Nerdkrams
zANTI: Penetrationstests und mehr

Mein Beitrag über FaceNiff, ein Pass­wortschnüf­fel­w­erkzeug für Android, erfreut sich auch dreiein­halb Jahre später — ungeachtet der fehlen­den Aktiv­ität des Entwick­lers — noch einiger Beliebtheit. Natür­lich hat sich auf dem Markt der Sicher­heitswerkzeuge für Android eben­so wie in punc­to Hard­ware­spez­i­fika­tio­nen — mein Smart­phone zum Beispiel ist deut­lich leis­tungsstärk­er als mein OpenB­SD-Lap­top — seit­dem einiges getan, weshalb auch Schutz­soft­ware für Android längst ein lukra­tives Geschäft ist.

Bis vor ein­er Weile existierte mit dSploit ein Pen­e­tra­tionstest­werkzeug (“Pen­test”), das über die Fähigkeit­en von FaceNiff weit hin­aus­ging, indem es mehr bot als nur das Ausle­sen von Pass­wörtern: Es kon­nte der kom­plette Net­zw­erkverkehr mit­ge­le­sen und auf Sicher­heit­slück­en analysiert wer­den. Nach­dem dSploit als Open Source freigegeben wor­den war, passierte zunächst eine Menge und dann plöt­zlich nichts mehr: Seit dem 3. Novem­ber 2014 ist dSploit offiziell ein Teil von zAN­TI, dessen Entwick­ler­fir­ma zufäl­lig auch zIPS, eines der weni­gen wirk­samen Gegen­mit­tel für Android-Ein­drin­glinge, kom­merziell vertreibt. Zumin­d­est dürfte das ein funk­tion­ieren­des Geschäftsmod­ell sein.

Insofern kann zAN­TI — anders als FaceNiff — auch kosten­los ange­boten wer­den. Zu bieten hat es über­wiegend Funk­tio­nen, die andere als bloß destruk­tive Zwecke erfüllen. Dass auch zAN­TI natür­lich SSL-Anfra­gen eben­so wie Browser­sitzun­gen abfan­gen, entschlüs­seln und ausle­sen kann, wider­spricht dem keines­falls — Pen­e­tra­tionstests führt man üblicher­weise ja auch auf Geheiß in Fir­men­net­zen und nicht unge­fragt beim Nach­barn durch.

zANTI

Dass zAN­TI (momen­tan nur für Android ver­füg­bar, eine iOS-Ver­sion ist in der Test­phase) nicht im Play Store ange­boten wird, ist unab­hängig von der rechtlichen Sit­u­a­tion, derzu­folge in Deutsch­land sog­ar die meis­ten Lin­uxdis­tri­b­u­tio­nen ver­boten sind, ver­ständlich, immer­hin hält Google selb­st Wer­be­block­er für uner­wün­scht. Wer allerd­ings Inter­esse an Net­zw­erk­sicher­heit hat oder nur mal sehen möchte, wie naiv sich Leute in einem öffentlichen WLAN eigentlich benehmen, der kann mit zAN­TI und Router­p­wn eine Menge anstellen.

Das ist auch nur ein­er der Gründe, wieso ihr öffentlichen WLANs, wie sie die Deutsche Bahn momen­tan mit großem Presserum­mel in ihren ICEs ankündigt, grund­sät­zlich mis­strauen soll­tet.

PolitikIn den Nachrichten
Kauderwelsch: ChriGIDA

Was aus den ins­beson­dere Dres­d­ner Demon­stra­tio­nen von Leuten, die an Heili­ga­bend gern ungestört ein totes Flüchtlingskind anbeten möcht­en, eigentlich zu ler­nen ist, ist im Übri­gen dies: Ren­nt! Wir sind in höch­ster Gefahr! Nein, nicht von Rechts oder von Links oder von son­sti­gen poli­tisch Blö­den, son­dern von Reli­gio­nen!

Doch, echt:

Der Unions­frak­tion­schef Volk­er Kaud­er warnt vor ein­er weit­eren Frag­men­tierung der deutschen Poli­tik. “Es darf nicht dazu kom­men, dass in Deutsch­land eine islamis­che Partei entste­ht” (…). Alle demokratis­chen Kräfte hät­ten die Auf­gabe, poli­tisch Inter­essierte aus allen Schicht­en des Volkes zu inte­gri­eren.

Noch vor zwei Jahren wies eben dieser Volk­er Kaud­er auf die his­torischen Zusam­men­hänge von Chris­ten­tum und Deutsch­land — noch wenige Jahre vor der Grün­dung der “alten” Bun­desre­pub­lik bekan­ntlich ein einge­spieltes Team — hin:

Die Mus­lime gehörten selb­stver­ständlich zu Deutsch­land, so Kaud­er, aber: “Der Gott, der die Müt­ter und Väter des Grundge­set­zes leit­ete, war der Gott der Chris­ten und der Juden.” Mus­lime seien an der Erar­beitung des Grundge­set­zes nicht beteiligt gewe­sen. Deutsch­land sei “nach wie vor vom christlich-jüdis­chen Glauben geprägt”.

Zurück ins Jahr 2014: Volk­er Kaud­er set­zt sich offen­bar — löblich, löblich — vehe­ment dage­gen ein, dass Reli­gio­nen poli­tis­che Macht in Deutsch­land bekä­men; es sei schon beden­klich genug, dass es in Deutsch­land einen Ableger der Partei des türkischen Präsi­den­ten Recep Tayyip Erdoğan, der AKP, gebe, immer­hin sei die Bun­desre­pub­lik “wer­tan­schaulich neu­tral” (Kaud­er, 2012) und zu ihren Werten gehöre die Reli­gions­frei­heit (ebd.), die für Volk­er Kaud­ers Partei, die “Christlich-Demokratis­che Union” (CDU), selb­stre­dend ein hohes Gut ist und zum Beispiel nicht in Ein­klang mit staatlich verord­neten christlichen Gedenk­ta­gen zu brin­gen wäre (ich, jet­zt).

Volk­er Kaud­er war zulet­zt 2013 mit fol­gen­der Äußerung aufge­fall­en:

“Die Men­schen wis­sen um die Gefahr, die von Ter­ror­is­ten aus­ge­ht. Und sie wis­sen, dass Geheim­di­en­ste notwendig sind, um diese Gefahren abzuwehren. Wir brauchen die Geheim­di­en­ste auch, um unsere Sol­dat­en zu schützen, etwa in Afghanistan.” Diese Arbeit kön­nten die Dien­ste aber nur leis­ten, wenn nicht alle Welt wisse, wie sie arbeit­en. Kaud­er sprach sich deshalb für ein Ende der öffentlichen Debat­te über die Arbeit der Geheim­di­en­ste aus. (…) “Je mehr man in der Öffentlichkeit über die Arbeitsweise der Geheim­di­en­ste weiß, umso eher kön­nen sich die Gewalt­täter darauf ein­stellen.”

Wie ZEIT.de — wiederum 2014 — zu bericht­en weiß, rate Volk­er Kaud­er in der Debat­te um die Ver­bre­itung des Islams in Deutsch­land “drin­gend dazu, die Men­schen nach ihren Tat­en zu beurteilen”. Ich habe insofern ein nur wenig ungutes Gefühl damit, Her­rn Kaud­er als einen dum­men Pop­ulis­ten zu beurteilen. Ich bin ihm für diesen guten Rat sehr dankbar.

MusikIn den NachrichtenMontagsmusik
Fatal Fusion — Halls of Amenti

Kuckuck!Ken­nt ihr, allem Ver­stand zum Trotz, eigentlich Simon Unge? Simon Unge ist, das haben die Medi­en zu ver­melden, zwar kein Twit­ter­mäd­chen, aber zumin­d­est ein YouTube-Star, also jemand, der, statt einem ehrbaren Beruf nachzuge­hen oder wenig­stens Jura zu studieren, weit­ge­hend davon lebt, anderen Leuten Witze zu erzählen oder ihnen beizubrin­gen, wie man sich möglichst nut­tig schminkt, und ihm wurde wirk­lich übel mit­ge­spielt, denn seine Ver­mark­tungs­fir­ma hat ihn so behan­delt, wie man als gewin­nori­en­tiertes Unternehmen eben seine Melkkühe behan­delt. Die Folge: Ein Sturm der Entrüs­tung neb­st Kündi­gung. Ich bin ja ein biss­chen nei­disch auf Leute, deren Leben sich nach ein­er Kündi­gung nicht merk­lich ändern dürfte. Mehreren zehn­tausend Fol­low­ern gefällt das. Wären sie doch nur alle so wie Herr Unge!

Apro­pos Bohei: Udo Jür­gens ist tot, im Gegen­satz zu Robin Williams, wo’s ja dann doch ein biss­chen über­raschend kam, mit 80 Jahren. “Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an”, so sang Udo Jür­gens 1977, insofern hat­te er ver­mut­lich trotz­dem nicht viel vom Leben. Das eigentlich Erstaunliche ist, wie viele Men­schen plöt­zlich ihre Liebe zum deutschen Chan­son ent­deck­en und sich der zumin­d­est lan­desweit­en Trauer anschließen. Ist der Tod von Men­schen, deren bloßen Namen und nur wenig mehr man ken­nt, allein durch sein Ein­treten ein beson­ders bedeut­samer?

Es gibt allerd­ings auch gute Nachricht­en: Nina Pers­son, Mag­nus Carl­son und Ebbot Lund­berg — drei Größen der schwedis­chen Pop­musik — beschäfti­gen sich momen­tan in Form ein­er Neu­ver­to­nung mit der Hin­ter­lassen­schaft der guten alten The Vel­vet Under­ground und das klingt deut­lich bess­er als man es von bloßen Cov­erver­sio­nen erwarten würde. Eben­falls weit in die musikalis­che Ver­gan­gen­heit zurück greift die nor­wegis­che Band Fatal Fusion, die außer, nun, Fusion auch Retro-Prog zu ihren bevorzugten Gen­res zählt. Das passend benan­nte Album “The Ancient Tale” war 2013 durch mein Raster gefall­en, was ein biss­chen schade ist. Nicht nur der Voll­ständigkeit wegen, auch und ger­ade, weil’s Spaß macht, wäre es rat­sam, den heuti­gen Tag mit ihnen zu begin­nen.

Halls of amen­ti Fatal Fusion

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Kurz verlinkt: Hannelore Kraft / Monetarisierung des Webs

Hihi:

Weil es keine Mit­tagspause gegeben habe, sollen die Abge­ord­neten von SPD, CDU und Grüne (sic!) die Redezeit des Pirat­en-Abge­ord­neten Joachim Paul für einen Gang in die Kan­tine genutzt haben.

Aber weil der sich bewusst sehr kurz gefasst habe, sei das Red­ner­pult nach weni­gen Minuten frei für die näch­ste Red­ner­in gewe­sen – für Min­is­ter­präsi­dentin Kraft. (…) Und so habe Kraft ihren Vor­trag – völ­lig unge­wohnt – hal­ten müssen, obwohl fast nie­mand zuge­hört habe. “Etwas übertölpelt” soll sie deswe­gen gewe­sen sein, bericht­en die Pirat­en.

Ander­er­seits: Gewählt wird meist nicht der­jenige, der die pack­end­sten Reden hält. Insofern ist’s wohl auch egal.


Let­zte Woche ver­link­te ich wieder ein­mal netzwertig.com, diese Woche ertönt der Schwa­nenge­sang:

Trotz­dem haben wir uns nach langem Über­legen und schw­eren Herzens dazu entschlossen, das Kapi­tel netzwertig.com in der bish­eri­gen Form zu been­den. (…) Ver­lock­ende neue Her­aus­forderun­gen; die Schwierigkeit­en, ein Ange­bot wie netzwertig.com nach­haltig zu mon­e­tarisieren sowie die auf Dauer begren­zte Reich­weite der Fach­berichter­stat­tung über Tech­nolo­gie-The­men in deutsch­er Sprache erle­ichterten uns den Entschluss etwas.

Ich schreibe nun übri­gens seit über neun Jahren, davon über­wiegend unter dieser Domain, ohne wirk­liche Unter­brechung län­gere Texte unter eigen­er Ägide ins Inter­net hinein und habe wed­er eine nen­nenswerte Reich­weite noch eine Mon­e­tarisierung umzuset­zen geplant, trotz­dem stelle ich nicht den Betrieb ein. — Vergeldlichung von Blogs ist allerd­ings auch eine her­vor­ra­gende Geschäft­sidee. Warum ist darauf noch nie­mand gekom­men?

In den NachrichtenWirtschaft
Der Rubel rollt

Was die Medi­en bericht­en:

Rus­s­land hängt vom Öl ab, und die Regierung untern­immt nichts dage­gen. (…) Viele Men­schen spüren die aufziehende Krise. Arbeit­splätze wer­den abge­baut, die Kaufkraft der Löhne sinkt.

Was die Medi­en deshalb fordern:

Die drama­tis­chen Kursver­luste des Rubels set­zen den rus­sis­chen Präsi­den­ten Putin unter Druck. Er muss jet­zt han­deln und auf den West­en zuge­hen, um die Sank­tio­nen zu mildern, (…) auch wenn diese gar nicht der eigentliche Grund für den Kursver­fall sind. (…) Er oder ein ander­er Präsi­dent. Anson­sten wird die ökonomis­che Real­ität den stolzen rus­sis­chen Bären in sehr kurz­er Zeit in die Knie zwin­gen.

(Her­vorhe­bung von mir.)

Was die Medi­en eigentlich sagen wollen: Zwar sei die rus­sis­che Wirtschaft durch die europäis­chen Sank­tio­nen stark geschwächt, aber, nun, Putin sei schuld und müsse weg.

Was die Medi­en dabei ver­schweigen, sind der in gle­ichem Maße stark sink­ende Ölpreis …

Ölpreis 2014

…, der gle­icher­maßen fal­l­ende Kurs des brasil­ian­is­chen Reals …

Real 2014

…, der bin­nen eines Tages mit eben­falls erschreck­ender Geschwindigkeit gefal­l­ene Kurs der türkischen Lira …

Türkische Lira 2014

… sowie der Zehn­jahrestief­s­tand der Eurobonds:

Eurobonds 2014

Man kön­nte das mit der Infla­tion erk­lären, aber die Infla­tion kann’s nicht sein: Während die Weltwirtschaft sich behende abwärts schraubt, steigt die Zahl der beina­he Armen eben­so wie die der Reichen. Das kann kein Zufall sein.

Armutsschere

“Deutsch­land geht es gut” (A. Merkel in anderem Zusam­men­hang), selb­st Putin zum Trotz. “Stoppt Putin jet­zt”, forderte der “SPIEGEL” vor weni­gen Wochen, denn das Prob­lem ist nicht, dass die NATO ihn umzin­gelt und sein Volk bluten lässt, son­dern, dass er sich trotz­dem nicht zum Spiel­ball der west­lichen Mächte machen lässt. Da wird man schon mal fuch­sig als west­liche Macht.

Wirk­lich blöd, dass Rus­s­land Atom­raketen besitzt. Da kann man das Prob­lem ja gar nicht demokratisch lösen.

(über­wiegend via @pmarca)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Þursaflokkurinn — Nútíminn

KauzselfieWieder ein Mon­tag, wieder erwacht man allein. Das Feuer verzehrt alles außer dem Verzehr; und draußen tobt ein Sturm und mit ihm die Dummheit: Fem­i­nistin­nen block­ieren aus Verse­hen Leute auf Twit­ter; wird schon irgend­wie gut sein, weil ein Pro­gramm das für sie übern­immt. Wir sind die Borg, Ver­stand ist zweck­los. Denken ist Män­ner­sache.

Was auf Twit­ter son­st noch irgend­wie gut ist, ver­sucht die unsägliche, skru­pel­lose Made My Day GmbH her­auszufind­en und in einem Buch zusam­men­z­u­fassen. Die Erlöse sollen an die “Ärzte der Welt” statt an die Urhe­ber der Tweets gehen; die “Ärzte der Welt” wollen aber mit Hehlern nichts zu tun haben und nehmen das Geld nicht. Jet­zt muss die Made My Day GmbH auf dem Geld sitzen bleiben. Doof.

Schätzungsweise auch doof ist es übri­gens, wenn man ein größeres Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen ist und plöt­zlich die Stasi im Haus hat: Der BND hat­te sich bei der Telekom eingemietet (Vor­sicht: JavaScript-Track­ing!), der dama­lige Telekom-Chef weiß von nichts. Eigentlich sollte das nie­man­den erstaunen, immer­hin ver­gisst die Telekom sog­ar Tech­nikert­er­mine bin­nen weniger Minuten nach Vere­in­barung. Die Ver­ant­wortlichen für diese spartenüber­greifende Ver­let­zung von Grun­drecht­en haben heute hoch dotierte Posten in Auf­sicht­sräten und sitzen hässliche For­men in die Par­la­ments­bestuh­lung. Die Men­schen gehen gegen die AfD auf die Straße, weil sie rechte Ten­den­zen scheiße find­en, und wählen dann doch wieder bloß die SPD. Die mor­gendliche Tasse Lack war wohl schon abge­laufen.

Man wacht auf und ver­ste­ht die Welt nicht mehr. Und Isländisch auch nicht.

Þur­saflokkurinn — Nútíminn Er Trun­ta

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Alles, nichts, oder?

Man sollte ja annehmen, dass Ana­tol Ste­fanow­itsch (der war hier schon mal The­ma) — seine Unbe­darftheit in Fra­gen gesellschaftlichen Zusam­men­halts sei ihm verziehen — als “Sprach­wis­senschaftler” (Wikipedia) zumin­d­est über die deutsche Sprache abseits irgendwelch­er Gen­derthe­o­rien keinen allzu großen Unfug redet. Immer­hin erwartet er das ja auch von seinen Mit­men­schen:

Das Prob­lem ist, dass es ganz offen­sichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache nie­man­den gibt, der sich mit der deutschen Sprache ausken­nt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­essiert.

Da muss erst ein Ana­tol Ste­fanow­itsch kom­men, damit diese Nean­der­taler endlich mal was über die deutsche Sprache ler­nen. Die ken­nen ja nicht mal die ein­fach­sten Regeln, zum Beispiel Regel 111:

Das Prob­lem ist, dass es ganz offen­sichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache nie­man­den gibt, der sich mit der deutschen Sprache ausken­nt, oder sich wenig­stens ein biss­chen für sie inter­essiert.

Oder Regel 31:

Hastig set­zt man sich zusam­men und über­legt sehr lieb und lei­den­schaft­s­los, (…).

Oder den Unter­schied zwis­chen “das” und “dass”:

Wenn es ganz schlecht läuft, kommt dann schon mal ein Wort her­aus, dass eine Ver­wen­dung­shäu­figkeit von Eins hat (…).

Nean­der­taler, sag’ ich. Alles Nean­der­taler.

(Herr Ste­fanow­itsch hat meinen zunächst als Kom­men­tar hin­ter­lasse­nen Hin­weis auf fehlen­des Lek­torat gelöscht, jedoch kein­er­lei Kor­rek­tur vorgenom­men.)

MusikNetzfundstückeWirtschaft
Sprecht mehr Wirtschaft!

Mar­tin Weigert, regelmäßi­gen Lesern mein­er Texte als Google-Anhänger bekan­nt, find­et den Vorschlag der CSU, man solle Migranten dazu anleit­en, auch pri­vat mehr Deutsch (haha, CSU! Bay­ern! Deutsch! Hihi­hi! — wis­senschon) zu sprechen, nicht gut. So weit die Mär vom blind­en Huhn und dem Dop­pelko­rn.

Er hätte das damit begrün­den kön­nen, dass das pri­vat gesproch­ene Idiom eines Bürg­ers Pri­vat­sache zu bleiben habe, dass oben­drein oder wenig­stens stattdessen kul­turelle Vielfalt in Deutsch­land keine Frage der Sprache sei und dass, haha, man in Bay­ern, hihi, selb­st erst mal Deutsch ler­nen sollte.

Stattdessen pos­tulierte er:

Die CSU sollte “Englisch-Pflicht” statt “Deutsch-Pflicht” fordern

Denn:

Aber wo bleibt der Aufruf an die Bun­des­bürg­er, ihr Englisch aufzupolieren? In der ver­net­zten, glob­al­isierten Welt ist das ein weitaus wichtiger­er Erfol­gs­fak­tor als aus­geze­ich­netes Deutsch.

Die Wirtschaft, die Wirtschaft! Migranten, die vor einem Bürg­erkrieg nach Deutsch­land fliehen, ohne dazu bere­it zu sein, schlecht­es Englisch zu ler­nen, um sich an der glob­al­isierten Wirtschaft dieses armen Merkel­staates zu beteili­gen, kön­nen gle­ich wieder gehen. Deutsch ist Amtssprache min­destens sieben europäis­ch­er Län­der, Englisch spricht man europaweit allen­falls im “Vere­inigten Kön­i­gre­ich” und Irland sowie den diversen britis­chen Insel­pro­tek­torat­en, aber das ist vielle­icht nicht glob­al genug gedacht. Kein Wun­der geht’s mit Deutsch­land bergab, wenn wir immer nur an Europa (“Wir in Europa”, A. Merkel) denken. Die Belange der Wirtschaft haben den Bürg­er zu inter­essieren, und die Wirtschaft ist nicht gern Prophet im eige­nen Land.

So wird das nix mit dem Auf­schwung.


Das war mir völ­lig ent­gan­gen: Steve Albi­ni von der großar­ti­gen Band Shel­lac hat was zum aktuellen Stand der Musikin­dus­trie gesagt.

Music has entered the envi­ron­ment as an atmos­pher­ic ele­ment, like the wind, and in that capac­i­ty should not be sub­ject to con­trol and com­pen­sa­tion. Well, not unless the rights hold­ers are will­ing to let me turn the tables on it. If you think my lis­ten­ing is worth some­thing, OK then, so do I. Play a Phil Collins song while I’m gro­cery shop­ping? Pay me $20. Def Lep­pard? Make it $100. Miley Cyrus? They don’t print mon­ey big enough.

Kön­nte funk­tion­ieren. :mrgreen:


Habt ihr eigentlich dieses Jahr schon für Kaka­pos gespendet?

Spaß mit Spam
Kurzspam: Vermachen

Am 30. Dezem­ber 1899 (sic!), so behauptet es mein Mail­pro­gramm, erhielt ich unter obigem Betr­e­ff fol­gende Mail:

Ich werde Sie brauchen, um mich in der Aus­führung eines Busi­ness-Pro­jekt von einem der Asien-Paz­i­fik-Natio­nen, um Ihr Land zu unter­stützen.

So schlimm ist es um Deutsch­land bestellt?

Sie wer­den fre­undlich gebeten, mit fol­gen­den Angaben auf mein­er pri­vat­en E‑Mail reagieren: auf grp(…)@aim.com Ihr voll­ständi­ger Name und Anschrift, Ihr Geburts­da­tum und Ihren Geburt­sort und Ihre pri­vat­en Tele­fon Details werde ich Ihnen mehr Details, wie man auf gehen liefern Ein­gang Ihrer Antwort.

Ich unfreudig gele­sen Spam­mers Sam­mel Dat­en Ver­such. Gehe liefern ihm Unmut.

Wenn Sie nicht daran inter­essiert, mein Vorschlag ist, bit­ten wir Sie diese E‑Mail aus Sicher­heits­grün­den zu löschen und ich werde dich nicht noch ein­mal zu kon­tak­tieren.

Nee, “du” nicht, dafür ein knappes Dutzend “dein­er” Aliase. Vielle­icht sog­ar welche, die erst im 21. Jahrhun­dert einen Com­put­er gekauft haben.

Mit fre­undlichen Grüßen,

Cgz

Ramm­tamm­tamm,

qwertz.

:irre:

NetzfundstückeMontagsmusik
Electric Orange (live)

Guten MorgenNicht nur Ralph Baer, son­dern auch Nick Tal­bot ist tot. 37 Jahre, schlimm, das. Man guckt auf seine eigene Geburt­surkunde und ist ein biss­chen verun­sichert. Ander­er­seits: Es kön­nte schlim­mer sein. In den Vere­inigten Staat­en gibt es 328 Men­schen namens Abcde. Wie man das wohl ausspricht?

Und dann das Gequatsche, das ewige Gequatsche. Auch das Nato-Infoblatt ZEIT ONLINE find­et: Poli­tis­ch­er Bull­shit ist gefährlich. Lest also lieber keine Tageszeitun­gen mehr. Und es hört ein­fach nicht auf. Hört auf euch mit Großmäulern zu iden­ti­fizieren!

Es ist Advent. Feier­lich­es Geschub­se gibt’s nur gegen Würstchenauf­preis. Musik, zwo, drei, vier.

(09) Elec­tric Orange @ DBE5 [LIVE]

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Eine Frage des Alters

Im Übri­gen rufen die alltäglichen Nachricht­en über Tötun­gen, die dem jour­nal­is­tis­chen Ethos, sach­lich zu bericht­en, dahinge­hend wider­sprechen, dass sie einen Fokus auf Alter, Geschlecht, Ver­wandtheits­grad oder ähn­liche Eigen­schaften des Opfers statt auf den Sachver­halt der Tötung leg­en, eben­so wie erboste bis erschrock­ene Leserkom­mentare, die ins­beson­dere auf­grund des Alters, Geschlechts, Ver­wandtheits­grades oder ähn­lich­er Eigen­schaften des Opfers voll des Mit­ge­fühls und/oder der Rage sind, in mir weniger Kum­mer als vielmehr eine Frage her­vor, da die Inten­sität des Mit­ge­fühls zu steigen scheint, je jünger das Opfer ist:

Ab welchem Alter des Opfers wird seine Tötung eigentlich gesellschaftlich geduldet?

KaufbefehleMusikkritik
Die Fantastischen Vier — Rekord

Die Fantastischen Vier - Rekord(Vorbe­merkung: Aus ver­schiede­nen Grün­den muss ich die eigentlich für Ende Dezem­ber geplante Hal­b­jahres­rückschau 12/2014 wohl auf Anfang 2015 leg­en. Daher greife ich ihr schon mal ungeduldig vor.)

Das Vorgänger­al­bum “Für dich immer noch Fan­ta Sie” war in jed­er Hin­sicht eine Ent­täuschung; man war geneigt, den von Smu­do, einem der Fan­tastis­chen Viere, gern ins Feld geführten Dro­genkon­sum der vier Her­ren dafür ver­ant­wortlich zu machen, dass es kraft­los und müde wirk­te.

Nun, entwed­er sind sie von den Dro­gen weggekom­men oder sie haben einen besseren Deal­er gefun­den, denn “Reko­rd”, das diesjährige Album der nun­mehr 25-jähri­gen Rap­com­bo, hat alles, was der geneigte Hör­er, der das unvergessene “Lauschgift” aus dem let­zten Jahrhun­dert für eins der besten deutschsprachi­gen Rapal­ben der ver­gan­genen Jahrzehnte hält, auf “Fan­ta Sie” — ich kürze das jet­zt mal ab — schmer­zlich ver­mis­ste.

Natür­lich hat’s bei aller Liebe zur deutschen Sprache hier und da kleine Män­gel (etwa: diesen einen Men­sch, “Wie geliebt”), aber für’s Vers­maß müssen im Rap eben manch­mal Köpfe rollen. Um die dis­stracks der ersten Alben ist es ein wenig schade, die love-and-peace-Manier von Stück­en wie “Frieden wie denn” holt den Feier­fre­und doch ein wenig her­aus aus sein­er Feier­stim­mung, aber irgend­was ist ja immer. Frieden, Liebe.

Du bist der lebende Beweis für mich / für Elfen und Feen.
Gott ist mein Zeuge

Die erste Sin­gle “25” mochte manch­er schon etliche Wochen vor Veröf­fentlichung des Albums nicht mehr hören, abwech­slungsre­ich­er geht’s auf “Reko­rd” aber schon zu. Zwar hält kein los­es Konzept wie noch auf “Die 4. Dimen­sion” das Album zusam­men, zwar gibt es keinen roten Faden wie noch auf “Lauschgift”, den­noch ist es ein stim­miges Gesamtwerk gewor­den, das man bei aller stilis­tis­chen ver­meintlichen Zer­ris­senheit — wie’s in “Sin­gle” emp­fohlen wird — auch als ein solch­es begreifen sollte, denn dann ergibt es plöt­zlich Sinn, dass mit­ten in die schön­ste Feier­laune eine Liebe­serk­lärung platzt und die “Fan­tas” ander­swo, wo man es nicht erwartet (erwartet?) hätte, irgen­deine bekan­nte Melodie nachsin­gen, deren Ursprung mir ger­ade partout nicht ein­fall­en mag.

In einem Inter­view für Google Play, wo “Reko­rd” momen­tan kurzzeit­ig gratis zu haben ist, gab Thomas D., der zweite der drei bekan­nteren Vier, kür­zlich bekan­nt, die anstren­gen­den Hüpf­be­we­gun­gen, die er bei Auftrit­ten zu machen pflege, fie­len ihm nicht mehr so leicht wie früher. Es ist eben so: Jünger wer­den die Men­schen nicht. Wenn sich aber Älter­w­er­den bei den Fan­tastis­chen Vieren in einem Album wie “Reko­rd” man­i­festiert, bin ich auf ihr Alter­swerk so ges­pan­nt wie auf kein anderes.

Wasch mein’ Schwanz / hasch meine Blunts!
Das Spiel ist aus

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
Kurz verlinkt: Gender, Bloatware, Nobelpreis

Volk­er Beck von den schreck­lichen “Grü­nen” hat erkan­nt: Gen­der geht nur ganzheitlich. Wenn schon Bei­d­nen­nung, dann wenig­stens kon­se­quent. Burkas auch für Män­ner!


Sehenswert­er Com­ic fast zum The­ma: Diese öffentliche Zurschaustel­lung von Homo­sex­u­al­ität stört hupende Het­ero­hochzeits­gäste beim dezen­ten Feiern.


Andere bekom­men einen Nobel­preis in Chemie oder Physik, Snow­den bekommt einen Nobel­preis in Abwe­sen­heit. Hätte ich gewusst, dass das so ein­fach ist, wäre ich vielle­icht auch mal auf einen Flughafen gezo­gen.


Erin­nert ihr euch noch daran, dass ich vor Kurzem schrieb, Fire­fox sei gar nicht allzu unnötig aufge­bläht? Ich erwäge leise Revi­sion: Fire­fox 34 kann nun offiziell auch Videochat. Das sei nicht so schlimm, befind­et ein Mozil­la-Repräsen­tant, Mil­lio­nen Men­schen kön­nten diese Funk­tion möglicher­weise mal brauchen. Das sind vielle­icht die gle­ichen Mil­lio­nen Men­schen, denen Mozil­la vor ein­er Weile den RSS-Link aus der Adressleiste geklaut hat, aber den brauchen vielle­icht andere Mil­lio­nen Men­schen auch nicht. Ich finde es übri­gens auch schade, dass mein Smart­phone keinen Kühlschrank hat. Mil­lio­nen Men­schen haben unter­wegs vielle­icht Lust auf ein küh­les Getränk. Klar­er Fall von Mark­tlücke.


Sarkastisch? Ich? Dann guckt euch mal Ernie und Bert an.

Montagsmusik
Roger Waters — Sheep

Schuhuh?Dieser Mon­tag ist so dunkel und kalt, dass man bei jedem Schritt mit Bedacht beachtet, nicht auf einge­frorene Kon­ten oder Käuze zu treten. Wohin, wenn’s bricht?

Vielle­icht nach Peru. Früher war die Hitze nicht so heiß. Die peru­anis­che Volksmusik ist scheiße, dafür wird man möglicher­weise dort nicht von all jenen belästigt, die offen­bar annehmen, Men­schen hät­ten mehr Freude am Spenden, wenn sie frieren. Über­haupt: Frieren. Raus, nur raus wie einst Roger Waters aus Pink Floyd.

Schafe, sie sind’s alle­samt; und mit­ten­drin der Autor. Cool.

(Abt.: Gelun­gene Über­leitun­gen.)

Guten Mor­gen.