Montagsmusik⁠In den Nachrichten
Besombes, Riet – Evelyse // Sechsjähriger mit sieben Jahren Berufserfahrung gern gesehen.

Ja, moin.Es ist Mon­tag. Die selt­sam­ste Erschei­nung des Wochen­en­des: Men­schen, die sich erhof­fen, Empa­thie möge für den Gegen­über kein Fremd­wort sein. Ja, was für ein Wort soll es denn sonst sein? Immer­hin kommt’s aus dem Grie­chi­schen!

Die zweits­elt­sa­me Erschei­nung immer­hin: Aus­nahms­wei­se ging ich mit Freun­den ein­mal an der städ­ti­schen Teen­ager­dis­ko­thek vor­bei. Dort sei „eini­ges los“, wuss­te ich vor­her; dass indes ein augen­schein­lich Beklopp­ter mit einem Stra­ßen­schild um sich schla­gen wür­de, wobei er mich bei­na­he zufäl­lig getrof­fen hät­te, was wohl noch wei­te­re Kon­se­quen­zen hat­te, denn kei­ne Stun­de spä­ter stan­den dort meh­re­re Fahr­zeu­ge mit einem lusti­gen Blink­licht oben drauf, konn­te ich aller­dings nicht ahnen. Ich wer­de es in die Liste der Grün­de auf­neh­men, war­um ich es eigent­lich ganz in Ord­nung fin­de, auch mal blö­de zu Hau­se zu sit­zen und nichts zu machen als Musik zu hören und dabei sanft zu atmen.

Musik zu hören ist aller­dings jetzt auch schon wie­der nicht kor­rekt: Zwei von drei Musik­grup­pen auf grö­ße­ren Musik­fe­sten sei­en rein männ­lich (Archiv­ver­si­on), teilt das ZDF von mei­nen Gebüh­ren mit. Ich wer­de trotz­dem auch wei­ter­hin gro­ßen Abstand von Sil­ber­mond und Aria­na Gran­de hal­ten. Das hat nichts damit zu tun, wie ich zu Frau­en an sich ste­he, die Musik ist jedoch schei­ße. Viel­leicht soll­ten ein­fach mehr Frau­en gute Musik machen.

Neu­lich hat die Fir­ma Apple ein neu­es System namens visi­o­nOS vor­ge­stellt, das auf ihren smar­ten Bril­len instal­liert wer­den soll. Ein Witz­bold schrieb dar­auf­hin mehr­jäh­ri­ge Erfah­rung mit visi­o­nOS in sein Lin­ke­dIn-Pro­fil (Lin­ke­dIn ist so was wie Xing). Ein Rekru­tie­rungs­depp war umge­hend beein­druckt. Wenn Unter­neh­men schon medi­al umtanzt Fach­kräf­te suchen: wäre es nicht gut, sie fin­gen dies­be­züg­lich erst mal bei ihrer Per­so­nal­ab­tei­lung an? – Apro­pos Per­so­nal­ab­tei­lung: Wie geht es eigent­lich der wie­der in Wahl­kämp­fe ein­tre­ten­den Pira­ten­par­tei, so ganz ohne mich? Nun, wie immer, weiß das stets hilf­rei­che Inter­net. Bestän­dig­keit ist wich­tig. Der Wäh­ler schätzt es ja, wenn er weiß, was ihn erwar­tet.

Frü­her hat­ten Uhren kei­nen Minu­ten­zei­ger und die Men­schen waren trotz­dem pünkt­lich. Heu­te, in der Gesell­schaft der Sekun­den­zei­ger, muss zur Ent­schleu­ni­gung ande­res her­hal­ten. Ich ver­su­che das ja gern mal mit Musik. (Oho, da ver­steckt die­ser Schlin­gel wie­der obsku­ren Krach in sei­nen Tex­ten. So ein Schelm.) Geschlecht egal.

Eve­ly­se

Guten Mor­gen.

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Kurzkritik: Sigur Rós – ÁTTA

Sigur Rós - ÁTTALan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Eher zufäl­lig sah ich gestern vor­zei­ti­ge Ohr­gas­men ande­rer Leu­te, die bereits das heu­te – Freun­de rich­ti­ger Ton­trä­ger (Amazon.de) müs­sen sich augen­schein­lich noch etwas in Geduld üben – erschie­ne­ne neue Stu­dio­al­bum von Sigur Rós – „ÁTTA“ – hören konn­ten. Das vor­he­ri­ge Stu­dio­al­bum „Kvei­kur“, ein erstaun­lich zor­ni­ges, aber um so erfri­schen­de­res Werk, ist immer­hin unge­fähr zehn Jah­re alt, daher hat­te ich nicht damit gerech­net und bin ein biss­chen nei­disch gewor­den.

Aber heu­te ist es ja end­lich auch uns nor­ma­len Leu­ten zugäng­lich.

Auf „ÁTTA“ sind die Islän­der immer noch zu dritt: Schlag­zeu­ger Orri Páll Dýra­son wur­de gelin­de­mannt, Mul­ti­in­stru­men­ta­list Kjar­tan Sveins­son hin­ge­gen ist wie­der dabei. Átta ist Islän­disch und heißt Acht (hier also qua­si ACHT), das zehn­te und damit letz­te Stück auf die­sem Album heißt „8“, aber anson­sten ist hier alles ange­nehm durch­dacht.

Das eröff­nen­de „Glóð“ zeigt bereits eine Rück­kehr zur Vor-„Kveikur“-Zeit, das gan­ze Stück klingt mit sei­nen fröh­li­chen Strei­chern und dem gewohnt glocken­hel­len Gesang wie ver­ton­tes Son­nen­licht. (Das fol­gen­de, getra­ge­ne „Blóð­berg“ hält mit Mond­licht dage­gen.) Wer nach dem ersten Hören von „Kvei­kur“ ange­nom­men hat­te, Sigur Rós näher­ten sich künf­tig wei­ter der wil­den Rock­mu­sik an, der mag hier wahl­wei­se erleich­tert oder ent­täuscht sein.

Sigur Rós – Klettur (Offi­ci­al Audio)

Auf „ÁTTA“ gibt es also exakt das zu hören, was von Sigur Rós eigent­lich zu erwar­ten war: Beschal­lung für das Kino im Kopf, so rou­ti­niert wie gran­di­os dar­ge­bo­ten und ein anschau­li­ches bezie­hungs­wei­se anhör­li­ches Bei­spiel dafür, war­um Post-Rock eben kei­ne nor­ma­le Rock­mu­sik ist. Wil­de Instru­men­talex­zes­se gibt es hier nicht, selbst das Schlag­zeug macht erst im vier­ten Stück „Klettur“ auf sich auf­merk­sam. Aus­brü­che aus der „glit­zern­den Gleich­heit“ (Chris DeVille) sind auf „ÁTTA“ kaum zu fin­den, was ande­rer­seits ja auch wie­der Bestän­dig­keit bedeu­tet. Bestän­dig­keit ist gut, sonst wird man irgend­wann wie Gene­sis.

Das Titel­bild zeigt einen bren­nen­den Regen­bo­gen. Scha­de um den Topf voll Gold.

Projekte⁠In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Liegengebliebenes vom 14. Juni 2023 (EDV-Edition)

Groß­ar­ti­ge Idee des Tages: Sein Haus voll­ver­net­zen und so Ama­zon den Schlüs­sel geben.


Damit nur knapp auf den zwei­ten Platz ver­bannt: Sei­ne tech­ni­sche Infra­struk­tur zu Ama­zon (AWS) aus­la­gern, weil man glaubt, dann sei man vor Aus­fäl­len geschützt.


Berühm­te letz­te Wor­te (neben jenen): „Las­sen wir den Robo­ter ans Steu­er!“.


Da ich pri­vat auf Fah­ren­heit set­ze, aber faul bin, hat­te ich vor einer Wei­le ein Power­Shell-Script geschrie­ben, das die Umrech­nung zwi­schen Fah­ren­heit und Cel­si­us auf der Kom­man­do­zei­le erle­digt. Weil ich aber gern selbst eine por­ta­ble Lösung hät­te, die nicht unbe­dingt die Instal­la­ti­on eines gan­zen Rat­ten­schwan­zes an Abhän­gig­kei­ten mit sich zieht, habe ich es inzwi­schen in einer por­ta­blen Spra­che neu imple­men­tiert: in COBOL.

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Lambda – Heliopolis // Denkste.

Na ja, Frühstück.Es ist Mon­tag. Die Ein­schlä­ge kom­men näher: Die Macher von Word­Press haben unlängst ein Plug­in ver­bro­chen, das fast auto­ma­tisch Blog­ar­ti­kel schreibt. Jetzt muss nur noch jemand ein Plug­in pro­gram­mie­ren, das das digi­tal Erbro­che­ne liest und/oder kom­men­tiert. Lie­be Güte, wenn man der Welt so wenig mit­zu­tei­len hat, dann sei an fol­gen­des Gesetz erin­nert: Es gibt kei­ne Pflicht zum Betrei­ben einer eige­nen Web­site. Man las­se es doch dann ein­fach ganz sein. Ich schrei­be ja hier auch nur was, wenn ich weiß, was.

An etwas zu den­ken ist jedoch nicht mehr zeit­ge­mäß, Din­ge wer­den jetzt nur mehr gedacht. Das ist bedenk­lich. – Vor­den­ker der Woche ist im Übri­gen Mar­kus Söder, des­sen Sor­ge dar­um, dass das anti­ke Fol­ter­werk­zeug „Kreuz“ even­tu­ell irgend­wann nicht mehr öffent­lich gezeigt wer­den dür­fe („ich fin­de es gut, wenn es auch in der Öffent­lich­keit gezeigt wer­den darf“, als täte das jemand ver­bie­ten!), der­ma­ßen para­no­ide Züge ange­nom­men zu haben scheint, dass er dar­um noch viel mehr Kir­che im öffent­li­chen Raum sehen will. Falls noch jemand nicht elend genervt davon war, wenn wie­der „so ein Fei­er­tag“ ist. Darf der Papst eigent­lich fahr­schein­los den ICE benut­zen? Den Bun­des­tag jeden­falls ja.

Was übri­gens sonst noch so pas­siert, wenn man künst­li­cher Intel­li­genz den Kon­text nicht gibt: In einer Vor­ab­ver­si­on von Win­dows 11 kann man Post­leit­zahl­da­tei­en erstel­len. Da ver­zich­te ich doch lie­ber und wid­me mich statt­des­sen men­schen­ge­mach­ter Kunst.

Lamb­da – Helio­po­lis (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams⁠In den Nachrichten
Macht mit beim großen Dienstesterben

Anfang 2023:
Twit­ter stellt die Nut­zung sei­nes APIs unter Stra­fe. Alter­na­ti­ven zu den eige­nen Twit­ter­pro­gram­men wer­den so ver­un­mög­licht. Alt­ein­ge­ses­se­ne Nut­zer ver­las­sen rei­hen­wei­se die Platt­form.

Neu­lich:
Red­dit erhöht die Kosten für die Nut­zung sei­nes APIs auf bizar­re Sum­men, sein Chef belügt die davon betrof­fe­nen Nut­zer. Alter­na­ti­ven zu den eige­nen Red­dit­pro­gram­men wer­den so ver­un­mög­licht. Alt­ein­ge­ses­se­ne Nut­zer ver­las­sen rei­hen­wei­se die Platt­form.

Jetzt (läuft noch):
You­Tube ver­sucht dezen­tra­le Alter­na­ti­ven zu den offi­zi­el­len You­Tube-Pro­gram­men zu ver­bie­ten.

Manch­mal glau­be ich, ich hät­te das Zeug dazu, Geschäfts­füh­rer eines nam­haf­ten Tech­nik­kon­zerns zu wer­den. Man muss nur die Nach­rich­ten lesen, die dümm­sten Ideen der Kon­kur­renz sam­meln und dann sagen: das brau­chen wir auch!

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
Schmalhans des Tages: Kai Gniffke, SPD.

Die­ser Arti­kel ist Teil 17 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Den Ist­zu­stand der Wirt­schaft und sei­ne Hin­ter­grün­de hier aber­mals zu erläu­tern wäre lang­wei­lig, das haben ande­re schon mal bes­ser, mal schlech­ter getan. Im Abreiß­ka­len­der der Aus­re­den, war­um es den Men­schen im rei­chen Deutsch­land finan­zi­ell zuse­hends schlech­ter geht, stand letz­tes Mal ein Krieg zwi­schen zwei mit Deutsch­land nicht ver­bün­de­ten Staa­ten. Die­se Aus­re­de gilt bis auf Wider­ruf.

Stei­gen­de Steu­ern und „Abga­ben“ (also Geld, das man zwar – wie bei jedem ande­ren gelun­ge­nen Raub (nach Tho­mas von Aquin) eben auch – unter Andro­hung schwe­rer Stra­fe zu zah­len ver­pflich­tet ist, das aber nicht „Steu­er“ heißt) erschwe­ren uns allen das Hal­ten unse­res Lebens­stan­dards, vom ein­fa­chen Arbei­ter bis hin zu den über­be­zahl­ten Ver­zicht­ba­ren im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk. Die müs­sen ja auch von irgend­was leben.

Kai Gniff­ke, seit fünf­tau­send Jah­ren in der SPD und nicht ganz so lan­ge ARD-Vor­sit­zen­der, möch­te als guter Vor­ge­setz­ter natür­lich die Lebens­qua­li­tät sei­ner Mit­ar­bei­ter erhö­hen und quatscht daher:

Der ARD-Vor­sit­zen­de Kai Gniff­ke hat sich für eine Erhö­hung des Rund­funk­bei­trags aus­ge­spro­chen. (…) Mit Blick auf die Bezah­lung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter führ­te Gniff­ke unter ande­rem die Preis­ent­wick­lung an.

Mir möch­te schei­nen, Kai Gniff­ke ist da einer ganz hei­ßen Sache auf der Spur: Men­schen, die immer mehr Geld aus­ge­ben müs­sen, brau­chen auch immer höhe­re Ein­nah­men oder weni­ger Aus­ga­ben. Den Bür­gern, denen die Preis­ent­wick­lung schwer zu schaf­fen macht, aller­dings mit der Begrün­dung, dass die Prei­se stei­gen, die Prei­se stei­gen zu las­sen wirkt auf mich zumin­dest undurch­dacht. Wäre es, wenn man schon nicht will, dass die eige­nen Mit­ar­bei­ter zu viel Geld aus­ge­ben müs­sen, nicht viel­mehr ziel­füh­rend, die­je­ni­gen ihrer Aus­ga­ben, auf die man selbst Ein­fluss hat, zu sen­ken?

Das Geschäfts­mo­dell der ARD wür­de sich im kon­se­quen­ten Markt­li­be­ra­lis­mus kaum zu behaup­ten wis­sen.

In den Nachrichten⁠Wirtschaft
3.499 US-Dollar

Es ist ein beru­hi­gen­des Gefühl für die Psy­che, wenn ein Pro­dukt einen Preis hat, der auf 9 statt auf 0 endet. Völ­lig fol­ge­rich­tig kostet App­les neue Tau­cher­bril­le – das Inter­net frag­te bereits wit­zelnd nach einem Apple-Schnor­chel – bei Ver­füg­bar­keit 3.499 US-Dol­lar, in Deutsch­land abseh­bar also ein paar Euro mehr.

Es ist kei­ne Rezes­si­on, wenn Bono nicht singt.

In den Nachrichten⁠Montagsmusik
METZ – A Boat to Drown In // Gottesdiensttasten

Nicht wecken.Es ist Mon­tag. Bit­te stö­ren: Die Zufrie­den­heit mit der Bun­des­re­gie­rung ist auf einem Rekord­tief. Weil aber sowie­so erst 2025 wie­der gewählt wird, ändert das nichts.

In Keve­laer gibt es jetzt einen Park­schein­au­to­ma­ten mit Got­tes­dienst­ta­ste. Schö­ne Idee: Auf St. Pau­li könn­te es dem­nächst Park­schein­au­to­ma­ten mit einer Quickie­ta­ste geben, in Ber­lin einen Park­schein­au­to­ma­ten mit einer Kotz­ta­ste. Span­nen­de (mei­ner­seits unge­klär­te) Fra­ge: Gilt die Got­tes­dienst­ta­ste auch für sata­ni­sche Mes­sen oder ist nachts das Par­ken sowie­so frei? – In Japan betrach­ten sie Reli­gi­on unter­des­sen als Gefähr­dung des Kin­des­wohls. Vor­bild­lich, zwei­fel­los.

Apro­pos Gefähr­dung des Kin­des­wohls: Till Lin­de­mann macht Musi­ker­din­ge und die Pres­se ist ent­setzt, weil sie sich nicht vor­zu­stel­len wag­te, dass man auch als Pro­mi­nenz noch bum­sen mag. Wäre ich noch gering­fü­gig zyni­scher und mach­te das zu mei­nem Lebens­in­halt, käme ich mit den Din­gen, die ich tun müss­te, um mög­lichst vie­len Men­schen gleich­zei­tig absicht­lich unan­ge­nehm zu sein, nicht mehr hin­ter­her: Ande­re Par­tei­en wäh­len, ande­ren Saft trin­ken, ande­re Bücher lesen, ande­re hash­tags ver­fol­gen, ande­re Kla­mot­ten tra­gen, ande­re Musik hören. Viel­leicht soll­ten sie Brat­wurst zum Album ver­kau­fen.

Apro­pos ande­re Musik.

METZ – A Boat to Drown In [OFFICIAL VIDEO]

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Ideen für neue Wettbewerbsnamen

Haben wir:

Die deut­sche Frau­en-Bun­des­li­ga hat einen Spon­so­ren­ver­trag mit Goog­le Pixel abge­schlos­sen und soll jetzt den Namen „Goog­le Pixel Frau­en-Bun­des­li­ga“ tra­gen.

Brau­chen wir noch:

  • Apple iPho­ne Hand­ball-Bun­des­li­ga.
  • Net­flix For­mel 1.
  • Insta­gram-Vier­schan­zen­tour­nee.
  • Das-blin­ken­de-Ding-in-der-Ecke-das-manch­mal-piept-ESC-Vor­ent­scheid.
  • Außer Kon­kur­renz, weil beschlos­sen: Lie­feran­do Chri­sto­pher Street Day.

Netzfundstücke⁠In den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 1. Juni 2023

Ah, 1. Juni. Dort, wo es nie­man­den stört, beginnt heu­te der jähr­li­che pri­de month, also Stolz­mo­nat, in dem Men­schen, deren sexu­el­le Vor­lie­ben auch oder aus­schließ­lich ihres­glei­chen umfas­sen, sich sehr dar­über freu­en; dort jedoch, wo es um die Rech­te sel­bi­ger nicht so gut bestellt ist, möch­te man lie­ber nicht auf­fal­len. Wann fin­den eigent­lich die Chri­sto­pher-Street-Day-Para­den in Ugan­da statt?


„Trink­geld aus Not­wehr“ fin­de ich gut.


Ganz tol­le Idee von Goog­le: Tun wir doch mal so, als wäre fieservirus.zip ein ganz nor­ma­ler URL.


Man ver­sprach uns flie­gen­de Autos, wir erhiel­ten gehack­te Zahn­bür­sten.

In den Nachrichten⁠Nerdkrams
Seid Terroristen! (5)

Bezau­bern­de Neu­ig­kei­ten von der besten Euro­päi­schen Uni­on, die man für Geld kau­fen kann:

In sei­nen nicht bin­den­den Schluss­an­trä­gen schlägt Gene­ral­an­walt (AG) Szpu­nar vom Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on eine “Neu­aus­rich­tung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs zur Aus­le­gung von Arti­kel 15 Absatz 1 der Richt­li­nie 2002/58 in Bezug auf Maß­nah­men für das der Quel­le einer Ver­bin­dung zuge­ord­ne­te Luxem­burg” vor, und zwar in Form einer Recht­spre­chung, “die eine gene­rel­le und unter­schieds­lo­se Vor­rats­spei­che­rung von IP-Adres­sen (…) zum Zwecke der [Bekämp­fung] von Online-Straf­ta­ten vor­sieht, bei denen die IP-Adres­se das ein­zi­ge Ermitt­lungs­mit­tel ist.”

Von die­sen Gestal­ten War­nun­gen vor irgend­wel­chen ost­wär­ti­gen „Über­wa­chungs­staa­ten“ zu erhal­ten ist – wie im ver­link­ten Text aus­ge­führt – besten­falls eine Belei­di­gung der Intel­li­genz der Emp­fän­ger. Kei­ne Ahnung, war­um immer noch so vie­le Men­schen die Euro­päi­sche Uni­on immer noch für einen Hort von Frei­heit und Demo­kra­tie hal­ten. Der Jour­na­list Juli­an Assan­ge wird seit 1.511 Tagen von ihren Freun­den und Ver­bün­de­ten unter Fol­ter an wei­te­rem Jour­na­lis­mus gehin­dert. Das macht alles echt kei­nen Spaß mehr.

(Musik? Musik. Ein­fach, um ein­an­der zu beru­hi­gen.)

Unver­än­dert gilt: Seid Ter­ro­ri­sten! Ein siche­res VPN ist Selbst­ver­tei­di­gung. Nur, wer ein wirk­lich lang­wei­li­ges Leben hat, hat ver­meint­lich nichts zu ver­ber­gen.

In den Nachrichten
Olaf, der Nichtknuddelkanzler

Kreisch:

Ein Mann kommt Olaf Scholz gefähr­lich nahe. Trotz Per­so­nen­schüt­zern und Poli­zei gelingt es ihm, den Kanz­ler auf dem Roll­feld am Flug­ha­fen Frank­furt zu umar­men.

Das muss die­se Volks­nä­he sein, von der die SPD immer spricht.

Wie man’s auch nimmt: Ich möch­te auch mal ein Amt haben, in dem frem­de Men­schen, die Kör­per­kon­takt mit mir suchen, allein dafür ein­ge­sperrt wer­den. Ich bin gern bereit, mich von der erst­be­sten Par­tei als Kanz­ler­kan­di­dat auf­stel­len zu las­sen. Ich wer­de auch ganz ohne Elan dar­auf ver­zich­ten, einen daher­ge­lau­fe­nen Wicht nach Ber­lin ein­zu­la­den. Ver­spro­chen.