Viel ist derzeit zu lesen über die Sorge um die Verödung von Innenstädten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attraktive Innenstädte seit Jahrzehnten aufgrund des Baus geschmackloser rundumverglaster Einkaufszentren, als Sahnehäubchen mitunter gar mittels der Schändung historischer Fassaden, ihren optischen Reiz verlieren, sondern – im Gegenteil – das Ausbleiben großer Menschenmengen, die sich durch diese einst attraktiven Innenstädte schieben, um in blöden Geschäften nutzarmen Plunder zu kaufen.
Dass diese Menschenmengen ihr Tun selbst nicht für eine bedenkliche Auswirkung einer ungezügelten Konsumgesellschaft, sondern für eine schöne Freizeitgestaltung halten, ist insbesondere in Erwägung der späteren Erzählungen im Familienkreis witzig:
„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hause verbracht?“
„Wir haben eingekauft!“
Ich möchte gar nicht abstreiten, dass die Verfügbarkeit von regulären Ladengeschäften für digital Abgehängte – Berg- und Dorfbewohner, Alte, Kranke – sowie Datenschutzbewusste weiterhin von entscheidender Bedeutung ist; vielleicht aber ist diese Entödung der Innenstädte durch die Rückkehr der Stadt selbst eine gute Gelegenheit, den grassierenden Einzelhandel sinnvoll zu konsolidieren.
Am besten da, wo er optisch nicht stört.
















