Netzfundstücke
💩 (12)

Puh, na „end­lich“:

In den Stan­dard Emo­ji 15.1 sol­len wie­der ein­mal neue Emo­ji auf­ge­nom­men wer­den (…). Neu sind bei­spiels­wei­se unter den Kan­di­da­ten eine Limet­te, ein Phö­nix oder ein Kopf, der ver­ti­kal geschüt­telt wird.

Eben­falls soll es vier geschlechts­neu­tra­le Fami­li­en-Emo­jis geben, um die Diver­si­tät bes­ser wider­zu­spie­geln.

Schütt­le mei­nen Kopf ver­ti­kal.

Persönliches⁠Netzfundstücke
Kontakte lochen

Hät­te ich ja gern für’s Smart­phone: Tele­fon mit Loch­kar­ten­wahl. In Abmes­sung mei­nes vir­tu­el­len Tele­fon­buchs mit der Liste an Men­schen, mit denen ich tat­säch­lich oft tele­fo­nie­re – exakt 1 Per­son ent­hal­tend – könn­te das Loch­kar­ten­fach dann auch außer­or­dent­lich kom­pakt gehal­ten wer­den. (/ Idee: Kon­tak­te immer lochen.)

In den Nachrichten⁠Computer⁠Musik
Liegengebliebenes vom 11. Juli 2023

Der Prä­si­dent der – freund­lich beschrie­ben – über­flüs­si­gen Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on Bit­kom freut sich über den näch­sten Ver­such, den Unrechts­staat USA als Land des Daten­schut­zes umzu­de­fi­nie­ren: Fir­men erhiel­ten damit „grund­sätz­lich wie­der Rechts­si­cher­heit, wenn sie per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten zwi­schen der EU und den USA trans­fe­rie­ren müs­sen“. Den­sel­ben wahr­schein­lich ent­lar­ven­de Fra­ge: Wie­so muss das über­haupt irgend­ei­ne Fir­ma?


Näch­ste Fra­ge, dies­mal an Chri­sti­an Rath von der „taz“:

Kif­fen bleibt vor­erst straf­bar

(…) Der­zeit sind Anbau, Besitz und Wei­ter­ga­be von Can­na­bis in Deutsch­land straf­bar, nur der rei­ne Kon­sum ist straf­los.

Merken’se sel­ber, ne? (Die dor­ti­gen Kom­men­ta­to­ren näm­lich augen­schein­lich nicht.)


Zufalls­fund in der Kate­go­rie „gute Musik“: Wei­te aus Ber­lin und/oder Ham­burg spie­len instru­men­ta­len Psy­che­de­lic Rock („Kraut­rock“), der mir heu­te ein sanf­tes Kopf­nei­gen ent­lockt. Man kopf­nei­ge mit mir.


Apro­pos Musik; mit dem Till Lin­de­mann des Monats hät­te wenig­stens ich nicht gerech­net: Roland Kai­ser.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Seven Impale – Oh, My Gravity! // Kanton ohne Zug

Die Sonne scheint auch weiterhin.Es ist Mon­tag. Da macht man mal ein paar Tage lang etwas ande­res als auf den Kalen­der zu gucken und schon geht das wie­der los.

Nicht ganz so pünkt­lich wie der Mon­tag ist die Deut­sche Bahn. Die Schweiz, berich­tet die „Süd­deut­sche Zei­tung“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR), möch­te daher deren Züge künf­tig nicht mehr im Inland ver­keh­ren las­sen. Ich ver­mu­te, das wirkt sich posi­tiv auf die Ver­spä­tungs­sta­ti­sti­ken aus: Wo kein Zug fährt, da kommt auch kein Zug zu spät.

Gute Nach­rich­ten für EDV-Nut­zer, die eben­falls immer auf den gera­de fah­ren­den Zug auf­sprin­gen wol­len: Soft­Ma­ker, ein süd­deut­scher Her­stel­ler akzep­ta­bler Büro­an­wen­dun­gen, hat in sei­ner Text­ver­ar­bei­tung jetzt Funk­tio­nen ein­ge­baut (Archiv­ver­si­on), um „belie­bi­ge neue Tex­te für Sie“ zu schrei­ben. Ich hät­te gro­ße Lust, die neue Ver­si­on ein­mal aus­zu­pro­bie­ren und das Pro­gramm einen Text dar­über schrei­ben zu las­sen, war­um ich die­ses Weg­au­to­ma­ti­sie­ren von Krea­ti­vi­tät für eine gera­de­zu abscheu­li­che Idee hal­te, aber die­se Text­gat­tung scheint selbst bereits hin­rei­chend gesät­tigt zu sein. Scha­de.

Die Lin­ke (die Par­tei, nicht die Bewe­gung) erkennt rich­tig: Wenn man will, dass die AfD klei­ner wird, dann soll­te man „sozia­le Gerech­tig­keit“ oder das, was man eben gera­de so nennt, viel­leicht nicht auch klei­ner machen. War­um die Lin­ke (die Par­tei, nicht die Bewe­gung) dann aus­ge­rech­net Sahra Wagen­knecht raus­wer­fen will, erschließt sich mir nicht. – Ande­rer­seits: der Nazi der Woche ist Fri­days For Future. Die Revo­lu­ti­on – nicht die­se hier, son­dern die, bei der man den Rasen nicht betre­ten darf – frisst die Kin­der lie­ber schon im Vor­aus. Damit sie kei­nen wei­te­ren Unsinn anstel­len.

Apro­pos Hun­ger: Das Apple-Piz­z­aemo­ji ist zu klein. Groß hin­ge­gen: Musik.

Oh, My Gra­vi­ty!

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
$uicideboy$ feat. Ghostemane – Bloody 98 // Was ein schlimmer Stau.

Erst mal Frühstück.Es ist Mon­tag. Was ein schlim­mer Stau!

Ein Teil von Pom­peii „war­te dar­auf“, aus­ge­gra­ben zu wer­den, ent­neh­me ich den Nach­rich­ten. Der Mensch fin­det mit­un­ter selt­sa­me Begrün­dun­gen für sei­ne selt­sa­men Hob­bys. Hier: ChatGPT für Win­dows 3.1. Die­se Begrün­dung ist aber gar nicht mal so blöd: Weil es geht.

„Hacker“ tun anson­sten das, wofür sie seit der Implo­si­on des Cha­os Com­pu­ter Clubs bekannt sind, näm­lich schmut­zi­ge Wäsche waschen. Das ist scha­de, denn das bin­det wich­ti­ge Res­sour­cen, um was gegen Fin­ger­ab­drücke im Per­so­nal­aus­weis zu tun. Ich kann so nicht arbei­ten. – Lohnt sich aber auch nicht, die Infla­ti­on nimmt dem Gehalt sowie­so einen nen­nens­wer­ten Teil sei­nes Net­to­be­trags. Wor­an das liegt, hat jetzt die Wis­sen­schaft her­aus­ge­fun­den: Pro­fi­te. Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

Die­je­ni­gen Revo­lu­tio­nä­re, denen es nicht um kon­struk­ti­ven Dis­kurs geht, sind gera­de abge­lenkt: Bei Ramm­stein schmei­ßen sie jetzt die Schei­ben ein. Mir ist es ja lie­ber, die Schei­ben fal­len auf­grund der Beschaf­fen­heit der Beschal­lung von allein raus. (Hüb­sches Hob­by: Iro­nisch Schlim­mes hören.)

$UICIDEBOY$ – BLOODY 98 (FEAT. GHOSTEMANE) (Lyric Video)

Guten Mor­gen, auch den Nach­barn.

Persönliches
Burning Pants 2023: Nachlese.

1. Kühe.

Es gab vie­le Kühe; so vie­le Kühe gar, dass man­che Teil­neh­mer mor­gens an ihrem Kaf­fee zwei­fel­ten, weil das Aro­ma so sehr biss. Als der Wind heu­te früh aus der ande­ren Rich­tung kam, mach­te ich mir Sor­gen um ihr Wohl­erge­hen: es roch nicht mehr nach Kuh. Der „Cam­ping­platz“ war eigent­lich eine Kuh­wie­se. Zel­ten war ein Minen­such­spiel. Zum Glück moch­te ich Zel­ten schon vor­her nicht.

2. Ein­hör­ner.

Einhorn (gefesselt)

‘Bur­ning Pants 2023: Nach­le­se.’ wei­ter­le­sen »

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: „Dramatischer“ „Negativrekord“

Die Deut­sche Pres­se-Agen­tur („Den Fak­ten ver­pflich­tet“, ebd.) lässt die ange­schlos­se­nen Funk­häu­ser falsch ver­brei­ten:

Es ist ein dra­ma­ti­scher Nega­tiv­re­kord: Mehr als eine hal­be Mil­li­on Men­schen sind 2022 in Deutsch­land in aus der katho­li­schen Kir­che aus­ge­tre­ten.

Schau­en wir mal ins Wör­ter­buch: „Dra­ma­tisch“ heißt in die­sem Kon­text ent­we­der „in Erre­gung ver­set­zend“ oder „klar und deut­lich“, was zumin­dest irgend­wie Sinn ergibt. Ein „Nega­tiv­re­kord“ jedoch ist ein Miss­erfolg – ein sol­cher aber liegt hier nicht vor, denn eine gro­ße Zahl an Kir­chen­aus­trit­ten ist zwei­fel­los ein (spä­ter) Erfolg der Auf­klä­rung. Eine Freun­din erzähl­te mir heu­te, ihr noch jun­ges Kind „müs­se“ dem­nächst getauft wer­den, damit es auf die katho­li­sche Schu­le – die ein­zi­ge nicht völ­lig unat­trak­ti­ve Schu­le in der nähe­ren Umge­bung – gehen kön­ne. Das ist ein „dra­ma­ti­scher Miss­erfolg“.

Wer nun mit den Augen rollt und denkt (oder gar bereits kom­men­tie­ren möch­te), der Autor die­ses Tex­tes sei eine unnö­tig bis­si­ge Nudel und die kaum ver­hoh­le­ne Kri­tik an der schreck­li­chen katho­li­schen Kir­che sei nun wirk­lich kei­ne „Medi­en­kri­tik“, dem sei als drit­ter Feh­ler auf­ge­zeigt: Nein, eine hal­be Mil­li­on Men­schen sind nicht aus­ge­tre­ten – eine hal­be Mil­li­on (das sagt ja der Arti­kel „eine“ bereits) ist aus­ge­tre­ten. Inhalt­lich und gram­ma­ti­ka­lisch weni­ger fürch­ter­lich for­mu­liert lau­te­te das Zitat also unge­fähr so:

Es ist ein neu­er Höchst­stand: Mehr als eine hal­be Mil­li­on Men­schen ist 2022 in Deutsch­land aus der katho­li­schen Kir­che aus­ge­tre­ten.

Die­ses Mal lek­to­rie­re ich euch das noch gra­tis, näch­stes Mal müsst ihr mich schon echt über­zeu­gen wol­len.

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Klidas – Shores (live) // Böse Tauben

Der DenkerEs ist Mon­tag. Ein Blick in den Kalen­der ver­si­chert mir: der näch­ste ruhi­ge Tag wird irgend­wann in zwei Wochen sein. Als ich ein klei­ner, dicker Jun­ge war, ver­sprach man mir, wenn ich „irgend­wann“ ein­mal – jeden­falls bio­lo­gisch betrach­tet – „erwach­sen“ sein wür­de, dürf­te ich end­lich alles tun, was ich wol­le. Fol­gen­de Fra­ge begin­ne ich mir zu stel­len: Habe ich ver­ges­sen, das irgend­wo zu bean­tra­gen, oder kommt das noch?

Ein biss­chen Poli­tik Tau­ben­züch­te­rei, denn es ist Mon­tag und da ist die Lau­ne sowie­so schon nach dem Auf­ste­hen hin­über: In der den mei­sten Men­schen bis dahin unbe­kann­ten Spiel­zeug­stadt Son­ne­berg (Thü­rin­gen) hat sich das Ver­sa­gen der übri­gen Tau­ben­züch­ter­ver­ei­ne, die Lin­de­rung der Sor­gen der ört­li­chen Tau­ben­freun­de betref­fend, erstaun­lich spät der­ge­stalt gezeigt, dass ein Böse­tau­ben­züch­ter­ver­ein nun erst­mals einen Tau­ben­ver­ant­wort­li­chen stellt. Bis zur näch­sten Wahl eines Tau­ben­ver­ant­wort­li­chen wird es also mehr böse Tau­ben geben als zuvor. Es gibt meh­re­re denk­ba­re Ansät­ze, wie man die­ser Wen­dung – sofern man inhalt­lich über­haupt dar­an inter­es­siert ist – begeg­nen könn­te. Der Ansatz, den Groß­teil der an der Stich­wahl teil­ge­nom­men haben­den Tau­ben­freun­de zu beschimp­fen, scheint wenig viel­ver­spre­chend, denn das jah­re­lan­ge Belei­di­gen des Böse­tau­ben­züch­ter­ver­eins hat bis­her nicht dazu geführt, dass sel­bi­ge sich plötz­lich mit den Tau­ben der­je­ni­gen Ver­ei­ne zufrie­den­ge­ben, deren Züch­ter ihnen eben noch Schmä­hun­gen ent­ge­gen­ge­bracht haben. Die­je­ni­gen, die sich ohne­hin selbst als Freun­de böser Tau­ben begrei­fen, wird man mit der Bezeich­nung als Böse­tau­ben­freun­de jeden­falls eher nicht zum Umden­ken bewe­gen. Man könn­te die­sem Phä­no­men begeg­nen, indem man die Ursa­chen für die Unzu­frie­den­heit mit den Tau­ben der ande­ren Tau­ben­züch­ter­ver­ei­ne unter­sucht und besei­tigt und so den Böse­tau­ben­freun­den Tau­ben­an­ge­bo­te macht, die die Ver­hei­ßun­gen des Böse­tau­ben­züch­ter­ver­eins wer­den las­sen; oder man inten­si­viert das Ver­flu­chen des Ver­eins und sei­ner Tau­ben­freun­de und ändert sonst ein­fach nichts. Das ist zumin­dest leich­ter. Haben wir schon immer so gemacht.

Die Ver­schwö­rungs­theo­rie des Tages: Die Tita­nic (und inzwi­schen auch das Tauch­boot Titan) wurde(n) absicht­lich ver­senkt. Das Inter­net ist selt­sam.

Ande­rer­seits: Im Inter­net gibt’s gute Musik.

Kli­das – Shores (Live at NuFa­b­ric Base­ment)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Die Deföderierten

Auch eine Fra­ge, deren Ant­wort sich mir nicht ohne Wei­te­res erschließt: War­um mel­det man sich eigent­lich eigens in einem „föde­rier­ten“ sozia­len Netz­werk (Mast­o­don, Ple­ro­ma, Lem­my und so wei­ter, das Pro­to­koll dahin­ter ist das glei­che) an, des­sen maß­geb­li­cher Charme es ja sein soll, dass jeder alle Inhal­te von allen Ser­vern bekom­men kann, und lob­by­iert dann dort dafür, dass Men­schen, die auf Ser­vern ange­mel­det sind, die man selbst als böse erach­tet, von der Föde­ra­ti­on mit dem eige­nen Ser­ver aus­ge­schlos­sen wer­den, weil man gar nicht will, dass Men­schen von ande­ren Ser­vern auch mit­ma­chen dür­fen, statt ein­fach auf Twitter/Facebook/Instagram/Myspace zu blei­ben und/oder ein­fach ein Blog zu schrei­ben, wo man auch kei­ne Wider­wor­te erdul­den muss?