Donald Duck, weiß manch ein in solchen Dingen Versierter, ist gemeinhin auch deshalb beliebter als Micky Maus, weil des Letzteren Klugscheißerei den Lesern der jeweiligen Comics bisweilen jede Möglichkeit der Identifikation nimmt.
Insofern war es zwar eine interessante Idee von DKP-Aktivisten, Karl Marx zusammen mit dem Gespenst des Kommunismus in einem Konvolut an Witzzeichnungen („Comic“) namens „Das Kommunistische Comic-Manifest“, mir in Druckform und wenigstens der DKP Recklinghausen im PDF-Format (Archivversion) in einer Fassung von August 2018 vorliegend, das Kommunistische Manifest mit Bezug auf das 21. Jahrhundert sozusagen präsentieren zu lassen, aber es mag mir nicht recht gefallen, dass er hier eher Micky als Donald gleicht. Wenigstens ein Amboss hätt’ man auf ihn runterfallen lassen können. Das hält Menschen wie mich bei Laune. Niemand soll aber annehmen, es handle sich um reines Wiederkäuen oller Schinken: Alle Zitate aus dem „Kommunistischen Manifest“ wurden zielgruppenungerecht mit Binnen‑I gegendert.
Dabei wäre die Bildreihe, obwohl (wie erwähnt) schon einige Wahlen alt (daher auch Angela Merkel als Antagonistin zeigend) und ziemlich alte Literatur zitierend, eigentlich nah am Puls der Zeit:
Andererseits macht sich Zeichner Karl Berger es an einigen Stellen dann doch zu einfach, wenn er etwa Lohnarbeit selbst in Zeiten eklig duzender, aber wegen ausbleibenden Wirtschaftsverständnisses zum Glück kaum überlebensfähiger Startups mit Ausbeutung gleichsetzt und impliziert, die Verschuldung eines Staates verlaufe direkt proportional zum Besitz seiner Bürger, als wären Länder mit nur wenigen Reichen nicht zu hohen Schulden fähig (an dieser Stelle liebe Grüße in den Osten):
„Noch niemals hat die Unwissenheit jemandem genützt!“, lassen die Autoren den Zeigefinger hebenden Marx auf Seite 16 behaupten. Dabei halte ich es für ziemlich nützlich, über vieles, das andere Menschen bewegt, gar nichts zu wissen. Ist besser für die Nerven.
Zum Beispiel über die Existenz dieses Heftes. Hoppla, Verzeihung.


