Politik
Endlich hassfrei Leute vermöbeln dank Mario Sixtus

Mario Sixtus – das war der hier – teilte am vergangenen Mittwoch folgende unbequellte Statistik mit seinen Lesern auf Twitter:

Auffällig dabei ist, dass „rechts“ – bei „den Nazis“ – eine Menge Hasskriminalität aufgeführt ist, „links“ hingegen eine stattliche Anzahl an Verbrechen bei der „Konfrontation gegen rechts“. Ist also davon auszugehen, dass ein einem „Nazi“ gegenüber begangenes Verbrechen (aus Hass gegen „die Nazis“) nicht als Hassverbrechen zu werten ist? In welche Kategorie fällt es, wenn jemand einen Flüchtling ganz ohne Hass, sondern zum Beispiel aus Alkoholisierungsgründen verprügelt?

Offensichtlich jedenfalls besteht in Mario Sixtus‘ Wunderwelt ein moralischer Unterschied nicht nur darin, welchen Anlass man für die Initiierung von Gewaltausübung zum Vorwand nimmt, sondern auch in der Identität von Gewalttäter und Gewaltopfer:

Es ist nämlich ein Unterschied, ob 1) ein Nazi einen Flüchtling verprügelt oder 2) ein Linker einen Nazi.

Wie es eben auch ein Unterschied ist, ob ich Mario Sixtus meinen linken oder meinen rechten Mittelfinger präsentiere, nur eben in der Sache nichts ändert. Wer Gewalt ausübt, der ist im Unrecht; dass mir jemandes Nase, Hautfarbe, Religion und/oder Parteimitgliedschaft missfällt, diskreditiert im Höchstfall nur mich selbst, dieses Missfallen im Verprügeln dieses Jemands zu kanalisieren setzt mich im Übrigen auch nicht auf eine höhere moralische Stufe.

Das Verprügeln von unliebsamen Mitmenschen zu relativieren, indem man versucht, jemand anderes Verprügeln als noch schlimmer darzustellen, als sei „der da kommt aus einem doofen Land“ eine noch schlechtere Ausrede als „der da hat eine doofe Weltanschauung“, also die Welt der aggressiv ausgeübten Gewalt in „schlimm“ und „weniger schlimm“ aufzuteilen – das verbindet die Linken und die Nazis so einmalig wie sonst nur wenig. Die da haben aber zehn Leute mehr grundlos verprügelt als wir, was eben nichts beweist außer: Gewalt ist das Mittel derer, die geistig schwach sind und bleiben.


Apropos „geistig schwach“: Die Vereinigten Staaten haben die Ostervorbereitungen genutzt, um eine neue Atombombe auszuprobieren. Jesus hätte es so gewollt, schätze ich.

Senfecke

Bisher gibt es 12 Senfe:

  1. das verbindet die Linken und die Nazis …“ – woraus zu schließen ist, dass „die Linken“ und „die Nazis“ grundsätzlich Gewalt anwenden oder zumindest befürworten. Ist dem aber so, hat Sixtus recht, denn da „die Nazis“ ja Gewalttäter sind, ist Gegengewalt anders zu bewerten als Gewalt gegen Unschuldige. Ich schlage vor, dem mit einfacher Differenzierung abzuhelfen.

    • Das impliziert, dass „die Flüchtlinge“ niemals Gewalttäter sein können. Mario Sixtus unterscheidet aber nicht.

      • Nope. Deine Analogie betrifft ausschließlich „Linke“ und „Rechte“. Flüchtlinge kommen darin gar nicht vor. Das hieße ja auch, „Rechte“ übten Gewalt gegen gewalttätige Flüchtlinge. Bleiben wir im Kontext?

        • Dieser Fall wird vom Ursprungsbeitrag missachtet, von mir aber nicht. Die Ausgangsthese (der Kontext) besagte ja, dass die bessere Gewalt die sei, die sich gegen Bösewichte und damit niemals gegen Flüchtlinge richte. Linke und Rechte, möge die Nachwelt die Anführungszeichen verstehen!, wurden eben als gute und schlechte Schläger übersetzt. Das fand ich etwas schräg.

          Oder?

          • Diese Implikation zu verhindern, verlangte wiederum, in den 140 Zeichen noch einen Disclaimer unterzubringen. Da habe ich mehr Verständnis für die Pauschalierung bei Twitter. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge Arschlöcher sein können, Nazis aber auf jeden Fall welche sind. Ein unglückliches Thema.

  2. „Gegengewalt anders zu bewerten als Gewalt gegen Unschuldige.“

    Nein. Das ist nur die völlig bescheuerte Rechtfertigung der Linken.

    Und die Statistik ist mal sowas von gefälscht …

    • Ich weiß, dass es sinnlos ist, gegen geschlossene Weltbilder zu argumentieren, daher ist das nur ein Statement, das du auch nicht verstehst:
      Dass Gegengewalt anders zu bewerten ist als Gewalt gegen Unschuldige, ist Jurisprudenz. Das steht in Gesetzen. Das ist abendländische Rechtskultur. Die ethischen Hintergünde sind kompliziert, damit will ich dich nicht überfordern.

      • Die angebliche „Gegengewalt“ der Linken oder Rechten ist nicht anders zu bewerten. Die hassen einfach nur. Da ist nichts kompliziert.

        Die Nazis hassen Flüchtlinge, sagen sie wären Gewalttäter und rechtfertigen damit ihre Taten.
        Die Cribs hassen die Bloods, sagen sie wären Gewalttäter und rechtfertigen damit ihre Taten.
        Die Linken hassen die Rechten, sagen sie wären Gewalttäter und rechtfertigen damit Ihre Taten.

        Alle in ihren geschlossenen Weltbildern gefangen.

        „Ich weiß, dass es sinnlos ist, gegen geschlossene Weltbilder zu argumentieren“

        Ja, ähh, genau :D

  3. @flatter

    … Hinzu kommt, dass Flüchtlinge Arschlöcher sein können, Nazis aber auf jeden Fall welche sind.

    Du hast aber ein schön einfaches Weltbild!
    Es impliziert, das Du nicht erfüllen könntest.

    • Ich bin mir da nicht so sicher. flatter ist nicht doof. Er denkt sich vermutlich was dabei. Vielleicht ist eure Definition von Nazis eine verschiedene?

      • „Ich bin mir da nicht so sicher. flatter ist nicht doof. Er denkt sich vermutlich was dabei. Vielleicht ist eure Definition von Nazis eine verschiedene?“

        Ändert meiner Meinung nach nichts. Nehmen wir doch einfach mal die Nazi-Definition, bei der wir uns sicherlich alle einig sind, dass sie unter Nazi-Arschloch fällt. Also der „typische“ Nazi, mit speziellen Klamotten, Springerstiefel und Glatze der schon so einigen Ausländern auf’s Maul gehauen hat und auch ständig gegen diese hetzt.

        Ist es okay, wenn ein paar Linke den zuhause besuchen und dem auf’s Maul hauen? Einfach so? Oder muss „was vorgefallen“ sein? Was reicht als „Vorfall“ aus? Letzte Woche, auf der Demo hat der rechte X den linken Y geschlagen und das ist dann die Rechtfertigung?

        Was ist mit „nicht ganz so schlimmen“ Nazis? Die typischen armseligen Mitläufer, irgendwo in einer Umgebung aufgewachsen, wo Du entweder Nazi bist (und dann „dazu gehörst“ und einen gewissen Rang innerhalb einer Gruppe annehmen kannst), oder halt „nichts“ bist? Ist Gewalt gegen diese gerechtfertigt?

        Oder gegen den Crib der halt im Ghetto im Crib-Gebiet gross geworden ist und sich daher mehr oder weniger freiwillig der Gang angeschlossen hat?

        Sorry Leute, das ist der gleiche Bullshit mit dem sämtliche Gewaltbereiten Gruppierungen ihre Taten rechtfertigen, der Nazi zündet das Flüchtlingsheim an, weil ein Flüchtling einen deutschen umgebracht/vergewaltigt hat, der Crib macht das nächste Drive-By-Shooting weil beim letzten Drive-By-Shooting letzte Woche die Bloods ein paar Cribs umgelegt haben …

        Die einzige „gerechtfertigte“ Gegengewalt ist meiner Meinung nach Gewaltanwendung zur unmittelbaren Gefahren-Abwehr. Ansonsten vielleicht (!) noch Gewaltanwendung zur Abschaffung eines Regimes welches die Bürger systematisch mit Gewalt unterdrückt. Da sind die Grenzen aber auch schon wieder schwierig zu ziehen. Die Linken die am 1. Mai wieder alles in Schutt und Asche legen werden, rechtfertigen ihr handeln ja auch irgendwie mit „Unterdrückung durch’s Kapital“ (oder so ähnlich).

        BTW, Ist der 1. Mai eigentlich in der Statistik enthalten? So gefühlt begehen die linken da auf jedenfall soviele Gewalttaten wie die rechten das ganze Jahr über nicht …

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