
So lange Menschen Geld dafür ausgeben können, solche Aufkleber drucken zu lassen, hat der Russe noch nicht gewonnen.

So lange Menschen Geld dafür ausgeben können, solche Aufkleber drucken zu lassen, hat der Russe noch nicht gewonnen.
Ja, sicher, die Priorisierung, während einer tödlichen Flut („Flutkatastrophe“) in seinem Zuständigkeitsbereich erst mal den eigenen Porsche umzuparken und sich einer (vermuteten) außerehelichen Geliebten zu widmen, statt sich um die Bürger zu kümmern, ist selbst für jemanden, der für die CDU in ein Amt gewählt wurde, erstaunlich uncharmant, aber Jürgen Pföhlers Haltung zum Datenschutz…
Wo sich der Landrat des Kreises Ahrweiler am Abend und in der Nacht jeweils aufgehalten hat, ließ sich laut der LKA-Ermittlerin nicht ermitteln. Die Standortdaten seien nicht erfasst, der Grund dafür sei unbekannt, sagte die Zeugin. (…) Die Handy-Kontakte beschränkten sich nach der Auswertung der Ermittlerin auf Telefonate und SMS; Whatsapp sei auf dem Handy nicht installiert gewesen.
… ist ohne Zweifel vorbildlich und sollte in der CDU als solches begriffen werden, statt uns Datenschützer – wie bisher, allerdings immerhin gegenseitig – als den politischen Gegner zu begreifen, dem das Leben unnötig schwer gemacht werden muss.
Was sie meinen (könnten): Gendern mit einem Doppelpunkt ist für Menschen mit Lesebeeinträchtigungen und/oder Sprachproblemen nicht ganz so ärgerlich zu lesen wie Gendern mit einem Asterisk (aber immer noch weit weniger angenehm als Doppelnennung oder generisches Maskulinum).
Was sie schreiben: „Braunschweiger:innen statt Braunschweiger zu schreiben erhöht die Lesbarkeit“.

Warum sie die Rezipienten ihrer geschundenen Sprache zudem juvenil duzen statt respektvoll siezen, erklären die Redakteure von „Braunschweig imPuls“ – ein Titel, den gesondert für bemerkenswert zu halten ich mir gerade noch ausreden kann – übrigens sicherheitshalber gar nicht erst.
(Zweitverwertet von Twitter.)
Friedrich Merz möchte für Deutschland tuten oder so: Dem Busenblatt „BILD“ sagte er, es dürfe „keine Denkverbote“ gegenüber Kernenergie mehr geben. Ich halte Kernenergie für eine gute, weil CO2-arme und hocheffiziente Art der Energieversorgung, bin aber nicht besonders gespannt auf die Argumentationen der gegnerischen Parteien, was ihre Vorliebe für das Frieren gegen Russland angeht.
Das allerletzte Konzert der „Ostrock“-Gruppe City findet am 30. Dezember 2022 ausgerechnet in Berlin statt. Ich finde ja, sie hätte einen würdigeren Abschied verdient.
Henryk M. Broder wurde was gefragt und hat was gesagt:
Ich stehe morgens auf – selten vor 10 Uhr früh –, dann gehe ich mit dem Hund spazieren. Und schon in dieser kurzen Zeit bin ich sicher, dass ungefähr ein Dutzend Leute ein frisches Magengeschwür haben. Meinetwegen. Das ist ein schöner Gedanke.
Zu der jetzt sicherlich von manchen Lesern geäußerten Vermutung, ich zählte Henryk M. Broder aufgrund dieser Grundhaltung spätestens jetzt zu meinen Vorbildern, äußere ich mich heute nicht.
Auf Volksfesten in Würzburg ist ein bescheuertes Bumslied vom „Ballermann“ bis auf Weiteres nicht zugelassen. Die daraus zu folgernde Auffassung, dass es „bessere“ und „schlechtere“ bescheuerte „Ballermann“-Bumslieder gebe, teile ich nicht, würde aber hier, in der niedersächsischen Ferne, im weiteren Verlauf der Diskussion gern darüber informiert werden, wodurch das bescheuerte Bumslied ersetzt werden wird; durch die Transsexuellengeschichte „Walk on the Wild Side“ oder doch durch den Vergewaltigungsklassiker „Du hast den Farbfilm vergessen“?
Deutschland muss sich im internationalen Wettbewerb abermals geschlagen geben: Das zweitunfreundlichste Land, hinter Kuwait immerhin, ist Österreich.
Wenig überraschend sieht die EU-Politik momentan mehrheitlich wenig Anlass dazu, die geplante „Chatkontrolle“ – also die faktische Unterbindung vertraulicher digitaler Kommunikation in nahezu Echtzeit – trotz internationaler Proteste noch einmal grundlegend zu überdenken. Ebenso wenig überraschend versuchen es ihre Verfechter, darunter die EU-Kommissarin Ylva Johansson, gar nicht erst mit Ehrlichkeit, sondern lügen für die Überwachung. Um so erschreckender ist es, dass künftig Nutzer von WhatsApp mit Nutzern anderer, nachweislich Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger kommunizieren können sollen. Haha, diese Briten. Die wissen ja gar nicht, was ihnen entgeht.
Es ist Montag. Na, auch keine eigene Mediensammlung mehr, weil Streamingdienste doch „alles haben“ und „nichts wegnehmen“? Der skrupellose Konzern Sony, der etwa 22 Millionen Computer mit Schadsoftware infiziert hat und trotzdem noch Kunden findet, hat da noch ein Wörtchen mitzureden: In seinem „Playstation Store“ werden demnächst einige „gekaufte“ „Inhalte“ ersatzlos gestrichen. Verrückt: Wenn jemand veganen Wurstersatz „Wurst“ nennen will, wollen die Deutschen das gerichtlich verbieten lassen, aber wenn der skrupellose Konzern Sony das Anbieten eines Abonnements für den Zugang zu „Inhalten“, die ihnen nicht mal gehören, einen „Kauf“ nennt, dann ist das halt so. Die Menschen sind schwierig.
Warum sind die einst grafisch anspruchsvollen, vor allem aber sofort wiedererkennbaren Logos von Unternehmen eigentlich in den letzten Jahren schlichtem Text gewichen, der die wesentliche Aufgabe eines Logos (die sofortige Wiedererkennbarkeit der zugehörigen Marke) vollends verfehlt? Mögliche Ursache: Die Lesbarkeit eines Logotextes auf Smartphones. Danke, junge Generation, die ihr glaubt, anständige Bildschirme mit anständigen Eingabegeräten seien nicht mehr en vogue und darum nichts für euch. Euretwegen kann man Microsoft, Facebook und Yves Saint Laurent jetzt kaum noch voneinander unterscheiden.
Die Außenministerin ist 11.000 Kilometer weit geflogen, um die Einwohner des Reiseziels zu ermahnen, diese sollten gefälligst mehr auf das Klima achten. Verstehe ich nicht: War das Flugzeug solarbetrieben? – An der Berliner Humboldt-Universität finden jetzt Umfragen statt, ob man sich von der Anwesenheit einer Biologin bedroht fühle, auf dass diese mit ihrer blöden Wissenschaft endlich als die Hexe entlarvt werde, für die man sie hält. Ich fühle mich inzwischen von der Existenz von Studenten an der Humboldt-Universität bedroht. Wo kann ich das melden?
Ähnlich beknackt: Das (sehr gute) freie Screenshotwerkzeug ShareX sah sich neulich einer Kundenbeschwerde ausgesetzt, in der eine Twitternutzerin, die sich „Karen“ nennt, im Mai dieses Jahres die fehlenden Updates beklagte; das vorherige sei „sehr lange her“ (nämlich vom 30. Dezember 2021). Ich freue mich bei Zurkenntnisnahme solcher Interaktionen immer, dass meine Programme so wenige Nutzer haben. Da stört es keinen.
Hat hingegen viel zu wenige Nutzer: Gute Musik.
Guten Morgen.
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Im Jahr 1993 veröffentlichte der Gitarrist Caspar Brötzmann, Sohn des Jazzmusikers Peter Brötzmann, mit seiner damaligen – und mittlerweile wohl wieder bestehenden – Band, die er schlicht „Massaker“ (nicht mit der ebenfalls sehr guten Experimentalgruppe Massacre zu verwechseln) nannte, ein Album namens „Koksofen“. Benjamin Moldenhauer vom „Neuen Deutschland“ befand die „Inszenierung dunkler, extremer und gewaltvoller Maskulinität“ als „vor allem angestrengt und auch ein bisschen stumpf“. Das macht neugierig.
Ich hatte das Album vor einigen Jahren schon einmal gehört, für gut befunden und dann völlig vergessen. Beim Stöbern in meinem Hamburger Lieblingsplattenladen (den ich natürlich nicht preiszugeben vorhabe, sonst gehen da alle hin und kaufen mir alles weg) sah ich zufällig, dass Southern Lord, die Plattenfirma von Stephen O’Malley (bekannt von Sunn O)))), „Koksofen“ neu aufgelegt hatte (Amazon.de; TIDAL hat nur eine ältere Fassung im Sortiment), und griff zu.
In „Wiege“, einer angenehm avantgardistisch untermalten Geschichte, die thematisch Falcos „Jeanny“ zumindest ähnelt, benutzt Caspar Brötzmann, der auf „Koksofen“ nicht nur Gitarre spielt, sondern auch spricht (Gesang im eigentlichen Sinne gibt es nicht), die Redewendung, das lyrische Ich habe „dafür gesorgt, dass ich deine einzigste Geliebte bin“. Das gibt Punktabzug. Die Darbietung des schlimmen Deutschs ist allerdings als gelungen zu betrachten. Den Textvortrag, gerade in Verbindung mit den doch recht dunklen Texten, mit Nick Cave und Klaus Kinski zu vergleichen ist mir zu müßig, weil es alle machen, obwohl sie die Nuancen der Intonation – auf „Koksofen“ eher geraunt als exaltiert – kaum beachten; dabei tragen auch diese merklich zum Gesamtbild bei.
Die zugehörige Musik ist trotz des familiären Jazzhintergrunds eher in Gothic und Postpunk zu verorten, allerdings zeigt sich, dass Caspar Brötzmann sein Instrument vor allem als Spiel-Zeug begreift: Verzerrte Gitarrenströme reißen auf „Koksofen“ alles mit sich, was zuvor Struktur gab. „Koksofen“ ist ein anstrengendes Album und manchmal brauche ich das.
Caspar Brötzmann sei, sagte er vor ein paar Jahren in einem Interview, mittlerweile auf den Bass umgestiegen. Ich komme nicht umhin, daraus Neugier zu ziehen.
Altbekannt ist das Notstandsproblem:
Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und droht, fünf Personen zu überrollen. Durch Umstellen einer Weiche kann die Straßenbahn auf ein anderes Gleis umgeleitet werden. Unglücklicherweise befindet sich dort eine weitere Person. Darf (durch Umlegen der Weiche) der Tod einer Person in Kauf genommen werden, um das Leben von fünf Personen zu retten?
Ziemlich großartig sind Neal Agarwals absurde Notstandsprobleme (englischsprachig): Wie weit würde man gehen, wenn der Tod eines Anderen das eigene Leben verbessert? Ist teilweise albern. Ich mag albern.
Indonesien hat über 275 Millionen Einwohner, viele von ihnen tragen nur einen Namen, denn Familiennamen sind dort weder vorgeschrieben noch erblich. Äthiopien, Eritrea und Island – drei Länder, die ich schon immer (jedenfalls seit vorhin) mal im selben Kontext nennen wollte; wieder etwas von der Zu-erledigen-Liste abgehakt! – verzichten ebenso auf klassische Familiennamen, da kommen ein bis zwei Vornamen von lebenden oder toten Vorfahren hinten dran und damit ist das erledigt. So ist noch erkennbar, wie der Vater und/oder die Mutter heißt, aber zwei bis drei Generationen nach der Namensvergabe spielt das gar keine Rolle mehr. Warum sollte es auch?
In Deutschland hingegen ist es nicht möglich, seinen Familiennamen ersatzlos zu streichen, und auch ein Wechsel (wenn nicht gar, wie in den eingangs genannten Beispielen, ein Auslaufen) des Familiennamens ist – wenn man nicht gerade ein Freund des ausgedienten Beziehungsmodells Ehe ist – nur schwer möglich; man sollte ein Gutachten für eine psychische Beeinträchtigung im Fall der Beibehaltung des Nachnamens beifügen oder hat wahrscheinlich Pech gehabt.
Die nationalsozialistische Herkunft dieser Regelung ist ein ganz besonders putziger Umstand, dem nachzugehen hier aber zu weit führen würde. In einem Gespräch über eigentlich andere Themen teilte man mir gestern mit, die Notwendigkeit von nicht beliebig veränderbaren Nachnamen sei schon sinnvoll, denn damit könne man eine Person sicher identifizieren. Statistisch gesehen gibt es in Deutschland mehr als drei Andreas Müllers, aber die bekommen trotzdem (manchmal – man kennt’s ja von der Post) die korrekten Briefe und Pakete. Wie machen sie das?
Deutschland hält weiter am Konzept des unveränderlichen Patronyms fest, südlich Frieslands aber noch nicht einmal auf die charmant-historische („Werner Wernersen“, Kenner sind entzückt), sondern auf die albern-behördliche Art: Man muss zum Beispiel Schmidt heißen, weil einer der Vorfahren beruflich Dinge schmiedete und es verboten ist, das nicht mehr zeigen zu wollen. Da kommt man nur mit einer Hochzeit raus. Das muss diese moderne Gesellschaft sein, von der alle reden. – In Deutschland heißen Männer entweder „Sohn von“ oder „Schwiegersohn von“, Frauen hingegen „Tochter von“ oder „Schwiegertochter von“. Manchmal gibt es auch Doppelnamen für diejenigen, die sich nicht entscheiden können, ob sie sich lieber als den Nachkommen oder als den Schwiegernachkommen der Namensgeber anreden lassen möchten. Das Individuum ist unerheblich.
Freiheit ist eine Verpflichtung, kein Recht.
Benito Mussolini
Es wird derzeit viel (vor allem verbaler) Aufwand betrieben, damit das eingetragene Geschlecht und der eingetragene Vorname leichter geändert werden können. Aber warum eigentlich nur der Vorname?
„ZEIT ONLINE“, 30. Juni 2021:
Verlage sind in der Krise. Die Politik sollte einspringen, um eine kritische Berichterstattung zu sichern.
„ZEIT ONLINE“, 5. Juli 2022 (via „dpa“):
Ein buntes Meer menschlicher Umrisse – darauf können Fahrgäste der Berliner Busse, U‑Bahnen und Straßenbahnen demnächst Platz nehmen. Es ist das neue Sitzmuster der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Man versprach mir Verlagssterben.
Es ist Montag. Im Internet fand ich eine Erklärung, warum vermeintliche Sozialforscher „Schwarze Menschen“ schreiben, wenn sie „schwarze Menschen“ schreiben; dass sie nämlich Asiaten und Indigene ja auch groß schrieben. Unterschiedliche Wortformen im Deutschen sind eins der ärgerlichsten Opfer der modernen Sprachkultur. Ich gebe den Teilnehmern noch fünf, vielleicht sechs Jahre, bis Kleinbuchstaben komplett verboten sind. Wegen der Diskriminierung.
Irgendwelche Flachnasen („Wissenschaft, Politik und Wirtschaft“) haben einen offenen Brief (Archivversion) rausgebracht, in dem sie dazu auffordern, einen Hilfsfonds für Unternehmen einzurichten, deren Administratoren so dämlich sind, dass jeder, der irgendwie ins Netzwerk kommt, die gesamte Infrastruktur des Unternehmens zum Erliegen bringen kann, indem er alles anklickt, was wie ein Link aussieht. Das ist erst mal eine lustige Idee, die dadurch noch an Humorqualität gewinnt, dass diese „Experten“ die Sicherheitsprobleme mit Naturkatastrophen vergleichen. Ich erkenne positive und negative konzeptionelle Aspekte an dem offenen Brief: Mit dem Geld aus dem Fonds könnten die Unternehmen sich richtige Administratoren leisten und die bisherigen Administratoren müssten stattdessen ihresgleichen sammeln gehen; was auch dem Recycling zugute käme. Dass offene Briefe trotzdem Blödsinn sind, belastet diese vielschichtige Qualität desselben allerdings erheblich.
In Baden-Württemberg kriegen jetzt auch Polizisten den Trottelbonus der Bundeswehr, falls sie gern mit einer offen getragenen Waffe rumfahren, und dürfen kostenlos Bus und Regionalzug fahren. Demnächst erklären uns Deutsche Bahn und Bundesregierung dann zum wiederholten Male, wieso alles eigentlich so grotesk teuer sein wird, wenn das bescheuerte „9‑Euro-Ticket“ endlich endet. Irgendwas mit der Überlastung der nicht auf Kunden eingestellten „Dienstleister“ wird gern als Argument angeführt. Wie viel weniger Last die Linienbetreiber wohl hätten, erteilten sie „Uniformträgern“ (a.a.O.) nicht etwa freie Fahrt, sondern Hausverbot, wie es jeder anständige Mensch tun sollte?
In Westerland auf Sylt hat der Punk gesiegt, die Stadt baut ihre Geländesperren wieder ab. Apropos „schwieriges soziales Umfeld“: Mein soziales Umfeld tue meiner musikalischen Inspiration nicht gut, könnte ein Außenstehender annehmen. Diesem Außenstehenden sei gesagt: Darauf kann ich gerade nichts erwidern.
Guten Morgen.
Die Ausbildung zum/r Besamungsbeauftragten richtet sich vor allem an Personen, die danach tatsächlich als Berufsbesamer arbeiten wollen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich bereits im Vorfeld an eine Besamungsorganisation in Ihrer Nähe wenden, um eine mögliche Beschäftigung auszuloten.
Geht das eigentlich auch ehrenamtlich?
(mit Dank an M.!)
Ob das „Flugchaos“ (Archivversion) infolge von Personalmangel wohl gelindert werden könnte, indem in Flughäfen keine dreistellige Anzahl an Menschen nur dafür zuständig wäre, zu verhindern, dass ich zu viel Zahncreme in der Hosentasche mit mir führe, damit ich nicht die Sicherheit der Fluggäste gefährde, indem ich mir an Bord zu intensiv – geradezu terroristisch intensiv – die Zähne putze?
In der Theorie verhält es sich mit NFTs wie folgt:
Ein NFT kann nur als Ganzes erworben werden und existiert nur ein einziges Mal[.]
Wikipedia
Das Unternehmen hinter Bored Ape Yacht Club hat den Konzeptkünstler Ryder Ripps verklagt, weil dieser Kopien der Bored-Ape-NFTs [des Unternehmens] verkauft hatte.
(Freie Übelsetzung von mir.)
Ob die computergenerierten Affenbilder überhaupt eine hinreichende Schöpfungshöhe aufweisen, möge irgendjemand beurteilen, den das Thema nicht maßlos langweilt. Mich als genervten Genießer der jeweils aktuellen NFT-Diskussionen auf so Plattformen amüsiert indes jeder einzelne Fall, in dem es sich als außerordentlich blöde Idee erwiesen hat, Geld für das virtuelle Besitzrecht an einer Internetadresse, die vielleicht auf ein bestimmtes Kunstwerk zeigt, das und die vielleicht exakt einmal existiert, auszugeben.
Jump, you fuckers.
Die Bundesagentur für Arbeit hat auf Twitter derzeit – noch ist ja pride month, also Monat des Stolzes
– ein Avatarbildlein, das eine geradezu verfilmungswürdige Text-Bild-Schere zwischen einem typischen Agenturschreiben und besagtem Bildlein aufmacht.
Dieses hier:

Es sind harte Zeiten für Kabarettisten, wenn die besten Pointen von denen kommen, die sonst Ziel des Kabaretts sein müssten.
Es ist Montag. Auf einer Skala von Englisch bis Litauisch, wie Sprache bin ich? Es ist alles ganz furchtbar.
Die „Berliner Zeitung“ (will nicht verlinkt werden, LSR) berichtet über neue Vertreibungsmaßnahmen auf Sylt: Man habe einen Brunnen vom Fließen abgehalten, weil andernfalls Punks in ihm badeten. Tolle Idee, die Lebensqualität zu senken, damit Nichtreiche nicht von ihr profitieren können. Vergiftet doch das Trinkwasser, sonst trinken es auch Punks. Das wollt ihr ja nicht.
Nachdem das ukrainische Justizministerium die größte Oppositionspartei verboten hat (da schickt man doch gern schwere Waffen hin, in so eine erfreuliche Demokratie), kann man ja noch mal über eine engere Zusammenarbeit nachdenken. Neu im Sortiment: Deutschland könnte ja ukrainischen Atomstrom bekommen, um es dem Russen mal so richtig zu zeigen. Ich fände das lustig, ich bin dafür.
Nordrhein-Westfalens Ansinnen, dem christlichen Gott ähnliches Wohlgefallen zu bereiten wie Bayern, hat einen Dämpfer bekommen: Eine Düsseldorferin muss ein sieben Meter hohes Holzkreuz aus einem gemeinsam genutzten Garten bekommen, das nachts leuchtet. Ich finde riesige Kreuze, die nachts ein Licht umhüllt, ja grundsätzlich erst mal interessant, aber wahrscheinlich mal wieder aus den völlig falschen Gründen.
Ziemlich guter musikalischer Zufallsfund: Perhaps, psychedelische Rockmusik mit ungefähr einer LP-Seite pro Stück. Kann man sich gut durchhören, macht Spaß.
Die Woche leite ich trotzdem mit Postrock ein. Postrock geht immer.
Guten Morgen.