KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Oak - False Memory Archive

Oak - False Memory ArchiveUnter dem Namen Oak hat die Welt schon man­cher­lei Musikgruppe kom­men und gehen sehen, dar­un­ter eine eng­li­sche Folkband aus den 1970ern. Die Oak, um die es hier heu­te gehen soll, kom­men aus Oslo, haben eben­falls als Folkgruppe begon­nen und ver­öf­fent­lich­ten im ver­gan­ge­nen Oktober nach fünf Jahren ihr zwei­tes Studioalbum „False Memory Archive“ (Bandcamp.com, Amazon.de, TIDAL), das von mir uner­hört unge­hört geblie­ben ist. Zeit, das nachzuholen!

Im Zentrum des Oak’schen Schaffens steht kaum noch Folkmusik, obwohl die unver­zerr­te Gitarre neben Mellotron und Klavier ein für den sound essen­zi­el­les Instrument bleibt; statt­des­sen liegt die Konzentration voll auf tief melo­di­schem Artrock. Kein Norwegisch, son­dern Englisch - ver­zeih­lich, denn es klingt trotz­dem fantastisch.

Das Internet zieht sich ab und zu Vergleiche mit Steven Wilson aus dem Hintern, was ent­we­der ihm oder ihnen gegen­über unfair ist, denn wäh­rend der ehe­ma­li­ge Porcupine-Tree-Frontmann bei allem Respekt vor sei­nen Kenntnissen oft bedenk­lich seicht war, ist und bleibt, haben Oak sich ein­zig den Tiefgang sei­ner bes­se­ren Momente aus­ge­lie­hen. Ich mag das.

These are the Stars we’­re aiming for

Apropos: Wer Oak möge, der möge auch Big Big Train, lässt mich Bandcamp wis­sen. Es irrt nicht.

In den Nachrichten
Granatenstark: Spaßverbot im Nachbarland

Man kann (und soll­te) der stock­kon­ser­va­ti­ven Verbotspartei „Die Grünen“ ja vie­les vor­wer­fen, aber wenig­stens das wol­len sie uns noch nicht wegnehmen:

Nach dem Fund einer Granate in sei­nem Garten hat ein Niederländer stun­den­lang auf dem ein­ge­gra­be­nen Sprengsatz aus­ge­harrt (…). „Es wird ent­schie­den davon abge­ra­ten, sich auf eine Granate zu legen“, sah sich die Behördensprecherin zu erklä­ren gezwungen.

Freiheit fängt bei den klei­nen Freuden des Lebens an. :ja:

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 10. Januar 2019

Limonade trägt ihren Namen in Erinnerung an ein fran­zö­si­sches Wort für Zitronen, denn es war lan­ge üblich, dass sie ein Erfrischungsgetränk, das zu einem rele­van­ten Anteil aus Zitronensaft besteht, bezeich­ne­te. Heutzutage ist es eigent­lich egal, wor­aus sie besteht, so lan­ge genug Zucker drin ist. Irgendwann las­se ich mir das Wort „Zuckerade“ paten­tie­ren und ertei­le nur denen eine Lizenz, die min­de­stens sie­ben Zitronen pro Flasche abfüllen.


Ungezählte NSA-Mitarbeiter koope­rie­ren angeb­lich mit einem rus­si­schen EDV-Unternehmen. Verdammter Putin!


Na, auch ein systemd-infi­zier­tes Linux statt Windows zu Hause? Dann emp­feh­le ich mil­de Panik.


Tina Groll, Mitautorin des mir völ­lig unbe­kann­ten Buches „Die Cyber-Profis“ und laut ihrer Website „selbst Betroffene von Identitätsmissbrauch“, hat für „ZEIT ONLINE“ auf­ge­schrie­ben, was man tun muss, um sich gegen Hacker zu schüt­zen. Neben frag­wür­di­gen Tipps wie dem, dass man bes­ser Passwörter wäh­len soll­te, die man sich nicht gut mer­ken kann, fin­det sich auch eine groß­ar­ti­ge Pointe:

6. Ein Google-Alert für den eige­nen Namen ein­rich­ten. (…) Mit der umge­kehr­ten Google-Bildersuche ist es mög­lich, fest­zu­stel­len, ob die eige­nen Bilder auf ande­ren Seiten ver­wen­det wer­den. Dabei lädt man sei­ne Fotos bei Google hoch und die Suchmaschine prüft, ob die Bilder auch an ande­ren Stellen im für sie zugäng­li­chen Netz auftauchen. (…)

7. Daten sind eine wich­ti­ge Währung. Daher soll­te man genau dar­auf ach­ten, bei wel­chem Dienst und für wel­chen Service man wel­che Daten hinterlässt.

Hihi.


Auf „SPIEGEL ONLINE“ - möch­te nicht ver­linkt wer­den - berich­te­te heu­te früh eine „Lehrerin an einem Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen“ (ebd.), dass sie es nicht als ihre Aufgabe sehe, taug­li­che von untaug­li­chen Schülern zu tren­nen: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Notengebung mei­ner Aufgabe, die Schüler beim Lernen zu unter­stüt­zen, nicht mehr genug nach­kom­me. (…) Seitdem gibt es in mei­nem Unterricht nur noch gute Noten: Jeder bekommt eine Studienberechtigung. Gleichzeitig mache ich mei­nen Lerngruppen die hohen Anforderungen eines Studiums bewusst und bera­te jeden persönlich.“

Schulabschluss, Teilnehmerurkunde - ist doch alles der­sel­be Kram.


Afghanistan will sei­ne Straftäter über­ra­schen­der­wei­se nicht behal­ten und schickt sie nach Deutschland zurück. Da soll­te ein skan­die­ren­des Völkchen es viel­leicht mal mit „Refugees Welcome“ pro­bie­ren. :ja:

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Das gan­ze Digitalzeugs!

Robert Habeck (Grüne) hat sich von Twitter und Facebook zurück­ge­zo­gen, was ein­schlä­gi­gen Medien zur­zeit eine tage­lan­ge Begleitung wert ist. Wenn die­se Republik eines wirk­lich bewegt, dann ist’s, ob man Robert Habeck twit­ternd errei­chen kann. Seine Begründung hier­für lau­te­te, dass die Plattformen ihn zu unüber­leg­tem Geschwätz treiben.

Oder sind sie gar nicht schuld?

Robert Habeck ver­hält sich so, wie es das deut­sche Bildungsbürgertum seit 20 Jahren tut. Dieses gan­ze Digitalzeugs ist schwer, macht Arbeit, kon­fron­tiert einen mit Personen außer­halb der eige­nen Filterblase. Das ist anstren­gend. Und des­halb mag man nichts damit zu tun haben, „ich bin nicht auf Facebook“, „mein Kind kriegt kein Handy“.

Böses Internet immer.


Inzwischen bei den Qualitätsmedien: Nullen, Einsen und - Zweien?

In den NachrichtenMontagsmusik
Earth - Black

Vogel der Woche (Foto: John Hannan)Es ist Montag. Wenigstens ist es außer­dem sehr kalt, so dass sich die Montägigkeit stil­echt genie­ßen lässt. So dick kann das Fell nicht wer­den, sofern’s kei­nem Pandabären gehört. Immerhin: Nur noch weni­ge Wochen bis zu den ersten jour­na­li­sti­schen Beiträgen über irgend­wel­chen Rekordfrühling.

Bis dahin wer­den die Zeilen anders gefüllt: In den USA wur­de eine Frau, die seit 14 Jahren im Koma liegt, über­ra­schend Mutter. Behörden ver­mu­ten, dass das mög­li­cher­wei­se nicht auf ein­ver­nehm­li­chen Geschlechtsverkehr zurück­zu­füh­ren ist. Sofern sich das als wahr her­aus­stellt, gibt es der Meldung jetzt natür­lich eine über­ra­schen­de Wendung. - Apropos Behörden: Gleichfalls über­ra­schend stellt sich her­aus, dass jemand, der eine Bürgschaft über­nom­men hat, Geld haben soll­te. Die Bundesregierung erwägt „sach­ge­rech­te Lösungen“. Wie sieht eigent­lich eine sach­ge­rech­te Lösung aus, wenn ich einen Porsche kau­fen möch­te, aber ihn gar nicht zah­len kann?

Deutsche Medien ver­lin­ken nichts. Das ist gut, so bleibt man wenig­stens unter sich. - Jens Nordalm kon­sta­tiert für „ZEIT ONLINE“, die Nation sei das beste Getriebe für die Demokratie. Gegner natio­na­ler Grenzen eines impli­zi­ten Antidemokratismus zu bezich­ti­gen ist somit nun jour­na­li­stisch gedeckt. In der Frankfurter Rundschau - möch­te nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) - ist inzwi­schen zu lesen, dass der ver­meint­lich kon­ser­va­ti­ve Parteiflügel der letz­te ist, der noch aktiv sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Politik macht. Ich bin gespannt, wie lan­ge die Partei die­se Abweichler von der kla­ren Linie noch duldet.

Was hin­ge­gen jeder­zeit zu dul­den bleibt, ist Musik.

EARTH „Black“ Live dro­ne ambi­ent doom metal down­tem­po expe­ri­men­tal Dylan Carlson

Guten Morgen.

ComputerNetzfundstücke
Angriffe auf die Demokratie (Nachtrag)

Beziehungsweise:

Ihr habt Angst vor Hackern, aber kein Problem damit, in jedem Raum ein Mikrofon zu haben, das Eure Gespräche mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Alexa, spiel Helene Fischer“ zu sagen, statt das Telefon aus der Tasche zu neh­men und drei­mal zu tippen.

Oder halt ein­fach einen Knopf an einer nicht mit dem Internet ver­bun­de­nen Musikanlage zu drücken. Aber das ist nur eine Fantasie, so etwas ist selbst­ver­ständ­lich undenkbar.

ComputerIn den Nachrichten
Gute Angriffe auf die Demokratie, schlech­te Angriffe auf die Demokratie

Vor 2.645 Tagen wur­den einem gro­ßen Teil Deutschlands die Pläne offen­sicht­lich skru­pel­lo­ser Herren bekannt, die pri­va­ten Daten von Bürgern mit­tels eines Einbruchs in deren Computersysteme dem Staat zur Verfügung zu stel­len. Passiert ist seit­dem zwar vie­les, in die­ser Hinsicht hat sich der Anstand aber längst so nach­hal­tig ver­ab­schie­det, dass inzwi­schen auch die tra­di­tio­nell bür­ger­kri­ti­sche Partei „Die Grünen“ Interesse an sol­chen Daten anmel­det. Währenddessen maro­dier­ten ein­schlä­gi­ge Abgeordnete auf gewohn­te Weise wei­ter und ver­cy­ber­ten unter ande­rem Personalausweise und jüngst die nicht grund­los schüt­zens­wer­ten Gesundheitszustände derer, die sie zu ver­tre­ten vorgeben.

Das hat aber selbst­ver­ständ­lich nichts mit fol­gen­der Meldung zu tun:

Die mas­sen­haf­te Veröffentlichung pri­va­ter Daten deut­scher Politiker, Journalisten, Moderatoren, Schauspieler, Sänger und YouTuber über ein mitt­ler­wei­le gesperr­tes Twitter-Konto hat vie­le der Betroffenen aus der Neujahrsruhe auf­ge­schreckt. (…) Bundejustizministerin Katarina Barley (SPD, A.d.V.) ver­ur­teil­te das Vorgehen der unbe­kann­ten Cyberkriminellen auf Twitter scharf als einen „schwer­wie­gen­den Angriff auf das Recht auf Privatsphäre und damit einen Grundpfeiler unse­rer Demokratie“. (…) „Wir erle­ben einen erneu­ten, sehr ernst­zu­neh­men­den Versuch, unse­re Demokratie zu desta­bi­li­sie­ren“, kon­sta­tier­te die par­la­men­ta­ri­sche Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann.

Ohne aus­drück­li­che Genehmigung ein­fach die Daten ande­rer Leute abzu­grei­fen ist ja wohl uner­hört! :aufsmaul:

NerdkramsProjekte
Ein Model F „XT“ für das 21. Jahrhundert

(Vorbemerkung: Es folgt ein vor allem für Hardware- und Altcomputerfreunde rele­van­ter Text. Der übri­ge Teil mei­nes geschätz­ten Publikums möge spä­ter wie­der vorbeischauen.)

Vor vie­len Jahren - es mögen zehn oder schon mehr gewe­sen sein - war es üblich, dass die Computer, mit denen man sei­ne täg­li­che elek­tro­ni­sche Korrespondenz erle­digt, eine Hardwaretastatur als Eingabegerät besaß. Allgemein ver­füg­ba­re Tastaturen, das muss man den Jüngeren viel­leicht erklä­ren, waren ver­gleichs­wei­se gro­ße, schwe­re Quader aus anfangs über­wie­gend Metall, spä­ter zuse­hends mehr Plastik, die bis zu 144 Tasten besa­ßen, auf die man drücken muss­te, um einen Buchstaben ein­zu­ge­ben. Wischen ging nicht, wäre manch­mal aber viel­leicht bes­ser für den Zustand der Tastatur gewesen.

Wenn man ernst­haf­te Tipparbeit an einem Computer ver­rich­ten möch­te, ist noch heu­te die Benutzung einer sol­chen Tastatur mit eini­gem Komfortvorteil ver­bun­den. Nachdem die ersten Laptop- und Budgettastaturen das Zeitliche geseg­net haben, denkt man aller­dings dann doch dar­über nach, ob frü­her nicht vie­les bes­ser war. Gute Tastaturen sind wichtig.

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Netzfundstücke
Zivilisation (ent­gei­stert).

Inzwischen in Herne:

Ein acht­jäh­ri­ges Mädchen aus Herne besuch­te in der Nachweihnachtszeit die Kirmes im Bereich An der Cranger Kirche. Hier macht die jun­ge Schülerin eine Fahrt in der Geisterbahn. (…) Wieder zuhau­se erzähl­te das Mädchen ihrem Vater unter Tränen von der unheim­li­chen Geisterbegegnung und dem Vorfall im Fahrgeschäft. (…) Nach einem ver­ba­len Streit gin­gen die anwe­sen­den Personen mas­siv auf­ein­an­der los. Der „leben­di­ge Geist“, in Wirklichkeit ein 25-jäh­ri­ger Hannoveraner, wur­de ver­letzt und muss­te mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Von wegen Fachkräftemangel! Aber in unse­re Zukunft (i.e. den Nachwuchs) emp­feh­le ich kei­ne wei­te­ren Hoffnungen zu setzen.

NerdkramsNetzfundstücke
Brainless: Programmieranfänger spie­len Buzzwordbingo.

An dem Vorschlag, Programmieren über­all zum Pflichtfach zu machen, auf dass das Überangebot an fähi­gen Programmierern, die kei­ne Stelle fin­den, weil nie­mand bereit ist, ihre Fähigkeiten ange­mes­sen zu ver­gü­ten, sich ver­mehr­fa­che, gibt es vie­les zu kri­ti­sie­ren; nicht mal unbe­dingt vor allem den Fokus auf die für die mei­sten Dinge völ­lig unzu­rei­chen­de Sprache JavaScript, son­dern auch das Ökosystem der EDV.

Menschen wer­den von Trend zu Trend gescho­ben, haben kaum Zeit, irgend­was wirk­lich zu ver­ste­hen. Natürlich setzt das indu­stri­ell aus­rei­chen­de Produzieren von meter­wei­se Codezeilen kei­nen wirk­li­chen Fachmann vor­aus, aber das soll­te nie­mals der per­sön­li­che Maßstab sein müssen.

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Persönliches
2019 »

Ein neu­es Jahr, eine neue Explosion. Immer noch bleibt Feuerwerk erlaubt, immer noch stellt sich die Frage, ob das der postu­lier­te Wohlstand ist, der mit einem Knall Farben und Gestank an den Himmel malt. Wird in Syrien eigent­lich auch mal geb­öl­lert? In Hamburg, so liest man in Qualitätsmedien, hat sich ein Vierzehnjähriger noch vor der gesetz­lich erlaub­ten Frist drei Finger weg­geb­öl­lert. Danke, Merkel. Man könn­te ein Mem dar­aus machen, aber Meme machen dick.

Gute Vorsätze am Jahresende? „I resol­ve to not make major deci­si­ons about my life based on ran­dom calen­dar dates.“ Man könn­te es ein­fach mal mit weni­ger Stress ver­su­chen, aber das klappt ja nicht mal im Sommerurlaub so rich­tig. Prost gern, Neujahr nur als not­wen­di­ges Übel. Sich Glücklichsein vor­zu­neh­men wäre auch auf einem sehr nied­ri­gen Niveau eso­te­ri­scher Quatsch. Nur noch weni­ge Jahre bis zum Nörgelrentnertum, ein erreich­ba­res Ziel. Ich habe Qualifikationen.

2018 war das Jahr, in dem sich die Menschen SD-Karten in den Arsch gescho­ben haben. Das muss die­se Digitalisierung sein. Bitte drücken, wie eigent­lich immer. Ich habe jetzt schon kei­ne Lust mehr.

Möge es nicht so furcht­bar werden.

Es sind die Menschen, nicht das System.
Monophonist: Der Preis der Freiheit

In den NachrichtenMontagsmusik
Finnr’s Cane - Glassice

EulmeldungEs ist - ein letz­tes Mal in die­sem Jahr - Montag. Der hacker­feind­li­che Fachkongress der Nägellackierer wur­de mit wenig Kritik ord­nungs­ge­mäß abge­wickelt, näch­stes Jahr dann Stuhlkreise gegen die AfD. Draußen knal­len sie schon wieder.

Apropos Knall: In Kalifornien wur­de angeb­lich ein Frauenmarsch abge­sagt, weil die Teilnehmerinnen zu weiß gewe­sen wären. Wenn das die Zukunft derer ist, die es schon gut und rich­tig fin­den, dass der „Congress“ als Hackertreffen nicht mehr zu gebrau­chen ist, dann habe ich vor die­ser Zukunft nur die Angst, dass mich all das Popcorn in Gesundheitsprobleme trei­ben wird.

Die vor­herr­schen­de Aufgabe anders orga­ni­sier­ter Religion scheint es der­weil auch dann zu sein, ihren eige­nen Einfluss zu ver­grö­ßern, wenn gar kei­ne Steuern dafür in Aussicht gestellt wer­den. Allmählich steht mir der Sinn danach, unmis­sio­nier­te Völker unent­gelt­lich zu bewaff­nen. Der Kongo tut mir heu­te noch leid. Ein wenig gemein haben die­se Leute mit Linuxjüngern, deren Postulat unge­fähr lau­tet, dass mehr Leute Linux nut­zen müs­sen, damit mehr Leute Linux nut­zen. Es sind ja immer die klei­nen Erfolge im Leben. Hundert Prozent der Linuxspenden gehen an SJW-Projekte, denn die sind bekannt­lich bedeut­sa­mer als die Entwicklungsarbeit. Was genau war noch mal die Ursache für die­sen „Fachkräftemangel“? Es ist zum Speien.

Sonst so: Magnus Carlsen bleibt Weltmeister im Blitzschach. Wenigstens eine Konstante in die­ser spi­ra­len­vol­len Zeit. Nein, es gibt natür­lich noch eine zwei­te, näm­lich die Musik. Text gibt es zwi­schen den Jahren schon genug, es muss auch mal ohne gehen.

Finnr’s Cane - Glassice

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Nachtrag zum #35c3: Wahrheit ist rechts, Parteien sind gut.

Dieser Artikel ist Teil 7 von 11 der Serie Congresskrise(n)

Nachdem der uner­träg­li­che Europaparlamentskandidat Nico Semsrott im Rahmen des „Hackertreffens“ („SPIEGEL ONLINE“) in Leipzig ein wenig Wahlwerbung für sich machen durf­te, guck­te sich das CCC-Exmitglied Fefe auch mal an, was auf dem „Congress“ eigent­lich vor sich geht:

Mir ist im Programm auf­ge­fal­len, dass da so ein hal­bes Dutzend Vorträge von Netzpolitik.org-Personal bestrit­ten wird (je nach dem wie man das zählt). (…) Die Neutralität des CCC war eigent­lich immer ein hohes Gut. Netzpolitik.org steht tra­di­tio­nell den Grünen nahe.

Das fan­den die Drogendealer vom „Congress“ doch etwas unfair, denn dass das schrä­ge Personalityblog „Netzpolitik.org“, des­sen anti­li­be­ra­ler Chefredakteur bis heu­te bei den Grünen ist, den Grünen nahe­ste­he, dür­fe man so doch nicht sagen:

Mir wur­de mit­ge­teilt, dass ich hier Propaganda der Identitären beför­de­re, wenn ich schrei­be, Netzpolitik.org sei tra­di­tio­nell Grünen-nahe.

Alles Nazis hier. Alete, Alete, Antifascista. Auf Twitter wur­de mir erklärt, dass der „Congress“ doch eine sehr nütz­li­che Veranstaltung sei, denn dort bekom­men die­je­ni­gen, die in Physik immer geschla­fen oder geschwänzt haben, das Schulwissen noch mal nach­ge­tra­gen. Sahne in der Jauche.

Ich brauch‘ Urlaub.

In den NachrichtenWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Die ärm­ste Generation

Auch in der Zeit nach Weihnachten, so wer­den wir fort­wäh­rend infor­miert, gebie­tet es die Nächstenliebe, den Ärmsten unse­re Aufmerksamkeit zukom­men zu lassen.

Etwa Kindern in Kriegsgebieten oder Obdachlosen? Nein, Patrick Herger von der NZZ hat da einen ande­ren Vorschlag:

Viele 20- bis 35-Jährige müs­sen auf teu­re Markenprodukte ver­zich­ten, weil sie sich die­se nicht lei­sten können.

Elend? Hungersnot? Pah, über die wah­ren Probleme spricht natür­lich mal wie­der nie­mand. Die sind doch unten durch bei ihren Freunden, so ohne iPhone!