In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: For­scher fin­den zwei­er­lei Maß.

Wofür brau­chen wir eigent­lich Volks­wir­te? Na, damit sie Erstaun­li­ches her­aus­fin­den kön­nen:

Wie Volks­wirt Tho­mas Stro­bel von der ita­lie­ni­schen Bank Unicre­dit ermit­telt hat, stei­gen die Prei­se auf dem Okto­ber­fest bei­spiels­wei­se in die­sem Jahr um 3,1 Pro­zent – und lie­gen damit deut­lich über der Ent­wick­lung der son­sti­gen Ver­brau­cher­prei­se. (…) Die Maß Bier auf der Wiesn kostet inzwi­schen bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

Wie, außer­halb des Okto­ber­fests kostet ein Drei­vier­tel­li­ter Bier gar nicht so viel? Man über­rei­che dem stu­dier­ten Herrn einen hoch dotier­ten (wg. Bank) Preis!


Ver­mes­sen auch: Auf „taz.de“ fin­det „AutorIn“ (muss man wohl nicht so genau wis­sen) Tanya Falen­c­zyk es sicht­lich unschön, wenn eine Par­tei auf Pla­ka­ten dar­auf hin­weist, dass auch Väter vor dem Gesetz gleich sei­en, was offen­sicht­lich auto­ma­tisch dem Femi­nis­mus zuwi­der­läuft (im Arti­kel grob als „Anti­fe­mi­nis­mus“ zusam­men­ge­fasst); was wie­der­um über den Femi­nis­mus ekel­haft vie­les aus­sagt.

PolitikIn den Nachrichten
Was die SPD gerrn schaf­fen würr­de

In derr bedau­err­li­cherr­wei­se bis­lang unbe­grrenz­ten Rrei­he derr Din­ge, die eine Parr­tei, die seit 1998 bei­na­he pau­sen­los mit­r­re­gierrt, gerrn schaf­fen würr­de, dürrf­te sie doch nurr end­lich auch mal mit­r­re­gier­ren, gab es vorr­ge­sterrn eine neue Epi­so­de:

Über bes­se­re Pfle­ge kann man zwölf Jah­re reden oder man kann die Vor­raus­set­zun­gen schaf­fen.

Überr bes­ser­re Bil­dung hat derr twit­terrn­de SPD-Parr­tei­vorr­stand („SPD Par­tei­vor­stand“, dan­ke, kei­ne wei­ter­ren Frra­gen) ander­rer­seits ja nichts gesagt. Das über­rlässt err verr­mut­lich lie­berr den Norr­drrhein-West­fa­len.


Wer kennt es nicht? Man wacht mor­gens auf und ist aus Ver­se­hen im IS. Hopp­la!

PolitikNetzfundstückeMontagsmusik
Anak­do­ta – Dif­fe­rent Views

A-Nak-dota?Es ist Mon­tag. Mit dem Frei­tag noch immer in den Kno­chen und im Hals ist der Wochen­be­ginn, als wür­de er gar nicht statt­fin­den, was in die­se ver­rück­te Zeit anson­sten pri­ma passt. Den­noch: Wie üblich kein Fell, außer eben im Kopf. Bit­te etwas lei­ser bren­nen, wir wol­len uns hier kon­zen­trie­ren.

Kei­ne Sor­ge, bald ist Krieg, es geht gegen den Ter­ror und dage­gen hat ja wohl nie­mand etwas, der nichts zu ver­ber­gen hat. Lei­der sind „Hacker“ so lan­ge damit beschäf­tigt, Stuss zu reden und sich in „Qua­li­täts­me­di­en“ über kur­ze Pass­wör­ter zu beöm­meln. Haha, die­se Trot­tel! Eine eige­ne, feh­ler­freie Lösung hat der Cha­os Com­pu­ter Club hier­bei natür­lich nicht anzu­bie­ten. Das wird lustig auf der dies­jäh­ri­gen Stu­den­ten-CeBIT in Leip­zig.

Die Poli­tik macht aber auch alles falsch, was für die kom­men­de Wahl zwi­schen Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb aber nicht ent­schei­dend sein wird. Die ehe­ma­li­ge Bür­ger­rechts-Pira­ten­par­tei hat der­weil, beflü­gelt vom „Erfolg“ – Umfra­gen spre­chen von erstaun­li­chen zwei Pro­zent und frü­her wäre der Pira­ten­par­tei das wenig­stens noch pein­lich gewe­sen – der PARTEI (es geht zwar nicht um den Bun­des­tag, aber um Geld, da sind Idea­le eben auch mal zweit­ran­gig), sati­risch dazu auf­ge­ru­fen, die Pri­vat­sphä­re von Regie­rungs­po­li­ti­kern zu miss­ach­ten. Ich fürch­te, die Kri­stall­ku­gel sagt ihnen trotz­dem ein schlech­tes Ergeb­nis vor­aus.

Nach­rich­ten von gestern (Quatsch: von letz­ter Woche): Der Betrei­ber von Stu­diVZ ist insol­vent. Viel­leicht ist dies ein guter Zeit­punkt, noch­mals dar­an zu erin­nern, dass Myspace noch wohl­auf ist und sich augen­schein­lich noch immer als Musik­netz­werk durch­set­zen möch­te, was ich sehr begrü­ße, denn Musik ist wun­der­voll.

Zum Bei­spiel die­se:

Anak­do­ta – Dif­fe­rent Views

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Reflec­tions in Cos­mo

Reflections in CosmoUnter den bis­he­ri­gen musi­ka­li­schen Erschei­nun­gen des Jah­res 2017 sind in mei­nen Ohren nur ver­gleichs­wei­se weni­ge Stu­dio­al­ben eine posi­ti­ve Aus­nah­me­erschei­nung. Das Debüt­al­bum von Reflec­tions in Cos­mo (Amazon.de, TIDAL) zählt trotz des bescheu­er­ten Cover­bilds (für die­se Schrift­art wür­de ich den Gestal­ter feu­ern und ver­kla­gen) ganz klar dazu.

Reflec­tions in Cos­mo ist eine Musik­grup­pe, die von der Pres­se ver­mut­lich „Super­group“ genannt wür­de, denn sie ist ein Quar­tett aus dem Motor­psy­cho-Umfeld, in dem neben deren Hans Magnus Ryan auch der Key­boar­der Stå­le Stor­løk­ken, der Saxo­pho­nist Kje­til Møster und der mir bis­her zumin­dest unbe­kann­te Schlag­zeu­ger Tho­mas Strø­nen gemein­sam Mit­glied sind.

Aus der Beset­zung lie­ße sich fol­gern, dass hier ordent­lich free­ge­jazzt wird, aus dem Band­na­men hin­ge­gen, dass Spa­ce­rock hier die Ober­hand hat, aber das ist nicht ein­mal unbe­dingt der Fall; statt­des­sen ist hier, ähn­lich wie auf dem dies­jäh­ri­gen, lei­der etwas lang­wei­li­ge­ren Album „Signal 9“ der Kana­di­er Miriodor, eine durch­aus packen­de Spiel­art des instru­men­ta­len Jazz­rocks zu hören.

Reflec­tions In Cos­mo – Bal­kla­va

Die vier Musi­ker spie­len gekonnt mit natür­lich Spa­ce­rock, inte­grie­ren aber auch Jazz­me­tal und Stoner Rock wie selbst­ver­ständ­lich in ihre Musik. Ihr Jazz­hin­ter­grund wird dabei immer wie­der deut­lich, was nicht zuletzt auch Kje­til Møsters Domi­nanz zu ver­dan­ken ist. Das geht gut ins Ohr, das erfreut die Sin­ne.

Dazu pas­sen: Herbst, Kopf­hö­rer und Bier.

Prost.

Persönliches
Die Welt ist zu laut.

Es klingt – wo immer man zu wel­cher Tages­zeit auch ist – nach Men­schen. Unzäh­li­ge Ver­kehrs­schil­der, ein­an­der oft bedin­gend, aber trotz­dem sicher­heits­hal­ber expli­zit sepa­rat auf­ge­stellt sei­end, bit­ten glei­cher­ma­ßen um Beach­tung wie das media­le Über­an­ge­bot, das das Bei­werk stellt. Im „Wahl­kampf“ (als sei es für irgend­wen von Belang, wel­che Lüge in der lau­fen­den Sai­son auf wes­sen Pla­ka­ten steht) nur noch von Pseu­do­po­li­tik über­trof­fe­ne All­ge­gen­wart von Bil­dern und Ani­mier­tem und Funk­ti­ons­mu­sik lässt kaum eine Gele­gen­heit zum Abschal­ten, zur Ruhe.

Auf Bahn­hö­fen wird man in viel zu kur­zen Abstän­den durch­weg dar­über infor­miert, dass man sein Gepäck nicht unbe­auf­sich­tigt las­sen und – offen­sicht­lich viel wich­ti­ger – sein alber­nes Gequal­me auf die gekenn­zeich­ne­ten Rau­cher­be­rei­che beschrän­ken sol­le, denn Rauch macht an gel­ben Lini­en bekannt­lich immer Halt, weil er weiß, er darf da nicht raus. Die­se Durch­sa­gen erfol­gen oft im Kanon, weil eine zeit­li­che Abstim­mung offen­bar nicht mehr ins Bud­get gepasst hat. So Durch­sa­gen sind bestimmt teu­er in der Her­stel­lung, des­we­gen lau­fen sie in einer Schlei­fe, die, wäre sie War­te­schlan­gen­ge­räusch am Tele­fon, sicher­lich längst das pas­sen­de Unter­neh­men in die Insol­venz getrie­ben hät­te. Die­ser unbe­ding­te Drang nach Infor­ma­ti­on, er ist, was Kom­mu­ni­ka­ti­on unnö­tig zum Selbst­zweck wer­den lasst.

Sunn O))) – Black Wed­ding

Die unter­schätz­te Tugend des Fres­se­hal­tens wird zunich­te gemacht von der Wer­be­bran­che, für die immer und aus­nahms­los gilt, dass nur Laut­sein gewinnt, und es zählt längst nicht mehr das Pro­dukt selbst. Heu­te fand wie­der ein­mal eine Demon­stra­ti­on zum Schutz der Grund­rech­te statt und auf den ein­schlä­gi­gen Web­sites wer­den flei­ßig sel­fies geteilt, denn aus „Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Frei­heit klaut“ ist längst ein „guck mal, Mut­ti, ich bin hier und ich bin laut“ gewor­den. Der Lärm als Selbst­zweck, als Rausch­mit­tel, nicht mehr mit Trans­port­funk­ti­on ver­se­hen.

In der Akte-X-Epi­so­de „Drei Wün­sche“ galt vor sech­zehn Jah­ren als Lösung für den Wunsch nach Welt­frie­den, die Exi­stenz aller Men­schen zu been­den. All­mäh­lich scheint mir das gar nicht mehr so zynisch zu sein. Bei der kom­men­den Bun­des­tags­wahl wer­de ich nur Par­tei­en wäh­len, von denen ich bis jetzt noch nie etwas gehört habe, denn nur sie geben mir Ruhe.

PolitikIn den Nachrichten
Das uner­träg­li­che Gepö­bel jun­ger Poli­ti­ke­rin­nen

Wir schrei­ben das Jahr 2014. In einer der häss­li­che­ren deut­schen Städ­te zieht sich eine dama­li­ge chan­cen­rei­che Kan­di­da­tin der Pira­ten­par­tei Deutsch­land halb aus, um die bri­ti­schen Luft­streit­kräf­te schrift­lich um die erneu­te Bom­bar­die­rung der­sel­ben Stadt zu bit­ten. Der Fall fin­det inter­na­tio­na­le Auf­merk­sam­keit und sorgt für par­tei­in­ter­nen Zwist, der schließ­lich, weil der Raus­wurf zu lan­ge dau­ert, zum Aus­tritt eines Teils des „anti­deut­schen“ Flü­gels führt. Die mei­sten die­ser Flü­gel­kämp­fer fin­den Zuflucht bei den „Lin­ken“, der auf­grund der pro­mi­nen­ten Neu­zu­gän­ge schnell eini­ge nam­haf­te gemä­ßig­te Mit­glie­der ent­flie­hen, weil sie das abseh­ba­re Elend lie­ber von außen betrach­ten wol­len.

Der ehe­ma­li­gen Pira­ten­kan­di­da­tin tat das nach eige­ner Aus­sa­ge furcht­bar leid, nicht so gemeint, hup­si. In der „Lin­ken“ wird sie spä­ter – wie auch ande­re dümm­lich han­deln­de Exmit­glie­der ihres Exflü­gels – hoch ange­se­hen sein und für sie im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus (das waren die mit dem Flug­ha­fen) her­um­sit­zen. So weit, so spre­chend für die Zustän­de in Ber­lin.

Ein Sprung ins Jahr 2017: Eine jun­ge Ham­bur­ger „Poli­ti­ke­rin“, die eben­falls für die „Lin­ke“ in den Bun­des­tag ein­zie­hen möch­te und anders­wo mit wei­nen­dem Emo­ji bekannt­gibt, sie möch­te Deutsch­land „nie mehr wie­der sehen“, bit­tet – wenig­stens mal mit Kla­mot­ten an – her­zend um eine Liste von Trot­tel­por­nos, also von Fil­men, die den Tod einer bestimm­ten Men­schen­grup­pe (hier: Deut­scher) abbil­den. Weil es nicht jeder so amü­sant fin­det, dass sich jemand merk­lich bes­ser fühlt, wenn er sei­nen (und selbst den eige­nen) Mit­bür­gern beim Ster­ben zusieht, wur­de natür­lich auch in mit­un­ter deut­lich über­trie­be­nem und ähn­lich unan­ge­brach­tem Maße dar­auf reagiert, denn wenn eine jun­ge Deut­sche Deut­sche ster­ben sehen möch­te, dann gilt das doch sicher auch für die eige­ne Fami­lie und die eige­ne Per­son, nicht wahr?

Nein, natür­lich nicht wahr, es war nicht so gemeint, hup­si:

In einem State­ment cha­rak­te­ri­sier­te Ram­batz ihr Posting als eine Mischung aus „Unbe­darft­heit und eigen­sin­ni­ger Iro­nie“ und klag­te über Mord­dro­hun­gen und „rech­ten Shits­torm“. Ihr Post sei ledig­lich „sati­risch über­spitzt“ gewe­sen, nun wer­de sie jedoch „mit Mord und Ver­ge­wal­ti­gung bedroht“.

Denn der deut­sche Staat, das muss man doch ver­ste­hen, ist zwar eine ekli­ge Ein­rich­tung, die man nie wie­der sehen möch­te und deren Bewoh­ner bit­te­schön zwecks Belu­sti­gung min­de­stens vir­tu­ell ster­ben soll­ten, aber das ist natür­lich iro­nisch über­spitz­te, unbe­darf­te Sati­re, was man schon dar­an erkennt, dass es kein biss­chen wit­zig ist. Sati­re und Iro­nie (ich hät­te jetzt eher auf Zynis­mus getippt) dür­fen bekannt­lich alles, auch gewalt­sa­men Tod spa­ßig fin­den, so lan­ge es der Tod ande­rer Men­schen ist und der so Wün­schen­de nicht rechts ist, denn dann ist es nicht mehr lustig.

Man ver­ste­he mich nicht falsch: Wer jeman­dem höchst­selbst Gewalt androht, der ist aus­nahms­los ein Mensch, mit dem man nicht näher etwas zu tun haben wol­len soll­te, weder in der Poli­tik noch in der Knei­pe. Die sati­risch über­spitz­ten und bestimmt auch total iro­ni­schen und unbe­darf­ten Reak­tio­nen von Men­schen, die den Spaß an gewalt­sam ster­ben­den Völ­kern unab­hän­gig von der Form ihres Ein­wands zu Recht für eini­ger­ma­ßen wider­lich hal­ten, recht­fer­ti­gen jedoch im Nach­hin­ein kei­nes­wegs, dass jemand, der das ver­hass­te Deutsch­land trotz­dem mit­re­gie­ren will (denn auch ein Arbeit­ge­ber, den man schei­ße fin­det, zahlt manch­mal ein aus­rei­chen­des Gehalt), das mit der Men­schen­wür­de in einem sol­chen Umfang aktiv miss­ver­steht.

Anders als im Fall ihrer deutsch­land­kri­ti­schen Ber­li­ner Par­tei­kol­le­gen hat hier der Bun­des­vor­stand der Par­tei jedoch nicht hel­fend inter­ve­niert, son­dern die Abga­be des Listen­plat­zes emp­foh­len. Im näch­sten gewähl­ten Par­la­ment wird Sarah Ram­batz also ziem­lich sicher kei­nen Platz erhal­ten, was der „Lin­ken“ zwar grund­sätz­lich posi­tiv anzu­rech­nen ist, mich aber vor die Fra­ge stellt, war­um die Freu­de über den Film­tod von Deut­schen so viel schwe­rer zu wie­gen scheint als die Bit­te um die reel­le Bom­bar­die­rung deut­scher Groß­städ­te.

Viel­leicht hät­te sie sich auch aus­zie­hen und beschrif­ten sol­len.

War­um sie sich in einer Par­tei orga­ni­siert haben, kann ich mir nicht erklä­ren.
Han­nes Kling

Mir wird geschlecht
Kurz ange­merkt zur wahl­kämp­fe­ri­schen Idee von noch mehr Frau­en­quo­ten

Wer mög­lichst wider­stands- und vor allem lei­stungs­los in die Füh­rung eines Unter­neh­mens auf­ge­nom­men wer­den möch­te, der soll­te zunächst ein­mal ein eige­nes Unter­neh­men grün­den – oder zuge­ben, dass es ihm gar nicht dar­um geht, sich als Füh­rungs­per­sön­lich­keit zu bewei­sen, son­dern dar­um, sich künf­tig von der Lei­stung ande­rer Men­schen zu ernäh­ren.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 6. Sep­tem­ber 2017

Ange­nom­men, dass die expli­zit wie impli­zit geäu­ßer­te Gleich­set­zung von AfD und NSDAP sowie von Mit­glie­dern der jewei­li­gen Par­tei mit Schlä­gern der SA/SS durch irgend­was auch nur im Ansatz mora­lisch zu recht­fer­ti­gen und nicht von vorn­her­ein ein Grund ist, jed­wel­ches Gespräch mit dem Gleich­set­zer umge­hend abzu­bre­chen und ihn unter drin­gen­den Ver­dacht des Wahn­sinns zu stel­len: Dass der abscheu­li­che Fern­seh­kas­per Jan Böh­mer­mann Alt­na­zis wie den ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Karl Car­stens ein­fach weg­leug­net, passt bis jetzt ganz gut in mein Bild von sei­nem Publi­kum.


Drei­ste Solar­strom­lob­by­isten froh­lock­ten Ende August ins Inter­net rein, dass bald die Ener­gie­ka­pa­zi­tä­ten für Solar­ener­gie die­je­ni­gen für Kern­kraft über­stei­gen wür­den. Was frei­lich nicht im Arti­kel steht, ist, dass auch ein gro­ßes lee­res Fass eine gro­ße Kapa­zi­tät hat, nur drin ist dann halt nichts. Eine lee­re Bat­te­rie treibt unab­hän­gig von ihrer Grö­ße („Kapa­zi­tät“) nun mal kei­ne Groß­stadt an.


ZOMG H4Xx0rZ! (1): Wer­be­ban­ner schür­fen Bit­co­ins. Es gibt kei­ne Ent­schul­di­gung mehr, Wer­bung nicht zu blockie­ren.


ZOMG H4Xx0rZ! (2): Wenn Com­pu­ter­lai­en im Land­tag von Sach­sen-Anhalt auf alles klicken, was wie ein Ver­weis aus­sieht, und dadurch Schad­soft­ware ins Netz­werk holen, nennt man das offen­bar einen „Hacker­an­griff“. Ver­damm­ter Putin!


Sowohl Ange­la Mer­kel als auch Mar­tin Schulz wol­len nicht, dass die Tür­kei in die EU kommt, behaup­te­ten sie. Es ist also nicht davon aus­zu­ge­hen, dass die Tür­kei kein EU-Mit­glieds­staat wird.


Toxi­sche Männ­lich­keit ist aberkann­tes Hel­den­tum.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Wahl-Schwach-o-Mat (2): Qua­li­fi­ka­ti­ons­se­xis­mus

Wie schon vor vier Jah­ren ist der „Wahl-O-Mat“ auch 2017 wie­der ein schmerz­haf­ter Anblick. Die SPD zum Bei­spiel hat zum The­ma „Frau­en­quo­te“ Fol­gen­des anzu­brin­gen:

Mit der Frau­en­quo­te für Füh­rungs­po­si­tio­nen in Wirt­schaft und im öffent­li­chen Dienst sor­gen wir dafür, dass bei der Beset­zung von Top-Jobs die Qua­li­fi­ka­ti­on zählt und nicht das Geschlecht.

Denn was gäbe es für eine bes­se­re Qua­li­fi­ka­ti­on für „Top-Jobs“ – war­um auch immer nur für die­se, nicht aber zum Bei­spiel im Bereich der Abfall­ent­sor­gung, eine Quo­te gel­ten soll­te – als Frau zu sein? :ja:

(via @Schwulemiker)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Cur­rent 93 – I Remem­ber the Ber­lin Boys

Was blüht denn da?Es ist Mon­tag, schon jetzt nur schwer zu ertra­gen. Hier kommt man nur mit Kaf­fee raus. Der alte Trott muss den­noch wie­der­ge­fun­den wer­den, sonst glau­ben die Leu­te noch, hier gäbe es immer nur so gei­len Scheiß wie vor­ge­stern. Haus­ge­mach­te Ent­täu­schun­gen sind die besten, das kennt man hier, man will es so.

Wenig­stens poli­tisch ist alles in die­sem Land im Lot: Tei­le der deut­schen Bun­des­re­gie­rung den­ken dar­über nach, ob es viel­leicht all­mäh­lich mal Zeit wer­den könn­te, eine etwas weni­ger nach­gie­bi­ge Hal­tung gegen­über der tür­ki­schen Innen­po­li­tik – als gin­ge die­se die deut­sche Bun­des­re­gie­rung etwas an – wal­ten zu las­sen. Wenn es in die­ser Geschwin­dig­keit wei­ter­geht, erhält viel­leicht der über­näch­ste tür­ki­sche Prä­si­dent einen vor­sich­tig for­mu­lier­ten Brief mit der lei­sen Bit­te um Mäßi­gung.

Der lin­ken Twit­te­ria geht inzwi­schen, salopp gesagt, voll einer ab, weil Ver­tre­ter der lusti­gen PARTEI das Grund­recht auf Pri­vat­heit und infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung des poli­ti­schen Geg­ners miss­ach­te­ten und sich uner­laubt in deren Face­book­grup­pen aus­brei­te­ten. Anders­her­um wäre das ver­mut­lich gemein­hin als Pro­to­fa­schis­mus und/oder als sonst­wie ungut wahr­ge­nom­men wor­den, aber wenn man „Sati­re“ drauf­klebt, wird es zum Witz. Es ist beäng­sti­gend, wer heut­zu­ta­ge alles wäh­len darf. Die gerech­te Stra­fe aller­dings lässt nicht lan­ge auf sich war­ten: „Klar bür­gen wir für jeman­den. Was? Dann haben wir Pflich­ten?“

Was jeden­falls ich noch immer lie­ber wäh­le als Par­tei­en: Musik.

Guten Mor­gen.

Piratenpartei
Medi­en­kri­tik CVIII: Neu­län­der Würst­chen

Neu­land ist nicht nur ein Ham­bur­ger Stadt­teil, son­dern erlang­te auch als geflü­gel­tes Wort, selbst in eng­lisch­spra­chi­gen Medi­en zum Mem avan­ciert, trau­ri­ge Berühmt­heit, als die amtie­ren­de Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel im Jahr 2013 auf einer Pres­se­kon­fe­renz bekannt­gab, das Inter­net sei für uns alle eben dies, näm­lich Neu­land. Es dau­er­te ledig­lich vier Jah­re, bis die quir­li­ge Pira­ten­par­tei, für die das Inter­net in ihrer Grün­dungs­zeit Motor und nicht Wüste war, sich von die­sem Schock erholt hat­te und eine Ant­wort auf die­se Anma­ßung fand. Seit­dem beeilt sich die Par­tei, der die Netz­po­li­ti­ker mitt­ler­wei­le weit­ge­hend abhan­den gekom­men sind, die ver­pass­te Außen­dar­stel­lung nach­zu­ho­len (es ist Wahl­jahr, da darf man auch mal poli­tisch wir­ken), und erzielt damit unge­fähr den Erfolg, der abzu­se­hen war.

‘Medi­en­kri­tik CVIII: Neu­län­der Würst­chen’ wei­ter­le­sen »

PolitikIn den Nachrichten
Vor­wärts­ver­tei­di­gung (4)

Ah, die schreck­lich bedräng­te NATO wird end­lich kon­kret, was ihre Ver­tei­di­gung betrifft:

Die USA wer­fen Russ­land den Bruch eines wich­ti­gen Abrü­stungs­ab­kom­mens vor[.] (…) Die USA ver­mu­ten dem Bericht nach, dass Russ­land schon seit 2008 gegen das Abkom­men ver­stößt – doch auch Russ­land erhebt sol­che Vor­wür­fe gegen die USA. (…) Nach den Medi­en­in­for­ma­tio­nen herr­sche bei der Nato „ern­ste Besorg­nis“.

Da hel­fe, glaubt man den Guten, nur (u.a.) das:

Aus­bau der nuklea­ren Abschreckungs­kraft der Nato

Ver­damm­ter Putin. Erst lässt er Russ­land nicht unwi­der­spro­chen mili­tä­risch umzin­geln und jetzt zwingt der einen auch noch zu mehr Atom­wumms.

Wofür brau­chen wir die NATO noch mal?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Grü­ne Armee Frak­ti­on

Das, frei­lich, kommt mir durch­aus bekannt vor:

Ich fand die Spra­che unse­rer Erklä­run­gen sehr schwer ver­ständ­lich und kri­ti­sier­te das auch. Aber Bri­git­te mein­te nur: „Wer sich wirk­lich für unse­ren Kampf inter­es­siert, ver­steht das auch.“

Dar­auf einen Gen­der­stern.

PolitikNetzfundstücke
Mar­tin Schulz‘ Lieb­lings­emo­ji

„ZEIT ONLINE“, 16. August 2017:

In einer Fra­ge­stun­de mit pro­mi­nen­ten You­Tubern ver­riet Mer­kel am Mitt­woch, dass das lächeln­de Gesicht ihr Lieb­lings-Emo­ji sei.

„SPIEGEL ONLINE“, 30. August 2017:

Näch­ste Woche wird nun auch SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz von vier Web­stars befragt, dar­un­ter zwei Neu­lin­ge.

Ist mir ein Rät­sel, woher die­se Poli­ti­ker­ver­dros­sen­heit kommt.


Apro­pos „Poli­ti­ker“: Muti­ge, auf­recht kämp­fen­de „Lin­ke“ – die Par­tei, nicht die Karot­ten­köp­fe, die den Staat nur so lan­ge ableh­nen, bis sie mal sei­ne Hil­fe brau­chen – behaup­ten gegen­über der AfD, „FCK AFD“ hie­ße gar nicht „Fuck AfD“. WS FR KNLLTTN.