PersönlichesMusik
Text­si­cher und stil­los

„Mein Geni­tal tut furcht­bar weh, immer dann, wenn ich pis­se.“
– Die Ärz­te: Onpran­ge­ring (vom Album „Run­ter mit den Spen­dier­ho­sen, Unsicht­ba­rer!“, mit Pla­tin aus­ge­zeich­net)


Wie regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, gehö­re ich zu der­je­ni­gen Min­der­heit der Musik­hö­rer, deren Ange­hö­ri­gen außer­halb der Wir­kungs­mu­sik und ins­be­son­de­re bei inlän­di­schen Grup­pen Tex­te nicht völ­lig unwich­tig sind. Aus Rap­kon­su­men­ten­krei­sen wur­de mir vor einer Wei­le berich­tet, dass der zu die­sem Zeit­punkt füh­ren­de, mir jedoch bis heu­te nur nament­lich bekann­te Rap­per Capi­tal Bra zwar Tex­te habe, die eigent­lich grau­en­voll sei­en, aber die Melo­dien und die beats „gin­gen“ nun mal „ab“. Die­se Her­an­ge­hens­wei­se tei­le ich sel­ten.

Nun ist es nicht so, dass ein anson­sten gut dar­ge­bo­te­nes Gesangs­stück durch Fehl­lei­stung des jeweils zustän­di­gen Lyri­kers auto­ma­tisch an Beliebt­heit bei mir ver­lö­re. Vie­le Lie­der in der ersten Hälf­te mei­ner per­sön­li­chen Besten­li­ste haben einen Text, den ich mir als Buch nie­mals zuleg­te, denn wäh­rend mei­ne Freu­de an der Musik von Bob Dylan eine vor allem text­ba­sier­te ist, über­zeu­gen ande­re Künst­ler, dar­un­ter Bent Knee, mehr mit der Dar­bie­tung als mit dem, was sie als mes­sa­ge mit­brin­gen.

SDP – Das Lied (feat. Bela B)

Dar­aus lässt sich zum Bei­spiel fol­gern, dass unab­sicht­lich blö­de Tex­te und unzu­rei­chen­de musi­ka­li­sche Fähig­kei­ten nur gemein­sam ein Lied zu einem ins­ge­samt schreck­li­chen machen kön­nen, nicht aber müs­sen: Selbst die Fan­ta­sti­schen Vier, deren Her­vor­brin­gun­gen musi­ka­lisch weit von mei­nen per­sön­li­chen Vor­lie­ben ent­fernt sind, haben wegen ihrer Tex­te einen siche­ren Platz in mei­ner Samm­lung. Dass San­dro Gal­fet­ti von „Ener­gy Schweiz“ kürz­lich anreg­te, man möge auf lyrics „schei­ßen“ – „Haupt­sa­che Mit­sin­gen“ -, hal­te ich den­noch für eine nicht löb­li­che Hal­tung, denn was nützt die schön­ste Text­si­cher­heit, wenn sie stil­los bleibt?

In der „Micky Maus“ emp­fahl man mir, als ich noch ein Kind war und den Kram noch kauf­te, ich möge mei­ner Umge­bung einen Streich spie­len, indem ich sie dazu auf­for­der­te, beschwö­rend „owi dowi spinn“ – „oh, wie doof isch bin“ – zu mur­meln und abzu­war­ten, wie lan­ge es wohl dau­ern wür­de, bis die Teil­neh­mer es bemerk­ten. Ich habe damals dar­auf ver­zich­tet, denn ich habe schon als Kind eher ungern aufs Maul bekom­men. Ste­tig weni­ger ver­ständ­lich wird es für mich jedoch, war­um Tei­le der­sel­ben Men­schen, denen ein Rein­fal­len auf besag­ten Streich augen­schein­lich schreck­lich unan­ge­nehm wäre, nicht ein­mal an öffent­li­chen Plät­zen wie etwa in Wirts­häu­sern davor zurück­schrecken, laut­hals Lie­der zu into­nie­ren, in denen es im Wesent­li­chen um Dro­gen, ums Vögeln und/oder ums Meu­cheln geht. Mög­li­cher­wei­se wäre es erfolg­reich, bräch­te man ein stumpf stamp­fen­des Lied her­aus, des­sen Text nur aus dem Refrain besteht und unge­fähr „ich habe auf Koks Sex mit dei­ner Lei­che“ lau­tet. Das schnel­le Geld winkt in der Knei­pe, wenn man nur hin­rei­chend rufi­gno­ran­ter Lied­schrei­ber ist.

Es gibt gute Argu­men­te für Instru­men­tal­mu­sik. Karao­ke­aben­de sind nur eines von ihnen.


„Auf der Rei­se zu den Inseln wer­den wir das Schiff anpin­seln.“
– Sub­way to Sal­ly: Auf der Rei­se

PolitikNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die Waf­fel, für die es kei­nen Waf­fel­schein gibt

Der­weil bei der Grund­ver­sor­gung:

Dass jemand für eine Euro­pa-Spit­zen­kan­di­da­tur ein Mini­ster­amt auf­gibt, gab es noch nie – bis Katha­ri­na Bar­ley kam. (…) für die mei­sten ist Kata­ri­na Bar­ley das posi­ti­ve Gesicht der SPD: Freund­lich, ver­bind­lich, natür­lich, unprä­ten­ti­ös. Dazu gehört, dass sie eine der weni­gen Spit­zen­po­li­ti­ke­rin­nen ist, die kaum Make-Up tra­gen.

Alter!

Sagt man das noch, „Alter!“?

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Mit der Glo­ba­li­sie­rung gegen Open Source

Aus der wit­zi­gen Welt der „frei­en“ Soft­ware, von der Andro­id­nut­zer zu schwär­men nicht auf­hö­ren wol­len, dringt die­se Mel­dung her­über:

Die näch­ste Gene­ra­ti­on der Hua­wei-Han­dys soll (…) kei­nen Zugang zum Goog­le-spe­zi­fi­schen Email-Anbie­ter Gmail, Goog­le-Maps und zur App-Platt­form Goog­le Play Store erhal­ten. (…) Auch der deut­sche Chip­her­stel­ler Infi­ne­on lie­fert vor­erst kei­ne in den USA her­ge­stell­ten Pro­duk­te mehr an den chi­ne­si­schen Mobil­funk­an­bie­ter Hua­wei. Com­pli­ance-Vor­ga­ben mach­ten die­sen Schritt not­wen­dig, nach­dem die USA den chi­ne­si­schen Kon­zern auf eine schwar­ze Liste gesetzt hät­ten, teil­te Infi­ne­on am Mon­tag mit.

Wor­in genau lag doch gleich der rie­si­ge Vor­teil von Android gegen­über der Kon­kur­renz mit der Frucht auf der Rück­sei­te – in der Frei­heit von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen, in der Unab­hän­gig­keit gar?


Lese­hin­weis zu deut­schem Fern­seh­quatsch: Hans Hoff beschreibt die „heu­te-show“.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Gong – Fore­ver Recur­ring

Orrr!Es ist Mon­tag. Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de fan­den zu vie­le Men­schen Gefal­len an einem in einem sehr ärger­li­chen Staat statt­ge­fun­den haben­den Dudel­pop­wett­streit, der inzwi­schen sogar der „ZEIT“ zu blöd ist. Madon­na war auch da, was ent­we­der schlecht („FAZ“) oder gut („WELT“) war. Die­ses unbe­ding­te Bedürf­nis danach, bis dahin Unbe­schol­te­nen dabei zuzu­se­hen, wie sie in einer Spra­che, die offen­sicht­lich nicht die ihre ist, lei­ernd Kin­der­lie­der zu Stampf­rhyth­men into­nie­ren, ist mir fremd.

Wäh­rend aus Isra­el also Töne erschal­len, die nach inter­na­tio­na­lem Recht nor­ma­ler­wei­se ver­bo­ten wer­den müss­ten, hat der Westen ganz ande­re Sor­gen: Cal­vin Klein sah sich zu einer Bit­te um Ent­schul­di­gung genö­tigt, weil in einem Wer­be­vi­deo für die Fir­ma eine Frau zwar einen „weib­li­chen“ Robo­ter küss­te, aber blö­der­wei­se hete­ro­se­xu­ell ist. Vie­le mehr­se­xu­el­le Frau­en brach­te das auf die sprich­wört­li­che Pal­me, denn sie sahen sich in ihrem Recht dar­auf, selbst einen Robo­ter zu küs­sen, ein­ge­schränkt. Ich weiß noch nicht, ob ich das däm­lich oder lustig fin­den soll, kom­me aller­dings auch nicht dazu, mich aus­gie­big mit die­sem Gedan­ken zu beschäf­ti­gen, denn schon liegt die näch­ste Bekloppt­heit auf dem Tisch: Inter­na­tio­nal for­miert sich eine Grup­pe der Frei­blu­te­rin­nen, die ihre Men­strua­ti­on also nicht anders behan­deln als jede ande­re Kör­per­flüs­sig­keit auch. Gemäß der Vie­le-Wel­ten-Theo­rie haben wir alle sehr viel Pech gehabt.

Mit etwas Glück wer­den wir aus die­ser Zwangs­la­ge bald von Sau­di-Ara­bi­en befreit, das sich ato­mar ver­stär­ken möch­te. Die USA beschäf­ti­gen sich bis dahin mit den wirk­lich gro­ßen Sor­gen: Ted Cruz warnt vor Welt­raum­pi­ra­ten, Welt­raum­pi­ra­ten war­nen ihrer­seits vor Ted Cruz. Wäh­rend­des­sen probt die Ber­li­ner Abtei­lung der SPD-Jugend den Ernst­fall für nach der Wahl: Nach der Macht­er­grei­fung wird geknüp­pelt. Hach, fast wie frü­her!

Nach einem Musik ver­ach­ten­den Wochen­en­de wie dem, das hin­ter uns liegt, ist doch sicher­lich jeder froh über ein biss­chen gute Beschal­lung, nicht wahr? Als­dann!

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Kurz gefragt zum Linux Pre­sen­ta­ti­on Day

Wie man aus einem Werk­zeug eine Reli­gi­on machen kann, erklärt bei­spiel­haft die Braun­schwei­ger Linux User Group (allein der Name schon!):

All dies gehört zu dem Kon­zept des Linux-Pre­sen­ta­ti­on-Day, dem Besu­cher die Mög­lich­keit zu bie­ten Linux ken­nen­zu­ler­nen, es ‚anzu­fas­sen‘, also zu erle­ben, und sich mit sei­nen Fra­gen an erfah­re­ne Linux-Anwen­der zu wen­den.

Haben die etwa kei­ne Plat­ten­samm­lung?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mehr Geschlechts­iden­ti­tä­re in den Bun­des­tag!

(Apro­pos Femi­nis­mus:)

Dass der Kom­pe­tenz­an­teil in die­ser Wahl­pe­ri­ode gestie­gen ist, hat­te Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus den Frak­tio­nen alar­miert. (…) Bei einem Tref­fen am Don­ners­tag­nach­mit­tag ver­stän­dig­ten sich die Abge­ord­ne­ten nach Infor­ma­tio­nen des „Tages­spie­gel“ dar­auf, für die Ein­rich­tung einer Kom­mis­si­on des Bun­des­tags zu wer­ben. Die­se soll das Ziel haben, den Kom­pe­tenz­an­teil im Par­la­ment zu sen­ken – und noch in die­ser Wahl­pe­ri­ode ein Ergeb­nis vor­le­gen.

Mir wird geschlechtIn den Nachrichten
Femi­nis­mus von der Stan­ge

Gute Nach­rich­ten, wenn­gleich schon etwas älter: Der Femi­nis­mus hat end­gül­tig gewon­nen und die größ­te Unge­rech­tig­keit zwi­schen den Geschlech­tern besiegt! Wie? Nein, nicht die unter­schied­li­che Lebens­er­war­tung, die Men­strua­ti­on oder die Homo- und Hete­ro­se­xua­li­tät (denn wenig kann unge­rech­ter sein als ein gan­zes Geschlecht nicht für die Begat­tung zu berück­sich­ti­gen): Han­no­ve­ra­ner Her­ren­fahr­rad­pik­to­gram­me natür­lich!

Es ist ein unge­wöhn­li­ches Bild: Ein Mit­ar­bei­ter einer Baum­fir­ma, der gera­de ein Fahr­rad­pik­to­gramm auf einer Stra­ße in Lim­mer auf­ge­bracht hat, kratzt das Ober­rohr der Fahr­rad-Abbil­dung wie­der her­aus. (…) Mit der Extra-Arbeit will die Stadt ver­hin­dern, dass sich ein Geschlecht dis­kri­mi­niert fühlt.

End­lich hat die­se Frau­en ver­ach­ten­de Abbil­de­rei von sti­li­sier­ten Fahr­rä­dern mit Ober­rohr ein Ende! :motz:

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. Mai 2019

Was­ser pre­di­gen, Wein sau­fen: Die Main­zer Pira­ten­par­tei hängt mit dem Auto in der city Pla­ka­te auf, auf denen steht, man for­de­re eine auto­freie city.


Nun ist es nicht so, dass die kon­kur­rie­ren­de „Satire“-Partei mit den wit­zi­gen NSDAP-Anspie­lun­gen von der feh­len­den poli­ti­schen Weit­sicht eines klei­nen Pira­ten­ver­ban­des pro­fi­tie­ren könn­te und soll­te: Die Spaß­par­tei „Die Par­tei“ zeigt sich (…) offen homo­phob, Spaß muss halt sein.


Noch was zu Par­tei­en? Na gut: SPD-Abge­ord­ne­te Saskia Esken teilt mit, eine Sper­re auf Twit­ter beein­träch­tig­te ihre Arbeits­fä­hig­keit. Mehr möch­te ich über die SPD’sche Auf­fas­sung von poli­ti­scher Arbeit nicht unbe­dingt lesen müs­sen.


Was pas­siert eigent­lich, wenn es kei­nen ver­pflich­ten­den Com­pu­ter­füh­rer­schein gibt und also auch weni­ger begab­te Men­schen Soft­ware instal­lie­ren dür­fen? Sie mie­ten Pro­gram­me, statt sie zu kau­fen, und dann nimmt Ado­be sie ihnen weg. Den­je­ni­gen, die anneh­men, sie wären von sol­chen Vor­komm­nis­sen nicht betrof­fen, weil sie immer alles kau­fen, nur Musik nicht: Eben.


Min­der­jäh­ri­ge, die wäh­len, sau­fen oder gar Auto fah­ren möch­ten, wer­den in Deutsch­land kaum geför­dert. Dafür habe ich vol­les Ver­ständ­nis – das ist immer­hin gefähr­lich. Die Zeit, die sie also nicht auf dem Weg zur Wahl­ka­bi­ne sau­fend hin­term Steu­er ver­brin­gen, kön­nen Sech­zehn­jäh­ri­ge sowie­so viel bes­ser da ver­brin­gen, wo sie eine wert­vol­le Ergän­zung dar­stel­len: An der Waf­fe. :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
Whats­App: Wenig­stens nur die Regie­rung!

Beru­hi­gend auch:

Whats­App lei­det an einer Sicher­heits­lücke (CVE-2019–3568), die Unbe­fug­ten Fern­zu­griff auf das jewei­li­ge Gerät erlaubt. (…) Laut New York Times steht die israe­li­sche Fir­ma NSO unter Ver­dacht, die ein­schlä­gi­ge Spy­wa­re pro­gram­miert zu haben. (…) NSO gibt an, die eige­nen Pro­duk­te nur an Regie­run­gen zu lizen­zie­ren und selbst kei­ne Angriffs­zie­le aus­zu­wäh­len.

Und wer hat schon Angst vor sei­ner Regie­rung? :ja:

NerdkramsIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu #twit­ter­sperrt

Wenn sich die­je­ni­ge Par­tei, die mit dem Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz, dem Staats­tro­ja­ner, den Upload­fil­tern und wei­te­ren Unver­schämt­hei­ten allein in den ver­gan­ge­nen paar Jah­ren mehr­fach unter Beweis gestellt hat, dass sie an einem Inter­net, das nicht der ver­netz­ten Ver­si­on eines Poli­zei­staats ähnelt, über­haupt kein Inter­es­se hat, jetzt quer­me­di­al mit einem eigens erson­ne­nen, im Ver­gleich mit son­sti­gen vir­tu­el­len Aus­wür­fen aus der eige­nen Öffent­lich­keits­ar­beit sogar erstaun­lich grif­fi­gen hash­tag dar­über empört, dass Algo­rith­men, die offen­sicht­lich vor allem die Anzahl an und nicht etwa die Qua­li­tät der sowohl berech­tig­ten als auch unbe­rech­tig­ten Pet­ze­rei­en aus­wer­ten, was den Anhän­gern die­ser Par­tei auch heu­te noch ein will­kom­me­nes Mit­tel zu sein scheint, wit­zi­ge Sati­re – etwa die, dass die Bösen, hihi, ihren Wahl­zet­tel, haha­ha, unter­schrei­ben müss­ten – nicht von Hass­re­de und fake news unter­schei­den kön­nen, als hät­ten Poli­ti­ker auf­grund ihrer Rol­le als über­be­zahl­te Igno­ran­ten ein Recht dar­auf, auf pri­vat geführ­ten „Platt­for­men“ Stuss zu schrei­ben, dann wäre das eigent­lich ein Grund zur Hoff­nung, denn es könn­te dazu füh­ren, dass sich ihr Inter­es­se an einer digi­ta­len Zukunft unter dem Ein­druck eige­ner Schmer­zen erst­mals zum Libe­ra­len ver­schiebt; lei­der ist’s aber die SPD, und sie ist im Wahl­kampf­mo­dus – weder scheint jeg­li­che inhalt­li­che Hoff­nung da ange­mes­sen noch wäre Mit­leid ange­bracht.

MontagsmusikIn den Nachrichten
MoR­kO­bOt – Kogro­mot // Schen­ken wir Ber­lin doch den Chi­ne­sen!

Wie, Montag‽Es ist Mon­tag. Die Demon­stra­ti­on der ablei­sti­schen nie­der­säch­si­schen Poli­zei­ge­set­zes­kri­ti­ker lief wie erwar­tet ab: Die Poli­zei Han­no­ver freu­te sich auf Twit­ter, dass nur drei­mal das Spreng­stoff­ge­setz miss­ach­tet wor­den zu sein scheint. Mit einem schär­fe­ren Poli­zei­ge­setz wäre das viel­leicht in Zukunft auf kein­mal zu redu­zie­ren, inso­fern war die Zün­de­lei viel­leicht nicht unbe­dingt zweck­dien­lich.

Apro­pos Poli­zei­ge­setz: Ich wür­de wirk­lich gern damit auf­hö­ren kön­nen, mich über die „Lin­ken“ lustig zu machen, so lan­ge die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU ihre Aggres­si­on gegen ele­men­ta­re Bür­ger­rech­te kon­se­quent fort­führt. Lei­der ist die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU nicht dumm genug, ihren wider­li­chen Mist in zitier­ba­re Medi­en schrei­ben zu las­sen, obwohl sie von Ver­la­gen doch enorm viel zu hal­ten scheint. Scha­de. Statt­des­sen teilt der „Tages­spie­gel“ mit, die frau­en­quo­tier­te Vor­sit­zen­de der „Lin­ken“ habe fest­ge­stellt, Ber­lin – die Stadt, in der Gesell­schaft und Wirt­schaft glei­cher­ma­ßen maro­de sind – zei­ge, „dass eine ‚Radi­ka­li­sie­rung nach links‘ gelin­gen kön­ne.“ Kann ich 1989 noch mal sehen? – Ange­sichts der Sor­ge vor einer wirt­schaft­li­chen Stär­ke des Staa­tes Chi­na wäre viel­leicht allen Sei­ten gehol­fen, schenk­ten wir Ber­lin ein­fach den Chi­ne­sen. Ich bin davon über­zeugt, dass nahe­zu alle Pro­ble­me der Stadt dann bin­nen weni­ger Mona­te gelöst sein wer­den.

Aus der Welt der Tech­nik: Der Goog­le-Vor­sit­zen­de, mit­hin Erfül­lungs­ge­hil­fe des Welt­markt­füh­rers in ver­fol­gen­der Onlinere­kla­me, fin­det, Pri­vat­sphä­re soll­te bezahl­bar sein. Fast hät­te ich vor Lachen das Cybern ver­ges­sen.

Heu­te brau­che ich ein biss­chen Krach und ihr kriegt auch wel­chen.

MoR­kO­bOt – „Kogro­mot“

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Ter­ror­but­ter­bro­te in Nie­der­sach­sen und Bre­men

Ist man hin­rei­chend stark und ver­fügt über genü­gend Fan­ta­sie, so erkennt man sicher­lich in den mei­sten Gegen­stän­den eine mög­li­che Waf­fe. Selbst schar­fe Kan­ten sind oft schnell her­ge­stellt. Damit ist es auch als wenig klu­ge Idee zu begrei­fen, alles, was eine Waf­fe sein kann, als Gefahr ein­zu­stu­fen.

Und weil die Idee so dumm ist, haben die bei­den SPD-geführ­ten Bun­des­län­der Nie­der­sach­sen und Bre­men dar­aus einen Geset­zes­ent­wurf gemacht:

Auf bundesrat.de teil­te die Län­der­kam­mer mit, dass Spring­mes­ser und fest­ste­hen­de Mes­ser mit einer Klin­gen­län­ge von mehr als sechs Zen­ti­me­tern nach For­de­rung der Antrag­stel­ler künf­tig gar nicht mehr in der Öffent­lich­keit mit­ge­führt wer­den dür­fen.

Ich möch­te der Ver­mu­tung, dass auch ein weni­ger als sechs Zen­ti­me­ter lan­ges Mes­ser emp­find­li­che Schä­den an einem Kör­per hin­ter­las­sen kön­nen, hier gar nicht mehr Raum ein­räu­men als not­wen­dig. Auch den offen­sicht­li­chen Hin­weis dar­auf, dass damit öffent­li­ches But­ter­brot­schmie­ren unter Stra­fe ste­hen wird, las­se ich bei­sei­te, denn man­che But­ter­bro­te möch­te man im vol­len Ver­kehrs­mit­tel im hei­ßen Som­mer wirk­lich lie­ber ver­bo­ten sehen.

Aber wäre es nicht ins­ge­samt kosten­gün­sti­ger, man ver­bö­te ein­fach das Umbrin­gen von Men­schen?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Raket­ka­non – RKTKN #2

Raketkanon - RKTKN #2: CoverbildLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus Bel­gi­en drängt die Grup­pe Raket­ka­non auf Beach­tung und die­se will ich ihr gewäh­ren. Bis­her hat sie drei Stu­dio­al­ben namens „RKTKN #1“, „RKTKN #2“ und „RKTKN #3“ ver­öf­fent­licht, letz­te­res erst 2019. Auf mei­ner Jah­res­be­sten­li­ste wird es ver­mut­lich nicht vor­kom­men; nicht, weil es nicht gut wäre, son­dern, weil ich hier statt­des­sen aus­führ­lich über sei­nen Vor­gän­ger (Amazon.de, TIDAL) refe­rie­ren möch­te, von dem sich „RKTKN #3“ sti­li­stisch ins­be­son­de­re dadurch unter­schei­det, dass die Band auf ihm eine merk­li­che Hin­wen­dung zur Indie-Rock-Elek­tro­nik voll­zieht, was ich für etwas weni­ger gelun­gen hal­te. Scha­de eigent­lich.

Die Lie­der auf Alben von Raket­ka­non hei­ßen nor­ma­ler­wei­se so wie Men­schen mit Vor­na­men hei­ßen. Auf „RKTKN #2“ fin­de ich aber auch ein Lied namens „Nico Van Der Eeken“, was ent­we­der ein sehr umständ­li­cher Vor­na­me oder etwas völ­lig ande­res ist. Es sei Raket­ka­non ver­zie­hen, dass sie mit deut­schen Namen nicht umge­hen kön­nen: Das letz­te Lied heißt „Hanz“.

Hanz

Gleich­zei­tig ist es mit über neun Minu­ten Lauf­zeit das läng­ste Stück auf dem Album und auch das unge­wöhn­lich­ste, gewährt es doch der blub­bern­den und zir­pen­den Elek­tro­nik mehr Raum als es der bis­he­ri­ge Teil des Albums ver­hieß. Das geht ver­mut­lich als Doom durch. Oder als Post­rock. Völ­lig egal, wir sind ja zum Spaß hier.

Das schlägt sich auch in der Musik nie­der: Pro­gres­si­ve Metal, Sludge, Noi­se­r­ock – so weit die Beschrei­bun­gen aus dem Inter­net. Mit­un­ter mei­ne ich Mike Pat­ton sin­gen zu hören, es ist aber auch nur der spä­te­stens jetzt beein­drucken­de Pie­ter-Paul Devos. In „Harald“ ertönt im Hin­ter­grund ein merk­wür­di­ges Jam­mern. Ich bin’s nicht, ich emp­fin­de hin­rei­chend viel Ver­gnü­gen. In Deutsch­land waren Raket­ka­non zuletzt 2015 live zu sehen, aber das soll­te man viel­leicht mal im Auge behal­ten.

Raket­ka­non – Mat­hil­de

Hier­mit jeden­falls bis auf Wei­te­res emp­foh­len.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl 3 (5): Gre­ta wür­de Plat­ten kau­fen.

Ich hal­te von der eher lästi­gen „Bewe­gung“, die frei­tags so tut, als wäre ihr das Kli­ma wich­tig, so lan­ge sie nicht im Flug­zeug in den war­men Süden sitzt, bekannt­lich nur das Nötig­ste. Mit­un­ter rät man mir, nicht so nega­tiv an die mei­sten Din­ge her­an­zu­tre­ten, wes­halb ich die­se Gele­gen­heit nut­ze, um die Ret­tung des Kli­mas aus­drück­lich gut­zu­hei­ßen.

Und zwar, indem man die Fin­ger von Leih­mu­sik lässt und wei­se kauft:

Der CO2-Aus­stoß (von Strea­ming, A.d.V.) liegt deut­lich über dem aus frü­he­ren Zei­ten – und zwar sogar ver­gli­chen mit den Boom­pha­sen des Vinyl- und CD-Ver­kaufs.

Wer die Natur schüt­zen will, dem sei von Spo­ti­fy abge­ra­ten. Vinyl­plat­ten – ich schwärm­te davon – zei­gen nicht nur die Lie­be zu Musik, son­dern auch die zum Pla­ne­ten. Ein Baum­mör­der ist, wer für Strea­ming bezahlt. Natur­schutz geht uns alle an. :ja:


Und dann war da noch die „Groß­de­mo“ gegen das nie­der­säch­si­sche Poli­zei­ge­setz, auf der sich die grü­ne Jugend „Ablei­s­mus“ ver­bit­tet, aber selbst­ver­ständ­lich mehr­fach dar­auf hin­weist, dass dort gegan­gen wer­den soll. Hof­fent­lich bekommt die grü­ne Jugend dort einen Platz­ver­weis.