Leck mich fett, is‘ schon wieder Ende Juni? Dann wird’s Zeit für die allsemestrige Liste der schmackhaftesten Studioalben der ersten sechs Monate, die mir bis dato untergekommen sind. Diesmal habe ich sogar daran gedacht, sie einigermaßen regelmäßig zu sichern, und kann diese Vorgehensweise ebenso empfehlen wie folgende Musikalben. ‘Musik 06/2012 – Favoriten und Analyse’ weiterlesen »
The Ex: Jazzexperimente aus den Niederlanden
Ein ausnahmsweise nur kurzer musikalischer Einwand für meine Musik hörenden Leser:
Der Zufall ließ mich in dieser Woche auf die niederländische Formation The Ex stoßen. Das Quartett wurde 1979 gegründet, ist auf namhaften Jazzfestivals wie dem Roskilde Festival und, wieso auch immer, auf dem italienischen Anti Fascist Festival 1981 in Bologna aufgetreten und hat bis dato 25 Musikalben veröffentlicht.
Von den ursprünglich drei Gründungsmitgliedern ist nur noch Gitarrist Terrie Hessels an Bord. Trotz fortschreitenden Alters aber spielen sie noch immer einen druckvollen Jazzrock mit Free-Jazz‑, Punk- und anderen Versatzstücken. Eine absolute musikalische Einordnung ist schwierig, die Musikpresse behilft sich meist mit eigens erdachten Genres von „Afro-Punk“ bis hin zu „improvisiertem Jazz“.
Dass Jazz und Punk zusammenpassen, mag erstaunlich scheinen, aber The Ex beherrschen die Kombination. Ihr Spiel mit den Genres ist bereits so legendär geworden, dass der britische „Guardian“ im Januar 2010 schrieb, es sei höchst unwahrscheinlich, dass es irgendeinen Musikstil der letzten 50 Jahre gäbe, den The Ex noch nicht ausprobiert und in ihre Musik eingebunden – oder direkt wieder verworfen – haben.
Auf der Internetseite der Band sind einige Stücke in der Original- oder einer überarbeiteten Version im MP3-Format frei herunterzuladen, auch zwei bislang unveröffentlichte Lieder aus dem Jahr 2009 sind dabei. „Double Order“, eines der letztgenannten beiden Stücke, hat mich besonders beeindruckt; sozusagen unüberhörbar sind hier die Ähnlichkeiten mit den frühen Can ebenso wie die Wurzeln der Band im Jazz.
Ja, The Ex machen herausragende, vielseitige, prima Musik, und man sollte jedes ihrer 25 Alben kaufen und rühmen. Diese Musiker sind zu gut, um nicht beachtet zu werden.
Einen hab’ ich noch: Polylogoi ©
Ich gebe zu, die Flaschenpost war beim letzten Mal etwas schwer zu erraten, wie das bei politischen Witzen eben immer so ist.
In Folge C der losen Serie „Polylogoi“ versuche ich es stattdessen mal mit Religion. Was sehen wir hier?
Na, naaa?
Die Auflösung gibt es dann, wie gewohnt, im nächsten Teil.
(Nachtrag: Wer es eilig hat, der erfährt die Lösung auch in den Kommentaren.)
Na endlich: Der Sozialismus rettet den Euro
Für das Handelsblatt schwätzt Franz Max Josef Strauß heute zum Thema Koalitionsbildung in Griechenland dies ins Internet hinein:
Scheitert der Aufbau einer modernen Verwaltung in Athen, ist ein wirtschaftlicher Aufschwung nahezu ausgeschlossen, was zu massiven sozialen Problemen führen würde.
Dann droht das Land dauerhaft zum teuren Kostgänger Europas zu werden, und niemand braucht davon zu träumen, dass dann die griechischen Staatsanleihen jemals zurückbezahlt werden. Der europäische Steuerzahler müsste dann im Namen der Euro-Rettung diese Last schultern, was ein schlimmes Signal an andere süd- oder osteuropäische Verwaltungen und eine schwere Hypothek für den europäischen Einigungsprozess wäre.
Griechenland, der teure Kostgänger Europas mit massiven sozialen Problemen (der Sparkurs treibt zum Beispiel die dortigen Arbeitslosenzahlen in die Höhe), dessen Staatsanleihen wohl niemand je wiedersehen wird und dessen Misswirtschaft von uns, den reichen Euroländern, im Namen der „Euro-Rettung“ (Strauß) ausgeglichen werden muss, würde ohne eine moderne Verwaltung also bleiben, was es jetzt ist.
Aber wie sieht eine „moderne Verwaltung“ aus? Tja, das findet man ganz einfach heraus, indem man die radikalsozialistische Partei SYRIZA wählt:
Syriza ist wohl die einzige Möglichkeit, dass die Griechen aus eigener Kraft die bisherigen korrupten „Eliten“ ablösen könnten, weil es den Rücken frei hat und nicht auf vergangene Verstrickungen Rücksicht nehmen muss. Dass Tsipras mit dem Ausstieg aus dem Euro – und den damit verbundenen Verlusten der Gläubiger Griechenlands – drohte, sollten wir ihm als notwendigen Theaterdonner und Wahlkampfrhetorik zubilligen.
Korrupte Eliten wird man am einfachsten los, indem man eine linksradikale Regierung wählt, das hat ja auch in Deutschland – drüben in der Zone – schon mal so gut funktioniert, dass einige von ihnen immer noch einigermaßen hohe politische Ämter in diesem Land bekleiden. Dass der Vorsitzende der SYRIZA den Euro abzuschaffen fordert, ist sicher nur ein Witz von ihm und gar nicht so gemeint, denn dann sähe es mit der Rückzahlung der geliehenen Euro auch eher düster aus, und warum sollte Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen wollen? Das wäre doch nicht nett.
Und so schlimm ist das ja auch gar nicht mit den Albträumen von der linken Terrorherrschaft, sagt der Strauß, weil Deutschland mit Linksradikalen bisher erstaunlich gut zurechtgekommen sei:
Wir sollten uns vielleicht an unsere eigene Geschichte erinnern, nämlich daran, dass 1968 auch bei uns Protestierer in Massen hinter den Bildern kommunistischer Unterdrücker und Diktatoren herliefen, um das bürgerliche Establishment zu erschrecken. Aus ihnen gingen im Laufe der Jahre viele demokratische Parlamentarier und Bundesminister hervor, die so gar nichts mit den Bildern gemein haben, hinter denen sie mal hergelaufen sind.
Der Bekannteste dieser Parlamentarier und Bundesminister ist wahrscheinlich „Joschka“ Fischer, der als früherer Bundesaußenminister nicht nur den ersten deutschen Angriffskrieg seit 1945 zu verantworten hat, zu ihnen gehört des Weiteren Otto Schily, Träger des Big Brother Lifetime Awards 2005 „für den Ausbau des deutschen und europäischen Überwachungssystems auf Kosten der Bürger- und Freiheitsrechte und für seine hartnäckigen Bemühungen um die Aushöhlung des Datenschutzes unter dem Deckmantel von Sicherheit und Terrorbekämpfung“.
Genau solche Leute braucht Griechenland. Die wissen noch, worauf es ankommt.
Medienkritik LXIX: Türen verschlossen, Fenster weit offen
Ach, tagesschau.de, wofür bezahlen wir euch eigentlich?
In einer Reihe von Gesprächen am Runden Tisch tauschten Piraten in den vergangenen Wochen Argumente und Meinungen aus, mit Autoren und Buchhändlern, Musikern und Produzenten, sogar mit der GEMA – und mit ihr sogar, entgegen den Gepflogenheiten der Piraten, hinter verschlossenen Türen.
(Hervorhebung von mir.)
Dabei ist das sachlich nicht mal falsch, der Tisch ist tatsächlich rund und die Türen waren verschlossen. Dass man die Videoaufzeichnung hiervon entgegen den Gepflogenheiten bei Gesprächen hinter verschlossenen Türen und entsprechend den Gepflogenheiten der Piraten trotzdem ansehen kann, hat allerdings auch niemand bestritten. Die Türen verschlossen, das Fenster weit offen. Nur bei den Öffentlich-Rechtlichen ist man draußen geblieben.
„Fernsehen zum Anklicken“ ist das momentane Motto des Webauftrittes des „Ersten“, in dem die Tagesschau normalerweise läuft. Ironie können sie schon ganz gut.
(Quelle: Internet.)
In weiteren Nachrichten: Facebook kauft Face.com. Vermutlich sollte buch.de schon mal zittern.
Maybebop – Mein kleiner grüner Kaktus
(@L2K) was zum…
Ist ja auch mal ganz schön.
Holleri.
Guten Morgen.
Studie: Spammer spammen.
Zum Verständnis des folgenden Sachverhaltes ist es nötig, die Grundzüge von Twitter zu verstehen, weshalb ich einen entsprechenden Exkurs voranstelle.
Der Kurznachrichtendienst Twitter, eine Art „SMS für das Internet“ und nicht etwa ein „soziales Netzwerk“ im eigentlichen Sinne, basiert im Wesentlichen auf der Annahme, dass jeder bis zu 140 Zeichen „twittern“ kann, die dann in der öffentlichen Zeitleiste erscheinen. Dabei ist es auch möglich, gezielt einzelne Twitter-Benutzer anzupingen, indem man sie erwähnt. Eine solche Erwähnung kann es auch sein, einen „Retweet“ zu senden, eine Mitteilung eines anderen Benutzers also selbst zu teilen. (Wie das wohl mit dem geplanten Leistungsschutzrecht korreliert?) Solche „Pings“ erscheinen beim Erwähnten dann, sofern nicht blockiert oder gezielt ausgeblendet, an gesonderter Stelle.
Man kann einzelnen Benutzern auch „folgen“ und so ihre Mitteilungen („Tweets“) in der eigenen Zeitleiste sehen, was ein wenig der „Pinnwand“ beziehungsweise dem „Stream“ in diesen „sozialen Netzwerken“ entspricht.
Der Sinn des Ganzen ist es, dass man seine gegenwärtigen Gedanken („ich muss kacken“) jedem mitteilen kann, der sie lesen will; auch professionellere Zwecke sind aber machbar, so veröffentlichen zum Beispiel einige Blogs Hinweise auf neue Artikel immer umgehend bei Twitter, so dass man ihnen an einem zentralen Ort „folgen“ kann, ohne sie per RSS/Atom („dynamische Lesezeichen“ heißt das in Firefox) abonnieren zu müssen. (Was andererseits viel cooler und vor allem praktischer ist, aber eben nicht jeder versteht.) Eigentlich ist Twitter also völlig überflüssiger Blödsinn.
Angesichts des großen Bekanntheitsgrades und vor allem der Informationsgeschwindigkeit von Twitter – so manche Revolution wurde ja unter anderem per Twitter organisiert – ist es unvermeidlich, dass sich auch Spammer dort breitmachen, die mittels Erwähnungen oder auch bloßem Folgen auf sich aufmerksam machen, um dann billig irgendwelche Penispillen oder bezahlten Blogartikel unters Volk zu bringen. Mir selbst „folgen“ zurzeit – Stand 4:04 Uhr – 80 Twitternutzer. Etwaige Spambots, die ich (anders als etwa @big_ben_clock) nicht als „Verfolger“ (und somit potenzielle Nervquellen) wünsche, sortiere ich unregelmäßig per BotPwn aus. Hier endet der Exkurs.
Gehen wir in medias res: Meist suchen besagte Bots nach einem bestimmten Schlüsselwort und heften sich dann, sozusagen, an die Fersen des Twitterers. Gelegentlich äußere ich auf Twitter etwa meinen Missmut über neue Entwicklungen seitens Apple – zuletzt bescherte mir das eine Apple-Nachrichtenseite als „Follower“. Damit könnte ich jetzt meine Späße treiben, aber das hebe ich mir für einen eventuell späteren Zeitpunkt auf. Tatsächlich also sind diese Bots nicht unbedingt Spamverteiler, aber doch selten erwünscht. Man könnte solche Bots auch nutzen, um sein eigenes Profil beliebter erscheinen zu lassen, aber für besonders große Followerzahlen bekommt man bei Twitter ebenso wenig Anerkennung wie auf Facebook für eine vierstellige Anzahl an „Freunden“, weshalb man ein ziemlich armes Würstchen sein muss, um das zu tun.
Und nun kommt heise.de ins Spiel. Dort schrieb Axel Kannenberg gestern:
Fast die Hälfte der „Follower“ vieler großer Unternehmen auf Twitter könnten maschinengesteuerte Fakes sein, wie eine Untersuchung (…) des Mailänder Medienprofessors Marco Camisani Calzolari ergeben hat. (…) Einen möglichen Grund für die teilweise hohe Zahl von Fake-Followern sieht Calzolari laut Technorati in der Auslagerung der Social-Media-Aktivitäten an Agenturen. Diese würden mitunter „Abkürzungen“ über Bots nehmen, um ihren Auftraggebern schnelle Erfolgsmeldungen mit großen Fanzahlen melden zu können.
Ziemlich arme Würstchen sitzen also vor allem in Werbeagenturen. Wen wundert es? – Dies beiseite gelassen: Selbstverständlich folgen viele Twitter-Bots großen und erfolgreichen Twitterern, und zwar aus dem gleichen Grund, aus dem E‑Mail-Spam nur selten manuell und in Einzelausführung versandt wird: Als Spambotbetreiber – oder Spammer – ist man natürlich an einer möglichst großen Zahl an Lesern interessiert. Für eine Studie, die so etwas herausfindet, hat womöglich jemand Geld ausgegeben? (Ganz toll ist ja auch die Überschrift: „Studie: Twitter-Bots folgen Unternehmen“, ja, wem denn sonst?)
Sollte es so sein, dass es Twittervermarktern allein um große Zahlen geht, dann gebe ich den betroffenen Unternehmen völlig unentgeltlich einen Tipp: Twittert über interessante Dinge (dann kommen die Interessenten von allein) oder seid selbst interessant. Massig Agenturbots, die so tun, als seien sie begeisterte Kunden, sagen über euch als Unternehmen ansonsten mehr aus, als euch lieb ist.
Wenn sich andererseits das Treiben einer Werbeagentur auf die Simulation von Interessenten (generierte Besuche einer Website, generierte Verfolger bei Twitter, generierte „Freunde“ auf MySpace) beschränkt und man nicht mal mehr kreativ sein muss, um in dieser Branche erfolgreich zu sein, dann klingt das nach einem ziemlich guten Beruf für mich. Wo muss ich mich bewerben?
Kurz verlinkt CVII: Terrorbekleidung
Im sächsischen Landtag hat der Präsident heute die Polizei geholt, um alle Abgeordneten der NPD-Fraktion abführen zu lassen. Die Parlamentarier waren von der Sitzung ausgeschlossen worden, weil sie – entgegen der Geschäftsordnung – Kleidung des Labels Thor Steinar trugen. Erst als die Polizei kam, verließen die Abgeordneten den Saal.
Der Landtagspräsident hat erstaunlichen Langmut bewiesen: Anstelle des schwarzen Blocks, der diesem unverschämten Pöbel mal gezeigt hätte, wo der Bartel den Most holt, ließ er nur die Polizei anrücken. Diese Maßnahme war vollkommen gerechtfertigt, denn die Anwesenheit gewählter Mitglieder des Landtages in Thor-Steinar-Bekleidung in einem Landtag ist ein für die Demokratie unhaltbarer Zustand: Ein aufrechtes Mitglied des sächsischen Landtages hat gefälligst Anzüge von Hugo Boss zu tragen und nicht solche entarteten Klamotten von irgendwelchen Arabern!
Kein Fußbreit dem Dings!
Pazifistische Weicheier!
Das deutsche Volk ist doch ein wankelmütiges! Da setzt es sich jahrelang dafür ein, dass Joachim Gauck endlich Bundespräsident wird, und nun, da er es geworden ist, mäkelt es ständig an seiner Amtsführung herum.
Dabei setzt er sich für die Belange jedes Bürgers ein, selbst der Soldaten dieses Landes, vor denen er eine fesselnde Rede gehalten hat. Er, der er jahrelang in einem Staat lebte, dessen „Nationale Volksarmee“ eher gegen statt für das Volk gekämpft hat, weiß um die Vorzüge der deutschen Bundeswehr:
Welch ein Glück, dass es gelungen ist, nach all den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur und nach den Gräueln des Krieges, in diesem Land eine solche Armee zu schaffen: eine Armee des Volkes, im besten, eigentlichen Sinne, kein Staat im Staate, keine Parteienarmee, sondern eine „Parlamentsarmee“, an demokratische Werte gebunden, an Grundgesetz und Soldatengesetz; (…).
Eine Armee des Volkes, die gegen den ausdrücklichen Willen des Volkes Zivilisten im Ausland die Birne wegballert; aber eben wenigstens nicht im Inland wie damals. Ja, es ist alles viel besser geworden. Wer aber würde die harte Arbeit der Soldaten für Deutschland ernsthaft kritisieren, wer aber erhebt störende Einwände gegen die Notwendigkeit der Gewalt? Natürlich: Nur die Weicheier.
„Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Aber: „ ‚Ohne uns‘ als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen“, mahnte der Präsident. (…) Die Abscheu gegen Gewalt sei zwar verständlich, und Gewalt werde immer ein Übel bleiben, sagte Gauck in Hamburg. „Aber sie kann (…) notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden“, betonte Gauck.
„Ich wünsche nicht den Kampf. Wenn er mir jemals aber aufgezwungen wird, dann werde ich ihn führen, so lange in mir auch nur ein Atemzug lebendig ist… und ich kann ihn heute führen, weil ich weiß, dass hinter mir das ganze deutsche Volk steht!“
– Adolf Hitler
„Diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, sondern eine Stütze unserer Freiheit“, betonte Gauck. Die Bundeswehr habe sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst und sei heute fest verankert in einer lebendigen Demokratie.
Das deutsche Volk ist doch ein wankelmütiges! Es will Freiheit, Demokratie und Frieden, aber es will aus niederem Pazifismus heraus nicht, dass für Freiheit, Demokratie und Frieden gekämpft und gestorben wird. Diesem verweichlichten Volk kann man nur schwerlich sein Vertrauen schenken. Zum Glück ist die Bundeswehr eine parlamentarische und keine Volksarmee, sonst blieben ihr weitere Chancen auf die Verteidigung der demokratischen Werte im Ausland wohl verwehrt.
Was Christian Wulff wohl gerade macht?
Apple: Jetzt noch weniger Gerät für’s Geld
Zusammen mit dem neuen OS X „Mountain Lion“, das dadurch besticht, dass es noch mehr Funktionen von Windows übernommen hat als bisher (etwa die Laufwerksverschlüsselung aus dem „Arbeitsplatz“ heraus), hat Apple heute auch neue Macbooks vorgestellt. Wenn man den Berichten glauben schenken darf, dann wird es dünner, dünner, dünner, dünner und schärfer, dünner und vor allem dünner werden.
“Sehen Sie nur wie dünn das neue Macbook ist!”
“ja und was bringt das?”
“SEHEN SIE DOCH WIE DÜNN ES IST!”
(@t5a per Twitter)
Ich find‘ ja, die Änderungen sind zu dünn, um einen Neukauf zu rechtfertigen.
Led Zeppelin – Achilles Last Stand
Da wollte mir doch neulich einer erzählen, Tom Morello (u.a. Rage Against The Machine) und „Slash“ (Guns’n’Roses) seien Meister an der Gitarre. Nun mag ich Rage Against The Machine, aber was ich noch besser finde, ist diese Liveversion von Led Zeppelins „Achilles Last Stand“, die das mit dem Meister noch mal ganz anders definiert. Das finde ich ganz persönlich.
Großartig, dieser Herr Page.
Guten Morgen!
Blasentee
Soeben rauschte folgende Werbung für „Bubble Tea“ an mir vorüber:
Einmal ganz abgesehen davon, dass mich die merkwürdige Hintergrundbeschallung an den Gooshers-Tanz erinnert, wüsste ich wirklich gern, welche Klientel mit einem solchen Video angelockt werden soll. Da 15-jährige Mädchen, die sich ja normalerweise jeden süßlichen Mist (Red Bull, Erdbeersekt, Vla) in hinter die Binde kippen, normalerweise noch nicht zu viel LSD nehmen und sich somit mit dem blöde rumhüpfenden Asiatischstämmigen („McTi“, welch amüsanter Scherz – noch lustiger wäre es freilich gewesen, die Produzenten hätten stattdessen Mr. T, Ice‑T oder gleich beide angeworben) noch nicht identifizieren können, fallen sie schon mal aus.
„Bubble Tea“, was ist das eigentlich? Nun, der Sprecher beschreibt es ja: „Lecker Tee mit Fruchtbubbles“, ich palme mein face. Die Wikipedia weiß mehr:
In den 1990er Jahren wurde Bubble Tea zu einem Trendgetränk in Asien und in Kalifornien, von wo aus sich der Trend in den ganzen USA verbreitete.
Ah, ein taiwanesisches Trendgetränk, das in den USA total toll gefunden wird und deswegen zwei Jahrzehnte später unbedingt auch hier breitgetreten werden muss. Besondere Eigenschaften? Süß, klebrig, giftig.
Bubble Tea wird von Ernährungsexperten wegen seines hohen Zuckergehalts kritisiert (0,4 Liter enthalten 600 bis 1000 kcal).
Macht ja nix – Gesundheit und Maße deutscher Kinder entsprechen noch zu wenig US-amerikanischen Standards, da muss man etwas ändern.
„Bubble Tea, Bubble Tea, Bubble Tea!“
Darauf erst mal einen Grappa.
Kurz verlinkt CVI: Apropos „Brot und Spiele“…
Dass Fußball nicht einfach nur ein Sport ist, sondern z.B. auch den Blick der Öffentlichkeit auf Problemfelder lenkt, ist wichtig. Während der EM aber wollen wir einfach mal nur die Spiele genießen.
Genau, wen interessiert schon Politik? Natürlich wird die Bundesregierung während der Fußball-Europameisterschaft keine Beschlüsse fällen, die irgendwem missfallen könnten, sondern abwarten, bis die Bürger wieder mit voller Aufmerksamkeit die Politiknachrichten verfolgen. So rücksichtsvoll kennen wir sie ja, und dafür sollten wir dankbar sein.
So lange uns das Bürgerrecht, Fußball zu gucken, nur nicht genommen wird, sind wir glücklich, nicht wahr?
Flagge zeigen!
Offenbar findet zurzeit wieder eine Fußballmeisterschaft statt, wie die beeindruckende Zahl an deutschen Flaggen an jeder möglichen und unmöglichen Stelle zeigt. Natürlich dienen diese allein dem Zweck, die deutsche Mannschaft zu unterstützen, denn selbstverständlich spielen die deutschen Gurken (5 Gegentore durch die Schweiz. Die Schweiz!) weniger mies, wenn sich die Zuschauer von irgendwelchen Negerkindern in Dritteweltländern zusammengetackerte Flaggen an ihr japanisches, koreanisches oder spanisches Auto kleben.
Mit dem außerhalb Deutschlands durchaus erwünschten „Nationalismus“ – meinten Sie: Patriotismus? – habe diese Lust am Bebildern nichts zu tun, sondern mit Solidarität mit der eigenen Mannschaft, heißt es.
Es ist schon merkwürdig: Bislang war ich der Ansicht, im Sport ginge es darum, dass der Bessere am Ende als Sieger hervorgeht, einmal abgesehen vom Radsport, wo letztlich der Teilnehmer mit dem besten Arzt das Rennen macht, und vom Imkreisfahren („Formel 1“), das ich nicht als Sportart akzeptiere. Warum sollte das ausgerechnet beim Fußball anders sein?
Meine „Heimmannschaft“ – die Fußballmannschaft meines gegenwärtigen Aufenthaltsortes – ist derart untalentiert, dass sie von einer nennenswerten Liga weit entfernt ist. Die erfolgreichste Fußballmannschaft aus dem weiteren Umkreis ist Eintracht Braunschweig, momentan Zweitligist und nicht unbedingt spielerisch überzeugend. Sollte ich nun Anhänger dieser Mannschaft werden, weil ich alle paar Wochen einmal in der Nähe ihres Stadions unterwegs bin, obwohl ich ihr keinen größeren Erfolg in absehbarer Zeit voraussage? Ich meine: Nein.
Und so ist das auch mit unserer Mannschaft, der „deutschen Elf“. Ich beurteile Fußballmannschaften nach ihrem spielerischen Können und nicht nach der Nationalität ihrer Spieler. (Über die Herkunft der „deutschen Spieler“ reden wir lieber gar nicht erst, sonst bliebe von der deutschen Elf wohl keine zweistellige Zahl mehr übrig.) Der großartige Erfolg dieser Mannschaft während der letzten internationalen Wettbewerbe lässt nur den Schluss zu, dass sich ein Anhängertum der deutschen Mannschaft nicht mit Rationalität erklären lässt.
Jaha, „Deutschland jubelt“. Mit Brot (Grillwurst) und Spielen (Fußball) wird davon abgelenkt, was die Bundesregierung in ihrem stillen Kämmerlein wieder für Gesetzesinitiativen plant. Mit jedem Tor fällt ein weiteres Bürgerrecht? Ach, wer redet schon von Politik? Tooooor! – Tore fallen und Toren jubeln, wahrscheinlich heißt es deswegen „Torjubel“.
Zum Glück dauert dieser kollektive Masochismus, dieses unterwürfige Verlangen danach, sich mit einer Verlierertruppe zu solidarisieren und identifizieren, nicht lange an. Sobald unsere Mannschaft nicht mehr mitspielt, ebbt das Interesse am Fußballsport regelmäßig ab, denn wer will schon zweiundzwanzig schwitzende Männer sehen?
Spätestens also am 17. Juni. Ich freue mich darauf.
Wolfenbüttel: Endlich ausgeraubt!
Wer glaubte, die beschissene Kampagne „Typisch Niedersachsen“ sei in ihrer kompletten Bescheuertheit kaum noch zu übertreffen, der lag wahrscheinlich richtig. Die Stadt Wolfenbüttel lässt dennoch nichts unversucht, diesen Erfolg zu übertrumpfen, und wirbt mit verschiedenen Motiven dafür, dass man sich in Wolfenbüttel „endlich zuhause“ wähnen kann.
Eines dieser Motive zeigt einen fröhlichen Greis, der Wolfenbüttel folgendermaßen preist: „3 Wochen Kreuzfahrt, 4 Tage bei den Enkeln, 1 mal ausgeraubt“.
„Wo man raubt, da lass dich nieder.“ Endlich zuhause!











