In den NachrichtenNerdkrams
Twit­ter macht dicht.

Twit­ter hat wie­der etwas geän­dert und die deut­sche Inter­net­ge­mein­de ist der­ma­ßen empört, dass sie heu­te von 10 bis 12 Uhr einen geplan­ten Twit­ter­streik abhielt, der wie gewohnt fol­gen­los ver­hall­te. Klar, so’n Sitz­streik ist bei einer Fabrik wahr­schein­lich effi­zi­en­ter als bei einem Mikro­blog.

Wor­um geht es? Nun, Twit­ter zeigt künf­tig auch mög­li­cher­wei­se inter­es­san­te Tweets von Leu­ten an, denen man nicht folgt. Bis­lang kom­men ja bereits Leu­te, die zum Bei­spiel die offi­zi­el­le Twit­ter-app unter Android nut­zen (dazu spä­ter mehr), in den Genuss von Wer­be­ein­blen­dun­gen von Fir­men, denen man eben­falls nicht folgt.

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Netzfundstücke
Men­schen­kri­tik extern: Arsch­kon­takt!

Eini­ge mei­ner Mon­tags­mu­si­ken sind ja jeden­falls optisch von eher mau­er Qua­li­tät. Dabei habe ich oft nur die Wahl zwi­schen grau­en­vol­ler Optik und nicht zu ver­ste­hen­den Klän­gen, und was bei Musik wich­ti­ger ist, soll­tet ihr eigent­lich ahnen. Aber war­um gibt es so vie­le schlim­me Kon­zert­mit­schnit­te auf You­Tube?

Das liegt an sol­chen Knall­köp­fen:

Theo­re­tisch könn­te man dank Pro­jek­ti­on sehen, was in der Flo­ra pas­siert, wür­den nicht sämt­li­che Hip­ster, Vor­stadt­kin­der und wei­te­res Volk die­ser Stadt ihre Smart­phones in die Höhe recken, um zu fil­men, was in fünf­zig Metern Ent­fer­nung an der Wand abgeht. (…) Die Vide­os kön­nen unmög­lich auch nur ansatz­wei­se gut sein. Das ist ein dank der gan­zen Rem­pe­lei­en gut durch­ge­schüt­tel­ter Pixel­sa­lat, auf dem wahr­schein­lich maxi­mal die Ton­spur was taugt, auf der dann aber die joh­len­den Umste­hen­den und viel­leicht ein paar Bäs­se und Beats zu hören sind, garan­tiert aber kein Text. Ver­mut­lich gibt es bes­se­re Auf­nah­men vom Yeti als vom frei­täg­li­chen Beg­in­ner-Kon­zert von mei­nem Stand­ort aus.

Nun ist Jan Delays „Gesang“ ohne­hin meist eine Her­aus­for­de­rung für die Kon­zen­tra­ti­on, aber leich­ter wird’s dadurch nicht.

Was sind das für Leu­te, die auf gleich­wie schlim­men Kon­zer­ten nur ihr dis­play im Auge haben? Na, Hip­ster halt. Bewaff­net mit Schal, Jute­beu­tel, häss­li­cher Bril­le und Arsch­kon­takt? Arsch­kon­takt?

„Arsch­kon­takt“, alter Schwe­de, dar­über hab ich mich mit vier­zehn im über­vol­len Schul­bus gefreut und das ist mir heu­te extrem pein­lich, die Gestal­ten neben mir tra­gen Voll­bart (natür­lich), Mus­kel­shirt à la Cro (natür­lich) und die Caps rück­wärts. Natür­lich.

Manch­mal ist es schön, nicht in Ham­burg zu woh­nen.


Ich bin der Fir­ma Goog­le übri­gens sehr dank­bar dafür, dass ihr „Play Store“ auto­ma­tisch zuerst die nütz­lich­sten Kom­men­ta­re zu einer app anzeigt.

Nützlichste zuerst

Wer weiß, was für wenig hilf­rei­chen Schrott Inter­es­sen­ten sonst zu lesen bekä­men?

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Gewalt­vol­les Abar­bei­ten

Über den aktu­el­len Fall von Nackt­bil­dern von C- und D‑Prominenz, die nur für sich nackt und/oder fickend posier­ten und das Ergeb­nis in die iCloud über­tru­gen, wo sie jemand fand und im Inter­net ver­teil­te, möch­te ich allen­falls mein Unver­ständ­nis äußern. Wenn ich nicht möch­te, dass Unbe­fug­te mich nackt sehen, mache ich davon kei­ne Fotos und stel­le sie dann erst recht nicht einem mir per­sön­lich frem­den Ser­ver­an­bie­ter zur Ver­fü­gung. Aber ich bin natür­lich auch nicht so pro­mi­nent, dass das über­haupt jemand sehen wol­len wür­de. (Offen­le­gung: Ich möch­te auch die all­zu blon­de Jen­ni­fer Law­rence nicht nackt sehen müs­sen.)

Das aber ist eine zumin­dest fan­ta­sie­vol­le Über­set­zung:

Das Angriffs-Skript namens iBrute gibt sich als die Find-My-iPho­ne-App aus und arbei­tet mit Gewalt mög­li­che Pass­wör­ter aus einer Liste ab, die der Angrei­fer zur Ver­fü­gung stellt.

(Her­vor­he­bung von mir.)

Ande­rer­seits: Beschränk­te sich mei­ne Arbeit dar­auf, Listen abzu­ar­bei­ten, wäre es wohl eben­falls nur noch eine Fra­ge der Zeit. :aufsmaul:

Montagsmusik
Mike Old­field – Tubu­lar Bells

Eule skeptischUnd schon ist wie­der Mon­tag. Der Tag wird gepfla­stert sein von aller­lei Wahl­be­rich­ten aus Sach­sen. Was wird die F.D.P. nun machen? Was hält die AfD von der CDU? Wer war noch mal die SPD?

Es ist dun­kel innen­drin, und auch drau­ßen wird es wie­der dunk­ler. Die Käuz­chen haben uns gewarnt. Es gibt nur das Mor­gen, das Heu­te ist stets das Fal­sche. der Blick nach vorn geht in die Röh­re. Dau­er­be­rie­se­lung ohne Ver­stand, so weit ver­steht man’s dann doch.

Und irgend­wo in der Musik­samm­lung schlum­mert das Stück, das den Geist befreit vom War­um; das man seit Jah­ren zu hören vor sich her­ge­scho­ben hat und all­mäh­lich begreift, wie kurz­sich­tig das war. Eine schö­ne Auf­ga­be für euren Mon­tag: Hört mehr Musik, die ihr nicht zu mögen glaubt.

Apro­pos Röh­re.

Guten Mor­gen.

PiratenparteiPolitikIn den Nachrichten
Noti­zen zur säch­si­schen Land­tags­wahl 2014

Die AfD ist mit fast 10 Pro­zent drin und die NPD mit unge­fähr fünf Pro­zent bei­na­he auch bezie­hungs­wei­se nicht. Die SPD kommt auf etwa 12,2 Pro­zent.

Twit­ter­nut­zer, Blog­ger und „Jour­na­li­sten“ sind so sehr dar­auf kon­zen­triert, sich über die AfD zu empö­ren, dass ihnen die momen­tan 40,2 Pro­zent für die rechts­po­li­ti­sche Spit­zel­par­tei CDU – übri­gens das glei­che Ergeb­nis wie 2009 – eben­so wenig sau­er auf­sto­ßen wie die Rol­le der ande­ren Spit­zel­par­tei (momen­tan „Die Lin­ke.“) als zweit­stärk­ste Par­tei des Lan­des. Die still­schwei­gen­de mehr­heit­li­che Dul­dung von 40,2 Pro­zent für die CDU ist ins­be­son­de­re einen Tag nach der dies­jäh­ri­gen „Frei­heit statt Angst“ erschreckend. Gestern wur­de gegen Über­wa­chung demon­striert, heu­te fin­det man irgend­wel­che Neo­li­be­ra­len schlim­mer. Apro­pos neo­li­be­ral: Die F.D.P. muss auch in Sach­sen drau­ßen blei­ben.

Eben­falls mit gro­ßem Abstand raus ist übri­gens die Pira­ten­par­tei. Das ist erstaun­lich, immer­hin hat die säch­si­sche Pira­ten­par­tei im Wahl­kampf mit Anne Helm (Wahl­spruch: „Thank you, Bom­ber Har­ris!“) pro­mi­nen­te Unter­stüt­zung gehabt. Offen­bar hat der Wäh­ler die posi­ti­ve Bot­schaft, mit der Pira­ten­par­tei an der Macht wür­den Pro­ble­me ein­fach weg­bom­bar­diert, nicht so rich­tig ver­stan­den. Weil das links­fe­mi­ni­stisch gepräg­te Auf­tre­ten der „Pira­ten Saxn“ aber erfolg­los blieb, will man nun end­lich aus den Feh­lern ler­nen: Jetzt erst recht!

Aus den Rei­hen der Grü­nen kommt ein guter Rat für den wei­te­ren Umgang mit säch­si­schen Wäh­lern:

Bom­ber Har­ris do it again!

Mit einer Wahr­schein­lich­keit von 40,2 Pro­zent trifft es zumin­dest die Rich­ti­gen.

Persönliches
Der Gei­er Nach­hall

Dass mein Kir­chen­aus­tritt nicht fol­gen­los ver­hal­len wür­de, war mir ja bei­na­he schon klar.

Gestern erreich­te mich ein am 11. August 2014 ver­fass­ter Brief, in dem der zustän­di­ge Pfar­rer mei­nen Aus­tritt bedau­ert. Sogar die Brief­post der katho­li­schen Kir­che hinkt erschreckend ihrer Zeit hin­ter­her. In die­sem Brief stell­te er hand­schrift­lich die Fra­ge, was sie – die Kir­chen­leu­te – bloß falsch gemacht hät­ten. Offen­sicht­lich scheint ein Aus­tritt gera­de üblich zu sein, denn abge­se­hen vom hand­schrift­li­chen Teil han­delt es sich um einen Seri­en­brief. Ein Ver­ein, der eine Seri­en­brief­vor­la­ge zur Beant­wor­tung von Aus­trit­ten aus dem Ver­ein benutzt, hat tat­säch­lich wohl grö­ße­re Pro­ble­me als er selbst anneh­men dürf­te.

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Politik
2015: Eine klei­ne Dys­to­pie.

Han­no­ver, 2015.

Wäh­rend die Frau des Hau­ses mit ihrem EU-kon­for­men 500-Watt-Staub­sauger seit über einer Stun­de ver­ge­bens den Tep­pich zu rei­ni­gen ver­sucht, sitzt ihre Fami­lie vor dem mit dem elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis frei­ge­schal­te­ten Smart-TV, in dem eine wei­te­re Staf­fel „Pro­mi Big Brot­her“ läuft. Die Teil­neh­mer der Sen­dung sind wie immer völ­lig unbe­kannt.

Die inzwi­schen gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Wohn­zim­mer­ka­me­ra filmt, wie der Vater lachend auf den Fern­se­her zeigt: „Seht mal, wie blö­de die sind!“

Abblen­de.

PolitikIn den Nachrichten
In aller Kür­ze: „Zum Glück wur­de nie­mand ver­letzt.“

Na end­lich:

Die Waf­fe, die min­de­stens fünf­fa­che Schall­ge­schwin­dig­keit – also mehr als 6000 km/h – errei­chen soll, könn­te Teil des „Prompt Glo­bal Strike“-Programms wer­den. Es soll den USA ermög­li­chen, jedes Ziel der Welt inner­halb einer Stun­de zu tref­fen.

Natür­lich nur zur Ver­tei­di­gung, ver­steht sich:

Zwar kön­nen Inter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten auch mit nicht-nuklea­ren Spreng­köp­fen bestückt wer­den, doch eine sol­che Nut­zung hat die US-Regie­rung ver­wor­fen – aus Angst, dass ande­re Atom­mäch­te dies als nuklea­ren Erst­schlag miss­ver­ste­hen könn­ten.

„Nein, Herr Bot­schaf­ter, wir haben kei­nen nuklea­ren Erst­schlag gegen Ihr Land durch­ge­führt, nur eine Rake­te, mit der man qua­si per Knopf­druck jeden Punkt auf der Erde kaputt­schie­ßen kann, drauf­ge­schos­sen.“ – „Oh, dann ent­schul­di­gen Sie bit­te die Stö­rung.“

Zum Glück sind die Ame­ri­ka­ner noch zu blöd, das Ding wenig­stens zuver­läs­sig zu bau­en, so dass die Hoff­nung besteht, dass es beim Ein­satz den Ame­ri­ka­nern auf den Kopf statt in ein frem­des Land fällt:

Der Flug­kör­per stürz­te nur weni­ge Sekun­den nach dem Abhe­ben auf das Start­ge­län­de. (…) Man habe die Mis­si­on abge­bro­chen, um die öffent­li­che Sicher­heit nicht zu gefähr­den.

Am Ende wird mit so einem mili­tä­ri­schen Gerät noch jemand ver­letzt. Das wol­len wir ja nicht. :ja:

Ich begin­ne mich mit unse­ren ame­ri­ka­ni­schen Freun­den ein wenig unwohl zu füh­len. Geht euch das auch so?

Netzfundstücke
Toll: End­lich unter Was­ser tele­fo­nie­ren!

Der unglaub­lich beknack­te Eis­ei­mer-Wett­be­werb, an dem momen­tan aller­lei Voll­idio­ten teil­neh­men, ist sicher nicht an euch vor­über­ge­gan­gen. Dass es dabei gar nicht dar­um geht, sich vor mög­lichst vie­len Leu­ten mög­lichst auf­fäl­lig zum Affen zu machen, wird gern über­se­hen.

Dass vie­le Teil­neh­mer gern ver­ges­sen, dass es eigent­lich dar­um geht, Spen­den zu sam­meln, macht ein Neu­zu­gang deut­lich:

Sam­sung Gala­xy S5 ALS Ice Bucket Chall­enge

Ich weiß nicht, wie viel das Sam­sung Gala­xy S5 gespen­det hat oder noch spen­den wird, aber viel wird es wohl nicht sein. Aber ja-ha, wir haben es ver­stan­den, Sam­sung: Das Smart­phone ist also was­ser­dicht und die Kon­kur­renz nicht. Das ist sicher sehr prak­tisch, wenn man mal unter der Dusche sei­ne Klö­ten in der Front­ka­me­ra angucken will.

So gut scheint dem Smart­phone das Eis­was­ser aber nicht zu bekom­men: Kaum wur­de es ver­gos­sen, springt die Uhr­zeit­an­zei­ge oben rechts von 14:16 auf 14:50 Uhr – und aller­lei Akku­la­dung geht auch ver­lo­ren. Da soll­tet ihr drin­gend nach­bes­sern!

Bit­te, gern. :irre:

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Nacked­ei­ei­ei!

Ben­ja­min Schulz von SPIEGEL ONLINE, des­sen Kür­zel unter die­sem Arti­kel steht, ist offen­sicht­lich einer von der kon­ser­va­ti­ve­ren Sor­te:

Nacke­dei-Show (…) Nacki­ge (…) Hin­ter­tei­le (…) Nacke­deis

Kicher, hihi. Mut­ti, die haben nix an! Dabei geht es um ein ern­stes The­ma:

Auf VH1 lief in den USA die Show „Dating Naked“. (…) Klä­ge­rin Jes­sie Nize­witz bemän­gelt, dass sie in der Show nackt zu sehen gewe­sen sei.

Ja, ihr habt das rich­tig ver­stan­den: Eine US-Ame­ri­ka­ne­rin nimmt an einer Sen­dung teil, die unge­fähr „nack­tes Ren­dez­vous“ heißt und in der es dar­um geht, dass sich nack­te Men­schen zu Paa­ren zusam­men­fin­den, und ver­klagt anschlie­ßend diver­se Men­schen, weil sie dar­in nackt zu sehen war. Ach, Ver­zei­hung: Nackig. Hihihi.

Ihr sei aber auch gro­bes Unrecht wider­fah­ren, teil­te sie mit:

Nize­witz behaup­tet, in einer Sze­ne des Trai­lers sei die Ver­pi­xelung ver­ges­sen wor­den. (…) Nun sei sie zum Gespött auf Twit­ter gewor­den, klagt die 28-Jäh­ri­ge. Ihre Groß­mutter rede nicht mehr mit ihr. (…) Zudem hät­ten die Bil­der eine begin­nen­de Roman­ze tor­pe­diert. „Er hat mich nach der Show nie wie­der ange­ru­fen. Ich hat­te auf eine lang­fri­sti­ge Bezie­hung gehofft.“

Wie muss man sich das mit der Groß­mutter vor­stel­len? „Kind­chen, ich bin ent­setzt, du hat­test ja gar kei­ne Pixel an im Fern­se­hen!“ Und so ein Roman­zenen­de ist natür­lich beson­ders schmerz­haft, wobei ich mich, wäre ich Jes­sie Nize­witz, zunächst ein­mal fra­gen soll­te, ob ich mich mit jeman­dem auf eine Roman­ze ein­las­sen soll­te, der nicht mehr mit mir redet, sobald er mich ein­mal nackt gese­hen hat (und auch das, wie man so liest, nur von hin­ten).

Inter­es­sant wäre ja auch die Fra­ge, wie­so sich Frau Nize­witz in eine Nackt­flirts­en­dung inte­griert, wenn sie doch offen­sicht­lich eine nicht der Sen­dung zuge­hö­ri­ge begin­nen­de Roman­ze hat, die ihr nicht ganz unwich­tig zu sein scheint und die sie nicht nackt sehen möch­te. Von einem inve­sti­ga­ti­ven Jour­na­li­sten, wie es Ben­ja­min Schulz („SPIEGEL ONLINE“) wohl sein muss, ist das ja wohl zu erwar­ten!

Immer­hin gibt er sei­nen Lesern einen wert­vol­len Tipp mit auf den Weg:

Wer meint, mit „Dating Naked“ etwas ver­passt zu haben, sei auf kom­men­de Woche ver­wie­sen. Dann star­tet bei RTL „Adam sucht Eva – Gestran­det im Para­dies“, eine wei­te­re Kup­pel­show mit Nacke­deis.

Hur­ra! End­lich wie­der Brü­ste im Fern­se­hen! :irre:

PolitikIn den Nachrichten
Vor­wärts­ver­tei­di­gung (2)

Die NATO von 1990 bis 2009:

NATO-Expansion - Quelle: Internet

Ange­la Mer­kel, 18. August 2014 (laut „Braun­schwei­ger Zei­tung“ von heu­te):

Die NATO muss sich auf die Ver­tei­di­gung (gegen Russ­land, A.d.V.) vor­be­rei­ten, viel stär­ker als wir es in der Ver­gan­gen­heit hat­ten.

Die Frei­heit Deutsch­lands wird an der Ost­front ver­tei­digt. Der Rus­se steht vor der Tür und uns im Weg. Was soll die Wirt­schaft davon hal­ten?


Apro­pos „gefähr­li­che Arsch­lö­cher“:

SPIEGEL ONLINE, 16. Sep­tem­ber 2011:

USA lie­fer­ten Ziel­da­ten für tür­ki­sche Angrif­fe auf Kur­den

SPIEGEL ONLINE, 11. August 2014:

Die USA haben damit begon­nen, die kur­di­schen Kämp­fer im Nord­irak direkt mit Waf­fen und Muni­ti­on aus­zu­stat­ten.

Wenig­stens gehen dem Waf­fen­ex­port auch ohne Russ­land nicht die Kun­den aus.

Montagsmusik
Jet­h­ro Tull – The Whist­ler

Kann auch nichts dafür: Ein Käuzchen.Es ist Mon­tag. Nein, schlim­mer: Es ist Mon­tag­mor­gen.

Nach einem Wochen­en­de vol­ler Freu­de blickt man wie­der in das tie­fe Loch, das sich All­tag nennt. Mür­ri­sche Men­schen in den Bus­sen und Bah­nen wer­den kon­tra­stiert von über­mä­ßig fröh­li­cher Jugend, die sich ein­an­der die Fei­er vom Frei­tag noch ein­mal erzählt. Sie waren ja alle nicht die gan­ze Zeit wachen Ver­stan­des selbst dabei. Wenig­stens über­gibt sich kei­ner, das haben sie alle schon am Wochen­en­de getan, sagen sie lachend und gera­ten nicht nur sprach­lich ins Stol­pern. Mit sol­chem Nach­wuchs haben wir noch kei­nen Krieg gewon­nen. Wenn das der Bun­des­prä­si­dent sehen müss­te, wäre er erschüt­tert.

Ande­rer­seits: Jugend, die stän­dig unter Sub­stanz­ein­fluss steht, macht dabei wenig­stens nicht viel kaputt. Stellt euch vor, die wären statt­des­sen bei der Bank!

Ich mei­ner­seits pfeif‘ also drauf, zum Bei­spiel so:

Jet­h­ro Tull The Whist­ler

Guten Mor­gen!

KaufbefehleMusikkritik
Erst mal ’nen Tee: Mar­gin – Psy­che­de­lic Teati­me

Margin - Psychedelic TeatimeEine ange­neh­me musi­ka­li­sche Über­ra­schung die­ses Jah­res ist übri­gens, dass Pink Floyd, unge­ach­tet des Todes ihres Key­boar­ders Richard Wright, noch in die­sem Jahr ein neu­es Stu­dio­al­bum ver­öf­fent­li­chen wol­len. Pink Floyd haben mit ihrem Früh­werk ja so eini­ge Bands beein­flusst, vie­le Musi­ker, die irgend­was mit Psy­che­de­lic Rock machen, beru­fen sich auf die Com­bo.

Dar­un­ter auch Mar­gin. Mar­gin, ein Ber­li­ner Musik­pro­jekt um den Mul­ti­in­stru­men­ta­li­sten Lutz Mei­nert, ver­öf­fent­lich­te Ende Juni 2014 sein Debüt­al­bum „Psy­che­de­lic Teati­me“, das, wie man’s im Rezen­sen­ten­ge­schäft aus­zu­drücken pflegt, den Geist der Pink Floyd atmet, aber eben doch mehr ist als eine blo­ße Kopie.

Das Album ist aller­dings schon sehr kli­schee­haft, ange­fan­gen vom Titel und Cover­bild (Tee als Sym­bol für Dro­gen hat­ten ja bereits Gong mit „Fly­ing Teapot“ eta­bliert) und längst nicht endend mit der Auf­tei­lung. Den Anfang näm­lich macht mit über drei­und­zwan­zig Minu­ten Län­ge das fünf­tei­li­ge „A Myste­rious Cup of Tea“, das mit dem Geräusch des Ein­gie­ßens von Tee beginnt. Lei­se Kla­vier- und Tas­sen­klän­ge gesel­len sich dazu. Hät­ten Pink Floyd ein Kon­zept­al­bum über’s Tee­trin­ken gemacht, hät­te es wohl ähn­lich begon­nen. Hier domi­niert aller­dings nicht die Gitar­re, son­dern Keyboard/Synthesizer und Schlag­zeug lie­gen im Vor­der­grund. Gesang folgt im zwei­ten Teil, und natür­lich geht es um Tee und um Pink Floyd: „A sau­cerful of secret sounds…“.

Über­haupt: Pink Floyd. „Psy­che­de­lic Teati­me“ besteht aus fünf Stücken, aber in kei­nem davon wird die Ähn­lich­keit so deut­lich. Das Über­werk „Echo­es“ klingt hier eben­so immer wie­der an wie spä­te­re Glanz­stücke wie „High Hopes“.

Zum Schluss klap­pert die Tee­tas­se noch mal, und der „Psy­che­de­lic Under­ground“ bricht los, zunächst als „Short Trip“. Drei­ein­halb Minu­ten lang bret­tert fein­ster Psy­che­de­lic-Lärm auf den Hörer her­ein, im Text geht’s um den ver­rück­ten Hut­ma­cher (cf. „Ali­ce im Wun­der­land“), der eine selt­sa­me Tas­se Tee trinkt, und damit „will­kom­men im psy­che­de­li­schen Unter­grund“. Ich werd‘ das Gefühl nicht los, dass gar kein Tee gemeint ist.

„Land­scapes on the Sky“ ist ein net­tes, aber musi­ka­lisch unin­ter­es­san­tes Füll­sel, das instru­men­ta­le Space-/Kraut­rock­stück „Last Exit to Plu­to“ mit sei­nem domi­nan­ten Bass indes weiß zu gefal­len. Der Rezen­sent sitz­tanzt die Bass­me­lo­die mit und ist höchst erfreut. Es gilt die­se Freu­de in vol­ler Län­ge aus­zu­ko­sten, denn nach viel zu kurz schei­nen­den zehn plus x Minu­ten ist sie schon wie­der vor­bei. Nicht jedoch das Album selbst, denn es fehlt noch „Psy­che­de­lic Under­ground – The Long Trip“.

Die­ser wie­der­holt zunächst den „Short Trip“, wie­der­um mit einer Anspie­lung auf das pink­floyd­sche „A Sau­cerful of Secrets“, wird aber noch ver­spiel­ter. Zehn­ein­halb Minu­ten fein­ster psy­che­de­li­scher Art­rock. Ich weiß das sehr zu schät­zen.

Hör­pro­ben stellt die Web­site der mir bis­lang unbe­kann­ten Plat­ten­fir­ma Mad­vedge bereit, eine Vinyl­auf­nah­me scheint es aber lei­der nicht zu geben; auch Amazon.de kennt nur die CD- und die MP3-Ver­si­on. Egal, sei­en wir mal nicht klein­lich, den Trip ist’s wert.

Wohl bekomm’s!