Politik
Kurz gefragt zur You­Tube-Situa­ti­on vor der Euro­pa­wahl

Was sagt es eigent­lich über den Zustand der Netz­po­li­tik in Deutsch­land aus, dass sich unter den wach­sa­men Augen inter­na­tio­na­ler Pres­se recht­zei­tig zur ersten Euro­pa­wahl nach der ver­hee­ren­den Durch­win­kung von Upload­fil­tern die wohl bekann­te­sten YouTube-„Influencer“ des Lan­des – bekannt gewor­den zwar nicht durch soli­de Kennt­nis­se in Phy­sik oder Poli­tik, jedoch unter ande­rem durch Schmin­ken (Dagi Bee), Brust­be­sitz (Kat­ja Kra­sa­vice) und Ver­schwö­rungs­theo­rien (Simon Unge) – in einem Video zusam­men­fin­den, um ihren Ein­fluss erst­mals dazu zu nut­zen, die netz­feind­li­chen Par­tei­en CDU, CSU und SPD auf­grund ihrer von ihnen als falsch emp­fun­de­nen Kli­ma­po­li­tik nicht zu wäh­len, und war­um füh­le ich mich ange­sichts der Wahl plötz­lich bedeu­tend unwoh­ler als noch gestern?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Sunn O))) – Life Metal

Sunn O))) - Life MetalLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Das Kut­ten tra­gen­de Gitar­ren­duo Sunn O))) schaff­te es bis­her nur weni­ge Male, mich beson­ders zu über­ra­schen. Das hat sicher­lich auch damit zu tun, dass es sein Erfolgs­kon­zept – jedes sei­ner Alben besteht im Wesent­li­chen dar­aus, dass zwei Gitar­ren weni­ge Töne her­vor­brin­gen – kaum nen­nens­wert ver­än­dert, sieht man von sol­chen Alben ab, die eine Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Künst­lern (in der Ver­gan­gen­heit etwa Boris und Scott Wal­ker) sind. „Life Metal“, das ach­te Stu­dio­al­bum der US-Ame­ri­ka­ner (Amazon.de, TIDAL), wur­de im April 2019 ver­öf­fent­licht und stellt eine die­ser weni­gen Über­ra­schun­gen dar.

Schon der Name – das Gegen­teil von „Death Metal“ – und die ver­gleichs­wei­se far­ben­fro­he gra­fi­sche Gestal­tung der Ver­packung sind unge­wöhn­lich. Das ist doch wohl nicht etwa ein Ton­trä­ger vol­ler fröh­lich hüp­fen­der Pop­mu­sik? Nein, kei­ne Sor­ge – aber es ist trotz­dem pri­ma.

„Bet­ween Sleipnir’s Breaths“ ist ein ange­mes­se­ner Beginn für ein sol­ches Album: Nach vier­ein­halb Minu­ten Gitar­rend­röh­nen ertönt eine Stro­phe sanf­ten Gesangs von Gast­cel­li­stin Hil­dur Guðna­dót­tir, spä­ter noch eine. Das waren doch nur zwei, oder? Ich ver­ges­se ein biss­chen die Zeit über die­sem Stück. Es ist eines von nur vie­ren auf die­sem Album und mit fast drei­zehn Minu­ten Län­ge nur das zweit­kür­ze­ste.

Sunn O))) – Bet­ween Sleipnir’s Breaths

Das fol­gen­de „Trou­bled Air“, wie­der­um um die band­ty­pisch dro­hen­den Dro­nes her­um gestrickt, fällt dadurch auf, dass in ihm eine Pfei­fen­or­gel zu hören ist. Gesun­gen wird in die­sem Stück nicht, instru­men­tal klingt es wie die Ruhe zwi­schen zwei Stür­men. Es endet in einer instru­men­ta­len Kli­max, die mich an ein Lied von den Beat­les erin­nert, aber ich ver­ra­te nicht, an wel­ches. In „Auro­ra“ schla­gen die Wel­len auch wie­der don­nernd hoch, ver­lau­fen sich aber dann an der Küste. Wie­der kein Gesang. Macht ja nichts!

Das fast halb­stün­di­ge „Novæ“ beschließt das Album, in ihm darf schließ­lich auch das Cel­lo ein­mal als Dron­ein­stru­ment bril­lie­ren. Der lan­ge Mit­tel­teil des Stücks sorgt so für eine unge­wöhn­lich beklem­men­de Stim­mung, die die Band bei­na­he in den Post­rock schö­be, wäre da nicht das feh­len­de Schlag­zeug.

Sunn O))) – Novæ

Es ist ersicht­lich: Auf „Life Metal“ pas­siert nicht viel. Für die schnel­le Bespaßung zwi­schen zwei Ter­mi­nen ist es ange­sichts sin­ken­der Auf­merk­sam­keits­span­nen nicht geeig­ne­ter als jedes ande­re Album von Sunn O))) auch. Aber muss denn immer alles als leicht ver­dau­li­ches fast food für die Ohren daher­kom­men?

Ich wei­ge­re mich, „Life Metal“ nicht zu mögen. Da müs­sen wir jetzt alle durch.

PolitikIn den Nachrichten
Die Milch macht’s.

Inzwi­schen in Groß­bri­tan­ni­en:

Es wäre eine Unter­trei­bung gro­ßen Aus­ma­ßes, zu sagen, die Span­nun­gen im Ver­ei­nig­ten König­reich sei­en gera­de groß. (…) Wäh­rend ver­schie­de­ne poli­ti­sche Grup­pen sich wei­ter­hin über die näch­sten Schrit­te zum Brexit oder dar­über zan­ken, ob er über­haupt statt­fin­den soll, haben Demon­stran­ten sich auf eine beson­ders poin­tier­te und Anzug zer­stö­ren­de Metho­de beson­nen, ihr Miss­fal­len aus­zu­drücken. In den ver­gan­ge­nen Mona­ten wur­den Per­so­nen wie der kon­tro­ver­se UKIP-Kan­di­dat Carl Ben­ja­min und der Vor­sit­zen­de der Brexit Par­ty, Nigel Fara­ge, auf der Stra­ße mit Milch­shakes getrof­fen.

(Mise­ra­ble Über­set­zung von mir.)

Die Evo­lu­ti­on schrei­tet unauf­hör­lich rück­wärts. Mal sehen, wie lan­ge es dau­ert, bis sich die Demon­stran­ten in Schür­zen aus Tier­fell klei­den und ihren Oppo­nen­ten mit Keu­len auf­lau­ern.

Das muss die­se Zivi­li­sa­ti­on sein.

PolitikIn den Nachrichten
70 Jah­re selek­ti­ve Men­schen­wür­de

„ZEIT ONLINE“, 22. Sep­tem­ber 2006:

Kur­naz saß fünf Jah­re lang in einem Käfig in Guan­tá­na­mo. Heu­te weiß man, dass er unschul­dig ist. (…) Schon vor vier Jah­ren boten die USA ja an, den Mann frei­zu­las­sen. Doch die Geheim­dienst­ex­per­ten, allen vor­an (…) der dama­li­ge Geheim­dienst­ko­or­di­na­tor und heu­ti­ge Bun­des­au­ßen­mi­ni­ster Frank-Wal­ter Stein­mei­er (…) [schlug] das Ange­bot aus[.] (…) Ein­mal habe man ihn mit Elek­tro­schocks gefol­tert, ein ande­res Mal an den Hän­den auf­ge­hängt. Er sol­le doch zuge­ben, so bedeu­te­te man ihm, Moham­med Atta und Osa­ma bin Laden gekannt zu haben. Dann wer­de es ihm bes­ser gehen. Kur­naz sei auch mit Pla­stik­schläu­chen zwangs­er­nährt wor­den, als er in den Hun­ger­streik trat.

„SPIEGEL ONLINE“, 14. Novem­ber 2016:

Stein­mei­er gilt als Schlüs­sel­fi­gur und Archi­tekt der Reform von Arbeits­markt und Sozi­al­sy­ste­men (2003 vom Bun­des­tag gebil­ligt). Vor allem die Zusam­men­le­gung von Arbeits­lo­sen- und Sozi­al­hil­fe („Hartz IV“) war par­tei­in­tern hef­tig umstrit­ten und war wesent­li­cher Grund für den Auf­stieg der Links­par­tei.

„ZEIT ONLINE“, 22. Mai 2019:

Das Grund­ge­setz mache „uns zu frei­en und gleich­be­rech­tig­ten Men­schen“, resü­mier­te Stein­mei­er.

Außer Rent­nern, Arbeits­lo­sen, Nied­rig­lohn­be­schäf­tig­ten, Ein­woh­nern von bösen Staa­ten und Murat Kur­naz, ver­steht sich – aber so genau neh­men wir es heu­te nicht.

Alles Gute, Grund­ge­setz. Du bist nicht gut geal­tert.

PersönlichesMusik
Text­si­cher und stil­los

„Mein Geni­tal tut furcht­bar weh, immer dann, wenn ich pis­se.“
– Die Ärz­te: Onpran­ge­ring (vom Album „Run­ter mit den Spen­dier­ho­sen, Unsicht­ba­rer!“, mit Pla­tin aus­ge­zeich­net)


Wie regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, gehö­re ich zu der­je­ni­gen Min­der­heit der Musik­hö­rer, deren Ange­hö­ri­gen außer­halb der Wir­kungs­mu­sik und ins­be­son­de­re bei inlän­di­schen Grup­pen Tex­te nicht völ­lig unwich­tig sind. Aus Rap­kon­su­men­ten­krei­sen wur­de mir vor einer Wei­le berich­tet, dass der zu die­sem Zeit­punkt füh­ren­de, mir jedoch bis heu­te nur nament­lich bekann­te Rap­per Capi­tal Bra zwar Tex­te habe, die eigent­lich grau­en­voll sei­en, aber die Melo­dien und die beats „gin­gen“ nun mal „ab“. Die­se Her­an­ge­hens­wei­se tei­le ich sel­ten.

Nun ist es nicht so, dass ein anson­sten gut dar­ge­bo­te­nes Gesangs­stück durch Fehl­lei­stung des jeweils zustän­di­gen Lyri­kers auto­ma­tisch an Beliebt­heit bei mir ver­lö­re. Vie­le Lie­der in der ersten Hälf­te mei­ner per­sön­li­chen Besten­li­ste haben einen Text, den ich mir als Buch nie­mals zuleg­te, denn wäh­rend mei­ne Freu­de an der Musik von Bob Dylan eine vor allem text­ba­sier­te ist, über­zeu­gen ande­re Künst­ler, dar­un­ter Bent Knee, mehr mit der Dar­bie­tung als mit dem, was sie als mes­sa­ge mit­brin­gen.

SDP – Das Lied (feat. Bela B)

Dar­aus lässt sich zum Bei­spiel fol­gern, dass unab­sicht­lich blö­de Tex­te und unzu­rei­chen­de musi­ka­li­sche Fähig­kei­ten nur gemein­sam ein Lied zu einem ins­ge­samt schreck­li­chen machen kön­nen, nicht aber müs­sen: Selbst die Fan­ta­sti­schen Vier, deren Her­vor­brin­gun­gen musi­ka­lisch weit von mei­nen per­sön­li­chen Vor­lie­ben ent­fernt sind, haben wegen ihrer Tex­te einen siche­ren Platz in mei­ner Samm­lung. Dass San­dro Gal­fet­ti von „Ener­gy Schweiz“ kürz­lich anreg­te, man möge auf lyrics „schei­ßen“ – „Haupt­sa­che Mit­sin­gen“ -, hal­te ich den­noch für eine nicht löb­li­che Hal­tung, denn was nützt die schön­ste Text­si­cher­heit, wenn sie stil­los bleibt?

In der „Micky Maus“ emp­fahl man mir, als ich noch ein Kind war und den Kram noch kauf­te, ich möge mei­ner Umge­bung einen Streich spie­len, indem ich sie dazu auf­for­der­te, beschwö­rend „owi dowi spinn“ – „oh, wie doof isch bin“ – zu mur­meln und abzu­war­ten, wie lan­ge es wohl dau­ern wür­de, bis die Teil­neh­mer es bemerk­ten. Ich habe damals dar­auf ver­zich­tet, denn ich habe schon als Kind eher ungern aufs Maul bekom­men. Ste­tig weni­ger ver­ständ­lich wird es für mich jedoch, war­um Tei­le der­sel­ben Men­schen, denen ein Rein­fal­len auf besag­ten Streich augen­schein­lich schreck­lich unan­ge­nehm wäre, nicht ein­mal an öffent­li­chen Plät­zen wie etwa in Wirts­häu­sern davor zurück­schrecken, laut­hals Lie­der zu into­nie­ren, in denen es im Wesent­li­chen um Dro­gen, ums Vögeln und/oder ums Meu­cheln geht. Mög­li­cher­wei­se wäre es erfolg­reich, bräch­te man ein stumpf stamp­fen­des Lied her­aus, des­sen Text nur aus dem Refrain besteht und unge­fähr „ich habe auf Koks Sex mit dei­ner Lei­che“ lau­tet. Das schnel­le Geld winkt in der Knei­pe, wenn man nur hin­rei­chend rufi­gno­ran­ter Lied­schrei­ber ist.

Es gibt gute Argu­men­te für Instru­men­tal­mu­sik. Karao­ke­aben­de sind nur eines von ihnen.


„Auf der Rei­se zu den Inseln wer­den wir das Schiff anpin­seln.“
– Sub­way to Sal­ly: Auf der Rei­se

PolitikNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die Waf­fel, für die es kei­nen Waf­fel­schein gibt

Der­weil bei der Grund­ver­sor­gung:

Dass jemand für eine Euro­pa-Spit­zen­kan­di­da­tur ein Mini­ster­amt auf­gibt, gab es noch nie – bis Katha­ri­na Bar­ley kam. (…) für die mei­sten ist Kata­ri­na Bar­ley das posi­ti­ve Gesicht der SPD: Freund­lich, ver­bind­lich, natür­lich, unprä­ten­ti­ös. Dazu gehört, dass sie eine der weni­gen Spit­zen­po­li­ti­ke­rin­nen ist, die kaum Make-Up tra­gen.

Alter!

Sagt man das noch, „Alter!“?

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Mit der Glo­ba­li­sie­rung gegen Open Source

Aus der wit­zi­gen Welt der „frei­en“ Soft­ware, von der Andro­id­nut­zer zu schwär­men nicht auf­hö­ren wol­len, dringt die­se Mel­dung her­über:

Die näch­ste Gene­ra­ti­on der Hua­wei-Han­dys soll (…) kei­nen Zugang zum Goog­le-spe­zi­fi­schen Email-Anbie­ter Gmail, Goog­le-Maps und zur App-Platt­form Goog­le Play Store erhal­ten. (…) Auch der deut­sche Chip­her­stel­ler Infi­ne­on lie­fert vor­erst kei­ne in den USA her­ge­stell­ten Pro­duk­te mehr an den chi­ne­si­schen Mobil­funk­an­bie­ter Hua­wei. Com­pli­ance-Vor­ga­ben mach­ten die­sen Schritt not­wen­dig, nach­dem die USA den chi­ne­si­schen Kon­zern auf eine schwar­ze Liste gesetzt hät­ten, teil­te Infi­ne­on am Mon­tag mit.

Wor­in genau lag doch gleich der rie­si­ge Vor­teil von Android gegen­über der Kon­kur­renz mit der Frucht auf der Rück­sei­te – in der Frei­heit von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen, in der Unab­hän­gig­keit gar?


Lese­hin­weis zu deut­schem Fern­seh­quatsch: Hans Hoff beschreibt die „heu­te-show“.

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Gong – Fore­ver Recur­ring

Orrr!Es ist Mon­tag. Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de fan­den zu vie­le Men­schen Gefal­len an einem in einem sehr ärger­li­chen Staat statt­ge­fun­den haben­den Dudel­pop­wett­streit, der inzwi­schen sogar der „ZEIT“ zu blöd ist. Madon­na war auch da, was ent­we­der schlecht („FAZ“) oder gut („WELT“) war. Die­ses unbe­ding­te Bedürf­nis danach, bis dahin Unbe­schol­te­nen dabei zuzu­se­hen, wie sie in einer Spra­che, die offen­sicht­lich nicht die ihre ist, lei­ernd Kin­der­lie­der zu Stampf­rhyth­men into­nie­ren, ist mir fremd.

Wäh­rend aus Isra­el also Töne erschal­len, die nach inter­na­tio­na­lem Recht nor­ma­ler­wei­se ver­bo­ten wer­den müss­ten, hat der Westen ganz ande­re Sor­gen: Cal­vin Klein sah sich zu einer Bit­te um Ent­schul­di­gung genö­tigt, weil in einem Wer­be­vi­deo für die Fir­ma eine Frau zwar einen „weib­li­chen“ Robo­ter küss­te, aber blö­der­wei­se hete­ro­se­xu­ell ist. Vie­le mehr­se­xu­el­le Frau­en brach­te das auf die sprich­wört­li­che Pal­me, denn sie sahen sich in ihrem Recht dar­auf, selbst einen Robo­ter zu küs­sen, ein­ge­schränkt. Ich weiß noch nicht, ob ich das däm­lich oder lustig fin­den soll, kom­me aller­dings auch nicht dazu, mich aus­gie­big mit die­sem Gedan­ken zu beschäf­ti­gen, denn schon liegt die näch­ste Bekloppt­heit auf dem Tisch: Inter­na­tio­nal for­miert sich eine Grup­pe der Frei­blu­te­rin­nen, die ihre Men­strua­ti­on also nicht anders behan­deln als jede ande­re Kör­per­flüs­sig­keit auch. Gemäß der Vie­le-Wel­ten-Theo­rie haben wir alle sehr viel Pech gehabt.

Mit etwas Glück wer­den wir aus die­ser Zwangs­la­ge bald von Sau­di-Ara­bi­en befreit, das sich ato­mar ver­stär­ken möch­te. Die USA beschäf­ti­gen sich bis dahin mit den wirk­lich gro­ßen Sor­gen: Ted Cruz warnt vor Welt­raum­pi­ra­ten, Welt­raum­pi­ra­ten war­nen ihrer­seits vor Ted Cruz. Wäh­rend­des­sen probt die Ber­li­ner Abtei­lung der SPD-Jugend den Ernst­fall für nach der Wahl: Nach der Macht­er­grei­fung wird geknüp­pelt. Hach, fast wie frü­her!

Nach einem Musik ver­ach­ten­den Wochen­en­de wie dem, das hin­ter uns liegt, ist doch sicher­lich jeder froh über ein biss­chen gute Beschal­lung, nicht wahr? Als­dann!

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Kurz gefragt zum Linux Pre­sen­ta­ti­on Day

Wie man aus einem Werk­zeug eine Reli­gi­on machen kann, erklärt bei­spiel­haft die Braun­schwei­ger Linux User Group (allein der Name schon!):

All dies gehört zu dem Kon­zept des Linux-Pre­sen­ta­ti­on-Day, dem Besu­cher die Mög­lich­keit zu bie­ten Linux ken­nen­zu­ler­nen, es ‚anzu­fas­sen‘, also zu erle­ben, und sich mit sei­nen Fra­gen an erfah­re­ne Linux-Anwen­der zu wen­den.

Haben die etwa kei­ne Plat­ten­samm­lung?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mehr Geschlechts­iden­ti­tä­re in den Bun­des­tag!

(Apro­pos Femi­nis­mus:)

Dass der Kom­pe­tenz­an­teil in die­ser Wahl­pe­ri­ode gestie­gen ist, hat­te Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus den Frak­tio­nen alar­miert. (…) Bei einem Tref­fen am Don­ners­tag­nach­mit­tag ver­stän­dig­ten sich die Abge­ord­ne­ten nach Infor­ma­tio­nen des „Tages­spie­gel“ dar­auf, für die Ein­rich­tung einer Kom­mis­si­on des Bun­des­tags zu wer­ben. Die­se soll das Ziel haben, den Kom­pe­tenz­an­teil im Par­la­ment zu sen­ken – und noch in die­ser Wahl­pe­ri­ode ein Ergeb­nis vor­le­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Femi­nis­mus von der Stan­ge

Gute Nach­rich­ten, wenn­gleich schon etwas älter: Der Femi­nis­mus hat end­gül­tig gewon­nen und die größ­te Unge­rech­tig­keit zwi­schen den Geschlech­tern besiegt! Wie? Nein, nicht die unter­schied­li­che Lebens­er­war­tung, die Men­strua­ti­on oder die Homo- und Hete­ro­se­xua­li­tät (denn wenig kann unge­rech­ter sein als ein gan­zes Geschlecht nicht für die Begat­tung zu berück­sich­ti­gen): Han­no­ve­ra­ner Her­ren­fahr­rad­pik­to­gram­me natür­lich!

Es ist ein unge­wöhn­li­ches Bild: Ein Mit­ar­bei­ter einer Baum­fir­ma, der gera­de ein Fahr­rad­pik­to­gramm auf einer Stra­ße in Lim­mer auf­ge­bracht hat, kratzt das Ober­rohr der Fahr­rad-Abbil­dung wie­der her­aus. (…) Mit der Extra-Arbeit will die Stadt ver­hin­dern, dass sich ein Geschlecht dis­kri­mi­niert fühlt.

End­lich hat die­se Frau­en ver­ach­ten­de Abbil­de­rei von sti­li­sier­ten Fahr­rä­dern mit Ober­rohr ein Ende! :motz:

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 16. Mai 2019

Was­ser pre­di­gen, Wein sau­fen: Die Main­zer Pira­ten­par­tei hängt mit dem Auto in der city Pla­ka­te auf, auf denen steht, man for­de­re eine auto­freie city.


Nun ist es nicht so, dass die kon­kur­rie­ren­de „Satire“-Partei mit den wit­zi­gen NSDAP-Anspie­lun­gen von der feh­len­den poli­ti­schen Weit­sicht eines klei­nen Pira­ten­ver­ban­des pro­fi­tie­ren könn­te und soll­te: Die Spaß­par­tei „Die Par­tei“ zeigt sich (…) offen homo­phob, Spaß muss halt sein.


Noch was zu Par­tei­en? Na gut: SPD-Abge­ord­ne­te Saskia Esken teilt mit, eine Sper­re auf Twit­ter beein­träch­tig­te ihre Arbeits­fä­hig­keit. Mehr möch­te ich über die SPD’sche Auf­fas­sung von poli­ti­scher Arbeit nicht unbe­dingt lesen müs­sen.


Was pas­siert eigent­lich, wenn es kei­nen ver­pflich­ten­den Com­pu­ter­füh­rer­schein gibt und also auch weni­ger begab­te Men­schen Soft­ware instal­lie­ren dür­fen? Sie mie­ten Pro­gram­me, statt sie zu kau­fen, und dann nimmt Ado­be sie ihnen weg. Den­je­ni­gen, die anneh­men, sie wären von sol­chen Vor­komm­nis­sen nicht betrof­fen, weil sie immer alles kau­fen, nur Musik nicht: Eben.


Min­der­jäh­ri­ge, die wäh­len, sau­fen oder gar Auto fah­ren möch­ten, wer­den in Deutsch­land kaum geför­dert. Dafür habe ich vol­les Ver­ständ­nis – das ist immer­hin gefähr­lich. Die Zeit, die sie also nicht auf dem Weg zur Wahl­ka­bi­ne sau­fend hin­term Steu­er ver­brin­gen, kön­nen Sech­zehn­jäh­ri­ge sowie­so viel bes­ser da ver­brin­gen, wo sie eine wert­vol­le Ergän­zung dar­stel­len: An der Waf­fe. :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
Whats­App: Wenig­stens nur die Regie­rung!

Beru­hi­gend auch:

Whats­App lei­det an einer Sicher­heits­lücke (CVE-2019–3568), die Unbe­fug­ten Fern­zu­griff auf das jewei­li­ge Gerät erlaubt. (…) Laut New York Times steht die israe­li­sche Fir­ma NSO unter Ver­dacht, die ein­schlä­gi­ge Spy­wa­re pro­gram­miert zu haben. (…) NSO gibt an, die eige­nen Pro­duk­te nur an Regie­run­gen zu lizen­zie­ren und selbst kei­ne Angriffs­zie­le aus­zu­wäh­len.

Und wer hat schon Angst vor sei­ner Regie­rung? :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zu #twit­ter­sperrt

Wenn sich die­je­ni­ge Par­tei, die mit dem Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz, dem Staats­tro­ja­ner, den Upload­fil­tern und wei­te­ren Unver­schämt­hei­ten allein in den ver­gan­ge­nen paar Jah­ren mehr­fach unter Beweis gestellt hat, dass sie an einem Inter­net, das nicht der ver­netz­ten Ver­si­on eines Poli­zei­staats ähnelt, über­haupt kein Inter­es­se hat, jetzt quer­me­di­al mit einem eigens erson­ne­nen, im Ver­gleich mit son­sti­gen vir­tu­el­len Aus­wür­fen aus der eige­nen Öffent­lich­keits­ar­beit sogar erstaun­lich grif­fi­gen hash­tag dar­über empört, dass Algo­rith­men, die offen­sicht­lich vor allem die Anzahl an und nicht etwa die Qua­li­tät der sowohl berech­tig­ten als auch unbe­rech­tig­ten Pet­ze­rei­en aus­wer­ten, was den Anhän­gern die­ser Par­tei auch heu­te noch ein will­kom­me­nes Mit­tel zu sein scheint, wit­zi­ge Sati­re – etwa die, dass die Bösen, hihi, ihren Wahl­zet­tel, haha­ha, unter­schrei­ben müss­ten – nicht von Hass­re­de und fake news unter­schei­den kön­nen, als hät­ten Poli­ti­ker auf­grund ihrer Rol­le als über­be­zahl­te Igno­ran­ten ein Recht dar­auf, auf pri­vat geführ­ten „Platt­for­men“ Stuss zu schrei­ben, dann wäre das eigent­lich ein Grund zur Hoff­nung, denn es könn­te dazu füh­ren, dass sich ihr Inter­es­se an einer digi­ta­len Zukunft unter dem Ein­druck eige­ner Schmer­zen erst­mals zum Libe­ra­len ver­schiebt; lei­der ist’s aber die SPD, und sie ist im Wahl­kampf­mo­dus – weder scheint jeg­li­che inhalt­li­che Hoff­nung da ange­mes­sen noch wäre Mit­leid ange­bracht.