Während irgendwelche Institute mit bananigen Namen – und ich dachte, nach der Agentur für Diversität und Transkulturalität hätte ich alles gesehen – in ermüdend langen Texten noch darüber fachfremdsimpeln, ob Journalismus profitabel sein müsse, tritt der profitable Qualitätsjournalismus („ZEIT ONLINE“) schon mal den Beweis dafür an und schreibt von der dpa unredigiert einen Bericht über Madita Oeming ab:
Schon nach Ankündigung eines Seminars für die FU Berlin 2019 erlebte Oeming einen Shitstorm mit sexistischen Anfeindungen und massiven Drohungen. «Konservative und rechte Gruppen sind anti-Porno, sexfeindlich, lustfeindlich und frauenfeindlich», beobachtet sie.
Zwar schätze ich nahezu jedes Engagement für die Enttabuisierung von Sexualität und versuche auch selbst meinen Teil dazu beizutragen, indem ich als Privatmensch wie auch im Berufsleben grundsätzlich gar nicht erst versuche, sexuelle Ausschweifungen mit schamhaften Beschreibungen zu übermalen (ich finde Ficken ziemlich dufte und halte es keineswegs für ein weniger erzählenswertes Hobby als Fußballgucken oder Saufen, man finde sich damit ab oder schleiche sich stumm von dannen), denn das ungefähr Letzte, was jetzt noch fehlen würde, wäre eine Rückkehr zur Sexualmoral der Vor-68er, doch hätte ich mir ein paar Beispiele für die „konservativen und rechten Gruppen“ gewünscht, die was gegen Wollust haben. Meinte sie die Nordische Grüne Linke, die 2013 über das Europäische Parlament Pornos verbieten wollte, oder doch eher die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, der es zuwider ist, dass ich theoretisch – wenn mir das nicht schon mental viel zu uninteressant wäre – einer beliebigen Prostituierten beiwohnen könnte, ohne dafür große Probleme mit der Justiz erwarten zu müssen?

Gerade Prostitutionsgegnerinnen sind leider auf dem Vormarsch. Bin mal gespannt, wie gut es den Prostituierten gehen wird, nachdem ihnen von den edlen Abolitionistinnen „geholfen“ wurde und sie alle beim Jobcenter in irgendwelchen „Maßnahmen“ landen. Oh und wusstet ihr, dass der Staat gegenüber Bordellen Schutzgelderpressung betreibt?