Gerade noch rechtzeitig:
eMule beba: Aktuelles zur Entwicklung
Die letzte Version von eMule beba ist nun ungefähr acht Monate alt, in der eMule-Welt ist das eine halbe Ewigkeit, da die Entwicklung neuer Funktionen kontinuierlich voranschreitet. Da diese Netzpräsenz auch die Aufgabe hat, hin und wieder über Neuerungen meiner Projekte zu berichten, und dies schon länger nicht passiert ist, gebe ich hier also bekannt:
Ich arbeite seit März an Version 2.51, die einige Fehler beheben soll und inzwischen auch viele weitere Verbesserungen beinhaltet. Eine Veröffentlichung ist noch ausgeschlossen, da eine Kernfunktion, der Client Analyzer, noch selbst in der Betaphase steckt und der Entwickler dieser Funktion davon abrät, vor der Fertigstellung eigene Mods mit dem Analyzer zu veröffentlichen.
Derzeit ist die sechste Betaversion von beba 2.51 für freiwillige Tester verfügbar. Falls noch jemand Interesse hat, mir beim Fehlersuchen zu helfen, bitte ich um einen kurzen Kommentar.
Danke für die Aufmerksamkeit.
(Nachtrag vom 21. November: Das italienische eMule-Portal eMule-Mods.it hat mich zu eMule allgemein und zu seiner, also eMules, Zukunft befragt. Wer Englisch oder Italienisch versteht, sollte mal reinschauen.)
Bildungsstreik, immer noch?
Der Bildungsstreik wird dieser Tage fortgesetzt, und meine Hochschule macht wie auch andere Hochschulen, an denen einige mir bekannte Studenten zu studieren pflegen, schlichtweg nicht mit. (Nachtrag: Die Fakultät Sozialwesen hat dem heute in einer E‑Mail widersprochen, ab dem 20.11. wollen sie sich „solidarisieren“, was immer das bedeuten mag.) Nun lässt die außerhalb der von wenigen Demonstranten „besetzten“ Hochschulen, die täglich durch die Medien gereicht werden, eher unscheinbare Beteiligung an den Streiks die Vermutung zu, dass die derzeitigen Aktivitäten nicht zielgerichtet koordiniert werden.
Auch wenn mit nun plötzlich doch „geplanten“ BaFöG-Verbesserungen schon ein kleiner Teilerfolg zu verbuchen ist, der sich allerdings auch schnell als Luftblase herausstellen kann („geplant“ heißt ja bekanntlich nicht viel), so sind die verbleibenden Forderungen der derzeit Protestierenden doch recht vielschichtig:
- Bachelor-Chaos: Als kleinster gemeinsamer Nenner taugt der Verdruss über die Stofffülle, den ständigen Prüfungsdruck in überfrachteten Bachelor-Studiengängen. Die Studenten wollen kein Produkt einer Lernfabrik sein. Manche lehnen die Bologna-Reform rundweg ab, andere kritisieren eher die schwache Umsetzung und auch die Hürden beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium.
- Auch Schüler fordern eine Überprüfung des Unterrichtsstoffs, nach Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von neun auf acht Jahre (G8). Zum Teil wenden sie sich gegen das traditionell dreigliedrige Schulsystem und fordern Gemeinschaftsschulen.
- Studiengebühren: Über die Ablehnung der Campusmaut kann man unter Studenten schnell Einigkeit erzielen – durchaus nicht aussichtslos: In mehreren unionsregierten Bundesländern sind die Studiengebühren zwar längst eingeführt, die Landesregierungen werden auch so leicht nicht wackeln. Aber die Beispiele Hessen und Saarland zeigen, dass die Entscheidungen später revidiert werden können.
Sicher sind das alles vernünftige und auf jeden Fall erstrebenswerte Ziele, aber es muss mehr Kommunikation zwischen den Protestgruppen der Schulen und Hochschulen geben und man sollte sich auf einen einzigen gemeinsamen Nenner einigen. Wenn der Hochschulbetrieb mit nur wenig Einschränkungen fortgeführt werden kann und viele Studenten den Demonstrationen fernbleiben, weil die Organisatoren selbst nicht mit vollem Ernst bei der Sache sind, setzt das ein Zeichen an der falschen Stelle. (Und es wird auch an der falschen Stelle protestiert. Die Hochschulen sind die falschen Ansprechpartner, sie können nur wenig dafür.)
Sicher ist 1968 längst vorbei, aber die Umstände, gegen die heute protestiert wird, sind auch nicht viel milder als jene vor 41 Jahren. Dieser Studentenprotest ist keine Spaßbewegung, er will politischen Umschwung und Modernisierung erreichen. Um eine Metapher zu bemühen: Mit Wasserpistolen setzt man auch keinen Diktator ab. Parolen lösen die Probleme nicht.
Werdet endlich konkret und macht was draus. Für uns alle und für die Zukunft.
Grammatik in seiner völligsten Abwesenheit
Liebe ist menschlich.
Irgendwie dann aber auch niedlich:
Und wieder ist die Hauptdarstellerin ein verliebter Vogel: Pinguin-Dame Sandy. Sie hat ihr Herz an ihren Tierpfleger verloren.
Und dabei will der Angebetete gar nicht geliebt werden:
„Es wäre schön, wenn Sandy sich im nächsten Jahr dann wieder in einen Pinguin verlieben würde.“
„Dazu gehören immer zwei“, heißt es im Volksmund.
Ich wünschte, er hätte Recht.
Soldaten im Inland, Österreich macht’s vor.
(…) sollen Assistenzsoldaten künftig auch in der Landeshauptstadt und außerdem verstärkt in gefährdeten Wohngebieten und Gewerbezentren der Region patrouillieren, sagte Sicherheitsdirektor Erhard Aminger.
(…) man wolle die Ressourcen einfach gezielt dort einsetzen, wo sie gebraucht werden. Aminger geht davon aus, dass zwischen 100 und 120 Soldaten im Bereich Eisenstadt – Eisenstadt Umgebung zum Einsatz kommen werden.
Irgendwie habe ich gerade ein unwohles Gefühl. Vielleicht bin ich auch nur erkältet.
(Entschuldigung an den unregelmäßigen Leser, der sich kürzlich beklagte, dass es hier in letzter Zeit allzu menschlich zugeht. Muss am Wetter liegen. Demnächst folgt wieder was zum Lachen, versprochen.)
Nachtrag, da mir gerade die einigermaßen unsägliche Tageszeitung der Region vorgelegt wurde:
Der Mann sei vor die Frau getreten und habe ihr sein entblößtes Geschlechtsteil gezeigt. Anschließend sei er sofort geflüchtet.
Warum macht ein Mensch so was? Und was mich viel eher interessiert: Wovor ist er geflüchtet?
Ich habe da so einen Verdacht: Die Frau hat einen Blick auf sein Geschlechtsteil geworfen und hat angefangen zu lachen und Sätze wie „Wächst der noch?“ hervorgebracht. Vielleicht auch „Darf man den streicheln, oder beißt er dann?“.
Nur so eine Idee. Die Zeitung schweigt dazu.
Heute ist Schweizer Tochtertag. Der Sohntag fällt aus. (inkl. Nachbemerkung zu Robert Enke)
Peter hat’s geschafft. Auch er schrieb über die Causa Robert Enke und nutzte den Anlass, über die Vergänglichkeit des eigenen Lebens zu sinnieren. Ich alter Starrkopf hatte wieder, noch im Fluss von meinem eigenen Beitrag zum Thema, nur die mediale Ausuferung des Falles im Sinn. Mea culpa.
Und nun, da ich einen Tag lang selbst über die Frage nachgedacht habe, ob es einem Unbeteiligten überhaupt möglich ist, sich eine Situation vorzustellen, in der man bereit ist, das Gewesene von einem Moment auf den nächsten möglichst kurz und schmerzlos zu beenden, kommt mir dann doch auch wieder das alte Lied der Toten Hosen in den Sinn:
Jeden Tag stirbt ein Teil von dir,
jeden Tag schwindet deine Zeit,
jeden Tag ein Tag, den du verlierst,
nichts bleibt für die Ewigkeit.
Wichtig ist nicht, was vom Leben bleibt. Du fabrizierst Texte, du verschwendest viele Byte im virtuellen Raum, und wenn du Pech hast, kann die auch in zweihundert Jahren noch jemand entziffern. Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.
Für den Augenblick leben. Niemand weiß, was in fünf Minuten sein wird. Langfristige Planungen sind optimistische Hoffnungen und Träume. Wenn sie platzen, fällt das Kartenhaus zusammen. Wohnen wir aber nicht in einem Kartenhaus, sondern ziehen in ein Zelt, hindert uns nur wenig daran, es jederzeit einzurollen und woanders wieder aufzubauen.
Müssen wir der Nachwelt etwas hinterlassen? Will die Nachwelt das überhaupt? (Der Nachwelt nicht hinterlassen möchte ich jedenfalls matschige Überreste, die sie von einem Verkehrsmittel kratzen müssen. Suizide mit möglichst vielen unschuldig Geschädigten sind für mich nicht erstrebenswert.)
Es ist wichtig, anderen Menschen etwas zu bedeuten. Ob sich drei Generationen später die Kinder auf der Straße über meine Nase lustig machen oder in der Schule meine Texte lesen, ist zweitrangig. Einmal am Tag aufspringen und laut „Ja! Das ist das Leben!“ rufen zu können – das ist es, was Glücklichsein ausmacht. Dies zu erreichen ist ein Ideal und das Leben der Weg dorthin.
Entschuldigung, ich schweife ab. Bevor das weiter ausartet, nur mal eben kurz verlinkt und zitiert:
(…) Ständig gibt es zusätzliche Umerziehungsmaßnahmen für Männer, nachdem sich die bisherigen Frauenförderungsinstrumente als wenig hilfreich erwiesen haben.
Männer sollen zu Frauen umerzogen werden. Frauen sollen in Männerdomänen vorstoßen. Das Ziel ist die totale Gleichheit der Geschlechter. Dahinter steckt der Plan, die Familie als Fundament menschlichen Zusammenlebens zu entsorgen, weil nur so der neue Mensch geschaffen werden kann, der sich von Geburt an in die neosozialistische Gemeinschaft einfügt.
Diesem Ziel dient der deutsche „Girl’s Day“ ebenso wie der Tochtertag, den die Schweizer heute zelebrieren. Bei den Eidgenossen geht es besonders gleichberechtigt zu: Während die Mädchen heute frei bekommen, müssen die Jungen mit Sanktionen rechnen, wenn sie dem Unterricht fernbleiben. Da lernen die kleinen Eidgenossen gleich von Beginn an, was „Gleichberechtigung“ wirklich bedeutet (…).
Immer wieder schön zu sehen, dass nicht nur Deutschland nahezu vollständig bekloppt ist.
Robert Enke und die besseren Menschen
Robert Enke hat beschlossen, sein Leben vorzeitig zu beenden, und über die Gründe wird wild spekuliert, weil man ihn selbst ja nicht mehr fragen kann und sich die Menschen gern mal Gerüchte ausdenken und sie verbreiten, um auch mal jemanden zu haben, der einem zuhört; aber dem schließe ich mich hier nicht an. Viel lieber zitiere und kommentiere ich zwei Beiträge aus dem Kommentarbereich des oben blau gefärbten Stern.de-Artikels.
Nummer 1:
budbundy69 (10.11.2009, 22:48 Uhr):
Und Lehmann bricht nicht mal seine Geburtstagsfeier ab !
Da wird gefeiert, gesungen und gejubelt. geschmacklos !
Ich kann verstehen, dass Menschen ihre Idole haben, denen sie einen gottgleichen Status zuerkennen, und ich kenne es auch zur Genüge, dass bei Missachtung dieses Status durch Dritte in metergroßen Buchstaben „geschmacklos“ in den erstbesten gerade greifbaren Kommentarbereich gerotzt wird, aber ich halte es für nicht in Ordnung, unbeteiligten Menschen den Spaß am Leben verderben zu wollen. Sicher ist es keinesfalls ein Grund zu feiern, wenn jemand stirbt, genau so wenig, wie jemand, der einen Mord beabsichtigt, später als Held verehrt werden sollte, aber es sollte auch kein Anlass sein, jegliche Festaktivitäten im Land einzustellen.
Und bevor mir nun wieder die ewig Empörten saure Einträge hinterlassen oder sich schräge Witze über mich ausdenken, als Ergänzung auch noch Kommentar Nummer 2, bevor ich selbst zu einer etwas umfassenderen Erklärung aushole:
Broeselbub (10.11.2009, 22:31 Uhr):
Wohne in Konstanz und muß regelmäßig erleben wie sich Menschen vor den Zug werfen. In der Nähe (Reichenau) ist eine Pyscho-Klinik und da kommt es halt öfters vor. Aber war mal jemals ein Herr Öttinger dort und hat Beileid bekundet? Aber vielleicht ist es in Niedersachsen anders. Selbstmord ist nichts anderes wie Angst vor dem Leben.
Da haben wir es doch schon wieder: Menschen, die von einer ausreichend großen Gruppe an Menschen für ihren Beruf verehrt werden, werden von der Allgemeinheit als wichtiger, mithin als höherwertig eingestuft als Mitglieder der einfachen Arbeiterklasse oder gar, uah!, Arbeitslose. Ein Ministerpräsident lässt in der Regel alles stehen und liegen, wenn ein Sportler oder ein Politiker aus dem eigenen Bundesland aus dem Leben scheidet, aber wenn Menschen, die nur für ihre Familie und ihre Freunde von Bedeutung waren, ein ähnliches Ende wählen, reicht es gerade mal zu einer Anzeige im „Ach, übrigens“-Teil des lokalen Klatschblattes – sofern die Angehörigen sie sich leisten können, versteht sich.
Jeder hat seine Helden, auch ich habe sie. Aber ich habe Trauer als etwas Persönliches, etwas Intimes kennen gelernt und keinesfalls als Statussymbol. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich verstehe und respektiere die Trauer von Menschen um andere Menschen, ganz gleich, um wen es sich handelt oder wie die genauen Umstände beschaffen sind; jedoch ist es in meinen Augen schlicht pervers, mit dieser Trauer hausieren zu gehen oder zu versuchen, sie zu einem Großereignis zu machen.
Da fehlt ja eigentlich nur noch das Spendenkonto.
Apropos Netzzensur
Zwischendurch mal wieder ein wenig Politik, weil wir lange nichts mehr von den dank der Popularität der Piratenpartei zwischenzeitlich verschobenen Internetsperren gehört haben:
… ein Debattenbeitrag von Dorothee Bär (CSU), Sprecherin der CDU/CSU im Deutschen Bundestag für “Neue Medien”, die eine Ausweitung der gerade auf Eis gelegten Netzzensur-Infrastruktur vorschlägt:
…
So können bspw. durch das im Kampf gegen Kinderpornographie bereits erfolgreich angewendete sog. „Access-Blocking“ auch Erfolge im Kampf gegen Islamisten erzielt werden.
Dass das von der CSU kommt, ist nur wenig überraschend und auch keiner weiteren Worte bedürftig, allerdings:
Erfolgreich angewendet? Bitte wann und wo und wogegen?
Hat das sog. „Access-Blocking“ die Produktion und/oder Existenz von Kinderpornografie verringert? Wenn ja, woran ist das erkennbar?
Und nun also auch gegen Islamisten? Als würden fanatische Bewegungen den Antrieb verlieren, wenn man ihre Internetseiten nur noch über Umwege erreicht!
(Was genau soll mir eigentlich der fröhlich grinsende HIV-Infizierte „Gary“ auf WorldAIDSDay.org vermitteln? Mit HIV hat man immer gute Laune?)
’s ist doch alles nicht wahr.
Resümee einer Konzertnacht
Ich bin wieder da und habe (leider wegen konzerttypisch recht unangenehmer Lichtinsuffizienz mitunter recht verpixelte und nur unzureichend am Computer nachbearbeitete) Bilder mitgebracht. Auf Tonmitschnitte habe ich verzichtet; zu mitreißend war der Gitarrenregen, der in der Kulturfabrik Löseke auf die Besucher niederging.
Kalt war’s, aber das Doppelkonzert fand erfreulicherweise drinnen statt. Um 22 Uhr sollte es losgehen, das ließ uns, die wir – zum Glück – eine ungefähre Stunde zu früh eintrafen, ausreichend Zeit, um uns mit dem Veranstalter zu unterhalten und auch mit anderen Konzertgängern ein wenig zu plaudern. Wir wurden gewarnt, dass es recht laut werden könnte. Das ließ hoffen.
Einige Minuten später als angekündigt betrat dann das Hannoveraner Quartett Hermelin die kleine Bühne.
Mit ihrem fast instrumentalen Postrock schuf (schufen?) Hermelin Klangwände und riss sie wieder ein, das Publikum war entsprechend beeindruckt und belohnte die Darbietung durch wilden Tanz und frenetischen Applaus. Spontane Assoziation: Explosions In The Sky.
Noch mehr Fotografien:
Kaum war man entrückt in die surreale Traumwelt eingetaucht und hatte vergessen, wo man eigentlich ist, ließ sich die Realität mal wieder blicken, und eine kurze Pause gewährte Zeit, die durch gedankenloses Schütteln belasteten Gelenke zu entspannen. Nach einer kurzen Atempause in der kühlen, verrauchten Nachtluft Hildesheims standen die Hamburger Nihiling schon auf der Bühne, und sie traten einen weiteren Beleg für meine vor einigen Monaten in kleinem Kreis aufgestellte These, dass Bassistinnen aktueller Rockgruppen grundsätzlich verdammt niedlich – man verzeihe mir ausnahmsweise diese Ausdrucksweise – sind, an.
Trotz Erkältung hatten auch diese sechs Musiker offensichtlich recht viel Spaß bei der Sache und spielten über die Dauer von weit über einer Stunde neben Bekanntem auch neues Material, das an Oceansize und vor allem auch an die sonst im Postrock nur allzu selten zitierten Tool erinnerte.
Visuelle Eindrücke:
Beide Musikgruppen haben gezeigt, dass die Luft bei ihnen noch lange nicht raus ist, und Vorfreude auf kommende Tonträger und Konzerte geweckt. Zu hoffen ist, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft nochmals eine Gelegenheit ergibt, einem solchen Ereignis beizuwohnen.
Ich nehme an, in absehbarer Zeit wird es bei Peter bessere Bilder und noch mehr Text geben. Empfohlen wird daher, ab und zu mal nachzuschauen.
Nachtrag von 22:01 Uhr: Der ausführliche Bericht mit noch besseren Bildern ist nun auf Schallgrenzen.de zu finden.
Am gleichen Abend wurde vor dem Schloss-Einkaufszentrum in Braunschweig übrigens für „Wetten, dass…?“ kollektiv getanzt:
Schade; die Beteiligten wissen nicht, was ihnen entgangen ist.
Gern und jederzeit mehr davon!
Über die Beschneidung von Rechten
Argh:
Mit einem neuen Straftatbestand soll die Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen künftig härter bestraft werden. Auf der Justizministerkonferenz in Berlin stellten die Länder Baden-Württemberg und Hessen am Donnerstag dazu eine gemeinsame Gesetzesinitiative vor.
…
Seit 1995 gilt die Genitalverstümmelung international als Menschenrechtsverletzung. Auch in Deutschland wurden nach Angaben der Justizministerkonferenz schätzungsweise 20.000 Frauen Opfer einer Genitalverstümmelung.
(Hervorhebungen wieder einmal von mir)
Zum Vergleich hierzu eine Zahl vom August 2009, die auch Arne Hoffmann schon zitierte:
The multi-party committee embarked on the tour to find solutions following the deaths of 53 initiates this season.
So sieht’s aus: Beschneidung ist nur so lange eine Verstümmelung, wie sie nicht an Jungen und Männern durchgeführt wird; in ihrem Fall ist es ein auf jeden Fall zu schützender religiöser und/oder sonstiger kultureller Ritus. 53 Todesfälle allein in dieser Saison, sicherlich schade, aber nicht mehr zu ändern.
(Natürlich, immerhin gehören Jungen und Männer dem starken Geschlecht an, dem auch mal ein kleiner Krieg in der Jugend sicher gut tut. Und es gibt eh recht viele von denen, da stört es die Statistik nicht, wenn ein Teil von ihnen in einer Holzkiste zurückkommt.)
Außerdem, was sind schon 53 tote Jungen per season gegen ungefähr 20.000 tote Frauen und Mädchen insgesamt? Die zweite Zahl ist doch viel größer! …
Könnte bitte endlich mal jemand das mit der „Gleichberechtigung der Frau“ ganz schnell wieder vergessen?
(Apropos spiegel.de: In einer US-amerikanischen Militärbasis haben ein paar Soldaten wild um sich geschossen. Hat eigentlich schon jemand nachgeschaut, ob sie vielleicht vorher mit Computerspielen geübt haben?)
Lesetipp: Das bürgerliche Manifest – Aufruf für eine Zeitenwende
Peter Sloterdijk, einer der wenigen noch halbwegs ernst zu nehmenden zeitgenössischen Philosophen, äußert sich in der aktuellen Ausgabe des Politquatschblatts (© S. Gärtner) Cicero wie folgt:
Wir haben uns – unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung – in einem System der Unterwürfigkeit, besser gesagt: der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiert.
Nicht so ganz verstanden hat das immerhin rp online, wo man grundsätzlich alles auf Thilo Sarrazin zurückführt, der inhaltlich sicher viel richtiges gesagt hat, aber nun auch so langsam nervt.
Nein, Sloterdijk setzt tiefer an, direkt an der Wurzel und somit, das wissen wir vom Zahnarzt, dort, wo es weh tut. Dass man von der Norm abweichende Meinungen besser nur verhalten äußern sollte, ist nur ein Symptom der Krankheit, an der das System Deutschland laboriert.
Die Deutschen sind binnen eines halben Jahrhunderts, das sie in Wohlstand, Frieden und Harmlosigkeit verbrachten, ein Savoir-vivre-Kollektiv geworden, das sich so leicht von niemandem um den Verstand bringen lässt.
Das Problem der Politik für dieses Kollektiv ist, schreibt Sloterdijk, die Selbstverständlichkeit der Parteien. Eine Partei, die ihrer Nachfolgerin in der Regierung nichts als Probleme hinterlässt, kann sich sicher sein, dass diese straucheln und erfolglos bleiben wird; erfolgreich gezeigt an der SPD ab 1998, der die CDU einen Flickenteppich hinterlassen hatte.
Den vollständigen Elfseiter (Werbung abgezogen und teilweise befüllte Seiten großzügig aufgerundet) gibt es in „Cicero“, Ausgabe November 2009, zu lesen. Verdammt gut investierte sieben Euro.
(Den Rest kann man, wie üblich, ignorieren.)
Nachtrag:
Einen etwas anderen, auf die ständigen Schreie nach „mehr Wachstum“ gerichteten Blick auf die Phrasendrescherei hat Chris im Doktorsblog hinterlassen. Vorsicht, Flüche!
Kurz und gut: Our Ceasing Voice zum Zweiten
Und da wir gerade alle so schön empört sind, komme ich zur allgemeinen Entspannung nochmals auf die Halbjahresanalyse 2009 zurück. Ich schrieb damals:
Nicht ganz eine halbe Stunde füllt das Quartett mit psychedelischen Klangflächen, die hier und da auch mal durch Gitarrenwände unterbrochen werden.
Inzwischen ist eine special edition, also eine Sonderauflage, des Tonträgers erschienen, die weitere vier Stücke, davon zwei alternative Aufnahmen bereits zuvor enthaltener Stücke, drauflegt, so dass es inzwischen zu fast einer Stunde fortgeschrittenen Musikgenusses reicht.
Apropos Musik:
Keinesfalls ärgerlich sind die meisten Studien, die letztens über die Kaufgewohnheiten von Tauschbörsennutzern angestellt werden, für jedenfalls mich.
Eine neue Studie bestätigt eine frühere Untersuchung, wonach Nutzer von Filesharing-Plattformen zwar durchaus illegal Musik aus dem Netz laden, aber trotzdem das meiste Geld für legale Musikeinkäufe ausgeben.
Eine wahrlich gute Zeit für eMule-Freunde – in Deutschland werden kaum noch Prozesse gegen seine Nutzer geführt, da es sich einfach nicht lohnt, und der Industrie gehen die Argumente aus, überhaupt noch etwas gegen sie unternehmen zu wollen.
Wer seine eigenen Kunden kriminalisiert, verschwindet irgendwann in der Bedeutungslosigkeit. An dieser Stelle mein Dank an die Gründer von Plattformen wie Jamendo und MySpace, die zeigen, dass es auch anders geht.
(Jetzt ist aber auch mal gut.)
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Meine Spalte.
Die deutschsprachige Blogosphäre, wie auch immer man sie definieren mag, hat sich gerade wieder auf einige leicht zu diffamierende Gegner eingeschossen, namentlich Frau Dr. Schweitzer und diverse Datenschutzversager, also bleibt mir mal wieder nur übrig, zur einigermaßen abwechslungsreichen Unterhaltung meiner geschätzten Leserschar wieder in den Abgründen des Internets zu wühlen. Eigentlich wollte ich mich hier über das zufällig entdeckte Programm MeineSpalte amüsieren, aber gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass dies wahrlich unter dem Niveau wäre, das die Mehrheit derjenigen, die hier ab und zu reinschauen, hoffentlich erwartet. Also verlinke ich stattdessen fröhlich das hier weiter, das ich bei Frank fand und das demnächst hoffentlich in jedem halbwegs guten Internetverzeichnis unter „Komik“, „Minimalismus“ und „surreale Absurditäten“ zu finden sein möge, wo doch die Internetkategorisierheinis gern mal wunderliche Kategorien (Schubladen) erfinden und dann alles, was sich nicht wehren kann, so lange in Würfelform kneten, bis es hineinpasst.
Nicht alles ist so knetbar wie abstrakte Gebilde, manches verformt sich auch nicht, wenn man selbst Hand anlegt. Ist es verwerflich, sich an eine Zeit der Zufriedenheit mit dem eigenen Dasein und des seelischen Wohlbefindens (fast wollte ich schreiben: des Glücks) auch nach Jahren noch zu erinnern und jeden Moment, im dem die Schwingung ihrer Renaissance zu spüren ist, mit allen Sinnen festzuhalten? Ist es falsch, eben die Renaissance dieser Zeit zu erstreben, jeden ihrer Funken begierig zu ergreifen, auch auf die Gefahr hin, sich die Finger zu verbrennen? All dies geschrieben unter Zweifeln.
Zeit ist eine Konstante, die der Mensch sich erdacht hat, um sich selbst belügen zu können.
All the dreams that we were building
We never fulfilled them
Could be better, should be better
For lessons in love
Aus aktuellem Anlass möchte ich übrigens nochmals darauf verweisen, dass in einer Woche das Konzert des Jahres, wenn nicht sogar das Konzert der Dekade für wenig Geld in der Kulturfabrik in Hildesheim stattfindet. Die Protagonisten meiner bevorzugten Mailingliste würden es folgendermaßen treffend formulieren:
Erscheinen Sie, sonst weinen Sie!
Schrecklich, morgen ist schon wieder Halloween.
Heute wieder nur ein Kurzer wegen allgemeiner Müdigkeit des Schreibers:
Wie seit Wochen aus den Süßwarenabteilungen von Lebensmittelgeschäften ersichtlich ist, ist morgen schon wieder „Halloween“, das Fest des Bösen, dessen negative Konnotation noch dadurch verstärkt wird, dass es aus dem Heidentum stammt.
Schlimm, wie? Nun, über Silvester und Heiligabend breiten wir also lieber den Mantel des Schweigens.
(Was genau es mit dem Glauben zu tun haben soll, seinen Nachwuchs wildfremde Leute mittels „Süßes, sonst gibt’s Saures“ erpressen zu lassen, mag mir auch noch nicht so recht einleuchten; aber ich wiederhole mich auch nur ungern.)





















