PolitikIn den Nachrichten
Miet­sei­ten­wech­sel

Und dann war da noch Dr. Johan­nes Fech­ner von der SPD, die im Janu­ar 2018 100.000 Euro von einem Herrn Diet­mar Bücher, sei­nes Zei­chens Immo­bi­li­en­an­bie­ter („10.000 Woh­nun­gen in 40 Jah­ren“, ebd.), gespen­det bekom­men hat, der in einer Rede gegen­über einer Kon­kur­renz­par­tei die­ser Tage vor­wurfs­voll wet­ter­te, wer 100.000 Euro an Spen­den von einem „Bau­lö­wen“ anneh­me, bei dem sei „klar, auf wes­sen Sei­te er steht“, näm­lich: „Ganz sicher nicht auf der Sei­te der Mie­te­rin­nen und Mie­ter.“

Wie ist es eigent­lich in von der SPD regier­ten Regio­nen um das Woh­nungs­an­ge­bot bestellt?

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 14. Febru­ar 2020

Ah, Valen­tins­tag. Der per­fek­te Tag, um viel Zeit mit dem Inter­net zu ver­brin­gen!

Dort gibt es gele­gent­lich lesens­wer­tes:

Exper­ten für IT-Secu­ri­ty haben im Moment grob zwei Zie­le. Erstens: Gerä­te sau­ber von Hin­ter­tü­ren hal­ten. Zwei­tens: Star­ke, veri­fi­zier­te Kryp­to­gra­fie ohne Hin­ter­tü­ren aus­rol­len. Ihr tut das glat­te Gegen­teil davon. Die Schnitt­men­ge zwi­schen dem was ihr tut und dem was Exper­ten tun ist leer.

Man­che nen­nen es Head­ban­gen, ich nen­ne es ange­mes­sen zustim­men­des Nicken.


Apro­pos EDV:

Man­geln­de IT-Sicher­heit führt zu Rekord-Daten­ver­lu­sten, berich­tet IBM in einer aktu­el­len Stu­die.

Wer nicht auf sei­ne Daten auf­passt, dem gehen die Daten auch mal ver­lo­ren? Hof­fent­lich war die Stu­die nicht so teu­er! Das­sel­be hof­fe ich im Übri­gen hin­sicht­lich des Gehalts von Mar­kus Feil­ner („iX“), der im sel­ben Arti­kel schrieb:

Der aktu­el­le IBM X‑Force Thre­at Intel­li­gence Index 2020 von IBM Secu­ri­ty berich­tet von einer deut­li­chen Zunah­me der Anzahl der gestoh­le­nen Daten­sät­ze 2019.

Dem Bericht zufol­ge sind im letz­ten Jahr aus falsch kon­fi­gu­rier­ten Syste­men 8,5 Mil­li­ar­den Daten­sät­ze ent­wen­det wor­den[.] Für den Ein­bruch die­nen Hackern über­wie­gend gestoh­le­ne Pass­wor­te und bekann­te Soft­ware­schwach­stel­len.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Das Pro­blem ist doch nicht, dass Daten­sät­ze und Pass­wör­ter („Pass­wor­te“) gestoh­len wor­den sind, was schon fach­lich schwie­rig sein dürf­te. (Nach­trag: Zur Defi­ni­ti­on des Dieb­stahls emp­feh­le ich den Kon­sum der hie­si­gen Kom­men­ta­re.) Das Pro­blem ist, dass sie kopiert wor­den sind. Der Besit­zer der Daten­sät­ze und Pass­wör­ter („Pass­wor­te“) ist noch immer der­sel­be, aber jemand hat eine Kopie davon und kann auch rein­gucken.

Was macht Mar­kus Feil­ner („iX“) eigent­lich beruf­lich?


Darf man Björn Höcke einen Faschi­sten nen­nen? Das hängt davon ab.


„West­li­che Wer­te“ des Tages:

Ein katho­li­scher Prie­ster sag­te, Pädo­phi­lie töte nie­man­den, nach­dem er Unter­stüt­zer von Abtrei­bung von der Kom­mu­ni­on aus­ge­schlos­sen hat­te.

(Freie Über­set­zung von mir.)

Der beste Tag für einen Kir­chen­aus­tritt war schon immer der gest­ri­ge.


Apro­pos Reli­gi­on:

Ver­tei­di­ger Rudolf May­er hielt fest, dass die Beschul­dig­ten beim Able­ben der 13-Jäh­ri­gen nicht nur am Bett geses­sen sei­en, son­dern „im festen Ver­trau­en dar­auf, dass Gott ein­grei­fen wird“, gefa­stet und gebe­tet hät­ten. „Es ist nicht absurd, an Wun­der und Wun­der­hei­lun­gen zu glau­ben“, sag­te der Jurist – „sonst wäre unter ande­rem auch die katho­li­sche Kir­che absurd“.

Undenk­bar! :ja:

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die netz­po­li­ti­sche Ursa­che ist gefun­den.

Beim „SPIEGEL“ läuft zur­zeit offen­bar ein sozi­al­theo­re­ti­sches Expe­ri­ment mit dem Ziel, her­aus­zu­fin­den, wie Geheim­dien­ste und ande­re Ver­bre­cher es schaf­fen, so schein­bar ohne jeden Wider­stand Schad­soft­ware auf dem Com­pu­ter ihrer Opfer zu instal­lie­ren. Teil­neh­mer sind Men­schen, die Java­Script zu deak­ti­vie­ren zu ängst­lich sind, denn die­se erhal­ten statt des gewohn­ten Qua­li­täts­jour­na­lis­mus zunächst ein rus­si­sches Rou­lette ange­bo­ten.

Ein Narr, wer oben drückt.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMontagsmusik
Pli­ni – Pastu­res

Untertitel? Was für Untertitel?Es ist Mon­tag. Sony hat gru­se­li­ge Paten­te. Auch gru­se­lig: Bei der CDU hat jemand einen rich­ti­gen Satz gesagt (mei­ne Leser sind gehal­ten, die­sen Satz selbst zu ermit­teln) und das ärgert mich sehr. Ich will denen doch nicht zustim­men! Wo ist nur der Not­fall­pan­da­bär, wenn man einen braucht?

Der „SPIEGEL“ schrieb zu einem ganz ande­ren The­ma, ein Mäd­chen sei „von einem Auto“ „töd­lich ver­letzt“ wor­den. Wird echt Zeit, dass mal jemand mensch­li­che Fah­rer für Autos vor­schreibt. Die Din­ger schei­nen ja, wenn man nicht auf sie auf­passt, brand­ge­fähr­lich zu sein. Ande­rer­seits schreibt der „SPIEGEL“ auch, vie­le Jah­re nach dem „Zensursula“-Mem, Men­schen, die Ver­schlüs­se­lung ver­bie­ten wol­len, sei­en Kin­der­schüt­zer und nicht etwa Kanail­len.

Hin­sicht­lich der Gesetz­ge­bung zu Digi­tal­the­men sieht es zur­zeit aller­dings ohne­hin nicht gut für frei­heits­lie­ben­de Bür­ger aus, wie der EU-Abge­ord­ne­te Patrick Brey­er lau­fend doku­men­tiert. Ein schwa­cher Trost: Die Musik­in­du­strie ist immer noch trau­rig, weil sei­ne Man­dats­vor­gän­ge­rin ihr das Inter­net voll­ends unter­tan zu machen sich gewei­gert hat. Ich weiß noch nicht, wie ich das fin­de, aber Bedau­ern emp­fin­de ich nicht.

Links­sein muss man sich lei­sten kön­nen, schreibt man im „Guar­di­an“: Anschei­nend bezah­len wei­ße Frau­en in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gro­ße Geld­sum­men dafür, dass man ihnen beim Essen erzählt, war­um sie Ras­si­sten sind. Als Film wäre die­se Rea­li­tät ein Kas­sen­schla­ger. Wer macht’s?

Ich mache so lan­ge etwas, was weni­ger Geld kostet: Ich höre Musik.

Pli­ni – Pastu­res (Audio)

Guten Mor­gen.

Politik
Thür- (2)

Über Thü­rin­gen zu reden ist noch immer ohne Reiz für mich, daher möch­te ich statt­des­sen in die ande­re Him­mels­rich­tung gucken, näm­lich ins Euro­päi­sche Par­la­ment:

Ihren Wahl­sieg hat Ursu­la von der Ley­en vor allem den Rechts­po­pu­li­sten zu ver­dan­ken. Denn die Stim­men aus den pro­eu­ro­päi­schen Frak­tio­nen hat­ten nicht für eine Mehr­heit gereicht.

Ist es nicht ein beäng­sti­gen­der Gedan­ke, wenn deut­sche Poli­ti­ker mit den Stim­men von Rechts­po­pu­li­sten in hohe Par­tei- (die Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ist qua Amt Mit­glied des CDU-Bun­des­vor­stands) oder gar Staats­po­si­tio­nen gelan­gen? Zum Glück hat sie sich unter dem Ein­druck der an ihr geüb­ten Kri­tik schnell rich­tig ent­schie­den und das Amt nicht abge­legt. Sonst wür­de das am Ende noch Schu­le machen.

Netzfundstücke
„Only in Ger­ma­ny“: EC-Kar­ten? Mae­stro, darf ich bit­ten?

Mich amü­siert es doch ein wenig, dass im glo­ba­li­sier­ten 2020, auf dem Weg zur Abschaf­fung des Bar­gelds, die Kar­ten­zah­lung mit­un­ter an der Sprach­hür­de schei­tert:

Kas­sen­mann schreit mich an: „Wir neh­men nur EC-Kar­te!“ (…)

Drei Leu­te gucken ihre Kar­ten an, fin­den aber nur Mae­stro, vPay und Giro­card.

Der Kas­sen­mann: „Steck halt rein, das wird nicht funk­tio­nie­ren!“

Der ver­stör­te Schwe­de steckt die Kar­te rein, gibt die PIN ein und die Kas­se druckt.

Dann bin ich dran und zah­le frech mit Apple Pay.

Für den Kas­sen­mann eben­so wie für drei Leu­te stell­te sich über­ra­schend her­aus, dass es sich gemäß momen­ta­nem Mar­ken­recht bei einer „EC-Kar­te“ nicht etwa um eine Mae­stro- oder son­sti­ge Debit­kar­te, son­dern um eine Kre­dit­kar­te han­delt. Es ist ver­mut­lich müßig zu erwäh­nen, aber mit Bar­geld wäre das nicht pas­siert.

In den Nachrichten
West­li­che Wer­te des Tages (5)

Die Halb­zeit­re­vue beim dies­jäh­ri­gen Super Bowl mit Shaki­ra und Jen­ni­fer Lopez, die auf der Büh­ne in gewag­ter Klei­dung tanz­ten, zog Zorn von rech­ten Chri­sten auf sich[.] (…) [E]in christ­li­cher Akti­vist, Dave Dau­ben­mo­re, geht noch wei­ter. In sei­nem Pod­cast „Pass the Salt“ sag­te Dau­ben­mi­re, dass er vor­hat, die Natio­nal Foot­ball League zu ver­kla­gen, weil die Halb­zeit­re­vue ihn dar­an zu hin­dern droht, „in das König­reich des Him­mels zu gelan­gen“.
„Raw Sto­ry“

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Thür-

Ich könn­te mich an die­ser Stel­le über die Mini­ster­prä­si­den­ten­wahl in Thü­rin­gen oder über den Umgang der poli­ti­schen Wett­be­wer­ber mit dem Wahl­sie­ger aus­las­sen, über die Vor­zü­ge der direk­ten Demo­kra­tie selbst dann, wenn der eige­ne Kan­di­dat vorn liegt, und dar­über, dass Hass sel­ten sym­pa­thisch macht.

Oder ich könn­te hier ein nied­li­ches Tier­vi­deo zei­gen. Das wäre weni­ger bescheu­ert.

Guy Cat­ches Ado­rable Ground­hog Eating His Veggie Gar­den | The Dodo Wild Hearts

Guckt mal!


Wäh­rend alle Welt die FDP in Thü­rin­gen belä­stigt, macht die SPD in Nie­der­sach­sen übri­gens Din­ge im Inter­net kaputt. Nur wei­ter so, alle Welt. Nur wei­ter so.

PolitikNetzfundstücke
Todes­die­ner gegen Paro­len

Hei, die Twit­te­ria eska­liert wie­der. Der Grund dafür ist, dass Mario Six­tus, mir dadurch unge­wöhn­lich sym­pa­thisch gewor­den, gut begrün­det dar­über klag­te, dass in einem vol­len Zug Men­schen in Tötungs­klei­dung für einen Fahr­kar­ten­preis von 22 Euro p.P. viel Platz bele­gen, obwohl Aus­la­stung und Ver­schleiß bei der Deut­schen Bahn bereits jetzt zu hoch sind.

Der Vor­wurf der Tötungs­klei­dung scheint hier­bei der ent­schei­den­de Kri­tik­punkt zu sein, denn es mag Men­schen geben, die aus mir unkla­ren Grün­den „zum Bund“ gehen, obwohl sie Gewalt ableh­nen. Nur:

Natür­lich ist der Kern des Sol­da­ten­be­rufs das Töten ande­rer Sol­da­ten und nicht bspw. der Schutz der Bevöl­ke­rung vor Hoch­was­ser o.ä., sonst hät­ten Sol­da­ten als Stan­dard­aus­rü­stung einen Klapp­spa­ten und kein Sturm­ge­wehr.

So weit, so rich­tig. Trotz­dem fühl­te sich ein Sol­da­ten­ver­ste­her und „syste­mi­scher Coach für Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kon­flikt­ma­nage­ment“ so gereizt, dass er unbe­dingt dum­mes Zeug von sich geben muss­te und dabei auch ver­such­te, Mario Six­tus‘ ver­meint­li­chen Arbeit­ge­ber zu belä­sti­gen:

Mario Six­tus erdrei­stet sich, uns als Mör­der zu bezeich­nen.
Bis heu­te bin ich davon aus­ge­gan­gen, dass wenig­stens der öffent­li­che Jour­na­lis­mus kei­ne dum­men Paro­len ver­brei­tet. Eine Schan­de für das @ZDF! #wir­die­nen­deutsch­land

(Hash­tags gekürzt.)

Dass das ZDF als einer von Mario Six­tus‘ Kun­den mit dem „Ver­brei­ten“ der „dum­men Paro­le“, Sol­da­ten sei­en Men­schen, die Men­schen töten, gar nichts zu tun hat, hät­te ein „Coach für Kom­mu­ni­ka­ti­on“ sicher­lich her­aus­fin­den kön­nen. Wit­zig ist das aber noch nicht, wit­zig ist viel­mehr, dass jemand den impli­zi­ten Wunsch, jemand ande­res möge auf das Ver­brei­ten „dum­mer Paro­len“ ver­zich­ten, mit der dum­men Paro­le been­det, Men­schen, deren Berufs­kern das Töten ist, „die­nen Deutsch­land“.

Nimmt man immer noch an, ich sei Deutsch­land, so muss ich die­ser Selbst­auf­fas­sung ener­gisch wider­spre­chen. Mir die­nen Pfle­ge- und Ret­tungs­kräf­te, Kata­stro­phen­schutz, Musi­ker, Bier- und Whis­ky­pro­du­zen­ten, Pro­gram­mie­rer und nicht zuletzt die Poli­zei. Sie alle in Berufs­klei­dung (sofern vor­han­den) mit mir im glei­chen Zug zu wis­sen trüb­te mein see­li­sches Wohl­be­fin­den nicht. Wer mir aber kei­nes­falls dient, sind Men­schen, deren beruf­li­che Exi­stenz­grund­la­ge es ist, den Iwan dar­an zu hin­dern, Ost­deutsch­land zurück­zu­er­obern, und die die Zeit bis dahin über­brücken, indem sie „am Hin­du­kusch“ (Peter Struck) Kriegs­ver­bre­chen bege­hen.

Vor eini­ger Zeit war auf Twit­ter in einer Wel­le falsch ver­stan­de­ner Soli­da­ri­tät viel­fach die For­de­rung zu lesen, „Faschos“ mögen „aufs Maul“ bekom­men. Das hielt ich für eine kon­tra­pro­duk­ti­ve For­de­rung, denn noch nie­mals hat jemand durch blo­ße Gewalt­ein­wir­kung sei­ne poli­ti­schen Ansich­ten wesent­lich geän­dert, son­dern sie wur­den oft noch gestärkt. Es läge mir fern, Sol­da­ten und Faschi­sten gleich­zu­set­zen, denn faschi­sti­sche Uni­for­men begeg­nen mir im Zug eher sel­ten, aber ich per­sön­lich hät­te gegen den Twit­ter­trend „Sol­da­ten aufs Maul“ kaum ver­nünf­ti­ge Ein­wän­de vor­zu­brin­gen. Das Betrei­ben von Gewalt ist immer­hin des Sol­da­ten wesent­li­che Beru­fung.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

NetzfundstückeNerdkrams
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt dar­in um (6).

Bei Goog­le Pho­tos („die Foto-App, die so smart ist wie Sie“, belei­digt mich die Eigen­wer­bung) kocht man auch nur mit Was­ser:

Lei­der wur­den (…) eini­ge Vide­os in Goog­le Pho­tos fälsch­lich in die Archi­ve ganz ande­rer Benut­zer auf­ge­nom­men. Ein oder meh­re­re Video(s) in Ihrem Goog­le-Pho­tos-Kon­to war(en) von die­sem Pro­blem betrof­fen.

(Über­set­zung von mir.)

Die Mit­ar­bei­ter von Goog­le neh­men den Fakt, dass die cloud auch nur ein Com­pu­ter ande­rer Leu­te ist, offen­bar sehr ernst. Immer­hin kann nie­mand mehr behaup­ten, es sei mit dem Risi­ko des Daten­ver­lu­stes ver­bun­den, dort sei­ne Datei­en abzu­le­gen. Im Gegen­teil: Neu­er­dings wer­den sogar dezen­tra­le Siche­rungs­ko­pien ange­fer­tigt.

Ob man will oder nicht.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz ange­merkt zum Ber­li­ner Mie­ten­deckel

Ein Land, das sei­ne Bür­ger dafür bestraft, auf eige­ne Kosten dem umkämpf­te­sten der deut­schen Woh­nungs­märk­te etwas Lin­de­rung zu gewäh­ren, ist ein Land, das sich jeden wei­te­ren Zuzug von poten­zi­ell Steu­er­pflich­ti­gen offen­sicht­lich ver­bit­tet.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Cara­vag­gio – Le Guin­go­is // Wegen Cau­sa Assan­ge

Gähn!Es ist Mon­tag. Die Woche beginnt mit guten Nach­rich­ten für Vege­ta­ri­er und Vega­ner: Die Teu­rer-Fraß-Ket­te Nord­see teilt mit, Fische sei­en kei­ne Tie­re. Wohl bekomm’s!

Ver­schluckt habe ich mich bei­na­he, als die­ser Tweet an mir vor­bei­s­croll­te: Offen­bar muss immer ein Mit­glied der Bun­des­re­gie­rung anwe­send sein, damit eine Sit­zung des Bun­des­tags statt­fin­den kann, und eben­so offen­bar haben Mit­glie­der der Bun­des­re­gie­rung manch­mal kei­ne Lust dar­auf. Viel­leicht waren sie ja am ver­gan­ge­nen Frei­tag alle bei „Fri­days For Future“. Auf „ZEIT ONLINE“ wird unter­des­sen von einem Gym­na­si­um im Ruhr­ge­biet berich­tet, das 13 von 800 Schü­lern mit „deut­schem Hin­ter­grund“ (ebd.) auf­wei­se. Es steht genau das im Arti­kel, was anzu­neh­men ist.

Bei „mymues­li“ gibt es Müs­li für bis zu zehn Euro für einen drei­stel­li­gen Euro­be­trag, wenn man sei­ne Gene abgibt. Eine „Teste­r­in“ des ange­bo­te­nen müs­liop­ti­mie­ren­den Gen­tests wird begei­stert zitiert: „Span­nend ist auch, dass mei­ne Mut­ter ihn auch gemacht hat und man in den Ergeb­nis­sen die Ver­wandt­schaft erkennt.“ Ja, huch!

Men­schen, die „Cau­sa“ sagen, wenn sie „Ange­le­gen­heit“ mei­nen, kön­nen nicht zu mei­nen Freun­den zäh­len. Der mir daher auch zukünf­tig suspek­te Ste­fan Krempl („hei­se online“) teilt mit, ein Gre­mi­um des Euro­pa­ra­tes habe dazu auf­ge­ru­fen, Juli­an Assan­ge sofort frei­zu­las­sen und kei­nes­wegs zwecks plötz­li­chen Ver­schwin­dens in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu ver­schif­fen/-flie­gen. Da die Ver­ei­nig­ten Staa­ten eben­so wie ihre euro­päi­schen Part­ner dafür bekannt sind, eige­ne Feh­ler bei der Bewer­tung von Whist­le­b­lo­wern demü­tig ein­zu­ge­ste­hen, wird das sicher­lich ein gro­ßer Erfolg, der sei­nes­glei­chen suchen wird.

Wit­zi­ges aus der Welt der Ver­net­zung: Der „smar­te“ Tür­öff­ner „Nel­lo One“ macht unter Umstän­den Frem­den die Tür auf. Wirk­lich scha­de, dass der Her­stel­ler insol­vent gewor­den ist – davor hät­te ja mal jemand war­nen kön­nen. Genießt eure Dys­to­pie!

Ich genie­ße unter­des­sen Musik.

Cara­vag­gio – Le Guin­go­is / 15 avril 2011

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Bri­ti­scher als je zuvor!

Die beste als Sati­re gemein­te Sati­re über die Bri­ten den­ken sich noch immer die Bri­ten aus:

Es gibt in Form von Berich­ten, denen zufol­ge Bri­tan­ni­en seit dem Aus­tritt aus der EU bereits um 36 Pro­zent bri­ti­scher gewor­den ist, erste Anzei­chen dafür, dass der Brexit ein Erfolg war. (…) „Ich glau­be nicht, dass irgend­je­mand vor­her­ge­sagt hat, dass die Bri­tisch­heit von Bri­tan­ni­en in so kur­zer Zeit so stark stei­gen wür­de“, sag­te Simon Wil­liams, Pro­fes­sor für Brexit und erfun­de­nen alten Blöd­sinn an der Oxford-Uni­ver­si­tät.

:lachtot:

(Erbärm­li­che Über­set­zung von mir.)

Was mir bei der Begut­ach­tung der Pres­se­be­richt­erstat­tung zum The­ma („ein her­ber Ver­lust ins­be­son­de­re für jun­ge Men­schen“, wie es der alte Tie­mo Wöl­ken nann­te) anson­sten auf­ge­fal­len ist, ist die aber­ma­li­ge Gleich­set­zung von Euro­pa mit der EU. „Euro­pa nach dem Brexit: Ein ver­zwei­fel­ter Kon­ti­nent“, kri­sen­schrieb ein Narr etwa auf „SPIEGEL ONLINE“. Die zwei­fels­oh­ne euro­päi­sche „Neue Zür­cher Zei­tung“ fass­te den „Brexit“ unter­des­sen in einem Arti­kel zusam­men, in dem das Wort „Schweiz“ kein ein­zi­ges Mal vor­kommt.

Wenig­stens ist Supra­na­tio­na­lis­mus also noch nicht ansteckend.

Politik
Jetzt noch 27! (Schon wie­der schlech­te Nach­rich­ten für Ber­lin.)

Gegen Ende war es recht knapp, aber schluss­end­lich ist es doch noch gelun­gen: Mit ver­ein­ten Kräf­ten haben 28 Staa­ten es geschafft, ein mul­ti­la­te­ra­les Groß­pro­jekt in nur etwas mehr als drei Jah­ren zu pla­nen und umzu­set­zen, ohne dass dabei der Brand­schutz zu kurz kam. Dem Ver­neh­men nach wur­den sogar bereits star­ten­de und lan­den­de Flug­zeu­ge gesich­tet. Das Ent­set­zen aus Ber­lin ertönt der­art laut, dass nicht ein­mal der Big Ben heu­te zu hören ist. Statt­des­sen wird gesun­gen.

Sex Pistols – Anar­chy In The UK

Der Fest­stel­lung, die sei­en jetzt nicht mehr unser Pro­blem, wohnt viel zu sel­ten die Befürch­tung inne, man sehe sich selbst auf deren fal­scher Sei­te.

In den NachrichtenWirtschaft
Jetzt neu: Der Kraft-durch-Freu­de-Tag!

Ein Hur­ra, ein Juch­he und einen Applaus hat die Kraft-durch-Freu­de-Stadt Wolfs­burg sich erteilt, denn es gibt etwas zu fei­ern: Zum jüng­sten Mal in der Geschich­te der Stadt hat der orts­an­säs­si­ge Auto­bau­er – ganz ent­ge­gen sei­nen Gewohn­hei­ten – ein neu­es Auto gebaut!

Da das in Nie­der­sach­sen, zu glei­chen Tei­len von der SPD und der Auto­in­du­strie regiert und des­halb weit­ge­hend brach­lie­gend, für noch mehr Auf­se­hen sorgt als die deut­sche Ein­heit, die Anschlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001 und der Die­sel­skan­dal bei die­sem einen Her­stel­ler, auf des­sen Namen ich gera­de nicht kom­me, zusam­men, gibt es nur eine denk­ba­re Reak­ti­on auf die­se Neu­ig­keit:

Ober­bür­ger­mei­ster Klaus Mohrs erklärt: „Wir Wolfs­bur­ger haben eine ein­zig­ar­ti­ge, tie­fe Ver­bun­den­heit mit [dem Auto­her­stel­ler, A.d.V.]. Wir haben schon so viel gemein­sam geschafft – Höhen und Tie­fen durch­lebt. Und nicht zuletzt ist und bleibt der Golf unser Vor­zei­ge-Wolfs­bur­ger. Des­halb gebührt ihm ein eige­ner Fei­er­tag.“

Da mei­ne For­de­rung, die Säku­la­ri­sie­rung des Lan­des end­lich auch in die Pra­xis umzu­set­zen, bis­her nicht umge­setzt wor­den ist: Könn­te man dar­aus bit­te einen stil­len Fei­er­tag machen? Ich komm‘ auch umwelt­freund­lich mit dem ICE vor­bei – ver­spro­chen.