Sollte die Menschheit wegen der Coronasituation tatsächlich nennenswerte Verluste erleiden, dann hängen diese mit großer Wahrscheinlichkeit damit zusammen, dass auf die Mitteilung, dass Mundschutz und Desinfektionsmittel weniger nützlich sind als Seife, weltweit reagiert wurde, indem als Vorbereitung auf eine Quarantäne aufgrund einer Atemwegserkrankung ganze Autos mit Klopapier beladen werden, bis einer heult – und wie auch immer das ausgeht: Ich freue mich auf die Verfilmung.
Sozialdemokratisch einbrechen zur Sicherheit
Es ist doch erstaunlich, …
Mit den Stimmen der (rechtspopulistischen, A.d.V.) Regierungsfraktionen von SPD und CDU sowie der oppositionellen AfD hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns am Mittwoch die lange umstrittene Novelle des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (SOG) verabschiedet. Die Polizei kann damit künftig mit Richtergenehmigung IT-Systeme wie Computer oder Smartphones präventiv heimlich online durchsuchen. Auch eine Befugnis zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) ist enthalten. (…) Für beide Szenarien greifen die Behörden in der Regel auf sogenannte Staatstrojaner zurück und nutzen dafür Sicherheitslücken aus. Für die Online-Durchsuchung räumen die Abgeordneten den Ordnungshütern nun auch das Recht ein, Wohnungen mit richterlicher Erlaubnis heimlich betreten und durchsuchen zu können.
… wie treffend das einzige Max-Goldt-Zitat, dessen regelmäßiges Auftauchen sogar mich allmählich langweilt, bleibt, wenn man den Antagonisten austauscht:
Die SPD ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu wählen. Jemand, der zu dieser Partei beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Mitglieder freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.
Und die erdreisten sich, in Netzpolitikdingen Opposition zu spielen.
Unlängst wurde ermittelt, dass die AfD eine Strömung besitze, der ein Gesellschaftskonzept verfolge, „dessen zugrundeliegenden Punkte im Widerspruch zum Grundgesetz (…) stünden“ und der „die demokratische Ordnung [verachte]“ und „offensiv einen ‚Systemumsturz‘ [fordere]“, weshalb der Verfassungsschutz sich zuständig sehe. Was das über die SPD, deren Vertreter offensiv den Sozialismus und eine Frauenquote fordern, aussagt, obliegt ebenso zu entscheiden nicht mir.
In weiteren Nachrichten: Des Verkehrsministers Telefonsicherung ist verschwunden. Mit der Vorratsdatenspeicherung wäre das nicht passiert.
Hirnfick 2.0 streamt abgesagte Veranstaltungen
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg teilt unter der Überschrift „Events zum Publikum bringen“ mit:
rbb streamt abgesagte Veranstaltungen
Nach Rücksprache mit meinem Einpersonenteam (bestehend aus mir) habe ich beschlossen, meinem Bildungsauftrag nachzukommen, indem auch ich ausgewählte abgesagte Veranstaltungen streame. Die Reihe beginnt mit diesem Beitrag, ich zeige einen vollständigen Stream des abgesagten gestrigen Konzerts von Johannes Oerding in Rostock:

Vor allem der Ton war sensationell. Das könnte an der Technik liegen. Von dieser Art Konzert darf es künftig gern noch viele weitere geben.
Panische Gelassenheit (Teil 999)
Panische Gelassenheit
Den Klügeren unter den Panischen (ist Greta jetzt zufrieden?) genügt der Hinweis, dass Seife das beste Desinfektionsmittel für nicht Todkranke ist. Die anderen Panischen sind insgesamt beruhigt:
Bereits um 6.45 Uhr standen rund 10 Kunden vor der Tür der Aldi Filiale Bardowicker Straße in Linden-Mitte. (…) Eine Mitarbeiterin übergab die Desinfektionssprays, Desinfektionsgele und Hygienetücher einzeln durch die Tür des Lagerraums an jeden Kunden, der sich davor in einer Warteschlange angestellt hatte. (…) Offensichtlich gehen die Menschen in Linden verhältnismäßig gelassen mit Gefahr (sic! A.d.V.) der Virusverbreitung um.
Früher war sogar die Gelassenheit weniger voll.
Misuse – While it lasts // Antwortgeschosse
Es ist Montag. Laut der „Tagesschau“ wurde Frank-Walter Steinmeier in Publikum gesichtet, als Frank-Walter Steinmeier sprach. Ich befürworte es, Frank-Walter Steinmeier als Publikum für Frank-Walter Steinmeier zwangszuverpflichten. Dann redet er vielleicht mal weniger dummes Zeug.
„Mädchen würden nie gewinnen, sagten die Jungs“ überschrieb Matthias Dell einen Artikel über eine Dokumentation über die nie gewinnende Hillary Clinton. Offenbar sind Jungs manchmal gar nicht so doof, wie alle behaupten. – Apropos doof: Die „Linke“ hat auf ihrer „Strategiekonferenz“ unter anderem festgestellt, dass die „Schüsse an der Grenze“ die „Antwort auf die Politik der BRD“ waren, „die DDR durch die Abwanderung vieler ihrer Bürger auf die Knie zu zwingen“ (Seite 556). In Einheit mit dem Umstand, dass der parteieigene Thüringer Wiederministerpräsident neulich ein Mitglied der AfD öffentlichkeitswirksam zu irgendwas wählte, ist die Aussicht auf „rot-rot-grün“ in noch mehr Ländern als bloß dem blöden Berlin eine zwar witzige, aber doch irgendwie unbehagliche. Was die F.D.P. wohl gerade macht?
Jens Spahn rät von „nicht notwendigen Reisen“ nach (unter anderem) Nordrhein-Westfalen ab. Schade, dass er wohl nicht die Architektur und die Kultur der Einheimischen meinte, sondern so ein blödes Virus. Das Robert-Koch- und irgendein anderes Institut arbeiten aber bereits gemeinsam an der Ausrottung desselben: Smartphoneüberwachung gegen Krankheit! Hat Horst Seehofer eigentlich schon Video- und Desktopüberwachung gegen das Coronavirus in Erwägung gezogen?
Am MIT wird momentan mal wieder Unix neu geschrieben. Ein nicht völlig uninteressantes Projekt, sieht man von der aus heutiger Sicht natürlich völlig veralteten Architektur ab.
Noch zeitloser aber ist: Musik.
Guten Morgen.
Mama!
Erst das Coronavirus und jetzt auch noch das: Genesis kommen zurück und der fürchterliche Phil Collins darf „singen“.
Es wurden schon aus nichtigeren Gründen Kriege begonnen.
(Bewusst nicht kategorisiert unter: Musik.)
Todesdiener gegen Parolen (Nachtrag): … aber bitte nur gute!
Was sagt es eigentlich über eine Gesellschaft, die trotz seit inzwischen dreißig Jahren fehlender äußerer Feinde ihre vermeintliche „Verteidigungsarmee“ überwiegend ganz gut findet, aus, wenn ihre laut Medienberichten derzeit größte Sorge in Bezug auf diese Armee diejenige ist, dass einige dieser Menschen, deren steuerlich bezahlter Beruf das Töten ist, womöglich gar keine anständigen Sozialdemokraten, sondern rechtsextrem sind?
(via Schwerdtfegr)
Was kostet ein Wertekanon?
Was macht man eigentlich, wenn man es als „sozialdemokratischer“ (Quelle: verschiedene) Politiker zum Fraktionsvorsitzenden und Oppositionsführer für eine „sozialistische“ (Quelle: Parteidokumente) Partei gebracht hat, aber eines Tages überrascht feststellt, dass weite Teile dieser Partei, von der Basis bis hin zum Bundesvorstand, „inakzeptable“ politische Ansichten bejubeln, die dem eigenen „Wertekanon“ widersprechen?
Richtig: Man tritt aus tritt zurück lässt sich von ihr einen Posten geben – wird ja gut bezahlt.
Und wie teuer ist euer Wertekanon?
Nachtrag: Bei der FDP zu sein und von der AfD gewählt zu werden geht gar nicht. Man muss gefälligst bei der „Linken“ sein und die AfD wählen!
Zwinkersmiley (anzüglich)
Na, auch bei der letzten EU-Wahl nicht die Piratenpartei gewählt, weil Julia Reda gesagt hat, da sei zu viel Sexismus drin? Stattdessen doch lieber für die „witzige“ „Satirepartei“ mit dem Neonazifimmel entschieden, in die erst neulich nach Thüringen unzählige „Progressive“ eingetreten sind, um es der AfD mal so richtig zu zeigen? Gar selbst Mitglied geworden, weil das so links und anders ist?
Dann habe ich schlechte Nachrichten:
Der Brief, der Die-PARTEI-Chef Martin Sonneborn im März 2019 erreicht, hat es in sich. In der Partei würden sich Personen breitmachen, die sich sexistisch äußerten und „genauso handeln“, heißt es in dem Schreiben. Ein Mitglied habe etwa bei einer Parteiveranstaltung eine Kellnerin in die Küche verfolgt und ihr „angeboten“, ihr seinen Penis zu zeigen. (…) Zwei Monate später holt Die PARTEI sensationelle 2,4 Prozent bei der Europawahl, kurz darauf tritt das 40.000. Mitglied ein. Die PARTEI feiert. Doch intern prangern weitere Mitglieder mutmaßliche Übergriffe durch Genossen an. (…) Einige wollen deshalb ausgetreten sein. Ein Mann, der öffentlich bekannt hat, die Grenzen einer Genossin überschritten zu haben, soll zudem vom Vorstand weiter geschützt werden.
Nur die AfD, schreiben die Autoren für „VICE“, habe noch weniger weibliche Mitglieder als die PARTEI. Das ist mir wirklich ein Rätsel.
Vinyl 3 (9): Schallplatten als Bestandsschutz
Wie fändet ihr es, kämt ihr eines Tages nach Hause, ließet euch in euren Ohrensessel fallen und wolltet bei einem guten Glas Whisky eure Lieblingsplatte genießen, aber in eurer Abwesenheit hätte jemand auf dieser Platte mehrere Stücke ausgekratzt, weil es in ihnen um den Beischlaf geht?
Nicht gut? Ihr würdet demjenigen, der sich erdreistet, eure Platten unangekündigt ganz oder teilweise eurem Zugriff zu entziehen, gern handfeste Kritik zukommen lassen und ihn auf keinen Fall auch noch für diese Entmündigung bezahlen wollen?
Warum werdet ihr dann Kunde von Streamingdiensten?
Kurz angemerkt zur Situation an der griechisch-türkischen Grenze
Unter dem hier bewusst nicht unnötig verlinkten Suchbegriff „Stück Scheiße“ – über die menschliche Qualität der Verwender dieses Ausdrucks gibt der Ausdruck selbst hinreichende Auskunft – wird ausgerechnet auf Twitter zurzeit von denjenigen, die in guter alter Kolonialtradition „EU“ und „Europa“ synonym verwenden und seit zu vielen Jahren lautstark die Ansicht vertreten, man solle die Europäische Union („hässliches Stück Scheiße Europa“, cf.; wegziehen möchten die solches Sprechenden aber anscheinend trotzdem nicht) nach US-amerikanischem Vorbild im besten supranationalistischen Sinne in ein Großreich, das keine Nationalstaaten mehr, dafür aber eine riesige Armee „zur Verteidigung“ (gegen wen eigentlich?) haben solle, umwandeln, beklagt, dass der von der rechtspopulistischen CDU und ihren Schwesterparteien im EU-Parlament installierte Vorläufer dieser riesigen Armee „zur Verteidigung“ (gegen wen eigentlich?), nämlich Frontex, mithin der exekutive Arm der Identitären, seiner Aufgabe, die darin besteht, den unkontrollierten Grenzübertritt größerer bewaffneter Menschenmassen aus Nicht-EU-Staaten zu verhindern, bereits mit Wasserwerfern nachkommt, was vor allem deshalb zu kritisieren sei, weil unter denen, die nicht gefragt haben, ob sie rein dürfen, auch Kinder seien, wobei unklar bleibt, bis zu welchem Alter und aus welchem Grund das Alter eines Menschen in solchen Situationen überhaupt von Belang ist, und wieder einmal werden weder die Verantwortlichen für die Existenz von Frontex (die rechtspopulistische CDU) noch die aufgrund ihrer Waffenlieferungen Verantwortlichen für die Notwendigkeit einer Flucht (die rechtspopulistische SPD) als die eigentlich Ursächlichen ausgemacht, denn Symptome zu bekämpfen liegt den Deutschen seit jeher näher als ihr erneutes Ausbrechen zu verhindern, denn dafür müsste man ja mal eine völlig neue Regierung ohne SPD‑, Grünen- und CDU-Beteiligung wählen, aber leider gibt es, wie eine schnelle Umfrage unter allen gerade greifbaren Personen ergab, ja nur insgesamt vier Parteien auf dem Stimmzettel; schade, schade.
Garage a Trois – Shooting Breaks // Ein Sträußchen für die Unholde
Es ist Montag. In Berlin, teilte die „Berliner Morgenpost“ mit, wurden während fünftägiger Verkehrssicherheitstage Hunderte Fahrzeughalter als zu ungestüm festgestellt und entsprechend belangt. Die Kontrollen werden leider nicht bis Jahresende aufrechterhalten. Einmal im Jahr nicht über Fußgänger zu brettern muss ja auch reichen.
Eine bayrische Landtagsabgeordnete unterdrückt in mehreren Tweets das dritte Geschlecht, indem sie seine Existenz schlicht nicht akzeptiert. Typisch AfD Grüne! „Die Hälfte der Macht“ gehöre „den Frauen“, Ausrufezeichen. Nur wenig mehr als 40 Prozent ihrer Parteikollegen sind Frauen. Lassen wir das mit den Wahlen doch dann einfach ganz sein. Im Internet lernte ich dieser Tage den englischen Begriff eines insult bouquets, also eines Beleidigungsblumenstraußes. Ein Gentleman, wer sich das lieber nicht merkt. – Das witzige Petitionsportal „Campact“ findet, Politiker sollten weniger reisen und mehr Onlinekonferenzen abhalten. Das ist zwar – ungeachtet des Umstands, dass über dasselbe „Campact“ der so reduzierte CO2-Ausstoß über „Seenotrettung“ wieder reingeholt werden soll, wofür es vielleicht auch bessere Lösungen gibt – eine erst mal gute Idee, die aber am technischen Sachverstand der Beteiligten und am saumäßigen Internetzugang in Deutschland scheitern dürfte. Die Frage, warum immer noch sechs Ministerien in Bonn statt in Berlin sind, wäre trotzdem die interessantere. Natürlich stellt die keiner. Interessante Fragen stellt niemand. 2020 regt mich auf.
Schönes aus der Welt des Juristischen: Die Auffassung von Verlagen, „Plattformanbieter“ (etwa Google, Facebook und ich) seien gesetzlich dazu verpflichtet, Lizenzen für ihren Unsinn zu erwerben und ihn danach zu verlinken, wurde korrekterweise nicht geteilt. Da hätte ja mal jemand warnen können. Hat mal wieder keiner. Oder zumindest keiner, dem man zugehört hätte.
Lesenswert: Anmerkungen zur deutschen Erregungsgesellschaft. Hörenswert: Musik.
Guten Morgen.
Beugehaft für Florian Post!
Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit gegen eine Ausweitung der Überwachung und die Beschränkung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsverfahren aus. (…) Zugleich sollen die Anbieter von Mobilfunk- und Messengerdiensten verpflichtet werden, Daten auf Anforderung unverschlüsselt auszuleiten. Das stellt die sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung grundsätzlich in Frage. Diese ist aber Grundvoraussetzung für vertrauliche, digitale Kommunikation und IT-Sicherheit.
SPD-Bundestagsfraktion (auch):
Kritikern der Initiative, wonach Anbieter von Telemediendiensten wie WhatsApp, Gmail, Facebook und Tinder sensible Daten von Verdächtigen wie Passwörter und IP-Adressen an Sicherheitsbehörden herausgeben müssten, wirft [Florian Post (SPD)] mangelndes Verständnis für die Opfer von Verbrechen und einen „Hang zum Täterschutz“ vor.
Ich habe noch immer einen Punkt erreicht, an dem ich mich von jedem SPD-Wähler durch seine Wahlentscheidung persönlich beleidigt fühle.
Daxinfektion (2)
Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor den Menschen und hoffentlich eingedeckt mit Globuli haben die Verantwortlichen der Nürnberger Messe („NürnbergMesse“) wegen „der neuen Sachlage in Bezug auf die Verbreitung des Coronavirus“ beschlossen, zwei Messen für Jagdwaffen beziehungsweise Morddrohnen vorerst zu verschieben.
Nicht, dass noch jemand dort gesundheitlich zu Schaden kommt!
Wenigstens der Schuldige ist gefunden: Die FDP.








