Zu Axel Voss, der unironisch auf Facebook (Link geht aus moralischen Gründen zu Twitter) schrob, er habe den Schutz von geistiger Leistung im Sinn, als habe ausgerechnet er etwas mit geistiger Leistung zu tun, geht in den „sozialen Medien“ (i.S.v. Kommentarfeldern auf so Websites und Twitter) gerade die fantastische Lösung herum, man möge doch das Web künftig nur noch hinter Proxyservern oder komplett Tor-verschleiert benutzen und so der Zensiererei ein Schnippchen schlagen. Wenig beachtet wird dabei, dass das das Problem keineswegs löst, denn auch das Recht auf Privatkopie ist noch nicht allein dadurch gelockert worden, dass die Leute ihre Tauschbörse nur noch hinter Fremdcomputern betreiben.
Das Kernproblem, dass das Mistmachweb mit seinen Werbeflächen ein Dienst derer ist, die etwas verkaufen wollen, nicht derer, die etwas mitzuteilen haben, wird auf keinem der vorgeschlagenen Wege gelöst. Es genügt nicht, sich im Web besser zu verstecken; das Web muss vollständig überwunden werden.
Gebt den Verlagen das Web zurück!
Vor dem Web gab es das Usenet statt Webforen, Gopher statt Websites und das IRC-Protokoll statt Chats und Messengern. Ihnen allen ist gemein, dass sie für Reklame nicht zu gebrauchen sind und die Einstiegshürde für Politiker von der Qualität eines Axel Voss zu hoch sein dürfte. Da ist ja so viel Text, da sind ja keine Bildchen! – Völlig unabhängig davon, wie die Gesetzesänderungen sich nun konkret auf uns als Deutsche auswirken werden: Sie werden es wieder und wieder versuchen. Sie wollen uns auf unserer Party ihre Reklame verkaufen, sie wollen das Web nach ihrer Vorstellung formen.
Was spricht eigentlich dagegen, ihnen das, was aus dem Web geworden ist, nämlich eine gigantische Werbetafel mit schrecklichen Fanfaren, einfach zu überlassen und uns woanders eine schönere, bessere, reklamefreie Party zu suchen?