Ein bosnischer Priester hat mit einer Predigt zum Thema Migration für Aufsehen gesorgt. (…) Laut Vincetićs Meinung sollten Geflüchtete ihren Glauben aufgeben, damit sie im Aufnahmeland Nahrung erhielten. (…) Dabei äußerte er auch Kritik an der EU, da diese in ihrer Verfassung keinen Gottesbezug habe.
Mit harten Worten geißelte Kanzler Olaf Scholz (SPD) jüngst Kriegsgegner (…): Friedensaktivisten seien „gefallene Engel aus der Hölle“, erklärte er am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in München[.]
Der WordPress-Editor ist scheiße. Ich warte mal den Applaus des Publikums ab, bevor ich weiterschreibe.
Also: Der WordPress-Editor ist scheiße. Dass Automattic versucht, den wirklich schlimmen „Gutenberg“-Editor, der sich zweifellos an Designer und nicht an Autoren richtet, anstelle des vorhandenen (zugegeben: etwas langweiligen) Textfeldes, mit dem man einfach nur schreiben konnte, als alternativlos zu definieren, mindert dieses Urteil in keiner Weise.
Als jemand, der einfach nur schreiben möchte, kann ich mit diesem anstrengenden Unverständnis davon, wie man schreibt, nur wenig anfangen. Nein, zum Schreiben brauche ich keine Content-Creator-Werkzeuge, zum Schreiben brauche ich ein Schreibprogramm.
Warum will der Staat unbedingt mein Geschlecht wissen und warum kann ich es künftig einfach zu ändern beschließen, den Nachnamen jedoch immer noch nicht?
Mage zeigt die Eingabe an, die der Nutzer geschrieben hat, um das Bild zu erzeugen, damit andere Nutzer die Bilder, die ihnen gefallen, überarbeiten und verbessern können. Jede dieser Eingaben liest sich wie ein äußerst geiler und wütender Mann, der der Pornhub-Suchfunktion seine niedersten Wünsche entgegenschreit.
Der spanische König Felipe beendet heute seine Beratungen mit den Chefs der politischen Parteien über die Bildung einer neuen Regierung. (…) Sollte keine Regierungsbildung gelingen, müsste in Spanien zum Jahresende oder Anfang 2024 erneut gewählt werden.
… nicht leichter, man löste die Regierung auf und ließe denjenigen die Arbeit erledigen, dessen Posten anscheinend nicht in Frage steht?
Es ist Montag. Pointe des Monats: Hahaha! Männer sind hässlich! Das ist so lustig, es fängt morgen beim WDR an.
Gute Nachrichten: Die „christliche“ Kirche hat beschlossen, sich grundlegend zu modernisieren. Nein, nicht so modernisiert: Es gibt jetzt digitale Klingelbeutel. Damit der in vielerlei Hinsicht gestrige Popanz auch von denen finanzielle Zuwendungen erhalten kann, die keinen Bock auf Bargeld haben. Man muss ja sehr aufpassen heutzutage.
Spitzenpolitiker der Linken rufen zu Geschlossenheit auf, entnehme ich den Nachrichten. Das ist lustig, weil sich die Linke mit Schließen ja auskennt. Wegen DDR. Hehe. – Apropos Hehe: Der WDR zeigt alte Witze, die Otto Waalkes anderen Leuten entliehen und dann vorgetragen hat, nur noch mit Warnhinweis, weil sich irgendwer, der wahrscheinlich nicht mal gefragt worden ist, davon diskriminiert fühlen könnte. Ich hätte ja gern einen Warnhinweis „Achtung: diskriminiert gebildete Menschen“ vor dem Warnhinweis, aber wenn man dem WDR das vorschlägt, dann guckt er wieder so.
Guter Bandname: Feng-Shui-Beraterin Hiltrud J. Pornschlegel. Bessere Musik: Yawning Man.
YAWNING MAN – The Last Summer Eye (Live at Giant Rock) // HEAVY PSYCH SOUNDS Records
Einerseits möchte die Pipikackdrecksarschmistmusikindustrie unter Aufbietung aller Kräfte (d.h. Penunzen) das Great 78 Project wegklagen, weil es Schallplatten, die zwischen 70 und 120 Jahren alt sind, archiviert und als Bibliothek zur Verfügung steht und es anscheinend den Künstlern enorm weiterhilft, auch 120 Jahre nach den Aufnahmen noch nicht gemeinfrei zu sein. Denn genau das ist ja die Aufgabe eines Rechteverwalters: Die Rechte des Mandaten in dessen Sinne zu vertreten. Oder?
Andererseits möchte die Verlagsindustrie unter Aufbietung aller Kräfte (d.h. Penunzen) ChatGPT und angeschlossene Netze wegklagen, weil die Pipikackdrecksarschmist-„künstliche Intelligenz“ eigentlich nichts anderes als eine Datenbank mit den Werken anderer Leute ist, ohne diese Leute gefragt zu haben. Da eine Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch Werke von mir befinden, zumindest gegeben ist, halte ich das für einen guten und richtigen Schritt, denn ich will, dass dieser Unsinn brennt. Das Text- und Bildgenre „haha, guck mal, was der Computer gemacht hat, als ich ihm gesagt habe, was er tun soll“ wäre in Maßen ganz amüsant, mittlerweile hilft aber nur noch Abreißen und Neubauen, fürchte ich, um da wieder etwas Augenmaß hineinzubekommen.
Manchmal, langjährige Leser erinnern sich, ist der Autor dieser Zeilen ein wenig melancholisch gestimmt. Dann schreibt er keine bissigen Satiren und auch sonst nur wenig, verzichtet gar auf den üblichen „Krach“ (Quelle: Banausen), der hier manchmal als Empfehlung erscheint. Stattdessen sitzt er, wie man so schön sagt, mit einem anständigen Glas Whisky – zwei Fingerbreit, aber das geht ja in beide Richtungen – im stillen Kämmerlein und hört oft (zu oft) Musik, die diese Melancholie nicht etwa wegmacht, sondern fördert.
Der Autor dieser Zeilen ist manchmal ein bisschen blöd.
Diese Blödheit nun unterstützt vortrefflich „Vom Wissen und Wollen“ (TIDAL, Amazon.de) , das 2016er Studioalbum der seit 2018 pausierenden Musikgruppe Heisskalt, irritierend mit Doppel‑s geschrieben; also der Bandname, nicht der Titel des Albums. Der muss so. Außer mir hat das Album sowieso jeder schon vor Jahren gehört, also ist es wahrscheinlich völlig egal, wie ich es finde. (Und zwar ziemlich gut.)
Die Texte – dargeboten oft mit fordernder Inbrunst, manchmal immer noch ein bisschen an The Hirsch Effekt (ohne Orchester) erinnernd – erfüllen das Klischee, das man an hiesige Post-irgendwas-Bands („Post-Hardcore“) üblicherweise als Maßstab anlegt: immer ein bisschen traurig, immer ein bisschen wütend. Immer ein bisschen wie ich. Die zugrundeliegende Musik lebt von überraschenden Wendungen, Elektroexperimente eingeschlossen, nach denen ich spätestens seit The Notwists „This Room“ längst aktiv suche. Auf viele Arten mein Lieblingsstück auf dem Album: „Absorber“.
Musikalische Vergleiche aus dem Internet: Turbostaat und Fjørt. Keine Ahnung, was Turbostaat so machen. Die lerne ich wahrscheinlich in so zehn, fünfzehn Jahren auch als letzter Mensch des Landes mal kennen.
Der Telekom-Chef Tim Höttges erklärt, dass das von ihm geführte Unternehmen Europa und speziell Deutschland als immer unattraktiveren Standort bewerte.
Liegt es vielleicht an der schlechten Internetverbindung?
Es ist Montag. Der Verfasser dieser Zeilen hat – passend zum Wochentag – einen neuen Erzfeind: Treppen. Auf Treppen bricht man sich goofy überraschende Körperteile. Ich fordere ein Grundrecht auf Fahrstühle. Wählt mich.
Eine „Ökonomin“, erzählen die Nachrichten, habe vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Interessante Frage aus dem Publikum: Was passiert dann eigentlich, wenn man die eigene Lebenserwartung wider Erwarten überschreitet? Und wird man nachträglich mehr Geld bekommen haben, wenn man früher stirbt?
„Ein oberkörperfreier Mann“, teilen unterdessen dpa-Verteiler mit, habe „in Oberbayern betrunken einen Klappstuhl Richtung fahrende (sic!) Autos geworfen“. Oberbayern könnte ich nicht besser zusammenfassen. Unterdessen wird ein weiterer völlig überflüssiger Beruf wegautomatisiert: Radiomoderatoren.
Da die Autorin stolz auf diese hübsche, nur halt falsche lateinische Phrase zu sein scheint, muss diese sogar die Überschrift zieren. Eine schnelle Suche im Internet offenbarte, dass es auch andere falsch machen und „Quo vadis?“ – wohin gehst du? – im Plural verwenden; insofern bleibt zu fragen: Quo vadimus, klassische Bildung?
Die von Elon Musk eingestellte Chefin von X (ehemals Twitter) teilte mit (englischsprachiges Original), das Einstampfen der Marke Twitter sei ein notwendiger Schritt gewesen, um etwas völlig Neues aufbauen zu können. Keinesfalls Teil ihrer Ausführungen, so weit ersichtlich, ist jedoch, warum Elon Musk, wenn er etwas völlig Neues haben möchte, dieses völlig Neue dann nicht auch aufbauen könnte, ohne etwas anderes dafür kaputtzumachen.
Gedanke: Die Existenz von Gewerkschaften zögert die Notwendigkeit der Revolution hinaus.
Am 12. August 1995, morgen vor 28 Jahren also (ich kann auch nichts dafür, ich möchte ja auch lieber nicht darüber nachdenken), wurde ein Mörder vor einer Überdosis gerettet, damit er bis zur Vollstreckung des Todesurteils am Leben bleiben möge. Nicht, dass der zu Tötende noch stirbt!
Zum gegenwärtigen Zustand der EDV noch so viel: Es ist aus Versehen möglich, Windows 11 ohne Beipacksoftware wie Candy Crush Saga zu installieren. Microsoft erkennt diesen Umstand als üblen Fehler an und verspricht eine schnelle Lösung. Schade eigentlich.
Der Hauptbahnhof Hannover soll einen Monat lang zur waffenfreien Zone werden. (…) Neben Messern aller Art sind unter anderem auch Pfeffersprays und Teleskopschlagstöcke verboten. Wochentags gilt das Verbot in der Zeit von 18 bis 2 Uhr nachts und an den Wochenenden durchgängig in der Zeit von Freitag, 18 Uhr bis Montag, 2 Uhr.
Es ist Montag. Der Nazi der Woche, so erzählt’s Reuters missverständlich, ist Bargeld. Ich kann das alles nicht mehr.
Schöne Idee für eine Softwarelizenz: Freie Software, aber man darf niemandem erzählen, von wem sie eigentlich stammt. Ich glaube, die nehme ich in Zukunft für diejenigen meiner Programme, von deren Qualität ich selbst nicht überzeugt bin. – Auch nicht überzeugend: Ein Supermarkt wirbt mit Kaffeebezug für „Revolution! Das Kapsel-System ohne Kapsel.“ So was habe ich schon seit Jahren zu Hause, es heißt Filtertüten. Ich alter Revoluzzer.
Apropos Revolution: Die F.D.P.-Fraktion im Bundestag stellt fest, dass die weitere Inhaftierung von Alexej Navalny nur bedeuten kann, dass Putin „Angst vor der Demokratie“ habe. Was ihre transatlantischen Freunde insofern von der Demokratie halten, indem diese Julian Assange seit weit über 1.000 Tagen unter Folter festhalten lassen, haben hinreichend viele Kommentatoren gefragt, eine Antwort blieb jedoch bislang aus. Schade.
Apropos schade; „n‑tv“ berichtet über zwei mir bis dato unbekannte Internetsternchen:
Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihnen, mit sogenannten Lipsync-Videos zu englischsprachigen Pop-Hits eine stetig anwachsende Fangemeinde zu versammeln. Dabei bewegen die Influencerinnen ihre Lippen synchron zu angesagten Songs.
Ich finde ja, es war ein Fehler, das Internet für die Weltöffentlichkeit allzu einladend zu gestalten. Zum Ausgleich: Musik ohne Text. Das verhindert zuverlässig irgendwelchen lipsync. (Schönes Wort für Küssen auch.)