Up” des Rap­du­os M.O.P. musizieren.

Oder man guckt sich stun­den­lang tanzende Vögel an. Ist auch witzig.

Hihi. :)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Wir müssen aufhören, Objekte wie Frauen zu behandeln!

Es ist erwiesen:
Frauen in spär­lich­er Bek­lei­dung lösen im Gehirn des Mannes ähn­liche Reak­tio­nen wie Schrauben­schlüs­sel und Bohrmaschi­nen aus.

Ob das nun die Mehrdeutigkeit der Begriffe dübeln, bohren, schrauben und sämtlichen Äquiv­a­len­ten erk­lärt, lasse ich hier nun mal man­gels aus­re­ichen­der Ken­nt­nisse bezgl. des gegen­wär­ti­gen Forschungs­standes offen, indes:
Führt das nun im Umkehrschluss dazu, dass auf­grund der immer knap­peren Damen­bek­lei­dung irgend­wann durch Über­reizung das Faible der Män­ner für die Heimw­erk­erei schwindet? Oder ist vielmehr damit zu rech­nen, dass wiederum durch Über­reizung, her­vorgerufen von all den sich bewusst mod­ern weib­lich klei­den­den Män­nin­nen, ebendiese Män­ner mit der Zeit ihr Inter­esse am weib­lichen Geschlecht ver­lieren; was ja bei heute Selb­stver­ständlichem wie der Elek­triz­ität und dem Feuer auf­grund des All­ge­gen­wär­ti­gen bei­der Natur­erschei­n­un­gen eben­falls bere­its geschehen ist?

Da heißt es mit Köpfchen nageln Nägel mit Köpfen machen.


(Pro­voka­tion der Woche: Hitler war wenig­stens kein Holo­caust-Leugn­er!)

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Schlimm ist, wer schlimme Dinge tut.

Die Kinorezensen­ten haben dem Film 96 Hours (Tak­en) übere­in­stim­mend die volle Punk­tzahl ver­weigert, weil der von Liam Nee­son dargestellte Pro­tag­o­nist schlimme rechtsstaatswidrige Dinge tue und Selb­stjus­tiz verübe, wobei er auch noch zu weit gehe.

(Quelle)

Die Begrün­dung ist dur­chaus hüb­sch. Zu fra­gen bliebe alle­mal noch, wieso die Leis­tung von Heath Ledger dann auch nach Monat­en noch ein­schlägig gewürdigt wird.

Gutes Mon­ster — bös­es Mon­ster?

Och, nee!

PersönlichesNetzfundstücke
Katerstimmung und Schreibblockade.

Ich wollte seit Tagen schon wieder etwas hier schreiben — aber es geht nicht. Etwas Witziges, etwas Poli­tis­ches, vielle­icht gar eine poet­is­che Kurzgeschichte hat­te ich im Sinn. Ständig neue Sätze bilde und ver­w­erfe ich, um schließlich ent­mutigt die virtuelle Schreib­mas­chine unver­richteter Dinge wieder in den eben­falls virtuellen Schrank, nein, “Schrank” zu räu­men.

An Ideen man­gelt es tat­säch­lich also nicht. Vielmehr fehlt die Fähigkeit zur Konzen­tra­tion.
Weil — und es ist nor­maler­weise nicht meine Art, einen Neben­satz sep­a­rat zu stellen — nun, da statt des Früh­lings doch noch ein­mal der Win­ter von sich hören lässt, die Melan­cholie des Dezem­bers zurück­kehrt, mithin die Lust auf laut­en Rock wieder den leisen Tönen weicht und unge­fähr das­selbe auch auf die Wahrnehmung der Umwelt zutrifft.

Wo immer man sich in dieser Stim­mung, in diesem Zus­tand auch befind­en mag, man fühlt sich unbeschreib­lich klein und fremd. Sehn­sucht? Ja!
Sehn­sucht nach draußen und auch nach drin­nen, Sehn­sucht nach einem klaren Gedanken und doch wiederum danach, ihn ein­fach vergessen zu kön­nen; Sehn­sucht nach Halt und nach Frei­heit, Sehn­sucht nach ihr, Sehn­sucht nach sich selb­st…

Endlich, aufge- und ver­schreckt von dem Durcheinan­der im Kopf, kehrt die Real­ität mit­samt ihrem Boden der Tat­sachen wieder ein und lässt von all dem Gefühls- und Gedanken­chaos nur noch eine beina­he meta­ph­ysisch anmu­tende Müdigkeit zurück.

“Schlapp, schlapp, schlapp” (Aster­ix: “Die Gold­ene Sichel”).

Unge­fähr so wie Garfield:

(Jet­zt ist es ja doch noch recht witzig gewor­den. Glück gehabt.)

In den Nachrichten
Einen Wilhelm bauen.

Ich habe heute spon­tan beschlossen, auch mal zu ver­suchen, eine Phrase zur Umschrei­bung eines Sachver­halts zu etablieren.

“Einen Wil­helm bauen” scheint mir recht geeignet zu sein, da es dieser Tage eine ver­bre­it­ete Beschäf­ti­gung zu sein scheint, und es ist auch offen­bar noch nicht ander­weit­ig belegt.

Vorgeschla­gen­er Sachver­halt:
Einen Wil­helm bauen = unwahre Dinge ungeprüft aus dem Inter­net abschreiben und dies erst später bemerken.

Gegen­vorschläge? :)

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Der Papst und die normalen Leute

Bernd Zeller schrieb vorhin fol­gen­des:

Katho­liken treten aus der Kirche aus, Amt­sträger protestieren. Die ein­hel­lige Mei­n­ung aller haupt- und nebe­namtlichen Kom­men­ta­toren geht dahin, dass der Papst einen Unsinn verzapft hat und den Holo­caustleugn­er Williamson wieder frist­los aus der Kirche ent­lassen solle. Nun ist es süßer und ehren­voller, dem Papst die Leviten zu lesen, als einem bek­nack­ten Pius­brüderchen. Aber kaum bedacht wird dabei, was im Falle der erneuten Exkom­mu­nizierung wir Nichtkatho­liken mit dem sollen. Dann wäre er ja wieder bei uns, nach­dem wir ihn ger­ade los­ge­wor­den sind. Wer­den wir gefragt, ob wir den wieder­haben wollen? Die wegen dem aus der Kirche aus­ge­trete­nen Exkatho­liken hät­ten den auch wieder zurück, kön­nten allerd­ings uns ver­lassen, indem sie wieder in die Kirche ein­treten. Soll er doch da bleiben, wo er ist, in der Katholis­chen Kirche, dann sind wir dieses Prob­lems entledigt.

Span­nend ist’s schon zu sehen, wie viele Men­schen sich plöt­zlich an ihren Glauben erin­nern und das mächtige Gebäude des Katholizis­mus (Katholizis­mus wow!) im Wanken begreifen oder gar über­legen, katholisch zu wer­den, nur um aus der katholis­chen Kirche wieder aus­treten zu kön­nen und dem Papst so mal gehörig die Mei­n­ung zu geigen.

Und das alles nur, weil der Papst — aus­gerech­net ein solch­er, der in Deutsch­land geboren wurde! — es wagt, auf die poli­tis­che Gesin­nung eines sein­er Gläu­bi­gen zu pfeifen. Unver­schämtheit von ihm. Tz, tz.

Wenn ich Papst wäre, würde ich in meine Kirche auch nur noch Leute rein­lassen, die einen von Grund auf ehren­vollen Lebenswan­del hat­ten, der sich voll und ganz mit sämtlichen Aus­sagen der Bibel in Ein­klang brin­gen lässt.

Dann hätte ich wenig­stens meine Ruhe.