Zu den “Leistungen”, die der Onlinejournalismus in Deutschland erbringt und die es offenbar rechtlich zu schützen gilt, gehört im Übrigen so etwas:
Pressevertreter werden heute Abend wieder ins Yerba-Buena-Center im Zentrum von San Francisco strömen. Dort wird Apple um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit neue Produkte vorstellen.
Alle Räder stehen still, / wenn es Apple gerad’ so will. Um was für Pressevertreter geht’s? Die üblichen Verdächtigen (Mashable, Gizmodo, CNet, Giga.de und so weiter) werden berichten, “Liveticker” befinden sich zur Stunde aber auch auf focus.de, WELT.de und FAZ.net, ebenso auf der Website des Hamburger Abendblatts, der Stuttgarter Zeitung und des STERN — allesamt aktive Unterstützer des Leistungsschmutzrechts.
Und so, liebe Leser, wird Onlinejournalismus definiert: Irgendwo in den USA steht ein Firmenvorstand auf einer Bühne und zitiert aus firmeneigenen Werbeprospekten, um ihn herum sitzen “Journalisten” versammelt und schreiben das ab. Dann wollen sie dafür Geld sehen, damit ihr wichtiges Medium nicht schließen muss.
Es gibt augenscheinlich immer noch viel zu viele Leute, die mit solchem “Journalismus” Geld verdienen. Ich empfehle, oben genannte Zeitungen auch in Zukunft zu meiden. Je eher diese Speichelleckerei aus finanziellen Gründen endet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt für richtigen Journalismus wieder geöffnet ist.

