NetzfundstückeIn den Nachrichten
Onlinejournalismus 2013, kurz zusammengefasst.

Zu den “Leis­tun­gen”, die der Online­jour­nal­is­mus in Deutsch­land erbringt und die es offen­bar rechtlich zu schützen gilt, gehört im Übri­gen so etwas:

Pres­sev­ertreter wer­den heute Abend wieder ins Yer­ba-Bue­na-Cen­ter im Zen­trum von San Fran­cis­co strö­men. Dort wird Apple um 19 Uhr mit­teleu­ropäis­ch­er Som­merzeit neue Pro­duk­te vorstellen.

Alle Räder ste­hen still, / wenn es Apple ger­ad’ so will. Um was für Pres­sev­ertreter geht’s? Die üblichen Verdächti­gen (Mash­able, Giz­mo­do, CNet, Giga.de und so weit­er) wer­den bericht­en, “Livet­ick­er” befind­en sich zur Stunde aber auch auf focus.de, WELT.de und FAZ.net, eben­so auf der Web­site des Ham­burg­er Abend­blatts, der Stuttgarter Zeitung und des STERN — alle­samt aktive Unter­stützer des Leis­tungss­chmutzrechts.

Und so, liebe Leser, wird Online­jour­nal­is­mus definiert: Irgend­wo in den USA ste­ht ein Fir­men­vor­stand auf ein­er Bühne und zitiert aus firmeneige­nen Wer­be­prospek­ten, um ihn herum sitzen “Jour­nal­is­ten” ver­sam­melt und schreiben das ab. Dann wollen sie dafür Geld sehen, damit ihr wichtiges Medi­um nicht schließen muss.

Es gibt augen­schein­lich immer noch viel zu viele Leute, die mit solchem “Jour­nal­is­mus” Geld ver­di­enen. Ich empfehle, oben genan­nte Zeitun­gen auch in Zukun­ft zu mei­den. Je eher diese Spe­ichel­leck­erei aus finanziellen Grün­den endet, desto größer ist die Wahrschein­lichkeit, dass der Markt für richti­gen Jour­nal­is­mus wieder geöffnet ist.