NetzfundstückeIn den Nachrichten
Wer­bung von Goog­le, Wer­bung von O₂

Goog­le, Markt­füh­rer in mobi­ler Wer­bung, wur­de 1998 als aka­de­mi­sche Such­ma­schi­ne vor­ge­stellt. Was Goog­le ande­ren Such­ma­schi­nen vor­aus hat­te? Nun, unter Ande­rem kei­ne Wer­bung:

The goals of the adver­ti­sing busi­ness model do not always cor­re­spond to pro­vi­ding qua­li­ty search to users.

Aber wen inter­es­siert schon Qua­li­tät?

(via @hakantee)


Apro­pos Spam­mer:

Ich habe heu­te einen Tele­fon­an­ruf von #Emnid auf eine Tele­fon­num­mer bekom­men, die in kei­nem Tele­fon­buch steht, nir­gends sonst ver­öf­fent­licht ist, nie­mals von mir ange­ge­ben wird und die anson­sten nur sechs Men­schen bekannt ist.

Mei­ner Mei­nung nach gibt es nur eine Erklä­rung dafür, wie die­se Tele­fon­num­mer in den Daten­be­stand von Emnid kom­men konn­te: Indem #O2 in gro­ßen Pake­ten Tele­fon­num­mern (und wer weiß schon: viel­leicht auch wei­te­re Kun­den­da­ten) an der­ar­ti­ge Fäkal­ma­den ver­kauft. Das ist ver­mut­lich das, was man bei O2 unter dem Dienst am zah­len­den Kun­den ver­steht: Dass die­se »PENETRANT WIEDERHOLTE, STÖRENDE UND SINNLOSE ANRUFE« auf ihrem Hän­di bekom­men. Ich hof­fe, dass der Insol­venz­ver­wal­ter sich bald die­ses Ladens annimmt und kann bis dahin nur vor O2 war­nen.

O₂ – wir erin­nern uns – war der Laden, der Men­schen kei­nen Ver­trag geben möch­te, wenn sie am fal­schen Ort woh­nen. Da wächst zusam­men, was zusam­men gehört.

In den NachrichtenPiratenpartei
Was auf dem #aBPT geschah (eine Zusam­men­fas­sung)

Am Wochen­en­de traf sich ein Teil der Pira­ten­par­tei Deutsch­land in einer Hal­le in Hal­le, um dem kom­mis­sa­ri­schen Bun­des­vor­stand einen Nach­fol­ger zusam­men­zu­wäh­len. Die bei­den Flü­gel der Par­tei hat­ten sich längst ver­här­tet, zur Wahl stan­den Ver­tre­ter des „pro­gres­si­ven Flü­gels“ (also der Par­tei­lin­ken) eben­so wie Ver­tre­ter des „kon­ser­va­ti­ven“ Kern­pi­ra­ten­tums (also der Netz­po­li­ti­ker und Daten­schüt­zer).

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Netzfundstücke
Alles nur Schall und Nie­der­schlag

Habt ihr schon mal eine Wet­ter­sta­ti­on für das hei­mi­sche Wohn­zim­mer geba­stelt?

Falls nicht: Wisst ihr, was ihr dafür braucht?

Rich­tig: Unter Ande­rem Einen Schall­mes­ser.

Chi­le hat die lau­te­sten Fuß­ball­fans. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine Aus­wer­tung der Geräusch­da­ten aus den Wohn­zim­mern, die welt­weit durch das in die Netat­mo-Wet­ter­sta­ti­on inte­grier­te Sono­me­ters erfasst wer­den.

:-?

(via Schwerd­fe­gr)

PolitikIn den Nachrichten
Ame­ri­ka kann man auch nicht mehr so has­sen wie damals.

Dass die Sprin­ger-Pres­se, die in der Geschmacks­rich­tung WELT ONLINE unlängst einen völ­lig uniro­ni­schen Text namens „Ame­ri­kas Ein­sät­ze sind gut für die gan­ze Welt“ publi­zier­te, wie auch die FAZ mit­un­ter eine sehr auf’s Gestern bedach­te Ein­stel­lung zum Welt­ge­sche­hen hat, ist nun nichts, was noch irgend­je­man­den ernst­haft empö­ren soll­te.

Dass die sich gern als „libe­ral“ sehen­de Wochen­zei­tung DIE ZEIT aber die­sem Zeit­geist anschließt und unter der viel­ver­spre­chen­den Über­schrift „Macht Ame­ri­ka end­lich platt!“ einen halb­ga­ren Arti­kel ins Web stellt, des­sen Haupt­aus­sa­ge ist, dass die Deut­schen doch btte end­lich auf­hö­ren soll­ten zu jam­mern, ver­ste­he ich nicht ein­mal unter der Prä­mis­se, dass der Autor Eric T. Han­sen selbst US-Ame­ri­ka­ner ist und sich – haha, das Kli­schee – auf sei­ner Web­site mit einem Cow­boy­hut zeigt. So was von 19. Jahr­hun­dert!

In Deutsch­land begeg­net man ihm offen­bar meist feind­se­lig:

In den 30 Jah­ren [seit mei­ner Ankunft] ver­ging kaum ein Tag, an dem ich nicht erfuhr, wie die USA bald zusam­men­bre­chen wür­den, wie Ame­ri­ka bald den drit­ten Welt­krieg aus­lö­sen wür­de, wie Deutsch­land nur eine Kolo­nie der USA sei und wie Ame­ri­ka die deut­sche Kul­tur und Moral rui­nie­re.

Natür­lich hat sich nichts davon anschlie­ßend bewahr­hei­tet: Den Ver­ei­nig­ten Staa­ten geht es finan­zi­ell her­vor­ra­gend, ihr Mili­tär hält sich aus jedem inter­na­tio­na­len Kon­flikt her­aus, Deutsch­land wird von ihnen als sou­ve­rä­ner Staat akzep­tiert, aus des­sen Ange­le­gen­hei­ten sich ihr Geheim­dienst her­aus­hält, und die deut­sche Kul­tur und Moral haben durch den Ein­fluss US-ame­ri­ka­ni­scher Fern­seh­se­ri­en deut­lich an Reich­tum gewon­nen. Schwe­ster, mei­ne Pil­len!

Was ist zu tun? Na ja:

Jagt das ame­ri­ka­ni­sche Mili­tär aus dem Lan­de, kauft ame­ri­ka­ni­sche Fir­men auf und schmeißt alle Amis, die ihr in die Fin­ger kriegt, aus dem Land. Sam­melt Ver­bün­de­te in ganz Euro­pa und in der ara­bi­schen Welt, bom­bar­diert Washing­ton und die Wall Street, mar­schiert ein und schenkt das Land wie­der den India­nern. Die Geschich­te wird es euch dan­ken!

Das wäre die ame­ri­ka­ni­sche Lösung, und in ande­ren Län­dern funk­tio­niert sie ja vor­treff­lich. Aber weil wir Deut­schen ein fried­lie­ben­des Volk sind und auch blei­ben wol­len, müs­sen wir anders vor­ge­hen:

Falls die Deut­schen dazu aller­dings doch (noch) nicht bereit sind, habe ich eine Alter­na­ti­ve: Lernt end­lich, als selbst­be­wuss­te und gleich­wer­ti­ge Nati­on mit Ame­ri­ka auf Augen­hö­he zu leben. Und hört auf zu quen­geln!

„Auf Augen­hö­he“, also doch das mit dem Mili­tär. Alles klar.

Ach nein, gemeint ist natür­lich eine Part­ner­schaft, und wer das nicht will, der ist ein Faschist:

Die künst­lich über­zo­ge­ne Empö­rung gegen­über Ame­ri­ka ist dabei Teil eines zuneh­men­den Natio­na­lis­mus, der sich auch gegen die EU und damit gegen Deutsch­lands Nach­barn rich­tet. (…) 1933 sah sich der durch­schnitt­li­che Bür­ger als Opfer der Juden; heu­te sehen sich vie­le als Opfer ame­ri­ka­ni­scher Ban­ken, Kon­zer­ne und Poli­tik.

Wenn US-Ame­ri­ka­ner sich dar­in ver­su­chen, deut­sche Geschich­te zu erklä­ren, kommt sel­ten etwas Sinn­vol­les dabei her­aus. Das „Ver­ge­hen“ der Juden bestand wei­test­ge­hend dar­in, über Geld zu ver­fü­gen. Ame­ri­ka­ni­sche Ban­ken aber ver­fü­gen nicht nur über Geld, sie ver­ju­beln es auch.

Das, zuge­ge­ben, ist nicht „unser“ Pro­blem, mögen die Ame­ri­ka­ner doch selbst damit zurecht­kom­men. Inter­es­san­ter sind schon ame­ri­ka­ni­sche Kon­zer­ne wie Face­book und Goog­le, die die von ihnen pro­pa­gier­te Frei­heit des Kun­den gern iro­nisch ver­ste­hen und über­dies in regem Aus­tausch mit den Schaf­fern ame­ri­ka­ni­scher Deutsch­land­po­li­tik ste­hen, über die der Schrei­ber die­ser Zei­len zur Scho­nung sei­nes Blut­drucks vor­über­ge­hend lie­ber kein Wort mehr ver­lie­ren möch­te. Sie wol­len ja nur unser Bestes, näm­lich wis­sen, ob wir gera­de zu Hau­se und Ter­ro­ri­sten sind.

Aber viel­leicht ver­ste­he ich hier nur die edlen Absich­ten falsch und es ist ja nicht alles schlecht in den USA:

Wel­che Vor­tei­le, fra­gen Sie? (…) Gleich­zei­tig impor­tiert man hier aus Ame­ri­ka alles, was man selbst nicht pro­du­zie­ren kann oder will – (…) die neu­sten Life­styl­e­trends und natür­lich moder­ne Pop­kul­tur[.]

Denn wo wären wir ohne „die neu­sten Life­styl­e­trends“ (häss­li­che Kla­mot­ten, unbe­que­me Möbel, Apple-Gedöns) und die „moder­ne Pop­kul­tur“ (castings, Coca-Cola, Apple-Gedöns)? Am Ende, sage ich euch! Und dar­um müs­sen wir end­lich ent­schlos­sen han­deln:

Ein gro­ßes Land wie Deutsch­land hat zwei Mög­lich­kei­ten, mit einem noch grö­ße­ren Land wie Ame­ri­ka umzu­ge­hen. Es kann die eige­ne Posi­ti­on in der Welt­ord­nung zu einer uner­träg­li­chen Opfer­rol­le machen und auf höch­stem Niveau so lan­ge lei­den, bis das ein­ge­bil­de­te Lei­den zu einer Psy­cho­se wird. Oder es kann sich – wie alle ande­ren Län­der der Welt – selbst als gleich­wer­ti­gen Part­ner mit Schwä­chen und Sün­den begrei­fen, mit guten und schlech­ten Tagen wie sei­ne Part­ner und die Vor­tei­le sei­ner Part­ner­schaft mit einem noch grö­ße­ren Land genie­ßen.

Es sei näm­lich Zeit, dass wir erken­nen, dass wir, die wir abge­schla­ge­ne Zwei­te hin­ter dem „grö­ße­ren“ (E. T. Han­sen) Ame­ri­ka sind und blei­ben wer­den, gei­stes­krank sei­en und nur davon geheilt wer­den kön­nen, wenn wir uns den Ver­ei­nig­ten Staa­ten wie die SPD der CDU als gleich­wer­ti­ger Part­ner unter­ord­ne­ten, denn in einer Part­ner­schaft ver­ge­be man dem Ande­ren auch grö­ße­re Fehl­trit­te. Es müs­se ja nicht gleich eine Freund­schaft sein.

Gut, dass uns das mal jemand erklärt hat.

Wenn mir irgend­was nicht passt, steht mir frei, hier wegzugeh’n.
Farin Urlaub: Lie­ber Staat

Nerdkrams
Über Datei­ma­na­ger und war­um ich sie brau­che

#foreveralone(Vor­be­mer­kung: Es folgt wie­der ein­mal ein län­ge­rer Text über von mir ver­wen­de­te Soft­ware. Ergän­zun­gen sind gern gese­hen.)

2010 beklag­te ich mich:

Hat­te der Datei­ma­na­ger von Win­dows 3.x (winfile.exe) noch eini­ge wirk­lich nütz­li­che Funk­tio­nen wie etwa den Dual­pa­nel-Modus, den man als Anwen­der heut­zu­ta­ge umständ­lich nach­rü­sten muss, indem man alter­na­ti­ve Datei­ma­na­ger wie den sicher nicht unbe­grün­det belieb­ten Total Com­man­der instal­liert, so besitzt der Explo­rer in Win­dows 7 nicht ein­mal mehr eine Schalt­flä­che, um in das über­ge­ord­ne­te Ver­zeich­nis zu wech­seln.

Das wur­de in Win­dows 8 zwar wie­der­um kor­ri­giert, aber schön ist das nicht. Der Win­dows Explo­rer ist nur mit aller­lei Zusatz­werk­zeu­gen wie Clover und Lista­ry eini­ger­ma­ßen benutz­bar, sta­bi­ler macht ihn das aber mit­un­ter nicht. (Bevor’s wie­der Spott aus ande­ren Lagern hagelt: Der „Fin­der“ von Mac OS X ist in sei­ner Stan­dard­ein­stel­lung auch ein sehr, ähm, rusti­ka­les Werk­zeug; die diver­sen Linux­dis­tri­bu­tio­nen machen es in der Regel kaum bes­ser. Aus­ge­rech­net KDE-basier­te Syste­me wie PC-BSD und SolydK möch­te ich aber aus­drück­lich loben: Dol­phin ist ein Stan­dard-Datei­ma­na­ger, wie ich ihn mir auch in ande­ren Syste­men wün­schen wür­de.)

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NetzfundstückeIn den Nachrichten
Frie­den, Lie­be und Mit­ge­fühl

Tier­rechts­in­itia­ti­ve Rhein/Main, ca. April 2014:

Wir freu­en uns auf zahl­rei­ches Erschei­nen! (…) Wir akzep­tie­ren aller­dings kei­ne (…) dis­kri­mi­nie­ren­den, grenz­ver­let­zen­den Äuße­run­gen und Ver­hal­tens­wei­sen, (sic!) sowie wei­te­re Unter­drückungs­me­cha­nis­men.

„Psiram“-Blog nach der Ver­an­stal­tung:

[S]elbst ein Schuh­ge­schäft fiel den Rasen­den zum Opfer, hier wur­den Kun­den am Betre­ten gehin­dert. Eier mit der Auf­schrift “Mör­der”; ein Frucht­gum­mi-Laden unter mas­si­vem Poli­zei­schutz – man mag es sich kaum vor­stel­len. (…) Seit ein paar Tagen fürch­te ich mich ein wenig vor der Ent­fes­se­lung die­ser Idea­li­sten, die mit mir über mei­ne Schu­he reden wol­len[.]

„Pro-Vegan“-Blog, Info­thek:

Vegan ist Frie­den, Lie­be und Mit­ge­fühl für alle emp­fin­dungs­fä­hi­gen Lebe­we­sen!

Haupt­sa­che, es wird kei­ne Gren­ze ver­letzt. Man ist ja kein Unmensch.

MusikIn den NachrichtenComputer
Netz­neu­tra­li­tät nicht inklu.

caschy fei­ert:

[T‑Mobile USA geht] näm­lich noch einen Schritt wei­ter, (sic!) als die deut­schen Kol­le­gen. Strea­ming von Musik ist dort fast kom­plett außen vor, Traf­fic inklu­si­ve. Spo­ti­fy, Pan­do­ra, Rhap­so­dy, iTu­nes Radio und wei­te­re – alle „inklu“ (der­zeit noch ohne Ama­zon, Rdio oder Goog­le Music, aber hier kön­nen Nut­zer abstim­men). (…)
Giga­byte las­sen sich schlecht rech­nen, wenn man Spo­ti­fy hört. Dem Kun­den wird gesagt: du musst nicht rech­nen, hau an die App und strea­me doch, was du willst – alles inklu!

Inklu! BOGSAT! Makaa Maka! Palim-palim. Vier Sil­ben? Wer will das schon?

Aber das ist eigent­lich nicht mal das Erschüt­tern­de. Das Erschüt­tern­de ist:

Logo – den Kun­den wird es sicher­lich freu­en. Ein­fach Musik hören – nicht groß­ar­tig über das Volu­men nach­den­ken und genie­ßen.

Die Gra­tis­men­ta­li­tät des Kun­den mag im „nor­ma­len“ DSL-Netz bei­na­he noch in Ord­nung sein, obwohl auch hier die Netz­neu­tra­li­tät (also glei­ches „Recht“ für alle Daten­pa­ke­te unab­hän­gig von ihren Eigen­schaf­ten) ver­letzt wird, aber so breit­ban­dig ist Spo­ti­fy nun nicht; im Mobil­netz aber herr­schen ande­re Regeln.

Zwar ver­sucht T‑Mobile USA es wie Netz­neu­tra­li­tät aus­se­hen zu las­sen, dass vie­le gro­ße Strea­ming­an­bie­ter (kein Rdio, kein WiMP, kein Groo­veshark, …) statt wie in Deutsch­land „nur“ Spo­ti­fy glei­cher­ma­ßen bes­ser behan­delt wer­den, aber da dürf­te die Sach­la­ge klar sein.

Ent­schei­dend ist viel­mehr: Mobil­funk ist im Gegen­satz zu kabel­ba­sier­ten Anschlüs­sen ein Medi­um, das sei­ne maxi­ma­le Kapa­zi­tät nicht unab­hän­gig von der Anzahl der Nut­zer inner­halb sei­ner Reich­wei­te erreicht. Alle T‑Mo­bi­le-Nut­zer inner­halb einer Funk­zel­le – nein, damit sind kei­ne Tele­fon­zel­len gemeint – müs­sen sich also die ver­füg­ba­re Band­brei­te tei­len. Dass alle Kun­den – und das sind meist vie­le – inner­halb der­sel­ben Funk­zel­le eine erträg­li­che Band­brei­te erhal­ten kön­nen, ist ein­zig den Volu­men­ta­ri­fen geschul­det, die dafür sor­gen, dass nicht jeder Kun­de jeden Tag unbe­grenzt rie­si­ge Daten­men­gen in HSDPA- oder noch höhe­rer Geschwin­dig­keit her­un­ter­la­den darf. Wer­den Aus­nah­men geschaf­fen, so wird dies frü­her oder spä­ter bei stei­gen­der Akzep­tanz des Ange­bots dazu füh­ren, dass das Netz „ver­stopft“ ist: Wenn etwa jeder zwei­te Ein­woh­ner einer Groß­stadt gleich­zei­tig ver­sucht, einen gro­ßen Stream her­un­ter­zu­la­den, wer­den wohl eini­ge Last­ver­tei­ler damit über­for­dert sein. Ihr kennt das mög­li­cher­wei­se von Jah­res­wech­seln, wenn selbst das Ver­sen­den von SMS-Nach­rich­ten eine Gedulds­pro­be ist.

Egal, „kostet ja nix“. Der Kun­de mag es. Wie, ande­re Inhal­te (Tausch­bör­sen, aber auch Web­sites) wer­den nied­ri­ger prio­ri­siert, also ver­lang­samt? Egal – wer braucht schon E‑Mail? Und die­ses „Enter­tain“ von der Tele­kom da, das mal eben 1/4 der eige­nen Band­brei­te reser­viert, ist wirk­lich unge­mein prak­tisch. Vor etwas über zehn Jah­ren hat­ten wir auch nur 56 kbit/s und das hat locker gereicht; was dar­über hin­aus­geht, kön­nen wir ja für einen gerin­gen Auf­schlag vor­prio­ri­sie­ren las­sen. Und weil wir unser Geld so gern ver­schwen­den, mie­ten wir uns gleich noch frem­de Musik dazu und hof­fen dann, dass sie uns nie­mand ein­fach so weg­nimmt. Das wür­de ja nie­mand tun.

Mei­ne digi­ta­li­sier­ten Vinyl­plat­ten kosten mich übri­gens auch bei ande­ren Anbie­tern kein Byte traf­fic.

Um bei caschys Duk­tus zu blei­ben: Inklu find‘ ich sch­ei.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz notiert zu Joa­chim Gaucks jüng­ster Befür­wor­tung rück­sichts­lo­sen Men­schen­tot­schie­ßens

Hm, ja, aha, soso:

Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck sieht Deutsch­land bei der Über­nah­me von mehr inter­na­tio­na­ler Ver­ant­wor­tung in der Pflicht, not­falls auch mili­tä­ri­sche Mit­tel ein­zu­set­zen. (…) Man brau­che inter­na­tio­nal auch Kräf­te, die Ver­bre­cher oder Des­po­ten stop­pen, die gegen ihr eige­nes Volk oder gegen ein ande­res mör­de­risch vor­ge­hen.

Die Kräf­te, die Ver­bre­cher dar­an hin­dern, zum Bei­spiel das afgha­ni­sche und ira­ki­sche Volk zu mas­sa­krie­ren, hei­ßen im all­ge­mei­nen poli­ti­schen Sprach­ge­brauch gele­gent­lich „Isla­mi­sten“, manch­mal auch „Tali­ban“. Gegen einen Ein­satz inter­na­tio­na­ler Kräf­te, die not­falls mit Waf­fen­ge­walt deut­sche Sol­da­ten dar­an hin­dern, im Aus­land Men­schen zu töten, hät­te ich im Übri­gen eben­so wenig wie gegen eine ver­stärk­te Prä­senz aus­län­di­scher Trup­pen zum Schutz deut­scher Demon­stran­ten vor bewaff­ne­ter Poli­zei. Das kennt Joa­chim Gauck ja noch von frü­her, als sowje­ti­sche Pan­zer zuver­läs­sig das Land vor dem Feind beschützt haben.

Vor­wärts immer, rück­wärts nim­mer!
Erich Hon­ecker

Computer
Ger­man Sicher­heit (Sym­bol­bild)

Die aktu­el­le Aus­ga­be der Zeit­schrift c’t hat wie­der ein­mal aller­lei Wer­bung dabei, unter Ande­rem ein Band, das die Zeit­schrift umgibt und für einen gro­ßen deut­schen Anti­vi­ren­her­stel­ler wer­ben soll.

Und wie ein­drucks­voll!

German Sicherheit

Fühlt ihr euch auch schon so sicher wie ich mich?

PersönlichesMusikNetzfundstücke
Drei­mal kurz erwähnt: Geschlechts­rei­fe, Gemü­sen­a­zis und die gute alte Sehn­sucht

Kann­te ich noch gar nicht: Die Geschlechts­rei­fe allein berech­tigt noch nicht zur Inbe­trieb­nah­me der Geschlechts­or­ga­ne.


Rüh­rend: Die „Jungle World“ („Club-Mate ist das Getränk des kom­men­den Auf­stands“, 28. April 2011) macht sich Sor­gen um die Gesund­heit zwei­er vega­ner Koch­neo­na­zis:

Besorg­nis­er­re­gend hoch scheint der Kof­fe­in­ver­brauch der bei­den Köche zu sein. Gleich drei Kisten einer belieb­ten Mate-Limo­na­de sind im Hin­ter­grund zu sehen und auch sonst ste­hen Fla­schen des Getränks fast über­all in der Küche her­um.

Da sieht man mal, wie krank die sind!


Apro­pos „Jungle World“:

De|si|de|rat, das; -[e]s, ‑e [lat. desi­de­ra­tum = Gewünsch­tes]: (…) (bil­dungs­spr.) etw., was fehlt, was nötig gebraucht wird; Erwünsch­tes[.]

Und eigent­lich kennt man das ja, die­ses Gefühl, wenn etwas fehlt, etwas gebraucht wird; was dann auch meist gar nicht mal so fern ist, aber doch unnah­bar, weil man statt des beque­men Weges vor­bei an Wie­sen und Flüs­sen lie­ber die stei­ni­ge Abkür­zung nimmt, um zu bewei­sen, dass man es nicht nur bequem haben will, und man bricht auf dem Weg zusam­men und rap­pelt sich dann doch wie­der auf, gelei­tet nur von den Far­ben und der Stim­me, wie in die­sem einen Lied, das jeder kennt und das für jeden anders heißt.

From Monu­ment To Masses – „Dea­fe­ning“ – 4/27/07

Und eigent­lich ist es trost­los, wenn sie nicht bei einem ist. Aber das kennt ihr ja.