In den Nachrichten
Kurz ver­linkt CXVII: Brü­ste, Bär­te und Bäu­me.

Zum Glück stu­die­re ich Infor­ma­tik:

Weil es an ihrer Uni zu weni­ge Tuto­ren gibt, haben Ber­li­ner Sport­stu­den­ten bei einen Akt-Kalen­der mit­ge­wirkt, in dem sie nackt zu sehen sind.

Ich fin­de ja, die Fakul­tät für sozia­le Arbeit an „mei­ner“ Hoch­schu­le hat auch deut­lich zu weni­ge Tuto­ren. Wie wär’s?


Ande­re Kul­tu­ren, ande­re Sit­ten:

Mit der einen Hand pack­te er den lan­gen Bart (…) und mit der Sche­re in der ande­ren Hand schnitt er ent­schlos­sen die grau­en Sträh­nen ein Stück unter­halb des Kinns ab. (…) Die­ses Foto und ande­re Bil­der ähn­lich bru­ta­ler Bart- und Haar­schnei­de­ak­tio­nen (…) sind jetzt wich­ti­ge Beweis­stücke vor einem Bun­des­ge­richt in Cleve­land (Ohio).

(Her­vor­he­bung von mir.)

Eigent­lich fehlt doch da nur noch irgend­wo das Prä­fix „Ter­ror-“, oder?


In wei­te­ren Nach­rich­ten: Muti­ge und cou­ra­gier­te AntifaschistInn_ösen fäll­ten nachts einen Baum gegen Rechts.

Tap­fer, tap­fer. Es ist jedoch inkon­se­quent, dass das Beken­ner­schrei­ben auf Deutsch, der Spra­che von Mili­ta­ris­mus und Deutsch­tü­me­lei (Aus­zug aus der Begrün­dung für’s Abhacken der deut­schen Eiche), ver­fasst wur­de. Viel­leicht wäre Fran­zö­sisch die klü­ge­re Wahl gewe­sen.

NerdkramsMusik
mus­py: Musik­neu­hei­ten per RSS und Mail

Vor unge­fähr einem Jahr gab der bri­ti­sche Musik­jour­na­list Simon Rey­nolds zu Pro­to­koll, Musik sei die ent­schei­den­de Kunst­form, weil an ihr die Zeit qua­si ables­bar sei. Dabei sieht das mit der Zeit, glaubt man den Medi­en, nicht unbe­dingt rosig aus: In einer Zeit schnel­ler Inter­net­ver­bin­dun­gen kauft doch kei­ner mehr Musik, einself.

Dabei las­sen sich die Medi­en von der Rea­li­tät nicht blen­den: Musik­freun­de, die Musik nicht nur beim Bügeln und Auto­fah­ren hören, geben sich mit Drei­ßig-Sekun­den-Schnip­seln auf Amazon.de eben nur ungern zufrie­den und hören lie­ber etwas aus­führ­li­cher, wie die Kat­ze im Sack miaut: [Die Stu­die zeigt], dass mehr ille­ga­le Down­loads zu mehr ver­kauf­ten Alben füh­ren.

Wie aber bemerkt man, dass die Lieb­lings­künst­ler ein neu­es Album ver­öf­fent­licht haben, ohne jedes Musik­ma­ga­zin zu kau­fen und jedes Musik­blog zu lesen? Nun, das ver­meint­lich tote RSS könn­te die Lösung sein.

Seit meh­re­ren Jah­ren pro­to­kol­lie­ren vie­le Musik­freun­de, unter ande­rem ich, ihre Hör­ge­wohn­hei­ten per Last.fm. Des­sen Daten­bank, befüllt unter ande­rem von den Benut­zern des Dien­stes, kennt so obsku­re Künst­ler, dass es doch wün­schens­wert wäre, gäbe es eine Mög­lich­keit, bei Neu­zu­gän­gen auto­ma­tisch infor­miert zu wer­den. Dies haben sich auch ande­re Leu­te gedacht, und so hat es sich erge­ben, dass in den letz­ten paar Jah­ren vie­le Web­dien­ste ent­stan­den, die auf genau die­se Funk­ti­on spe­zia­li­siert sind.

Der ein­fach­ste die­ser Dien­ste ist wahr­schein­lich music-alerts. Auf der Web­site ist eine kom­ma­ge­trenn­te Liste der zu ver­fol­gen­den Künst­ler ein­zu­ge­ben und ein Spam­schutz zu über­win­den, anschlie­ßend wird ein RSS-Feed gene­riert, der den Abon­nen­ten per Amazon.com-Abfrage auf dem Lau­fen­den hält.

Etwas wei­ter geht der regi­strie­rungs­pflich­ti­ge (aber anschei­nend kosten­lo­se) Album Remin­der: Die Künst­ler müs­sen nicht mehr per Hand ein­ge­ge­ben wer­den, son­dern kön­nen direkt aus iTu­nes und dem eige­nen Last.fm-Profil her­aus impor­tiert wer­den. Es ist auch mög­lich, per E‑Mail statt per RSS-Feed über neue Musikal­ben (erneut via Ama­zon-Abfra­ge) infor­miert zu wer­den.

Ich selbst ver­wen­de momen­tan mus­py, das (was ich für geson­dert erwäh­nens­wert hal­te) auf einem Free­BSD-Ser­ver läuft, auf die Music­Brainz-Daten­bank zurück­greift und außer mei­nem Last.fm-Konto angeb­lich auch ein even­tu­ell vor­han­de­nes Face­book-Pro­fil für den Import nut­zen kann – letz­te­res ist dann von Bedeu­tung, wenn man blöd genug war, einen eben­falls even­tu­ell vor­han­de­nen Spo­ti­fy-Zugang mit Face­book zu ver­knüp­fen, womit immer­hin ein indi­rek­ter Import von Spo­ti­fy in mus­py mög­lich wäre.

Ich mache mal ein Bei­spiel.

Nach der Regi­strie­rung – gefragt sind lobens­wer­ter­wei­se nur E‑Mail-Adres­se und Pass­wort – und anschlie­ßen­der Anmel­dung ist die Sei­te „Artists“ zugäng­lich. Hier kön­nen Künst­ler manu­ell ein­ge­ge­ben wer­den, anson­sten kann mus­py auch auf Last.fm zugrei­fen. Auf der Import­sei­te genügt es hier­für, den eige­nen Last.fm-Benutzernamen sowie die gewünsch­te Such­tie­fe (etwa: die Top-100-Künst­ler der letz­ten 12 Mona­te) ein­zu­ge­ben.

Einen Klick auf „Import“ und eine Bestä­ti­gung spä­ter befüllt mus­py die eige­ne Künst­ler­li­ste dann nach und nach. Das Edi­tie­ren ist natür­lich mög­lich; wenn in die erzeug­te Liste aus irgend­ei­nem Grund also irgend­ein Scheiß (zum Bei­spiel Pla­ce­bo) gelangt sein soll­te, ist er zwei Klicks spä­ter wie­der drau­ßen. Die Künst­ler wer­den alpha­be­tisch sor­tiert auf­ge­li­stet:

Stan­dard­mä­ßig infor­miert mus­py per E‑Mail über Neu­erschei­nun­gen der „abon­nier­ten“ Inter­pre­ten. Dies lässt sich in den Ein­stel­lun­gen unter­bin­den, wo auch fest­ge­legt wer­den kann, dass zum Bei­spiel nur Stu­dio­al­ben (kei­ne Live­auf­nah­men, Kom­pi­la­tio­nen und der­glei­chen) von Belang sind. In den Ein­stel­lun­gen und oben in der Navi­ga­ti­ons­lei­ste befin­det sich ein RSS-Sym­bol, über das der RSS-Feed zur Ver­fü­gung steht:

Die­ser RSS-Feed lässt sich dann mit jedem RSS-Leser (etwa RSSOwl, Feed­De­mon oder den Firefox-„Livemarks“) ver­fol­gen:

Ich neh­me an, die ande­ren genann­ten Dien­ste funk­tio­nie­ren ähn­lich.

Zuge­ge­ben: Für den Gele­gen­heits-Musik­hö­rer ist ein sol­ches Ange­bot allen­falls ein stö­ren­des Hin­ter­grund­rau­schen. Für die­je­ni­gen aber, die Musik so sehr schät­zen, dass sie oft den Wald vor lau­ter Bäu­men aus den Augen ver­lie­ren, ist es ein will­kom­me­nes und nütz­li­ches Werk­zeug, das ich denen, die sich jetzt ange­spro­chen füh­len, mit die­sem Arti­kel wärm­stens emp­feh­le. Möge es funk­tio­nie­ren.

Piratenpartei
Die tota­li­tä­re Merk­be­frei­ung der Anti-Atom-Lob­by

Apro­pos Quark: Wenn man sich selbst davon über­zeu­gen möch­te, dass die pira­ten­par­tei­ei­ge­ne AG „Anti­Atom­Pi­ra­ten“ (nur echt mit Bin­nen­Ma­jus­keln) genau das tut, was sie der AG Nukle­a­ria vor­wirft, näm­lich mit­tels der Ver­brei­tung von Halb- bis Unwahr­hei­ten über ver­schie­de­ne Ener­gie­for­men den Wäh­ler zu ver­ar­schen, dann genügt es eigent­lich schon, auf ihrer (den „Anti­Atom­Pi­ra­ten“ ihrer) Web­site vor­bei­zu­schau­en. Vor­sicht: Ein robu­ster Magen ist Vor­aus­set­zung für das schmerz­freie Wei­ter­le­sen.

Da steht näm­lich zum Bei­spiel dies:

Der Solar­strom kann her­vor­ra­gend dazu genutzt wer­den, die Spit­zen­la­sten tags­über abzu­decken. Der dyna­mi­sche Anteil an benö­tig­ter Ener­gie ist nahe­zu deckungs­gleich mit den Zyklen der Pho­to­vol­ta­ik. Scheint weni­ger Son­ne, gibt es meist mehr Wind.

Davon, dass die Effi­zi­enz der Pho­to­vol­ta­ik eher ein Zufalls­fak­tor ist, ist natür­lich kei­ne Rede. Eben­so natür­lich ist es aber, dass die „Anti­Atom­Pi­ra­ten“ die­sem Ein­wand bereits etwas ent­ge­gen­zu­set­zen haben:

In den let­zen 10 Jah­ren blieb der Ver­brauch an Pri­mär­ener­gie in Deutsch­land nahe­zu kon­stant, mit leicht fal­len­der Ten­denz.

Dass das mit ziem­li­cher Sicher­heit etwas damit zu tun hat, dass in den letz­ten 10 Jah­ren vie­le Unter­neh­men ihre Pro­duk­ti­on ins Aus­land ver­la­gert haben, wo sie – natür­lich mit Atom­strom, denn alle ande­ren Län­der bau­en ihre Kern­kraft­net­ze aus gutem Grund wei­ter aus – weit preis­gün­sti­ger arbei­ten kön­nen als hier, ist offen­sicht­lich, wird aber natür­lich eben­falls nicht erwähnt. Augen­wi­sche­rei durch geziel­tes Weg­las­sen von Fak­ten ist auch wie­der etwas, was nur ver­werf­lich ist, wenn es die Bösen machen.

Die­ser Ver­brauch – mit Phy­sik hat man es in der Öko­lob­by offen­bar nicht so – von Ener­gie kön­ne pro­blem­los auf­ge­fan­gen wer­den, indem man ein­fach ein Feld von der Grö­ße Hes­sens platt­macht und Son­nen­kol­lek­to­ren und Wind­kraft­rä­der oder gleich Wind­kraft­rä­der aus Son­nen­kol­lek­to­ren hin­stellt. In flau­en Som­mer­näch­ten hat man dann halt ein Pro­blem; dies gera­de auch dann, wenn man (zu Recht) davon aus­geht, dass die ange­peil­ten (lächer­li­chen) vier­zig Pro­zent Wir­kungs­grad von ver­brau­cher­taug­li­chen Solar­zel­len in abseh­ba­rer Zeit nicht ansatz­wei­se erreicht wer­den:

Die im Moment erhält­li­chen Stan­dard-Solar­zel­len haben einen Wir­kungs­grad von bis knapp über 20%.

Wenn also ein­fach jeder Auto­fah­rer einen Son­nen­kol­lek­tor von der unge­fäh­ren Grö­ße eines hal­ben Fuß­ball­fel­des auf sein Dach schnal­len wür­de, wäre zumin­dest das Ener­gie­pro­blem im Stra­ßen­ver­kehr auch lang­fri­stig gelöst. Jeden­falls im Som­mer. Jupp­hei­di.

Im Win­ter steht man, geht es nach den „Anti­Atom­Pi­ra­ten“, als fort­schritt­li­cher (kern­kraft­frei­er) Bür­ger vor ganz ande­ren Pro­ble­men, denn Hei­zen ist nicht erwünscht:

Allei­ne durch 100% gene­ra­ti­ve Strom­erzeu­gung und Elek­tro­mo­bi­li­tät ver­rin­gert sich der Bedarf an Pri­mär­ener­gie um etwa 40% (!), die wir bis­her als Abwär­me an die Umwelt abge­ben.

Immer­hin ist Stand­hei­zung erlaubt.

Alles in allem sind die Berech­nun­gen der „Anti­Atom­Pi­ra­ten“ in vor­lie­gen­der Form zwar theo­re­tisch kor­rekt, ihre Grund­la­ge jedoch, näm­lich das Errei­chen eines maxi­ma­len Wir­kungs­gra­des, von dem die vor­ge­schla­ge­nen Ener­gie­quel­len zur­zeit noch weit ent­fernt sind, ist bis­her pra­xis­fer­ner als die von der AG Nukle­a­ria vor­ge­schla­ge­nen neu­en Reak­tor­ty­pen zur Auf­be­rei­tung vor­han­de­nen Atom­mülls (damit mei­ne ich aus­nahms­wei­se nicht die Disney-„Stars“).

Aber für eine gute Sache darf man anschei­nend auch im Namen der Pira­ten­par­tei den Bür­ger belü­gen.

(Mit Dank an B.!)

PiratenparteiMontagsmusik
Lazy­Town – You Are A Pira­te

Die inhalt­li­che Arbeit auf im Vor­feld die­ses Arti­kels erwähn­tem Lan­des­par­tei­tag des nie­der­säch­si­schen Lan­des­ver­ban­des der Pira­ten­par­tei Deutsch­land, der letzt­lich erfolg­reich ver­lief, lässt den Quark und Gegen­quark der nach außen getra­ge­nen inner­par­tei­li­chen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten dann momen­tan auch mal ver­ges­sen, was ja auch mal ein inter­es­san­tes Gefühl ist.

Unge­fähr so:

Lazy­Town song – You­re A Pira­te

(Erleich­te­rung und lecke­re Him­bee­ren.)

Guten Mor­gen.

FotografiePiratenpartei
#lptnds123

Zwei Minu­ten nach „Beginn“ und somit fast eine Stun­de vor Beginn ist es vol­ler Men­schen, die sich dar­über freu­en, dass es noch nicht begon­nen hat. Es gibt schlech­te Mate und schlech­ten Kaf­fee.

Klar­ma­chen zum Dings.

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PolitikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt CXVI: Ermitt­ler fin­den Was­ser im Mit­tel­meer

Is’n Ding:

Ermitt­ler fin­den NPD-Wahl­pla­ka­te bei Neo­na­zis

Das ist der­ma­ßen däm­lich, dass es den Ermitt­lern selbst nicht auf­ge­fal­len ist. Statt­des­sen froh­locken sie:

„Das kann ein wei­te­rer Bau­stein sein. Wenn eine ech­te Chan­ce zu einem Ver­bot besteht, soll­ten wir das machen“, sag­te der nord­rhein-west­fä­li­sche Innen­mi­ni­ster Ralf Jäger (SPD) SPIEGEL ONLINE.

Außer der kreuz­däm­li­chen Über­schrift ist auch fol­gen­der Gedan­ke erwäh­nens­wert: Viel­leicht soll­ten die Neo­na­zis also künf­tig statt­des­sen Unhei­lig-Pla­ka­te sam­meln, um auch dort ein Ver­bots­ver­fah­ren zu ver­ein­fa­chen, immer­hin sei dies, so SPIEGEL ONLINE, ein ein­deu­ti­ger Beleg für die enge Zusam­men­ar­beit mit besag­ter „Musik­grup­pe“. Ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt wäre es, dass nie­mand in die­sem Land mehr Unhei­lig hören müss­te, wenn er zufäl­lig an einem Radio vor­bei­geht.

Falls hier zufäl­lig ein Neo­na­zi mit­liest: Gin­ge das viel­leicht?
Dan­ke im Vor­aus!

Musik
Ein rei­nes Gewis­sen für wenig Geld

Für die (Ach­tung, Bonus­witz) Wirt­schafts­wo­che stell­te Seba­sti­an Matthes am dies­wö­chi­gen Mon­tag fest, dass die Reste sei­ner gelieb­ten CD-Samm­lung, die er jah­re­lang lie­be­voll auf­ge­baut und die man ihm in Stu­den­ten­ta­gen schließ­lich teil­wei­se ent­wen­det hat­te, mit dem Deutsch­land­start von Spo­ti­fy, dem Strea­ming­dienst, den ich bereits vor einem Jahr weit­ge­hend igno­rier­te, für ihn völ­lig an Bedeu­tung ver­lo­ren haben. Jah­re­lang inve­stier­tes Herz­blut hin oder her, es ist eben so prak­tisch, für nur fünf bis zehn Euro im Monat kaputt­kom­pri­mier­te Ver­sio­nen der Musik hören zu kön­nen, die man sonst gekauft hät­te. Herr Matthes muss einen ziem­lich lang­wei­li­gen Musik­ge­schmack haben, immer­hin sind bekann­te Musik­grup­pen wie die Beat­les und King Crims­on aus ver­trag­li­chen Grün­den nicht bei Spo­ti­fy ver­tre­ten.

Aber Spo­ti­fy ist nun mal das neue kom­men­de Ding, für das man auch mal sei­ne Ansprü­che an die Ton­qua­li­tät her­un­ter­schraubt: Unter dem Strich steht (für 2011, A.d.V.) ein Ver­lust von 375 Mil­lio­nen Kro­nen (zum dama­li­gen Euro­kurs etwa 40 Mil­lio­nen Euro), 2010 belief sich das Minus auf 235 Mil­lio­nen Kro­nen. Das bedeu­tet, in abseh­ba­rer Zeit dürf­ten die Ein­schrän­kun­gen der kosten­frei­en Ver­si­on von Spo­ti­fy erwei­tert wer­den, um den Ver­lust auf­zu­fan­gen – groß­ar­ti­ge Aus­sich­ten für die Nut­zer alter­na­ti­ver Dien­ste wie etwa Groo­veshark.

Dass Groo­veshark, anders als Spo­ti­fy, zur­zeit kei­ne Lizenz­ge­büh­ren an Künst­ler zahlt, nennt netzwertig.com-Autor Mar­tin Wei­gert als einen Grund, Spo­ti­fy trotz­dem zu bevor­zu­gen, und sei’s nur für das Gewis­sen:

CDs im Regel zu haben, wenn man schon Jah­re lang nix mehr kauft, hal­te ich für ein maxi­mal das eige­ne Gewis­sen beru­hi­gen­des Argu­ment.

Dass ich auf Strea­ming­dien­ste als Ersatz für eine anstän­di­ge Musik­samm­lung teil­wei­se ver­zich­te und statt­des­sen auch wei­ter­hin Ton­trä­ger kau­fe, wuss­te Herr Wei­gert hier noch nicht. Der Gedan­ke ist aber inter­es­sant: Um Künst­ler zu unter­stüt­zen, muss man nicht ihre Kon­zer­te besu­chen oder ihre Ton­trä­ger erwer­ben, son­dern kann auch ein­fach für fünf Euro im Monat (oder kom­plett gra­tis, Spo­ti­fy zahlt’s ja eh‘) unbe­grenzt ihrem out­put lau­schen. Ein Spo­ti­fy-Abon­ne­ment – ähn­lich Sim­fy – als Ablass­brief?

Pro Lied bekom­men die Rech­te­inha­ber 0,41 Cent (also 0,0041 Euro) von Spo­ti­fy, die sie sich dann irgend­wie mit den Inter­pre­ten, also den eigent­lich Krea­ti­ven, tei­len dür­fen. Nach dem neu­en Mer­ce­des bleibt eben nicht mehr viel übrig. Wäre ich Spo­ti­fy-Kun­de, mein Gewis­sen wäre alles ande­re als rein, wür­de ich des­halb auf den Kauf von rich­ti­gen Musikal­ben ver­zich­ten.

Spo­ti­fy ist allen­falls ein vali­der Ersatz für Radio, das ja in einer noch immer sehr ver­brei­te­ten Form (per Rund­funk, nicht per Inter­net) nicht unbe­dingt durch Viel­falt besticht:

Radio. Spielt ein­fach den gan­zen Tag genau das, was sich zur Zeit eh die mei­sten Leu­te kau­fen, um es sich zu Hau­se anzu­hö­ren. So logisch.

Je öfter ein Lied im Super­markt­ra­dio (oder in einem ande­ren Radio, das ich gera­de ver­se­hent­lich höre) gespielt wird, desto weni­ger habe ich per­sön­lich Lust dar­auf, Geld aus­zu­ge­ben, um es – das Lied – in phy­si­scher Form zu besit­zen. Viel inter­es­san­ter und ver­mut­lich auch für die Ver­kaufs­zah­len för­der­li­cher wäre es doch, wür­den Radio­sen­der mehr „B‑Seiten“ von den eigent­li­chen sin­gles der bekann­ten Künst­ler spie­len oder gele­gent­lich auch mal Lie­der von Musi­kern pro­pa­gie­ren, die gera­de nicht in irgend­wel­chen Hit­pa­ra­den (inklu­si­ve Oldie-Hit­pa­ra­den) die Plät­ze 1 bis 100 bele­gen.

Der eng­li­sche Mode­ra­tor John Peel hat gezeigt, dass es funk­tio­niert. Ich wüss­te wirk­lich gern, was unse­re öffent­lich-recht­li­chen Sen­der (bezie­hungs­wei­se ihre Ver­ant­wort­li­chen) dar­an hin­dert, ähn­li­che Grö­ße zu bewei­sen. Eine Ein­schalt­quo­te ist staat­lich finan­zier­ten Sen­dern ja zumin­dest in der Theo­rie gänz­lich unwich­tig.

Aber wer Viel­falt will, der kann ja auch ein­fach ins Inter­net gucken. Schö­nen Dank auch.

Sonstiges
De sen­ten­tio­lis prae­co­nia­li­bus non com­pro­ba­tis

Offen­bar sind vie­le Wer­ber hier­zu­lan­de mit ihrem Latein bereits am Ende.

Zu einem neu­en Pro­dukt gehört (dazu wei­ter unten mehr) in aller Regel auch ein ein­präg­sa­mer Wahl­spruch. Im nord­deut­schen Raum bekannt sind etwa die jovia­len slo­gans der Geträn­ke fritz-kola („viel­viel Kof­fe­in“) und Kal­te Muschi („Rot­wein Cola Zeugs (sic!). Schmeckt.“).

Dabei haben nicht alle Fir­men so ein glück­li­ches Händ­chen. „Volks­wa­gen – das Auto“ etwa ist zwar ein­präg­sam, aber auch reich­lich bescheu­ert, denn was außer einem Auto soll so ein Volks­wa­gen denn sonst sein? Und was ist dann zum Bei­spiel ein Por­sche? Kon­se­quent sind immer­hin die Ver­ant­wort­li­chen für Bur­ger King, die ihr „Have it your way!“, also „Bekommt es, wie ihr es wollt!“, vor eini­gen Jah­ren kon­se­quent ver­folgt und in den Filia­len selbst die Stu­fen zum Mit­ar­bei­ter­klo sinn­ge­mäß so beschrif­tet haben: „Vor­sicht, Stu­fe! Sie kön­nen die­se War­nung auch igno­rie­ren, dann könn­ten Sie stol­pern und sich weh tun, und das wol­len wir nicht. Ent­schei­dend ist aber, was Sie wol­len!“

Das war wenig­stens noch lustig.

In der Spi­ri­tuo­sen­ab­tei­lung eines mir geneh­men Lebens­mit­tel­fach­ge­schäfts erblick­te ich heu­te Geträn­ke der Mar­ke Stein­hä­ger. Eines von ihnen – nicht der bekann­te Schin­ken­hä­ger – besitzt offen­bar, glaubt man dem Wort­laut sei­nes Eti­ketts, einen eige­nen slo­gan in vor­neh­mem Latein: „bibi­te quod bonum est“.

Nun hat das latei­ni­sche Wort „quod“ die Eigen­schaft, sowohl ein Pro­no­men als auch eine Sub­junk­ti­on zu sein, wobei die Ver­wen­dung als Sub­junk­ti­on alter­na­tiv auch mit­tels des Wor­tes „quia“ mög­lich wäre, was zumin­dest eine ein­deu­ti­ge Fest­le­gung ermög­li­chen wür­de. Der Satz „bibi­te quod bonum est“ hat in vor­lie­gen­der Form jeden­falls zwei mög­li­che Bedeu­tun­gen:

  1. Trinkt, was gut ist!
  2. Trinkt, weil es gut ist!

Wel­che Bedeu­tung hier zutrifft, ist für den ein­fa­chen Kun­den schwer her­aus­zu­fin­den, viel­leicht genügt es bereits, eine E‑Mail an den Her­stel­ler bezie­hungs­wei­se des­sen Öffent­lich­keits­ar­beits­ab­tei­lung zu sen­den. Das habe ich bis­her nicht aus­pro­biert. Inter­es­sant ist jeden­falls, dass bei­de Bedeu­tun­gen von frag­wür­di­ger Qua­li­tät sind.

„Trinkt, was gut ist!“ lädt den Scherz­freund dazu ein, genau des­halb lie­ber auf ein gutes Pils zurück­zu­grei­fen. Ich maße mir an zu behaup­ten, dass ich aus­schließ­lich trin­ke, was gut ist; Wachol­der­schnaps ist indes gegen­wär­tig nicht dar­un­ter. Die Albern­heit die­ser Vari­an­te wird deut­lich, wenn man sie auf ande­re Berei­che über­trägt. Man stel­le sich vor, der Fern­seh­sen­der n‑tv wür­de bewor­ben mit: „Gucken Sie, was gut ist“. Die­sen Sen­der wür­de doch nie­mand mehr ernst neh­men. (Damit wür­de er sich ein­rei­hen in die Rie­ge derer, die es auch nicht bes­ser kön­nen, man den­ke nur an „Mein RTL“.)

„Trinkt, weil es gut ist!“ ist zwar per se eine kor­rek­te Beschrei­bung, denn wer kei­ne Flüs­sig­keit zu sich nimmt, wird in abseh­ba­rer Zeit ster­ben, zwei­fel­haft ist aber der Umstand, dass aus­ge­rech­net das Trin­ken von Stein­hä­ger-Erzeug­nis­sen nen­nens­wert gut sein soll. (Und auch hier freut sich der Scherz­freund an der Vor­stel­lung, ein obdach­lo­ser Trin­ker wür­de sein Dasein damit begrün­den, dass ihm gesagt wur­de, es sei gut.)

Wie man die­ses Pro­blem löst? Nun, man könn­te ver­su­chen, einen guten Wahl­spruch auf Deutsch zu erdenken, denn im Deut­schen merkt man als Deutsch spre­chen­der Zeit­ge­nos­se nor­ma­ler­wei­se eher als im Latei­ni­schen, wenn man tota­len Quatsch schreibt. (Wenn ich ande­rer­seits lese, was Leu­te wie Julia Schramm so in die Medi­en rein­kot­zen, bit­te ich die­se Behaup­tung mit Vor­sicht zu genie­ßen; obwohl ich ehr­lich gern wüss­te, ob Frau Schramm wenig­stens in Fremd­spra­chen klu­ge Din­ge schrei­ben kann.) Man könn­te aber auch ein­fach dar­auf ver­zich­ten, für jedes jemals erhält­li­che Gesöff einen Wahl­spruch zu for­mu­lie­ren. Plör­re schmeckt auch dann nicht bes­ser, wenn man ihr einen lusti­gen Auf­druck ver­passt.

Bei Musik klappt das doch auch. Oder kennt irgend­je­mand den slo­gan von Madon­na?

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik LXXIII: Für mehr Mono­kul­ti!

Für die meist ziem­lich scheuß­li­che „taz“ schlug Han­na Gers­mann gestern vor, die EU gegen „Eli­ten­bil­dung“ (H. Gers­mann über ihr Ide­al­bild von Euro­pa) zu schüt­zen und Euro­pa zu einem leuch­ten­den Vor­bild in Sachen „Mul­ti­kul­ti“ (ebd.) zu machen.

Wirk­lich ernst zu neh­men ist aber ein ande­res Pro­jekt der letz­ten Mona­te: die Gegen­be­we­gung zum Urhe­ber­rechts­ab­kom­men Acta. Plötz­lich inter­es­sier­ten sich Tau­sen­de Netz­ak­ti­vi­sten für EU-Poli­tik, schrie­ben Pro­test-Mails, gin­gen auf die Stra­ße. Und die EU-Poli­ti­ker kamen unter Druck, muss­ten reagie­ren. Ihre Spra­che: zual­ler­erst Eng­lisch. (…) Euro­pa muss (…) im besten Sin­ne – sagen wir – indi­scher wer­den: Eng­lisch wird Amts­spra­che für alle. Wenn man sie nicht spre­chen kann, muss man sie zumin­dest ver­ste­hen kön­nen.

Denn genau so funk­tio­niert „Mul­ti­kul­ti“ (immer noch H. Gers­mann): Indem man die Viel­falt der Spra­chen zwar gnä­dig tole­riert, aber als Ver­kehrs­spra­che eine ganz ande­re impor­tiert, näm­lich von außer­halb Euro­pas. Espe­ran­to, Eng­lisch, ganz egal.

Und natür­lich sind auch frem­de Reli­gio­nen in Ord­nung, so lan­ge man sie nur im Pri­va­ten aus­lebt, die euro­päi­sche Ein­heits­re­li­gi­on hat doch, bit­te­schön, das Chri­sten­tum (bevor­zugt Pro­te­stan­tis­mus) zu sein. Und natür­lich ist es völ­lig ange­mes­sen, wenn ein Euro­pä­er in sei­nen eige­nen vier oder mehr Wän­den Din­gen wie Pazi­fis­mus, gesun­der Ernäh­rung und sei­nem Hang zur Bil­dung nach­geht, aber öffent­lich ist gefäl­ligst der Ame­ri­can Way of Life zu zele­brie­ren: Waf­fen­ver­narrt, über­fet­tet und ten­den­zi­ell dumm hat der moder­ne Euro­pä­er zu sein, wenn er in gebro­che­nem Eng­lisch mit sei­nen deutsch‑, spa­nisch- oder dänisch­stäm­mi­gen Lands­leu­ten spricht.

Man muss der Ver­su­chung, ein Indi­vi­du­um zu blei­ben, wider­ste­hen, um nicht das Pro­jekt Euro­pa zu schä­di­gen:

Wer ver­hin­dern will, dass Euro­pa ein Pro­jekt der Eli­ten bleibt, muss dafür sor­gen, dass künf­tig jeder Euro­pä­er zwei Spra­chen lernt: Eng­lisch und die eige­ne Mut­ter­spra­che.

Bri­an: Ihr seid doch alle Indi­vi­du­en.
Volk: Ja, ja, wir sind alle Indi­vi­du­en!
Bri­an: Und ihr seid alle völ­lig ver­schie­den!
Volk: Ja, wir sind alle völ­lig ver­schie­den!“
– Mon­ty Python: Das Leben des Bri­an

Einer euro­päi­schen Eli­te arbei­tet man also effi­zi­ent ent­ge­gen, indem man ihr eine nicht euro­päi­sche Eli­te als Vor­bild oktroy­iert.

So ist sie, die „taz“.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt CXV: Mit Feld­jä­gern gegen Kau­gum­mi­spucker

Schwe­re Zei­ten für Schwarz­fah­rer, Raser und Leu­te, die bei Rot über Ampeln gehen: Dem­nächst wer­det ihr nicht nur von Rent­nern auf­ge­schrie­ben, son­dern auch von der Bun­des­wehr gejagt.

Die Bun­des­wehr darf auch bei Ein­sät­zen im Inland in Aus­nah­me­fäl­len mili­tä­ri­sche Mit­tel zur Abwehr von Gefah­ren ein­set­zen. Das hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­den.

Die­se „Aus­nah­me­fäl­le“ sind genau so klar defi­niert wie die Vor­aus­set­zun­gen zum Ein­satz des Staats­tro­ja­ners, räus­per:

In ihrem Beschluss unter­stri­chen die Ver­fas­sungs­hü­ter, dass bei einem Ein­satz „mili­tä­ri­scher Kampf­mit­tel“ strik­te Vor­aus­set­zun­gen zu beach­ten sei­en. Ein Ein­satz zur Abwehr von Ter­ror­an­grif­fen sei nur zuläs­sig bei „Aus­nah­me­si­tua­tio­nen kata­stro­phi­schen Aus­ma­ßes“.

Sol­che Aus­nah­me­si­tua­tio­nen sind zum Glück dank des Staats­tro­ja­ners inzwi­schen kon­kret fest­ge­legt; so könn­te man die Bun­des­wehr künf­tig ein­set­zen, um Dro­gen­dea­ler beim Geschlechts­akt zu belau­schen. End­lich tut mal jemand was!

(via @bundesamtfvs)

Nerdkrams
Schö­ne­res Bil­der­gucken mit nomacs

Ach ja, das lei­di­ge The­ma Bild­be­trach­tung.

Wie bei Text­edi­to­ren hat man die Qual der Wahl, wenn man etwas sucht, um Bild­da­tei­en kom­for­ta­bler als mit den dem Betriebssystem/der Dis­tri­bu­ti­on stan­dard­mä­ßig bei­lie­gen­den Pro­gram­men zu betrach­ten. Wäh­rend die „Foto­an­zei­ge“ von Win­dows klar zu wenig Funk­tio­nen für den mehr als nur gele­gent­li­chen Ein­satz hat, hat Gwen­view (KDE) fast schon zu vie­le.

Win­dows­nut­zer haben sich in der letz­ten Deka­de über­wie­gend auf ent­we­der das (groß­ar­ti­ge, weil ange­nehm wenig über­la­de­ne) Free­ware-Pro­gramm Irfan­View oder sei­nen fran­zö­si­schen Kon­kur­ren­ten XnView als gemein­sa­men Nen­ner geei­nigt, weil sie ihren Zweck gut erfül­len und oben­drein bestän­dig gepflegt wer­den. Ich mei­ner­seits set­ze momen­tan auf eine Kom­bi­na­ti­on aus Irfan­View und SageT­h­umbs, das mir den Ein­satz eines sepa­ra­ten Bild­be­trach­ters oft erspart.

Kom­pli­ziert wird es, wenn man meh­re­re Syste­me (etwa Win­dows und Mac OS X) ein­setzt und (wie ich) die Vor­lie­be pflegt, über­all (wo mög­lich) weit­ge­hend die glei­che Soft­ware ein­zu­set­zen. Von XnView gibt es seit einer Wei­le eine expe­ri­men­tel­le Mul­ti-Platt­form-Ver­si­on, die unter Win­dows, Mac OS X und diver­sen Linux-Dis­tri­bu­tio­nen lauf­fä­hig ist. Drei Din­ge hal­ten mich selbst bis­lang davon ab, test­wei­se von Irfan­View auf die­ses Pro­gramm umzu­stei­gen:

  1. Die Sta­bi­li­tät der Soft­ware war in einem ersten Test mei­ner­seits – wohl auch auf­grund des Ent­wick­lungs­stan­des – eher beschei­den.
  2. XnView sowie XnView­MP sind nicht unbe­dingt für eine unauf­dring­li­che Bedien­ober­flä­che bekannt (ich bin geneigt, von „über­la­den“ zu spre­chen, wohl wis­send, dass man XnView mit eini­gem Gef­rickel auch bei­na­he benut­zer­freund­lich kon­fi­gu­rie­ren kann).
  3. Es han­delt sich, anders als bei den mei­sten ande­ren mir bekann­ten Bild­be­trach­tern für Linux, um eine pro­prie­tä­re Anwen­dung, so dass es nicht ein­mal einen ideel­len Vor­teil gäbe.

Eine inter­es­san­te Alter­na­ti­ve kommt, wie so vie­les, aus Öster­reich und heißt nomacs (genau­er: „nomacs – Image Lounge“), steht unter der GPLv3 und ver­folgt den Ansatz, klein und schnell zu sein, ohne dabei an Funk­tio­na­li­tät zu ver­lie­ren; im Gegen­teil bie­tet es neben den übli­chen rudi­men­tä­ren Bear­bei­tungs­funk­tio­nen (dre­hen und beschnei­den) sogar Funk­tio­nen, die ich sonst noch nir­gends gese­hen habe, etwa die Mög­lich­keit, meh­re­re Instan­zen (lokal oder per LAN) mit­ein­an­der zu syn­chro­ni­sie­ren, so dass eine Akti­on auto­ma­tisch in allen ver­knüpf­ten Fen­stern („View­ern“) par­al­lel durch­ge­führt wer­den kann, was ziem­lich beein­druckend aus­sieht:

Für unser­ei­nen amü­san­tes Detail: Außer Deutsch, Rus­sisch und noch eini­gen Spra­chen gibt es auch eine vor­arl­ber­ge­ri­sche Ober­flä­che.

Der Name „nomacs“ stammt, so viel konn­te ich bis­lang in Erfah­rung brin­gen, von Über­le­gun­gen betref­fend den Mac­beth Color Checker, von dem ich aller­dings auch noch nie etwas gehört hat­te. Ein­präg­sam ist „nomacs“ jedoch alle­mal.

Alle wich­ti­gen Datei­for­ma­te ein­schließ­lich JPEG und PNG wer­den lesend und schrei­bend unter­stützt. Anders als Irfan­View wird zur­zeit auf ein kom­ple­xes Plugin­sy­stem und die Unter­stüt­zung von exo­ti­schen Datei­for­ma­ten ver­zich­tet, was der Per­for­manz ver­mut­lich zugu­te kommt.

nomacs ist momen­tan vor­kom­pi­liert für Win­dows, Mac OS X, OS/2 und eini­ge Linux­dis­tri­bu­tio­nen ver­füg­bar, unter ande­ren Syste­men (etwa Free­BSD) muss man es sich momen­tan noch selbst kom­pi­lie­ren. Wenn man eine der genann­ten Platt­for­men ein­setzt, soll­te man es zumin­dest ein­mal aus­pro­bie­ren; trotz der frü­hen Ver­si­ons­num­mer (zur­zeit 0.4.0) ist die Anwen­dung schon recht ansehn­lich gewor­den.


Nach­trag vom 16. August: Eine Free­BSD-Ver­si­on – aus tech­ni­schen Grün­den vor­erst ohne RAW-Unter­stüt­zung – habe ich soeben erstellt, sie muss jedoch vom Free­BSD-Team noch gesich­tet wer­den.

Netzfundstücke
Der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen Goog­le+ und Face­book

Tech­blog­ger caschy berich­te­te gestern dar­über, dass Goog­le+ nun­mehr „spre­chen­de“ URLs für Benut­zer­pro­fi­le ein­zu­füh­ren beginnt. Dort erfuhr ich, dass ent­ge­gen mei­ner Annah­me, außer Sascha Lobo sei nie­mand mehr auf Goog­le+, offen­bar auch Brit­ney Spears dort ihr Unwe­sen treibt.

Und trotz all der Kri­ti­ker, die postu­lie­ren, sozia­le Netz­wer­ke scha­de­ten der Dis­kus­si­ons­kul­tur im Inter­net, hat sich auf Goog­le+ inzwi­schen ein intel­lek­tu­el­les Mit­ein­an­der eta­bliert, das sicher­lich sei­nes­glei­chen sucht.

NetzfundstückeNerdkrams
ToS;DR

Juri­stisch nicht unin­ter­es­sant sind ja auch die AGB (vul­go auch AGBs bzw., beson­ders ekel­haft, AGB’s, also All­ge­mei­ne Geschäftsbedingungen’s) der mei­sten Inter­net­dien­ste, die man täg­lich so nutzt. Wer etwa Goog­le Dri­ve (ehe­mals „Goog­le Docs“ (ehe­mals „Goog­le Text & Tabel­len“)) zum Erstel­len geschäft­li­cher Doku­men­te nutzt, der weiß viel­leicht gar nicht, dass er zeit­wei­se das Nut­zungs­recht an die­sen Doku­men­ten an Goog­le über­tra­gen hat­te.

(Wes­halb man das mit der cloud in Deutsch­land im geschäft­li­chen Umfeld ja auch gar nicht machen darf, weil die Kon­trol­le über die eige­nen Daten nichts ist, was man out­sour­cen soll­te, sonst hat sich das mit den Geschäfts­ge­heim­nis­sen dann auch bald erle­digt; aber wir schwei­fen ab.)

Wie wir kul­tu­rell inter­es­sier­ten Men­schen spä­te­stens seit der South-Park-Fol­ge „HUMAN­CEN­Ti­PAD“ wis­sen, könn­te das Nicht­le­sen von Nut­zungs- und/oder Geschäfts­be­din­gun­gen unter Umstän­den zu Pro­ble­men füh­ren, die gra­vie­ren­den Ein­fluss auf unser Leben haben kön­nen. Dum­mer­wei­se sind sel­bi­ge Bedin­gun­gen meist so umfang­reich (oder schlicht stink­lang­wei­lig), dass der übli­che Klick auf „Ich habe die Bedin­gun­gen gele­sen und bin mit ihnen ein­ver­stan­den“ eine der häu­fig­sten Lügen im Inter­net gewor­den ist: „Wir erfas­sen viel­leicht Ihre Tele­fon­num­mer“ (ich berich­te­te).

Im Netz­jar­gon hat sich für lan­ge, unspan­nen­de Tex­te das Akro­nym „TL;DR“ (Too Long; Did­n’t Read – „zu lang, nicht gele­sen“) eta­bliert. Auf die­se Abkür­zung ist wahr­schein­lich der Name des Dien­stes ToS;DR (Terms of Ser­vice; Did­n’t Read – „AGB; nicht gele­sen“) zurück­zu­füh­ren, des­sen Betrei­ber momen­tan noch mit Unter­stüt­zung von den Benut­zern die AGB vie­ler gro­ßer Web­dien­ste in Stich­punk­ten zusam­men­fas­sen und die­se Dien­ste in fünf „Klas­sen“ – je nach Frei­heit der AGB – ein­tei­len.

Mar­tin Wei­gert berich­tet:

Die im Auf­bau befind­li­che Web­site listet momen­tan 32 bekann­te Dien­ste, von Face­book über Goog­le und fours­qua­re bis zu Twit­ter und Drop­box, und ver­sucht sich an einer kom­pak­ten Zusam­men­fas­sung der wich­tig­sten Bedin­gun­gen sowie an einer Kate­go­ri­sie­rung der ein­zel­nen Anfor­de­run­gen aus­ge­hend von den vier Attri­bu­ten “gut”, “mit­tel­mä­ßig”, “alar­mie­rend” und “infor­ma­tiv”. Das Ziel der Macher ist es, für jeden auf­ge­führ­ten Ser­vice ein Gesamt­prä­di­kat zu ver­ge­ben, das einen Ein­druck über die Aggres­si­vi­tät und Benut­zer­freund­lich­keit der jewei­li­gen Geschäfts­be­din­gun­gen ver­mit­telt.

Natür­lich sind AGB immer nur unge­fäh­re Richt­li­ni­en, und nicht alles, was ein Unter­neh­men sich in ihnen erlaubt, wird es auch tun. Vor­sicht ist den­noch gebo­ten: Der belieb­te Bild­ho­sting­dienst Twit­pic etwa bean­sprucht ähn­lich Face­book vol­le Rech­te an jedem hoch­ge­la­de­nen Bild und löscht auch „gelösch­te“ Bil­der nicht.

Auf der ToS;DR Working Group, einer Mai­ling­li­ste, kann über Dien­ste dis­ku­tiert wer­den, die noch nicht voll­stän­dig ana­ly­siert und klas­si­fi­ziert wor­den sind. ToS;DR ist also ein schnell wach­sen­des Pro­jekt, das Auf­merk­sam­keit ver­dient. Mei­ne hat es hier­mit bekom­men.