Spaß mit Spam
Hello. Re: Maria (ID15896374) 27 y.o changed photos…[hlslvb]

So eine Betr­e­f­fzeile hat den Vorteil, dass man sofort sehen kann, was der Ver­fass­er eigentlich vom Empfänger zu wis­sen begehrt. In diesem Fall bin ich rat­los.

Aber der Text selb­st ist auch nur bed­ingt hil­fre­ich:

[jwkg­tyyg]
Hello.[rovjgx]
I am Maria (ID15896374) ‚27 y.o , I changed pho­tos ,
can we chat now?
sweet kiss,
yours Maria
My e‑mail:ledirus2015@(zensiert).ru
[wuvflbg]

“Ich habe mein Bild geän­dert, hast du jet­zt Lust auf eine Unter­hal­tung mit mir?”

Die Attitüde zu ändern wäre wom­öglich zielführen­der.

gfuthguthgf.

In den Nachrichten
Piëch gehabt

Ende 1997: Die Vere­in­ten Natio­nen eini­gen sich weit­ge­hend auf das “Pro­tokoll von Kyoto zum Rah­menübereinkom­men der Vere­in­ten Natio­nen über Kli­maän­derun­gen” (“Kyoto-Pro­tokoll”). Die SUV-Nar­ren in den USA unterze­ich­nen nicht, ihnen genügt ihr 1963 beschlossen­er Clean Air Act.

14. März 2013: Es wird bekan­nt, dass ver­schiedene in der EU (ein­schließlich Deutsch­land) verkaufte Auto­mo­bile sich bei Abgastests anders ver­hal­ten als unter reellen Bedin­gun­gen. Irgend­wo fällt ein Sack nicht näher bes­timmten Getrei­des um.

April 2015: Fer­di­nand Piëch, Enkel von Fer­di­nand Porsche und Auf­sicht­sratsvor­sitzen­der der Volk­swa­gen AG, scheit­ert beim Ver­such, seinen ein­sti­gen Pro­tégé Mar­tin Win­terko­rn wegen zu geringer Gewinne in den USA aus dem Vor­stand zu drän­gen, und räumt schließlich sein­er­seits seinen Posten.

18. Sep­tem­ber 2015: Die US-amerikanis­che Umwelt­be­hörde EPA gibt bekan­nt, dass ver­schiedene in den USA verkaufte Audi- und VW-Mod­elle sich bei Abgastests anders ver­hal­ten als unter reellen Bedin­gun­gen.

In den fol­gen­den Tagen stürzt die Aktie der Volk­swa­gen AG deut­lich ab. Anleger und Käufer sind außer sich, dass VW so doof war und sich erwis­chen ließ, und fordern Schadenser­satz für die durch weniger saubere Ver­bren­nung gewonnene Ben­zin­erspar­nis. Die betrof­fe­nen Mod­elle wer­den bis auf Weit­eres nicht verkauft.

23. Sep­tem­ber 2015: Mar­tin Win­terko­rn tritt zurück.

Was kün­ftige Gen­er­a­tio­nen daraus vielle­icht ler­nen kön­nen: Das Bescheißen von Kun­den und Staat ist ein Kava­liers­de­likt, aber wenn das euren Aktienkurs in den USA beein­trächtigt, seid ihr raus. Der Markt regelt das schon.


Auf Twit­ter wird heute der “Bi Vis­i­bil­i­ty Day” zele­bri­ert. Viele ger­ade junge Men­schen fordern, dass die Gesellschaft noch deut­lich­er zur Ken­nt­nis nimmt, dass sie Män­ner und Frauen vögeln. Schön, dass die Jugend sich noch für wirk­lich wichtige Dinge engagiert.

In den NachrichtenPiratenpartei
Politik ist sexy (in Österreich)

FapFapFapWas macht eigentlich Anne Helm?

Tja, so genau weiß ich das erfreulicher­weise auch nicht, halb­nackt für mehr Bom­barde­ments zu wer­ben ist auch sooo 2014. Apro­pos 2014: Es ist jet­zt unge­fähr ein Jahr her, dass die mit­tler­weile durch den Lan­desvor­stand in die Auflö­sung getriebene Piraten­partei Hildesheim in einem Sado-Maso-Club tagte und dadurch vielfache Diskus­sio­nen darüber aus­löst, ob sex­uelle Freizügigkeit Gren­zen haben sollte. Ich weiß auch nicht, wie ich darauf komme, eigentlich wollte ich doch diese Mel­dung (Vor­sicht: ungezählte hof­fentlich absichtlich lächer­liche Ver­suche, das Wort “Wich­sen” zu ver­mei­den) kom­men­tieren:

Wer derzeit auf [YouPorn, A.d.V.] surft, der sieht sich (…) plöt­zlich mit ein­er Dame kon­fron­tiert, die ggf. dem Wun­sch nach sex­ueller Erle­ichterung schnell ein Ende set­zen kön­nte: Johan­na Miki-Leit­ner, bish­er eher bekan­nt als Öster­re­ichs Bun­desin­nen­min­is­terin denn als Dame, die bei YouPorn (in welch­er Form auch immer) in Erschei­n­ung tritt.

“Johan­na will dir zuschauen” heißt es dort auf einem Foto der Innen­min­is­terin. Doch der Klick auf die bewor­bene Seite zeigt nicht etwa intime Ein­sicht­en in das Leben der ÖVP-Poli­tik­erin oder eine Form der masochis­tis­chen Betä­ti­gung der YouPorn-Nutzer, die gle­ichzeit­ig Geld in Öster­re­ich­es Kassen spült. Nein, man sieht nur eine Seite der Piraten­partei Öster­re­ichs, die hier auf das manch­mal recht voyeuris­tisch anmu­tende Streben der Min­is­terin hin­weist und die Bedeu­tung der Pri­vat­sphäre her­vorhebt.

Natür­lich geht diese Aktion völ­lig an der Leben­sre­al­ität der Öster­re­ich­er vor­bei; wer guckt schon auf YouPorn, noch dazu ohne einen Wer­be­block­er? :)

Wie nach­haltig sie anson­sten sein mag, wird Öster­re­ich vielle­icht noch erleben. Grund­sät­zlich aber ist es löblich, dass schon bald im Kom­men­tar­bere­ich unter der Mel­dung die Frage aufkam, wieso das eigentlich die Piraten­partei Deutsch­land noch nicht adap­tiert hat. Ich begrüße diesen Vorschlag: Nur wenig wird das ein­fache Volk so deut­lich zum Nach­denken brin­gen wie das einge­blendete Gesicht von Thomas de Maiz­ière auf ein­er Pornoweb­site. Ich gehe sog­ar noch weit­er und rege hier­mit an, Wer­be­flächen mit diesem Motiv in allen großen Schundme­di­en (YouPorn, Red­Tube, xHam­ster, RTL-Nach­mit­tagspro­gramm, BILD, SPIEGEL ONLINE) zu platzieren. Wählen Sie diesen Mann ab und Sie kön­nen wieder ungestört mas­tur­bieren.

Blöd nur, dass diese Wer­bung dann kein­er gese­hen haben will.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Portico Quartet — Ruins

Guten MorgenEs ist so was von Mon­tag, das glaubt ihr gar nicht. Dieser Tag kämpft mit harten Ban­da­gen; noch härter als Matthias Beer­mann, der sich am Fre­itag in der “Rheinis­chen Post” darüber beklagte, die “deutsche Seele” sei zer­fressen von einem “Arg­wohn gegen Ameri­ka”, was durch den “völ­lig irra­tionalen Kreuz­zug gegen TTIP” (alle­samt: ebd.) belegt wer­den könne. Ich schlage den “Orden wider den tierischen Ernst” für Matthias Beer­mann, einen Troll son­der­gle­ichen, vor.

Frei­heit hat ihren Preis. Auch ziem­lich teuer war übri­gens der “neue” Berlin­er Flughafen. Auf­grund von Sta­tikprob­le­men kön­nte es sein, dass er später fer­tig wird als, sagen wir, GNU/Hurd. Früher hätt’s das nicht gegeben, da hätte man das den Profis über­lassen. Anderes übri­gens auch: Sau­di-Ara­bi­en ist bei den UN nun für Men­schen­rechte zuständig, Sad­dam Hus­sein war lei­der ger­ade unpässlich.

Kapit­uliert haben auch Andere, zum Beispiel die drei Her­ren von Por­ti­co, die 2013 ihr viertes Mit­glied, das “Quar­tet” im Band­na­men und ihre musikalis­che Aus­rich­tung ver­loren haben und 2015 mit “Liv­ing Fields” ein schnar­ch­lang­weiliges Elek­tropopal­bum auf den Markt schmis­sen. Ihre Vorgänger­band indes hin­ter­ließ manch­es Juwel der zeit­genös­sis­chen Jazzmusik, zum Beispiel “Ruins”.

Welch tre­f­fend­er Titel für einen Mon­tag­mor­gen, welch ver­rück­te Benen­nung ange­hörs des Wohlk­langs!

Por­ti­co Quar­tet — Ruins

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
In aller Kürze: Pappa ante portas, Kubaner aus dem Häuschen

Och:

Tausende Kubaner jubel­ten dem Papst auf den Straßen von Havan­na zu. Gle­ich nach der Ankun­ft forderte Franziskus mehr Reli­gions­frei­heit in dem kom­mu­nis­tis­chen Karibik­staat.

Papst Franz, Staat­sober­haupt eines Lan­des, dessen Staats­bürg­er­schaft nur an Katho­liken vergeben wird, hat offen­sichtlich ein ges­paltenes Bild von Reli­gions­frei­heit. — Ach, um Reli­gionsfrei­heit geht es gar nicht, son­dern darum, den Ein­fluss der Katho­liken zu mehren?

Die Kirche wolle das kuban­is­che Volk mit seinen Hoff­nun­gen und seinen Sor­gen begleit­en, “in Frei­heit und mit allen notwendi­gen Mit­teln und Freiräu­men”, sagte der 78-Jährige.

Dann hab’ ich nichts gesagt!

NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes, 17.09.2015

Hur­ra — die Bahn reagiert auf preiswert­ere Konkur­renz und wird in diesem Jahr aus­nahm­sweise günst nicht teur­er! Also nur ein biss­chen und nicht über­all.


Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhal­ten: Es gibt jet­zt trag­bare Bana­nen.


Eevee erk­lärt (bedauer­licher­weise auf Englisch), warum Uni­code gescheit­ert ist. Bonus: Im Kom­men­tar­bere­ich ste­ht, wie man sich eine Emo­ji-Domain reg­istri­eren kann.


Als weiße Per­son die Beteili­gung ein­er Schwarzen oder PoC Trans*Inter*GnC-Person an ein­er anti­ras­sis­tis­chen Inter­ven­tion gegen eine weiße Lehrper­son zu fordern, ver­ste­hen wir als Tok­eniz­ing (Instru­men­tal­isierung). Was?


Wie schön: Die Werbe­di­en­stleis­ter beto­nen die Qual­ität!


Neues aus dem Land der Frei­heit: Du darf­st als 14-Jähriger in den USA natür­lich schon kreativ und tech­nisch begabt sein, aber wenn du dir eine Uhr baust und dum­mer­weise Ahmed heißt, gibt’s Zel­lenar­rest.

PersönlichesMusik
Sein oder ich sein? (Fünf Jahre danach.)

(Und irgend­wann wacht man auf und ist zum ersten Mal im Leben älter als man sich fühlt. Was war denn das jet­zt? Man ist doch kein biss­chen reifer, weis­er, bess­er als noch gestern gewor­den. Ist das das Leben oder war es das oder wird es das gewe­sen sein? Man war ja noch lange keine 30 und ist es bis zum let­zten Tag auch nicht gewor­den. Wie alt ist eigentlich zu alt für wen, für was? Vor lauter Per­spek­tiv­en sieht man sich selb­st schon nicht mehr im Spiegel, was mit zuse­hends voran­schre­i­t­en­der Alterung eine immer erfreulichere Aus­sicht ist. Die grauen Haare auf dem Kissen sind Zeuge genug des eige­nen Ver­sagens, des eige­nen Ver­rats an sich selb­st. Man sollte, man müsste, man hat­te nur nicht. Kein Voran, kein Bestand. Die Evo­lu­tion der Gesellschaft frisst zuerst die, die sie fürcht­en. Das Leben über­holt immer zweimal, während man kurz rastet. Man hat längst ver­loren, zulet­zt schließlich seinen Humor.)

… und jed­er Son­nen­strahl trifft dich wie ’ne Kugel aus Stahl,
schießt Bilder in deinen Kopf, die dir vor Stun­den egal,
und alte Wun­den fan­gen wieder zu bluten an,
du starrst nur Löch­er in die Luft, hun­dert Minuten lang …

(Die Fan­tastis­chen Vier: Hey!)

(Erschöpft ab.)

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz notiert zum “Relaunch” von “ZEIT ONLINE”

Soso, ZEIT ONLINE hat sich ein neues, hässlich­es Gesicht gegeben: Die Web­site ist jet­zt “respon­sive”, das bedeutet, dass die grotesk überdi­men­sion­ierte Wer­bung, die den eigentliche Seit­en­in­halt ein­rahmt und bei Ein­satz eines Wer­be­block­ers auf lei­dlich mod­er­nen Bild­schir­men unfein ausse­hende Seit­en­rän­der hin­ter­lässt, jet­zt mit der Browser­größe wächst. Ich habe ein kleines User­script (getestet unter Fire­fox mit Grease­mon­key) geschrieben, das die schlimm­sten Schmerzen wenig­stens ober­fläch­lich zu beseit­i­gen ver­sucht.

Noch ärg­er­lich­er allerd­ings ist dieser Satz:

Das so genan­nte mobile Inter­net, so glauben wir, IST in Zukun­ft das Inter­net.

Dass “das Inter­net” mit “dem Web” iden­tisch sein soll, lässt mich auf­s­toßen. Dafür, dass Usenet, File­shar­ing, E‑Mail, Gopher und “WWW” in einen Topf gewor­fen wer­den, sind wir 1989 nicht auf die Straße gegan­gen! — Obwohl sicher­lich ver­schiedene Vertreter der Indus­trie und Wirtschaft ins gle­iche Horn stoßen: Mobile Geräte tau­gen, allen Klapp­tas­taturen zum Trotz, allen­falls zum Kon­sum von so genan­ntem con­tent, das Ver­fassen von Tex­ten aber macht darauf noch immer nicht beson­ders viel Spaß. Dass es in Zukun­ft eine qua­si strik­te Teilung zwis­chen Lese- und Schreib­web geben wird, ste­ht zwar zu befürcht­en, aber eine Gle­ich­set­zung wäre über­trieben.

Dass die “ZEIT” hier mit der Zeit geht, ist zwar kaum von der Hand zu weisen, aber bedrück­end alle­mal.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Blueneck — Seven

MontagseuleMon­tag. Her­rlich. Den “Tagesspiegel” kann man ja auch nicht mehr lesen. Wen­den wir uns also lieber aus­ländis­chen Medi­en zu, zum Beispiel solchen aus Öster­re­ich:

Wenn eine Weit­er­reise nach Deutsch­land nicht möglich ist, dann kön­nten in den kom­menden Tagen zehn­tausende Flüchtlinge in Öster­re­ich stran­den, mehr als je zuvor.

Das Wort “Stran­den” ken­nt man son­st nur in Verbindung mit ein­samen Inseln; vielle­icht hat die Zeitung “der Stan­dard” insofern also einen noch kri­tis­cheren Blick auf ihr Heimat­land als es die Imp­lika­tion, nie­mand sei verzweifelt genug, um aus­gerech­net gezielt nach Öster­re­ich zu fliehen, bere­its andeutet. Punk, Punk allerorten.

Über­haupt, die Rev­o­lu­tion: Bei “Blendle” kann man dig­i­tal­isierte Zeitungs- und Zeitschrifte­nar­tikel nicht nur kaufen, son­dern auch zurück­geben (Vor­sicht: t3n.de), was wahrschein­lich aber nur geht, wenn man nicht verse­hentlich ein Esel­sohr hineingemacht hat.

Was soll’s? Es ist, wie erwäh­nt, Mon­tag. Zeit für etwas Ruhe und vielle­icht ein kurzes Ver­reisen.

Zum Beispiel so:

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Jurek Skrobala und die Pisse.

Soll ja kein­er sagen, deutsch­er Punk sei tot:

Pisse hat Schnipo Schranke bekan­nt gemacht. In dem gle­ich­nami­gen Song der Band um Friederike Ernst und Daniela Reis, bei­de Mitte 20, sin­gen sie Zeilen wie “Hab meine Fürze angezün­det” oder “Dein Handy mit den Arschback­en gehal­ten, nur um dich zu unter­hal­ten”. Im Musikvideo sieht man einen Penis, auf YouTube ist es ges­per­rt. (…) Die klu­gen Texte kreisen vor allem um die Liebe, the­ma­tisieren auch mal Kör­bchen­größen, Sper­mageschmack, Schamhaare, Paris­er, voll­gekack­te Hosen und eben auch: Pisse.

Andere Leute wer­den mit einem wichti­gen Beitrag zur Gesellschaft oder wenig­stens zur Kun­st bekan­nt, hierzu­lande genü­gen schon ein blöder Band­name (mir ist allerd­ings unklar, wieso Zen­tral­heizung of Death des Todes bis­lang keine nen­nenswerte Berühmtheit erlangt haben) und Pipikakaw­itze; man beachte spaße­shal­ber auch ein­mal, was Pri­vat­sender dies­seits des Weißwurstäqua­tors für Kabarett hal­ten, und frage dann mal gle­ich­falls spaße­shal­ber nach dem Sinn des Lebens.

“Krautrock” nen­nt die Jour­nal­is­tenpfeife Jurek Skrobala (“SPIEGEL ONLINE”) diesen Unfug: “Kluge Texte” — “na nananana nanana na na na” (“Pisse”) — wer­den zu Kirmes­musik, die bei Foy­er des Arts wenig­stens noch iro­nisch wirk­te, mehr oder weniger inbrün­stig (“kaputte Chan­sons”, J. Skrobala) vor­ge­tra­gen und bewe­gen so die Gemüter, weil sie schlüpfrige Wörter enthal­ten, als sei 1967 nichts passiert. Eine der bei­den “Musik­erin­nen” erzählt hierzu:

“Pisse” fällt ja vor allem wegen der Wort­wahl auf. Und das, obwohl Pisse noch nicht mal ein beson­ders schlimmes Wort ist. Jed­er sagt das wahrschein­lich min­destens ein­mal am Tag.

Ich kann mich ger­ade nicht daran erin­nern, wann genau ich zulet­zt min­destens ein­mal “Pisse” gesagt habe, aber ich wohne auch nicht in Ham­burg und bin auch son­st noch einiger­maßen richtig im Kopf. Und dieser Name, dieser Name! SchniPo Schranke, Schnitzel mit Pommes, Ketchup und May­on­naise, wer von bei­den auch immer was davon genau verkör­pern soll, und dann kriegt Jurek Skrobala nicht ein­mal das mit der Umgangssprache auf die Rei­he:

Reis und Ernst grün­de­ten eine Band, die sie nach einem Zitat von Kurt Krömer benan­nten, und zogen nach Ham­burg, obwohl sie keine Ahnung von der Ham­burg­er Schule hat­ten.

(Her­vorhe­bun­gen von mir.)

Ich wohne übri­gens eben­falls ziem­lich unbe­hel­ligt in Nieder­sach­sen, ohne ein Pferd zu besitzen, aber ich schreibe auch nur Dinge ins Inter­net rein und mache keine lang­weilige Pop­scheiß­musik. Schlim­mer sind zumin­d­est die Schweiz­er geplagt, die Schnipo Schranke im Juni bere­its voraus­sagten, an ihnen in der zweit­en Jahreshälfte nicht vor­bei zu kom­men. Schweiz­er Radiosender scheinen eine Qual zu sein.

Pisse. Loll. (Natür­lich mit Doppel‑L, was dachtet ihr denn?)


Meine Lieblingssta­tis­tik des Tages: Vor allem Men­schen aus Ost­deutsch­land sind der Mei­n­ung, dass es wieder stärkere Gren­zkon­trollen inner­halb Europas geben sollte.

(mit Dank an R.)

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Die Ausgestoßenen

Das Land der unbe­gren­zten Möglichkeit­en schlägt wieder zu:

Eine weiße Frau, die Klage ein­gere­icht hat­te, nach­dem sie verse­hentlich mit dem Sper­ma eines Afroamerikan­ers befruchtet wor­den war, muss ihre Klage nun erneut stellen, nach­dem ein Richter aus Illi­nois ihre Forderun­gen an die Samen­bank abgelehnt hat­te. (…) [Jen­nifer] Cram­bletts Anwalt erläuterte, dass der Fehler ihr und ihrer Fam­i­lie Stress, Schmerz, Leid und medi­zinis­che Kosten verur­sacht habe; außer­dem führte er aus, dass sie fürcht­en musste, dass ihre Tochter Pay­ton, inzwis­chen drei Jahre alt, in ihrem, Frau Cram­bletts, vor­rangig weißen Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis mit dem Gefühl aufwach­sen würde, eine “Aus­gestoßene” zu sein.

(Über­set­zung von mir.)

Nein, mein Kind, ich habe zwar vor Gericht ver­sucht, dich als Schaden gel­tend zu machen, weil du schwarz bist, aber weißt du, meine Fre­unde sind alle so ras­sis­tisch.

:irre:

MusikIn den NachrichtenMontagsmusik
Bee Gees — Stayin’ Alive

Party!Es ist Mon­tag. Nach ein­er mir vor­liegen­den Mit­teilung sind Sie ver­stor­ben, ganz all­ge­mein ist das ja noch nichts Schlecht­es, wenn das nicht gle­ichzeit­ig eben auch ein Drück­en vor der Ver­ant­wor­tung wäre. Das Bett ist noch warm. Auch der weltbeste Som­mer chang­iert ein­mal. Plüsch gefäl­lig?

Ein­mal nicht den Pim­mel zeigen. Was bewegt die Welt stattdessen? Laut “SPIEGEL ONLINE” ist die Frage, ob Fernsehkrim­is wirk­lich so passiert sind, mehrere Bild­schirm­seit­en wert, obwohl die Antwort in einem Wort gegeben wer­den kön­nte.

Wahrschein­lich ist das alles egal und wahrschein­lich gehen die kids in der Schule ab heute wieder voll ab, weil Dr. Luke ein weit­eres Gle­ich­form-Lied­chen her­vor­brin­gen musste. Um manche “Musik­er” ist es schade, weil sie noch nicht aufge­hört haben.

Was soll’s, das Leben geht sozusagen weit­er. Der Zweck ist unklar.

Bee Gees — Stayin’ Alive (Offi­cial Video)

Mrgn.

MusikSonstigesIn den Nachrichten
Aktion Doof

Was für eine großar­tige Idee doch ein Musik­lehrer aus Nieder­sach­sen da hat­te:

Ein Musik­lehrer aus Nieder­sach­sen will ein altes Lied der Band Die Ärzte zurück in die Charts brin­gen — als Reak­tion auf den zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge und die Anschläge auf Heime, wie zulet­zt beispiel­sweise in Hei­de­nau, Meißen oder Fre­ital. Seit Son­ntag existiert die Ini­tia­tive “Aktion Arschloch” mit eigen­er Web­page und Face­book- sowie Twit­ter-Präsenz.

Denn nichts, aber auch gar nichts auf der Welt kön­nte effizien­ter das zuse­hends ärg­er wer­dende Kul­tur­prob­lem zwis­chen Ein­wan­der­ern und Ein­heimis­chen bekämpfen als ein Poprock­lied­chen, dessen Ker­naus­sage es ist, dass Recht­sradikale alle­samt ver­we­ich­lichte Mem­men und, daher der Name der “Aktion”, “Arschlöch­er” seien. Brüllen gegen Rechts, Eier­laufen gegen das Böse.

Nun trägt es zu mehr Sach­lichkeit keineswegs bei, dass diejeni­gen, die diese “Aktion Arschloch” unter­stützen, gle­ichzeit­ig ern­sthaft darüber debat­tieren, unter welchen Umstän­den die medi­ale Zurschaustel­lung von auf­grund behördlich­er Ver­nach­läs­si­gung ver­stor­be­nen Flüchtlin­gen einen wertvollen Beitrag zur Besserung der Sit­u­a­tion darstelle, so dass man über altherge­brachte Werte wie Men­schen­würde, Pri­vat­sphäre und Wahrung der Toten­ruhe großzügig hin­wegse­hen könne. Irgend­wo habe ich in diesem Zusam­men­hang erst heute gele­sen, dass eine Fotografin nach eige­nen Angaben beim Sicht­en der herum­liegen­den Leichen erst dann nen­nenswert erschüt­tert war, als sie sie als Kinder iden­ti­fiziert hat­te. Den Wert ein­er Leiche am Alter ihres Kör­pers zu messen ist vielle­icht das, was irgendw­er von geringer geistiger Leis­tung als Men­schlichkeit und Mit­ge­fühl ver­ste­ht.

Pro­fes­sionelle Dis­tanz endet an Wasser­le­ichen; zahlre­iche tote Flüchtlinge, die irgend­wo ertrinken, sind eben nur eine Zahl, bis sie wehrlose Kinder sind und man einen wer­be­fi­nanzierten Artikel mit ihnen bebildern kann. Als wäre der Bilder­wahn nicht schon dadurch auf eine aus­re­ichend irre Art belegt, dass bei der Berichter­stat­tung über Gerichtsver­fahren allzu häu­fig Fotos aus dem Gerichtssaal, die Angeklagte mit Aktenord­nern anstelle ihres Gesichts zeigen, eine Rolle spie­len. Seht her, liebe Leser, hin­ter diesem Aktenord­ner sitzt ein möglich­er Täter und unser Fotograf hat keine Mühen gescheut, euch diesen Aktenord­ner in Farbe präsen­tieren zu kön­nen.

Mir fällt zu all dem auch nicht viel mehr als ein Lied ein­er Musik­gruppe ein, die vie­len Unter­stützern der “Aktion Arschloch” ver­mut­lich auch nicht völ­lig unbekan­nt ist.

Slime (Schweine­herb­st 1993) [22]. Besser­wis­serei Stinkt

Sag’ deine Mei­n­ung, übe Kri­tik,
doch behaupte nicht, dass du die Wahrheit kennst. (…)
Ver­schon’ mich mit dein­er beschiss’nen Moral;
sie ist nicht mal das Band wert, auf dem du sie besingst!

Aber vielle­icht ist das zu reflek­tiert für die, die stets das Richtige tun.

In den NachrichtenNerdkrams
Google: Nepper, Schlepper, Apper (die Abkürzung ist Zufall)

Heißa, was ist das wieder für ein Rum­mel: Zuerst hat der US-amerikanis­che Tech­nolo­giekonz­ern Google einen Her­rn Sun­dar Pichai, der wohl seit Jahren darauf gewartet hat, zum Fir­menchef gemacht, die Fir­ma Google allerd­ings etwa zur gle­ichen Zeit einem noch größeren Konz­ern unter­ge­ord­net (wäre ich Herr Pichai, ich hätte ja den Ein­druck, man wolle mich ver­arschen), der mit “Alpha­bet” einen keineswegs tief­sin­nigeren Namen trägt, sich dann ein grauen­volles neues Logo (das allerd­ings zumin­d­est kon­se­quent ist) zugelegt und den stets um unaufgeregte Sach­lichkeit bemüht­en Jour­nal­is­ten dieser Welt dann keineswegs eine Atem­pause gelassen, denn auch die Seit­en­ran­gliste wird mal wieder über­ar­beit­et:

Start­ing Novem­ber 1, sites that show app install ads that hide “a sig­nif­i­cant amount of con­tent on the tran­si­tion from the search result page” will be penal­ized by los­ing their “mobile-friend­ly” sta­tus.

Web­sites, die also Besuch­ern auf dem Smart­phone oder Tablet statt des gewün­scht­en Inhalts erst mal einen ganz­seit­i­gen Wer­be­ban­ner für die app zur Web­site ein­blenden, wer­den kün­ftig schlechter bew­ertet und somit von Google-Nutzern nicht mehr so schnell gefun­den.

Web­sites wie, ähm …

Google Interstitials

Google Plus Interstitial

:aufsmaul: