In den NachrichtenMontagsmusik
Sasha - Kaufmann und Maid // Mininetz für Minidigitales

Flauschig!Es ist Montag und Montag ist Pandatag. Wenn man schon gera­de nichts mit Menschen machen soll: Von der Vermeidung des Kontakts mit mehr als drei Pandabären zur glei­chen Zeit war ja nie die Rede.

Stattdessen ist die Rede von Digitalem. Da Digitales bekannt­lich erst mal nichts mit Computern zu tun hat, ruft das auch die Laien auf den Plan: Die SPD möch­te, weil die Kapazität für das gan­ze Internet ein­fach nicht aus­reicht, ein Schulweb ein­füh­ren. Ältere erin­nern sich viel­leicht noch an Compuserve, das Microsoft Network und AOL. Das war auch so was ähn­li­ches. Die bun­de­ste Regierung aller Zeiten möch­te zur sel­ben Zeit Emissionen sen­ken, aber von Kernenergie schreibt sie lie­ber nichts. Das wäre ja auch lästig mit der gan­zen Effizienz.

Immerhin: Der Seekrieg steht bevor. Halali!

Und dum­di­dei.

Sasha,Subway to Sally,Feuerschwanz,Tanzwut,dArtagnan,Patty Gurdy - Kaufmann & Maid

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Medienkritik in Kürze: Das Bundesnichtmännerministerium ist empört.

Eine Verständnisfrage: Wenn ein Verein schreibt, er fordere …

[…] Gleichbehandlung für Frauen- und Männerverbände - im öffent­li­chen Gehör und in der staat­li­chen finan­zi­el­len Förderung

… und …

den offe­nen, ganz­heit­li­chen und inklu­si­ven Diskurs in der Geschlechterpolitik

, dann han­delt es sich dabei um was?

Genau, um Frauenhass sei­tens rech­ter Akteure, faselt das Fachmagazin für ange­wand­te Impertinenz („taz“), da besag­ter Verein unlängst Budget vom für Elternbelange zustän­di­gen Ministerium bewil­ligt bekom­men hat:

Der Verein dis­kre­di­tie­re allein­er­zie­hen­de Mütter und die Gleichstellung von Frauen, so Ulle Schauws. Auf der Webseite des Forums Soziale Inklusion heißt es zum Beispiel: Die Belange von Jungen, Männern und Vätern wür­den durch die Bundespolitik oft „vor­sätz­lich unsicht­bar gemacht“. Deshalb sehe sich der Verein gezwun­gen, sich „deut­lich den Bedürfnissen“ von Männern zu widmen.

Frechheit: Da setzt sich ein Verein ein­fach mal für Menschen ein, die mit einem ande­ren Geschlecht als dem weib­li­chen gebo­ren sind. Das ist ganz klar frau­en­feind­lich, denn Männer sind kei­ne Frauen und es ist ein Unding, dass man sol­chen Leuten über­haupt zuhört.

Sind ja auch Rechte:

Wenn rech­te Akteure ihre Forderungen über demo­kra­ti­sche Parteien ein­brin­gen kön­nen, wer­de Gleichstellungspolitik ad absur­dum geführt.

Warum? Steht da nicht. Ist halt so. Klarer Fall: Gleichstellungspolitik funk­tio­niert nur, wenn man nur eine Seite der Waage befragt. Die ande­re ist rechts. Hamwa so definiert.

Wo bleibt eigent­lich die Revolution?

In den NachrichtenPolitik
Zuversicht eines Coronaleugners

Als Coronaleugner, wie ich es nun mal bin, hat man, wie ich heu­te in den Nachrichten lese, viel weni­ger Verständnisprobleme als ande­re, denn es gibt neue Regeln und sie sind gera­de­zu grotesk.

In Baden-Württemberg dür­fen Restaurants nach 20 Uhr zwar Essen zum Mitnehmen anbie­ten, aber man darf es nicht mehr mit­neh­men. Um genau 19:59 Uhr näm­lich hat Corona sei­nen Wecker gestellt - dann geht’s rund. Außerhalb Baden-Württembergs ist die Welt aber auch nicht von ratio geprägt: In Gruppen getrof­fen wird sich nicht - außer, man ist reli­gi­ös bei­sam­men, dann scheint es kei­ne Größenbeschränkungen zu geben, so lan­ge man nicht singt. Es soll­te mich inso­fern nicht erstau­nen, wenn das Heidentum - Grundgedanke: Treffen im Freien - im Januar Deutschlands größ­te Religionsgemeinschaft sein wird.„

Die deutsch­land­wei­ten Regeln - ein­schließ­lich der erneu­ten Erdolchung des gera­de leid­lich gene­se­nen Einzelhandels - fin­den ab kom­men­den Mittwoch Anwendung. Es ist undenk­bar, dass das die Infektionsgefahr viel­leicht stei­gern statt sen­ken könn­te, indem sich mor­gen und über­mor­gen Menschen in den Geschäften trau­ben­wei­se um die ver­meint­lich welt­weit aller­letz­te Rolle Klopapier prü­geln. Logik? Wer redet hier von Logik?

Immer noch dür­fen Raucher nach 20 Uhr ihrer Sucht nach­ge­hen, Trinker hin­ge­gen nicht. Die Steuern auf Alkohol sind klar zu nied­rig, das ist die ein­zig denk­ba­re Begründung.

Welche Wissenschaft ist das eigent­lich, auf die hier gehört wird?

In den NachrichtenPolitik
Später nicht warten

Der anti­ke Totenkult, für des­sen Anhänger das Lebensende das höch­ste Glück dar­stellt, lässt es an Missionseifer selbst in Pandemiezeiten nicht man­geln:

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) for­der­te am Mittwoch im Kieler Landtag mit den Worten „Wir dür­fen nicht war­ten“ einen har­ten Lockdown nach Weihnachten.

Frohes Fest!

ComputerIn den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 10. Dezember 2020

Science-Fiction-Freunde auf­ge­merkt: Frankreich baut - ganz ethisch natür­lich - Cybermen.


Gute Nachricht der Woche: Facebook soll klei­ner werden.


Tom Buhrow „dro­he“, heißt es in ein­schlä­gi­gen Medien, bei Ablehnung der Rundfunkgebührenerhöhung mit „Einschnitten“ im Programm. Heißt das, um den Jahreswechsel her­um wird „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nur noch acht­zehn- statt neun­zehn­mal gezeigt?


Die Europäische Union hält nicht viel von der Souveränität ande­rer Staaten: Wehe den Briten, wenn sie nach dem Brexit plötz­lich Wettbewerbsvorteile haben!

Was für ein sym­pa­thi­scher Staatenbund. Wie kann man da nur aus­tre­ten wollen?


Na, bis­her auch immer alle Passwörter auf Screenshots ver­pi­xelt statt abge­schnit­ten oder geschwärzt, weil das bes­ser aus­sah? Schade: Man kann sie jetzt wie­der­her­stel­len.


Kurze Durchsage aus dem kirch­li­chen Mittelalter ins 21. Jahrhundert: Beichten übers Internet gil­det nich!


Immer, wenn ich inno­va­ti­ve Software sehe, hät­te ich inno­va­ti­ve Software lie­ber nicht gese­hen: Es gibt jetzt ser­ver­lo­ses Git; oder, wie ande­re es völ­lig zutref­fend nen­nen: „FidoNet und viel­leicht ein biss­chen Blockchain“.


Ja, natür­lich wol­len wir das Klima schüt­zen, aber, äh, hin­ter euch! Ein drei­köp­fi­ges Kernkraftwerk!

In den NachrichtenWirtschaft
Rundfunkausweise

Während ganz Deutschland sich über die Rundfunkgebühren unter­hält, als sei der Preis das größ­te Problem an der Existenz ver­pflich­ten­der Berieselung, ist längst beschlos­sen, dass im kom­men­den Jahr die Verlängerung eben­so ver­pflich­tend zu besit­zen­der Ausweise fast zehn Euro mehr kostet - und das ein­zig medi­al inter­es­san­te Thema scheint nicht etwa zu sein, ob es ange­mes­sen ist, den Kauf von Dokumenten staat­lich vor­zu­schrei­ben, son­dern bloß ihr Inhalt.

In den NachrichtenPolitik
Absolute Alternative

Wie fühlt es sich für einen Sachsen-Anhaltiner eigent­lich der­zeit an, nur auf­grund sei­nes ver­meint­li­chen Einsatzes für das Gute in einem Land zu leben, das fak­tisch mit abso­lu­ter Mehrheit von der AfD regiert wird, indem selbst grund­sätz­lich bür­ger­freund­li­che Entscheidungen sofort als Tabu gel­ten und unbe­dingt ins Gegenteil ver­kehrt wer­den müs­sen, sobald die AfD sich für sie aus­spricht, was der AfD die allei­ni­ge Entscheidungsgewalt dar­über ver­leiht, was beschlos­sen wird und was nicht?

ComputerMontagsmusikNetzfundstücke
Porcupine Tree - Trains // Klatschen für die Bank

Was fehltEs ist Montag. Da kommt der Junge mal (an die fri­sche Luft und) auf ande­re Gedanken. Es wäre ja auch lang­wei­lig, mal nicht den gan­zen Tag Zweifeln an sich und der Menschlichkeit (mal nicht: Menschheit) nach­zu­ge­hen. Nicht depres­si­ve Autoren sind schlech­te Autoren und dabei schrei­be ich nicht mal Bücher, son­dern nur die­sen Käse hier und manch­mal was über Pandabären, die kein Käse sind.

Was fehlt im Lockdown? Klar: Der Lockdown. Aber der kommt bestimmt auch noch, jeden­falls in Bayern. Auf der Habenseite: Markus Söder darf bald nicht mehr raus. Alles rich­tig gemacht. Gerettet wer­den hof­fent­lich erst mal die Bankiers. Oder reicht da Klatschen? - Apropos Rettung: Es gibt eine neue Sicherheitslücke in einem alten Webbrowser. Vielleicht soll­te ich doch all­mäh­lich mal das Update auf den Netscape Navigator machen. Der soll ja ganz gut sein.

Die Wortwarte ser­vie­ren 17 neue Wörter aus aller­lei Medialquellen. Sie sind sehr oft sehr albern und soll­ten daher unbe­dingt in unser aller Sprachgebrauch einfließen.

Aber erst mal eine wich­ti­ge­re Hausaufgabe: Öfter mal bis­her ohne Hintergrundgedanken gemoch­te Lieder situa­tiv in sein Leben inte­grie­ren. Ich kon­trol­lie­re mor­gen die Hefte. Ich habe damit schon ange­fan­gen und wer­de so schnell nicht damit auf­hö­ren. Ätsch.

Porcupine Tree - Trains (Live)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Einkaufsshopping fürs Vaterland

Der umstrit­te­ne Rechercheur Patrick Gensing kom­men­tiert:

Noch bis min­de­stens zum 10. Januar soll der „Lockdown light“ gel­ten. Doch eine „leich­te Abriegelung“ oder „leich­te Ausgangssperre“ ergibt vom Wort her eigent­lich kei­nen Sinn.

So weit, so rich­tig (das muss man der „tages­schau“ ja auch mal zuge­ste­hen); um so erstaun­li­cher, dass ande­res sinn­mä­ßig uner­fragt bleibt:

Alles was Spaß macht, wird ver­bo­ten. Das Arbeiten, Einkaufen und Shopping bleibt hin­ge­gen erlaubt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier bezeich­net den Erhalt des sta­tio­nä­ren Einzelhandels sogar als „natio­na­le, ja auch eine patrio­ti­sche Aufgabe“.

Ein Volk, ein Reich, ein Lebensmittelladen! Ein auch im Vergleich dazu ent­täu­schen­des Triptychon hat Patrick Gensing hin­ge­gen mit „Arbeiten, Einkaufen und Shopping“ zu malen ver­sucht, wor­auf er selbst der­ma­ßen stolz zu sein scheint, dass er es sogar in einer Zwischenüberschrift noch mal benutzt hat.

Nun beru­higt es mich ja ein biss­chen, dass Einkaufen in zwei Sprachen erlaubt bleibt. Aber was ist mit かい・だしにでかける, Acquistare und Comprar? Hier ist, wie ich fin­de, der Gesetzgeber gefragt. Gerade für ein Land, das sich offen für ara­bisch­stäm­mi­ge Neuzugänge zei­gen möch­te, ist es ein untrag­ba­rer Zustand, dass dem Grundbedürfnis der geset­zes­kon­for­men Besorgungen mit so wenig sprach­li­cher Flexibilität begeg­net wird.

Internationales Kaufen muss end­lich lega­li­siert werden!


Wo eigent­lich die Revolution bleibt? Keine Sorge: Der Bundestag arbei­tet daran.

NerdkramsNetzfundstücke
Beim #rC3 ist das Internet voll.

Dieser Artikel ist Teil 12 von 14 der Serie Congresskrise(n)

Schlechte Nachrichten für die­je­ni­gen, die immer noch einen Unterschied zwi­schen CeBIT und Chaos Communication Congress zu ken­nen glau­ben: Es ist wie­der einer weniger.

Tickets wer­den für den Logged-In-Bereich benö­tigt, der die Interaktionen zwi­schen den Teilnehmenden, Workshopteilnahmen und das Entdecken der Assemblies-Flächen und ein paar Überraschungen für Euch ermöglicht.

Weil die moder­nen Konzepte von Interaktion zwi­schen Onlinenutzern (IRC, seit 1988), Ständegucken (GIF, seit 1987) und man­chem mehr aber für tech­nik­fer­ne Menschen, wie sie die Zielgruppe des rC3 nun mal sind, nicht mehr so recht ska­lie­ren, seit man jeden Quatsch unbe­dingt in den Webbrowser ver­la­gern will und der nun mal nur wenig Last aus­hält, ist das welt­wei­te Netz plötz­lich ganz schön eng:

Aktuell sind alle Tickets für die rC3 ausverkauft.

Das pas­siert eben, wenn man sich das Netz von der Telekom legen lässt.

In den NachrichtenPolitik
Fatahkomplexe

Dass ich das Wort „Hetze“ für sich auf einem sprach­li­chen Niveau mit dem min­de­stens eben­so belieb­ten „Kackscheiße“ befin­dend hal­te, habe ich im Bekanntenkreis gele­gent­lich ohne ersicht­li­chen Widerspruch ange­merkt. Das hält die Nachwuchsorganisation der SPD, die auch sonst lei­der nicht auf mich hört, nicht davon ab, „für Völkerverständigung gegen Hetze“ zu demon­strie­ren.

Das ist beson­ders bemer­kens­wert, weil die­sel­be Organisation am ver­gan­ge­nen Wochenende die Fatah-Jugend zur Schwesterorganisation erko­ren hat, deren Beitrag zur Völkerverständigung dar­in besteht, das Land Israel als nicht sou­ve­rä­ni­täts­wür­dig dar­zu­stel­len. Zwar könn­te man die Fatah-Jugend des­halb ange­sichts der Außenpolitik Israels als anti­fa­schi­sti­sche Organisation akzep­tie­ren, aber die­se Ansicht ist wie­der­um umstrit­ten, wie man heut­zu­ta­ge zu Ansichten sagt, die nicht von jedem Mitglied des ein­fa­chen Bürgertums geteilt werden.

Mich über­rascht ja der aus­blei­ben­de Menschenauflauf (mmmh: Auflauf) vor SPD-Parteitagen. Was muss noch alles passieren?

MusikNetzfundstücke
2020 unwrap­ped.

Blogger, Journalisten und Radiokasper fra­gen momen­tan zahl­reich und meist in fürch­ter­li­chem Deutsch:

Doch wie viel Musik hast Du in (sic! A.d.V.) 2020 tat­säch­lich gestreamt?

Man sol­le hier­für bei Spotify, einem bekann­ten Künstlerschlechtbezahler, nach­se­hen, das ein ent­spre­chen­des Angebot vorhalte.

Ich habe das mal gemacht; und kon­se­quent weist mich Spotify gen­dernd dar­auf hin, dass ich gefäl­ligst erst mal anfan­gen soll­te, Musik zu hören, bevor ich da Informationen bekom­me. Aber ich kön­ne ja so lan­ge erst mal Musik hören, die ande­re Leute mögen, doch lei­der krie­ge ich von die­ser Art von Beschallung regel­mä­ßig Hirnspliss.

Nichtrückblick

Ein ande­rer Blogger, der nicht dau­ernd von mir ver­linkt wer­den möch­te, hat­te letz­te Woche einen Screenshot von Last.fm in einem sei­ner Beiträge ver­wur­stet, dem­zu­fol­ge ich immer­hin 100 Prozent neue Künstler auf­zu­wei­sen habe, denn ich gehö­re zu den Menschen, die ungern - sofern es nicht um die Alben für die Insel geht - etwas erneut hören, was sie schon ken­nen. Als mein Album des Jahres scheint sich das aktu­el­le von Insect Ark her­aus­zu­schä­len, über das ich hier noch nichts geschrie­ben habe, weil ich mir dafür Zeit und Muße neh­men muss und wir haben ja Corona und da ist bei­des eher knapp.

Mein per­sön­li­cher Jahresrückblick - die meist­ge­hör­ten Alben, nicht unbe­dingt auch die besten - steht jeden­falls im Plattenschrank. Schade, dass der nicht smart ist und dau­ernd irgend­was im Internet visua­li­sie­ren will; oder auch: gut so.

In den NachrichtenMusik
Das Ignorantenblutbad

Erst Corona und jetzt auch noch das:

Manche haupt­be­ruf­li­chen Streamerinnen und Streamer

, das muss man ja erst mal sacken las­sen: es gibt tat­säch­lich Menschen, die haupt­be­ruf­lich ihr Geld (ech­tes Geld!) damit ver­die­nen, sich dabei fil­men zu las­sen, wie sie irgend­wel­che Pixel abknal­len, und/oder sich bei son­sti­gen Computeraktivitäten (Paint, Facebook, Pornosgucken) zugucken zu las­sen, was im Lebenslauf bestimmt auch ori­gi­nell aus­sieht und mir eigent­lich einen Exkurs zum Thema Arbeitslosenzahlen erlaub­te, aber die­ser Exkurs hier ist jetzt schon zu lang, also wei­ter im Zitat,

schrie­ben, dass ihr Lebenswerk aus­ge­löscht werde.

Nun steht es aus­ge­rech­net mir sicher­lich nicht zu, das Lebenswerk ande­rer Menschen zu bewer­ten. (Brot und) Spiele sind ja durch­aus auch für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts von Wert. Aber was ist denn über­haupt passiert?

Überraschend hat sich her­aus­ge­stellt, dass man, wenn man öffent­lich etwas vor­führt, dar­auf ach­ten soll­te, dass die Verwertungsrechte ein­ge­hal­ten wer­den. Wer Kinder Lieder sin­gen lässt, mit deren Vermarktung jemand sonst Geld ver­dient hät­te, der wird danach von der GEMA zur Kasse gebe­ten. Isso.

Zwar ist ein Streamingverteiler kein Marktplatz, aber die Rechtslage ist ähnlich:

Der Grund für den Kahlschlag ist der Digital Millennium Copyright Act, kurz DMCA. (…) Juristisch gese­hen ist die Musiklobby im Recht: Anders als YouTube oder Facebook hat twitch bis­lang kei­ne Absprache mit den gro­ßen Musiklabels abge­schlos­sen, die eine freie Nutzung von Musik in den Streams erlau­ben würde.

Denn man kann ja von auf­merk­sam­keits­ar­men Streamern und ihren Zuschauern nicht erwar­ten, dass sie sich auf das Geschehen auf dem Bildschirm und viel­leicht das Gequatsche des Streamers kon­zen­trie­ren; man muss schon Musik dazu hören, und zwar wel­che, die der zu gro­ßen Menge aus Vermarktbarem ent­sprin­gen. Wie das aber so ist: Wo unter einem Krieg die Kinder am mei­sten lei­den, wie der Volksmund unter völ­li­ger Ignoranz des Wohlergehens der Soldaten annimmt, da lei­den unter der Rechteignoranz die Ignoranten am meisten.

Die Leidtragenden des Konflikts sind die Streamenden: Sie müs­sen wei­ter­hin mit der Unsicherheit leben, nicht zu wis­sen, wel­che Musik im Hintergrund eigent­lich erlaubt ist und wel­che nicht.

Streamende schei­nen also auch sonst nicht zu den Klügeren zu gehö­ren, denn bereits gerin­ger Grundverstand lässt anneh­men, dass ange­sichts der Existenz der Musikindustrie (die ihren Namen auch sonst nicht zu Unrecht trägt) und - bei hier hei­mi­schen Streamern - der GEMA jede Art von Musik im Hintergrund nicht erlaubt ist, bei der nicht aus­drück­lich dran­steht, dass sie frei ver­wend­bar ist.

Andererseits haben wir es hier mit Menschen zu tun, deren Lebenswerk - aber ich woll­te mich dar­über ja nicht aus­las­sen. Zumal:

[V]iele Spiele ent­hal­ten Musik, die von den Rechteinhabern exklu­siv für die Verwendung im Spiel lizen­ziert wur­de – aber eben nicht dafür, dass sie über Umwege in einem Livestream lau­fen. (…) Let’s Plays und Livestreams sind mitt­ler­wei­le Teil des Marketings, teil­wei­se wer­den bekann­te Streamer von den Spielestudios bezahlt, damit sie ein neu­es Game vor der Kamera (…) spielen.

Möglicherweise hat all das inso­fern auch sein Gutes: Vielleicht wird YouTube nach dem Abebben der Flut an Zuguckspielern bald wie­der inter­es­san­ter. Das hät­te ja auch mal Charme.