Montagsmusik
Sigur Rós – Glósó­li

Zu schwül­stig, so scholl’s mir ent­ge­gen, sei, womit ich hier regel­mä­ßig die Woche begin­ne. Als emp­fäh­le ich The Moo­dy Blues!

Nein, nein. Ich mag kei­ne Mon­ta­ge. Mon­ta­ge beinhal­ten das Ende eines Wochen­en­des. Schwül­stig? Wer ver­ka­tert ist, hört auch kei­nen Death Metal.

Statt­des­sen: Musik wie ein Som­mer­mor­gen.

Sigur Ros – Glo­so­li – HD

Guten Mor­gen!

Sonstiges
Pur, mild und ursprüng­lich

Heda, Kat­jes Fas­sin GmbH & Co. KG,

dan­ke, dass ihr mir nach­drück­lich erläu­tert, wie purer, mil­der und ursprüng­li­cher Lakritz­ge­nuss schmecken muss, immer­hin habt ihr eurem offen­bar neu­en Pro­dukt „Back to the Roots“ gan­ze 5 – in Wor­ten: fünf – Pro­zent Süß­holz­saft bei­gemischt.

Back to the roots

„Ohne tie­ri­sche Gela­ti­ne“, wie’s halt bei natür­li­chem Lakritz­ge­schmack so unna­tür­lich ist, dass es noch mal groß drauf­ge­druckt wer­den muss. Lakritz schmeckt, „glaubt ihr“ eben am Besten, wenn mög­lichst wenig Lakritz drin ist.

Kat­jes? Kat­noh!

Internes
Such­be­grif­fe, Monat Juli 2014

Was hat­ten wir denn lan­ge nicht? Ach ja: Eure häu­fig­sten Such­be­grif­fe, die euch hier­her geführt haben.

Und was ihr im Juli bis­her wie­der für krea­ti­ve Ideen hat­tet!

Suchbegriffe: Helene Fischer

Nein, natür­lich ist es nicht so schlimm, obwohl die Sexua­li­tät von Hele­ne Fischer für eine stei­gen­de Zahl von Men­schen eine Rol­le zu spie­len scheint. War­um? Wer weiß. Eini­ge von euch such­ten auch nach ver­nünf­ti­ge­ren Din­gen:

frau­en ficken

Halt, ich fang‘ noch mal an. Eini­ge von euch such­ten auch nach ver­nünf­ti­ge­ren Din­gen:

Kätz­chen

Na also, geht doch.

alter­na­ti­ves feed­ly

Hier ent­lang!

vim latest bina­ry

Hier ent­lang!

blow job mäd­chen

„Und – was bist du von Beruf?“ – „Och …“

ero­tik­zo­ne frau

Ich dach­te immer, das heißt Sperr­ge­biet.

funfzehn jah­ri­ge last sick von hin­ten ficken

zwolf jah­ri­ger such mitt hürn aus

kosten­los ficken über whats­app

Ein­fach Schwanz in die Lade­buch­se und los!

fick sei­ten wie whats app

Whats­App, die olle Fick­sei­te! – Wobei: Erlaubt der neue Besit­zer so was über­haupt?

Anson­sten gehe ich davon aus, das hier war der glei­che:

merk­be­frei­ung

Und dann immer­hin auch:

hexen quä­len und ficken por­no

Wenn in einem sol­chen dann noch Hele­ne Fischer mit­spielt, implo­diert wahr­schein­lich das Inter­net.

Manch­mal, ganz sel­ten, fra­ge ich mich, was ich eigent­lich falsch mache.

PolitikIn den Nachrichten
Blogre­tro­spek­ti­ve, 23. Juli 2014: Von Daten­schutz, Bäl­len und Bal­le­rei.

Der Westen – der Westen!!1 – hat eine her­vor­ra­gen­de Lösung gefun­den, wie mit dem Abschuss von Pas­sa­gier­flug­zeu­gen über ukrai­ni­schem Gebiet umzu­ge­hen ist: Waf­fen an Russ­land lie­fern und dann Russ­land die Fuß­ball-WM 2018 weg­neh­men, weil Russ­land Waf­fen hat. Das wird den irren Dik­ta­tor (hier: Putin) zum Ein­len­ken bewe­gen, denn wenn Russ­land kei­ne Fuß­ball­mei­ster­schaft behei­ma­ten darf, wird es sicher­lich eine Men­ge ver­lie­ren; Zeit und Geld aller­dings nicht.

Ja, der Westen. USA dro­hen EU mit Sank­tio­nen, falls EU Sank­tio­nen gegen Russ­land nicht ver­schärft. Absurd? Mit­nich­ten. Aber es soll ja berg­auf gehen:

Die Bun­des­re­gie­rung will Deutsch­land zum „Ver­schlüs­se­lungs­stand­ort Num­mer 1“ machen und peilt eine „Daten­ord­nungs­po­li­tik“ an. (…) Geschäfts­mo­del­le, die auf Pseu­do- und Anony­mi­sie­rung set­zen, sei­en zu för­dern. (…) Das euro­päi­sche Daten­schutz­recht im digi­ta­len Bin­nen­markt möch­te die Bun­des­re­gie­rung „rasch moder­ni­sie­ren und har­mo­ni­sie­ren“, um die Bür­ger­rech­te zu stär­ken und der Bedeu­tung der Pri­vat­sphä­re als „ent­schei­den­dem wirt­schaft­li­chen Stand­ort­fak­tor“ gerecht zu wer­den.

Daten­schutz und Pri­vat­sphä­re als wirt­schaft­li­che Stand­ort­fak­to­ren, denn so ein Bür­ger ist vor­ran­gig eine Enti­tät hin­ter einer Kun­den­num­mer oder sei­ner Deutsch­land-Card, für den Markt erkenn­bar an den RFID-Chips in sei­ner Geld­bör­se. Ah, der Herr Mül­ler, will­kom­men bei ALDI. Sie haben doch vor vier Tagen in Ber­lin einen Ero­tik­shop auf­ge­sucht, Gur­ken fin­den Sie hier im vier­ten Regal links. Daten­schutz. Pri­vat­sphä­re. Bür­ger­rech­te. Bin­nen­markt. Wie oft wir als Bun­des­re­gie­rung unse­re Bür­ger aus­spio­nie­ren? Das geht doch den Bür­ger nichts an. Maul hal­ten und wäh­len.

Und es wird ja nicht bes­ser. Deutsch­lands Eli­te wächst nach. „Lucia, Pau­la, Tim und der Namen­lo­se sind viel­leicht fünf­zehn. Und das ist noch opti­mi­stisch geschätzt.“ Ich war nicht so, und viel­leicht hat mir das gut getan. Aber eli­tär war ich eben auch nicht.

Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gungs­zom­bies. Irgend­wann wer­den sie 18, wenn sie nicht vor­her ein­ge­gan­gen sind, und blei­ben so boden­stän­dig wie sie es von Mut­ti gelernt haben: Eli­sa­beth muss spek­ta­ku­lär aus­se­hen! Und der Nagel­lack erst! Wel­che Mut­ter könn­te schon wol­len, dass das eige­ne Kind sich als ein­zi­ges Anwe­sen­des halb­wegs natür­lich freu­en kann? Väter sind natür­lich mit­ge­meint.

Alles wird gut. Deut­sche Tor­na­dos in der Eifel wer­den umge­baut, damit Atom­bom­ben ein­ge­klinkt wer­den kön­nen. Wir sind wie­der wer. Hur­ra!

Sokra­tes hät­te sich erschos­sen.

Montagsmusik
Isis – Weight

(… und ihr wacht auf und der Mon­tag ist vor­bei, er nahm mit sich, was ihr liebt und wonach ihr euch ver­zehrt. Ihr stürzt euch in die Flut aus Far­ben und plötz­lich ergibt alles einen Sinn.

ISIS „Weight“ Live at the Trou­ba­dour

Digi­ta­le Rebel­len der Neu­zeit: Mon­tags­mu­sik am Diens­tag­mor­gen.)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Die zwei Arten von Jour­na­li­sten

Habt ihr auch manch­mal den Ein­druck, die Medi­en wür­den bestän­dig bou­le­var­desker? Das hat Grün­de:

Die Zahl der Jour­na­li­sten, die wenig­stens sprach­lich noch les­bar und lesens­wert schrei­ben kann (sic), ist dra­stisch zurück­ge­gan­gen und wird auch nicht mehr gesucht. Das Ein­stel­lungs­kri­te­ri­um ist nicht mehr die Schrei­be, son­dern der „Umgang mit Social Media”, die Fähig­keit des Twit­terns. Die aller­mei­sten Jour­na­li­sten fal­len heu­te nur noch in zwei Kate­go­rien: Die, die bei DPA abschrei­ben, und die, die bei Twit­ter abschrei­ben. Bei Wiki­pe­dia schrei­ben sie alle ab. Und wenn sich da mal nichts abschrei­ben lässt, brin­gen sie das neue­ste You­tube-Video. Gei­sti­ge Lee­re, sprach­li­che Inkom­pe­tenz.

Lese­be­fehl!

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2014 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 13 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Huch, schon Mit­te Juli! Hät­tet ihr mir nicht was sagen kön­nen?

Ein hal­bes Jahr ist längst vor­bei, und ihr wisst, was das bedeu­tet: Hier gibt’s Musik satt – alles, was bis Ende Juni so in mei­ner Besten­li­ste gelan­det ist – zu lesen. Ent­ge­gen der öffent­li­chen Mei­nung ist die Num­me­rie­rung aller­dings will­kür­lich gewählt. Rang­li­sten sind Fir­le­fanz.

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In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Ein gan­zer Bun­des­tag vol­ler Pfu­scher

Ich habe einen Feh­ler gemacht.

Ich nahm fälsch­li­cher­wei­se an, jemand, der die freie Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia zu erwei­tern mit­hel­fe, sei ein Mani­pu­la­tor, egal, ob er sich nun einer bestimm­ten Ideo­lo­gie ver­schrie­ben habe oder eben nicht.

Mar­kus Böhm (SPIEGEL ONLINE) belehr­te mich jedoch gestern dar­über, dass das manch­mal nicht Mani­pu­la­ti­on, son­dern Pfusch hei­ße:

Wie oft wird vom Bun­des­tag aus am Online-Lexi­kon Wiki­pe­dia her­um­ge­pfuscht?

Jetzt bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich das ver­ste­hen soll: Sind alle Wiki­pe­dia-Autoren außer den Pfu­schern, die im Bun­des­tag arbei­ten, Mani­pu­la­to­ren oder ver­hält es sich genau anders­her­um, sind also alle Wiki­pe­dia-Autoren Pfu­scher außer denen, die ein Geschlech­ter­the­ma mani­pu­lie­ren? Ist man bei­des, wenn man vom Bun­des­tag aus einen ideo­lo­gie­ge­la­de­nen Arti­kel ändert, oder gibt es dafür wie­der ein ganz ande­res Wort?

Herr Böhm, hel­fen Sie mir!

Nerdkrams
OpenS­SL unter Free­BSD durch LibreSSL erset­zen

(Vor­be­mer­kung: Dies ist nur eine kur­ze Anlei­tung, bei­na­he nur für eige­ne Zwecke; wenn sie für jeman­den von euch von Inter­es­se ist, ist das aller­dings erfreu­lich.)

Dass das histo­risch gewach­se­ne OpenS­SL vom Open­BSD-Team mit LibreSSL eine ent­rüm­pel­te Alter­na­ti­ve bekom­men hat, die nicht nur weni­ger Feh­ler, son­dern auch mehr Funk­tio­nen mit­bringt, haben die Medi­en, dar­un­ter hei­se online, ja bereits vor eini­ger Zeit ver­brei­tet. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag ist Ver­si­on 2.0.0 erschie­nen, die erst­mals offi­zi­ell auch ande­re Betriebs­sy­ste­me als Open­BSD, dar­un­ter Free­BSD und Linux, unter­stützt. Für einen Ser­ver­be­trei­ber wie mich ist das natür­lich ein will­kom­me­ner Anlass, das mir doch mitt­ler­wei­le ziem­lich suspek­te OpenS­SL aus­zu­tau­schen.

Da ich auf Free­BSD-Ser­vern bevor­zugt mit Ports und dem Werk­zeug port­ma­ster arbei­te, beschränkt sich die­ser Aus­tausch nicht dar­auf, LibreSSL zu instal­lie­ren; auch alle Ports, die bis­lang OpenS­SL ver­wen­de­ten, müs­sen mit der neu­en Biblio­thek ver­traut gemacht wer­den, indem man sie neu kom­pi­liert.

Vor­aus­set­zung für das Fol­gen­de sind ein aktu­el­ler Ports-Tree (ports­nap fetch update) sowie das port­ma­ster-Werk­zeug. Mit die­sem geht das ziem­lich ein­fach. Da vie­le Ports nur nach opens­sl suchen, müs­sen wir dem System bei­brin­gen, dass es die­sen Port unter security/libressl fin­den kann (wir gau­keln ihm also vor, der Port von LibreSSL sei OpenS­SL):

portmaster -o security/libressl security/openssl

Anschlie­ßend kön­nen „OpenS­SL“ (also LibreSSL) und alle Ports, die es benut­zen, auto­ma­tisch neu erstellt wer­den:

portmaster -r libressl

Soll­ten wäh­rend­des­sen Feh­ler auf­tre­ten, weil zum Bei­spiel benö­tig­te Com­pi­ler nicht recht­zei­tig neu erstellt wer­den, so kann dies vor­ge­zo­gen wer­den; schlägt etwa cmake fehl, so genügt eine Neu­in­stal­la­ti­on:

cd /usr/ports/devel/cmake ; make reinstall clean
portmaster -r libressl

Eigent­lich kann damit nichts schief­ge­hen. Über­prü­fen könnt ihr den Erfolg mit dem Befehl opens­sl ver­si­on. Zeigt die­ser noch immer das nor­ma­le OpenS­SL an, so liegt dies viel­leicht an unter­schied­li­chen Pfad­an­ga­ben von Open- und LibreSSL. Das ist ein lös­ba­res Pro­blem:

cd /usr/bin
mv openssl openssl.orig
ln -s /usr/local/bin/openssl

Das soll­te es gewe­sen sein.

In den NachrichtenMontagsmusik
Cas­pian – The Raven

Ein paar Mil­lio­nä­re haben ein Stück Kunst­stoff ein biss­chen treff­si­che­rer als ein paar ande­re Mil­lio­nä­re über einen gro­ßen grü­nen Platz getre­ten und wer­den seit Stun­den pau­sen­los behupt und betrö­tet. Wenn eines Tages Archäo­lo­gen anhand von zeit­ge­nös­si­schen Auf­zeich­nun­gen ver­su­chen, unser Leben zu ergrün­den, wäre ich wirk­lich gern dabei.

Aber was soll’s, es ist Mon­tag. Den See­lenka­ter noch nicht ver­daut, gibt’s Kopf­hö­rer und Gitar­ren, um nicht voll­ends den Ver­stand zu ver­lie­ren.

Cas­pian – The Raven (Live on KEXP)

Es ist zu spät. Die Welt ist kaputt. Isra­el und Palä­sti­na beschie­ßen ein­an­der seit Tagen mit Rake­ten. 70.000 Haus­hal­te dort ohne Strom. Der letz­te Ori­gi­nal-Ramo­ne ist tot. Ich bin kein Welt­mei­ster und ich möch­te es auch nicht wer­den.

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik extern: ZDFs Beste

Dass das ZDF in Koope­ra­ti­on mit dem furcht­ba­ren Johan­nes B. Ker­ner, der im Juli die Sen­dung „Deutsch­lands Beste“ weg­mo­de­rier­te, eine bewor­be­ne Abstim­mung des Stra­ßen­pu­bli­kums nicht nur igno­riert, son­dern sogar die ander­wei­tig beschaff­ten Zah­len umge­deu­tet zu haben zugibt, wird nur durch die Annah­me noch beschä­men­der, dass irgend­je­mand das ZDF für einen Sen­der hält, der sei­nen Zuschau­ern und nicht nur sei­nen Eig­nern Freu­de berei­ten soll.

Bezie­hungs­wei­se:

Pro­gramm­di­rek­tor Nor­bert Himm­ler kün­dig­te Stra­fen an[.]

Doch nicht etwa eine wei­te­re Sen­dung mit Johan­nes B. Ker­ner?


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Spi­on soll Spi­on ent­tar­nen, spio­niert statt­des­sen. So ein Geheim­dienst ist schon eine pri­ma Sache.

PersönlichesIn den Nachrichten
Tor­heit und Tore

Ich habe es wirk­lich ver­sucht, mich in euch hin­ein­zu­den­ken, ihr Pas­siv­sport­ver­rück­ten, die ihr jedes Tor sei­tens einer Mann­schaft, deren Spie­ler mit euch nichts außer der Staats­an­ge­hö­rig­keit ver­bin­det, mit einem fre­ne­ti­schen Jubel ver­bin­det und wenig­stens dafür eure wir­ren Gesän­ge („Super­deutsch­land, léo­lé“, alter­na­tiv „super­deutsch, olé olé“, alter­na­tiv „ääääööööääääööööääää“) kurz­zei­tig unter­brecht.

Ich habe in der ver­rück­ten Annah­me, mir wür­de irgend­ein gro­ßer Spaß ent­ge­hen, wirk­lich ver­sucht zu ver­ste­hen, was dar­an so reiz­voll ist, von einem „Wir“ zu spre­chen, wenn irgend­wo in Süd­ame­ri­ka, umge­ben von aller­lei Armuts­vier­teln, in denen Kin­der ver­hun­gern, ein knap­pes Dut­zend an Her­ren, deren Schul­bil­dung sie offen­bar nicht zu einem anstän­di­gen Beruf ver­lei­ten konn­te, hin­ter einem Ball her­rennt, dafür pro Per­son und Spiel meh­re­re Jah­res­ge­häl­ter eines Durch­schnitts­mit­glieds eurer Gemein­schaft erhält und hin­ter­her mit dum­men Fra­gen kon­fron­tiert wird, die etwa zum Inhalt haben, wie sie es denn fän­den, gewon­nen zu haben, also men­tal und so. „Wir“ haben gewon­nen. „Wir“ expor­tie­ren Pan­zer und schie­ßen im Aus­land auf Men­schen. Tor!

Ich habe mir das bizar­re Halb­fi­nal­spiel zwi­schen Deutsch­land und Bra­si­li­en tat­säch­lich teil­wei­se ange­se­hen. Ken­ne dei­nen Feind. Zum Glück wird im Fuß­ball nie­mand besto­chen, sonst wäre ich ein wenig skep­tisch bezüg­lich der Sta­ti­stik in der ersten Halb­zeit gewe­sen, aber ich habe auch kei­ne Ahnung von die­sem Sport. Da bekommt also ein mehr­ma­li­ger Welt­mei­ster der­ma­ßen eins auf die Müt­ze, dass die Anhän­ger der bra­si­lia­ni­schen Mann­schaft zum Ende hin groß­teils dazu über­ge­hen, die deut­schen Spie­ler zu beju­beln und die eige­nen aus­zu­pfei­fen, und ich habe euch immer noch nicht ver­stan­den.

Wor­um geht es euch, wenn ihr vor dem Fern­se­her oder in der Knei­pe laut­stark einer Zeit­ver­schwen­dung zuseht, anschlie­ßend die Nach­bar­schaft stun­den­lang mit eurem Gegrö­le von sinn­vol­le­ren Tätig­kei­ten abhal­tet und der­art laut hupend durch die gro­ßen Städ­te kor­sot, dass ich mich sogar dar­über freu­en kann, in einem idyl­li­schen stink­lang­wei­li­gen Städt­chen zu hau­sen? Pro­test gegen die Ben­zin­prei­se wird’s nicht sein. Ist es das Gemein­schafts­ge­fühl, das man ent­wickelt, wenn man einer gro­ßen Grup­pe von Men­schen (denen, die sich aus Pas­siv­sport nichts machen) gemein­schaft­lich auf die Ner­ven fällt? Agie­ren bra­si­lia­ni­sche fans, die die Mann­schaft, denen beim Lau­fen zuzu­se­hen sie teu­er erkauft haben, im Kri­tik­fall auch mal aus­pfei­fen, so völ­lig anders als ihr?

Ich habe wirk­lich ver­sucht euch zu ver­ste­hen. Erklärt mir, was den Reiz des­sen aus­macht, gemein­sam mit ande­ren Betrun­ke­nen eine Mann­schaft anzu­feu­ern, die man danach aus­wählt, wel­che Hym­ne sie schief mit­grölt. Ich wei­ge­re mich anzu­neh­men, dass die nahe lie­gen­de Ant­wort, dass ihr so wenig­stens kurz­zei­tig nicht dar­über nach­den­ken müsst, dass eure erschrecken­de Pas­si­vi­tät eine Ursa­che für den Zustand eures Lebens ist, die ein­zi­ge Begrün­dung lie­fert. Wür­det ihr auf das, was euer Leben bestimmt, wenig­stens fast so viel ach­ten wie auf ein paar schlecht geklei­de­te Mil­lio­nä­re, die­ses Land wäre ein bes­se­res. Wir haben das mit der Revo­lu­ti­on bis­her offen­bar völ­lig falsch gemacht. Viel­leicht funk­tio­niert es ja so: He, Fuß­ball­fans, der Bun­des­prä­si­dent hat viel­leicht heim­lich auf 2:0 für Bra­si­li­en getippt!

Mei­ne Arbeit hier ist getan.

Montagsmusik
Her Name is Cal­la – Rag­man Roll

Es ist ein Mon­tag der lei­sen Töne.

Die groß­ar­ti­gen Her Name is Cal­la, die das Jahr 2014 mit einer Kol­lek­ti­on von bis­lang unbe­kann­ten Stücken berei­chern (mehr dazu dem­nächst), berei­chern auch den Mor­gen des geneig­ten Hörers.

Ganz nach hin­ten geneigt, die Augen geschlos­sen.

Her Name is Cal­la – Rag­man Roll

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Heu­te geht’s ohne Abend­essen ins Bett!

Ihr USA könnt euch ein­fach nicht beneh­men! Jetzt habt ihr mit eurem Dop­pel­agen­ten sogar Opa auf­ge­weckt! :motz:

Gauck über US-Spio­na­ge: „Jetzt reicht’s auch ein­mal“ (…) Soll­te sich der Ver­dacht bewahr­hei­ten, sei es Zeit für kla­re Wor­te Rich­tung Washing­ton.

Eure Eltern bekom­men einen beson­ders böse for­mu­lier­ten Brief von Opa, viel­leicht sogar ohne „Sehr geehr­te“ in der Anre­de, wenn ihr euch nicht sofort zusam­men­reißt! Jetzt reicht’s aber auch ein­mal, ihr Laus­bu­ben!

(mit Dank an L.!)