NetzfundstückeComputer
„Dei­ne“ Bücher und mei­ne Bücher

Aus der belieb­ten Rei­he „Kau­fen ist echt unprak­tisch, man braucht immer ein Regal dafür“:

Ab dem 2. April 2019 wird die Bücher­ka­te­go­rie im Micro­soft Store geschlos­sen. Lei­der bedeu­tet das, dass Ihre E‑Books ab Juli 2019 nicht mehr zum Lesen zur Ver­fü­gung ste­hen[.]
Microsoft.com

(Mie­se Über­set­zung von mir.)

Die­se stores und Anbie­ter erschei­nen mir zuse­hends mehr wie ein Wohn­zim­mer, von dem man heu­te nicht weiß, ob es mor­gen noch nicht abge­ris­sen wur­de.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Über­ra­schen­der­wei­se ist das Auto­ma­tis­mus­ver­hin­de­rungs­sy­stem „reCAPTCHA“ des Markt­füh­rers in Onlinere­kla­me gar nicht gut für die Pri­vat­sphä­re. Das konn­te doch kei­ner ahnen!

In den NachrichtenMontagsmusik
Maïak – Nut­ri­but­ter Green Is Peo­p­le

Anbei mein motivierter Blick.Es ist Mon­tag. In Kolum­bi­en eröff­ne­te eine frü­he­re Jour­na­li­stin, wie „RT Deutsch“ unter Zuhil­fe­nah­me eines über­flüs­si­gen Sym­bol­bil­des mit­teilt, eine Schu­le für Por­no­gra­fie. Scha­de, dass dort nicht auch Pan­da­bä­ren aus­ge­bil­det wer­den. Die Welt hat viel zu vie­le Por­no­dar­stel­ler und viel zu weni­ge Pan­da­bä­ren.

Die Welt hat außer­dem zu vie­le Arten der Poli­tik. Die­se Situa­ti­on wird von „tan­te“ zur­zeit noch ver­kom­pli­ziert, indem er Face­book als einen staats­ähn­li­chen Raum bezeich­net. Schicken wir doch ein­fach die Bun­des­wehr vor­bei, dann läuft das mit der dor­ti­gen Demo­kra­tie schon irgend­wie. Im Inland wird das ja lei­der nichts: Par ord­re du muf­ti hat das Prä­si­di­um des Bun­des­tags beschlos­sen, dass der Bun­des­tag beschluss­fä­hig war, als er es über­haupt nicht war. Das muss die­se Demo­kra­tie sein, die man unbe­dingt vor der AfD schüt­zen will. Hin­ter­her soll kei­ner sich wun­dern, wie das jetzt schon wie­der pas­sie­ren konn­te.

Ein rus­si­scher Bischof hat erzählt, dass im bis­her letz­ten Welt­krieg nur des­halb so vie­le Sol­da­ten gestor­ben sei­en, weil sie nicht recht­zei­tig getauft wor­den waren. Ich möch­te nicht unbe­dingt auf die­sem Pla­ne­ten leben.

Apro­pos „ver­rück­te Sek­te“: Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez, auf­stre­ben­der shoo­ting star (haha, wegen US-Ame­ri­ka­nern und Waf­fen, ver­stehn­se) der Demo­kra­ti­schen Par­tei, hat sich dabei foto­gra­fie­ren las­sen, vor den Augen der ver­wun­der­ten Grenz­si­che­rung in fal­sche oder ech­te Trä­nen aus­zu­bre­chen, um gegen die Behand­lung von Men­schen in Migran­ten­la­gern zu pro­te­stie­ren. Dabei war natür­lich kein Kind zu sehen, son­dern nur die Poli­ti­ke­rin selbst. Im Wahl­kampf wählt man ja auch kei­ne Kin­der, was soll­ten die dann auf so einem Motiv auch zu suchen haben? – Das wäre weni­ger trau­rig, beträ­fe es nicht längst schon Deutsch­land, wo Wahl­pla­ka­te seit lan­ger Zeit nur noch aus dem Gesicht und dem Namen jeweils eines Kan­di­da­ten bestehen. Wofür sie ste­hen, ist ja auch uner­heb­lich.

Wofür jeder Mon­tag aber steht: Musik.

Maïak – Nut­ri­but­ter Green Is Peo­p­le

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Nine Tre­a­su­res – Wis­dom Eyes

Nine Treasures - Wisdom EyesLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Selt­sa­me Umstän­de und der Hin­weis, es müss­te mir gefal­len, lie­ßen mich in den Besitz des Albums „Wis­dom Eyes“ von Nine Tre­a­su­res (Bandcamp.com) gera­ten. Dass ich lau­te Gitar­ren und eben­sol­che Alben unter dem Ein­fluss von asia­ti­scher Folk­mu­sik mag, ist ja inzwi­schen ver­mut­lich bekannt. Nine Tre­a­su­res ist ein mon­go­li­sches Quin­tett, das seit 2010 (in seit­dem gewan­del­ter Beset­zung) zusam­men spielt und einen nicht unin­ter­es­san­ten Folk­me­tal her­vor­bringt.

Die Spra­che klingt ein biss­chen fin­nisch, ist aber mon­go­lisch. Dass die Lie­der eng­li­sche Titel tra­gen, ist inso­fern zumin­dest bemer­kens­wert. Viel­leicht soll es der Annah­me ent­ge­gen­wir­ken, dass poten­zi­el­le Käu­fer sonst viel­leicht nicht wüss­ten, wor­um es in den Lie­dern geht, aber das weiß ich bei Titeln wie „Us“ und „Hus­huu Child“ auch nicht. Als Kate­go­rien („Tags“) hat die Band auf Band­camp unter ande­rem mon­go­li­schen Kehl­kopf­ge­sang auf­ge­führt und so klingt „Wis­dom Eyes“ auch.

NINE TREASURES – Wis­dom Eyes (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

Was haben wir also hier? Klar: Metal (wenn auch weit­ge­hend von der eher zurück­hal­ten­den Sor­te), dazu – quer über das Album ver­teilt – Bala­lai­ka und mon­go­li­sche Pfer­de­kopf­gei­ge. Mehr braucht man nicht, um mich zu unter­hal­ten. Gute Band, das.

PolitikIn den Nachrichten
Krieg der Ster­ne

In der belieb­ten Vor­trags­rei­he „Raus aus der NATO!“ spricht heu­te „SPIEGEL ONLINE“:

Die Kon­flik­te der Zukunft wer­den wohl auch im All ent­schie­den – zum Bei­spiel durch Angrif­fe auf Satel­li­ten oder die Sta­tio­nie­rung von Waf­fen in einer Erd­um­lauf­bahn. Die Nato berei­tet sich mit einer Welt­raum-Stra­te­gie vor.

Was Jar Jar Binks wohl gera­de macht?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Völ­ker­ball

Wie die Ame­ri­ka­ner, das stand lan­ge fest, möch­ten wir nicht wer­den. Zwar gibt es dort auch weni­ge Ver­nünf­ti­ge, alles Übri­ge aber scheint grund­sätz­lich mehr zu sein als hier­zu­lan­de: Die Poli­tik ist auf­ge­reg­ter, die Waf­fen sind töd­li­cher, die Autos sind grö­ßer, der Femi­nis­mus ist anstren­gen­der, das Essen ist fet­ti­ger, die Gier ist gefähr­li­cher und das Schlimm­ste, was einem US-Ame­ri­ka­ner im Berufs­le­ben pas­sie­ren kann, ist, dass man ihm das fal­sche Pro­no­men gibt. Dass wir trotz­dem gern, oft über den Umweg irgend­wel­cher Nutz­lo­ser aus Funk und Fern­se­hen, ihre Eigen­ar­ten in unser Leben ein­zu­bin­den ver­su­chen, neh­men wir nur sel­ten wahr.

Dazu gehört auch das Ver­ständ­nis von Gesund­heit: Zwar will auch ein sich nach Bur­gern ver­zeh­ren­der Mensch aus Über­see gele­gent­lich etwas tun, was sei­ner Gesund­heit zuträg­lich sein könn­te, aber ein wenig Ansporn wäre schon gut. Vor fünf Jah­ren berich­te­te der „Busi­ness Insi­der“ etwa über das bis heu­te erfolg­rei­che Unter­neh­men Pla­net Fit­ness, das eine Ket­te von Fit­ness­zen­tren betreibt: Nicht nur wer­de dort all­mo­nat­lich kosten­los Piz­za gereicht, auch wer­de hinaus­e­s­kor­tiert, wer sich hör­bar zu sehr anstren­ge. Man möch­te ja den Schwä­che­ren in einem Raum, der der Lei­bes­er­tüch­ti­gung die­ne, nicht die Moti­va­ti­on neh­men, indem man sie Stär­ke­ren aus­set­ze.

Was bis vor kur­zem noch wie eine Kurio­si­tät aus einer völ­lig ande­ren Gesell­schaft klang, ist inzwi­schen über Kana­da auch in Deutsch­land ange­kom­men. Das blö­de, jedoch inter­na­tio­nal belieb­te Spiel Völ­ker­ball näm­lich, des­sen Ziel es ist, mit einem Ball mög­lichst vie­le ande­re Teil­neh­mer „abzu­wer­fen“, wie man es zu mei­ner Zeit nann­te, ohne selbst getrof­fen zu wer­den, sol­le aus Lehr­plä­nen ver­schwin­den:

Kana­di­sche For­scher sind kürz­lich zum Schluss gekom­men, Völ­ker­ball sei eine insti­tu­tio­na­li­sier­te Form von Mob­bing. Im Spiel geht es dar­um, die Mit­glie­der des geg­ne­ri­schen Teams mit einem Ball zu tref­fen und sie so der Rei­he nach aus­zu­schal­ten.

Mir fie­len hier diver­se ande­re Din­ge ein, über deren Ver­bot mit der­sel­ben Begrün­dung viel­leicht noch etwas inten­si­ver nach­ge­dacht wer­den soll­te, etwa Boxen oder die Bun­des­wehr, aber ich bin auch kein kana­di­scher For­scher. Außer­dem hal­te ich Frau­en nicht gene­rell für schwach und hilf­los und käme daher über­haupt nicht auf einen sol­chen Zusam­men­hang:

Sie den­ke an das klei­ne Mäd­chen, das nach hin­ten ren­ne und ver­su­che, nicht getrof­fen zu wer­den, sag­te Co-Autorin Joy But­ler in einem Inter­view mit der «Washing­ton Post». «Was lernt das Mäd­chen in die­ser Schul­stun­de? Sich weg­zu­ducken?»

Beweg­lich­keit, Geschick und das Wis­sen dar­um, dass roher phy­si­scher Gewalt auch etwas ande­res als Gegen­ge­walt ent­ge­gen­zu­set­zen ist, sind offen­sicht­lich kei­ne tei­lens­wer­ten Tugen­den in der Schweiz. Auch in Deutsch­land wird die­se Debat­te von ähn­lich blö­den Argu­men­ten beglei­tet: Das Spiel bestehe, quatscht etwa Nike Lau­renz auf „SPIEGEL ONLINE“, aus Demü­ti­gung, sobald man eher unsport­lich sei. Den Schluss, dass des­halb Sport­un­ter­richt für Schwa­che einer- und dafür Mathe­ma­tik­un­ter­richt für Blö­de ande­rer­seits abge­schafft wer­den soll, zieht sie aber nicht. Als läge es an den Schü­lern und nicht an der Betä­ti­gung, wenn jemand vor ver­sam­mel­ter Klas­se schlech­ter in etwas ist als sie. Ver­rückt!

Hof­fent­lich ist das Som­mer­loch bald vor­über.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik extern: Faken­ews als Wahl­ga­ran­tie

Dass, wer die Grü­nen wählt, offen­bar belo­gen wer­den will, ist kei­ne beson­ders neue Erkennt­nis mehr. „Tele­po­lis“ hat eine Erklä­rung:

Habeck passt jedoch her­vor­ra­gend in eine Poli­tik- und Medi­en­land­schaft, in der der Schein und fol­gen­lo­se Wor­te weit­aus höhe­re Auf­merk­sam­keits­wer­te erzeu­gen als Taten. (…) Unab­läs­sig wird beklagt, dass Men­schen über Fake-News mani­pu­liert wer­den, dabei ist der Kern des Pro­blems viel­leicht ein ganz ande­rer: man­geln­des Inter­es­se an ech­ten Fak­ten.

Wor­in bestand noch mal der Mehr­wert, das Wahl­recht all jenen zu schen­ken, die es irgend­wie schaf­fen, lan­ge genug in Deutsch­land nicht zu ster­ben?

WirtschaftIn den Nachrichten
Das Land der zusatz­be­preis­ten Mög­lich­kei­ten

Inzwi­schen wur­de bekannt, wie teu­er es ist, von sei­nem Recht auf die Anfer­ti­gung von Pri­vat­ko­pien Gebrauch zu machen, näm­lich etwa 30 Cent pro Aus­fer­ti­gung:

Der Bran­chen­ver­band Bit­kom und die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten haben sich auf die Höhe der urhe­ber­recht­li­chen Abga­ben auf Spei­cher­kar­ten und USB-Sticks geei­nigt. (…) Her­stel­ler und Impor­teu­re prei­sen die Abga­be ein, sie wird also pau­schal von jedem Käu­fer gezahlt – egal, ob die­ser vom Recht auf Pri­vat­ko­pien Gebrauch macht oder nicht.

Ich bin im Übri­gen der Ansicht, Rai­ner Just und Dr. Robert Staats, geschäfts­füh­ren­de Vor­stän­de der VG WORT, soll­ten wegen Mor­des zu Gefäng­nis­stra­fen ver­ur­teilt wer­den. Wie? Nein, sie haben wahr­schein­lich nie­man­den umge­bracht – aber sie könn­ten!

In den NachrichtenMontagsmusik
Meta­phor – The Open Road // Rück­stand 2019

Montagslächeln (ca.)Es ist Mon­tag. Immer­hin: Nur noch einen hal­ben Liter Kaf­fee trin­ken und dann ist er auch schon wie­der vor­über. Man prä­sen­tie­re mir ein paar Jah­re zuvor, als die Welt noch eine freund­li­che Dre­hung auf­wies. 2019 ist ein Ärger­nis.

Neu­es aus dem gei­sti­gen Mit­tel­al­ter: Die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU schließt eine Zusam­men­ar­beit mit der AfD aus­drück­lich aus, wor­aus zu fol­gern ist, dass Koali­ti­ons­ge­sprä­che bereits geführt wer­den. Die evan­ge­li­sche Kir­che hat auf ihrem schlim­men Kir­chen­tag wäh­rend­des­sen fest­ge­stellt, dass den „smar­ten“ Ama­zon-Lausch­ge­rä­ten namens Ale­xa die Funk­ti­on „fehlt“, ein Gebet zu spre­chen. Die­ses west­li­che Abend­land, das es immer noch wagt, sich über lächer­lich rück­stän­di­ge Vor­stel­lun­gen von der Welt in ande­ren Reli­gio­nen lustig zu machen, scheint sich mit der Auf­klä­rung bis heu­te nicht so recht abge­fun­den zu haben.

Apro­pos Reli­gi­on: Die flei­ßig twit­tern­den Fri­days-for-Future-Umwelt­schwei­ne haben einen neu­en Schul­di­gen aus­ge­macht, näm­lich den Kapi­ta­lis­mus. Dass sie den­noch weder auf Smart­phones noch auf Net­flix zu ver­zich­ten bereit sind, ist dabei uner­heb­lich. Do as I say, not as I do.

Was ich statt­des­sen tu‘, ist Musik zu kon­su­mie­ren. Die Teil­nah­me ist gern gese­hen.

The Open Road

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Kein Pony­hof

Lui­sa Neu­bau­er, „Kli­ma­ak­ti­vi­stin“ und Mit­glied der Grü­nen, 4. Juni 2019:

Revo­lu­ti­on ist halt kein Pony­hof.

„Ende Gelän­de“, Orga­ni­sa­ti­on hin­ter den gleich­na­mi­gen Demon­stra­tio­nen, in deren Ver­lauf „Akti­vi­sten“ Gemü­se­fel­der plattt­tre­ten, um gegen „das Kapi­tal“ zu demon­strie­ren, FAQ:

Über unser Ziel, den Tage­bau zu blockie­ren und die Koh­le­för­de­rung und ‑ver­stro­mung zu ver­hin­dern, spre­chen wir im Vor­feld öffent­lich – auch weil wir unser Anlie­gen ange­sichts der Dring­lich­keit des Kli­ma­wan­dels für abso­lut legi­tim hal­ten. (…) Ver­pfle­gung wird es teil­wei­se auf dem Camp geben, wich­tig ist, dass ihr euch vor der Akti­on ein Lunch­pa­ket rich­tet und Was­ser­fla­schen dabei habt.

Lisa Badum, Abge­ord­ne­te der Grü­nen, 23. Juni 2019:

Pro­gno­se: Noch 4 Stun­den und es soll kein Essen geben. Wie ist sowas mög­lich?? 😠

Erik Mar­quardt, „Par­tei­rat“ bei den Grü­nen, 23. Juni 2019:

Auf Essen muss­ten die Men­schen im Tage­bau über 13 Stun­den war­ten.

Ser­vice­wü­ste Deutsch­land! :twisted:

In den NachrichtenWirtschaft
Markt­schutz­grund­ver­ord­nung

Offen­sicht­lich endet der Wir­kungs­be­reich der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung („DSGVO“) dort, wo der Markt beginnt:

„Das Aus­maß, in dem per­sön­li­che Pro­fi­le ange­legt und wei­ter­ge­ge­ben wer­den, erscheint aus­ufernd, auf­dring­lich und unfair“. Ins­be­son­de­re wer­de den Nut­zern bei der jet­zi­gen Pra­xis nicht klar, in wel­chem Aus­maß und zu wel­chem Zweck Daten frei­ge­ge­ben wer­den, wenn sie auf die über­all ver­brei­te­ten Zustim­mungs-Popups klicken.

Die DSGVO sehe für gro­be Ver­stö­ße hohe Stra­fen vor, ver­spra­chen Unken noch vor dem Inkraft­tre­ten der Ver­ord­nung. Tat­säch­lich aber lässt die Daten­schutz­be­hör­de natür­lich Augen­maß wal­ten:

Die Daten­schutz­be­hör­de befürch­tet enor­me Aus­wir­kun­gen, soll­te sie schnell und grund­sätz­lich in das kom­ple­xe Markt­ge­sche­hen ein­grei­fen.

Man will ja nicht die Wirt­schaft belä­sti­gen.

Netzfundstücke
Hero­in gegen Dro­gen­to­te (2): Über Süch­te

Im Sep­tem­ber 2018 emp­fahl ich, dro­gen­po­li­tisch einer wei­te­ren Eska­la­ti­on ent­ge­gen­zu­wir­ken, indem Genuss­mit­tel, die nie­man­den voll­stin­ken, lega­li­siert wür­den. Auch mir selbst sind Süch­te nach Genuss­mit­teln, die nie­man­den voll­stin­ken, nicht voll­kom­men fremd: Die­je­ni­ge, der abzu­schwö­ren ich mich selbst wei­ger­te, hät­te ihr immer inten­si­ve­rer Genuss schwer­wie­gen­de und nicht bloß finan­zi­el­le Fol­gen für mich, ist die Musik. Man mag ihr zugu­te­hal­ten, dass sie trotz all ihrer Lang­zeit­fol­gen für die Psy­che wenig­stens Lun­ge, Nie­ren und Leber unbe­ein­träch­tigt lässt.

Gesund­heit und lan­ges Leben sind Idea­le, die in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten die öde Qual­me­rei aus frü­he­ren Jah­ren als gesell­schaft­lich akzep­tier­te Dro­ge abge­löst haben. Eine ver­schwin­den­de Zahl an Ziga­ret­ten­rau­chern frönt weit­ge­hend stumm ihrer Abnut­zung, auch Zigar­re und vor allem Pfei­fe sieht man in geer­de­ten Krei­sen nur noch sel­ten. Unter­stützt wird der Tabak­aus­stieg von Unter­neh­men und staat­li­chen Ent­schei­dungs­trä­gern glei­cher­ma­ßen, was unter ande­rem wit­zi­ge Aus­wüch­se wie die Ein­füh­rung von „Schock­bil­dern“ hat­te. Als bekehr­ten die­se einen Niko­tin­süch­ti­gen jemals zu einem völ­lig ande­ren Leben!

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In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu Michel Pla­ti­ni

Es ist kein heh­res Ansin­nen, gegen die wie­der­hol­te Erhö­hung der Rund­funk­ge­büh­ren zu pro­te­stie­ren, denn, wie kein Deut­scher jemals anzwei­feln soll­te, es gibt kein edle­res Bestre­ben für einen Steu­er­zah­ler als die stu­fen­wei­se erhöh­te kor­rup­ter Idio­ten zu dem ein­zi­gen Zweck, über­mä­ßig gut bezahl­ten Her­ren dabei zuse­hen zu dür­fen, sich an der fri­schen Luft sport­lich zu betä­ti­gen; den Kauf eines smar­ten Fern­se­hers, des­sen Ton­auf­nah­me die Aus­ga­be noch über­trifft, für wenig­stens ein Monats­ge­halt vor­aus­ge­setzt, ver­steht sich.

Netzfundstücke
Ket­zer statt Vul­ven

In Dort­mund fin­det vom 19. bis zum 23. Juni 2019 der Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag statt, von dem unge­fähr das zu hal­ten ist, was auch von der Kir­che selbst zu hal­ten ist. Wer des Malens von Vul­ven über­drüs­sig ist, dem steht bis zum 22. Juni 2019 das Alter­na­tiv­an­ge­bot des Ket­zert­ags offen:

Der Ket­zert­ag Dort­mund 2019 rich­tet sich pri­mär gegen die Pri­vi­le­gie­rung der Kir­chen durch den Staat, die umfang­rei­che Finan­zie­rung sowie die pri­vi­le­gier­te Behand­lung im Arbeits- und Steu­er­recht, er kri­ti­siert jedoch auch Reli­gi­on und Kir­che selbst.

Wahr­schein­lich ist das alles eine wit­zig gemein­te Idee und sicher­lich ist es nicht unwich­tig, bis­wei­len dar­auf hin­zu­wei­sen, dass 2019 nicht unbe­dingt im rich­ti­gen Jahr­hun­dert liegt, um sich mit Kir­chen­tra­la­la abzu­ge­ben; aber ein biss­chen ermü­dend ist der Auf­bau der Ver­nunft zur Ersatz­re­li­gi­on dann doch.