PolitikNetzfundstücke
Gren­zen­los in Öster­reich

Ver­stö­ren­de Nach­rich­ten von der „tages­schau“: Der bis­he­ri­ge Nor­den von Öster­reich wird wie­der ein­ge­mein­det!

Wien kün­dig­te an, die Gren­zen zu Deutsch­land Mit­te Juni zu öff­nen.

Und noch mal:

Aus Wien wie­der­um ver­lau­te­te, die Gren­zen soll­ten am 15. Juni wie­der voll­stän­dig geöff­net wer­den.

Kaum sind mal alle abge­lenkt (Corona/Bundesliga/Kindertagesstätten), schon geht das mit der Gebiets­er­wei­te­rung wie­der los.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Para­he­lio – Sur­ge Eve­lia, Sur­ge

Parahelio - Surge Evelia, SurgeLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Von Musik aus Peru berich­te ich sel­ten. Klar: Nie­mand mag Pan­flö­ter. Kei­nes­wegs pan­flö­tend aber gehen Para­he­lio aus Lima zu Wer­ke, mit deren 2019 (und 2020 auch als phy­si­scher Ton­trä­ger) erschie­ne­nem Album Sur­ge Eve­lia, Sur­ge (Band­camp, TIDAL; Amazon.de führt es zur­zeit nur als Zube­hör und hat es nicht auf Lager) sie, glaubt man dem Inter­net, La Rin­co­na­da, der höchst­ge­le­ge­nen Stadt der Welt mit ange­schlos­se­ner Gold­mi­ne und ent­spre­chen­der Aus­beu­tung, ein Denk­mal setz­ten.

Dass die­ses Denk­mal, dem Gegen­stand der Betrach­tung ent­spre­chend, ein melan­cho­li­sches ist, tut den Ein­woh­nern zwar nicht gut, der Musik hin­ge­gen sehr. (Darf man so etwas schrei­ben? Ich habe es jeden­falls gera­de getan.) Instru­men­ta­ler Post­rock muss nicht immer bret­tern, instru­men­ta­ler Post­rock kann auch mal drückend schwe­ben. Das klingt dann etwa so:

Para­he­lio – Sur­ge Eve­lia, Sur­ge [Full Album]

Es ist selt­sam, dass trau­ri­ge Anläs­se oft zu schö­ner Musik füh­ren. Es liegt mir fern, dar­aus eine Emp­feh­lung abzu­lei­ten, die über eine Emp­feh­lung die­ses Albums hin­aus­geht, das ich hier­mit dann jetzt aus­drück­lich emp­foh­len haben möch­te.

Es möge sei­ne Wir­kung ent­fal­ten.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz ange­merkt zu abrech­nen­den Coro­nael­tern

Es ist ja eine durch­aus wit­zi­ge Idee, die da gera­de durch die sozia­len Medi­en getra­gen wird und besagt, dass berufs­tä­ti­ge Eltern, die jetzt vom Staat dazu gezwun­gen wer­den, sich selbst mal mit ihrem Nach­wuchs zu beschäf­ti­gen, die­se Zeit die­sem Staat in Rech­nung stel­len soll­ten, wozu, wie in min­de­stens einem Tweet zu lesen war, neben der Auf­sichts- auch die Lehr­tä­tig­keit gehö­re, denn Kin­der bekä­men ja trotz nicht statt­fin­den­den Unter­richts Haus­auf­ga­ben von den Leh­rern (müss­ten dann nicht eigent­lich die Kin­der statt der Eltern, deren Auf­ga­be deren Aus­füh­rung kei­nes­wegs ist, dafür eine Rech­nung aus­stel­len?), aber wäre es nicht wesent­lich nach­hal­ti­ger und somit sinn­vol­ler, den Staat dazu anzu­hal­ten, dafür Sor­ge zu tra­gen, dass nicht jeder Berufs­tä­ti­ge, der gar kei­ne Zeit dafür auf­brin­gen kann, sich um sei­nen Nach­wuchs zu küm­mern, und eigent­lich recht froh dar­über ist, wenn es jeman­den gibt, der ihm die­se Bela­stung tags­über vom Hals hält, ein Kind bekom­men muss?

PolitikIn den Nachrichten
Nach­trag zum Mie­ter­schutz in Kri­sen­zei­ten

Wiki­pe­dia:

Als Nor­men­kon­trol­le bezeich­net man die Über­prü­fung von Rechts­nor­men dar­auf­hin, ob sie mit höher­ran­gi­gem Recht ver­ein­bar sind.

„Legal Tri­bu­ne Online“:

Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te von CDU/CSU und FDP haben einen Nor­men­kon­trollan­trag gegen den Ber­li­ner Mie­ten­deckel beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein­ge­reicht. Das Land set­ze sich über den Bun­des­ge­setz­ge­ber hin­weg.

Pres­se­stel­le der „Lin­ken“:

Woh­nen ist ein Grund­recht, das hier offen­sicht­lich von CDU und FDP Abge­ord­ne­ten mit Füßen getre­ten wird. (…) Des­halb pro­te­stie­ren wir kom­men­den Frei­tag, den 15. Mai, vor dem Kon­rad-Ade­nau­er-Haus. Wir wer­den deut­lich machen, dass wir das der CDU und FDP nicht durch­ge­hen las­sen.

Die wer­den schon sehen, was sie davon haben, ein Gesetz der „Lin­ken“ rechts­staat­lich über­prü­fen zu las­sen. Auf sie mit Gepfeif! Es geht hier immer­hin um ein Grund­recht!

Ich wie­der­ho­le mich ungern: Es gibt kei­nen Anlass zu der Ver­mu­tung, das häu­fi­ge Auf­tre­ten von Bür­ger­krie­gen in „lin­ken“ Regimes sei ein bedau­er­li­cher Zufall.

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 11. Mai 2020

In einem lesens­wer­ten Arti­kel über die feh­len­de Ent­wick­lungs­ko­hä­renz von Linux fast eben­so lesens­wer­tes Zitat:

Unse­re Auf­ga­be ist es, dass Men­schen ver­ste­hen, dass die­se Revo­lu­ti­on die der Open-Source-Soft­ware ist und es über­haupt nicht um Linux geht. Linux ist allen­falls das Aus­hän­ge­schild die­ser Bewe­gung.

(Mies über­setzt von mir.)

Das ist jetzt etwas mehr als zwan­zig Jah­re her und die Auf­ga­be kann man – mit Blick auf Blogs und ver­meint­li­che Fach­zeit­schrif­ten („SPIEGEL“) – als geschei­tert anse­hen. Hat die Open-Source-Gemein­schaft denn bis heu­te noch kein zwei­tes Pro­gramm raus­ge­bracht?


Medi­al auf­ge­bla­se­ner EDV-Schwach­sinn auch in der Hard­ware­welt: Über­ra­schend stellt sich her­aus, dass, wenn man ein Note­book einer ande­ren Per­son zum Basteln über­lässt, die­ses Note­book anschlie­ßend mög­li­cher­wei­se ein uner­war­te­tes Ver­hal­ten auf­weist. Jemand soll­te die­ses Jeman­dem­über­las­sen drin­gend mal ver­bie­ten.


Andrea Nah­les gibt dem­nächst Post und Tele­fon auf die Fres­se. Typisch neo­li­be­ra­le SPD: Immer nur auf gut bezahl­te Posten aus!


Groß­ar­ti­ger Text: Psy­cho­gramm einer Pri­vi­le­gi­en­checke­rin.

Lena weiß jetzt, was in der Gesell­schaft schief­läuft.

Des­we­gen kennt sich Lena auch rich­tig gut mit Poli­tik aus. „Libe­ra­le sind eigent­lich Faschi­sten“, weiß sie etwa, „weil neu­lich hat doch ein FDPler das Glei­che getweetet wie ein AfD­ler“. (…) „Der Kapi­ta­lis­mus ist an allem schuld“, resü­miert Lena stolz, wäh­rend sie mit dem neu­em Mac­Book den Kroa­ti­en-Urlaub auf Easy­Jet bucht.

Hihi.

In den NachrichtenMontagsmusik
Motor!k – Sta­tic // Mini­golf statt Gei­ster­ball

Federn müsste man haben. Dann fallen die roten Augen nicht so auf.Es ist Mon­tag. Kom­pli­ziert wird die Situa­ti­on mit den Mit­men­schen, wenn ein erschrocken Ange­se­he­ner eine beru­hi­gen­de Wir­kung bei Umste­hen­den erzielt, wenn er sei­nen soeben durch­leb­ten Husten als Rau­cher­hu­sten iden­ti­fi­ziert. Das sei ja nicht so schlimm, pflich­ten ihm auch die Umste­hen­den bei. Wo genau ist die Gesell­schaft falsch abge­bo­gen und war­um erset­zen wir sie nicht ein­fach durch Pan­da­bä­ren?

Eine gute Nach­richt zum Wochen­be­ginn: Der Fuß­ball hat sich end­lich von sei­nen Zuschau­ern eman­zi­piert. Das ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, die kon­se­quent wei­ter ver­folgt wer­den soll­te, etwa bei der Bericht­erstat­tung über ihn. Über Mini­golf spricht doch auch fast nie­mand.

Kom­men wir zur Poli­tik: Die neu­en Umfra­gen sind da! CDU und CSU lie­gen bei 40 Pro­zent, die­je­ni­gen Par­tei­en aber, deren Inhal­te sich dar­in erschöp­fen, den Groß­teil der eige­nen Wäh­ler fort­wäh­rend wahl­wei­se wegen ihres Besit­zes oder ihrer Idea­le zu beschimp­fen, wur­den wei­ter ver­zwergt. Ursa­che. Wir­kung. Es sei jetzt wich­ti­ger denn je, irgend­wem Geld weg­zu­neh­men, fasel­ten sie erst letz­te Woche. Ein­fach ein Grund­ein­kom­men auf Coro­na drauf­schmei­ßen, dann sind alle Pro­ble­me gelöst. 15 Pro­zent sind noch 14 zu viel.

Apro­pos: Hur­ra, die Mon­ar­chie im Westen bleibt zukunfts­ge­wandt! War­um eigent­lich ist das eine Nach­richt und war­um eigent­lich ist das so? Die Zukunft kei­nes Lan­des soll­te der Mon­ar­chie gehö­ren. Lie­ber regie­ren las­sen tät‘ ich mich von: Musik.

Sta­tic

Guten Mor­gen.

NerdkramsPolitikNetzfundstücke
Inzwi­schen in der voll­di­gi­ta­li­sier­ten EU

EU-Par­la­men­ta­ri­er kom­men end­lich in den Genuss einer neu­en Abstimm­soft­ware, die nicht nur Mani­pu­la­ti­on selbst­ver­ständ­lich aus­schließt, son­dern über­dies den neue­sten gra­fi­schen Trends form­schön aske­tisch ent­sagt.

Abstimmsoftware

Mani­pu­la­ti­on aus­ge­schlos­sen? Ja:

Sicher­heit sei kein The­ma, sagen sie, denn zur Abstim­mung sei außer­dem eine E‑Mail mit ein­ge­scann­ter Unter­schrift erfor­der­lich…

Mir ist wirk­lich unklar, wie so etwas wie Arti­kel 17 in die­ser EU nur pas­sie­ren konn­te.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Fire! Orche­stra – (I Am a) Hori­zon // Frie­de ist sooo 10er Jah­re.

Das ist mein Durchfallgesicht.Es ist Mon­tag. Die dada­istisch rele­van­te „taz“ zitier­te Niko Paech mit den Wor­ten, ein Leben ohne Man­go sei erträg­lich. Ich erwar­te minüt­lich die Grün­dung der Man­go Ultras in der Süd­frucht­kur­ve. Vit­amin­hoo­li­gan ist kei­ne Ent­schei­dung, Vit­amin­hoo­li­gan ist eine Bestim­mung!

Grei­fen wir zu dra­sti­schen Maß­nah­men, grei­fen wir zu den Nach­rich­ten. Immer, wenn ich Mund­schutz lese, den­ke ich an die Sadi­sten­sze­ne in Pulp Fic­tion. Ich kann doch auch nichts dafür. Zum The­ma: In Ber­lin haben sich meh­re­re Tau­send ver­sucht anzu­stecken, um es den Bul­len mal so rich­tig zu zei­gen. Nimm dies, Staat! Wenig­stens in Tsche­chi­en ist die Welt noch in Ord­nung: Tai­wan soll nicht aner­kannt wer­den? Der Pra­ger Bür­ger­mei­ster macht’s trotz­dem.

Die Deut­schen, krach­te Josch­ka Fischer neu­lich in ein Quatsch­me­di­um rein, müss­ten ihren instink­ti­ven Pazi­fis­mus hin­ter­fra­gen. Des Herrn Fischer urei­ge­ner Streich zula­sten des Pazi­fis­mus ist jetzt schon drei Hun­de­jah­re her, jetzt ist’s aber auch mal gut. Kann sich Deutsch­land von sei­nen pazi­fi­sti­schen Instink­ten lösen? Genug des Daseins als kriegs­fer­ner Hau­fen. Das hat noch nie funk­tio­niert!

Was hin­ge­gen schon immer – naja, außer in den Acht­zi­gern – gut funk­tio­niert hat: Musik.

[I Am a] Hori­zon

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Es grünt so spät

Pira­ten­par­tei Rhein­land-Pfalz, 6. Mai 2012:

PIRATEN schlie­ßen ersten dezen­tra­ler (sic! A.d.V.) Par­tei­tag in Deutsch­land erfolg­reich ab

„hei­se online“, 21. Febru­ar 2017:

Anstatt in einer gro­ßen Hal­le ver­an­stal­ten die Bran­den­bur­ger Pira­ten ihren Lan­des­par­tei­tag im Inter­net.

Vera Cor­net­te, „Land­tags­kor­re­spon­den­tin + Mode­ra­to­rin ARD alpha“, 2. Mai 2020:

Pre­mie­re: der erste Par­tei­tag in digi­tal – die Grü­nen machen das, was sich die Pira­ten wünsch­ten. Mit­te Mai folgt die CSU.

„tages­schau“ (ARD), eben­falls 2. Mai 2020:

Grü­ne ver­an­stal­ten ersten digi­ta­len Par­tei­tag in Deutsch­land

Das muss die­se Grund­ver­sor­gung sein, von der immer die Rede ist.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: With! Es heißt with!

Es ist ja, aller­wer­te­ster der Ver­la­ge namens cbj, sicher­lich eine ver­mark­tungs­mä­ßig okaye Idee, sich bei der Gestal­tung von Klap­pen­tex­ten von Tot­baum­me­di­en („Bücher“) an aktu­el­len Sprachma­rot­ten zu ori­en­tie­ren, etwa einem Buch­ti­tel eine Rau­te vor­an­zu­stel­len, um einen hash­tag zu simu­lie­ren (der natür­lich nicht nur kei­ne Leer­zei­chen mag, son­dern vor allem jeden Witz im Off­line­kon­text ver­liert, ist die Funk­ti­ons­wei­se eines hash­tags doch nichts als das Kate­go­ri­sie­ren von Din­gen in Medi­en, die sonst kei­ner­lei Kate­go­ri­sie­rung ermög­li­chen, wozu Bücher nun wirk­lich nicht zäh­len), oder es unklar zu las­sen, in wel­cher Spra­che das auf Käu­fer war­ten­de Buch ver­fasst ist, denn vie­le Men­schen mögen Über­ra­schun­gen; aber …

#Find The Girl

… was das „mit“ hier auf dem Titel ver­lo­ren hat, ver­ste­he ich trotz­dem nicht. Da muss bei einer Neu­auf­la­ge drin­gend ein update her!