PolitikIn den Nachrichten
Über­ra­schung: Geheim­dien­ste ope­rier­ten im Gehei­men!

Die Bun­des­re­gie­rung löst dann mal das Spio­na­ge­pro­blem:

Die Bun­des­re­gie­rung will von der US-Regie­rung eine Zusi­che­rung, dass ame­ri­ka­ni­sche Geheim­dien­ste künf­tig nicht mehr ohne Erlaub­nis auf deut­schem Boden tech­ni­sche Auf­klä­rung betrei­ben.

(Her­vor­he­bung von mir; E‑Mails von deut­schen Bür­gern dür­fen also künf­tig nur noch im Aus­land abge­fan­gen wer­den. Gut gemacht!)

Was man für die­se Erlaub­nis tun muss, ist nicht bekannt; wahr­schein­lich wird es genü­gen, vor Ter­ror zu war­nen. „Hal­lo, wir sind von der NSA, und die Ter­ro­ri­sten wol­len…“, und wenn sie’s halt not­falls sel­ber sind. Tun sie es nicht, dann tun sie es nicht. Bei Zuwi­der­hand­lung ist Frau Mer­kel jedoch sicher­lich empört.

Nach einer sol­chen Zusi­che­rung dürf­te die NSA in Deutsch­land nicht mehr mit moder­ner Lausch­tech­nik abhö­ren.

Muss ja auch nicht – die alte Lausch­tech­nik funk­tio­niert ja auch immer noch. Immer­hin wird auf die wirk­lich wich­ti­gen Aspek­te aus­drück­lich Rück­sicht genom­men:

Teil des bila­te­ra­len Abkom­mens soll auch eine gegen­sei­ti­ge Zusi­che­rung sein, nicht den jewei­li­gen Regie­rungs­chef zu über­wa­chen.

Die schwam­mi­ge „Zusi­che­rung“ ist natür­lich auch put­zig aus­ge­drückt. Und: Den Rest der Leu­te halt schon.

Aber wahr­schein­lich mache ich mir zu vie­le Gedan­ken. Wenn es aus­län­di­schen Spio­nen aus­drück­lich ver­bo­ten ist, in ande­ren Län­dern zu spio­nie­ren, dann liegt es nahe, die­se „Schei­ße“ (Ronald Pofalla, ande­rer Zusam­men­hang) ein für alle­mal für been­det zu erklä­ren. So ein­fach ist das!

Eigent­lich soll­te die Bun­des­re­gie­rung noch viel mehr schlim­me Din­ge ver­bie­ten, zum Bei­spiel Mord und Dieb­stahl. Dann hört das sicher­lich auch auf.

Netzfundstücke
Mpiep­tee

Wenig­stens haben bei all dem Wahn­sinn in den Nach­rich­ten ein paar Leu­te noch den Über­blick behal­ten und wis­sen, wo die wirk­lich wich­ti­gen Pro­ble­me lie­gen:

im tee­la­den „cali­ban“ frank­fur­ter allee (fhain, ber­lin) hat­ten se ne tee­sor­te „M*kopf“. ich hab d. ange­spro­chen (erfolg­los) noch wer bock?

Gemeint ist natür­lich „Moh­ren­kopf“, ein Wort, das man als auf­rech­ter Lin­ker natür­lich nicht schrei­ben darf, auch nicht als Zitat, und wer es trotz­dem tut, der ist min­de­stens ein Ver­harm­lo­ser des Holo­causts oder was eben gera­de so in ist im rotie­ren­den Belei­di­gungs­fun­dus der Sprach­welt­ver­bes­se­rer. (Ich wür­de ja gern mal einen von ihnen zum Bäcker beglei­ten. „Hal­lo, ich hät­te gern einen… äh… einen schö­nen Tag noch!“)

Moh­ren­kopf­tee, dies sei kurz erläu­tert, ist – hihi, haha, hoho – ein Schwarz­tee, der geschmack­lich wohl an die gleich­na­mi­ge Süß­spei­se erin­nern soll. Dass der Tee so heißt, hat also eher mit dem Gebäck als mit dem dun­kel­häu­ti­gen Zeit­ge­nos­sen unkla­rer aktu­ell zu bevor­zu­gen­der Fremd­be­zeich­nung zu tun, besag­tes Tee­ge­schäft („Cali­ban“) des­halb nun zu behel­li­gen hal­te ich für nicht ziel­füh­rend. Erschießt den Boten! Dass der Name „Moh­ren­kopf“ unge­fähr so viel mit Ras­sis­mus zu tun hat wie der Name „Schwar­zer“ (i.e. Ali­ce), könn­te zwar eine beden­kens­wer­te Infor­ma­ti­on sein, aber der deut­sche Michel empört sich eben gern.

Die Fra­ge „Noch wer Bock?“ ist inso­fern auch eine recht inter­es­san­te. Wie läuft das empör­te „Anspre­chen“ dann eigent­lich ab – zahl­rei­che smart­phone­be­wehr­te Twit­te­rer scha­ren sich um das Geschäft und ver­lan­gen eine Umbe­nen­nung oder sor­ti­ments­wei­ter Ent­fer­nung besag­ten Tees und wer­fen bei Zuwi­der­hand­lung und/oder Nicht­be­ach­tung Toma­ten und/oder Eier ans Ein­gangs­por­tal? So ähn­lich läuft das doch bei Kla­mot­ten­lä­den ab, sofern mich ent­spre­chen­de Berich­te in den Medi­en nicht völ­lig fehl­in­for­mier­ten. (Ich neh­me an, ein Auf­ruf zum gleich­zei­ti­gen Boy­kott von Ama­zon ist auch bereits im Inter­net zu fin­den.) „Nie wie­der darf etwas Lecke­res einen poli­tisch nicht kor­rek­ten Namen tra­gen.“

Ein Moh­ren­kopf ist – in man­chen Regio­nen viel­leicht anders bezeich­net – ein Gebäck, das mehr oder weni­ger wie ein Kopf geformt und mit Pud­ding gefüllt ist. Ich über­le­ge gera­de, wor­an mich das erin­nert.

WirtschaftPersönlichesPolitikIn den Nachrichten
Ope­riert, ver­stimmt und plei­te.

Zunächst die Wirt­schafts­nach­rich­ten: Das Finanz­mi­ni­ste­ri­um der USA (das waren die hier) hat end­lich den Schul­di­gen am ver­kork­sten Welt­wirt­schafts­sy­stem gefun­den – Deutsch­land.


Die Gazet­ten die­ses Lan­des berich­ten heu­te zwar nur wenig über so über­flüs­si­gen Käse wie das Wirt­schafts­sy­stem (dem geht’s doch gut, sofern man zum Bei­spiel in der Schweiz wohnt), dafür aber zahl­reich über Gina-Lisa Loh­fink. Sel­bi­ge ist – ich muss­te das jetzt glück­li­cher­wei­se recher­chie­ren – erst als Teil­neh­me­rin der abscheu­li­chen Serie „Germany’s Next Top­mo­del“ (Platz 12), dann als Dar­stel­le­rin in irgend­ei­nem omi­nö­sen Erwach­se­nen­film bekannt gewor­den; heu­te ist sie, wie es heißt, trotz­dem irgend­ein „Top­mo­del“, was wie­der ein­mal belegt, dass man für die­sen Beruf nicht son­der­lich gut aus­se­hen muss.

Dabei ist sie, dies ver­kün­den die Nach­rich­ten, beschei­den geblie­ben:

(…) ich bin echt – bis auf mei­ne Brü­ste, okay.

Und bis auf den über­wie­gen­den Rest des Ober­kör­pers, aber so genau müs­sen wir das ja jetzt nicht neh­men. Jour­na­lis­mus in Deutsch­land (auch): Eigen­lob irgend­wel­cher ehe­mals mit­tel­mä­ßig „Pro­mi­nen­ter“ unhin­ter­fragt in die Klatsch­spal­ten schmie­ren. Dass sie echt ist, ist anson­sten natür­lich erwäh­nens­wert. Manch­mal möch­te man es lie­ber nicht glau­ben.

Ich weiß nun (eben­falls glück­li­cher­wei­se) nicht, was für eine Stim­me Frau Loh­fink hat, aber es fällt mir nicht leicht, mir obi­ges Zitat in einer ande­ren Ton­la­ge als kurz­at­mi­gem Piep­sen vor­zu­stel­len. Dazu stel­le ich mir das Gefuch­tel vor, das die Mäd­chen heut­zu­ta­ge offen­bar von US-ame­ri­ka­ni­schen Pop­stern­chen abge­schaut haben, und mein Bild von Gina-Lisa Loh­fink ist per­fekt.

War­um kurz­at­mi­ges Piep­sen? Nun, als jemand, der auch wegen der mensch­li­chen Kata­stro­phen, die dort statt­fin­den, mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln fährt, habe ich in letz­ter Zeit häu­fi­ger bemerkt, dass jun­ge Mäd­chen, die bei­sam­men sit­zen und pau­sen­los plap­pernd über ihre Freun­din­nen lästern, zwecks Imi­ta­ti­on der­sel­ben ihre Stim­me meh­re­re Okta­ven höher schrau­ben, sofern ihnen das mög­lich ist. Die Absur­di­tät der Situa­ti­on, dass Mäd­chen mit Pieps­stim­me eine noch piep­si­ge­re Stim­me anneh­men, um Zita­te unlieb­sa­mer Zeit­ge­nos­sin­nen zu kenn­zeich­nen (und lieb­sa­me Zeit­ge­nos­sin­nen scheint man im Alter von 14, viel­leicht 15 Jah­ren nur zu ken­nen, wenn sie gera­de in Hör­wei­te sind), soll­tet ihr euch jetzt ein­fach mal vor­stel­len.

Mit dem Kon­junk­tiv wäre Bus­fah­ren viel ange­neh­mer.

(Eigent­lich hat­te ich für das Gepiep­se einen viel aus­führ­li­che­ren Arti­kel im Sinn, aber da ich ver­ges­sen habe, den auf­zu­schrei­ben, bleibt es nun bei die­sem kur­zen Auf­re­ger. So.)


Noch etwas Poli­tik mit Lese­be­fehl zum Abschluss: Nico Lum­ma, wohl das bei­na­he ein­zi­ge SPD-Mit­glied, das leid­lich gut mit dem Inter­net umge­hen kann, sülz­te heu­te sel­bi­ges Inter­net damit voll, dass wir die Digi­ta­li­sie­rung ver­schla­fen hät­ten. Nico Lum­ma von der Vor­rats­da­ten­spei­che­rungs-SPD.

Der Nacht­wäch­ter hat dazu mal was gesagt.

Nerdkrams
LaTeX und pan­doc: Es muss ja nicht immer Office sein.

Einer der Nach­tei­le von Text­ver­ar­bei­tungs­soft­ware ist, dass man sich als Autor stets genö­tigt sieht, sich außer dem rei­nen Text auch auf des­sen Dar­stel­lung zu kon­zen­trie­ren. Wäh­rend ein Absatz geschrie­ben wird, wer­den auto­ma­tisch Absatz- und For­ma­tie­rungs­mar­ken ein­ge­fügt. Wenn spä­ter ein ande­res lay­out ange­wandt wer­den soll, ist das oft eine fürch­ter­li­che Klicke­rei; selbst das Anle­gen von Absatz- und Doku­ment­vor­la­gen befreit nicht von der Ablen­kung durch die bereits vor­han­de­ne Dar­stel­lung. WYSIWYG ist zwar schön bunt, aber oft auch ent­setz­lich ner­vig.

Wenn man sei­ne Autoren­tä­tig­keit ins web ver­legt, kommt man vom Regen in die Trau­fe: Auch HTML, dem WYSIWYM-Kon­zept zumin­dest nicht völ­lig ent­ge­gen­ge­setzt, ist anfäl­lig für Ablen­kung durch For­ma­tie­rung. Ein­fach einen Text, der aus mehr als einem Absatz im Fließ­text besteht, ins Netz zu stel­len setzt, wenn man sich nicht auf die weni­gen Mög­lich­kei­ten von sozia­len Netz­wer­ken beschrän­ken möch­te, eben­falls bereits beim Schrei­ben eini­ge For­ma­tie­rungs­ar­beit vor­aus, die mit stei­gen­der Text­län­ge womög­lich auch immer wie­der Ände­run­gen benö­tigt. Eine eini­ger­ma­ßen fle­xi­ble For­ma­tie­rung geht nur per CSS – wie­der­um etwas, das bereits beim Schrei­ben auf­grund der manu­el­len Zuwei­sung von class-Attri­bu­ten womög­lich mehr Zeit ver­schlingt als das Erstel­len des eigent­li­chen Inhalts. (So ein Besu­cher guckt sich Web­sei­ten ja nor­ma­ler­wei­se nicht nur des­halb an, weil sie so schön bunt sind.) Zumin­dest hier­für hat sich mit Mark­down und Mul­ti­Mark­down eine Lösung eta­bliert, die HTML-For­ma­tie­rungs­codes durch Inter­punk­ti­on ersetzt und in ver­schie­de­nen Dia­lek­ten zum Bei­spiel auf Stack Over­flow, in sozia­len Netz­wer­ken (Goog­le+, Dia­spo­ra) und neue­ren Blog­platt­for­men wie Ghost zum Ein­satz kommt.

Eine Tren­nung von For­mat und Inhalt wäre aber auch im Druck wün­schens­wert: Ich als Autor möch­te mich dar­auf kon­zen­trie­ren kön­nen, einen Text digi­tal zu erfas­sen, und mir erst danach, wenn ich einen Gesamt­blick auf die­sen Text habe, Gedan­ken über sei­ne Dar­stel­lung machen müs­sen. Kommt zwi­schen zwei Kapi­tel mei­nes Buches jetzt jeweils ein Sei­ten- oder nur ein Zei­len­um­bruch? Sol­len Kapi­tel­über­schrif­ten zen­triert und kur­siv oder links­bün­dig und fett dar­ge­stellt wer­den? Das ist alles erst dann rele­vant, wenn das Buch, die Abschluss­ar­beit oder zum Bei­spiel das Bewer­bungs­schrei­ben fer­tig ist.

Natür­lich gibt es da eine Lösung: LaTeX. LaTeX ist im Wesent­li­chen eine Samm­lung von Makros und Vor­la­gen für das Text­satz­sy­stem TeX, das in die­sem Seg­ment den Qua­si­stan­dard dar­stellt. (Ich bit­te die­sen Aus­druck zu ent­schul­di­gen, ich ver­brin­ge offen­bar zu viel Zeit mit den Ergüs­sen von Schlips­trä­gern.) Dabei funk­tio­niert es nach dem WYSIWYM-Prin­zip: Will ich ein neu­es Kapi­tel begin­nen, dann schrei­be ich das genau so auf.

\chapter{Das erste Kapitel}
 
Alles, was hier steht, gehört zum ersten Kapitel.

Wie ich die­sen Text hin­ter­her for­ma­tie­re, könn­te ich zu die­sem Zeit­punkt bereits per Vor­la­ge und/oder For­ma­tie­rungs­ma­kros ent­schei­den, ich muss es aber nicht. Das ist natür­lich nun nur ein kur­zer Aus­schnitt aus einem LaTeX-Doku­ment; ein voll­stän­di­ges Bei­spiel ist auf Wiki­books zu fin­den.

Dass LaTeX vor allem für wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­tio­nen kon­zi­piert wur­de, bedeu­tet im Übri­gen nicht, dass man sich auf die­se Art des Druckerzeug­nis­ses beschrän­ken muss. Einer der typi­schen Ein­satz­zwecke von Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­men – das Schrei­ben von Brie­fen – ist natür­lich auch mit LaTeX umsetz­bar; Vor­la­gen inklu­si­ve. Mit dem KOMA-Script, das heut­zu­ta­ge fester Bestand­teil von LaTeX-Dis­tri­bu­tio­nen ist, muss man sich auch über Beson­der­hei­ten deut­scher Brief­stan­dards kei­ne Gedan­ken machen, die ent­hal­te­nen Vor­la­gen erle­di­gen die mei­ste Arbeit qua­si von selbst. (Dass auch eige­ne Vor­la­gen mög­lich sind, bedarf wahr­schein­lich kei­ner wei­te­ren Erwäh­nung. Hopp­la, zu spät!)

Um aus LaTeX-Code ein fer­ti­ges Doku­ment zu gene­rie­ren, wer­den zunächst ein­mal ein Text­edi­tor und LaTeX selbst benö­tigt. Zu Erste­rem kom­me ich wei­ter unten noch, für Letz­te­res emp­feh­le ich das erfreu­lich unauf­dring­li­che TeX Live. Instal­lie­ren, läuft.

Um aus einem sol­chen LaTeX-Doku­ment im „Rein­text“ jetzt zum Bei­spiel unter Win­dows eine PDF-Datei zu erzeu­gen, emp­feh­le ich eine Batch­da­tei fol­gen­den Inhalts zu erstel­len (damit man sich nicht stän­dig wie­der­ho­len muss):

@echo off
latex eingabedatei.tex
latex eingabedatei.tex
pdflatex eingabedatei.tex

Die ersten bei­den latex-Auf­ru­fe „par­sen“ die LaTeX-Datei und legen zum Bei­spiel ein Inhalts­ver­zeich­nis an. (Falls kei­nes benö­tigt wird, genügt nor­ma­ler­wei­se ein ein­zi­ger Auf­ruf von latex, aber ein zwei­ter ist ja dann auch zu ver­schmer­zen.) pdfla­tex baut dann aus den gene­rier­ten Daten eine PDF-Datei zusam­men. Theo­re­tisch funk­tio­niert das auch ohne vor­he­ri­gen Auf­ruf von latex, aber die „Hilfs­da­tei­en“, die dadurch ent­ste­hen, erleich­tern so man­ches (zum Bei­spiel, wenn man AUC­TeX benut­zen möch­te).

AUC­TeX? Ach so, ja, das mit den Text­edi­to­ren. Ein LaTeX-Doku­ment lässt sich eini­ger­ma­ßen kom­for­ta­bel in den mei­sten gro­ßen Text­edi­to­ren bear­bei­ten, Syn­tax­her­vor­he­bung und manch­mal auto­ma­ti­sche Ver­voll­stän­di­gung inklu­si­ve. Noch kom­for­ta­bler wird es, wenn man einen spe­zi­el­len LaTeX-Edi­tor ein­setzt. Für Emacs gibt es etwa das AUC­TeX- und für Vim das LaTeX-suite-Plug­in; wer mit bei­den Edi­to­ren nicht viel anfan­gen kann, dem sei TeX­works (in TeX Live ent­hal­ten) oder LyX emp­foh­len. Die­sen Edi­to­ren ist eine Inte­gra­ti­on von LaTeX-Dis­tri­bu­tio­nen gemein, PDF-Doku­men­te las­sen sich jeweils sozu­sa­gen per Tasten­druck erzeu­gen. Obwohl für die­sen Zweck Mark­down deut­lich bes­ser geeig­net ist, lässt sich LaTeX auch in Word­Press ein­set­zen – ein Plug­in, das die Ein­bin­dung von LaTeX-Code erlaubt, ist etwa WP-LaTeX.

Und wenn man dann ein LaTeX-Doku­ment erstellt hat, aber der­je­ni­ge, der es über­ar­bei­ten will/soll, nur Micro­soft Office benutzt? Pan­doc eilt zu Hil­fe:

pandoc -s eingabedatei.tex -o ausgabedatei.docx

Wie LaTeX (LPPL) steht auch Pan­doc unter einer „frei­en“ Lizenz (der­zeit unter der GPL). Es ist nicht alles schlecht.

Fra­gen oder Anre­gun­gen sind will­kom­men.

PolitikIn den Nachrichten
Schmal­hans des Tages: Hans-Peter Uhl, CSU.

Die­ser Arti­kel ist Teil 8 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Hans-Peter Uhl, Innen­ex­per­te und Vor­rats­da­ten­pre­di­ger bei der CSU, ist ja immer wie­der für einen sprach­li­chen und poli­ti­schen Faux­pas zu haben.

Nun hat man seit Mona­ten nicht viel von ihm gehört; viel­leicht hat er einen Com­pu­ter­kurs besucht (oder ver­bie­ten las­sen). Jetzt jeden­falls ist er zurück, und er hat ein neu­es The­ma mit­ge­bracht: Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist ihm momen­tan nicht so wich­tig, die erle­di­gen ja bereits sei­ne ame­ri­ka­ni­schen Freun­de. Statt­des­sen hat er sich ein ande­res The­ma aus­ge­sucht, von dem er auch nichts ver­steht, näm­lich Authen­ti­fi­zie­rungs- und Ver­schlüs­se­lungs­me­cha­nis­men:

Unmit­tel­bar vor dem Tref­fen der Arbeits­grup­pe Innen und Recht bei den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen reg­te der Uni­ons-Innen­ex­per­te Uhl mehr Kom­pe­ten­zen für das Innen­mi­ni­ste­ri­um an. „Eine Leh­re aus der NSA-Affä­re muss sein, dass wir uns in den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen dar­auf ver­stän­di­gen, die Ver­ant­wor­tung für siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­on kom­plett dem Innen­mi­ni­ste­ri­um zu unter­stel­len. Das gilt auch für die Bun­des­netz­agen­tur.“

Das Innen­mi­ni­ste­ri­um kennt sich näm­lich aus mit siche­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on, immer­hin hat es Erfah­run­gen gesam­melt:

Ein wei­te­res siche­res Ver­fah­ren, um elek­tro­ni­sche Nach­rich­ten zu über­tra­gen, ist das De-Mail-Ver­fah­ren, das vom deut­schen Innen­mi­ni­ste­ri­um koor­di­niert wird.

De-Mail war das hier:

In der momen­ta­nen De-Mail-Spe­zi­fi­ka­ti­on wer­den die Ser­ver zudem zu attrak­ti­ven Angriffs­zie­len. Wenn nun die Kom­mu­ni­ka­ti­on der gesam­ten Ver­wal­tung des Bun­des über die­se weni­gen Ser­ver abge­wickelt wer­den soll – oben­drein mit einer Ver­schlüs­se­lung, die ihren Namen nicht ver­dient –, ist der Daten-GAU vor­pro­gram­miert.

Dann kann ja nichts mehr schief­ge­hen!

Montagsmusik
Lou Reed – Like A Pos­sum

Lou Reed ist tot. „So trau­rig“ (Twit­ter); bezie­hungs­wei­se „such a per­fect day“, wie sei­ne Anhän­ger der­zeit, zumin­dest sich der Sub­ti­li­tät bewusst, viel­fach kol­por­tie­ren, obwohl es sich doch viel­mehr um den day the music died (Don McLean) han­delt. Irgend­was ist ja immer.

Good mor­ning, it’s pos­sum day,
I feel like a pos­sum in every way.

Der Rest ist Schwei­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Møster! – Edvard Lyg­re Møster

Møster! - Edvard Lygre MøsterVer­stö­rend wie sonst nur die Welt­po­li­tik hät­te sich „Edvard Lyg­re Møster“ gleich auf zwei­fa­chem Weg in die Jah­res­be­sten­li­ste 2013 geschum­melt: Erstens ist’s ein Live­al­bum, dem man das kaum anhört, und dann ist es auch noch 2011 auf­ge­nom­men wor­den. So wird das nix mit mei­nem „Album des Jah­res“. Dabei hät­te „Edvard Lyg­re Møster“ anson­sten ziem­lich gute Chan­cen auf die­sen Titel.

Wie schon auf mei­nem Album des Jah­res 2012 spielt Stå­le Stor­løk­ken auch hier – an Syn­the­si­zer und Fen­der Rho­des – wie­der mit. Der Mann scheint ein Gespür für avant­gar­de­s­que tol­le Musik zu haben, man soll­te sei­ne musi­ka­li­schen Akti­vi­tä­ten also auch wei­ter­hin ver­fol­gen. Møster!, eigent­lich ein Solo­pro­jekt des nor­we­gi­schen Saxo­pho­ni­sten Kje­til Møster (sonst bei Ultra­lyd und mit ande­ren Bands wie Low Fre­quen­cy in Ste­reo aktiv), ist hier ein Vier­mann­un­ter­neh­men; außer­dem dabei sind Niko­lai Eilert­sen, Bas­sist bei den famo­sen elephant9 (eben­falls mit Stå­le Stor­løk­ken), und Schlag­zeu­ger Ken­neth Kap­stad, der seit 2007 mit Motor­psy­cho zusam­men musi­ziert. Das Ergeb­nis die­ses Zusam­men­spiels ist ein druck­vol­ler instru­men­ta­ler Jazz, bei dem kein Instru­ment zu kurz kommt, was ihn posi­tiv von dem ollen Trom­pe­ten­krams von Miles Davis abhebt, das mich immer, Sakri­leg!, schon eher gelang­weilt hat; aber ich schwei­fe ab.

Was ein Edvard Lyg­re ist, ver­mag ich auf­grund man­geln­der Nor­we­gisch­kennt­nis­se nicht zu wis­sen. Ist das nicht aber sowie­so bei­na­he egal? Ich las­se lie­ber die Musik für sich spre­chen. Und die geht, Ver­zei­hung!, tie­risch ab. Ist das erste Stück „Pla­stic Dis­co“ (12:10 Minu­ten; kei­ne Sor­ge, bumm-tschack bleibt hier aus) schon ein pracht­vol­ler Vor­bo­te für das Fol­gen­de, dre­hen die vier Her­ren danach erst so rich­tig auf. In „Ran­som Bird“ ist erst­mals tat­säch­lich etwas Publi­kum (jubelnd) zu hören. Wer könn­te es ihm ange­hörs der schie­ren Instru­men­ten­es­ka­pa­de, her­aus­ra­gend vor­an­ge­trie­ben von Schlag­zeug und Bass, schon ver­den­ken? Das Inter­net schreibt hier von „rausch­haf­ter Eksta­se“, und ich könn­te es kaum bes­ser umschrei­ben.

Es folgt mit „Com­po­si­ti­on Task #1“ ein ziem­lich nor­mal jaz­zi­ges Stück, das mit sie­ben Minu­ten Lauf­zeit auch das kür­ze­ste auf dem Album ist, bis nach eini­gen Minu­ten Kje­til Møster sein Saxo­phon­spiel ins Schrä­ge abglei­ten lässt, wo er sich gut aus­zu­ken­nen scheint. „Com­po­si­ti­on Task #1“ nimmt nach Stück 1 und 2 den­noch eine Son­der­rol­le ein; eine „Com­po­si­ti­on Task #2“ gibt es auf dem Album nicht. Den Abschluss bil­det „The Boat“, in dem das Saxo­phon über eine Vier­tel­stun­de lang aller­lei Elek­tro­ni­schem, gespielt von drei der vier Musi­ker (plus Schlag­zeu­ger), mehr Raum lässt. Møster! kön­nen also sogar Spa­ce­rock, und ziem­lich guten noch dazu.

Ent­span­nen­der Radio­jazz ist auf „Edvard Lyg­re Møster“ tat­säch­lich nicht zu hören. Das ist aber auch nicht schlimm. „Lounge-Jazz“? Jazz für jede Gele­gen­heit! Hör­pro­ben? Ama­zon. Aber wer liest schon nur ein­zel­ne Sei­ten in einem Buch?

Spaß mit Spam
Kurz­spam: Ihr Freund „YOU GET PAID INSTANTLY UP TO 325K+“, hat die­ses Pro­dukt gefun­den, und zwar hier: Kong­Ming

End­lich mal ’n ein­präg­sa­mer Betreff!

Und was will mein Freund „YOU GET PAID INSTANTLY UP TO 325K+“ (was für Eltern muss der haben?!) von mir? Mir scheint’s was emp­feh­len will er. Aus­zug aus der Mail:

Ihr Freund, „YOU GET PAID INSTANTLY UP TO 325K+“, hat die­ses Pro­dukt 5er Set, beleuch­te­te wei­sse elek­tri­sche See­ro­se mit Farb­wech­sel bei Kong­Ming gefun­den.

Hel­lo Fri­end!

This is Ama­zing!

How Many Emails Can You Pro­cess In One Day? 2, 4, 7, 24, or 247 . .? Can You Do It 24/7?

Get Paid $25 For Every Email You Pro­cess

If You Can Send And Recei­ve Emails, We Can Teach You To Trans­form Your PC Into A Money-Making Machi­ne.

(Und so wei­ter und so fort.)

Schön, so eine beleuch­te­te See­ro­se woll­te ich schon immer mal haben. Aber dass mein PC zur Geld­mach­ma­schi­ne wird, fän­de ich nicht so schön. Ich wür­de eigent­lich gern damit arbei­ten.

Muss ich mei­ne See­ro­se halt woan­ders kau­fen.

PolitikIn den Nachrichten
End­lich: Regie­rung bekämpft Alters­ar­mut!

Da nun mit der SPD höchst­wahr­schein­lich mal wie­der eine „sozial“-konservative Par­tei in die Regie­rung ein­zieht, will sich die CDU natür­lich nicht die But­ter vom Brot neh­men las­sen und tut was gegen die Armut im Alter:

„Vie­le Men­schen kom­men mit ihren Nied­rig­löh­nen oder ihren gerin­gen Ren­ten nicht aus. Eine gro­ße Zahl davon bes­sert daher mit dem Sam­meln von Pfand­fla­schen ihren Lebens­un­ter­halt auf. Sie könn­ten von der Pfand­er­hö­hung direkt pro­fi­tie­ren.“

Natür­lich könn­te statt eines höhe­ren Fla­schen­pfands auch ein­fach ande­re Beträ­ge erhö­hen, zum Bei­spiel die, die dafür sor­gen, dass die Bedürf­ti­gen über­haupt ohne Fla­schen­sam­meln über den Win­ter kom­men; aber wer soll das denn dann wie­der bezah­len?!

(Ich bit­te um Ver­zei­hung, dass die­se Mel­dung schon etwas älter ist – per tagesschau.de, eines die­ser schnel­len Qua­li­täts­me­di­en, wur­de sie mir erst heu­te in mei­ne Twit­ter-time­line gespült.)

Wer hat die doch gleich gewählt?

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Online­jour­na­lis­mus 2013, kurz zusam­men­ge­fasst.

Zu den „Lei­stun­gen“, die der Online­jour­na­lis­mus in Deutsch­land erbringt und die es offen­bar recht­lich zu schüt­zen gilt, gehört im Übri­gen so etwas:

Pres­se­ver­tre­ter wer­den heu­te Abend wie­der ins Yer­ba-Bue­na-Cen­ter im Zen­trum von San Fran­cis­co strö­men. Dort wird Apple um 19 Uhr mit­tel­eu­ro­päi­scher Som­mer­zeit neue Pro­duk­te vor­stel­len.

Alle Räder ste­hen still, / wenn es Apple gerad‘ so will. Um was für Pres­se­ver­tre­ter geht’s? Die übli­chen Ver­däch­ti­gen (Mas­ha­ble, Giz­mo­do, CNet, Giga.de und so wei­ter) wer­den berich­ten, „Live­ticker“ befin­den sich zur Stun­de aber auch auf focus.de, WELT.de und FAZ.net, eben­so auf der Web­site des Ham­bur­ger Abend­blatts, der Stutt­gar­ter Zei­tung und des STERN – alle­samt akti­ve Unter­stüt­zer des Lei­stungs­schmutz­rechts.

Und so, lie­be Leser, wird Online­jour­na­lis­mus defi­niert: Irgend­wo in den USA steht ein Fir­men­vor­stand auf einer Büh­ne und zitiert aus fir­men­ei­ge­nen Wer­be­pro­spek­ten, um ihn her­um sit­zen „Jour­na­li­sten“ ver­sam­melt und schrei­ben das ab. Dann wol­len sie dafür Geld sehen, damit ihr wich­ti­ges Medi­um nicht schlie­ßen muss.

Es gibt augen­schein­lich immer noch viel zu vie­le Leu­te, die mit sol­chem „Jour­na­lis­mus“ Geld ver­die­nen. Ich emp­feh­le, oben genann­te Zei­tun­gen auch in Zukunft zu mei­den. Je eher die­se Spei­chel­lecke­rei aus finan­zi­el­len Grün­den endet, desto grö­ßer ist die Wahr­schein­lich­keit, dass der Markt für rich­ti­gen Jour­na­lis­mus wie­der geöff­net ist.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „Trau­rig, kein Fake“ / Goog­le belegt, dass Goog­le bele­gen kann.

Um noch mal kurz zu ver­deut­li­chen, wo der Unter­schied zwi­schen gemä­ßig­tem – das ist der, den ich prin­zi­pi­ell für nicht ver­kehrt befin­de – und popu­li­sti­schem Femi­nis­mus liegt: Mir wur­de heu­te Mit­tag die­se Web­site in die Twit­ter-time­line gespült.

Zusam­men­ge­fasst geht es dar­um, dass eine Orga­ni­sa­ti­on namens „UN Women“ (also etwa „Frau­en in den Ver­ein­ten Natio­nen“) das schänd­li­che Goog­le als Beleg dafür her­an­ge­zo­gen hat, dass die Welt schlecht über Frau­en den­ke. Das Ergeb­nis sind gro­ße Pla­ka­te mit Fotos von Frau­en, über deren Mund Goo­gles „Sofort­su­che“ geklebt wur­de, viel­leicht, damit sie sich nicht noch mehr bla­mie­ren. Das sieht dann etwa so aus:

Google und die Frauenrechte

Goo­gles „Sofort­su­che“ („Goog­le Instant“, in der Goog­le-Hil­fe erklärt) schlägt nach Ein­ga­be weni­ger Buch­sta­ben häu­fi­ge (und ergeb­nis­rei­che) Such­an­fra­gen mit dem glei­chen Anfang vor. Offen­bar suchen also vie­le Leu­te danach, dass „Frau­en nicht wählen/arbeiten“ sowie „kei­ne Rech­te haben soll­ten“. Skan­dal!, (auf-)schreit das Inter­net, „die Frau­en“ wer­den sogar von Goog­le unter­drückt!

Aber was bedeu­tet es, dass vie­le Leu­te nach „Frau­en soll­ten kei­ne Rech­te haben“ suchen? Es heißt doch nichts ande­res als dass Frau­en mehr­heit­lich eben doch Rech­te haben. Viel schlim­mer wäre es doch, wäre „Frau­en soll­ten Rech­te haben“ eine Top­su­che wäre, denn das wür­de bedeu­ten, dass sie tat­säch­lich mehr­heit­lich kei­ne Rech­te haben. Aber so weit denkt der popu­li­sti­sche Femi­nis­mus nicht, nach Satz­an­fän­gen wie „Frau­en sollten/dürfen nicht“ schal­tet er sein brei­iges Hirn aus und zetert drauf­los; ver­mut­lich hät­te die­ser Femi­nis­mus auch mit „Frau­en dür­fen nicht ange­zün­det wer­den“ ein Pro­blem, denn es soll­te womög­lich das Recht jeder Frau sein, ange­zün­det zu wer­den, wenn ihr halt danach ist (und zwar nur dann). – Das war jetzt etwas unsach­lich.

Aber es passt her­vor­ra­gend zur Debat­te, denn unsach­lich ist die Wer­be­kam­pa­gne selbst. Bedingt durch die beschrie­be­ne Funk­ti­ons­wei­se der Such­ver­voll­stän­di­gung lässt sich so eigent­lich alles bele­gen, was man gern bele­gen las­sen wür­de. Ich habe das vor­hin – natür­lich auf einem Fremd­sy­stem – mal aus­pro­biert:

Google und die Männerrechte

Was uns das nun sagt? Nun, viel­leicht, dass „vie­le Leu­te suchen nach Umstand x“ nichts über die Ver­brei­tung von x aus­sagt. Natür­lich befür­wor­tet es, belegt von der Pla­kat­kam­pa­gne von „UN Woman“, die Mehr­heit offen­sicht­lich, dass Frau­en wäh­len, arbei­ten, atmen, boxen (sic!), Rech­te haben und Auto fah­ren dür­fen. Die hier­durch frei gewor­de­nen Kapa­zi­tä­ten könn­ten genutzt wer­den, um den Ver­ant­wort­li­chen für die Pla­kat­kam­pa­gne mal zu erklä­ren, wie Goog­le eigent­lich funk­tio­niert.

Das ist ja nicht so kom­pli­ziert.

Politik
Sei Legi­on!

Was mir sämt­li­che mir auf­ge­fal­le­nen poli­ti­schen Demon­stra­tio­nen für die Frei­heit der letz­ten Mona­te – ob von Pira­ten, NGOs oder irgend­wel­chen „Anonymous“-Gruppen orga­ni­siert – ja auch gezeigt haben, ist, dass die Leu­te ver­ges­sen haben, wofür sie gekämpft haben. Schritt 1: war­te, bis sich ande­re auf­re­gen! Schritt 2: reg‘ dich auf! Schritt 3: setz‘ eine Mas­ke auf! Schritt 4: ent­fällt. Ich wür­de ja gern was tun, aber im Fern­se­hen kommt heu­te Tat­ort. Zum Demon­strie­ren muss man ja dank Mum­ble nicht mal mehr das Haus ver­las­sen.

Ihr kriegt nicht mal einen ver­schis­se­nen Innen­mi­ni­ster aus dem Amt gejagt, obwohl er es ver­dient hät­te wie kaum einer vor ihm. Wir sind das Volk, und das Volk sitzt halt gern auf dem Sofa rum. Es wird käl­ter, nicht nur drau­ßen. Da holt man sich doch schnell eine Erkäl­tung. Aber der gute Wil­le zählt bekannt­lich, er gibt euch das behag­li­che Gefühl, dass ihr ja könn­tet, wenn ihr woll­tet.

Die Regie­rung macht das schon. Kei­ne Sor­ge. Es ist alles in Ord­nung. Das Geräusch, das ihr hört, ist der nagen­de Zwei­fel. Dreht ein­fach den Fern­se­her lau­ter.

Wann wird man je versteh’n?
Mar­le­ne Diet­rich