In den NachrichtenMontagsmusik
sleep­makes­wa­ves – Emer­gent // Dan­ke, Donald!

Es wird warm. Auch das noch!Es ist Mon­tag. Ab schwei­fen Gedan­ken wie Pan­da­bä­ren, vom Brücken­tag hat­te man als anstän­di­ger Mensch ja auch nicht viel außer den siche­ren Hohn derer, die ihn nutz­ten. Jede Aus­re­de ist will­kom­men, um dem Wirt­schafts­ge­dan­ken eine Pau­se zu ver­ord­nen, jedoch kei­ne genug, um sich noch zu schät­zen zu wis­sen. Über den Wol­ken, nur eben: allein.

Kei­nes­wegs zu schät­zen wis­sen auch die Leu­te unver­än­dert den US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Donald Trump, obwohl wir ihm vie­les zu ver­dan­ken haben. Ver­tre­ter der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD etwa erwä­gen sei­net­we­gen eine Reduk­ti­on des „Aus­tauschs“ (ebd.) mit des­sen (D. Trumps) Geheim­dien­sten, womit berech­tigt als gesi­chert ange­nom­men wer­den kann, dass die Prä­si­dent­schaft Donald Trumps die all­um­fas­sen­de glo­ba­le Über­wa­chung zu unse­ren Gun­sten ver­än­dert. Sehen die Leu­te aber nicht und ver­ste­hen sie nicht.

Das könn­te natür­lich an der Bericht­erstat­tung lie­gen, deren Neu­tra­li­tät (ver­glei­che hier­zu ein­schlä­gi­ge Nach­rich­ten­for­ma­te), bezo­gen auf das Staats­ober­haupt frem­der Län­der, mit­un­ter zu wün­schen übrig lässt. Ten­denz­jour­na­lis­mus ist eben kein Jour­na­lis­mus, auch wenn die Ansprü­che sin­ken: Das ist wie aus ande­rer Leu­te Müll­ei­mer zu fres­sen. Es ist schwer, noch etwas zu glau­ben, was man liest. Die media­le Total­ver­sor­gung ist getrie­ben vom Mit­tei­lungs­drang der Lau­te­sten, mich selbst ein­fach pro­vi­so­risch ein­mal ein­ge­schlos­sen. Wenig­stens wol­len sie selbst dafür ange­mes­sen beschimpft wer­den.

Über jeden Zwei­fel erha­ben bleibt jedoch: Musik.

sleep­makes­wa­ves – Emer­gent | Audio­tree Live

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Free Sala­man­der Exhi­bit – Unde­stroy­ed

Etwas – wenn auch nicht viel – ern­ster als letz­tes Mal geht es bei Free Sala­man­der Exhi­bit zu.

Die Musik­grup­pe Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um, 1999 aus Idi­ot Fle­sh her­vor­ge­gan­gen und bis 2011 aktiv, war eine höchst selt­sa­me Com­bo, deren Stil sich viel­leicht am ehe­sten als Expe­ri­men­tal­me­tal mit Dada-Ein­fluss beschrei­ben lässt, womit sie zeit­wei­se (cf. u.a. Sebkha-Chott und uneX­pect) nicht allein waren. Unter den zahl­rei­chen Abkömm­lin­gen von Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um fällt die Band Free Sala­man­der Exhi­bit nicht nur durch einen recht ähn­li­chen Namen (der Weg zur Sala­man­der­aus­stel­lung vom Goril­la­mu­se­um ist kein wei­ter), son­dern ins­be­son­de­re auch durch eine hohe Über­ein­stim­mung der per­so­nel­len Beset­zung – lei­der gegen­wär­tig ohne Car­la Kihl­stedt – auf, so dass ich es ein­fach mal wage, Free Sala­man­der Exhi­bit als jüng­ste Qua­si-Reuni­on von Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um zu benen­nen.

Im Jahr 2016 erschien nun also das Album „Unde­stroy­ed“. Wir sind noch nicht zer­stört. Passt, denn zer­stö­ren tun sie lie­ber selbst.

Free Sala­man­der Exhi­bit – Time Master

„Unde­stroy­ed“ – wenn auch bei Wei­tem nicht so durch­ge­knallt wie frü­he­re Alben aus dem Band­um­feld – wird beherrscht von viel­fäl­ti­gen Rhyth­men, sti­li­stisch bewegt man sich zwi­schen Math­rock und Metal mit dem alt­be­kann­ten Grow­ling, aber auch Can­ter­bu­ry ist dem Quin­tett nicht fremd, wie „The Keep“ her­aus­ra­gend beweist:

Der­zeit befin­det sich die Band mit illu­stren Zeit­ge­nos­sen wie Cheer-Acci­dent auf einer aus­ge­dehn­ten Tour­nee, es geht also hof­fent­lich noch wei­ter. „Unde­stroy­ed“ ist jeden­falls ein will­kom­me­nes Lebens­zei­chen einer refor­mier­ten Band, deren Fort­be­stand unbe­dingt wün­schens­wert ist.

NetzfundstückeComputer
Tele­kom: Die Indu­strie von mor­gen mit dem Inter­net­zu­gang von gestern.

Auf Twit­ter mach­te vor ein paar Tagen die begei­stern­de Fra­ge der Mobil­spar­te der Tele­kom die Run­de, was man mit un-fass-baren vier Giga­byte Über­tra­gungs­vo­lu­men per Monat denn so alles anfan­gen wür­de. Eine belieb­te Ant­wort lau­te­te, dass man mit vier Giga­byte gera­de so die Strecke bis nach Däne­mark schaf­fen könn­te, eines unse­rer Nach­bar­län­der, in denen das mobi­le Inter­net (allein der Begriff schon!) eher weni­ger von Dros­se­lun­gen und Volu­men­ta­ri­fen betrof­fen ist, glaubt man den ein­schlä­gi­gen Sta­ti­sti­ken und Berich­ten.

Im Fest­netz aller­dings macht sie kaum eine bes­se­re Figur. Als domi­nan­ter Anbie­ter in Deutsch­land, einem Land mit einem eigent­lich nur von zwei Kon­zer­nen domi­nier­ten Markt für fest­netz­ba­sier­te Inter­net­an­schlüs­se, sieht die der­zei­ti­ge nicht rein wirt­schaft­li­che Erfolgs­sta­ti­stik der Tele­kom so mau aus wie ihre Akti­en­kur­se: Laut einem Aka­mai-Bericht (wer es tabel­la­risch mag und Fließ­text doof fin­det, der möge direkt ab Sei­te 34 nach die­ser Aus­drucks­form Aus­schau hal­ten) aus dem Vor­jahr – seit­dem hat sich dar­an ver­mut­lich eher wenig getan – liegt Deutsch­land hin­sicht­lich der durch­schnitt­li­chen Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit über IPv4 auf dem 26. Platz, hin­sicht­lich der Maxi­mal­ge­schwin­dig­keit sogar nur auf Platz 43 – jeweils immer­hin noch vor Öster­reich. Auf dem glo­ba­li­sier­ten Welt­markt spielt Deutsch­land, „Indu­strie 4.0“ und son­sti­ge Bonus­fel­der für’s Bull­shit­bin­go (was genau war denn dann die „Indu­strie 1.0“?) hin oder her, auch des­halb kaum eine Rol­le, denn:

Ein Maschi­nen­bau­er ohne super­schnel­le Daten­lei­tung wird halt die Maschi­nen sei­ner Abneh­mer nicht online war­ten kön­nen. (…) [D]ie Tele­kom ver­steht unter dem „Anschluss der Zukunft“ kei­ne erhöh­te Geschwin­dig­keit – son­dern eine signi­fi­kant NIEDRIGERE. (…) Stück für Stück zeigt sich, dass die Deut­sche Tele­kom in ihrem aktu­el­len Vor­ge­hen ein Krebs­ge­schwür im Hirn des Wirt­schafts­stand­or­tes Deutsch­land dar­stellt.

Und die sind die tech­nisch Ver­ant­wort­li­chen für die deut­sche cloud (weil: ist ja alles siche­rer, wenn BND statt NSA am Kno­ten hängt). Nicht, dass ich es nicht gut­hie­ße, wür­de die tota­le Ver­net­zung sich des­halb noch etwas lang­sa­mer fort­be­we­gen als in ande­ren Län­dern, und nicht, dass ich irgend­ei­nen Vier­null­blöd­sinn für einen imma­nen­ten Bestand­teil moder­nen Zusam­men­le­bens hiel­te, aber eine gewis­se Öff­nung des Netz­mark­tes auch hin­sicht­lich der Finan­zie­rung klei­ne­rer Unter­neh­men könn­te doch man­ches deut­lich inter­es­san­ter machen.

Hal­lo Zukunft!
Tele­kom, ca. 2006

In den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 24. Mai 2017

Ver­bie­tet Was­ser, es ist – laut „SPIEGEL ONLINE“ – die „neue Waf­fe des IS“!


„Linux ist sicher“ des Tages: Sicher­heits­lücke von WannaCry’schem Aus­maß in aktu­el­len Sam­ba-Ver­sio­nen.


Na, auch evan­ge­lisch-luthe­risch? War­um nicht gleich in die NPD?


Wirt­schafts­nach­rich­ten (1): Jeder zwei­te Deut­sche sieht sich als „beson­ders wohl­ha­bend“. Dann ist ja alles in bester Ord­nung.


Wirt­schafts­nach­rich­ten (2): Die „Wirt­schafts­wo­che“ ist ent­setzt, weil die Bör­se nicht, wie gewünscht, deut­li­chen Miss­mut über irgend­wel­che Spren­gun­gen in Kon­zert­hal­len erken­nen lässt. Als Resul­tat bleibt immer­hin zu ver­mel­den, dass Men­schen, die ein Kon­zert von Aria­na Gran­de besu­chen und dabei aus irgend­wel­chen Grün­den getö­tet wer­den, kei­ne nen­nens­wer­te Wirt­schafts­macht sind.

MontagsmusikNetzfundstücke
Gru­som – The Jour­ney

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Mon­tag. Zwar zu nass, aber wenig­stens auch zu warm. Dem Ziel, end­lich anzu­kom­men, wur­de aber­mals nicht näher gekom­men, über­ra­schen­der­wei­se löst Untä­tig­keit Pro­ble­me eher sel­ten. Die For­schung indes fin­det immer wie­der einen neu­en Sinn im Leben. Die­ser Tage wur­den For­schungs­er­geb­nis­se publik, die das Laden einer Bat­te­rie mit Lebens­en­er­gie für wahr­schein­lich erach­ten. Eine wan­deln­de Lade­sta­ti­on zu sein ist ja auch irgend­wie ein Sinn, auch, wenn es bei vie­len poten­zi­el­len Anwen­dern eben an der Lebens­en­er­gie feh­len wird. Die Zukunft wird wun­der­bar.

Kurz die Kot­ze abwi­schen und wei­ter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unter­schied zwi­schen einer Debat­te und einem Duell nicht mal im Ansatz ver­stan­den hat, titelt die­se Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackie­ren. Wie wir uns schüt­zen kön­nen.“ Die Ant­wort dar­auf lau­tet zum Bei­spiel nicht: indem man Hacker, die längst den letz­ten Schutz­wall zwi­schen über­grif­fi­gen Geheim­dien­sten und Regie­rung auf der einen sowie uns auf der ande­ren Sei­te bil­den, zum Pro­blem erklärt; aber Ahnung von dem, wor­über man da gera­de zu schrei­ben ver­sucht, ist beim „SPIEGEL“ sel­ten ein Anlass zur Beför­de­rung.

Völ­lig furcht­bar auch: Die schlimm­sten Din­ge, die man im Web kau­fen kann, als täg­lich aktua­li­sier­ter Blog.

Ziem­lich gut hin­ge­gen: Musik.

GRUSOM – The Jour­ney (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Tip­pen statt Wischen: Android und der T‑UI-Laun­cher.

Wenn es einen guten Grund gibt, Android irgend­wie pri­ma zu fin­den, dann ist die Anpass­bar­keit sicher­lich einer, der in die enge­re Aus­wahl kommt. Die Myria­den an kon­kur­rie­ren­den apps für bei­na­he alles sind längst nicht mehr zu bezwin­gen.

Das trifft auch und gera­de auf die Welt der „Laun­cher“ zu, der Start­bild­schir­me und Pro­gramm­wäh­ler; hier kon­kur­rie­ren die Stan­dard­an­wen­dung von Android, die vor­in­stal­lier­ten Alter­na­ti­ven ver­schie­de­ner Smart­phone­her­stel­ler (HTCs „Sen­se“, Sam­sungs „Touch­Wiz“, Hua­weis „Emo­ti­o­nUI“ und so wei­ter) und teil­wei­se über Jah­re hin­weg gepfleg­te, oft auf dem Pro­gramm­wäh­ler von Android oder des­sen Fork „Tre­buchet“ (Cya­no­gen­Mod) basie­ren­de Anwen­dun­gen wie Nova Laun­cher, Apex Laun­cher, Action Laun­cher oder der von mir in letz­ter Zeit immer posi­ti­ver auf­ge­nom­me­ne und aktu­ell haupt­säch­lich genutz­te Arrow Laun­cher von aus­ge­rech­net Micro­soft dar­um, den wei­ter­hin ste­tig wach­sen­den Kreis der poten­zi­el­len Kun­den von sich zu über­zeu­gen.

‘Tip­pen statt Wischen: Android und der T‑UI-Laun­­cher.’ wei­ter­le­sen »

NetzfundstückeComputer
com­cryp­to: Mit Script­zwang und Goo­gle­wan­zen gegen Über­wa­chung?

Die Start­up­sze­ne in Deutsch­land ist eine flo­rie­ren­de. Die Geschäfts­mo­del­le sind oft voll­kom­men absurd und schei­tern erfreu­lich schnell, ande­re fußen auf rea­len Bedürf­nis­sen und fül­len ihre jewei­li­ge Nische oft auf her­aus­ra­gen­de Wei­se.

Und dann wäre da noch com­cryp­to.

com­cryp­to – laut Eigen­be­schrei­bung im Sei­ten­ti­tel zustän­dig für „Authen­ti­zi­tät und Ver­schlüs­se­lung im Infor­ma­ti­ons­aus­tausch“ – ist eine seit 2016 in irgend­wel­chen Regi­stern ste­hen­de Chem­nit­zer GmbH, die unter ande­rem auf der dies­jäh­ri­gen CeBIT in Han­no­ver zu Gast war, um ihre Dien­ste anzu­prei­sen. Das tut sie zum Bei­spiel wie folgt:

Bei­spie­le wie das Spio­na­ge­pro­gramm PRISM oder zuneh­men­de Scha­dens­fäl­le durch E‑Mail-Fäl­schun­gen sind Beleg für die zuneh­men­de Ver­letz­lich­keit unse­res pri­va­ten und geschäft­li­chen Nach­rich­ten­aus­tau­sches.

Und:

Von com­cryp­to ent­wickel­te Lösun­gen ent­spre­chen höch­sten Anfor­de­run­gen.

Und:

Kom­mu­ni­ka­ti­on benö­tigt Ver­trau­en. Wir ermög­li­chen es.

Dass die eige­ne Web­site ohne einen tech­ni­schen Anlass mit deak­ti­vier­tem Java­Script prak­tisch unbe­dien­bar (schlim­mer noch: unles­bar) ist, dass man den Her­ren von com­cryp­to also erst ein­mal ohne erkenn­ba­ren Grund das Aus­füh­ren von belie­bi­gem Code auf dem eige­nen Rech­ner erlau­ben muss, um über­haupt in den Genuss der Heils­ver­spre­chen zu kom­men, könn­te aller­dings ein Zei­chen dafür sein, dass das jun­ge Unter­neh­men sei­ne Ziel­grup­pe maß­los unter­schätzt.

comcrypto - Kein JS, keine Infos!

Und wenn man com­cryp­to dann mal ver­traut und nicht wei­ter nach­fragt und am besten auch nicht ans Ende der sehr, sehr lan­gen Sei­te scrollt, wird man auch nie­mals den Daten­schutz­hin­weis – blass­blau auf hell­blau – aus­klap­pen und fol­gen­de Infor­ma­ti­on nicht ein­mal zur Kennt­nis neh­men:

Die­se Web­site benutzt Goog­le Ana­ly­tics, einen Web­ana­ly­se­dienst der Goog­le Inc. (“Goog­le“).

Eine Web­site, so heißt es, sei heut­zu­ta­ge das Aus­hän­ge­schild eines Unter­neh­mens, das etwas auf sich hält. Was der Umstand, dass sicher­heits­be­wuss­te Inter­es­sen­ten die­ses Schild in den mei­sten Fäl­len nicht ein­mal lesen kön­nen, ohne gleich bei Goog­le vor­stel­lig wer­den zu müs­sen, über das Unter­neh­men aus­sagt, möge die Ent­schei­dung der Ein­zel­nen blei­ben.

Ich wür­de unter die­sem Schild jeden­falls ohne Helm nicht ein­mal ent­lang­ge­hen wol­len.

PolitikIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Tho­mas de Mai­ziè­re, CDU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 14 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Die Regie­rungs­ko­ali­ti­on aus CDU/CSU und SPD gedenkt, medi­al belegt, noch vor der näch­sten Bun­des­tags­wahl – obwohl abzu­se­hen ist, dass auch wei­ter­hin der Groß­teil der Wäh­ler gar nicht erst auf die Idee käme, dem frei­heits­feind­li­chen Trei­ben der drei­sten Drei per Abstim­mung zugun­sten einer ande­ren Par­tei Ein­halt zu gebie­ten – am BVerfG vor­bei den Ein­satz von Schad­soft­ware gegen die eige­nen Bür­ger zum Gebot zu erklä­ren, indem sie ein­fach ins Gesetz­buch rein­schrei­ben, dass sie das dür­fen.

Der Rechts­staat wol­le es so, sag­te der amts­be­dingt fach­lich gänz­lich des­in­ter­es­sier­te Mini­ster des Inne­ren, Tho­mas de Mai­ziè­re, im Stuhl­kreis derer, die sich selbst dafür, dass sie es schaf­fen, halb­wegs feh­ler­frei Word­Press zu instal­lie­ren, zur Kory­phäe in Medi­en­po­li­tik ernann­ten, näm­lich auf der nun­mehr ver­gan­ge­nen „re:publica“-Konferenz:

Der Staat kann dem Mini­ster zufol­ge nicht akzep­tie­ren, „wenn es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung in einem Mes­sen­ger­dienst gibt, dass des­we­gen, weil es eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung gibt, auto­ma­tisch rechts­staat­li­che Befug­nis­se des Staa­tes zur Straf­ver­fol­gung in die­sem Dienst tech­nisch aus­ge­schlos­sen sind. (…)“

Der Staat also fin­de es unvor­teil­haft, wenn die Bür­ger auch mal unbe­ob­ach­tet über Pri­va­tes reden möch­ten, und in letz­ter Kon­se­quenz erstaunt es mich, dass das Zukle­ben von Brief­um­schlä­gen über­haupt noch legal ist. Spre­chend indes ist der Ter­mi­nus von den „rechts­staat­li­chen Befug­nis­sen“, der hier eine ange­neh­mer klin­gen­de For­mu­lie­rung für „Befug­nis­se und Rech­te des Staa­tes“ zu sein scheint, was zwar ähn­lich klingt, aber nicht ähn­lich bedeu­tet.

Rechts­staat­lich­keit bedeu­tet laut Klaus Stern (zitiert in u.a. Wiki­pe­dia), dass „die Aus­übung staat­li­cher Macht nur auf der Grund­la­ge der Ver­fas­sung und von for­mell und mate­ri­ell ver­fas­sungs­mä­ßig erlas­se­nen Geset­zen mit dem Ziel der Gewähr­lei­stung von Men­schen­wür­de, Frei­heit, Gerech­tig­keit und Rechts­si­cher­heit zuläs­sig“ sei, meint mit­hin also einen Staat, des­sen Maxi­me vor allem Men­schen- und Bür­ger­rech­te sind, wozu eini­ge Jahr­zehn­te nach „Auf­ma­chen, Gesta­po!“ tat­säch­lich auch zumin­dest grund­le­gen­der Libe­ra­lis­mus im Sin­ne der Unver­letz­lich­keit pri­va­ter Lebens­be­rei­che gehö­ren soll­te, was in einer voll­ge­cy­ber­ten Zeit wie der unse­ren sich letzt­lich viel­fach auf das Digi­ta­le redu­zie­ren las­sen kann, sind Com­pu­ter doch heu­te Foto­al­bum, Tage­buch und Brief­ka­sten zugleich.

Unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen haben die Com­pu­ter frem­der Leu­te für den Staat ergo nicht weni­ger unbe­rühr­bar zu sein als ein Ehe­bett: So lan­ge dort nicht gera­de ein Mord im Ent­ste­hen begrif­fen ist, hat dort kein noch so eif­ri­ger Geset­zes­hü­ter etwas ver­lo­ren.

Lei­der hütet der Staat Geset­ze, die ihm selbst nicht von Vor­teil sind, eher ungern, hält aber um so mehr von sei­nen eige­nen Befug­nis­sen, was eben bedeu­tet:

Daher hal­te er Quel­len-TKÜ und Online-Durch­su­chung „unter rechts­staat­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für zwin­gend gebo­ten“.

Gebo­ten wäre im Übri­gen auch eine Revo­lu­ti­on oder zumin­dest eine grund­le­gen­de Reform des Wahl­sy­stems, um die wei­te­re Unter­wan­de­rung des mensch­li­chen Mit­ein­an­ders sei­tens eines über­grif­fi­gen Staa­tes zu ver­mei­den; aber auf mich hört ja kei­ner.

Ich hab‘ den nicht gewählt.

MusikPolitikNetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 17. Mai 2017

Ich bin mir nicht sicher, ab wel­cher Schwe­re der Ver­ge­hen einer Regie­rung gemäß Art. 20 Abs. 4 GG ein Wider­stand gelei­stet wer­den darf, aber ich bin durch­aus gewillt, die­se Opti­on gegen die schlim­me SPD zumin­dest in Erwä­gung zu zie­hen: Hass­mi­ni­ster Hei­ko Maas wür­de gern das offen­sicht­lich ver­fas­sungs­wid­ri­ge Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz noch die­se Woche beschlie­ßen las­sen. Der Rechts­staat, das sind die ande­ren.


„Linux ist sicher“ des Tages: Über eine der unzäh­li­gen Sicher­heits­lücken in Ubun­tu – mein Mit­leid mit sei­nen oft ver­ächt­lich auf Win­dows hin­ab­blicken­den Nut­zern hält sich in sehr engen Gren­zen – war es mög­lich, den stö­ren­den Anmel­de­zwang, um auf die Datei­en eines ande­ren Benut­zers zuzu­grei­fen, ein­fach zu umge­hen.

(via Schwerdt­fe­gr)


Eine erschrecken­de Ver­mu­tung, die alles, was wir bis­her über Musik zu wis­sen mein­ten, in Fra­ge stellt: Wer­den Tex­te in der Pop­mu­sik immer repe­ti­ti­ver?


Wenn Blin­de über Far­ben reden, wer­den sie irgend­wann Com­pu­ter­jour­na­list bei der Tages­schau:

IP-Adres­sen sind aus dem Inter­net nicht mehr weg­zu­den­ken.

Sie­he auch:

Ja wahr­lich, tele­fo­nie­ren ohne Tele­fon­num­mern, das gibt es prak­tisch nicht mehr. Selbst die Post­zu­stel­lung ohne Anschrift gehört der Ver­gan­gen­heit an.

Wir leben in erstaun­li­chen Zei­ten.


Hihi:

Auf dem Fuß­bo­den bleibt die omi­nö­se Buch­sta­ben­fol­ge “FCK ARN” zurück. Nach eini­gem Gerät­sel lässt sich das wohl nur als hasti­ger Beginn der Wor­te “FICKT ARNE HOFFMANN” inter­pre­tie­ren, was immer­hin mal eine femi­ni­sti­sche For­de­rung wäre, der ich zustim­men kann, auch wenn ich bis­her nicht auf den Gedan­ken kam, sie auf Trot­toirs zu sprü­hen. War der gan­ze Pick-up-Kram also doch zu etwas gut …

:lachtot:

In den NachrichtenComputer
Was die Bahn wie­der­um aus Wan­naCry nicht gelernt hat

Die Deut­sche Bahn zieht aus dem jüng­sten Pro­blem mit der NSA-Schad­soft­ware bei­na­he die rich­ti­gen Schlüs­se:

Zug­fah­ren ohne klas­si­sche Fahr­kar­te: Die Deut­sche Bahn plant, das digi­ta­le Ticke­ting ein­zu­füh­ren.

Schad­soft­ware sei kein The­ma:

Es gebe schon seit län­ge­rem ein Cyber-Secu­ri­ty-Team sowie Syste­me zur Früh­erken­nung.

Die­se Syste­me schei­nen auf der bahn­ei­ge­nen Infra­struk­tur bedau­er­li­cher­wei­se nicht instal­liert wor­den zu sein. Aber fürch­tet euch nicht, als­bald ist auch der letz­te Dorf­bahn­hof vor Schad­soft­ware gefeit:

„Wir bau­en die Video­über­wa­chung an unse­ren Bahn­hö­fen mas­siv aus“, sag­te Lutz. „Bis Ende 2017 wer­den wir zusätz­lich zu dem bereits geplan­ten Etat wei­te­re zehn Mil­lio­nen Euro inve­stie­ren, um mehr als 1000 Bahn­hö­fe mit 7000 zusätz­li­chen Kame­ras aus­zu­stat­ten.“

Da traut sich dann kein Virus mehr hin. :ja:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Far­flung – End­less Drif­ting Wreck

In der Ferne leiser Donnerhall.Es ist Mon­tag. Die Wäh­ler­schar Nord­rhein-West­fa­lens hat sich wie­der ein­mal Unsinn zusam­men­ge­wählt, was lustig ist, so lan­ge man dort nicht woh­nen muss. Lustig auf jeden Fall: In Bra­si­li­en wer­den Frau­en mit zu gro­ßem Gesäß nun von der Wahl zur Miss Bum­Bum aus­ge­schlos­sen.

Zur Musik, denn Musik ist, was das alles wesent­lich erträg­li­cher gestal­tet: Auf­grund aktu­el­ler Vor­komm­nis­se soll die Bun­des­wehr ein neu­es Lie­der­buch bekom­men. Mög­li­cher­wei­se wären hier die ein­gän­gi­gen Wei­sen von Frau Fischer und Herrn Petry zwecks Abschreckung etwa­iger Fein­de eine loh­nens­wer­te Ergän­zung.

Apro­pos: Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de fand offen­bar das all­jähr­li­che Wett­sin­gen der euro­päi­schen Inter­pre­ten belang­lo­ser anglo­pho­ner Schla­ger­mu­sik statt. Auch in die­sem Jahr bit­te ich davon Abstand zu neh­men, mir irgend­et­was über den deut­schen Bei­trag (es gab doch einen deut­schen Bei­trag?) mit­zu­tei­len. Das Leben ist zu kurz für einen schlech­ten Musik­ge­schmack, auch, weil es ohne­hin bereits zu viel Musik gibt, die es sich zu hören lohn­te.

Vor allem an einem Mon­tag.

FARFLUNG • End­less Drif­ting Wreck • Rock­hou­se, Salz­burg, June 13th 2016

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Buckethead – Pike 244: Out Orbit

Machen wir zwi­schen­durch mal wie­der etwas schö­nes, zie­hen wir uns einen hei­ßen Gitar­ren­por­no rein!

Buckethead ist der Künst­ler­na­me eines US-ame­ri­ka­ni­schen Mul­ti­in­stru­men­ta­li­sten, der Ende der 1980-er Jah­re beschloss, sein Gesicht hin­ter einer wei­ßen Mas­ke zu ver­ber­gen und einen Eimer von Ken­tucky Fried Chicken auf sei­nen Kopf zu set­zen. Statt in die Psych­ia­trie gelang­te er statt­des­sen zu Ruhm und (ver­mut­lich) Reich­tum, indem er teils mit zeit­ge­nös­si­schen Musi­kern, teils allein bis dato 264 Musikal­ben ver­öf­fent­lich­te, von denen seit 2011 alle bis auf eines als so genann­te Pikes, wofür ich gera­de im Wör­ter­buch nach­schla­gen müss­te, in immer kür­ze­ren Abstän­den erschei­nen und sel­ten 30 Minu­ten lang sind. „Out Orbit“ von Janu­ar 2017 ist eines davon, es kommt auf fast 28 Minu­ten Lauf­zeit und ist das ins­ge­samt 274. Album unter dem Namen Buckethead. Da hat jemand Lan­ge­wei­le.

Der Musi­ker mit dem Eimer­kopf hält sich mit Gen­res nicht lan­ge auf, bereits das eröff­nen­de „Invi­si­ble Rail­road“ quetscht in vier­ein­halb Minu­ten mehr Gen­res als es irgend­wie ver­nünf­tig wäre. Thrash Metal, Spa­ce­rock, Blues­rock, Pro­gres­si­ve Metal und Indie-Rock geben ein­an­der die Klin­ke der Dreh­tür in die Hand.

„To Infi­ni­ty and Bey­ond (dedi­ca­ted to Craig Sager)“ ist im Wesent­li­chen Hard­rock mit Space­ef­fek­ten. Womit der Ende 2016 gestor­be­ne Sport­re­por­ter Craig Sager die­se Ehre ver­dient hat, weiß ich nicht. Noch inter­es­san­ter ist das vier­tel­stün­di­ge Titel­stück, in dem Blues­rock, Jazz­rock, Ame­ri­ca­na und Spa­ce­rock ein­an­der abwech­seln, ohne dass dabei auch nur einen Takt lang der groo­ve vom Anfang ver­lo­ren gin­ge. Man schwin­ge das Tanz­bein oder wenig­stens den Kopf.

Das abschlie­ßen­de, wie­der­um deut­lich kür­ze­re „Assort­ments“ run­det „Out Orbit“ vor­treff­lich ab. Ins­ge­samt trägt das Album sei­nen Namen sicher­lich zu Recht, denn der omni­prä­sen­te Spa­ce­rock ist hier roter Faden und Haupt­ak­teur zugleich; geeig­net für all jene, die Gitar­ren spit­ze fin­den und Gesang nicht für essen­zi­ell hal­ten.

Bucketheads Debüt­al­bum „Buckethead­land“ gibt es auf Amazon.de der­zeit für etwas über 500 Euro zu kau­fen. Qua­li­tät kostet. „Out Orbit“ hin­ge­gen gibt es auf des Künst­lers Web­site für unter zehn Euro zum Strea­men und Her­un­ter­la­den. Es möge genutzt wer­den.