In den NachrichtenNerdkrams
Der Pud­ding an der Com­pu­t­er­wand

Man kön­ne Pud­ding, sagt der mit­un­ter gar nicht so lebens­un­er­fah­re­ne Volks­mund, nicht an eine Wand nageln; was natür­lich nie­man­den, so lan­ge er nur genug Pud­ding hat, dar­an hin­dert, es trotz­dem zu ver­su­chen.

Ich weiß nicht, war­um mir plötz­lich die­se Volks­weis­heit in den Sinn kam, als ich das hier gele­sen habe:

Der Ein­satz von Staats­tro­ja­nern soll mas­siv aus­ge­wei­tet wer­den. Das BKA kann kei­nen ein­zi­gen erfolg­rei­chen Ein­satz in drei Jah­ren vor­wei­sen.

Aber haben sie es schon mal mit mehr Pud­ding und mehr Nägeln ver­sucht?

In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (14)

Was halt so rum­liegt (Archiv­ver­si­on):

KSK-Sol­da­ten durf­ten im ver­gan­ge­nen Jahr unter­schla­ge­ne Muni­ti­on zurück­ge­ben – ohne nega­ti­ve Kon­se­quen­zen. (…) Die Sam­mel­ak­ti­on ende­te aller­dings mit einem Pro­blem: Es kam wohl wesent­lich mehr zusam­men, als zuvor über­haupt ver­misst wor­den war. Neben Zehn­tau­sen­den Schuss Muni­ti­on sol­len sich unter ande­rem auch Hand- und Nebel­gra­na­ten in den „Amne­stie-Boxen“ befun­den haben.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Mog­wai – Rit­chie Sacra­men­to // Ambi­en­ti­ca

Die Eule macht’s richtig: Obenauf bleiben und abwarten. (CC-BY highsider10; https://www.flickr.com/photos/highsider/5559675012/)Es ist Mon­tag. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent hät­te neu­lich bei­na­he was gegen die Chi­ne­sen gesagt, weil deren Regie­rung Uigu­ren zwangs­ka­striert und in Lager pfercht, aber zum Glück ist ihm ein­ge­fal­len, dass das eben eine ande­re Kul­tur sei. Ich fin­de auch, der Westen soll­te viel mehr von asia­ti­schen Kul­tu­ren ler­nen – den deut­schen Bun­des­prä­si­den­ten könn­te man etwa durch eine Win­ke­kat­ze erset­zen, Joe Biden durch einen Pan­da­bä­ren. Ich mag Pan­da­bä­ren. Die essen den hal­ben Tag Bam­bus und reden nicht so viel Unsinn.

Dass der­sel­be US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent den Irak mit Kon­se­quen­zen bedroht, weil US-ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten, die im Irak über­haupt nichts zu suchen haben, im Irak Beschuss aus­ge­setzt waren, passt da durch­aus ins Bild. Für den Frie­den ging die Wahl jeden­falls nicht gut aus. Die DKP Han­no­ver ist der Sache auf den Grund gegan­gen und meint den wah­ren Geg­ner des gesell­schaft­li­chen Frie­dens aus­ge­macht zu haben: Es sind die Demon­stran­ten gegen „Quer­den­ken“. Ich mag es ja, wenn sich Par­tei­po­li­ti­ker mit­ein­an­der über Wort­de­fi­ni­tio­nen aus Wei­ma­rer Zei­ten strei­ten. Dann sind sie eine Wei­le beschäf­tigt und stel­len in der Zeit kei­nen Unsinn an. – Auf dem Mars gibt es jetzt mehr Autos als Men­schen., die Gesell­schaft plagt sich aber lie­ber mit Dis­kus­sio­nen dar­über her­um, ob die Pan­de­mie jetzt aus einem Labor kom­me, ob die­je­ni­gen, die behaup­ten, dass die Pan­de­mie aus einem Labor kom­me, alle­samt rechts sei­en oder ob die Medi­en auch ein­fach nur drin­gend mehr Ver­lags­ster­ben brau­chen. Manch­mal ist die Welt sich selbst zu viel.

Fürch­ter­li­che EDV-Ent­deckung der letz­ten Woche: Start­ba­res Elec­tron. Wer das Pro­blem nicht ver­steht, der kauft wahr­schein­lich auch smar­tes Klo­pa­pier. Wesent­lich bes­ser gefällt mir, dass die Rechts­ab­tei­lung von Metal­li­ca – der­je­ni­gen schreck­li­chen Schund ver­öf­fent­li­chen­den Musi­ker­com­bo, deren Kla­ge gegen Nap­ster in den jun­gen Jah­ren des MP3-For­mats man­ches dazu bei­getra­gen haben dürf­te, dass der freie Kul­tur­aus­tausch immer noch vor gro­ßen juri­sti­schen Hür­den steht – end­lich das Pro­blem hin­ter ihrem Ansin­nen ver­stan­den haben könn­te: Einer ihrer Auf­trit­te wur­de bei Twitch prä­ven­tiv weg­zen­siert, damit da kei­ner kla­gen kann. Ob das statt­des­sen zu hören­de Glocken­ge­bim­mel wirk­lich schlech­ter war, über­las­se ich im Übri­gen der Bewer­tung des Lesers.

Ich selbst höre heu­te weder Metal­li­ca noch Metal­li­ca­e­r­satz, son­dern das neue Album von Mog­wai. Es ist schön.

Mog­wai – Rit­chie Sacra­men­to (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zum Park­platz­man­gel

Dass die Besit­zer immer grö­ße­rer und oft mit zu vie­len Sit­zen und zu wenig Stau­raum aus­ge­stat­te­ter Autos, die den deut­li­chen Groß­teil des Tages blö­de im Weg (gern auf Bür­ger­stei­gen und Rad­we­gen) her­um­ste­hen, neu­er­dings medi­en­wirk­sam for­dern, man sol­le nicht etwa die Autos, son­dern die Woh­nun­gen klei­ner machen, um dem Platz­man­gel für eine sich noch immer für ver­meh­rungs­wür­dig hal­ten­de Mensch­heit Herr zu wer­den, zeugt auch von einer zumin­dest inter­es­san­ten Prio­ri­sie­rung von Fah­ren und Woh­nen.

WirtschaftIn den Nachrichten
Ago­rapo­to­pho­bie

„Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung“ (gestern):

Spielt der Inzi­denz­wert mit, dann wer­den am Mon­tag Tau­sen­de Schü­ler im Land­kreis [Neu­markt] wie­der in Klas­sen­zim­mern sit­zen.

„Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung“ (heu­te):

Die Mas­ken­pflicht soll auf­ge­ho­ben wer­den, doch das Regens­bur­ger Alko­hol-Ver­bot bleibt. Gast­wir­te war­nen vor Zusam­men­künf­ten.

Mir ist wirk­lich unklar, war­um zuse­hends mehr Men­schen gegen die durch­dach­te und kon­se­quen­te Pan­de­mie­po­li­tik von Bund und Län­dern pro­te­stie­ren; aber viel­leicht soll­te man die Eröff­nung von Bars in Schul­au­len erlau­ben.

Netzfundstücke
Hei­li­ge Schei­ße.

Soso, aha:

Holy Shit. – das bedeu­tet, den Wert der Mate­ria­li­en anzu­er­ken­nen und somit Kon­sum, Bio­di­ver­si­tät und das Leben aller Arten zu fei­ern.

Natür­lich. Aber eine Fra­ge hät­te ich doch: Gibt es irgend­wo einen Gene­ra­tor für die­se Fir­men­na­men („Holy Shit. – Stu­den­ti­sche Crad­le to Crad­le Bera­tung gGmbH“) oder ist das eher so ein Dro­gen­d­ing? Grü­ße an die­ser Stel­le von Hirn­fick Zweinull.

Netzfundstücke
„… von MEINEN Gebüh­ren!“ (5)

Da ich ja jüngst erst von Spra­che sprach bzw. schrieb, sei mir hier noch der Hin­weis gestat­tet, dass Mal­colm Ohan­we, laut Wiki­pe­dia zur­zeit von ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio bezahlt und somit bis zum Zäpf­chen gebüh­ren­fi­nan­ziert, gestern Nach­mit­tag fol­gen­den dum­men Scheiß­dreck hin­ter­grün­di­gen Kom­men­tar auf­schrei­ben zu müs­sen mein­te:

Leu­te die sich gewählt aus­drücken kön­nen, sind pri­vi­le­giert und ver­fü­gen über eine Macht, in der sie ande­re Leu­te ihnen rhe­to­risch unter­ord­nen kön­nen, ihnen unter­be­wusst das Gefühl geben kön­nen, sie sei­en mora­lisch oder intel­lek­tu­ell unter­le­gen. Das ist auch gewalt­voll.

Ich weiß nicht, was die­se Fest­stel­lung nun eigent­lich über ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio aus­sagt; aber wenn das wirk­lich so ein­fach ist: Braucht man dann künf­tig einen Waf­fen­schein für die Nut­zung eines Semi­ko­lons?

Sonstiges
Fin­nisch in Süt­ter­lin ab der drit­ten Klas­se!

Auf Twit­ter las ich heu­te etwas über einen pseud­ony­mi­sier­ten Jun­gen, der bilin­gu­al auf­wach­se, aber kei­nes­wegs mit Eng­lisch, son­dern mit einer ande­ren Spra­che als zwei­ter Spra­che. Das scheint vie­le Men­schen zu erstau­nen, mich hin­ge­gen nicht, denn mei­ne erste Fremd­spra­che war Latein.

Spricht hier jemand Alt­grie­chisch?
Mar­cus Bro­dy

In der EU, quatscht das Inter­net, ler­nen 93 Pro­zent der Kin­der Eng­lisch als Fremd­spra­che, in Deutsch­land oft bereits vor dem Ende der Grund­schu­le, also lan­ge vor der tat­säch­li­chen Beherr­schung ihrer Mut­ter­spra­che. Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat schon im letz­ten Jahr­tau­send emp­foh­len, jeder Schü­ler sol­le wenig­stens zwei EU-Spra­chen beherr­schen, und lei­der hat sich dabei statt einer wohl­klin­gen­den oder wenig­stens gei­stig för­dern­den Spra­che das anspruchs­lo­se Eng­lisch in einer Aus­prä­gung, die Bri­ten und US-Ame­ri­ka­ner immer­hin glei­cher­ma­ßen schlecht ver­ste­hen, durch­ge­setzt. Mit dem Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der Euro­päi­schen Uni­on ist die eng­li­sche Spra­che als Uni­ons­spra­che indes eine selt­sa­me Wahl, denn wäh­rend Deutsch die Amts­spra­che gleich meh­re­rer nam­haf­ter Natio­nen bleibt, ist Eng­lisch nur noch wegen Mal­ta und Irland über­haupt in ihr ver­tre­ten. Was für eine Ver­schwen­dung!

Nun könn­te man argu­men­tie­ren, dass der welt­wei­te Aus­tausch vor allem in schlech­tem Eng­lisch statt­fin­det, was vor allem dann von Belang ist, wenn man Schü­ler vor allem als künf­ti­ge Arbeits­droh­nen ver­steht, aber dann kom­me ich zu einer Anschluss­fra­ge: Wäre es, wenn man die Schü­ler schon nicht auf das Leben, son­dern auf das Arbei­ter­da­sein vor­be­rei­ten will, nicht viel­mehr ziel­füh­rend, sie statt­des­sen Chi­ne­sisch, Spa­nisch oder – wenn man die Technik­bran­che anpeilt – Japa­nisch zu leh­ren? Was bringt es ihnen, neben unzu­rei­chen­den Deutsch- auch noch allen­falls zum Tee­kau­fen in Oxford aus­rei­chen­de Eng­lisch­kennt­nis­se ver­mit­telt zu bekom­men, bevor sie über­haupt wis­sen, was ein Beruf ist und wel­chen sie spä­ter ergrei­fen möch­ten? Den für all­täg­li­che Kon­ver­sa­ti­on mit Gleich­ge­sinn­ten hin­rei­chen­den Gram­ma­tik- und Wort­schatz („lol noob“, „your mom is fat“, „fuck you, you fuck­ing fuck“) erwer­ben sie zudem auch ohne ein ergänz­tes Cur­ri­cu­lum in ihrer Frei­zeit beim blo­ßen Spiel.

Chi­ne­sisch und Japa­nisch – oder auch nur sturz­frei­es Spa­nisch – sei­en viel zu kom­pli­ziert, mag jetzt ein weni­ger Klu­ger ein­wer­fen. Die­ser weni­ger Klu­ge sei dar­an erin­nert, dass, was ein­fach ist, sel­ten gelehrt wer­den muss. Ich emp­fand in mei­ner Schul­zeit auch Che­mie, Phy­sik und Sport als viel zu kom­pli­ziert, obwohl ich die Inhal­te die­ser drei Fächer im All­tag unge­fähr so häu­fig benö­ti­ge wie Schul­bu­ch­eng­lisch; statt­des­sen hät­te ich mir tat­säch­lich gewünscht, sprach­lich (münd­lich wie schrift­lich) mehr gefor­dert zu wer­den. Fin­nisch in Süt­ter­lin; das wär’s gewe­sen!

Es ist noch nicht zu spät.

In den Nachrichten
Hexe!

„hei­se online“:

Eine Initia­ti­ve aus der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che wirbt in einem Inter­net-Knig­ge für einen gelas­se­nen und respekt­vol­len Umgang auf Twit­ter, Face­book und den ande­ren Platt­for­men. Die „11 Gebo­te“ soll­ten Hin­wei­se geben, wie Eska­la­ti­on und Erre­gung im Netz ver­mie­den wer­den kön­nen[.] (…) Kul­tur­staats­mi­ni­ste­rin Moni­ka Grüt­ters (CDU), die den Auf­ruf unter­stützt, erklär­te, unan­ge­mes­se­ne Umgangs­for­men, Ver­un­glimp­fun­gen und Belei­di­gun­gen sei­en im Inter­net viel­fach an der Tages­ord­nung.

1. Timo­theus 2, 12:

Einem Wei­be aber gestat­te ich nicht, daß sie leh­re, auch nicht, daß sie des Man­nes Herr sei, son­dern stil­le sei.

Ob ein Exor­zis­mus da reicht?

In den NachrichtenWirtschaftMontagsmusik
Pho­las Dac­ty­lus – Hie­ros Gamos // Si tacui­s­sent.

Es ist Mon­tag. Ich habe letz­te Woche irgend­wo im Inter­net den Begriff der Kaki­sto­kra­tie auf­ge­schnappt und fin­de ihn sehr schön, emp­feh­le aller­dings auch wei­ter­hin statt Jens Spahn und Mar­kus Söder eine Arma­da an Pan­da­bä­ren oder die Exper­to­kra­tie. Ande­rer­seits: Wo in der Par­tei­po­li­tik fin­det man schon noch Exper­ten?

In Ber­lin schon mal nicht, denn dort kriegt man nicht mal einen Flug­ha­fen ver­nünf­tig geplant. Der neue braucht auch schon wie­der eine klei­ne finan­zi­el­le Hil­fe in Höhe eines neu­en Flug­ha­fens. Vor eini­ger Zeit hat­te ich in die­ser Publi­ka­ti­on vor­ge­schla­gen, Ber­lin den Chi­ne­sen zu schen­ken. Die­sen Vor­schlag bit­te ich künf­tig mit etwas mehr Nach­druck zu lesen. – Eben­falls aus Ber­lin kommt das „Nol­len­dorf­blog“, eine Web­site, in deren Fokus Schwul­sein zu ste­hen scheint. In die­sem Blog fand ich gleich­falls letz­te Woche einen Bei­trag, mit dem auf einen Bei­trag geant­wor­tet wur­de, mit dem auf einen Bei­trag geant­wor­tet wur­de; dass näm­lich 185 Schau­spie­ler jed­wel­chen Geschlechts, deren sexu­el­le Iden­ti­tät mir bis­her so unbe­kannt wie schnup­pe war, for­der­ten und auch wei­ter­hin for­dern, dass man sowohl aner­ken­ne, dass sie schwul, trans­se­xu­ell und/oder rosa Eich­hörn­chen sei­en, als auch, dass man sie jetzt bit­te genau so behand­le wie zuvor – wofür sie eigent­lich gar nichts hät­ten tun müs­sen (künst­li­che Intel­li­genz wird sich mit den gram­ma­ti­ka­li­schen Beson­der­hei­ten der deut­schen Spra­che besie­gen las­sen, falls es mal zum Auf­stand der Maschi­nen kommt; aber wei­ter im Text), aber sie hiel­ten ihre Sexua­li­tät dann doch für hin­rei­chend wich­tig, um das Föje­tong und sogar mich hin­rei­chend lan­ge mit ihr sich befas­sen zu las­sen. Als wäre das eine erwäh­nens­wer­te Eigen­schaft von Schau­spie­lern! So aber erhe­ben sie den Umstand, dass sie gern Her­ren, Damen, bei­dem oder wem ganz anders bei­schla­fen, zum Poli­ti­kum, das ihre Kar­rie­re kei­nes­wegs been­den soll­te, jedoch über­schat­ten wird, was sie vor­aus­sicht­lich zum Anlass neh­men wer­den, sich dar­über zu grä­men, dass der Umstand, dass sie gern Her­ren, Damen, bei­dem oder wem ganz anders bei­schla­fen, plötz­lich wich­ti­ger scheint als ihre Schau­spiel­kün­ste. Ich wünsch­te, mir fie­le dazu nicht bloß Fas­sungs­lo­sig­keit ein.

Apro­pos schlech­te Pla­nung: Joe Biden beginnt schon mal mit den Kriegs­vor­be­rei­tun­gen. Das hat ja weni­ger lan­ge gedau­ert als erhofft. Immer­hin haben die Sol­da­ten auch etwas davon: Sie dür­fen jetzt, äh, Nagel­lack tra­gen. Aber dann nicht jam­mern, wenn er abblät­tert (wg. Krieg)! Danie­la Lud­wig will der­weil durch­set­zen, dass Post­zu­stel­ler Dro­gen­ver­sand unter­bin­den. Kurz war ich in Sor­ge, aber als gute Baye­rin meint sie damit natür­lich nicht den Schnaps­ver­sand. Alko­hol ist immer­hin system­re­le­vant. Viel­leicht war mei­ne Idee, auf Koka­in auch ein­fach eine Steu­er ein­zu­füh­ren, gar nicht so bescheu­ert?

Im Saar­land wer­de, las ich auf Twit­ter, ein Wer­be­ver­bot für nicht unbe­dingt not­wen­di­ge Din­ge des täg­li­chen Bedarfs ein­ge­führt. Das fin­de ich gut, denn zum Bei­spiel an poli­ti­schen Par­tei­en im Wahl­jahr habe ich gar kei­nen Bedarf. Den frei gewor­de­nen Platz könn­te man ja sinn­voll nut­zen, zum Bei­spiel für Musik.

Pho­las Dac­ty­lus – 01 – Hie­ros Gamos

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Wolf­gang Schäub­le end­lich ein­sper­ren!

„der Frei­tag“, Janu­ar 2000:

Wolf­gang Schäub­le räumt Mit­ver­ant­wor­tung an der Affä­re ein. Er habe 1994 von Schrei­ber 100.000 Mark in bar ent­ge­gen­ge­nom­men und das Geld an die CDU-Schatz­mei­ste­rin wei­ter­ge­ge­ben.

CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Febru­ar 2021:

Straf­ta­ten dür­fen sich nicht loh­nen. Die­se kla­re Bot­schaft wird mit der Ver­schär­fung der Geld­wä­sche­vor­schrif­ten jetzt Gesetz. Wir set­zen auf das Prin­zip ‚Fol­low the money‘ und wol­len orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät und kri­mi­nel­le Clans genau da tref­fen, wo es ihnen weh tut, näm­lich beim Geld.

Na end­lich!

NetzfundstückeNerdkrams
Digi­tal­cou­ra­ge: Gute USA, böse USA.

Der­zeit wird aber­mals eine Akti­on des schräg­fe­mi­ni­sti­schen Ver­eins digi­tal­cou­ra­ge e.V., des­sen alten Namen „Foe­BuD“ ich auch wei­ter­hin nicht für schlech­ter zu hal­ten wil­lens bin, durch sozia­le Medi­en getrie­ben. Nor­ma­ler­wei­se sind sozia­le Medi­en ja eher dafür bekannt, Idio­ten mehr Auf­merk­sam­keit zu ver­schaf­fen als unbe­dingt nötig, heu­te aber ver­su­chen sie sich im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten an kon­struk­ti­vem Inhalt.

Dass ich den Ver­ein digi­tal­cou­ra­ge e.V. für einen netz­po­li­ti­schen Trep­pen­witz hal­te, habe ich in der Ver­gan­gen­heit gele­gent­lich erwähnt. Man soll­te mei­nen, wenn man jah­re­lang öffent­lich und per Mail dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass etwas weni­ger blin­der Aktio­nis­mus für das Anlie­gen viel­leicht von Vor­teil wäre, setzt irgend­wann auch ein Um- oder wenig­stens Nach­den­ken ein. Die­ses Irgend­wann ist noch nicht gekom­men.

Die heu­te wie­der hoch­ge­spül­te Akti­on näm­lich ist die des „Bil­dungs­pa­kets“, bei dem es sich um eine Art Bro­schü­ren­samm­lung han­delt, die Poli­ti­ker, Eltern, Schü­ler und Leh­rer dar­über auf­klä­ren soll, war­um das Spei­chern von Daten auf frem­den Com­pu­tern kei­ne beson­ders gute Idee ist und dass man sich um freie Soft- und Hard­ware bemü­hen sol­le.

Infor­ma­tio­nen über freie Hard­ware bleibt jeden­falls die von mir in Augen­schein genom­me­ne Kurz­ver­si­on lei­der schul­dig, obwohl mich wirk­lich inter­es­siert hät­te, wel­che Archi­tek­tur neben den pro­prie­tä­ren Platt­for­men ARM und AMD64 dem Publi­kum emp­foh­len wer­den soll. Immer­hin wird aber dar­auf ein­ge­gan­gen, was man statt macOS und Win­dows nut­zen sol­le. Hier­für greift der digi­tal­cou­ra­ge e.V. zu einer so über­ra­schen­den wie die gute Recher­che der Autoren des „Bil­dungs­pa­kets“ bewei­sen­den Emp­feh­lung:

Bedenk­lich ist der Ein­satz von Soft­ware, (…)
die Ser­ver in den USA oder ande­ren Län­dern nutzt, in denen ande­re Daten­schutz­ge­set­ze gel­ten

Daher rät er zu:

Linux Dis­tri­bu­tio­nen: (sic! A.d.V.) (…) Wegen des höhe­ren Sicher­heits­po­ten­zi­als ist Linux vor allem für Ser­ver ide­al. SkoleLinux/DebianEdu bie­tet ein Debi­an-Netz­werk, also linux­ba­siert, für Schu­len. Linux­mu­ster bie­tet eben­falls ein umfas­sen­des Schul­netz­werk, vor allem eine ange­neh­me Kom­plett­lö­sung zum Betrieb schu­li­scher Infra­struk­tu­ren.

Nun habe ich mir Debia­nE­du – eine auf Debi­an GNU/Linux basie­ren­de Dis­tri­bu­ti­on – mal kurz ange­guckt. Der Quell­code ist leicht zu fin­den, er besteht im Wesent­li­chen aus ein paar Ergän­zungs­scripts zur Grund­dis­tri­bu­ti­on. Beson­ders inter­es­siert hat mich die Datei sources.list, die fest­legt, woher Debia­nE­du Paket­up­dates bezieht. Mein Erstau­nen hielt sich aber in Gren­zen:

deb http://deb.debian.org/debian/ stable main contrib non-free

deb.debian.org? Das klingt jetzt nicht beson­ders unbe­denk­lich. Es scheint sich um den Last­ver­tei­ler des Debi­an­pro­jekts zu han­deln, ergab eine kur­ze Web­su­che. Und wo steht der?

% dig deb.debian.org
# ... 
deb.debian.org.     1270    IN  CNAME   debian.map.fastlydns.net.
debian.map.fastlydns.net. 21    IN  A   199.232.138.132

Die­ser anschei­nend in Kan­sas her­um­ste­hen­de Ser­ver gehört, wie schon der Name andeu­tet, zu Fast­ly, einem US-ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men. Der Quell­code von Linux­mu­ster scheint nicht frei im Netz zu fin­den zu sein, aller­dings basiert es eben­falls auf Debi­an GNU/Linux, inso­fern gehe ich davon aus, dass die Situa­ti­on eine ähn­li­che sein dürf­te.

Ich stim­me dem digi­tal­cou­ra­ge e.V. wirk­lich ungern zu, aber: Ganz schön bedenk­lich, der Ein­satz sol­cher Soft­ware.

Nerdkrams
Iro­ni­sche Daten­schutz­schu­lung

Das ist ja sehr nett von der Fir­ma Käm­mer Con­sul­ting GmbH, dass sie auch in Coro­na­zei­ten Daten­schutz­schu­lun­gen anbie­tet, bei denen sie ins­be­son­de­re dar­auf ach­tet, dass ein­schlä­gi­ge Vor­ga­ben ein­ge­hal­ten wer­den …

…, aber ob es unbe­dingt für den Infor­ma­ti­ons­ge­halt der Schu­lung spricht, dass das nach Schrems II kaum mehr ver­tret­bar ein­setz­ba­re, weil zwangs­läu­fig unter US-Daten­schutz fal­len­de (All­er­gi­ker­war­nung: Link zu „t3n“) Video­kon­fe­renz­pro­gramm „GoTo­Mee­ting“ genutzt wird …

…, wage ich bis auf Wei­te­res noch nicht zu beur­tei­len.