Nerdkrams
Über Dateimanager und warum ich sie brauche

#foreveralone(Vorbemerkung: Es folgt wieder einmal ein längerer Text über von mir verwendete Software. Ergänzungen sind gern gesehen.)

2010 beklagte ich mich:

Hatte der Dateimanager von Windows 3.x (winfile.exe) noch einige wirklich nützliche Funktionen wie etwa den Dualpanel-Modus, den man als Anwender heutzutage umständlich nachrüsten muss, indem man alternative Dateimanager wie den sicher nicht unbegründet beliebten Total Commander installiert, so besitzt der Explorer in Windows 7 nicht einmal mehr eine Schaltfläche, um in das übergeordnete Verzeichnis zu wechseln.

Das wurde in Windows 8 zwar wiederum korrigiert, aber schön ist das nicht. Der Windows Explorer ist nur mit allerlei Zusatzwerkzeugen wie Clover und Listary einigermaßen benutzbar, stabiler macht ihn das aber mitunter nicht. (Bevor’s wieder Spott aus anderen Lagern hagelt: Der „Finder“ von Mac OS X ist in seiner Standardeinstellung auch ein sehr, ähm, rustikales Werkzeug; die diversen Linuxdistributionen machen es in der Regel kaum besser. Ausgerechnet KDE-basierte Systeme wie PC-BSD und SolydK möchte ich aber ausdrücklich loben: Dolphin ist ein Standard-Dateimanager, wie ich ihn mir auch in anderen Systemen wünschen würde.)

Für mich als jemanden, der viel mit Dateien in zahllosen Unterordnern hantiert, ist es inzwischen unbegreiflich geworden, dass eine derart essenzielle Funktion eines Betriebssystems von den jeweiligen Entwicklern oft nur stiefmütterlich behandelt wird. Nach allerlei Experimenten mit QTTabBar und einer Internetsuche nach alternativen Dateimanagern für Windows landete ich nach einigen Jahren schließlich zunächst beim xplorer², (viel) später kam eine Lizenz für den XYplorer hinzu. Die Platzhirsche Directory Opus (zu teuer und zu verspielt), Total Commander (altbacken; das Auge isst mit) und freeCommander (damals noch ohne „XE“) sind mir bei meiner Suche natürlich nicht entgangen, aber gerade letztere zwei stellten mich vor eine größere Herausforderung:

Früher – ab Mitte der 1980-er Jahre – gab es bereits „orthodoxe“ Dateimanager, also solche, die, anders als der viel später entwickelte „Explorer“, eine dreigeteilte Fensteraufteilung hatten: Es gab zwei Ordnerfenster, was insbesondere dann nützlich war, wenn man in mehreren Ordnern gleichzeitig arbeitete, und eine Befehlszeile, über die man (es gab ja kein „Multitasking“) an die gewohnte DOS-Shell (also die Konsole, nicht den Dateimanager) herankam, ohne dafür den Dateimanager beenden zu müssen. Dem PathMinder, der dieses Aussehen 1984 wohl erstmals einführte, folgten bald von ihm oder dem nur wenig später veröffentlichten Norton Commander inspirierte Anwendungen: Ab 1990 gab es – zunächst für AmigaOS – Directory Opus, 1993 folgten SpeedCommander und Windows Commander (heute: Total Commander) unter Windows. Die Kommandozeile blieb dennoch ein lukratives Geschäft: Die Firma RITlabs (heute bekannt für das großartige Mailprogramm The Bat!) versuchte es ab 1991 mit dem Dos Commander, in der Open-Source-Welt ging es nachhaltig ab 1994 mit dem Midnight Commander los, der noch jahrelang einer der meistbenutzten Dateimanager unter Linux blieb.

Der Dateimanager der AmigaOS-„Workbench“ (ab 1985) und der „Finder“ von Mac OS (ab 1984) verfügten demgegenüber über nur ein einziges Ordnerfenster und waren statt einer Tastatur- anfangs überwiegend auf Mausbedienung ausgerichtet. Mit dem allgemein adaptierten Umstieg von Text- auf grafische Bedienoberflächen setzte sich dieses Paradigma allmählich durch: Unter OS/2 und Windows war die DOS-Konsole ab Mitte der 1990-er Jahre nur mehr eine verblassende Erinnerung, es galt also, die langweilige Tastatur möglichst effizient durch einfachen bunten Schnickschnack weitgehend überflüssig zu machen. Faulheit siegt. Mehrere Generationen von Computernutzern sind also – obwohl man es gelegentlich anders liest – entweder mit dem „Zweifenstersystem“ oder mit dem „Einfenstersystem“ aufgewachsen. Andere Ansätze wie etwa Q-Dir (1 bis 4 Verzeichnisfenster gleichzeitig), Proto oder die inzwischen in Mac OS X und neue Projekte wie One Commander aufgenommene „Spaltendarstellung“ (Miller Columns) blieben meist Randerscheinungen. Einen eigenen Weg beschritten die bereits ab 1974 implementierten Versionen von dired, das heute vor allem als „Emacs-Dateimanager“ bekannt ist.

Mein erster eigener Rechner kam mit Windows 95 ins Haus, Dateiverwaltung sah für mich also lange so ähnlich aus:

Windows 95 - Arbeitsplatz

Natürlich kannte der Windows-Explorer zumindest auch eine Baumansicht, die mir allerdings nur durch Zufall überhaupt aufgefallen war; drückte man die Windowstaste und „E“ gleichzeitig, so erschien der Explorer plötzlich völlig anders auf dem Bildschirm:

Windows 95 - Explorer

Unerfahren, wie ich damals war, fand ich das zu unübersichtlich, mit Verzeichnisbäumen konnte ich noch jahrelang nicht viel anfangen. Erst später begann ich mit mehr als einem Ordner gleichzeitig zu arbeiten, kopierte erste zaghafte Programmierprojekte an eine andere Stelle im Dateisystem oder wechselte zwischen zwei Verzeichnissen hin und her. Die Annehmlichkeiten eines professionellen Dateimanagers lernte ich erst kennen, als ich einmal mit einer der frühen Explorer-Tab-Erweiterungen experimentierte. Dateien und Ordner zu verschieben, ohne ein zweites Fenster öffnen (oder Ausschneiden und Einfügen benutzen) zu müssen, war eine völlig neue, aber willkommene Erfahrung.

Nun bin ich ja ein Mensch, der zwar gern Neues kennen lernt, aber anfangs lieber bekannte Wege beschreitet. Als ich anfing, den Explorer auf meinem jeweiligen System durch xplorer² zu ersetzen, schaltete ich zunächst alles ab, was mich überforderte: Ich wollte kein zweites Dateifenster, auch der Verzeichnisbaum war mir oft nur im Weg. Die relevanten Ordner hatte ich ja stets in Ordnertabs geöffnet. Für eine Freundin, die Anhängerin des Total Commanders war und womöglich immer noch ist, hatte ich in dieser Hinsicht nur ein Stirnrunzeln übrig: Damit kann man arbeiten? Allerdings erfreut sich der Total Commander trotz seiner – ich erwähnte es – altbackenen Oberfläche bis heute großer Beliebtheit, vielleicht auch, weil er auch nach Ablauf der Testphase keinerlei „Aktivierung“ benötigt und deswegen mit einem relativ einfach zu berechnenden „Schlüssel“ freischaltbar ist, während die Konkurrenz (Directory Opus, xplorer² und sicherlich andere) jede illegale Nutzung softwareseitig zu vermeiden versucht. Aus einem ähnlichen Grund gibt es ja auch immer noch Leute, die WinRAR einsetzen.

Ich war also jahrelang zufrieden mit dem „Ein-Fenster-Paradigma“, das ich gewohnt war. Dass von mir genutzte Programme wie WinSCP und FileZilla wie selbstverständlich auf einen Zweifenstermodus setzen, hat mich lange Zeit nicht beeindruckt, ich habe Dateien wie gewohnt aus dem jeweiligen Dateimanager heraus in das Programmfenster gezogen, weil ich das praktisch fand. Manchmal bemerkt man das Offensichtliche nicht. Vor ein paar Wochen aber, als ich wieder einmal größere Datenmengen durch die Gegend schob und zufällig diesen Artikel las, bemerkte ich, dass ich mit einem zweiten Dateifenster anstelle mehrerer Ordnertabs vielleicht doch etwas Zeit sparen könnte. Zwar beherrschen xplorer² und XYplorer ebenfalls einen Zweifenstermodus, aber ich als Gewohnheitstier zwinge mich ja gern zu meinem Glück, also benötigte ich einen Dateimanager, der es mir nicht so leicht machen würde, den alten Habitus wieder einzunehmen. Unter Android nutze ich ja auch seit Langem den zweifenstrigen Solid Explorer.

Der Total Commander fiel ebenso schon aus optischen Gründen aus der Liste der zu diesem Zweck zu testenden Programme wie der freeCommander, der mit seinem quietschbunten Aussehen für meinen Geschmack doch etwas übertreibt. Auf einem MacBook, das ich gelegentlich nutzen muss, kommt in Ermangelung besserer Alternativen zurzeit der muCommander zum Einsatz, allerdings hat sich Java-Software unter Windows bislang noch nie als besonders angenehm zu benutzen herausgestellt. Was ich brauchte, war ein einigermaßen ansehnlicher (oder wenigstens optisch kompakter) Dateimanager im „orthodoxen“ Stil, der mir den gewohnten Komfort einerseits, andererseits aber auch die Vorzüge des zweiten Dateifensters bieten konnte, ohne auf mich fremd zu wirken. Unterstützung für SFTP, so dass ich (anders als in XYplorer und xplorer², wenn man nicht nachhilft) auf einen Server wie auf ein lokales Laufwerk zugreifen kann, war eine der Funktionen, die mich sehr beeindruckt haben – in der Welt der „orthodoxen“ Dateimanager scheint dies keine Seltenheit zu sein; selbst der FAR Manager kann mittels des mitgelieferten NetBox-Plugins mit SFTP umgehen.

Nach einigen Tests, die teilweise recht enttäuschend verliefen, blieben schließlich der Altap Salamander und der SpeedCommander als mögliche Anwendungen in der engeren Auswahl. Die meisten kostenlosen Programme dieser Art, etwa der Unreal Commander und der Multi Commander, hatten störende Eigenheiten, die ich nicht wegkonfigurieren konnte. Qualität kostet. Beim Altap Salamander kostet SFTP-Unterstützung allerdings fast zehn Euro Aufpreis, was zu verschmerzen wäre, hätte Konkurrent SpeedCommander sie nicht schon eingebaut. Überhaupt bietet der SpeedCommander allerlei, was zum Beispiel dem Total Commander völlig fehlt, und damit meine ich nicht nur die Optik, sondern auch die Konfigurierbarkeit. Dass Tastaturcowboys wie ich es zu schätzen wissen, dass Befehle wie „verschiebe die markierten Ordner vom linken Fenster ins rechte“ nur wenige Tastendrücke (zum Beispiel Leertaste zum Markieren, F6 zum Verschieben) statt irgendwelcher Mausgesten erfordern, ist nur einer der vielen Punkte, die mich dazu bewegen, „orthodoxen“ Dateimanagern jetzt eine Zeitlang zumindest als Ersatz für WinSCP eine Chance zu geben, bis vielleicht irgendwann native SFTP-Unterstützung in XYplorer oder xplorer² Einzug hält.

SpeedCommander 15

Unter Linux und BSD ist die Auswahl ja auch nicht gerade klein: Neben muCommander, Midnight Commander und dem mächtigen Krusader buhlen auch emelFM2, Worker (im Amiga-Stil), GNOME Commander und viele weitere „Commander“ um Benutzer. Oft erkennt man schon am Namen, worum es sich handelt: „Commander“ sind meist dem PathMinder, „Explorer“ dem, nun ja, Explorer nachempfunden. Manche versuchen wie der XYplorer das Beste aus beiden Welten zu vereinen, indem sie die „Explorer“-Bedienweise mit einem Zweifenstermodus kombinieren, dazu zählt zum Beispiel auch Dolphin.

Klar: Echte Männer verschieben keine Dateien und verwalten keine großen Projektordner mit einem GUI, es gibt ja die Konsole. Echte Männer schubsen keine Symbole mit der Maus auf der Festplatte herum. Dass aber Tastaturbedienung meist schneller geht als Mausklicks, sollte sich außer bei Rob Pike schon herumgesprochen haben, und bereits der Norton Commander, der wohl viele der heute üblichen Tastenbelegungen von „orthodoxen“ Dateimanagern etablierte, war darauf ausgerichtet, dass der Benutzer beim Arbeiten auf der – wir erinnern uns – Konsole möglichst viel Zeit sparen möge. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, auch wenn Oma Lieschen selbst mit Strg+S zum Speichern im CUA-Modus oftmals bereits überfordert ist; aber Oma Lieschen möchte ja nur manchmal eine E-Mail schreiben und keine großen Datenmengen woanders platzieren. Eigentlich ist das beneidenswert. Strg+X/C/V sind ja auch nicht schlimm, auch Linuxnutzern wie Didi fällt es oft leichter, die aus Windows gewohnten Tastenkürzel zu benutzen, als sich mit Besonderheiten der meisten benutzten Anwendungen auseinanderzusetzen. Ich schätze Programme wie den XYplorer unter Anderem auch dafür, dass man als Windows-Explorer-Benutzer, der gerade mühsam Tastenkürzel auswendig gelernt hat, nicht wieder von vorn anfangen muss, und wenn man nicht gerade in mehreren Ordnern gleichzeitig arbeiten muss, hat das Einfenstersystem (auch bei zuschaltbarem zweitem Fenster) große Vorteile hinsichtlich der Übersichtlichkeit. (Der XYplorer ist nach meinem Dafürhalten ohnehin einer der grafisch übersichtlichsten „mächtigen“ Dateimanager für Windows. Natürlich kann ich mich aber auch irren.)

Worauf ich hinaus wollte? Nun, vielleicht darauf: Es geht immer noch etwas besser. Wer das Werkzeug seiner Wahl für optimal hält, der sollte trotzdem ab und zu Neues ausprobieren, neugierig bleiben. Vielleicht sehe ich das auch nur falsch und verschwende zu viel Zeit darauf, ein Werkzeug für eine Aufgabe zu finden, die ich ohne es längst erledigt haben könnte.

Ein regelmäßiger Leser dieser Website machte deutlich, dass das Streben nach immer besseren Puzzleteilen für meinen workflow Verständnislosigkeit auslöst. Natürlich möge ein Jeder das nutzen, was ihn bei seinem Tun so unterstützt, dass es ihm nicht nur nicht im Weg ist, sondern diesen Weg obendrein pflastert und bequemer macht. Aber ist es nicht langweilig, wenn man nichts Neues mehr entdeckt?

Senfecke:

  1. Als altgedienter (aber auch aktueller) Amiganer muß ich mal eben noch eine kleine Korrektur einbringen…

    Die Workbench des Amiga besaß nie einen „klassischen Ein-Fenster-Modus“. Eigentlich darf man auch bei Win/Lin/wasweißich nicht von „Ein-Fenster“ sprechen, da inzwischen so ziemlich alle Systeme Multitasking anbieten und auf den „Desktops“ mehrere Fenster gleichzeitig erlauben, zwischen denen man Dateien und Verzeichnisse hin- und herschieben kann.

    Eine Bedienung mittels Tastatur war bei der Amiga-Workbench hingegen schon immer möglich, wurde aber leider etwas stiefmütterlich behandelt (die meisten Benutzer sind halt faul und empfänglich für Augenzucker ;) ). Die grundlegenden Arbeiten mit Dateien konnte/kann man aber nahezu komplett via Tastatur erledigen (zum Kopieren ist allerdings ohne Hilfsmittel EIN Griff zur Maus nötig). Darüber hinaus bietet die Amiga-Workbench von Anfang an so etwas wie einen „Lister-Modus“, in dem man die jeweiligen Verzeichnisse in Listenform (Text) anzeigen lassen kann.

    Inzwischen wurde die Tastatursteuerung verbessert und einige Handlungsmöglichkeiten hinzugefügt. Trotzdem erfreuen sich DirOpus (2-Fenster und die moderne Version) und ähnliche Programme immer noch großer Beliebtheit. Ist oft ganz einfach eine Geschmacksfrage. Und eine der Gewöhnung ;)

    • Gemeint ist natürlich: „Ein Ordnerfenster pro Programmfenster“. ;)

      Auch der Windows Explorer beherrscht ja Tastatursteuerung, es ist nur etwas aufwändiger als unter anderen Programmen. :)

      Ich besaß nie eine(n?) Amiga, insofern kenne ich das nur „aus dem Internet“. Ich habe das oben mal ergänzt, danke.

  2. Natürlich fällt es Linuxern leicht, auch Windows-Tastenkürzel zu benutzen. Linuxer zeichnen sich schließlich durch das Abstraktionsvermögen aus. Was man von Windowsern allerdigs nicht behaupten kann. Die kriegen beim Ausprobieren von etwas Neuem ohne fremde Hilfe noch nicht einmal das @ hin.

    • Ich habe noch nie „Strg+Alt+Q” für das @ genutzt. Aber da wir gerade dabei sind: Wie weit sind inzwischen deine Kenntnisse in der Bedienung klassischer UNIX-Werkzeuge wie vi fortgeschritten?

  3. Ich besaß nie eine(n?) Amiga, insofern kenne ich das nur „aus dem Internet”. Ich habe das oben mal ergänzt, danke.

    Hrhrhr, über „der/die“ wird noch heute heftigst gestritten :D Bei manchem paßt „die“ besser, obwohl viele von denen inzwischen verheiratet sind und Nachwuchs haben. Digitale Bigamisten, sozusagen ;)

    Interessant finde ich an diesem Artikel allerdings, wie es sich liest, wenn man Rückschau hält, so als Altgedienter… diese Frage „Dateimanager: Bordwerkzeug oder doch lieber Software von Drittanbietern?“ war vor über 20 Jahren schon ziemlich schwer zu beantworten (die Späße mit Dateimanagern gingen schon recht früh los… ich entsinne mich GANZ dunkel an vergleichbare Software auf dem C64) und wird wohl auch nie abschließend beantwortet werden. Der eine braucht unbedingt Dieses, der andere ist mit Jenem aber vollauf zufrieden.

    War schon immer so ™

    • Naja, unter CP/M hatte man wahrscheinlich nicht viel Auswahl, und auch der (! ;)) C64 dürfte nicht allzu viele unterschiedliche Dateimanager gekannt haben, oder?

      Ich wäre auch mit dem Explorer „zufrieden“, aber ich bastle gern. Und wie schon im Artikel erwähnt: Das Auge isst mit! :)
      (Igitt.)

      (Einer der Gründe, wieso ich den xplorer² von Anfang an sehr mochte, ist ja die hübsche Symbolleiste. Nicht, dass ich sie jemals benutzen würde.)

  4. Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Norton Commander unter CP/M angefangen… kurz danach gab es dann noch weitere Programme dieser Art und selbst in der DDR wurde sowas für die KC85er gebastelt. Wobei man sagen muß, daß die heute bekannten „klassischen“ Dateimanager ihren Anfang eigentlich auf dem (der?) Amiga hatten (also die mit Klickzeuch). GEM wiederum hatte sowas in rudimentärer Form ja quasi von Haus aus (Atari & Co). GEOS auch (C64).

    Konkrete Namen für C64-Soft dieser Art (vor GEOS) kriege ich nicht mehr aus meine Hirn gewrungen. Ich weiß nur, daß die, die ich mal benutzte, keine 2-Fenster-Darstellung hatte (was Wunder ;) ) und etwas umständlich zu bedienen war. Dafür konnte man Dateien von Diskette zu Diskette schieben, was manchmal recht angenehm war.

    Das mit dem Basteln kennt man aber auch noch beim Amiga… ein Bekannter hat bis vor einiger Zeit an einem Dateimanager ala DirOpus5 geschraubt. Wobei das nicht wörtlich zu nehmen ist. Die Konfigurierbarkeit, die bei DirOpus5 ja schon jedes Maß verloren hatte, gibt es dort in dieser extremen Form nicht. Dafür aber (theoretisch) beliebig viele Fenster. Was er leider (noch) nicht eingebaut hat, ist „beliebig viele Ziele für Dateikopien“. Kommt vielleicht noch. Tastaturunterstützung wiederum ist vorhanden und sehr gut.

    Evtl. wird da noch die „neue Workbench“ draus, die immer wieder ins Gespräch gebracht wird (ist echt überfällig. Gab letztens sogar noch einen Port von DirOpus5 auf AmigaPPC/AROS. So verzweifelt ist man hier inzwischen :D ).

    • Klickzeuch. Uah.

      Ich bastle auch gerade an einem Dateimanager, einfach um das mal gemacht zu haben; allerdings unter Windows. Es gibt ein paar Dinge, die ich auch im SpeedCommander anders machen würde. Ich versuche es einfach mal. – Directory Opus habe ich in Version 9 schon viel zu komplex gefunden, es ist seitdem nicht besser geworden. Mit dem neuen Windows-8-Aussehen hat er auch optisch jeden Reiz für mich verloren. Macht nix, ist eh‘ zu teuer.

  5. Der Dateimanager scheint für viele ein seltsames Werkzeug zu sein. Daher werden die Standarddateimanager wahrschienlich auch dauernd kastriert.

    Ich nutze die Baumansicht schon seit Win95 Zeiten, selbst unter DOS mit dem NortonCommander hatte ich meist ein Treeview an.

    Zum verschieben von Dateien benutze ich den Baum. Ich ziehe aus dem aktuellen Verzeichnis auf dem Baum in das Verziechnis, wo ich die Datei haben will. Das mache ich auch heute noch so. Meine erste Änderung wenn ich ein OS installiere, ist im Dateimanager die Baumansicht aktivieren.

    Unter XP konnte der Explorer eigentlich alles was ich wollte. Beim Linuxumstieg auf Gnome der Nautilus auch, aber mittlerweile wurde der ja kastriert und das ist dieses Rätsel, wie eine Software die systemimanent ist, so misshandelt werden kann?

    Mich hat das Thema Dateimanager die letzten Tage auch beschäftigt, da ich einen gesucht habe, der auch Spalten wie z.b. „Bild aufgenommen am“ einblenden kann. Der Explorer kann das auch unter WinXP. Unter Linux ist das keine Selbstverständlichkeit (vermutlich mit Dolphin schon, aber wer will schon KDE?), ich habe bisher nur ein Plugin für Nautilus gefunden, ich nutze aber XFCE.

    Ich sehe aber eine Tendenz dahinter, dass das Konzept von Datei und Bäumen, immer mehr vor dem User versteckt werden soll.

    • Baumansicht – an sich nett. Obwohl man’s auch übertreiben kann. Beim ZTree fehlt mir was. Klar, an die Baumansicht kann man sich gewöhnen, gerade, wenn man alles, was man gerade sucht, in verschiedenen Unterordnern des gleichen Ordners liegen hat. (Oder wenn man den XYplorer mit dem „Minibaum“ benutzt.) Aber wie mir aufgefallen ist, geht es erstaunlich gut ohne sie.

      Ja, Mac OS X mit seiner komischen Seitenleiste ist ein schreckliches Beispiel dafür, was wohl noch kommen wird. Und unter Linux neigt man ohnehin dazu, alles, was irgendwas mit Technik zu tun hat, möglichst gut vor dem Anwender zu verstecken. – Dolphin funktioniert auch unter Xfce, schleppt halt nur jede Menge Abhängigkeiten mit. Wahrscheinlich kommt für dich dann auch ein Blick auf den Dateimanager von Cinnamon nicht in Frage? (nemo-media-columns sei, so behauptet das Internet, ein relevanter Begriff.)

  6. Ich schätze, meist ist es auch eher die Frage: „Was macht so ´n User eigentlich den ganzen Tag mit Dateien?“. Heutzutage beschränkt sich die Arbeit mit Dateien bei den meisten Benutzern auf „ich suche irgendeines meiner kranken Urlaubsfotos von Malle mit dem Erwin drauf“ oder „Wo war nochmal die Tabelle mit den Rezepten für veganen Döner?“. Da braucht es eher wenig Funktionen, „Suchen“, aktivieren seitens des Desktops, d´n´d, fertig.

    Die „Techniker“ werden von den Systemherstellern inzwischen ziemlich vernachlässigt oder mit Funktionsmonstern bombardiert (für die meist ein eigenes Bachelor-Studium notwendig ist, damit man die Dinger überhaupt bedienen kann. DirOpus ist da ein gutes Beispiel. Oder PhotoSchrott. Oder Blender…).

    Ich halte es da mit Montgomery Scott ;) Für jede Arbeit das richtige Werkzeug… und nicht ein Werkzeug für alle Arbeiten, das alles, aber nichts davon richtig, kann.

    • Hm, die windowseigene Suche ist aber auch nicht die beste. Man muss ja nicht gleich mit „Tags“ (also Dateikommentaren) arbeiten, aber manchmal kenne ich den Dateinamen nicht auswendig, sondern nur einen Teil des Inhalts (zum Beispiel von Code) oder zum Beispiel ausgewählte EXIF-Tags. Die Windowssuche ist da nur bedingt hilfreich.

      Photoshop? Würd‘ ich als „Profi“ nicht mal als Freeware benutzen wollen. Aufgebläht und völlig überfrachtet. Klar, „DirOpus“ ist für Leute, die gern jeden Aspekt konfigurieren, gut geeignet. (Wobei: Bekommt man die ekelhafte Menüleiste in neuen Versionen überhaupt irgendwie wieder kleiner?) Aber damit wird Software wieder zum Selbstzweck. Ich möchte das nicht. – Ja, „one tool, one purpose“, aber Dateiverwaltung ist „one purpose“, sonst wär‘ das alles viel einfacher.

      • Die eingeschränkte Nützlichkeit der Suche dürfte der Grund für solche Krücken wie „Sidebars“ sein. Die meisten Leute sind stinkfaul und überschätzen ihre kognitiven Fähigkeiten gewaltig. Da wollen die Hersteller natürlich gern drauf eingehen, um die Verkäufe irgendwie stabil zu halten. Ein Grund für den Erfolg der Tabs. Alles für den Konsum-Zombie von heute vorgekaut und bloß nicht „zu kompliziert“ gestaltet. Ich hatte da schon Gespräche mit Normalnutzern, die mich an der positiven Evolution des Homo Sapiens zweifeln lassen…

        Wenn man Dateiverwaltung als solche nimmt, ist die Sache eigentlich ziemlich simpel. Da hatten die ersten Dateimanager schon alles an Funktionalität, was man so brauchte.

        Das eigentliche Problem sind die spezielleren Anwendungsfälle, in denen der Inhalt von Dateien in den Fokus rückt. Der Fotograph braucht andere Ordnungs- und Suchfunktionen als beispielsweise der Hobbycoder. Und zusätzliche Tools (Vorschau, touch etc.). Mit Dateiendungen allein kommt man heutzutage auch nicht mehr wirklich weit, was dann andere technische Ansätze nach sich zieht. Wäre es nach mir gegangen, hätte sich IFF durchgesetzt. Da würden die allermeisten Anwendungsfälle mit gleicher Funktionalität abgedeckt. Nun ja…

        Alles nich´ so einfach ™ :D

        • Und welches Problem löst die unglaublich unbrauchbare „Sidebar“ vom OSX-Finder? Dass ohne sie zu viel Platz wäre oder wie? Tabs sind klasse, wenn man sie richtig einsetzt. Die meisten Menschen tun das nicht. Ich hatte Tabs ja jahrelang als „weitere Fenster“ benutzt. Das ist vielleicht nur bedingt sinnvoll gewesen.

          IFF? Wasn das? – Nun, ein Dateimanager, der nach Inhalten und EXIF-Tags suchen kann, wäre toll. Zweiteres können viele, Ersteres scheint niemand zu brauchen. Verrückt. Na ja, abgesehen von der schrecklichen Indexsuche von Windows oder KDE.

          • Die Sidebar löst ja kein Problem… aber sie vermittelt dem Nutzer die trügerische Sicherheit, daß er alles, was er braucht, jederzeit einfach (und vor allem „mühelos“ ™ ) finden kann ;)

            Mit den Tabs habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Ich meinte die verkrüppelten PCs, Tablets. Die anderen Tabs sind, je nach Anwendungsfall, Fluch oder Segen. Mir selbst waren die „Mehrfach-Screens“ des Amiga immer am liebsten. Genug Platz zum Arbeiten mit dem Programm (und allen seinen Fenstern), wenn man es gerade nicht braucht, ab in den Hintergrund damit. Und für nen Kontrollblick zieht man einfach den Bildschirm nach unten und sieht den Schirm „dahinter“. Da sind Tabs dann mehr als flüssig. Überflüssig. Blöderweise haben sich die Tabs irgendwie auch am Amiga festgekrallt. Die Pest am A****…

            IFF = Interchange File Format. Ein Container-Format, welches Electronic Arts damals ™ ersonnen hatte. Für die Zeit (1985) wirklich enorm fortschrittlich. Und auch heute noch sehr gut einsetzbar. Paßt zum Amiga ;)

            Hm, Inhalt UND EXIF ist dann eine Aufgabe für Deinen Dateimanager, oder?

            • Wenn ich nur nicht so faul wäre …

              Also ich hab‘ große Probleme, unter Mac OS X irgendwas zu finden. Furchtbar. Aber ist vielleicht Gewohnheitssache. Ach so, Tablets. Ja, „Mehrfachscreens“; den Ansatz von Emacs oder Vim finde ich gut. Alles ist ein „Puffer“, Umschalten geht per Tastendruck ohne Tabs oder Extrafenster. :)

  7. Windows + E, dann Windows + linke Pfeiltaste
    Windows + E, dann Windows + rechte Pfeiltaste
    8O

  8. Pingback: Hirnfick 2.0 » Twitter macht dicht.

    […] etwas. Erinnert ihr euch daran, dass ich mich im Juni das archaische Aussehen vom Total Commander kommentierte? Verglichen mit den verfügbaren GNU-Social-apps ist er geradezu futuristisch. Die mobile […]

  9. Hallo lieber Autor,
    was ich nciht so ganz verstehen kann ist deine Aussage zu dem Freecommander.
    Mag sein, das er in der Installierten Stabnndardversion dir zu „bunt“ ist, Doch du kannst ihn dir ganz nach belieben einrichten. UNd das bringt keiner der andern von dir aufgezählten mit. UNd wenn ich dann sehe dass du bei eneigen Gled zahlen musst um Funktionen zu erhalten die im Freecommander enthalten sind, dann frage ich mich warum man sich nicht mit einer Software beschäftigt bevor man sie beurteilt.
    Aber gut, jeder so wie er will.
    Ich kann dir den freeCommander nur an Herz legen, denn er kann alles was du suchst und das umsonst (spenden erwünscht, was ich verständlich finde). UNd wie er dann aussieht dein Freecommander, das bleibt dann ja dir überlassen.

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