In den NachrichtenMontagsmusik
Zone Six – Touch Down Hei­di (live) // Sabahno­ta­ge

Moin!Es ist Mon­tag. Die Bilanz des Wochen­en­des: 1 beschä­dig­te Was­ser­zu­fuhr, 1 beschä­dig­tes Acces­soire, 1 beschä­dig­ter Arti­kel­au­tor, 1 trau­ri­ger Kon­to­stand, 2 Tage Kater. Erwach­sen­sein ist super, kann man es irgend­wo wie­der zurück­ge­ben?

Nie­der­sach­sen hat gewählt und Frank denkt nicht dar­über nach. Ich wünsch­te, das blie­be auch mir erspart, aber ich habe ja auch gewählt – natür­lich nur Gutes, wie man es von mir kennt – und bin daher künf­tig schuld. Das Leben eben. Steckt man nicht drin. Der hie­si­ge Bahn­ver­kehr war am Sonn­abend kurz aus­ge­fal­len. Nicht, dass man bei der Bahn den Unter­schied zwi­schen Sabo­ta­ge und Nor­mal­be­trieb über­haupt merk­te, aber der Schul­di­ge ist gesetzt. Ver­damm­ter Putin.

Erwach­se­ne Leu­te, die Super­hel­den­fil­me gucken, stell­ten die Vor­stu­fe zum Faschis­mus dar oder so, lässt Alan Moo­re wis­sen. So harsch wür­de ich sie jetzt nicht beschimp­fen, aber ein biss­chen beschimp­fen soll­te man sie durch­aus, sonst hört das nie auf. Im „Atlan­tic“ ist unter­des­sen zu lesen, dass rei­che Men­schen es gern ruhig haben. Ich bin nun nicht son­der­lich reich, aber auch ich mag Stil­le lie­ber als andau­ern­de Berie­se­lung. Ich bin offen­sicht­lich mit dem fal­schen Kon­to­stand gebo­ren. Den las­se ich mir mor­gen beim Amt gleich anders ein­tra­gen.

Bis dahin höre ich Musik.

ZONE SIX – Touch Down Hei­di – live in HD 2017 (Live Spring 2017)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Frau­en weg von der Macht!

„taz“, miss­mu­tig, 26. Okto­ber 1994:

Zugleich aber bleibt der Zusam­men­hang von Frau­en und Macht dop­pelt gespal­ten. Es wirkt ein modi­fi­zier­ter exten­si­ver und inten­si­ver Aus­schluß­me­cha­nis­mus. (…) Wenn Frau­en nicht neue Ungleich­heit mit­pro­du­zie­ren wol­len, müs­sen sie dar­auf eine Ant­wort fin­den. (…) Nicht nur die klas­sisch weib­li­chen The­men, son­dern gera­de alle poli­ti­schen Fel­der sind zu „beset­zen“, eben auch die Ver­tei­di­gungs­po­li­tik oder die „Inne­re Sicher­heit“.

„taz“, opti­mi­stisch, 18. Juli 2019:

Ob Ange­la Mer­kel, Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er und Ursu­la von der Ley­en Femi­ni­stin­nen sind – who cares? Es sind drei extrem erfolg­rei­che Frau­en an zen­tra­len poli­ti­schen Stel­len, die den Kin­dern die­ser Gesell­schaft zei­gen, dass eine Frau Kanz­le­rin kann, CDU-Che­fin, EU-Che­fin und, wie­der­holt, Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ste­rin. (…) Inhalt­lich wird die­se christ­li­che Damen­uni­on – da darf man sich nichts vor­ma­chen – ent­täu­schen. (…) Und trotz­dem: Die­ses Trio lie­fert gera­de ein Lehr­stück über weib­li­che Macht.

„taz“, wütend, 1. Okto­ber 2022:

Ver­gan­ge­nen Sonn­tag erlang­te das Rechts-Mit­te-Bünd­nis in bei­den Par­la­ments­kam­mern die abso­lu­te Mehr­heit, (…) die rechts­ra­di­ka­le Gior­gia Melo­ni wird wohl Ita­li­ens erste Mini­ster­prä­si­den­tin. (…) Erschreckend des­halb, weil klar ist, dass (…) Ita­li­en ein noch schlech­te­rer und gefähr­li­che­rer Ort für (…) Frau­en wird.

Als Frau zu erfolg­reich für die „taz“ zu wer­den ist ja auch noch eine Lebens­lei­stung.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Swans – The Glo­wing Man

Swans - The Glowing ManLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

1982 grün­de­te Micha­el Gira, der bis dahin nicht nen­nens­wert musi­ka­lisch in Erschei­nung getre­ten war, in New York die Musik­grup­pe Swans, zu deren kaum zu über­hö­ren­den Ein­flüs­sen die damals auf­kom­men­den New-Wave-Bands wie New Order zähl­ten. Im Lau­fe ihres Bestehens gehör­ten der Grup­pe nam­haf­te Musi­ker wie Thur­s­ton Moo­re (Sonic Youth) und zuletzt auch der 2020 ver­stor­be­ne Schlag­zeu­ger Bill Rief­lin (unter ande­rem King Crims­on und R.E.M.) an, aber den Ver­käu­fen hat das kaum wesent­lich genützt. Es dau­er­te fünf­zehn Jah­re und eine zwei­stel­li­ge Zahl an auf­ge­nom­me­nen Ton­trä­gern, bis der von Anfang an nur mäßi­ge kom­mer­zi­el­le Erfolg Micha­el Gira die Moti­va­ti­on aus­ge­trie­ben hat­te und er die Band auf­lö­ste.

2010 refor­mier­te er sie, zum Teil mit frü­he­ren Mit­mu­si­kern. Unter dem Namen Swans erschie­nen seit­dem fünf Stu­dio- und vier Live­al­ben. „The Glo­wing Man“, 2016 ver­öf­fent­licht (Amazon.de, TIDAL), nimmt dabei eine Son­der­rol­le ein, denn es ist nicht nur ein Drei­fach­al­bum mit einer Lauf­zeit von fast zwei Stun­den, wobei die drei läng­sten Stücke „Cloud of Unkno­wing“, „Fran­kie M“ und das Titel­stück „The Glo­wing Man“ zusam­men bereits über eine Stun­de lang sind (nimm dies, For­mat­ra­dio!), son­dern war auch das letz­te Album vor der erneu­ten Auf­lö­sung der Swans, die erst 2019 in schon wie­der ande­rer Beset­zung zusam­men­ka­men.

Musi­ka­lisch haben wir es hier im wei­te­ren Sin­ne mit Rock­mu­sik zu tun, die ihre expe­ri­men­tel­le Natur manch­mal nicht ganz ver­ber­gen kann (die uner­war­te­ten Län­gen im Titel­stück, in denen Rhyth­mus­mu­ster minu­ten­lang sto­isch wie­der­holt wer­den, gehö­ren dazu) und deren Erschaf­fer den Noi­se­r­ock eben­so für sich ent­deckt haben wie sie ihre Wur­zeln – auch eine Cover­ver­si­on von Joy Divi­si­ons „Love Will Tear Us Apart“ wur­de als Teil einer Swans-EP ver­öf­fent­licht – nicht ver­ges­sen haben.

Swans – The World Looks Red / The World Looks Black

Wer „The Glo­wing Man“ mag, mag auch: Sitzt­an­zen, Intro­ver­si­on und Later­nen­aus­tre­ten. Lärm, Rhyth­mus und unschlim­mer Gesang. Schö­ne Kom­bi­na­ti­on.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
a/lpaca – Make it Bet­ter // O’g­steckt is!

MontagspandaEs ist Mon­tag. Angeb­lich ist heu­te irgend­ein Fei­er­tag, aber im Kalen­der steht gar nichts, was eine Fei­er recht­fer­ti­gen wür­de, son­dern nur irgends­o­ein ver­meint­lich poli­ti­scher Unfug. Wie lang­wei­lig! – Die schwe­len­de Fra­ge bleibt: Wäre statt­des­sen ein Bei­tritt der Bun­des­re­pu­blik zur DDR wirk­lich viel schlech­ter für die Wirt­schaft bei­der Staa­ten gewe­sen?

Die jeden­falls hat gera­de auch für Arbeit­neh­mer so ihre Her­aus­for­de­run­gen, vor allem die deutlch sin­ken­de Kauf­kraft. Die Müll­ge­werk­schaft ver.di nimmt sich ihrer zum Glück lie­be­voll an und ver­scher­belt Influen­cer­pro­duk­te, einen Bau­spar­ver­trag und ein Gewinn­spiel. Wisst ihr noch, damals, als Gewerk­schaf­ten noch nicht so eine Ver­schwen­dung von Zeit, Geld und Ener­gie waren? Ich auch nicht.

Über­ra­schend stellt sich her­aus, dass sich Krank­heits­er­re­ger ziem­lich gut ver­brei­ten, wenn man eng gedrängt in Hun­der­ten sau­fend im Zelt sitzt. Gera­de ist kein Coro­na, gera­de ist ja noch Okto­ber­fest. Ich kon­su­mie­re die weni­gen von mir geschätz­ten Rausch­mit­tel, Musik aus­ge­nom­men, ja bevor­zugt in Grup­pen von höch­stens vier Teil­neh­mern. Ist auch gesün­der dann, wie es scheint. Mahl­zeit!

Apro­pos Musik: Statt Bier­zelt­gel­al­le gibt es hier auf Hirn­fick 2.0, dem Qua­li­täts­me­di­um für Dings­bums, auch heu­te wie­der einen aku­stisch erfreu­li­che­ren Wochen­be­ginn zu hören. Ich habe ja einen (zuge­ge­ben: mäßig guten) Ruf zu ver­lie­ren und das ist här­te­re Arbeit, als ihr glaubt.

a/lpaca – Make it Bet­ter

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Mehr Tiger ficken.

Die Stif­tung WWF Deutsch­land freut sich:

Gute Nach­richt für den bedroh­ten Tiger: Nepal hat den Bestand an wild­le­ben­den Tigern ver­dop­pelt.

Aber waren es nicht viel­mehr die Tiger selbst, die ihren Bestand ver­dop­pelt haben – oder muss­te Nepal (d.h.: muss­ten die Nepa­le­sen) selbst ein­grei­fen bezie­hungs­wei­se wäre die Popu­la­ti­on wild­le­ben­der Tie­re über­haupt noch einer Sor­ge wert, wenn die Men­schen sich kom­plett aus ihr her­aus­hiel­ten und die wild­le­ben­den Tie­re ein­fach wild leben lie­ßen?

Persönliches
„Vor­sicht!“ ist das neue „Par­don!“.

Notiz aus dem Inter­ci­ty: Men­schen, die „Vor­sicht!“ rufen, wenn sie eigent­lich „Ver­zei­hung, sicher­lich könn­te ich auch ein­fach an Ihnen vor­bei­ge­hen, aber es wäre den­noch nett, wür­den Sie noch etwas mehr Platz machen“ sagen wol­len soll­ten, sind nur einer der gra­vie­ren­den Nach­tei­le des öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehrs gegen­über dem moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr; selbst unter Berück­sich­ti­gung der Vor­tei­le der Ver­kehrs­wen­de, die in ihrer real exi­stie­ren­den Aus­prä­gung wenig mehr ist als eine Antriebs­wen­de, bleibt fest­zu­hal­ten, dass es vor allem die Zug­pas­sa­gie­re (bestimmt geht alles schnel­ler, wenn ich ein­stei­ge, bevor alle aus­stei­gen, und bestimmt bin ich schnel­ler am Ziel, wenn ich zehn Zug­mi­nu­ten vor der Hal­te­stel­le schon den Gang blockie­re, jaja) sind, die dem sonst­wie finan­zi­ell und struk­tu­rell (teu­rer Treib­stoff, kei­ne Park­plät­ze) gebeu­tel­ten Indi­vi­du­al­ver­keh­rer am aller­we­nig­sten feh­len dürf­ten.

NetzfundstückeIn den NachrichtenWirtschaft
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 29. Sep­tem­ber 2022

Zwei Nach­rich­ten aus die­sem Monat: „Die Kran­ken­häu­ser wis­sen schon jetzt nicht mehr, wie sie im näch­sten Jahr noch die Gehäl­ter bezah­len kön­nen“, aber immer­hin: „Die Top­ma­na­ger deut­scher Bör­sen­schwer­ge­wich­te haben von der guten Ent­wick­lung ihrer Kon­zer­ne nach der Coro­na-Kri­se mit einem kräf­ti­gen Gehalts­sprung von 24 Pro­zent pro­fi­tiert.“ Bei der Wahl zwi­schen Auto­kon­zer­nen (ein Fünf­tel der Volks­wa­gen AG gehört „dem Land Nie­der­sach­sen“, d.h. den Nie­der­sach­sen) und Kran­ken­häu­sern finan­zie­ren wir selbst­ver­ständ­lich stär­ker die Auto­kon­zer­ne. Mit einem Kran­ken­wa­gen kann man nicht so gut ein­kau­fen fah­ren und das ist blöd für die Wirt­schaft.


Was gehört denn noch so dem Volk? Klar: Die Bahn. Und was wird vom Volk dar­um künf­tig mehr Geld haben wol­len? Klar: Die Bahn (Archiv­ver­si­on).


Metal? Metal.


Was pas­siert eigent­lich, wenn man als Jour­na­list die Recht­mä­ßig­keit eines ver­meint­li­chen „Schein­re­fe­ren­dums“ über­prü­fen möch­te? Nun, zunächst ein­mal nichts und dann ver­liert man sei­nen Lehr­auf­trag.


Neue Lieb­lings­an­wei­sung: Nicht im Orche­ster­rau­me prä­lu­die­ren! :aufsmaul:

In den NachrichtenPolitik
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Abstim­mung been­det: Brüs­sel mel­det hohe Zustim­mung bei „Refe­ren­den“

Die Qua­li­täts­pres­se „infor­miert“ (Archiv­ver­si­on):

Abstim­mung been­det: Russ­land mel­det hohe Zustim­mung zu „Refe­ren­den“

Die Anfüh­rungs­zei­chen sind wich­tig, denn sie tren­nen das schur­ken­haf­te Vor­ge­hen („Refe­ren­dum“, also wenn ein Volk, das nicht das saar­län­di­sche ist, gefragt wird, zu wel­chem Land es künf­tig gehö­ren möch­te) von sau­be­ren demo­kra­ti­schen Vor­gän­gen wie zum Bei­spiel der Wahl des deut­schen Bun­des­prä­si­den­ten und/oder der Wahl des EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten.

Ich fän­de das alles gern weni­ger bedrückend.

MontagsmusikMusikIn den Nachrichten
Pha­ro­ah San­ders Quin­tet – The Crea­tor Has a Master Plan // Die Erben der Pop­kul­tur

Erst mal baden.Es ist Mon­tag. „Rie­sen­glück für Säug­ling: Lkw rammt Kin­der­wa­gen“, puh, fast hät­te das nicht geklappt!

Kur­ze Durch­sa­ge aus der katho­li­schen Kir­che: Frie­ren ist schlimm, aber wenig­stens ist es weni­ger schlimm als Krieg. Noch zwei bis drei Denk­schrit­te, dann fällt ihnen auf, dass auch das Nageln von Mess­die­nern weni­ger schlimm ist als Krieg.

Die Umdeu­tung der Pop­kul­tur von dem, was die Jugend von den Erwach­se­nen trennt, als ver­meint­lich selbst­iro­ni­scher Ana­chro­nis­mus derer, die in den Neun­z’­gern noch Ziel­grup­pe der dama­li­gen Pop­kul­tur waren, ist einer­seits ärger­lich – ande­rer­seits bin ich auch in einem unge­eig­ne­ten Alter, mich über „die Jugend“ zu ärgern, ohne als uncoo­ler Opa miss­ver­stan­den zu wer­den.

Neu­lich hör­te ich jeden­falls in einem die­ser neu­mo­di­schen „Streams“ im Hin­ter­grund eine schlim­me Neu­ab­mi­schung eines von mir geschätz­ten Lie­des, das ich sofort als frü­he­ren „Som­mer­hit“ wie­der­erkann­te. Nun war der zuge­hö­ri­ge Som­mer, wie die Wiki­pe­dia mir net­ter­wei­se bestä­tig­te, über 20 Jah­re her. Die Gast­ge­be­rin des „Streams“ war zu die­ser Zeit noch nicht auf der Welt.

Der Weg­fall der „Pop­kul­tur“ in musi­ka­li­scher Hin­sicht ist ein grö­ße­res Ärger­nis als es zunächst scheint, denn mit ihr fehlt auch das klar umris­se­ne Bio­top jeder Alters­grup­pe. Wäre ich heu­te Jugend­li­cher, womit soll­te ich gegen die Älte­ren rebel­lie­ren? Sie wäh­len selbst radi­ka­le Pflau­men­par­tei­en, hören die glei­che Musik (aller­dings zumin­dest im Ori­gi­nal) und zie­hen sich zuse­hends nach­läs­si­ger an. Wäre ich ein Punk im Teen­ager­al­ter und müss­te mir über­le­gen, womit ich der Gesell­schaft effi­zi­ent den Mit­tel­fin­ger zei­gen könn­te, ich trä­te wahr­schein­lich in die CDU ein, hör­te Musik von Udo Jür­gens und Hei­no und trü­ge einen anstän­di­gen Anzug.

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten grün­den sie jetzt Clubs der toten Dich­ter, um dem Can­celn etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Oh Cap­tain, mein Cap­tain!

Apro­pos Jugend­kul­tur: Vor­ge­stern starb Pha­ro­ah San­ders, ein weit­hin geschätz­ter Free-Jazz-Saxo­pho­nist. Begin­nen wir die Woche also mal mit etwas Jazz.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Nǽnøĉÿb­bŒrğ VbëřřĦōlö­kääv­sŦ

NǽnøĉÿbbŒrğ VbëřřĦōlökäävsŦLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Zufäl­lig erfuhr ich, dass es – so will es die Erzäh­lung – zwei Polar­for­scher gibt, die in einem For­schungs­zen­trum am Süd­pol fest­ge­stellt haben, dass sie einen ähn­li­chen Musik­ge­schmack haben, und seit­dem gemein­sam unter dem nahe­lie­gen­den Namen Nǽnøĉÿb­bŒrğ VbëřřĦōlö­kääv­sŦ (sti­li­sier­te Schreib­wei­se von „Nano­cy­borg Uber­ho­lo­caust“) Musik auf­neh­men, die sie „Post-Noi­se“ und/oder „Ambi­ent Cos­mic Extre­me Fun­e­ral Dro­ne Doom Metal“ nen­nen.

Was man am Süd­pol halt so macht.

Die alle­samt frei zum Her­un­ter­la­den ver­füg­ba­ren Alben errei­chen sport­li­che Lauf­zei­ten von bis zu 22:47:57 Stun­den („The Ulti­ma­te Fate of the Uni­ver­se“, 2007), das aktu­el­le namen­lo­se Werk (auf­ge­nom­men seit 2020, ver­öf­fent­licht Ende August die­ses Jah­res) hin­ge­gen ist nach nur knapp unter zwei Stun­den schon vor­bei. Jetzt nur nicht schlapp­ma­chen!

Laut den Kom­men­ta­ren auf You­Tube wur­de auf dem neu­en Album unter ande­rem ein Musik­stück aus Don­key Kong Coun­try 2 ver­ar­bei­tet. Musi­ka­lisch gibt es trotz­dem unge­fähr die Art von Musik auf die Ohren, die von Men­schen zu erwar­ten ist, die am Süd­pol leben, wo es sehr lan­ge sehr kalt und sehr dun­kel ist. (Über den Ursprung des Humors der Zeich­nun­gen des islän­di­schen Zeich­ners Hug­lei­kur Dags­son liest man ver­gleich­ba­re Geschich­ten.) Es pas­siert sehr lan­ge nichts und dann möch­te man eigent­lich auch schon ster­ben. Es ist groß­ar­tig.

Nǽnøĉÿb­bŒrğ VbëřřĦōlö­kääv­sŦ – Nǽnøĉÿb­bŒrğ VbëřřĦōlö­kääv­sŦ [Full Album, 2022]

Wärm­stens – hehe, ihr ver­steht? – emp­foh­len.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Chri­sti­an, der Viel­syn­ony­me.

Wäh­rend die nach­weis­lich kri­mi­nel­le SPD (wo bleibt eigent­lich das Ver­bots­ver­fah­ren?) es aus irgend­wel­chen Grün­den aber­mals schafft, in der heu­ti­gen Bericht­erstat­tung dar­über, dass ihre ille­ga­le Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ille­gal ist, nicht als Täte­rin genannt zu wer­den, kann die Pres­se beim klein­sten Koali­ti­ons­part­ner gar nicht oft genug „FDP“ sagen: In einem kur­zen Bericht dar­über, dass Chri­sti­an Lind­ner dem öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk ein „erheb­li­ches Ein­spar­po­ten­zi­al“ atte­stier­te, fand und nutz­te die „Neue Osna­brücker Zei­tung“ in fünf Sät­zen drei ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, bloß nicht das Pro­no­men „er“ zu ver­wen­den, um Chri­sti­an Lind­ner als han­deln­des Sub­jekt zu beschrei­ben.

„Der FDP-Vor­sit­zen­de“, „der Finanz­mi­ni­ster“ und „der FDP-Chef“ kön­nen zumin­dest froh sein, dass der Text nicht noch län­ger sein muss­te; „der 43-Jäh­ri­ge“ und „der gebür­ti­ge Wup­per­ta­ler“ wären immer­hin noch frei gewe­sen. Die „Neue Osna­brücker Zei­tung“, infor­miert (unter ande­rem) die deutsch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia, gehö­re zu den meist­zi­tier­ten Tages­zei­tun­gen Deutsch­lands. Das fürch­te ich auch.

In den NachrichtenMontagsmusik
black midi – Wel­co­me to Hell // Kein Ter­ror­ball zum Bier.

Seufz.Es ist Mon­tag. Der Ener­gie­part­ner Deutsch­lands, der uns aus der Abhän­gig­keit von den Rus­sen „befrei­en“ soll­te, die einen „bru­ta­len Angriffs­krieg“ („Angriffs­krieg“ ohne „bru­tal“ davor scheint inzwi­schen eine unzu­läs­si­ge Phra­se gewor­den zu sein, als wäre ein nicht bru­ta­ler Angriffs­krieg nicht auch dann min­de­stens ziem­lich lebens­ge­fähr­lich) füh­ren, führt einen „bru­ta­len Angriffs­krieg“, aber weil ihm nie­mand bewei­sen kann, dass er ange­fan­gen hat, sagt die SPD lie­ber nichts dazu. Viel­leicht soll­te man mal eine Frau regie­ren las­sen, dann wird alles bes­ser.

Über­ra­schen­de Wort­mel­dung von Prof. Dr. Kate­ri­na Sta­t­hi vom ger­ma­ni­sti­schen Insti­tut der WWU Mün­ster, weil man’s von Hoch­schu­len ja schon nicht mehr gewohnt ist: „Spra­che hat nicht die Funk­ti­on, Gerech­tig­keit abzu­bil­den, sie kann nicht das Spiel­feld die­ser Dis­kus­si­on sein.“ Das gibt doch wie­der ein Can­cel.

Ich selbst habe vor vie­len Jah­ren Fuß­ball gecan­celt – er erfüllt in mei­nem Leben kei­nen Zweck, die Prä­mis­se ist unin­ter­es­sant und das Boden­per­so­nal ist mir eine Last. Zumin­dest das macht Schu­le: Ange­kün­digt ist, dass vie­le Bier­schank­stät­ten auf die Aus­strah­lung des anste­hen­den Quatsch­wett­be­werbs im Ter­ror­staat Katar ver­zich­ten wer­den (Archiv­ver­si­on), wenn auch nicht aus dem inter­es­san­te­sten Grund, näm­lich, dass das blö­de Gegrö­le Pas­san­ten belä­stigt. Von mir aus darf das trotz­dem gern wie­der­holt wer­den.

Kann man auch kaum oft genug wie­der­ho­len: Musik.

black midi – Wel­co­me To Hell

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Die Münch­ner Tui­le­rien im Super­kri­sen­jahr

Wiki­pe­dia:

Der Groß­teil der Bevöl­ke­rung im Anci­en Régime war an Auf­klä­rungs­den­ken und Poli­ti­sie­rung wenig inter­es­siert, am Brot­preis umso mehr. Die Bau­ern (…) hat­ten (…) eine schlim­me Miss­ern­te erlit­ten und danach einen har­ten Win­ter durch­lebt. (…) Wäh­rend es den Bau­ern am Nötig­sten fehl­te, sahen sie die Spei­cher der welt­li­chen und geist­li­chen Grund­her­ren, denen sie Abga­ben zu ent­rich­ten hat­ten, noch gut gefüllt. (…) Auch die klei­nen Leu­te in den Städ­ten wur­den von den Preis­stei­ge­run­gen der Lebens­mit­tel hart getrof­fen. (…) Hand­wer­ker in Städ­ten muss­ten etwa die Hälf­te ihres Ein­kom­mens allein für die Brot­ver­sor­gung aus­ge­ben. Jede Preis­stei­ge­rung wirk­te exi­stenz­be­dro­hend und ließ die Nach­fra­ge nach ande­ren Gütern des täg­li­chen Bedarfs sin­ken.

Schö­nes Bier-für-13,80-Euro-Fest aller­seits!

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz gefragt (4): Hans Peter Wolls­ei­fer!

Yo, Hans Peter Wolls­ei­fer, Prä­si­dent des Zen­tral­ver­bands des Deut­schen Hand­werks (ZDH):

Vie­le frag­ten sich, war­um sie mor­gens um 7 Uhr schon arbei­ten soll­ten, wenn Bür­ger­geld-Bezie­her fast das Glei­che bekä­men.

War­um genau wer­den Hand­wer­ker von Ihres­glei­chen eigent­lich so schlecht bezahlt, dass sich Arbeits­lo­sig­keit für sie bei­na­he loh­nen wür­de?