In den Nachrichten
Ein­bruchs­schutz dank Lock­down

Wann immer ich die­ser Tage einen deut­schen Jour­na­li­sten das Wort „Lock­down“ ver­wen­den höre oder lese, obwohl er doch allen­falls „Shut­down“, höchst­wahr­schein­lich aber „Kon­takt­be­schrän­kun­gen“ mei­nen kann, emp­feh­le ich wärm­stens einen Blick nach Öster­reich, wo Ein­bre­cher und Die­be sich zur­zeit eines drit­ten Ver­ge­hens schul­dig machen, da Ein­bruch – selbst, wenn er haupt­be­ruf­lich statt­fin­det – kei­ne hin­rei­chen­de Aus­nah­me für das Ver­las­sen der eige­nen Woh­nung dar­stel­le.

In den Nachrichten
Ster­be­ver­bot post mor­tem

An der Uni­ver­si­täts­kli­nik Essen min­der­te ein Arzt unlängst das Leid Ster­ben­der. Der Uni­ver­si­täts­kli­nik Essen und dem Gesetz­ge­ber gefällt das nicht:

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, den 20. Novem­ber 2020, infor­mier­ten die Uni­ver­si­täts­me­di­zin Essen und die Staats­an­walt­schaft mit der Poli­zei Essen dar­über, dass sich ein am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Essen seit Febru­ar 2020 beschäf­tig­ter Arzt in Unter­su­chungs­haft befin­det. (…) Es besteht der Ver­dacht, dass der Medi­zi­ner zwei schwerst­kran­ken Men­schen vor­sätz­lich und rechts­wid­rig Medi­ka­men­te in deren letz­ter Ster­be­pha­se ver­ab­reicht hat, die zu deren Tod führ­ten.

Auch Hin­ter­blie­be­ne und Ange­hö­ri­ge sei­en empört, dass die Ster­ben­den völ­lig über­ra­schend tot sei­en und nicht noch unnö­tig lan­ge vor sich hin­ve­ge­tie­ren muss­ten:

Unse­re Gedan­ken und unse­re Anteil­nah­me gel­ten den Hin­ter­blie­be­nen der Ver­stor­be­nen. Der Ver­lust ihres gelieb­ten Ange­hö­ri­gen allei­ne ist schon extrem schmerz­haft. Dar­über dann aber auch noch in den Medi­en lesen zu müs­sen, ver­bun­den mit den ein­lei­tend genann­ten Vor­wür­fen, das ist sicher­lich nur sehr schwer zu ertra­gen.

Kann man ja ver­ste­hen: Da berei­tet man sich men­tal dar­auf vor, dass das Able­ben eines ande­ren Men­schen noch quä­lend lan­ge dau­ern wird, und dann beschleu­nigt ein Unmensch die­sen Vor­gang. Da hat man sich ja ganz umsonst gefreut, noch lan­ge zugucken zu dür­fen. Hof­fent­lich wird der Spaß­ver­der­ber bis an sein Lebens­en­de weg­ge­sperrt.

Was genau unter­schei­det den Men­schen eigent­lich vom Tier?

In den Nachrichten
Was ficht euch an?

Deutsch­land:

Mit dra­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels auf unse­re Wäl­der rech­net der Tier­öko­lo­ge Peter Bie­der­mann: In Flach­la­gen könn­te es bald kei­ne Fich­ten mehr geben.

Auch Deutsch­land:

Der Weih­nachts­baum im XXL-For­mat für den Platz vor dem Ber­li­ner Reichs­tag ist am Mon­tag im Harz gefällt wor­den. (…) Es han­de­le sich um einen schön gleich­mä­ßig gewach­se­nen Baum mit präch­ti­ger Kro­ne.

Kom­men sich christ­lich Sozia­li­sier­te ange­sichts sol­chen Brauch­tums eigent­lich manch­mal auch sack­däm­lich vor?

NetzfundstückeNerdkrams
Vinyl <3 (11): Nicht fest, nur Plat­te

Falls mei­ne bis­he­ri­gen Bei­trä­ge betreffs der Vor­tei­le eines Plat­ten­spie­lers noch nicht über­zeu­gen konn­ten, ist hier noch einer:

Die mei­sten PCs wer­den nor­ma­ler­wei­se von ihrem pri­mä­ren Spei­cher­me­di­um gestar­tet, sei es eine Fest­plat­te oder eine SSD, viel­leicht aus dem Netz­werk, oder der USB-Stick oder die Boot-DVD kommt – wenn alles ande­re fehl­schlägt – zum Ein­satz… spa­ßig, oder? Lang­wei­lig! War­um ver­su­chen wir zur Abwechs­lung nicht mal von einem Plat­ten­spie­ler zu boo­ten?

(Übel­set­zung von mir.)

In den NachrichtenMontagsmusik
END – Alas­ka // Kein Wahl­recht für Kinds­köp­fe

In Ermangelung von Eulen: Darf es eine Ente sein?Es ist Mon­tag. Die Online-„FAZ“ titel­te gestern auf­grund der der­zei­ti­gen Coro­na­si­tua­ti­on, der Novem­ber daue­re län­ger. Na gut, also wenig­stens kein Niko­laus die­ses Jahr; als Chri­sten­tums­skep­ti­ker nimmt man ja jede gute Nach­richt, die man krie­gen kann. Auch gut: In einem Frank­fur­ter Lokal wer­den die der­zeit aus­blei­ben­den Gäste durch Pan­da­bä­ren ver­tre­ten. Wie viel Geld kann man eigent­lich für ein paar Stan­gen Bam­bus ver­lan­gen?

Man möch­te, ent­neh­me ich den Nach­rich­ten, sowohl die AfD ver­bie­ten als auch das Wahl­recht für Unter-18-Jäh­ri­ge ein­füh­ren, was mich amü­siert, denn man­cher­orts wäre die AfD bei Unter-18-Jäh­ri­gen stärk­ste Kraft. Viel­leicht doch nicht so klug, die Idee? – Was anson­sten pas­siert, wenn man Kinds­köp­fen das Wahl­recht gibt, hat man gestern in Ber­lin gese­hen: Man­che demon­strier­ten gegen die als zu scharf emp­fun­de­nen Coro­na­maß­nah­men, ande­re reck­ten ihre Mit­tel­fin­ger und tril­ler­pfif­fen, denn eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ist nicht jeder­manns Sache. Es ist schon selt­sam, dass Coro­na­leug­ner so viel Zulauf fin­den, obwohl die Gegen­sei­te sie doch so über­zeu­gend niveau­arm belei­digt. Man könn­te fast mei­nen, ein aus­ge­streck­ter Mit­tel­fin­ger eig­ne sich gar nicht zur Mei­nungs­än­de­rung. Selt­sam. Was genau war noch mal das Pro­blem mit Donald Trump: dass er zu plump war?

Apro­pos: Danie­la Dahn beant­wor­tet unge­fragt, ob wir die USA noch brau­chen, und bejaht, weil ein schlech­tes Vor­bild immer­hin auch ein Vor­bild sei, ver­wech­selt dabei aber die USA mit Ame­ri­ka. Ist nur Jour­na­lis­mus, da muss man das nicht unter­schei­den.

Bei „ZEIT Cam­pus“ schließ­lich wird man gewarnt: Men­schen wer­den zu Mas­sen­mör­dern oder Musik­ge­nies, wenn sie sich lang­wei­len, weil das Gehirn um eine ande­re Beschäf­ti­gung bit­te. Da ent­ge­he ich ja regel­mä­ßig haar­scharf einem inter­es­san­ten Hob­by, wie mir scheint. Gegen Lan­ge­wei­le hilft mir trotz­dem: Musik.

END – Alas­ka

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
#WirSindDie70Prozent

End­lich hat die lästi­ge Not­wen­dig­keit des Hoch­ar­bei­tens und der Erlan­gung von Beliebt­heit bei den Kol­le­gen in Unter­neh­men ein Ende:

Die Gro­ße Koali­ti­on hat sich grund­sätz­lich auf eine ver­bind­li­che Frau­en­quo­te in Vor­stän­den geei­nigt. (…) Für die Unter­neh­men mit Mehr­heits­be­tei­li­gung des Bun­des wur­de eine Auf­sichts­rats­quo­te von min­de­stens 30 Pro­zent (…) ver­ein­bart.

Ich erwar­te noch heu­te einen scharf for­mu­lier­ten offe­nen Brief der Inter­se­xu­el­len­ge­mein­schaft, denn im Ver­gleich zu ihnen wer­den Frau­en in Vor­stän­den bereits jetzt deut­lich bevor­zugt. Im Übri­gen bin ich jetzt schon sehr gespannt auf die wei­te­re Ent­wick­lung der Deut­schen Bahn, bekannt­lich ein Unter­neh­men mit Mehr­heits­be­tei­li­gung des Bun­des: Jetzt wird sicher alles gut.

Noch vor kur­zem skan­dier­ten Demon­stran­ten Pla­ka­te und Ban­ner hash­tag­gend, sie sei­en mehr. Was sagt das eigent­lich über die 70 Pro­zent aus?

Mir wird geschlecht
Gegen Gewalt! (2)

Schön:

Wir haben heu­te mit Grü­nen, SPD, CDU & Lin­ken gemein­sa­men Antrag gegen Gewalt

Nicht so schön:

an Frau­en beschlos­sen

Ich per­sön­lich bin ja gegen Gewalt an Lebe­we­sen, sofern es Pan­da­bä­ren sind. Was sagt das eigent­lich aus?

PersönlichesNerdkrams
Team Ruhe­raum

Fefe hat Recht:

Inzwi­schen ist die­ses „mehr Kom­mu­ni­ka­ti­on“ zu einem der­ar­ti­gen Selbst­läu­fer gewor­den, dass das nie­mand mehr in Fra­ge stellt, ob wir nicht viel mehr einen Ruhe­raum brau­chen, in dem unse­re Ent­wick­ler auch mal zehn Minu­ten am Stück Zeit haben, um unge­stört Code schrei­ben zu kön­nen.

Sicher: In einem Ruhe­raum, in dem (wie Fefe vor­schlägt) ich auch kei­ne Musik („Berie­se­lung“) hören soll­te, weil das nur ablen­ke, fän­de ich per­sön­lich kei­ne Aus­ge­gli­chen­heit. Das Wesent­li­che aber stimmt: Stän­dig über irgend­wel­che Ereig­nis­se infor­miert zu wer­den, die wenig­stens kurz­zei­tig audio­vi­su­ell die Auf­merk­sam­keit auf sich zu zie­hen ver­su­chen, trägt eher nicht dazu bei, dass die fokus­sier­te Beschäf­ti­gung mit einem kon­kre­ten Pro­blem sinn­voll mög­lich ist.

Zu der auch hier gele­gent­lich bemän­gel­ten Dau­er­be­schal­lung mit für unser Leben völ­lig uner­heb­li­chen innen­po­li­ti­schen Nach­rich­ten aus dem fer­nen Aus­land kommt inso­fern erschwe­rend der fak­ti­sche Über­fluss an für Teams hilf­reich gemein­ten Pro­gram­mier­werk­zeu­gen hin­zu. Ich habe schon Grün­de, war­um ich ein­fa­che Text­edi­to­ren weit lie­ber ein­set­ze als moder­nen IDE-Schnick­schnack.

Um beim Pro­gram­mier­the­ma zu blei­ben, obwohl das zwei­fels­oh­ne auch für ande­re Pro­fes­sio­nen gilt: Ich mag es, wenn alles, was in den von mir zur Pro­gram­mie­rung ein­ge­setz­ten Pro­gram­men auf­blinkt und vom Tip­pen ablenkt, der Hin­weis ist, dass ich gera­de Unsinn pro­gram­mie­re. Mir geht selbst farb­li­che Syn­tax­kenn­zeich­nung vor allem auf den Sack.

Kei­ne Chats, kei­ne Popups, kein um Auf­merk­sam­keit bet­teln­des Ticket­sy­stem, kein hek­ti­sches Geblin­ke. Der Code, Musik und ich.

Ich bin stol­zes Mit­glied im Team Ruhe­raum. Jeder nur einen!

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Con­vul­sif – Extinct

Convulsif - ExtinctLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Bock auf Jazz? Natür­lich habt ihr Bock auf Jazz! Dass ich dem Schwei­zer Quar­tett Con­vul­sif, das sich unter ande­rem auf Merz­bow beruft und behaup­tet, es wür­de Doom-Metal spie­len, die­ses Eti­kett anhef­te, ist viel­leicht zum Teil der Instru­men­tie­rung (Gei­ge, Kla­ri­net­te, Schlag­zeug, Bass) geschul­det, teil­wei­se aber sicher­lich auch dem, was die vier Her­ren musi­ka­lisch her­vor­brin­gen. Ihr fünf­tes Album „Extinct“ (Amazon.de, nur unphy­sisch auch Band­camp) eröff­nen sie jeden­falls mit „Buried Bet­ween one“, einem zwei­fel­los tief im Free Jazz ver­wur­zel­ten Instru­men­tal­stück. Das gan­ze Album kommt ohne Gesang aus. Genau so muss es bei die­ser Art von Musik auch sein.

Schon das näch­ste Stück, das fast zwölf­ein­halb­mi­nü­ti­ge „Five Days of Open Bones“, spricht aber eine etwas ande­re Spra­che, indem es eben doch gemüt­lich ein aus­gie­bi­ges Instru­men­ten­brum­men ertö­nen lässt, bevor es, wie ein schie­fes Sprach­bild es nennt, ans Ein­ge­mach­te geht. Black­jazz­me­tal? Doom­post­jazz? Ich neh­me mei­ne erste Ein­schät­zung wenig­stens teil­wei­se zurück; gar nicht übel, die­se Mischung. In ande­ren Stücken (etwa „Sur­round the arms of revo­lu­ti­on“) kom­men auch unbe­nann­te Elek­tro­ni­ka zum Ein­satz, deren Klang mich an Ata­ri Teenage Riot den­ken lässt, was ande­rer­seits hane­bü­chen scheint und wäre. Ein biss­chen Mor­phi­ne ist aber frag­los dabei.

Con­vul­sif – Five days of open bones (offi­ci­al audio)

Das läng­ste und letz­te Stück auf der regu­lä­ren Ver­si­on von „Extinct“, „The Axe Will Break“, hier bereits gestern die Woche ein­ge­läu­tet habend, baut sich um ein sich wie­der­ho­len­des rol­len­des Bass­mo­tiv her­um auf und über­rascht schon wie­der musi­ka­lisch, denn obwohl die Musi­ker es sich nicht neh­men las­sen, in der zwei­ten Hälf­te wie­der die Frei­form über die­sem Bass­mo­tiv erklin­gen zu las­sen, höre ich hier vor allem Post­rock (den guten mit den vie­len Gitar­ren), aber auch ein wenig Psy­che­de­li­sches (zudem nicht ganz so zäh wabernd wie Pink Floyd) her­aus. Hat was!

Ich war mir schon vor Mona­ten ziem­lich sicher, dass 2020 ein sehr gutes Jahr für die Musik sei. Inzwi­schen kann ich das „ziem­lich“ guten Gewis­sens strei­chen.

NetzfundstückeNerdkrams
Tore zum Mist­mach­web (8): Mit ille­gi­ti­mem Inter­es­se zum Pro­fil

Eine ganz tol­le Idee hat das Inter­ac­ti­ve Adver­ti­sing Bureau, schon vom Namen her ein Unter­neh­men, mit des­sen Mit­ar­bei­tern man sich nicht mal eine Welt tei­len müs­sen soll­te, da gehabt, um den jün­ge­ren Ände­run­gen der EU-Coo­kie­richt­li­ni­en zu ent­spre­chen: Es wur­de eine Soft­ware geschrie­ben und ver­öf­fent­licht, deren Zweck es sei, „die not­wen­di­gen Benut­zer­ab­fra­gen zu ver­ein­heit­li­chen“, was bedeu­tet, dass Wer­ber, deren gesell­schaft­li­ches Anse­hen zu mei­nem Bedau­ern noch immer gering­fü­gig höher ist als das von Darm­krebs, mir und ande­ren Teil­neh­mern des Webs auch künf­tig trotz der Not­wen­dig­keit der Ein­hal­tung grund­le­gen­der Daten­schutz­re­geln ekli­ge Tracking­schei­ße („Dritt­an­bie­ter“) rein­drücken dür­fen, ohne dafür jemals ein Gefäng­nis von innen zu sehen.

Aber immer­hin:

Hat sich ein Ven­dor bezie­hungs­wei­se Dritt­an­bie­ter dem Frame­work ange­schlos­sen (…), kann er Daten nur ver­ar­bei­ten, wenn der Publisher hier­für über eine Con­sent-Manage­ment-Plat­form (CMP) eine rechts­gül­ti­ge Ein­wil­li­gung ein­ge­holt hat.

Bei „hei­se online“ sieht das zum Bei­spiel so aus:

Ich wünsch­te, das hät­te ich mir aus­ge­dacht: Es gibt tat­säch­lich einen stan­dard­mä­ßig akti­vier­ten Schal­ter, der bewirkt, dass jemand mit „legi­ti­mem Inter­es­se“ mir per­so­na­li­sier­te (also zwangs­läu­fig tracken­de) Rekla­me in den Brow­ser schie­ben darf.

Der „Duden“, das Stan­dard­wör­ter­buch all jener Men­schen, die nie etwas von Prof. Ger­hard Wah­rig gehört haben, meint dazu, dass das ent­we­der ein „gesetz­lich aner­kann­tes“ oder ein „vertretbar[es], vernünftig[es]“, gar „mora­lisch einwandfrei[es]“ Inter­es­se bedeu­te. Bei­des bezweif­le ich, denn, wie ich heu­te schon an ande­rer Stel­le wit­zel­te, andern­falls setz­ten auch Ein­bre­cher per Dieb­stahl ledig­lich ihr legi­ti­mes Inter­es­se an Juwe­len um.

For­mu­lie­run­gen wie die­se tra­gen jeden­falls nicht dazu bei, dass das Web – vor allem bunt statt inter­es­sant – sich end­lich zu einem Dienst ent­wickeln kann, den zu nut­zen lang­fri­stig Freu­de berei­tet. Es ist eine Tor­tur.

In den NachrichtenWirtschaft
Fri­days For Zu Spät (2)

Unser Nach­wuchs ist ’ne alte Umwelt­sau…

Alte Umwelt­sau gegen jun­gen Kli­ma­schüt­zer? Von wegen: In einer Stu­die des Wup­per­tal Insti­tuts zei­gen sich die Älte­ren durch die Bank umwelt­be­wuss­ter als die jun­ge Gene­ra­ti­on. (…) So gibt jeder fünf­te jun­ge Mensch offen zu, für Umwelt und Kli­ma kei­ner­lei Abstri­che an sei­nem Kon­sum zu machen.

(Quel­le: FAZ.net – will nicht direkt ver­linkt wer­den [LSR])

In den NachrichtenWirtschaft
Das Auto zum Jet

Na – die Hoff­nung, dass aus 2020 doch noch etwas wer­den könn­te, bereits auf­ge­ge­ben? Fürch­tet euch nicht, es geht auf­wärts!

An Pri­vat-Jet-Ter­mi­nals kann man oft beob­ach­ten, wie schwar­ze Limou­si­nen vor wei­ßen Flug­zeu­gen hal­ten. Por­sche und Embraer brin­gen jetzt ein farb­lich har­mo­nie­ren­des Auto-Flug­zeug-Paket.

„Zug zum Flug“ war gestern. Nie wie­der pein­li­che Momen­te am Pri­vat-Jet-Ter­mi­nal! :ja:

Und mehr noch:

Zudem erhal­ten die maxi­mal zehn Käu­fer des Duets ein spe­zi­el­les Leder­kof­fer­set sowie eine spe­zi­ell gestyl­te Welt­zeit­uhr 1919 Glo­be­timer UTC von Por­sche Design.

Wer da nicht zugrei­fen kann, ist sel­ber schuld. Hät­te ja auch reich sein kön­nen.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Con­vul­sif – The Axe Will Break // Devo­lu­ti­on auf Bäu­men

Man versprach mir WinterEs ist Mon­tag. Die AfD hat inzwi­schen mehr Rechts­ra­di­ka­le vor die Tür gesetzt als die CDU. Ist das die­se Anti­fa, von der immer alle reden?

Das Web, der schlimmst­mög­li­che Inter­net­dienst des 21. Jahr­hun­derts, beschert uns im Novem­ber eine Liste der best­be­zahl­ten Toten des Jah­res. Falls noch wer ein Lebens­ziel brauch­te: Hier ist eins (wenn auch viel­leicht nicht das beste). – Apro­pos EDV: Der­je­ni­ge Dienst, der auf Apple­sy­ste­men dafür sorgt, dass bestimm­te Anwen­dun­gen sich am Paket­fil­ter (eine „Fire­wall“ ist, auch wenn das spä­te­stens seit Zone­Alarm zu erwäh­nen ver­ge­bens scheint, etwas völ­lig ande­res) vor­bei­schlei­chen dür­fen, heißt aus­ge­rech­net trustd. Nicht schlecht, so ähn­lich hei­ßen ja auch SPD-Geset­ze. Durch­aus schlecht hin­ge­gen: Die „Akti­vi­sten“, die Bäu­me im Dan­nen­rö­der Forst („Dan­ni“, für mehr Sil­ben reicht das Sprach­ver­ständ­nis eben nicht mehr) beset­zen, bewer­fen neu­er­dings Poli­zi­sten mit Kot. Vor etli­chen Jah­ren las ich anders­wo etwas über das bio­lo­gi­sche Kon­zept der mensch­li­chen Devo­lu­ti­on, also der Rück­ent­wick­lung des Men­schen in eine pri­mi­ti­ve­re Lebens­form. Die­ses Kon­zept ist seit sei­ner Ent­ste­hung umstrit­ten, aber ich ver­mu­te inzwi­schen, hier liegt noch eini­ges For­schungs­po­ten­zi­al brach.

Eben­falls bei den west­li­chen Wer­ten: Zwei Mör­der haben einen ande­ren Mör­der auf offe­ner Stra­ße gemeu­chelt, fol­ge­rich­tig freu­en sich alle über die­se Ver­bes­se­rung des Welt­frie­dens. Ich hat­te ja ange­nom­men, besag­ter Frie­de wür­de uns nicht aus­ge­rech­net von der Mafia gebracht, aber es ist 2020, da nimmt man, was man krie­gen kann: Den Welt­frie­den, ein hal­bes Dut­zend flau­schi­ger Pan­da­bä­ren und natür­lich Musik.

Con­vul­sif – „The Axe Will Break“ (offi­ci­al video)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Schumm­ler­par­tei Deutsch­lands

SPD, 2011:

Mini­ster Gut­ten­berg hat getäuscht und gelo­gen. Die Kanz­le­rin muss sich jetzt fra­gen, ob ein Lüg­ner im Kabi­nett blei­ben darf. Mit den Wer­ten unse­rer Ver­fas­sung und dem Prin­zip der Wahr­haf­tig­keit ist das nicht ver­ein­bar. Ein Lüg­ner im Kabi­nett wür­de die poli­ti­sche Demo­kra­tie in Deutsch­land ver­än­dern.

SPD, 2013:

„Frau Scha­van hat nicht so dreist getäuscht wie zu Gut­ten­berg. Aber geschum­melt ist geschum­melt“, erklär­te SPD-Frak­ti­ons­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Opper­mann. Als Vor­bild für jun­ge Dok­to­ran­den, die die wis­sen­schaft­li­chen Regeln unbe­dingt ein­hal­ten wol­len und müs­sen, sei Frau Scha­van denk­bar unge­eig­net.

„Tages­spie­gel“, 2020:

Neue Wen­dung im Pla­gi­ats­fall von Bun­des­fa­mi­li­en­mi­ni­ste­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD): (…) Ein exter­nes von der CDU in Auf­trag gege­be­nes Gut­ach­ten war zu dem Schluss gekom­men, dass Gif­fey der Dok­tor­ti­tel aberkannt wer­den soll­te.

SPD, 2020:

Wir ste­hen soli­da­risch an dei­ner Sei­te!

Jetzt mal die Fra­ge außer Acht gelas­sen, wie­so ein aka­de­mi­scher Grad im poli­ti­schen All­tag über­haupt irgend­ei­ne Rol­le spie­len soll­te: Was genau ist jetzt noch mal das Pro­blem mit ver­meint­li­chen Popu­li­sten – dass sie unauf­rich­tig sind?

In den Nachrichten
Fri­days For Zu Spät

Was ist eigent­lich das emp­foh­le­ne Vor­ge­hen, wenn man zur Orga­ni­sa­ti­on sei­nes Akti­vis­mus auf die Wis­sen­schaft hören will, aber die Wis­sen­schaft dann sagt, für irgend­wel­che Erd­ab­küh­lungs­ak­tio­nen sei man inzwi­schen eh zu spät dran und eigent­lich kön­ne man die ver­blie­be­nen Jahr­hun­der­te auch dem Hedo­nis­mus wid­men, das lie­fe im Wesent­li­chen aufs sel­be hin­aus?