PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 31. Juli 2019

Die Fri­days-for-Future-Demon­stra­tio­nen, ange­führt von Kin­dern rei­cher Eltern, haben das mit der Sym­pa­thie­ge­win­nung beim Pöbel echt raus: Bis zu 100.000 Euro soll­te das kosten, letzt­lich zahl­te Schestag rund 77 000 Euro. Fünf Wochen spä­ter hat Jan­nik Schestag noch kei­nen Cent sei­nes Gel­des zurück­erhalten. Da spen­det man doch gern.


Dem­nächst gibt es Tro­ja­ner an jeder Milch­kan­ne: Gegen­über dem Bun­des­tag hat sich die Bun­des­re­gie­rung etwas in die Kar­ten blicken las­sen, wie 5G-Mobil­funk über­wacht wer­den soll. „Gar nicht“ steht übri­gens nicht zur Dis­kus­si­on.


Auf Twit­ter sind jetzt fast alle „Anti­fa“, berich­tet die „Deut­sche Wel­le“. Ich bin davon über­zeugt, Hit­ler schlot­tern bereits die Knie – unklar bleibt aller­dings wie gewohnt, auf wel­cher Sei­te die Twit­ter­maul­hel­den gekämpft hät­ten, wenn ihr Leben und nicht bloß ihre Herz­chen­sta­ti­stik davon betrof­fen wäre. Ich befürch­te wei­ter­hin das Schlimm­ste für den näch­sten Ver­such.


Bernd Lucke, Grün­der der damals euro- und nicht bloß migra­ti­ons­kri­ti­schen AfD und heu­te anders­wo aktiv, gedenkt sei­ne frü­he­re Stel­le als Pro­fes­sor in Ham­burg wie­der auf­zu­neh­men. Stu­den­ten („Stu­die­ren­de“) fin­den, das sei eine schlech­te Idee, denn sei­ne „bür­ger­li­che Fas­sa­de“ habe der AfD „den Weg geeb­net“. Unklar ist, wie eine Fas­sa­de zum Ebnen eines Weges bei­tra­gen kann; unklar ist über­dies, seit wann und war­um Bür­ger­lich­keit als abzu­leh­nen ange­se­hen wird und wel­che Art des Umgangs mit Bür­ger­li­chen von Ham­bur­ger Stu­den­ten („Stu­die­ren­den“) bevor­zugt wird.


In Frank­furt hat ein Schwei­zer mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund einen Acht­jäh­ri­gen mit einem Zug getö­tet. Wäh­rend der deut­sche Innen­mi­ni­ster mehr Video­über­wa­chung ver­spricht, als sei­en Kame­ras inzwi­schen in der Lage, Kin­der von Glei­sen zu zie­hen, ist das grü­ne Haus­blatt „taz“ schon ganz woan­ders: Das wesent­li­che Pro­blem sei­en „rech­te Straf­ta­ten“, wird dort fabu­liert. Da freut sich die geret­te­te Mut­ter aber: Wenig­stens hat ihren Sohn aus­nahms­wei­se kein Neo­na­zi umge­bracht!


Bei der­sel­ben „taz“ regt sich immer­hin ein Schwu­ler dar­über auf, dass ihn und sei­ne Mit­schwu­len die inzwi­schen schlag­kräf­ti­gen „Que­ers“ immer wei­ter unsicht­bar wer­den las­sen. In den „sozia­len“ Medi­en lau­tet der der­zei­ti­ge Kon­sens, er sol­le sich als alter wei­ßer Mann nicht so anstel­len, es sei halt 2019 und damit sol­le er klar­kom­men. Das muss die­ses „bunt“ sein.


Die säch­si­sche Pira­ten­par­tei hat ihr Wahl­pro­gramm für die näch­ste Land­tags­wahl ver­öf­fent­licht. Soll­te sich jemand über die Wahl­er­geb­nis­se der AfD wun­dern, so emp­feh­le ich ein­fach mal die Lek­tü­re des­sen, was ein poli­ti­sches „Gegen­an­ge­bot“ sein soll­te. Hier­für bes­ser kei­ne Geträn­ke im Mund auf­be­wah­ren.

In den Nachrichten
Frei­bad ist Krieg!

Da es anschei­nend gewalt­be­rei­te Men­schen davon abhal­ten kann, gewalt­be­reit zu sein, wenn man sie zu Beginn einer Ver­an­stal­tung, an der sie teil­zu­neh­men vor­ha­ben, nach ihrem Aus­weis fragt: Gehör­ten nicht alle Krie­ge augen­blick­lich der Ver­gan­gen­heit an, wür­den Sol­da­ten, die vor­ha­ben, die Gren­ze zu über­que­ren, eben­falls vor Beginn des Schuss­wech­sels nach ihrem Aus­weis gefragt?

In den NachrichtenMontagsmusik
Alarm Will Sound – Revo­lu­ti­on 9 (live) // Digi­ta­le Ter­ri­to­ri­en

#montagslaechelnEs ist Mon­tag. Drau­ßen ist es sehr warm, wes­halb die Bar­mer-Kran­ken­kas­se mir emp­fiehlt, mir zum Schla­fen­ge­hen ordent­lich einen von der Pal­me zu wedeln. Ich fra­ge mich gera­de, ob Pri­vat­pa­ti­en­ten da eine Hilfs­kraft gestellt krie­gen.

Auf­grund des gran­dio­sen Erfolgs der letz­ten Tage sei mir noch­mals ein kur­zer Blick in den Jour­na­lis­mus gestat­tet: Arne Sems­rott ist Schrö­din­gers Jour­na­list, ich fin­de das wit­zig. Irgend­wel­che ande­ren „Jour­na­li­sten“ haben wäh­rend­des­sen kon­zer­tier­te Spam­mails erhal­ten, und weil sie vor­her irgend­was über den rus­si­schen Geheim­dienst geschrie­ben hat­ten, war das nicht bloß Müll, son­dern ein „Hacker­an­griff“ vom „Rus­sen“. Bonus­gum­mi­punk­te gibt es dafür, dass eines der Opfer mit­teil­te, der Umstand, dass .ch-Mail­adres­sen betei­ligt waren, mache den „Hacker­an­griff“ zu einem „Ver­bre­chen auf dem digi­ta­len Ter­ri­to­ri­um der Schweiz“. Hät­te ich gewusst, dass die Staats­an­ge­hö­rig­keit so ein­fach zu wech­seln wäre, hät­te ich mei­nen E‑Mail-Adres­sen-Fun­dus längst auf­ge­stockt.

Die NATO, deren Fort­be­stehen ein gro­ßes Ärger­nis für den Welt­frie­den bedeu­tet, züch­tet bewaff­ne­te Neo­na­zi­ka­der her­an. War­um man da jetzt unbe­dingt drin sein muss, weiß ich nicht. Wahr­schein­lich hat es aber was mit dem Rus­sen zu tun. Aus des­sen ehe­ma­li­gen Ver­bün­de­ten, den SED-Grö­ßen und ‑Spit­zeln, ist ja auch was gewor­den, wenn auch nichts, was man jetzt unbe­dingt haben wol­len wür­de.

Eine Durch­sa­ge von Fefe: Wer es zulässt, dass die eige­ne Soft­ware reich an feh­ler­haf­tem Code ande­rer Leu­te ist, der trägt frag­los auch einen Teil der Schuld an ent­ste­hen­den Sicher­heits­pro­ble­men. Natür­lich hat 2019 fast jeder Desk­top­rech­ner genug RAM, um ein hal­bes Dut­zend Instan­zen irgend­wel­cher Zwei-Giga­byte-Soft­ware zu star­ten, die das abbil­den, was frü­her auf eine Dis­ket­te gepasst hät­te, nur mit mehr Far­ben. Wohl dem, der die­ser Ver­su­chung nicht ver­fällt.

Etwas Musik? Etwas Musik.

Revo­lu­ti­on 9 live by Alarm Will Sound

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Jour­na­lis­mus tötet.

Spuck­ei­mer­schrei­be­rei beim „SPIEGEL“:

Die 31-Jäh­ri­ge erzähl­te mir von ihrer Kind­heit in Ost­deutsch­land, ihren Stu­di­en in Ber­lin, Lyon, Los Ange­les und Dub­lin sowie ihrer Lie­be zur Lite­ra­tur – ins­be­son­de­re den lite­ra­ri­schen Mei­ster Hein­rich von Kleist. Und sie erklär­te, wie in der Woche zuvor das neue Zuhau­se, das sie in Irland gefun­den hat­te, von einem Arti­kel im deut­schen Maga­zin „Der Spie­gel“ auf den Kopf gestellt wor­den war.

Und:

Sie beschrieb das Gefühl, vom „Spie­gel“ in eine Ecke gedrängt wor­den zu sein[.] (…) Letz­te Woche, im Urlaub an der deut­schen Ost­see­kü­ste, rief mich Cor­ne­lia an, um mir zu sagen, dass die Poli­zei sich bei ihr gemel­det habe. Ihre Toch­ter wur­de am Vor­tag tot in ihrem Bett in Dub­lin gefun­den.

(Alle Über­set­zun­gen von mir.)

Bei all der sonst­wie begründ­ba­ren Kri­tik an einer mit Prei­sen über­schüt­te­ten, jedoch unauf­rich­tig schrei­ben­den Blog­ge­rin: Ein Dumm­kopf, wer jetzt noch nicht wütend ist.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Nip­pel gegen Rechts!

Lithi­um­ak­kus gegen Rechts waren gestern, heu­te ist man BH-los gegen Rechts:

Am kom­men­den Sams­tag sol­len Frau­en in ganz Ita­li­en einen Tag lang auf das Tra­gen eines Büsten­hal­ters ver­zich­ten. (…) Die bei­den Thea­ter-Stu­den­tin­nen wol­len nicht zulas­sen, dass die «Auf­merk­sam­keit ver­la­gert» wird, wie es in «eini­gen rechts­ge­rich­te­ten Medi­en» gesche­he. (…) Ihre Ein­la­dung an alle Frau­en, einen Tag lang kei­nen BH «bei der Arbeit, im Unter­richt oder beim Ein­kau­fen in der Stadt» zu tra­gen, sei ein «fried­li­cher Ver­such», auf den Hass hin­zu­wei­sen, den Frau­en oft im All­tag erle­ben.

Gute Nach­richt, der Rechts­po­pu­lis­mus ist so gut wie besiegt! :ja:

Und als guter Femi­nist im 21. Jahr­hun­dert steht mei­ne Auf­ga­be schon fest:

Auch ein paar Män­ner wol­len mit­ma­chen: Statt aber einen BH aus­zu­zie­hen, wol­len die männ­li­chen Teil­neh­mer einen tra­gen.

Es muss das Wet­ter sein. Es kann nur das Wet­ter sein.

Netzfundstücke
Lithi­um­ak­kus gegen Rechts!

Der Beauf­trag­te der Lan­des­re­gie­rung Baden-Würt­tem­berg gegen Anti­se­mi­tis­mus „infor­miert“:

Wenn wir den Anti­se­mi­tis­mus glo­bal und glaub­wür­dig bekämp­fen, für Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit ein­ste­hen wol­len, dann muss dies auch stär­ke­re Anstren­gun­gen für die Wen­de zu erneu­er­ba­ren Ener­gien und die Dekar­bo­ni­sie­rung bedeu­ten.

Wenn man nichts als einen Ham­mer hat, dann ist die Welt plötz­lich vol­ler Nägel.

In den NachrichtenWirtschaft
Das Bent­ley­pro­blem

In wel­cher Art von Gesell­schaft leben wir eigent­lich, wenn Karl Lau­ter­bach, Herr der Flie­gen und SPD-Ober­kas­per­kan­di­dat, als Reak­ti­on auf die Vor­stel­lung einer neu­en Elek­tro­au­to­stu­die von Bent­ley (im Besitz von Volks­wa­gen, das wie­der­um zu 20 Pro­zent dem Land Nie­der­sach­sen gehört, des­sen Mini­ster­prä­si­dent Ste­phan Weil, SPD, ist – dies nur zur unge­fäh­ren Rela­ti­on) zunächst ein­mal die per­sön­li­che Mei­nung aus­ge­rech­net auf Twit­ter kund­tut, dass man „als Ver­brau­cher“ die Her­stel­ler sol­cher Autos aus Kli­ma­grün­den nicht nur boy­kot­tie­ren soll­te, was der ver­blei­ben­den SPD-Wäh­ler­schaft sicher­lich ein gro­ßes Opfer abver­langt, son­dern dass über­dies „gera­de Luxus“ in Zukunft kli­ma­neu­tral zu sein habe, als stamm­ten die mensch­li­chen Ein­flüs­se auf die der­zei­ti­ge Wet­ter­ent­wick­lung vor allem von einem Über­maß an sehr teu­ren Elek­tro­au­tos?

PiratenparteiNetzfundstücke
Kat­zen­po­li­zei

Mir ist nach einer klei­nen Auf­mun­te­rung zumu­te. Was macht die Pira­ten­par­tei?

wir machen schon seit Mona­ten kei­nen unüber­leg­ten Scheiß. Das macht lang­sam ein biss­chen nach­denk­lich.

Ach, hm. Dann gucken wir mal, was der Rest der Welt so macht:

Die kana­di­sche Poli­zei lässt wäh­rend einer live über­tra­ge­nen Pres­se­kon­fe­renz zu Mor­den auf der Auto­bahn den Kat­zen­fil­ter ein­ge­schal­tet.

(Blö­de über­setzt von mir.)

Wie nied­lich! :)

Ich habe nichts­de­sto­we­ni­ger ein wenig Respekt vor der Zukunft, in der die Zustän­di­gen nie­mals eine Welt ohne Insta­gram, Snap­chat und Sät­ze, in denen Emo­jis Satz­zei­chen erset­zen, ken­nen­ge­lernt haben. Dann wird es Absicht sein.

In den NachrichtenMontagsmusik
65daysofstatic – Prisms // Schwul ist zu wenig.

Ugh!Es ist Mon­tag. Das Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um fin­det offen­bar, Men­schen­rech­te sei­en Arbeit­neh­mern eher nicht von gro­ßem Nut­zen. Ein Wochen­be­ginn berei­tet, wenn man gut infor­miert ist, doch gleich dop­pelt so viel Freu­de. Frü­her beschrieb ich an die­ser Stel­le gern eine Stim­mung mit einem Mond und einem Käuz­chen. Ich soll­te dazu zurück­keh­ren.

Da all­som­mer­lich nahe­zu über­all irgend­wel­che „CSD-Para­den“ statt­fin­den, geneh­mi­ge ich mir aus­nahms­wei­se mal wie­der einen Ver­weis auf Had­mut Danisch, der sach­dien­lich dar­auf hin­weist, dass die Unter­drückung der Schwu­len zur­zeit auch und gera­de von quee­ren „Akti­vi­sten“ aus­zu­ge­hen scheint, die ihre Sexua­li­tät zu ihrem wesent­li­chen Lebens­in­halt erklärt haben. Es ist wenig erstaun­lich, dass man davon wenig liest: Schwul zu sein und so nur auf ein ein­zi­ges – und dann noch das eige­ne! – Geschlecht zu ste­hen ist immer­hin nicht bunt. Es bie­tet sich an, die Para­den aus die­sem Blick­win­kel zu betrach­ten zu ver­su­chen und weni­ger Tole­ranz der Into­le­ranz zu gewäh­ren.

Apro­pos Into­le­ranz: Zwar flie­gen Anhän­ger und Mit­glie­der der Grü­nen mehr als ande­re Deut­sche, jedoch tut ihnen das dann auch am mei­sten leid. Am Wochen­en­de wur­de über­dies ein Jubi­lä­um began­gen: Am 20. Juli 1944 sind rechts­ra­di­ka­le Ter­ro­ri­sten bei dem Ver­such geschei­tert, den damals amtie­ren­den faschi­sti­schen Dik­ta­tor des Deut­schen Rei­ches mit­tels Zer­bom­bung durch einen faschi­sti­schen Dik­ta­tor aus den eige­nen Krei­sen zu erset­zen. In der heu­ti­gen anti­fa­schi­sti­schen Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wird die­ses Ansin­nen natür­lich anders bewer­tet als sie es erhofft hät­ten: Dabei wür­dig­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) den her­aus­ra­gen­den Mut der Wider­stands­kämp­fer, das wünscht man nie­man­dem!

Falsch gehör­te Lied­tex­te, las ich auf einer selt­sa­men Web­site, sei­en bes­ser als die tat­säch­li­chen Tex­te. Ich bin wenig über­rascht, höre aber trotz­dem heu­te aus aktu­el­lem Anlass lie­ber was ohne blö­den Text.

65DAYSOFSTATIC – Prisms (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Dar­win hört Musik

In Wien ist der Rechts­staat noch in Ord­nung:

Gegen 9.30 Uhr war eine 30-Jäh­ri­ge in der Ilse-Arlt-Stra­ße unter­wegs, als ein selbst­fah­ren­der Bus der Wie­ner Lini­en gera­de auf Höhe der Haus­num­mer 22 fuhr. Die Frau hat­te Kopf­hö­rer in den Ohren und schau­te auf ihr Han­dy. Als sie die Stra­ße betrat, wur­de sie seit­lich von dem Fahr­zeug erfasst.

Ande­re öster­rei­chi­sche Medi­en spre­chen übri­gens von einer 29-Jäh­ri­gen, bekannt­lich wer­den Frau­en aller­dings auch nie­mals 30 Jah­re alt. Es hand­le sich, teilt eine Anwoh­ne­rin mit, nicht um den ersten Unfall mit einem mensch­li­chen Ver­kehrs­hin­der­nis:

„Damals ist ein Bur­sche mit Kopf­hö­rern in den Ohren vor dem Bus gewe­sen. Der Bus hat wie wild gebim­melt, der Bur­sche hat aber kei­ner­lei Anstal­ten gemacht, weg­zu­ge­hen. Im End­ef­fekt hat der Bus eine Voll­brem­sung hin­ge­legt.“

Selbst­ver­ständ­lich wur­den auch in die­sem Fall die rich­ti­gen Maß­nah­men ergrif­fen, um die rück­sichts­lo­se Fuß­gän­ge­rin nach­drück­lich an wei­te­rer Gefähr­dung von Men­schen­le­ben zu hin­dern: Natür­lich wur­de eine har­te Stra­fe ver­hängt. Über sie etwa? – Nein, wie­so auch?

Als Reak­ti­on auf den Unfall müs­sen die Wie­ner Bus­se erst ein­mal in der Gara­ge blei­ben.

Wie lan­ge es wohl dau­ern wird, bis ein Ver­kehrs­schild zur Kenn­zeich­nung von Smart­phone­stra­ßen ein­ge­führt wird?

In den Nachrichten
Armin Laschets blu­ti­ge Näch­sten­lie­be

Im Jahr 782, so will es die Geschichts­schrei­bung, erließ Karl der Gro­ße, der „Vater Euro­pas“ (Quel­le: Inter­net), ein Gesetz, das Capi­tu­la­tio de par­ti­bus Saxo­niae („Ver­ord­nun­gen über Sach­sen“) hieß und dem Zweck die­nen soll­te, die jüngst ins Reich ein­ge­glie­der­ten Sach­sen zwecks Stär­kung des­sen, was offen­sicht­lich der ein­zi­ge Kon­sens zwi­schen den schon damals unei­ni­gen Völ­kern sein soll­te, zu chri­stia­ni­sie­ren:

1. Alle stim­men dem Prin­zip der höhe­ren Fäl­le zu, daß die Kir­chen Chri­sti in Sach­sen nicht gerin­ge­re, son­dern erheb­lich höhe­re Gel­tung haben sol­len als die Göt­zen­stät­ten. (…)
4. Ster­ben soll, wer die vier­zig­tä­gi­gen Fasten vor Ostern in Ver­ach­tung des christ­li­chen Glau­bens bricht und Fleisch ißt. (…)
8. Ster­ben soll, wer Hei­de blei­ben will und unter den Sach­sen sich ver­birgt, um nicht getauft zu wer­den oder es ver­schmäht, zur Tau­fe zu gehen. (…)
10. Ster­ben soll, wer mit den Hei­den Rän­ke gegen die Chri­sten schmie­det oder bei ihnen als Feind der Chri­sten aus­har­ren will. Und wer ihn dabei gegen König und Chri­sten­heit unter­stützt, soll eben­falls ster­ben.

Obwohl es mir gebo­ten scheint, die­se Anek­do­te anläss­lich wie­der­keh­ren­der Dis­kus­sio­nen über die histo­ri­sche Bedeu­tung eines „geein­ten Euro­pas“, wie es gern (und falsch) genannt wird, gele­gent­lich zu berück­sich­ti­gen, hat­te ich eigent­lich gehofft, Got­tes­staa­te­rei sei wenig­stens in der deut­schen Tages­po­li­tik aus der Mode gekom­men.

Dann jedoch las ich ein vor einer Woche ver­öf­fent­lich­tes Gespräch auf „WELT ONLINE“ (will nicht ver­linkt wer­den). In die­sem Gespräch wur­de Armin Laschet, Mit­glied der eben­falls aus der Mode gekom­me­nen CDU und Mini­ster­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens, nach sei­nem Ver­hält­nis zu dem Quatsch­be­griff der „euro­päi­schen Kul­tur“ gefragt:

WELT: Euro­päi­sche Kul­tur, was ver­bin­den Sie damit?

Laschet: Histo­risch betrach­tet sind es für mich zwei wesent­li­che Säu­len, die bis heu­te unse­re Gesell­schaft for­men: Chri­sten­tum und Bil­dung. Das Chri­sten­tum mit sei­nem über­ge­ord­ne­ten Wert der Näch­sten­lie­be. Und auf Bil­dung hat schon Karl der Gro­ße in sei­ner Aache­ner Pfalz gro­ßen Wert gelegt. (…) Karl der Gro­ße dach­te nie natio­na­li­stisch, son­dern euro­pä­isch. Viel­leicht soll­te man bes­ser sagen: trans­na­tio­nal.

Im Kon­text ging es wohl um eine Abgren­zung zur AfD, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unbe­dingt emp­feh­lens­wert ist, als histo­ri­sches Vor­bild im Kampf gegen Natio­na­lis­mus und Abgren­zung unbe­dingt jeman­den zu wäh­len, der die Meh­rung der Macht der frän­ki­schen Nati­on auf Kreuz­zü­ge gegen Anders­gläu­bi­ge gestützt hat. So oder so: Man soll­te sich das ein­mal anschau­en.

Inso­fern soll­ten die Men­schen, die sich jetzt ger­ne aufs „christ­li­che Abend­land“ beru­fen als Argu­ment für Abgren­zung und Natio­na­lis­mus, ein­mal einen Blick in den Aache­ner Dom wer­fen.

Dort kön­nen sie näm­lich ler­nen, wie weit sie damit kom­men: Zu einem eige­nen Dom. :ja:

Aber es soll ja nie­mand sagen, Armin Laschet – hat „eine gro­ße Skulp­tur von Karl dem Gro­ßen in sei­nem Büro“ – sei revi­sio­ni­stisch und/oder ein biss­chen dumm – viel­mehr ist ihm Bil­dung, wie er spä­ter noch­mals betont, sehr wich­tig:

Laschet: Ins­ge­samt wol­len wir das Geschichts­be­wusst­sein stär­ken.

Wird wohl Zeit in Nord­rhein-West­fa­len.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Maïak – A Very Plea­sant Way to Die

Maïak - A Very Pleasant Way to DieLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Aus­ge­rech­net in der Schweiz wur­de 2010 das Quar­tett Maïak gegrün­det, über das ich zu mei­nem Bedau­ern wenig Neu­es fin­den kann, wes­halb ich bis auf Wei­te­res davon aus­ge­he, dass es schon wie­der nicht mehr exi­stiert. Zwi­schen­drin, 2015 näm­lich, ver­öf­fent­lich­te es jedoch das Album „A Very Plea­sant Way to Die“ (Amazon.de, Bandcamp.com), das ich als gelun­gen zu bezeich­nen wage.

Maïak selbst hei­ßen wie die kern­tech­ni­sche Anla­ge, auf deren Gelän­de sich 1957 der Kysch­tym-Unfall zuge­tra­gen hat­te, was den Titel des Albums zu einem nicht unwit­zi­gen macht. Fol­ge­rich­tig spie­len – oder spiel­ten – sie die­jei­ge Art von Musik, die ich am ehe­sten mit einem Kern­kraft­un­fall ver­bin­den wür­de, näm­lich Post­rock.

Das alt­be­kann­te Laut-lei­se-Spiel, im Post­rock ein wesent­li­cher Grund, war­um er es schwer hat, lang­fri­stig zu fes­seln, schaf­fen die vier Musi­ker auf­zu­bre­chen, indem sie ent­we­der kon­stant bro­deln („Nut­ri­but­ter Green Is Peo­p­le“) oder schlicht häu­fi­ger mal die Rich­tung („I’m Not a Man, I’m a Free Num­ber“) oder gar das Gen­re (etwa im Uff­ta­ta-Schluss­teil von „We All Live in a Yel­low Kursk“) wech­seln.

Maïak – Nut­ri­but­ter Green Is Peo­p­le

Vor­wer­fen könn­te man Maïak, sofern man das unbe­dingt möch­te, die gele­gent­lich etwas ver­wa­sche­ne Pro­duk­ti­on. Aber wer wäre ich, eine Band allein nach ihren tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten statt nach ihren Fähig­kei­ten zu bewer­ten? Ein Unmensch, sage ich.

Inso­fern: Gutes Album.

Netzfundstücke
Fri­days for Insta­gram (Sym­bol­bild)

Apro­pos „apro­pos Insta­gram“. In der „Neu­en Zür­cher Zei­tung“ war – jeden­falls online – schon im April zu lesen:

Die Umwelt­ko­sten der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie (ICT) wer­den zumeist unter­schätzt. (…) So wird der An­teil der ICT-Bran­che an den welt­wei­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen auf 3,7% geschätzt; das ist fast dop­pelt so viel wie der Bei­trag der zivi­len Luft­fahrt (2%) und knapp die Hälf­te des Schad­stoff­aus­sto­sses aller Per­so­nen­fahr­zeu­ge und Motor­rä­der (8%).

Pas­sen­der­wei­se ist heu­te Frei­tag, da gehen „Schü­ler“, vie­le von ihnen längst jen­seits der Schul­zeit, bekannt­lich all­wö­chent­lich auf die Stra­ße und demon­strie­ren dort dafür, dass die Poli­tik ihnen end­lich was ver­bie­tet. Heu­te war es beson­ders schön, denn heu­te war Gre­ta Thun­berg in Ber­lin und hat­te dort jun­ge Für­spre­cher:

„Ich möch­te unbe­dingt ein Foto von Gre­ta“, sagt der 10-Jäh­ri­ge Milan aus Ber­lin im Vor­feld der Kund­ge­bung. (…) Er for­dert: „Es muss end­lich auf­hö­ren, dass Koh­le in Kraft­wer­ken ver­brannt und so viel CO2 aus­ge­sto­ßen wird.“

Johan­nes Pon­ader, bekannt auf­grund sei­ner Schu­he, war eben­falls dort und hat sich das mal ange­guckt:

Greta Smartberg

Die Kame­ras heut­zu­ta­ge sind so gut – man könn­te fast mei­nen, man sei beim Kli­ma­wan­del selbst dabei gewe­sen.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: In Ber­lin wol­len Stadt­pla­ner aus Sicher­heits­grün­den einen Gra­ben vor dem Reichs­tag aus­he­ben las­sen. Ich wer­de die Ent­wick­lung erst dann auf­merk­sam zur Kennt­nis neh­men, wenn die Gerüch­te, es wer­den auch Was­ser und Kro­ko­di­le hin­ein­ge­las­sen, bestä­tigt wor­den sind.