PolitikIn den Nachrichten
Hoff­nung Dexit (3): Heu­te schon Daten gegen den Ter­ror gespen­det?

Wäh­rend ganz Deutsch­land damit beschäf­tigt ist, mög­lichst nicht über ande­re Staa­ten nach­zu­den­ken, stellt die beste Euro­päi­sche Uni­on aller Zei­ten schon wie­der nichts als Unfug an:

Wenn es nach Kom­mis­si­on und Rat geht, könn­ten Inhal­te euro­pa­weit – auch in Deutsch­land – auf Anord­nung von Mit­glied­staa­ten mit popu­li­sti­schen, auto­ri­tä­ren Regie­run­gen gelöscht wer­den. (…) Die auf die­se Wei­se geschaf­fe­ne Zen­sur­in­fra­struk­tur wird abseh­bar über Ter­ro­ris­mus hin­aus aus­ge­wei­tet wer­den.

Ich wünsch­te, ich müss­te das irgend­wann nicht mehr schrei­ben: Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.


Das wird eine wit­zi­ge Zeit, wenn Inter­net­ar­chäo­lo­gen sich in ein paar Jahr­zehn­ten mit dem Jahr 2020 befas­sen: „Poli­zei ent­deckt ille­ga­le Fri­seur­ge­schäf­te im Kel­ler“.

In den Nachrichten
StVO: Was gün­stig bleibt

Unter mit ver­schie­de­ner Inten­si­tät krei­schen­den Titeln, von „Zu schnell wird jetzt schnell teu­er“ („ACV Auto­mo­bil-Club Ver­kehr“) über eine Beschwer­de über den „pra­xis­fer­nen“ Buß­geld­ka­ta­log (F.D.P.) bis hin zu „Die neue StVO tut rich­tig weh“ („WELT“), berich­ten zahl­rei­che Medi­en heu­te über die mor­gen in Kraft tre­ten­den Ände­run­gen der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung. Dass eini­ge die­ser Knall­tü­ten­jour­na­li­sten expli­zit ihre Leser war­nen zu müs­sen anneh­men, dass ab „21 km/h der Füh­rer­schein WEG!“ sei („Wun­der­weib“), womit die nied­rig­ste Geschwin­dig­keits­über­tre­tung für eine sol­che Stra­fe gemeint ist, mag über ihr Publi­kum eben­so etwas aus­sa­gen wie über sie selbst.

Ent­schei­dend scheint mir aber der sonst über­all feh­len­de Hin­weis zu sein, dass „Jetzt wird es teu­er“ („Hei­den­hei­mer Zei­tung“) eine etwas zu kurz gegrif­fe­ne Dar­stel­lung ist. Tat­säch­lich gibt es näm­lich selbst für die­je­ni­gen Men­schen, die den Indi­vi­du­al­ver­kehr gegen­über ande­ren Fort­be­we­gungs­mit­teln bevor­zu­gen, eine gera­de­zu erstaun­lich ein­fa­che Mög­lich­keit, völ­lig legal kei­nen Cent mehr für ihre Fort­be­we­gung zu zah­len als bis­her:

Ein­fach nicht wie ein Arsch­loch fah­ren.

Ich helf‘ ja ger­ne.

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Vim­ma – Kuu // Meteo­ri­ten­ge­fahr: Zu wenig.

OrrrrrEs ist Mon­tag. Der ober­ste Lin­ke hau­te mal wie­der einen raus, indem er schrieb, in unse­rer #Ver­fas­sung ste­he, dass Reich­tum ver­pflich­te, wes­halb man Rei­chen jetzt gefäl­ligst Geld weg­neh­men müs­se. Im Juni 2013 schrieb die „Stutt­gar­ter Zei­tung“, Bernd Riex­in­ger ver­die­ne „5800 brut­to. Plus Weih­nachts- und Urlaubs­geld.“ Wo beginnt eigent­lich Reich­tum und war­um ent­eig­nen wir nicht erst mal die Lin­ken?

Gute Nach­rich­ten: In Nord­rhein-West­fa­len machen dem­nächst die Kir­chen wie­der auf. So löst sich das Pro­blem des noch immer rele­van­ten Katho­li­zis­mus viel­leicht dem­nächst auf natür­li­chem Wege. Auf über­na­tür­li­che Todes­ar­ten ist jeden­falls kein Ver­lass: Nach­weis­lich von einem Meteo­ri­ten erschla­gen wur­de bis­her nur ein Ein­woh­ner des 19. Jahr­hun­derts.

Na, auch kei­nen Wer­be­blocker? Über­ra­schend stellt sich her­aus, dass über die­je­ni­gen Ser­ver, denen man so blind ver­traut, auch Schad­soft­ware ver­teilt wird. Da freut man sich doch gleich dop­pelt über irgend­wel­che Quatsch­ver­la­ge, die einem die Wahl las­sen: Rekla­me zulas­sen oder Rekla­me zulas­sen? Lässt man all die­se Quatsch­ver­la­ge aber unver­linkt, so muss es halt „Rus­sia Today“ mit einer vie­ler­orts zu fin­den­den Mel­dung rich­ten: Deut­sche, fand ein „Nah­rungs­lob­by­ist“ her­aus, könn­ten nicht mehr kochen. Das erklä­re, heißt es, auch, war­um aus­ge­rech­net Nudeln und der­glei­chen zu Beginn der Kri­se schnell aus­ver­kauft waren: Mehr krie­gen sie ein­fach nicht mehr hin. Das muss ein eini­ger­ma­ßen unin­ter­es­san­tes Leben sein.

Man­che Wit­ze gehen nach hin­ten los: Im Novem­ber wit­zel­te jemand auf Twit­ter, das Virus sei gera­de frei­ge­las­sen wor­den. Ich schau‘ lie­ber nach vorn und sehe dort noch viel Musik. Fan­gen wir doch mal mit Vim­ma an!

VIMMA – Kuu (Stu­dio Live)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Pira­ten­par­tei: Fri­days For Feu­erer­fin­dung

Zuge­ge­ben: Die Über­schrift ist schon falsch. Für die Erfin­dung von Feu­er und Rad ist die Pira­ten­par­tei dann doch zu spät dran.

Als Par­tei, die immer­hin schon seit vier­zehn Jah­ren exi­stiert, hat sie aber durch­aus ein paar alt­ge­dien­te Recken an Bord, etwa den neu­er­dings sat­te 20 Jah­re alten Bun­des­the­men­be­auf­trag­ten für Umwelt, Kli­ma und Tier­schutz, Mau­rice Con­rad aus Mainz. Laut sei­ner Web­site sei er „Schau­spie­ler & Soft­ware Engi­neer“, „intel­li­gene­te (sic! A.d.V.) Soft­ware“ sei sei­ne Pas­si­on. Ein Mann vom Fach also!

In einer Neben­be­set­zung als „Initia­tor der Fri­days-For-Future-Bewe­gung in Mainz“ (Wiki­pe­dia) trat er gestern in der „Tages­schau“ auf, um dar­über zu spre­chen, dass Kli­ma­de­mon­stra­tio­nen zur­zeit online statt­fin­den (ich berich­te­te). Dabei sei das gera­de­zu fol­ge­rich­tig, denn Fri­days For Future habe etwas hier­für Ent­schei­den­des erfun­den, das immer wich­ti­ger wer­de: Die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Das, was wir erfunden haben, die digitale Kommunikation,

wird immer wichtiger.

Seit­dem plagt mich eine Fra­ge: Kann etwas, was vor Tik­Tok exi­stier­te, wirk­lich digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on sein?

In den Nachrichten
Inzwi­schen in einem Par­al­lel­uni­ver­sum

Der Fuß­ball lei­det am mei­sten dar­un­ter.

Dau­er­haf­te Gei­ster­spie­le stel­len auch für die Spie­ler von Bun­des­li­ga-Herbst­mei­ster eine men­ta­le Her­aus­for­de­rung dar. (…) „Das Wich­tig­ste ist, dass die Liga wie­der star­tet“, sag­te Krö­sche. Der 39-Jäh­ri­ge beton­te zudem, dass man sich aktu­ell „in den Hän­den der Poli­tik“ befin­de.

Gedan­ken und Gebe­te, Bru­der. Gedan­ken und Gebe­te.

In den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 23. April 2020 (Coro­na-Spe­zi­al­aus­ga­be)

Eine „demo­kra­ti­sche Zumu­tung“ wie sonst nur Demut (Chri­stoph Möl­lers) und die jüng­ste Ham­bur­ger Bür­ger­schafts­wahl (Mat­thi­as Iken, „Ham­bur­ger Abend­blatt“) sei „die­se Pan­de­mie“, teil­te Ange­la Mer­kel, Bun­des­kanz­le­rin aus der demo­kra­ti­schen Zumu­tung CDU, heu­te mit, denn sie sor­ge für Ein­schrän­kun­gen. Dass „die­se Pan­de­mie“ neu­er­dings bereits legis­la­ti­ve Kom­pe­ten­zen besitzt, war mir aller­dings bis­her nicht klar.


Nach­dem Bernd Riex­in­ger („Lin­ke“) infol­ge eines Auf­re­gers, dass Unter­neh­men, die zu deut­schen Min­dest­löh­nen unter deut­schen Arbeits­be­din­gun­gen in Deutsch­land so Mas­ken her­stel­len las­sen, die­se viel zu teu­er ver­kauf­ten, dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass der Nach­teil am Min­dest­lohn ist, dass alles ange­mes­sen bezahlt wer­den muss, voll­zog er eine Teil­wen­de, blieb aber dabei, dass Mas­ken, sofern ver­pflich­tend, bezahl­bar blei­ben müs­sen. In den Kom­men­ta­ren kam die Fra­ge auf, ob ein Staat denn sei­ne Bür­ger über­haupt dazu zwin­gen kön­ne, auf eige­ne Kosten irgend­was zu kau­fen. Bleibt man bei die­ser Ana­lo­gie, dann dür­fen so Mas­ken künf­tig kei­nes­wegs teu­rer sein als ein Per­so­nal­aus­weis oder zum Bei­spiel eine Auto­bahn. Das klingt schaff­bar.


Das Coro­na­vi­rus för­dert Ras­sis­mus: Für die wei­te­re Unter­drückung der Bür­ger Palä­sti­nas kommt die Pan­de­mie Isra­el gera­de recht.

NetzfundstückeNerdkrams
Mit Apple die Fran­zo­sen besie­gen

In der Mel­dung, Frank­reich stö­re es, dass iPho­nes die staat­lich beab­sich­tig­te Bür­ger­be­we­gungs­über­wa­chung („Kon­takt­ver­fol­gung“) per Blue­tooth nicht ganz ein­fach machen, amü­siert mich am mei­sten die offi­zi­el­le Ver­laut­ba­rung, Apple sol­le das gefäl­ligst ändern, denn es sei der in der Ent­wick­lung befind­li­chen Über­wa­chungs­app im Weg. Ich wage nicht, dar­aus eine Emp­feh­lung abzu­lei­ten, aber anschei­nend macht Apple gera­de sehr vie­les sehr rich­tig.


Wit­zi­ge Idee: Auf dem näch­sten tai­wa­ni­schen Pass könn­te vorn Bubble Tea abge­bil­det wer­den. Hof­fent­lich wird die­se Idee zum Vor­bild. Viel mehr Staa­ten soll­ten ihr bekann­te­stes Pro­dukt auf ihren Päs­sen abbil­den (außer viel­leicht Öster­reich).

PolitikIn den Nachrichten
Der Tier­arzt sagt, ich sei gesund.

„Tele­po­lis“:

Man kann anneh­men, dass all dies anders ver­lau­fen wäre, wenn das Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­um mit einem Arzt oder einer Ärz­tin besetzt und der vom Mini­ste­ri­um ernann­te Lei­ter des Robert Koch Insti­tuts (Robert-Koch-Insti­tuts, A.d.V.) ein Epi­de­mio­lo­ge oder Viro­lo­ge gewe­sen wäre. Die begrenz­te Kom­pe­tenz des Gesund­heits­mi­ni­ste­ri­ums hat für Deutsch­land die­se Epi­de­mie dra­ma­tisch ver­schlim­mert.

„Tages­spie­gel“ hin­ge­gen (ande­rer Kon­text):

Ex-Mini­ster­prä­si­dent Bodo Rame­low (Lin­ke) sieht in (…) einer Exper­ten­re­gie­rung kei­nen gang­ba­ren Weg aus der Thü­rin­gen-Kri­se. „Es wäre gut, wenn die Ber­li­ner Par­tei­zen­tra­len jetzt mal stil­ler wären“, sag­te Rame­low im Gespräch mit der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Erfurt.

Denn sich von Men­schen vom Fach regie­ren zu las­sen ist des Deut­schen Sache nicht. Ein­zig der Innen­mi­ni­ster macht sei­ne Sache rich­tig: Er ist – gera­de jetzt – oft drin.

In den NachrichtenMontagsmusik
iamt­he­mor­ning – Os Luna­tum // Ein Dram Weih­was­ser bit­te.

Ich kann nicht mehr!Es ist Mon­tag. Die twit­tern­den Bei­der­po­li­zei­sei­en­den von „Poli­zei Ber­lin Ein­satz“ waren am Sonn­abend Kund­tuen­de, der Hin­ter­ein­gang einer Knei­pe sei ein von „Brett­spie­len­den“ benutzt wer­den­der. Den Brett­spie­len­den ist mei­ne Hoch­ach­tung sicher: Ich könn­te nicht wäh­rend eines Brett­spiels einen Hin­ter­ein­gang benut­zen. Da fällt doch alles run­ter.

Gewohnt irre ist auch die Kir­che: Wäh­rend eini­ge ihrer Leit­fi­gu­ren noch immer Pan­de­mien stur weg­be­ten wol­len, ver­sucht die Kom­man­do­zen­tra­le der katho­li­schen Kir­che, ihren Mit­glie­dern den ein­zig wah­ren Segen (14-jäh­ri­gen Oban) vor­zu­ent­hal­ten. Frech­heit! Nur wenig über­ra­schend ist es da, dass gläu­bi­ge Chri­sten hier­zu­lan­de längst in der Min­der­heit sind. Könn­ten wir jetzt bit­te noch mal über die ver­pflich­tend zu fei­ern­den Son­der­ta­ge des post­auf­ge­klär­ten Kalen­ders dis­ku­tie­ren?

Aber genug von welt­frem­dem Unfug. Musik ab!

Iamt­he­mor­ning – Os Luna­tum (cham­ber live ver­si­on) (from Beligh­ted)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Tele­brems

Die Uni­ons­frak­ti­on (Link; Vor­sicht: Möch­te­gern-Bezahl­schran­ke) so:

Die Uni­ons­frak­ti­on hat der EU-Kom­mis­si­on vor­ge­wor­fen, den flä­chen­decken­den Aus­bau des schnel­len Inter­nets in Deutsch­land zu behin­dern. Die Brüs­se­ler Behör­de soll dem­nach ohne Ein­schrän­kun­gen zulas­sen, dass die Bun­des­re­gie­rung vor allem auf dem Land alte Kup­fer­ka­bel durch neue Glas­fa­ser­an­schlüs­se erset­zen kann.

Der Brüs­se­ler Behör­de unter­ste­hen­de Staa­ten so: Kup­fer­ka­bel? So was gibt es noch?

31,9 Pro­zent der Tele­kom sind in deut­schem Staats­be­sitz, mit­hin zur­zeit maß­geb­lich in dem der Uni­ons­frak­ti­on. Hat sich die EU-Kom­mis­si­on das eigent­lich schon mal ange­guckt?

Wirtschaft
Kurz gefragt: Rück­wärts­re­vo­lu­ti­on jetzt!

Wäre es ange­sichts des gele­gent­lich bizarr anmu­ten­den Rufs nach der Über­win­dung der herr­schen­den Ver­hält­nis­se („Revo­lu­ti­on“) im Zuge der Coro­nasitua­ti­on und unter Berück­sich­ti­gung des Umstands, dass die­je­ni­gen, die ihn zahl­reich mit einem Gerät, das es ohne kapi­ta­li­sti­sche Bestre­bun­gen gar nicht gäbe, über ein Netz­werk, in das sie ohne kapi­ta­li­sti­sche Bestre­bun­gen gar nicht rein­kä­men, in ein sozia­les Medi­um, des­sen wesent­li­cher Antrieb die Kapi­tal­meh­rung ist, hin­ein­schrei­ben, nicht auch und gera­de in deren Sin­ne, man schaff­te den Kapi­ta­lis­mus und sei­ne Fol­gen (bezahl­ba­re EDV und sozia­le Netz­wer­ke) jetzt erst recht nicht ab?

In den NachrichtenPolitik
Abitur, statt, Bil­dung

Die nord­rhein-west­fä­li­schen „Jung­so­zia­li­sten“, Lan­des­ver­band der vom testo­ste­ron­strot­zen­den Kevin Küh­nert geführ­ten „Jugend“-Organisation der Alt­her­ren-SPD, ver­sucht in einem wir­ren Blog­ar­ti­kel zu erläu­tern, war­um 2020 Schul­ab­schlüs­se ohne Lei­stungs­nach­weis („Prü­fun­gen“) ver­teilt wer­den sol­len. Hier­bei wähl­ten sie fol­gen­de Über­schrift:

Bil­dung und Gesund­heit, statt Prü­fungs­fe­ti­schis­mus und Testo­ste­ron-Duell!

Hät­ten sie statt­des­sen für die Deutsch­prü­fung gelernt, wäre das mög­li­cher­wei­se nicht pas­siert.

NetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. April 2020

Inter­es­san­tes aus der Kate­go­rie „Nerdpr0n“: Jemand hat einen CS:GO-/Battlefield-Cheat pro­gram­miert, der auf ROP basiert und wohl unmög­lich zu erken­nen ist.


Bei der „WELT“ – wei­gert sich, ver­linkt zu wer­den (LSR) – berich­tet Lui­sa Hof­mei­er, „Redak­teu­rin Innen­po­li­tik“, von ihrem Ver­such, ihrer Redak­ti­on das erfolg­rei­che Ende ihres Rau­cher­da­seins zu ver­kau­fen:

Gestern habe ich der Redak­ti­on vor­ge­schla­gen, über mein Auf­hö­ren in Coro­na-Zei­ten zu schrei­ben. „Ger­ne“, sagt die Res­sort­lei­te­rin am Tele­fon, „wir brau­chen auf jeden Fall ein Foto von dir mit Ziga­ret­te.“ Ich sage, ich kann auf gar kei­nen Fall eine Ziga­ret­te anfas­sen. Sie sagt: „No pic­tu­re, no sto­ry.“

Was von einem Ver­lag, der ein Peri­odi­kum namens „BILD“, jedoch kei­nes namens „TEXT“ ver­treibt, aber auch nicht anders zu erwar­ten war.


Coro­na (1): Sau­be­re Luft ist Lava!


Coro­na (2): Die Bun­des­re­gie­rung ergreift end­lich alle nöti­gen Schrit­te, um das Volk ange­sichts einer sta­bi­li­sier­ten Lage zu besänf­ti­gen, und geneh­migt die beding­te Öff­nung der­je­ni­gen Geschäf­te, die den Bür­gern in nor­ma­len Jah­ren tem­pe­ra­tur­be­dingt die wich­tig­sten sind: Bier­gär­ten Auto­häu­ser!


Coro­na (3): Ange­sichts der wei­ter­hin auf­recht­erhal­te­nen Grund­rechts­ein­schrän­kun­gen soll­te man mei­nen, die ver­schol­le­ne Pira­ten­par­tei könn­te in ihrem Kern­ge­schäft „Bür­ger­rech­te“ end­lich wie­der auf­trump­fen, zumal sie das Prin­zip des ganz­jäh­ri­gen Online­par­tei­tags ja seit vie­len Jah­ren pro­pa­giert. Im „stän­di­gen Mit­glie­der­ent­scheid“ des nie­der­säch­si­schen Lan­des­ver­ban­des wird fol­ge­rich­tig zur­zeit über ein gera­de jetzt außer­or­dent­lich wich­ti­ges The­ma dis­ku­tiert: Das Kri­te­ri­um der sexu­el­len Viel­falt fehlt in den Bestim­mun­gen der Lan­des­me­di­en­an­stalt, des NDR, des ZDF und des Deutsch­land­Ra­dio (sic! A.d.V.). Kei­ne wei­te­ren Fra­gen.


In eige­ner Sache: Obwohl ich mei­ne Andro­hung von 2014, hier künf­tig auf Peli­can statt Word­Press zu set­zen, bis­lang nicht wahr gemacht habe, habe ich mir das Leben inzwi­schen trotz­dem etwas leich­ter gemacht und ver­fas­se eini­ge mei­ner Arti­kel – unter ande­rem die­sen – in GNU Emacs mit org2blog. Dass org-mode eine der ver­nünf­tig­sten Text­aus­zeich­nungs­spra­chen ist, erleich­tert (gera­de im Ver­gleich mit rei­nem HTML-Code) vie­les, und die auto­ma­ti­sche Vor­schau funk­tio­niert bes­ser als erwar­tet. Wahr­schein­lich las­se ich das jetzt ein­fach so.